Worum es bei TTIP geht

Durch die TTIP-Leaks hat der in Verhandlungen befindliche transatlantische EU-USA-Vertrag TTIP endlich etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Während über Details nun viel geredet wird, fällt der Hintergrund, worum es bei TTIP überhaupt geht, oft aus der Diskussion heraus. Hier also nochmal das Wesentliche in Kürze:

1. Mit TTIP verfolgen die USA und US-Lakaien in der EU das geopolitische Ziel, ein anti-chinesisches Handelsbündnis durch die Festlegung von Normen und Standards zu schließen, das heißt einen Handelskrieg einer US-geführten „westlichen Welt“ gegen China voranzutreiben, anstatt gemeinsam mit China und anderen Staaten in der WTO Handelsregelungen zu entwickeln, mit denen alle Staaten leben können.

2. Wesentliche Normen und Standards, die in TTIP festgelegt werden sollen, sind von der Seite der USA nicht verhandelbar, denn die USA haben diese vor wenigen Monaten bereits im mit Japan und anderen Pazifikstaaten geschlossenen, und schon in der Ratifizierung befindlichen anti-chinesischen Transpazifikvertrag TTP festgelegt, sodass es bei TTIP häufig nur noch um die Übernahme der bereits ohne Beteiligung der EU getroffenen TPP-Regelungen durch die EU gehen kann.

3. Weil es bei TTIP im Wesentlichen um die Übernahme von TPP-Regelungen durch die EU geht, steht es außer Frage, dass die EU sich etwa mit verbraucher-, arbeitnehmer- oder umweltfreundlichen EU-Standards gegen die USA durchsetzen kann, denn sonst müssten die USA und alle anderen elf TPP-Partner den Transpazifikvertrag TPP neuverhandeln, was aus politischen Gründen wie der breiten Ablehnung durch die Bevölkerungen jedoch nicht möglich ist.

Die einzige Möglichkeit für die EU, an dieser Situation etwas zu ändern, ist deshalb kein TTIP mit den USA zu verhandeln, und stattdessen mit anderen WTO-Staaten, insbesondere China und den anderen BRICS-Staaten, sowie den TPP entgegenstehenden Kräften in den USA, bei der Abwehr dieses von den USA ausgehenden TPP-TTIP-Handelskrieges zusammenzuarbeiten.

Die Chancen, so nicht nur TTIP, sondern auch TPP zu kippen, stehen nicht schlecht: alle noch chancenreichen US-Präsidentschaftskandidaten haben sich unter dem Druck der Öffentlichkeit inzwischen öffentlich gegen TPP ausgesprochen, selbst die Wall-Street-Kandidatin Hillary Clinton, die vor dem Beginn ihrer Präsidentschaftskampagne noch die größte Befürworterin von TPP war. Um das zu ereichen ist möglichst massiver Druck auf die US-Lakaien in der EU hilfreich, die den Handelskrieg gegen China und die BRICS unbedingt durch TTIP vorantreiben wollen.

10 Gedanken zu “Worum es bei TTIP geht

  1. TTIP ist die Fortsetzung der Pläne Mackinders und Spykmans !
    Das Trans-Pacific Partnership (TPP) soll die USA, Japan, Vietnam, Australien, Malaysia, Philippinen und einige andere in einer Freihandelszone vereinen. Unter Ausschluss Chinas.

    Das Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) soll eine Freihandelszone zwischen USA und Europa schaffen. Unter Ausschluss Russlands.

    Muss man lesen:
    http://analitik.de/2015/10/05/die-kontinuitaet-der-geopolitik/

    Und auf der Gegenseite? Auf der Gegenseite haben sich Russland und China verbündet, übrigens stark unterstützt von der aggressiven US-Politik, um das zu tun, wovor Mackinder solche Angst hatte: die Infrastruktur Eurasiens so stark ausbauen, dass der Binnenhandel in Eurasien floriert und man von Seehandelswegen unabhängig wird. Wenn Sie noch nichts von Chinas „New Silk Road“ Projekt gehört haben („Neue Seidenstraße“), sollten Sie das unbedingt nachholen.

  2. Neben dem geostrategischen Aspekt (USA gegen China etc.) geht es bei allen „Freihandelsabkommen“ natürlich auch um die Verteilung des gesellschaftlich erschafften Wohlstandes, um „oben“ gegen „unten“, um Konzerne gegen Menschen.

  3. Liebstes parteibuch.

    Schone bitte deine Kräfte und meine auch.

    Das nächste Blutvergießen wird losgetreten werden, ohne Zweifel.

    Die Spinner können gegen alle Vernunft nicht aufgeben.

    Wahnsinn.

  4. Es fehlt ein WICHTIGER PUNKT!
    das ganze ist in seiner Gesamtheit! darauf veranlagt, den Rest der Welt in eine Art Wirtschaftssklaverei zu zwingen unter Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher, kultureller und sozialer Standards und zwar unter der TOTALEN VORHERRSCHAFT der WIRTSCHAFT!
    Aus home oeconomicus wird dann – homo ROBOTICUS! …

  5. ich habe die neoliberalen schisten in die Arsch gemistet.

    Die Knrad-Adenauner-Stiftung

    Das Europe Direct Informationszentrum Magdeburg in Trägerschaft des Politischen Bildungsforums Sachsen-Anhalt der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. wirkt traditionell an der Europawoche mit und führt im Jahr 2016 insgesamt 14 Vortrags- und Gesprächsveranstaltungen an Schulen in Sachsen-Anhalt durch. .. Im Rahmen .. zum Thema TTIP: .. Als Referent ist jeweils der Politikwissenschaftler Christian Heiko Zache (Berlin) zu Gast. .. der Berufsbildenden Schule IV „Friedrich List“ Halle (Charlottenstr. 15) beginnt 9:20 Uhr

    Die Schule hat eine riesiege Treppe im Eingang. Ich terete ein und gehe direkt auf mein Ziel zu. Die TTiP werbeVeranstaltung der €uropawoche. Fragen sie im Sekrätariat nach. Guten Morgen, wo bitte ist die TTiP Veranstaltung. Der Referent sitzt im Stau. 3. Etage..

    Moin, Ick bin Mars_l.
    ..(wartezeit) .. (H.Zache erscheint) ..
    Ich werde ihnen heute TTiP vorstellen. Ich werde zuerst die Seite der Kritiker (1. Folie search?q=ttip+hannover) vorstellen, dananch unsere. Wir sind eine Stiftung, nahe der CDU, aber auch eine Mitgliedschaft ohne Parteizugehörigkeit ist möglich.

    TTiP ist relativ neu. Erst 2013 (Folie vechsel – sogar die Kommission zur Gesetzeskorrektur war angeführt) kam es zu ersten Verhandlungen.

    Das ist nicht ganz Richtig, ACTA war vor TTiP schon der selbe Versuch.

    ..schweigen.. Da haben wir einen Experten Anwesend. Die Zölle zwischen den Staaten und der €u betragen (Folie, ganz doll wichtig) .. zu beachten die Zölle für Agrarprodukte.

    Irgendwann quatscht er mich direkt mit ‚ein Experte‘ an. Die Chance Nutze ich:
    ich bin kein Experte, ich bin ein normaler Bürger, der sich dafür interessiert. Woher soll ich bitte schön wissen, was ich kritisieren kann, worum es dabei geht, wenn es wird geheim verhandelt.
    – der Lehrer agitiert mich, zu warten, bis der Vortrag zu Ende ist, meine Einwürfe stören, es sei seine Veranstaltung.
    Ich halte natürlich nicht meine Labbe und frage weiter frech. Der Lehrer rennt los, und dann frage ich Heiko Z.:
    Entschuldignung, aber sie wollen hier Kindern die Vorteile der Versklavung an die Wirtschaft erklären, während ihre Stiftung die Faschsiten auf dem Maidan unterstützt hat? -ungläubiges, hämisches Gelächter, fast von den meissten.
    H. schreit mich an, ich kontere: ja, die Wahrheit wollt ihr nicht hören.

    RAUS!
    GEnosse.

    Gelächter aus dem Raum.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.