Saudi Arabien kommt unter Druck

Vor ein paar Tagen hatte das Parteibuch bezüglich der Wiener Gespräche zur Beendigung des Terrorkrieges gegen Syrien geschrieben, dass sie nutzlos sind, wenn es keine Sanktionen gegen diejenigen gibt, die nach wie vor Terroristen in Syrien unterstützen, allen voran die Türkei und Saudi Arabien. Doch Saudi Arabien kommt nun doch zunehmend unter Druck.

Im Grunde kommt der Druck über die Finanzen. Dabei ist zwar erstmal kein unmittelbarer Bezug zum Terrorkrieg gegen Syrien erkennbar, aber etwas Druck baut sich da langsam doch auf. Und dieser Druck wird langsam stärker.

Der US-TV-Sender CNBC meldete am Freitag fünf Gründe dafür, dass die letzte Woche „brutal“ für Saudi Arabien war. Als die fünf Gründe wurden genannt:

1. Der IWF hat die Wachstumsprognose für 2016 zu Saudi Arabien am Donnerstag auf 1,2% gesenkt.
2. die Financial Times berichtete am Donnerstag, dass Saudi Arabien versucht, Schuldverschreibungen am Markt zu platzieren, doch die saudischen Anleihen haben es schwer, weil Saudi Arabien ein sehr intransparentes Land ist.
3. In der letzten Woche hat die US-Schatzabteilung mitgeteilt, dass Saudi Arabien Ende März US-Staatsanleihen im Wert von 116,8 Mrd Dollar besaß, wozu Bloomberg anmerkte, dass Saudi Arabien insgesamt Devisenreserven im Wert von 587 Mrd Dollar besitze. Doch Analysten von BNP Paribas hätten dazu erklärt, dass die Devisenreserven schneller abnehmen würden als die Zahlungsbilanz es vermuten ließe, was Alarmglocken klingen lassen sollte, weil es darauf hinweisen könnte, dass bislang in Saudi Arabien angelegtes Geld in großem Stil außer Landes geschafft wird.
4. Am Mittwoch hatte Bloomberg berichtet, dass Saudi Arabien überlegen, offene Rechnungen von Vertragsnehmern anstatt mit Geld mit Schuldscheinen zu bezahlen. Das sei zwar besser als gar nicht zu zahlen, lasse die saudische Finanzsituation jedoch in einem ganz schlechten Licht erscheinen.
5. Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonität Saudi Arabiens am letzten Sonntag um eine weitere Stufe, von Aa3 auf A1, zurückgestuft, und dabei Bedenken angeführt, dass die Bonität Saudi Arabiens vom Ölpreis abhängig sei, mit Öl gegenwärtig der saudische Finanzbedarf nicht gedeckt sei und Reformen zur Änderung der Situation zwar eingeleitet wurden, es jedoch unklar sei, ob sie effektiv sein werden und schnell genug durchgesetzt werden können.

Den letzten Punkt hat die Washington Post am Donnerstag aufgegriffen. Die vom jungen stellvertretenden Kronprinzen Mohammed bin Salman angesetzten Reformen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits sind, wie könnte es anders sein, bei der saudischen Bevölkerung überhaupt nicht beliebt, und das gleiche gilt für weite Teile des Klerus sowie die Teile der Königsfamilie, die ohnehin unzufrieden mit dem Versuch von Salman sind, den Thron unter die Kontrolle seiner Abstimmungslinie zu bringen. Auch der saudische Krieg gegen den Jemen wird auf einmal als eine zu kostspielige Angelegenheit gesehen, gerade wo in Saudi Arabien jetzt schon Arbeiter randalieren, weil sie kein Geld bekommen. Noch seien von der Nichtbezahlung vornehmlich ausländische Arbeiter betroffen, doch das könnte sich ändern, wenn die Wirtschaftslage weiter so schlecht bleibt. Die geplanten Sparmaßnahmen, oder Reformen, bergen dann die Gefahr, dass Saudi Arabien innerlich instabil wird.

Um das Risiko zu verringern, könnten die Saudis die Reformen zwar zeitlich strecken, aber die Finanzlage drückt, wodruch den Saudis nicht allzuviel Zeit bleibt. So hat sich das saudische Regime durch seinen mutwillig vom Zaun gebrochenen Ölpreiskrieg zur Schwächung von Iran und Russland selbst in eine finanzielle Zwickmühle manövriert. Iran und Russland können mit den niedrigen Ölpreisen hingegen durchaus auch langfristig leben. Der Iran hat seine Wirtschaft aufgrund der internationalen Sanktionen ohnehin schon vor einiger Zeit diversifiziert und das Aufheben der Sanktionen führt nun dazu, dass die Finanzlage des Iran sich trotz drastisch gesunkener Ölpreise etwas gebessert hat. Und Russland hat einfach den Rubel drastisch abgewertet, wodurch die russische Industrie zu Lasten von Importen gestärkt wurde. Saudi Arabien kann mit niedrigen Ölpreisen auf Dauer jedoch nicht leben. Zwar kann das saudische Regime zum Ausgleich von Defiziten kurzfristig auf große Devisenreserven zurückgreifen, doch bei über 100 Mrd Dollar jährlichem Defizit sind auch Devisionreserven von 500 Mrd Dollar schnell verbraucht, wenn sie sich denn überhaupt so ohne weiteres flüssig machen lassen, und mittelfristig hat Saudi Arabien neben Ölförderung keine nennenswerte eigene Industrie, die drastisch geringere Öleinnahmen auffangen und ausgleichen könnte. Der Reformplan von Muhammed bin Salman, zunächst drastisch zu sparen und dann mit den vorhandenen Reserven, einschließlich eines Teilverkaufs der staatlichen saudischen Ölgesellschaft, langfristig bis zum Jahr 2030 eine saudische Industrie aufzubauen, macht da, vorsichtig gesagt, den Eindruck, nicht mehr viel Spielraum für Fehler und unerwartete Probleme zu haben.

Ein solches unerwartetes Problem könnte etwa werden, dass Saudi Arabien in den USA vor Zivilgerichten wegen 9/11 verklagt und und zu Schadensersatz verurteilt wird. Bislang steht dem ein Gesetz im Weg, durch das sich mit den USA befreundete Staaten wie Saudi Arabien auf staatliche Immunität berufen können, was Saudi Arabien zur Abwehr solcher Klagen auch gemacht hat. Doch zu Beginn des Wahlkampfes haben zahlreiche Politiker, darunter Freunde von Israel und Saudi Arabien, die „hart“ im Kampf gegen den Terror auftreten wollten, versprochen, dieses Gesetz zu ändern. Nachdem sie den Vorwahlkampf verloren hatten, fällt es diesen Politikern nun schwer, ihre diesbezügliche Position zurückzunehmen. Und auch wenn Senator Lindsey Graham, ein besonders treuer Freund der zionistisch-wahhabitischen Achse, vor einem Monat angekündigt hatte, genau das tun zu wollen, hat der US-Senator die entsprechende Gesetzesänderung in der letzten Woche verabschiedet. Dabei hat der US-Senat sich weder davon einschüchtern lassen, dass das saudische Regime gedroht hat, im Falle des Intrafttretens des Gesetzes all sein geld aus den USA abzuziehen, noch hat der Senat sich von saudischen Lobby-Bemühungen beeindrucken lassen, Saudi Arabien als treuen Kämpfer gegen den Terror darzustellen, die von Anwälten der Opfer umgehend als Versuch der „Weißwäsche“ gebrandmarkt wurden. Auch der implizit mit der Preisgabe von saudischen Insiderinformationen drohende Zeitungsartikel eines saudischen Anwaltes, dass jedem bekannt sein sollte, dass die USA 9/11 im Wesentlichen selbst gemacht haben, hat den US-Senat nicht davon abgehalten, die Gesetzesänderung einstimmig zu beschließen. Zum Inkrafttreten muss nun zwar noch das Repräsentantenhaus der Gesetzesänderung zustimmen und dann muss noch das angekündigte Veto von US-Präsident Obama überwunden werden, aber mit dem Senat dürfte das Gesetz die größte Hürde genommen haben.

Bei einem darauffolgenden Gerichtsprozess dürfte Saudi Arabien schlechte Karten haben. Schon im offiziellen Untersuchungsbericht zu 9/11 wurde lediglich erklärt, dass es keine Beweise dafür gebe, dass die saudische Regierung als Institution oder hohe saudische Offizielle in 9/11 verstrickt seien, womit im Umkehrschluss naheliegt, dass es sehr wohl Beweise dafür gibt, dass saudische Regierungsstellen in 9/11 verstrickt sind. Wenn die saudische Regierung demzufolge nicht „als Institution“ oder durch hohe Funktionsträger sondern nur durch niedere, unautorisiert handelnde Funktionsträger in 9/11 verstrickt ist, dann mag das politisch und strafrechtlich entlastend wirken. Juristisch dürfte das aber trotzdem ausreichend sein, um Schadensersatz zu begründen, etwa so wie eine Firma oder eine Stadt, deren niederrangiger Mitarbeiter mit seinem Dienstwagen einen Autounfall verursucht, dafür Schadensersatz leisten muss, auch wenn der Unfall keine Absicht der Firma oder der Stadt war. Und die Schadensersatzansprüche können im Fall von 9/11 so gewaltig sein, dass den Saudis dadurch ein wesentlicher Teil der saudischen Devisenreserven verloren gehen könnte. Die Alternative, vor von der US-Justiz zugebilligten Geldansprüchen weltweit zu flüchten, ist, wie etwa das Beispiel Argentinien zeigt, auch nicht einfach, und dürfte den Saudis kaum besser bekommen als zu zahlen, was auch immer die Summe sein mag. Spannend könnte es allerdings werden, wenn Saudi Arabien im Prozess beschließt, auszupacken, und da etwa erklärt, Saudi Arabien habe bei der Entsendung und Betreuung der fünfzehn 9/11-Terroristen lediglich eine Bitte der US-Regierung erfüllt, und dabei Beweise anführt wie den, dass Saudi Arabien, um auch ganz sicherzugehen, dass die USA diese Terroristen auch wirklich wollen, den Terroristen extra ungültige Reisepässe ausgestellt habe, womit die Verantwortung für die trotzdem erfolgte Einreise der 9/11-Terroristen in die USA klar bei den USA liege.

Wie dem auch sei, das wird den Beziehungen Saudi Arabiens zu den USA sicherlich auch nicht dienlich sein. Saudi Arabien kommt langsam durch seine selbst zu verantwortende aggressive und wahhabitische Politik unter Druck, und so wie es aussieht, wird dieser Druck langsam, aber stetig weiter zunehmen. Er könnte ähnlich einem Gezeitenwechsel, der über einen kurzen Zeitraum betrachtet kaum wahrnehmbar ist, letztlich eine gewaltige Änderung mit sich bringen, die das saudische Regime mit sich reißt. Deutlich schneller, nämlich schon bald, könnte das saudische Regime Probleme bekommen, seine Politik des Exports der wahhabitischen Terrorideologie wie bisher zu finanzieren.

28 Gedanken zu “Saudi Arabien kommt unter Druck

  1. „SAUDI ARBAIEN KOMMT DURCH WAHHABITISCHE POLITIK UNTER DRUCK“
    Das mag ja sein – aber die Frage ist – ist das wirklich authentische saudische Politik, die einer ausgeklügelten Staatsräson entspricht ?? Saudi Arabien fährt mit seiner wahhabitisch-globalen Subversionspolitik einen völlig irrsinnigen Konfliktkurs gegenüber seine besten Öl-Kunden. Welcher Ratio soll das für ein monarchistisch-korruptes Groß-Scheichtum haben, das bisher eher durch eine intrigant-opportun-monopolistische rein vermögensorientierte Politik auffiel – und welchen Sinn für ein sunnitisches Königtum, daß zu allen Zeiten den Zorn seiner religiös eifernden
    Mullahs fürchten mußte ? Wer zündet das Feuer an, das ihn selbst verbrennen will…

    1. Spector

      Die saudische Politik hat keine „ausgeklügelte Staatsräson,“ sondern nur die Launen eines gefühlsgeleitet und irrational handelnden Diktators und eine hyperaggressive Ideologie. So kommt es, dass das saudische Regime, ähnlich wie ISIS, wieder und wieder gegen sein Interesse am eigenen Fortbestehen handelt.

      1. Dann sind offenbar die im Besatzungsgebiet des Wahhabi-Regimes stationierten US-Truppen der aufrechterhaltende Faktor.

      2. clearly

        Das war in den letzten Jahrzehnten so, aber das könnte sich gerade ändern.

        Die Saudis setzen bei ihrer aggressiven Politik gegen russische und iranische Interessen voll darauf, dass sie dabei Unterstützung von den USA bekommen, die im Grunde von Neocons und Israel-Lobby beherrscht werden. In saudischen Zeitungen war vor einigen Monaten zu lesen, dass bald die Republikaner wieder an der Macht sein werden, und dann die anti-saudische Politik von Obama ein Ende haben wird. Und auch mit Clinton könnten die Saudis sich arrangieren.

        Nur, siehe Trump, die Wette geht gerade schief. Mit Trump könnte sich in den USA das erste Mal seit Jahrzehnten wieder Big-Oil gegen Big-Zion durhsetzen. Und Big Oil ist sehr sauer auf die Saudis, weil das saudische Crashen der Ölpreise für Big Oil sehr geschäftsschädigend ist. Und obendrein sind Militär und Sicherheitsapparat der USA sauer auf die Saudis, weil sie ihnen mit ihrer Unterstützung von ISIS und Al Kaida wieder reichlich Arbeit im nahen Osten machen, obwohl sie doch eigentlich auf China konzentrieren wollten.

        Es kann den Saudis also locker passieren, dass die bei ihnen stationierten US-Soldaten die Saudis zukünftig nicht mehr beschützen, sodnern stattdessen Regime Change unterstützen. Und wenn dabei ein Teil der saudischen Ölproduktion durch Krieg und Konflikt vom Markt kommt und die Ölpreise dadurch steigen, dann wird Big Oil in den USA nicht etwa trauern, sondern jubeln.

  2. Ich frage mich ob Saudische Regierung Islamiste in Syrien und Iraq finanziert oder überlassen Sie diese schmutzige Geschäft paar reichen Leuten welche dadurch Gewisse finanzielle Privilegien bekommen? So hätte ich gehandelt, wenn ich Regierung wäre. Dadurch könnte ich zeigen, dass ich mich halte an Internationalen Abgrenzung gegenüber von extremistische Organisationen und gleichzeitig einheimische Publikum beweisen, dass ich mich um unsere Freunde sorge.

    1. Zgvaca

      Das ist kein Geheimnis. Es ist immer noch so ähnlich wie in Bosnien, wo ja bekanntlich der heutige König Salman persönlich zuständig für die Förderung von Al Kaida war.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Saudi_High_Commission_for_Relief_of_Bosnia_and_Herzegovina

      Bis April war Prinz Bandar Bin Sultan für die Unterstützung von ISIS und Al Kaida in Syrien zuständig:

      http://www.theatlantic.com/international/archive/2014/06/isis-saudi-arabia-iraq-syria-bandar/373181/

      http://www.bbc.com/news/world-middle-east-27047856

      Seit seiner Absetzung ist Prinz Mohammed bin Nayef mit der Aufgabe betraut:

      http://www.voanews.com/content/powerful-saudi-heirs-will-define-kindom-future/2967760.html

  3. Das GB /US Imperium, hat nun nicht mehr die militärische ALLMACHT, also stürzen sie ALLE anderen Länder ins Chaos, damit sie SIE weiterhin Beherrschen können.
    Das Imperium, hat keine Freunde, sondern ausschließlich INTERESSEN

  4. Dann stelle ich mal folgendes Postulat in den Raum: Das Ziel des jetztigen Preiskrieges könnte es sein, dass die derzeitigen staatlichen Ölgesellschaften privatisiert werden müssen und damit aufgekauft werden können. Der Preiskrieg des Öls fing ja mit den extremen Überkapazitäten der aktuell geförderten und auf dem Markt geworfene Kohlenwasserstoffe an. Und wie bei der Milchproduktion erhöht jeder Produzent eher seine Menge um den Preisverfall zu kompensieren. Bei der Landwirtschaft gilt der Spruch Wachsen oder Weichen. Andere Marktteilnehmer ganz zu verdrängen und ihre Produktionsmöglichkeiten (= (Öl/Gas-) Felder) zu übernehmen.
    Randbemerkung: Ohne eine weltweite Regelung zu Kappung der Produktion von Kohlenwasserstoffen bringt ökologisch jegliche alternative Energien für den Klimawandel gar nichts. Dann die Kohlenwasserstoffe werden ja weiterhin verbrannt. Nur dann nicht bei uns sondern wo anders. Der Umstieg in der Energieversorgung geht ja eher auf Peak Oel zurück. Wenn in 20 Jahren es sich ausgefrackt hat werden die Preise ins extreme steigen. Wer dann abhängig von Kohlenwasserstoffen ist, wird finanziell bluten. Das weltweite Verbot der Förderung von Kohlenwasserstoffen können ja nur jene Staaten fordern, welche selbst schon den Umstieg geleistet haben und dann ihre neue Energiesysteme weltweit verkaufen können.

    1. Reisender

      Dein Postulat widerspricht der bekannten Geschichte dieses Preiskrieges.

      Was richtig ist, ist, dass es ein Potential für eine Ölflut gab, unter anderem nachfrageseitig durch eine schwache Weltkonjunktur und angebotsseitig durch die zunehmend Rückkehr von Irak und Iran an die Ölexportmärkte getrieben.

      Was falsch ist, ist dass die Saudis ihre Ölförderleistung erhöht haben, um Einnahmeverluste auszugleichen. Die Saudis haben ihre Ölförderleistung massiv erhöht, eben mit dem expliziten Ziel, damit einen Ölpreiskrieg auszulösen, durch den dann ein Teil der Öl-Anbieter (insbesondere Russland und Iran) wirtschaftlich so geschwächt werden sollte, dass sie der saudischen Kriegspolitik in der Region (z.B. in Syrien, Irak, Jemen) keinen Widerstand mehr entgegensetzen könnten.

      In PR-Sprache verkleidet, war es erklärtes Ziel der Saudis, durch eine Ölflut größere Marktanteile zu zu erlangen und Wettbewerber durch Bankrott vom Markt zu vertreiben. Das erklärte wirtschaftliche saudische Kalkül dahinter war, dass Saudi Arabien aufgrund geringer Förderkosten und großer Devisenreserven den Preiskrieg länger durchhalten könnte als Wettbewerber, doch das wichtere Kalkül war das politische Kalkül, Iran und Russland durch einen Preiskrieg niederringen zu können.

      Nun sieht es so aus, dass das saudische Kalkül nicht aufgeht, Russland und Iran länger als die Saudis durchhalten können, und die Saudis sich mit dem Preiskrieg in den USA mächtige Feinde – siehe etwa die Koch Brüder – gemacht haben.

  5. wovon sollen die 9/11 verschwörungstheorien „ablenken“ ?

    warum sprechen alle über 9/11

    weil die leute nur das nachlabern was die verschwörungs-szene ihnen „ins hirn pflanzt“ ? JA !

    bis heute in solcher masse dass es in den neuen medien „nichts vergleichbares“ gibt .. nennen wir es mal einen INFOKRIEG mit PROPAGANDA gegen UNS … ?!?

    http://www.zeit.de/2014/45/verschwoerung-11-september-cia

    1. Leo

      Mach dich nicht lächerlich! Der größte Teil der Welt hat EUCH durchschaut und ist sich EURER Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit inzwischen bewusst.

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2013/08/22/911-bande-hat-wieder-zugeschlagen/

      https://wikispooks.com/wiki/9-11/Israel_did_it

      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15678

      Hier ausgerechnet die dümmliche Propaganda vom transatlantischen Lakaien der zio-wahhabitischen Terrorachse Jochen Bittner dafür anzuführen, dass IHR keine Terror- und Angriffskriegsverbrecher seid, beleidigt den allgemeinen Menschenverstand.

      https://jasminrevolution.wordpress.com/2014/08/12/bilderberger-in-der-anstalt-brockelt-die-totale-medienkontrolle/

      Oder wilst Du uns hier weißmachen, dass du nicht zu den Terror- und Angriffskriegsverbrechern gehörst und wirklich an die absurde Verschwörungstheorie glaubst, die die zionistische Propaganda als Wahrheit zu 9/11 auftischt?

      Wenn dem so sein sollte, dann wird es höchste Zeit, dass du dich mal mit den Seilschaften von Neocons und Wahhabiten und ihren Terror- und Angriffskriegsverbrechen sowie ihrer pausenlosen öffentlichen Werbung für Aggression auseinandersetzt.

  6. Wenn Saudi Arabien noch Währungsreserven von $ 587 Mia. haben, warum werden Staatsanleihen ausgegeben? Ein Grund scheint die hohe Illiquidität dieser Anlagen zu sein. Meiner Meinung nach steckt viel Geld in immaterielle Anlagen wie Kaufhäuser, Hotels, usw.. die nicht so einfach und schnell veräussert werden können..

    Die schnell liquidierbaren Positionen von $ 30 Mia. bis $ 60 Mia. wurden bereits im Herbst 2015 aus den europäischen Börsen abgezogen. Seit dem haben sich die Kurse nie mehr erholt.

    Sollten die Währungsreserven um 135 bis 155 Mia. sinken, ist damit zu rechnen, dass Saudi Arabien ihre Ölgesellschaft S Aramco teilweise veräussern wird.

    Es ist ein Trugschluss zu denken, dass die Währungsreserven zuerst auf Null sinken müssen. Wer Mühe hat, zu verstehen, solle den Aufbau einer Bilanz studieren. Die $ 587 Mia. „Reserven“ entsprechen einem arabischen Märchen, welches genauso gut aus 1001 Nacht hätte stammen können.

    1. adam

      Das ist genau die Crux. Deshalb haben wir oben im Artikel auch geschrieben:

      „wenn sie sich denn überhaupt so ohne weiteres flüssig machen lassen“

      Ein großer Teil der saudischen Reserven dürfte sich nur mit erheblichen Verlusten flüssig machen lassen. Um die Verluste zu vermeiden, nimmt das saudische Regime Kredite auf, gibt Anleihen aus, und streckt die Bezahlung von Rechnungen an Kontraktoren, bzw gibt einfach IOUs anstelle von Geld.

      Aber auch die Verflüssigung der staatlichen Ölgesellschaft Aramco dürfte ein Problem für die Saudis werden, denn Besitztitel von Anteilen an Aramco schützen die Inhaber der Titel nicht gegen Revolution, Krieg und Verstaatlichung. Aber genau das ist es, was in Saudi Arabien anstehen könnte: Revolution, Regime Change und Krieg.

      1. Danke für deine Einschätzung. In der Vermögensverwaltung werden 10% bis 20% in Cash gehalten. Der Rest wird nach konservativer Vermögensallokation (was meiner Meinung nach für SA zutrifft) in Staatsanleihen und Immobilien breit diversifiziert investiert (tippe mal auf 50% Anteil in verschiedenen Ländern), 20% in Aktien und 10% Sonstige.

        Betrachtet man nun den Schwund von $ 700 Mia auf $ 590, so wurde mit grosser Sicherheit die flüssigen Mittel bereits ausgegeben und ein Teil der Aktien veräussert. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten übersteigen die verfügbaren Reserven, weshalb ich denke, dass SA mit dem tiefen Ölpreis strukturell auf dem falschen Fuss erwischt wurde.

        Meiner Meinung nach dachte man die Dollars mit den laufenden Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu decken, was aber so nicht stimmte. Bis Ende Jahr wissen wir mehr wie es weitergeht. Stimme voll überein mit deinen drei letzten Worte. Vor allem auch wegen dem Youth Bulge (vgl. Gunnar Heinsohn)

  7. Ich weiss nicht mehr wo ich es gelesen hatte, die Herrscherklique in Sau Arabien sei schon dabei seinen Abgabg zu organisieren. Ist doch dann anzunehmen, dass möglichst viel, wenn auch mit Verlusst „flüssig“ gemacht und auf die Seite geschafft würde, um es wohin auch immer mitzunehmen.
    Na ja, wie gesagt, weiss nicht mehr wo gelesen, aber irgentwie hat es ja was.
    Hat da Jemand ähnliche Infos, oder wie belastbar könnte das sein ?

    1. Henry

      Außer dem, was hier oben im Artikel steht, nämlich dass, wenn die saudischen Angaben zu Defiziten und Staatsvermögen stimmen sollten – sie stimmen wohl eher nicht -, in Saudi Arabien Kapitalflucht eingesetzt haben müsste, gibt es dazu bislang überhaupt keine Anhaltspunkte.

      Die herrschende Clique in Saudi Arabien fühlt sich nach wie vor sehr sicher, strebt mit aller Macht nach regionaler Dominanz und erkennt überhaupt nicht, dass sie sich mit ihrer aggressiven Regional- und Öl-Politik zu Hause langsam ihr eigenes Grab schaufelt. Man schaue nur auf Mohammed bin Salman und Adel al-Jubeir – die sind immer noch voll auf Offensive im Ausland geeicht, anstatt die Größe der Probleme im eigenen Land zu erkennen.

      1. Na, man liesst ja eben so manches und in Hinblick auf die Bemerkung: „…was in Saudi Arabien anstehen könnte: Revolution, Regime Change und Krieg.“ scheint mir das so gänzlich abwegig nicht, allerdings Zweifel bestehen auch, bedenkt man wohin die wohl könnten, auch wenn zig Milliarden mitgenommen werden könnten ?

      2. Henry

        Andersherum. Die vielen saudischen Milliarden wecken auch bei Anhängern der zionistisch-wahhabitischen Achse die Gier, die Saudis um diese Milliarden zu erleichtern. Das ist ein Teil der Erklärung dessen, warum der US-Senat gerade mit den Stimmen der zionistisch-wahhabitischen Achse einstimmig dafür gestimmt hat, die Saudis wegen 9/11 zu Schadensersatz heranzuziehen. Da gibt es nämlich viele Milliarden an Dollars an Anwaltsgebühren zu verdienen, die in den USA bekanntlich meist als Anteil am erstrittenen Schadensersatz berechnet werden.

      1. Vielen Dank, immerhin mehr als 3 Wo. her, dieser Artikel auf „Deutsche Wirtschafts Nachrichten“, da darf man in meinem Alter schon mal vergessen wo es stand.
        Obwohl ehrlich gesagt, sich diese Quelle nicht immer als präzise erweist,
        aber dass die Tage der Prinzen gezählt sind, wer zwefelt da noch?

  8. Hallo,
    ich lese wie immer interessiert mit.

    Kleine Anmerkung: Es gibt nicht das Geld der Saudis. Es gibt nur den Dollar. Alle sind eins. Siehe-ETH Studie.
    Die Stärke ist das sie das Spiel mit verteilten Rollen spielen. Ihre Schwäche ist ihre Missgunst und Gier.
    Was wir sehen sind keine grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten sondern taktische.
    Das Band was alles zusammenhält ist der Dollar, der seine Rolle als Pflicht(Leit)währung nur spielen kann wenn die Energiegeschäfte in Dollar passiert. Das ist der Schlüßel zu Weltmacht.
    Deshalb es wird keine Pleite der Saudis geben.

    Das Gegenteil ist der Fall. Die VSA sind gerade dabei ihren Einfluß und ihre Ausbeutung der Welt zu intensivieren. Mittels Sanktionen und willkürliche Ausweitung des VSA-Rechts, mal Patentrecht, mal Umweltrecht und Korruptionsvorwürfe oder auch nur angebliche Sanktionsverstöße, auf Gebiete außerhalb des Territoriums der VSA.
    Beispiele: Tributzahlungen der Banken und Industrieunternehmen mit nicht-VSA Kapitalmehrheit. VW, Deutsche Bank, CS, UBS, jede Menge Automobilzulieferer, Daimler, Siemens, Bayer, UMTS, Glöckner, SAP.
    Kampanien gegen Weltsportverbände bei denen die VSA kein Geld verdienen. Radsport, Fußball, Olympia.
    Kultur und Medien, IT (Urheberrechtsverletzung).

    Also es wird keine Trennung VSA-Saudis geben und auch kein Ruin der Sauds. Das ist taktisches Geplänkel. Wenn es darauf ankommt gibt der Sklavenhalter einen kurzen Befehl mit dem Hinweis auf die Neunschwänzige…
    Mit freundlichen Grüßen Paule

    Ps: Nicht vergessen die Vermögensverflechtungen auf personeller Ebene zwischen den Saudis und den VSA-Eliten.
    Trump wird sich hüten daran etwas zu ändern. Er ist auch Mitglied im Club. Auch für diese Leute gibt es Dinge die man tut und Dinge die man nicht tut.
    P.

    1. Paule

      Das Band des saudischen Petrodollars bricht gerade.

      US-Oil spielt dabei gegen Wall Street.

      Oder anders ausgedrückt: Big Oil gegen Big Zion, Trump gegen Clinton, Militär gegen Israel Lobby.

      1. Hallo Parteibuch,
        es ist ja nicht so das ich mir das nicht wünschen würde.
        Es ist nur so dass dann die Sauds und die VSA keine Rolle mehr spielen.
        ~
        Nicht der Besitz an Öle sondern der Besitz der Druckerpresse für Dollars ist derzeit die Machtbasis.
        Nahezu alle ölproduzierenden Anlagen in den VSA sind von den Banken finanziert, und zwar mit gesunden Zinsen, von in der Regel mehr als 16%.
        Das macht die Produktion so teuer und führt dazu dass die Anlagen längst den Banken gehören und warum keine neuen entstehen.
        Also kein „US-Oil spielt dabei gegen Wall Street.“ mehr, da spielt nur Wall Street.
        ~
        Um es noch einmal deutlich zu sagen der Deal Öl, Gas und Produkte daraus nur in Dollar zu handeln ist die Basis der Macht der VSA. Aber jeder der das tut braucht dafür eine Genehmigung der VSA.
        Damit sind alle Energie- und Ölproduzenten und -verbraucher von der VSA abhängig.
        Das gleiche gilt für alle Rohstoffe.
        ~
        Der Dollar ist Waffe und Mittel um Tribut zu erzwingen und zu kassieren. Die VSA ist an dem Tag pleite an dem die Nachfrage nach immer neuen Dollars in der Welt aufhört.
        Damit werden nämlich auch alle Kredite, Anleihen und Rohstoffpreise nicht mehr finanzierbar. Die VSA könnte noch nicht mal mehr die Zinsen für ihre Staatsschulden in Höhe von ca 19 Billionen Dollar finanzieren.
        Das tun sie bisher durch drucken neuer Dollar. Wenn die keiner mehr braucht ist der Ofen aus.

        Mit freundlichen Grüßen
        Paule
        Ps: Geld macht alle gleich. Wenn sie nur gleichviel oder wenig davon haben.
        P.

      2. Paule

        „Nahezu alle ölproduzierenden Anlagen in den VSA sind von den Banken finanziert, und zwar mit gesunden Zinsen, von in der Regel mehr als 16%.“

        Ich glaube, da sitzt Du einem Mythos auf. Die Ölgiganten haben selbst genügend Geld – die müssen es sich nicht von Banken leihen. Dass sie Banken trotzdem mit in Konsortien nehmen, hat andere Gründe, in erster Linie den, dass sie nach der Verteilung von Risiken und der Vergrößerung politischer Koalitionen zur Durchsetzung der Projekte trachten.

        Schau dir zum Beispiel mal Koch Industries an – die Firma der Koch Brüder. Die sind locker groß genug und ausreichend finanzstark, um sich selbst nach Belieben die eine oder andere Wall Street Bank zu kaufen, wenn sie das bräuchten. Big Oil ist eben deshalb so ein harter Gegner für Wall Street, weil Big Oil viel Geld hat, unabhängig von Wall Street ist, und obendrein auch noch über erhebliche politische Macht verfügt, insbesondere in den Südstaaten.

  9. Vielen Dank für den Hinweis auf die „saudische Politik“. Ich habe die saudische Politik betreffend noch einmal meine Unterlagen durchgearbeitet, weil ich vermutete, etwas zu übersehen, habe jedoch außer dem üblichen Schmierentheater nach wie vor keine Anzeichen für eine saudische Politik gefunden. Das Wahhabi-Regime verhält sich im Ergebnis in allen Belangen bis dato wie von einem Statthalter des Imperiums zu erwarten, als reiner Befehlsempfänger.

  10. @einparteibuch – ist wirklich keine Kritik
    „Schau dir zum Beispiel mal Koch Industries an – die Firma der Koch Brüder. Die sind locker groß genug und ausreichend finanzstark, um sich selbst nach Belieben …“

    Das würde bedeuten die machen „lukrative“ Geschäfte ohne Banken.
    Jede Aktie dieser Brüder würde nur eine Richtung kennen. ( bzw. ohne Banken kommen die erst garnicht an die Börse. )

    Also so groß ist keiner in der westl.Welt. Kann die finanz.Kraft der Chinesen noch nicht einschätzen.

    Wir sehen seit mind. 10 Jahren, das die VSA das Tempo massiv angezogen haben. Aller paar Jahre laufen die Druckerpressen heiß und Kredite werden vergeben. Dann kommt die Zeit wo die Kredite eingesammelt werden ( momentan ) und wir sehen dann das Kredite Schulden sind ( Kontrolle über den Schuldner ) Man stelle sich vor im Jahr 2010 hätte man einen $Kredit ( 0% ) angenommen. Heute müssten wir 1 / 3 EUR mehr zurückzahlen. ( Schuldnerfalle )

    Die einzige Frage ist. Ist das alles ein Zeichen der Stärke oder ein Zeichen der Schwäche was momentan passiert. Dieses extrem aggressive Verhalten.

    es könnte sein das es ein Selbstüberschätzung ist
    siehe zB.
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/23/gegen-den-yuan-australien-stoppt-immobilien-kredite-fuer-chinesen/

    Die vergeben nur keine Kredite, weil sie Scheinbar den Yuan nicht mehr AUF und ABwerten können. Nächstes Jahr wissen wir die Antwort

    1. hkrause

      „Das würde bedeuten die machen „lukrative“ Geschäfte ohne Banken.“

      Eben.

      „Jede Aktie dieser Brüder würde nur eine Richtung kennen. ( bzw. ohne Banken kommen die erst garnicht an die Börse. )“

      Die Koch-Brüder haben meines Wissens gar nicht die Absicht, an die Börse zu gehen. Eben weil sie die Kontrolle nicht an Wall Street abgeben wollen.

      Trotzdem machen sie ihrer Firma mehr als 100 Mrd Dollar Umsatz im Jahr.

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