Das Parteibuch gratuliert Ayatollah Ahmad Jannati herzlich

Das Parteibuch gratuliert Ayatollah Ahmad Jannati hiermit herzlich zur Wahl zum Vorsitzenden des Expertenrats der Islamischen Republik Iran.

Wie Press TV berichtet, hat Ayatollah Ahmad Jannatihat die Wahl mit 51 von 88 Stimmen gewonnen, während der Zweitplatzierte Ayatollah Amini 21 Stimmen und der Drittplatzierte Ayatollah Shahroudi 13 Stimmen bekam. Ex-Präsident Rafsanjani hat für den Vorsitz des Expertenrates nicht kandidiert.

Nachdem die Bevölkerung des Iran im Februar dieses Jahres den neuen Expertenrat gewählt hatte, jubelte die Deutsche Propaganda Agentur DPA beispielsweise – natürlich im Gleichklang mit den anderen der als westliche Massenmedien bezeichneten gleichgeschalteten Verteilstellen der Hasbara des zionistischen Apartheidregimes:

Reformer-Duo klarer Sieger bei Wahl zum Expertenrat im Iran

Das Reformer-Duo, Ex-Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani und der jetzige Präsident Hassan Ruhani, ist der klare Sieger bei der Wahl zum Expertenrat im Iran. … Von den Hardlinern kam Ajatollah Ahmad Dschannati auf Platz 16 und somit knapp noch in den Rat. … Mit seinem Wahlsieg in Teheran wird Rafsandschani mit großer Wahrscheinlichkeit die Leitung des Rats übernehmen. …

Mit dem negativ konnotierten Wort „Hardliner“ umschreibt die zionistische Propaganda natürlich, was ihr nihct gefällt, nämlich Opposition gegen die globale Diktatur des US-zionistischen Empires. Und nun ist also „Hardliner“ Ayatollah Ahmad Jannati zum Vorsitzenden des Expertenrates gewählt worden. Die zionistische Propaganda-Maschine ist entsetzt. Die Hasbara-Schleuder Euronews schreibt beispielsweise:

Iran: Expertenrat wählt antiwestlichen Hardliner zum Vorsitzenden

… Ajatollah Dschannati ist ein enger Vertrauter des iranischen Staatsoberhaupts Ali Chamenei …

Und die staatliche deutsche Hasbara-Schleuder Tagesschau schreibt:

Iran: Ein Hardliner rückt nach vorn

Die Erzkonservativen im Iran melden sich nach ihrer jüngsten Wahlschlappe zurück. Mit Ajatollah Dschannati wählten sie einen ausgesprochenen Hardliner an die Spitze des Expertenrats. Dieser bestimmt das geistliche Oberhaupt Irans – den mächtigsten politischen Akteur des Landes.

Und weil der Widerstand gegen die globale Tyrannei im Iran angeblich eine Wahlschlappe erlitten hatte, sprach die Märchenschau prompt von einer Überraschung. Dabei war es gar keine Überraschung, weil die Wahlniederlage des Widerstandes nur in der Phantasie der gleichgeschalteten zionistischen Massenpropaganda existierte.

Darüber schrieb Yavuz Özoguz am 4. März beim Muslim Markt spöttisch:

Der westliche Wahlbetrug zum iranischen Expertenparlament

Eigentlich kann der Westen im Iran kaum jemanden betrügen, aber die Fähigkeit zum Selbstbetrug ist offensichtlich enorm, oder sollte man es Propaganda nennen?

Einer der am häufigsten von den Systemmedien nachgeäfften Sätze nach den Wahlen im Iran war eine Aussage bezüglich des Expertenparlaments, die auch in der Tagesschau kam: „15 der 16 auf die Hauptstadt Teheran entfallenden Mandate gingen nach offiziellen Wahlergebnissen an Anhänger Ruhanis“ [1]. Es erscheint unvorstellbar, in welchem Ausmaß glatte Lügen der Bevölkerung in der Westlichen Welt aufgetischt werden, nur um die eigene haushohe Niederlage zu kaschieren. Solche Lügen können aber nur einem Volk präsentiert werden, dass immer noch ein Fünkchen Glaubwürdigkeit jenen Medien zuschreibt, welche für den Erhalt des verbrecherischen kapitalistisch-imperialistischen Systems eintreten. Um die glatte Lüge offen zu legen, sollen einige der im Wahlbezirk Teheran gewählten Experten hier einer Leserschaft vorgestellt werden, die möglicherweise sonst wenig Gelegenheit hat, diese Persönlichkeiten kennen zu lernen.

… Die Lebensläufe aller Mitglieder des Expertenparlaments können auf der offiziellen Seite in englischer Sprache nachgelesen werden [2].

Wie man angesichts dieser neuen Zusammensetzung behaupten kann, dass 15 von 16 Vertretern Anhänger Ruhanis seien, kann nur auf Böswilligkeit oder völlige Ahnungslosigkeit der iranischen Wahlsituation gewertet werden. … Insofern muss man feststellen, dass die Westliche Welt sich zwar selbst betrügen kann mit jener absurden Vorstellung, aber eben nicht das gebildete revolutionäre iranische Wahlvolk. Sie haben einmal mehr ein sehr revolutionäres Expertenparlament gewählt und das wird die nächsten acht Jahre bestehen – so Gott will. Immerhin hat diese lange Wahlperiode auch etwas Gutes für die Westliche Welt. Ihre Presstituierten können acht Jahre lang diesbezüglich keine neuen Lügen erfinden.

So kann’s gehen. Da hatte die zionistische Lügenpropaganda im Februar die Wahl im Iran also noch als Niederlage für den Widerstand gefeiert, doch in Wirklichkeit war die Sicherung der islanischen Revolution gegen die von den USA und Israel ausgehende globale Tyrannei beim sowohl von der iranischen Bevölkerung als auch vom Widerstand international geschätzten Ayatollah Ahmad Jannati in ebenso guten Händen gelandet, wie die Führung der Revolution bei Ayatollah Ali Khamenei in den besten Händen ist.

Nachtrag: Nun hat auch die Hasbara-Schleuder Deutsche Propaganda Agentur ein paar Worte zur Wahl von Ayatollah Ahmad Jannati veröffentlicht. Darin bezeichnet die DPA Ayatollah Ahmad Jannati sowohl als „erzkonservativen Ajatollah“ und „als eine Kompromisslösung zwischen Reformern und Hardlinern“ und erklärt weiter, der Expertenrat sei „zwar auf dem Papier ein wichtiges Gremium, die Klerus-Elite des Landes“ spiele „aber de facto keine große politische Rolle.“ Allerherzlichst.

5 Gedanken zu “Das Parteibuch gratuliert Ayatollah Ahmad Jannati herzlich

  1. Jetzt muss nur noch der alte Präsident 2017 wieder antreten (dürfen). Und dann schreit die „Lügenpresse“ wieder was vom Wahlbetrug wie einst 2009 weil der neue und alte wieder 66% bekommt. Dabei mussten selbst die lautesten damals eingestehen das es nicht eine Unregelmäßigkeit gab. Dann geht es mit dem Iran auch wieder nach oben. Sowohl im Sozialem wie in der Wirtschaft und diesmal gibt es keine Blockaden im Parlament.

    1. triangolum

      Ich finde, Hassan Rouhani macht einen ziemlich guten Job als Präsident.

      Ich würde mich deshalb nicht wundern, wenn er wiedergewählt würde, und mich darüber durchaus freuen.

      Aber das ist nicht meine Entscheidung, sondern die des iranischen Volkes.

  2. Liebes Parteibuch,
    gibt es einen Artikel, am besten von euch, der die verschiedenen iranischen Fraktionen objektiv darstellt?

    1. andreas

      Nein, nicht, dass mir da so auf Anhieb was einfiele. Und objektiv geht ja sowieso nicht, denn natürlich schreibt jeder Autor seine subjektive Sicht auf.

      Aber als Faustregel mag man vielleicht sagen: Khamenei und seine Vertrauten sind mit dem Widerstand gegen die globale Tyrannei (die Fraktion der „Prinzipientreuen“), während Rafsanjani und seine Kumpane eher pro-westlich sind (die Fraktion der „Reformer“).

      Das Problem dabei, den Iran in politische Fraktionen einzuteilen, liegt tiefer: die geistliche Führung des Landes, also die Ayatollahs, lässt sich regelmäßig nicht in eine Schublade stecken. Das Verständnis von Religion, Gesellschaft und Politik dieser sehr erfahrenen, gebildeten und einflussreichen Leitfiguren ist meist sehr viel komplexer als die Bildung von politischen Fraktionen wie „Prinzipientreue“ und „Reformer“ es ausdrücken kann. Das unterscheidet den Iran von vielen anderen Staaten.

      Andersherum ist es geradezu typisch für einen Klerus, insbesondere wenn er erfahren ist. Auch in Deutschland etwa ist es ja nicht unbedingt einfach, da jeweils eine Zugehörigkeit zu politischen Fraktionen zu bestimmen und zum Beispiel Bischöfe entlang politischer Linien in politische Fraktionen einzusortieren. Im Iran hat der Klerus aber viel mehr Einfluss als in Deutschland, was damit zu tun haben dürfte, dass der Klerus im Iran seine Vorbildrolle für die Gesellschaft besser wahrnimmt als in Deutschland, und deshalb da viel mehr Anerkennung bei der Bevölkerung genießt.

  3. Wei „Euronews“ hier auch erwähnt wurde, die haben sich gerade bis auf die Knochen blamiert, indem sie einen gefakten Titter-Acount des russischen Aussenministers Sergej Lawrow als Grundlage für eine meldung nahmen :
    http://de.sputniknews.com/panorama/20160524/310073827/euronews-lawrow-fake-account.html
    Die Blamagen der sogen. Mainstreammedien häufen sich zunehmend, mir fällt immer öfter auf, dass nicht nur einseitige Berichterstattung erfolgt bis hin zu Desinformation und dreisten Lügen, sondern „handwerkliche Fehler“ wie Vertauschen von Namen, Orten oder Daten stattfindet, also die im völligen Niedergang begriffen sind.
    Assad war vor 5 Jahren ja schon auf ein Marineschiff geflohen, Russland und Putin vor 2 Jahren kurz vor dem Ende und weltweit politisch isoliert.
    Man liesst und sieht da zunehmend nur noch aus Gründen der Erheiterung.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.