Israel hat keinerlei Nutzen für das US-Empire

Im anti-imperialistischen Diskurs kommt häufiger die Frage auf, ob das zionistische Apartheid-Regime über Palästina den USA nützlich ist. Dass die US-Unterstützung für Israel die USA in arabischen und islamischen Ländern nicht gerade beliebter macht, ist zwar jedem klar, aber einige unterliegen dem Irrtum, dies würde dadurch mehr als aufgewogen, dass Israel eine Art unsinkbarer Flugzeugträger der USA im nahen Osten sei.

Colonel Lawrence Wilkerson macht seit einiger Zeit seinen Mund zu Israel auf, möglicherweise um seinen Teil der Schuld am Irak-Krieg wieder etwas gut zu machen. Vor etwas mehr als einem Monat hat Lawrence Wilkerson in einem kurzen Vortrag erklärt, dass Israel keinerlei Nutzen für die USA hat, und das auch in der Vergangenheit noch nie anders war. Dabei ging Lawrence Wilkerson insbesondere auf die von der Israel Lobby gestreute Behauptung ein, Israel sei den USA nützlich als eine Art unsinkbarer Flugzeugträger im nahen Osten.

Um es kurz zu machen, die unsinkbaren Flugzeugträger der USA im nahen Osten sind, wenn das Bild bemühen will, Katar, Bahrain, Kuwait, Saudi Arabien und Dschibuti. In diesen islamischen Ländern sind die US-Basen, mit denen sie die Region militärisch beherrschen. Die US-Unterstützung für Israel ist dabei eine Last, denn die USA bringen damit die Bevölkerungen des nahen Osten gegen sich auf und damit ihre Basen in muslimischen Ländern in Gefahr. Und militärischen Nutzen hat die Allianz mit Israel für die USA im nahen Osten nicht, Operationen von israelischem Gebiet führt das US-Militär keine aus, eben um sich da durch nicht noch unbeliebter zu machen und Israel Vergeltung auszusetzen. Das einzige Szenario, was militärisch vorstellbar sei, wo das US-Militär Israel als unsinkbaren Flugzeugträger im nahen Osten nutzen und da massenhaft Soldaten und Gerät stationieren würde, wäre im Fall eines extrem großen regionalen Krieges, der so intensiv ist, dass die USA überall sonst in der Region ihre Basen durch Krieg verloren hätten, was praktisch einen intensiven Weltkrieg hinausliefe, und selbst dann würde es dabei wohl vornehmlich darum gehen, Israel durch US-Truppen zu schützen. Kurzum: es gibt keinen praktischen Nutzen der engen US-Beziehung zu Israel für das US-Militär. Das US-Militär wäre heilfroh, wenn die Allianz der USA mit Israel beendet würde, weil Israel dem US-Militär einfach nur eine Last ist. Dass die USA Israel unterstützen, obwohl Israel keinen Nutzen hat, erklärt Colonel Lawrence Wilkerson damit, dass dies zahlreiche Juden in den USA aus ideologischen Gründen verlangen, und Politiker und Präsidenten bei Wahlen in den USA ihre Unterstützung suchen.

Bei der Konferenz „Israel’s Influence: Good or Bad for America?“ im März in Washington gab es neben dem Vortrag von Lawrence Wilkerson übrigens noch weitere interessante Vorträge, bemerkenswert kurz und prägnant war bespielsweise der Vortrag von Jim Lobe zur neokonservativen Bewegung der USA.

14 Gedanken zu “Israel hat keinerlei Nutzen für das US-Empire

  1. Nun, die US-Machtelite hat schon versucht, aus „der Not eine Tugend zu machen“, und Israel durchaus genutzt, nachdem sie zum Nahen Osten unter der Erpressungsmacht der israelischen Machtelite (durch eigene Taten) geraten ist.
    „USA und Israel: schmutzige Geheimnisse und Erpressungsmacht“: http://wipokuli.wordpress.com/2014/08/21/usa-und-israel-schmutzige-geheimnisse-und-erpressungsmacht/
    Aber, der Kern der US-Machtelite würde sich gern der „Bürde“ entledigen und so ist hinter der Verteidigungslinie „28 Seiten“, die Saudi-Arabien die Schuld an Nine Eleven zuschiebt, die Israel-Karte zu Nine Eleven parat. Es kann sein, dass die irgendwann ausgespielt wird.
    Andreas Schlüter
    Soziologe
    Berlin

  2. Leute, was ist los mit euch? Habt ihr euch jetzt auch kaufen lassen?
    Das US-Militär hat nichts zu sagen. Zur Not werden sie noch mehr Leute an der Spitze austauschen… Das US-Militär macht, was der Irre von Washington will, der wiederum tut, was der Irre von Tel Aviv und die anderen … wollen.

    1. Zentrale

      Es stimmt zwar, dass das Militär macht, was der Irre von Washington befiehlt, doch es es ist mitnichten so, dass der Irre von Washington macht, was der Irre von Tel Aviv will. Gerade beim Iran-Deal konnte man sehr deutlich sehen, dass die Irren von Washington und Tel Aviv sich heftig gestritten haben.

      Was Wilkerson mit seinem Auftritt neben der Nutzlosigkeit Israels noch deutlich gemacht hat, ist, dass es unter US-Offizieren viele gibt, die von Israel nicht gerade die beste Meinung haben.

      Das gilt auch dann, wo Wilkerson gesagt hat, dass David Petraeus mit seiner öffentlichen Erklärung, dass Israel für das US-Militär eine Belastung darstellt, weil es die Araber gegen die USA aufbringt, versucht hat Israel einen Vorteil zu verschaffen, indem er damit durch eine von ihm und Israel gewollte Zuständigkeitsverlagerung zu begründen versuchte, dass David Petraeus anschließend demütigste entschuldigende Bücklinge vor Neocon Max Boot gemacht hat und dass David Petraeus versucht hat, US-Präsident Obama in der heißesten Wahlkampfphase 2012 mit einem October-Surprise zu Gunsten der Israel-Lobby zu betrügen.

      http://mondoweiss.net/2010/07/petraeus-fed-his-pro-israel-bona-fides-to-a-neocon-writer-including-pathetic-recitation-of-meeting-wiesel/

      Weiterhin ist die Meinung im US-Offizierskörper durchaus nicht unwichtig, weil die Offiziere es schon manchmal verstanden haben, die öffentliche Meinung der USA hinter sich zu versammeln. Man denke etwa an Eisenhower, der Israel in den 50ern in Bezug auf den Suez-Kanal eine hftige Klatsche verpasst hat und der dafür in den USA keinen politischen Preis zahlen musste.

      Der Einfluss von Anhängern der Israel-Lobby in der US-Wirtschaft und in den US-Medien ist sehr groß und geht breit und tief, aber im US-Militär ist das anders.

      1. Ich denke, daß sich die USA von den USA und auch von Saudi Arabien bis auf weiteres nicht lösen werden, weil das korrupte System der USA mit dem abartigsten Mist belastet ist und bis in die höchsten Kreise geht.
        Der Grund so zu denken ist unter anderem das Buch „Die TranceFormation Amerikas“, wo es um MindControl geht, wo die Sklaven jede noch so abartige „Arbeit“ verrichten, wofür andere aus Schamgefühl der Schande in den Selbstmord würden.
        Die USA werden bis zu einem bestimmten Punkt auf Distanz gehen, aber mehr nicht, so lange die im Buch beschriebene Schande aus den USA hinausgebrannt wurde und dies muß von der unbelasteten Bevölkerung ausgehen. Andererseits werden sich die mit Sex-Sklaven erpreßbar gemachten Politiker immer im Sinne der Macht-Elite instrumentalisieren lassen.
        Aber ich glaube auch, daß im Militär eine Triebfeder zur Veränderung sein kann, wobei das MindControlProgramm auch das Militär große Teile unter Kontrolle hat und die kritischen Personen dort immer mehr ausgetauscht werden. Hoffentlich wachsen im Militär noch echte Patrioten im Sinne des wahren Humanismus (im positivem Sinne) heran, die den Geist der Freiheit im Herzen tragen und dies wirklich für alle Menschen verfolgen.

  3. Ich würde die Thematik gern einmal von der anderen Seite betrachten. Hier sollte die Frage lauten: Wie nützlich sind die USA den Interessen der Zion-Israel-Lobby? Man hat sich des Potentials dieses Landes (USA) bemächtigt und es als imperialistischen Hegemon aufgebaut und genutzt. Wann ist der Tag gekommen, an dem auch dieses Land die astronomischen Aufwendungen nicht mehr mit den nötigen Ressourcen decken kann? Nichts ist unendlich auch nicht das System USA.
    Unweigerlich drängt sich die Frage nach dem danach auf. Imperien vergehen, die Herrschaft bleibt. Unter neuen Fahnen fängt irgendwann die neue Zeit an.

    1. Sehe das ähnlich wie spinnifix.
      Die USA sind der Wirt für Zion-Israel.
      Zion-Israel wird irgendwann den Wirt wechseln wollen und umsatteln in Richtung aufstrebendes China und dem Osten.
      Aber ich glaube, der Osten hat das Spiel längst durchschaut, und werden das Umsatteln abwehren.

  4. Wenn die Reichen Krieg führen, sterben die Armen. Den Propagandanebel in vielen Geschichtsbüchern weggelassen und auf die wahren Gründe geschaut, fällt bei historischer Betrachtung ein immer gleiches Muster auf. Die Kredit- und Militärindustrie interessiert nicht wirklich, wer den Krieg anfängt oder wer den Krieg gewinnt, sondern nur, dass der Krieg stattfindet und dass er ewig dauert. Denn Konflikte erzeugen Schulden und wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert alles.

  5. Was meint denn das Parteibuch zu finanziellen Verstrickungen Israel – USA?
    Für mich ist es sehr klar, dass das amerikanische Finanzsystem ohne die Zionisten verloren wäre – und da würde ich die Abhängigkeit der USA von Israel sehen, und ihre Erpressbarkeit.

    1. Paul

      Volkswirtschaftlich betrachtet sind die Beziehungen zur Wirtschaft Israels einschließlich der zum israelischen Finanzsystem für die USA bedeutungslos. Viel wichtiger sind für die USA etwa die wirtschaftlichen Beziehungen zu den arabischen Petro-Monarchien, weil die den Petro-Dollar stützen. Da ist volkswirtschaftlich Musik drin, bei Israel nicht.

      Aber: Israel dürfte für einen Teil der US-Elite, insbesondere die Mafia, durchaus eine wichtige wirtschaftliche Funktion haben, nämlich die Funktion als sicheres Geldwäscheparadies und sicherer Aufbewahrungsort für Schwarzgeld, dass für Bestechungen genutzt werden kann. Während das verschwiegene und für westliche Ermittler geradezu uneinnehmbare israelische Banksystem einer kleinen Elite in den USA natürlich nutzt, schadet das aber den USA insgesamt.

      Anders herum ist Israel natürlich erheblich von Wirtschafts- und Fiantbeziehungen zu den USA (aber wohl nicht ganz so viel wie von der EU) abhängig – es ist ein typisches Muster für die US-israelischen Beziehungen.

      1. Was für Beweggründe sollten denn die USA schon seit 100 Jahren haben, sich in ihrer Politik quasi nach zionistischen Wünschen zu richten?
        Ich denke, das sprichwörtliche exorbitante jüdische Kapital, und somit dessen Einflusskraft ist kein Mythos, sondern sehr real! und dazu kommen die exzellenten Verbindungen, die das Judentum in alle Welt hat, zu bedeutenden Leuten aller Gattungen (Finanz-, Wirtschafts-, Polit-, Medien-, Justizbranche). Damit will ich sagen: Israel hat gegenüber den USA Druckmittel, denen diese sich nicht entziehen können, ohne gewaltige Turbulenzen in ihrem Land auszulösen.

      2. Paul

        Jüdisches Geld spielt tatsächlich eine erhebliche Rolle in der US-Politik. Details dazu kannst du hier nachlesen:

        https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/04/22/der-einfluss-von-juedischem-geld-auf-die-politik-der-usa-in-der-diskussion-bei-j-street/

        Aber aus Israel kommt das Kapital mitnichten, es könnte dahin nicht mal transferiert werden, weil der israelische Markt viel zu klein dafür ist. Es ist Kapital von reichen jüdischen Familien der USA, die mit ihrem Geld Einfluss auf die US-Politik nehmen und die Politik im Sinne ihrer Vorstellungen beeinflussen. Und da vielen davon insbesondere das Thema US-Unterstützung für Israel wichtig ist, und es keine nenenswerte und auch keine finanzkräftige Opposition dazu gibt, war der EInfluss auf die US-Politik oft erfolgreich – manchmal aber auch nicht, sie etwa Eisenhowers Vorgehen gegen die israelisch-britische Besetzung des Suez-Kanals in den 50ern.

        Es ist aber nicht so, dass zionistische Juden mit ihrem Kapital die US-Wirtschaft durch Kapitalabzug crashen könnten. Damit könnten reiche Zionisten höchstens ihr eigenes Geschäft crashen, was dann von anderen übernommen würde, womit ihr Einfluss weg wäre. Stell dir bloß mal vor, die „jüdische Industrie“ – wie JJ Goldberg sie gerade nannte – Hollywood würde morgen zumachen: da würde dann eben die europäische und asiatische Filmindustrie aufblühen, und die Zionisten verlören an Macht. Das wäre alles. Ähnlich wäre es, wenn Goldman Sachs morgen zumacht. Andere würden das Geschäft übernehmen.

        Es ist auch nicht so, dass Juden die Mehrheit der politischen Großspender in den USA ausmachen, nur durch eine weitgehend ohne Opposition dagegen erfolgende Fixierung auf das Thema Israel ist die politische Beeinflussung eben oft sehr erfolgreich.

  6. Dieser Vortrag von Jim Lobe , ich wollte ihn auch schon mal hier in einem Kommentar verlinken,
    bietete wirklich sehr überraschende aber schlüssige Erklärungen zum Entstehen der neokonservativen Bewegung.

    Ebenfalls Gegenwind für die Israel-Lobby dürfte ein neues Buch sein, dass gerade erschienen ist:

    Big Israel: How the Israel Lobby Moves America.

    Es gibt einen interessanten Artikel( inkl interview mit dem Autor)

    http://libertyfight.com/2016/Tom-Woods-The-Israel-lobby.html

    1. detlef

      „Israel hat … und bekommt trotzdem “widerwillig” mehr Geld (?)“

      Ja, so sieht’s aus. Der Zwergstaat Israel herrscht und die Supermacht USA zahlt Tribut. Hintergrund: Die „Mafia“ und die „Geldgeber“ erpressen die Politiker der USA dazu.

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