Der Einfluss von jüdischem Geld auf die Politik der USA in der Diskussion bei J Street

So, hier gibt es nun den gestern bereits angekündigten Beitrag zur bemerkenswerten Podiumsdiskussion bei der diesjeährigen Gala von J Street. Auf der diesjährigen Gala der relativ neuen und von der „Konferenz der Präsidenten“ ausgeschlossenen jüdischen und pro-israelischen Lobbygruppe J Street gab es am 17. April in der Sixth & I Historic Synagoge in Washington eine interessante Paneldiskussion.

Das Panel wurde moderiert von Roger Cohen, einem bekannten jüdischen Journalisten der New York Times. Nach 19 Minuten in der Diskussion stellte Roger Cohen dem Journalisten J.J. Goldberg die Frage, warum die jüdische Wählerschaft in den USA überhaupt wichtig ist, wo sie doch gerademal 2% der Bevölkerung der USA ausmacht. Und obendrein würden die meisten Juden in New York und Kalifornien leben, Bundesstaaten, die trotz gegenteiliger Aussagen von Donald Trump wahrscheinlich für die vorhersehbare Zukunft demokratisch bleiben würden. Warum also bemühen sich Politiker so sehr um die jüdische Wählerschaft, haben sie gute Gründe?

Der für die jüdisch-amerikanische Zeitschrift The Forward schreibende jüdische Journalist J.J. Goldberg antwortet darauf zunächst einmal damit, dass Bill Clinton 1992 vier Bundesstaaten durch die jüdische Wählerschaft gewonnen hat. Weiter erklärte er, Juden würden anders wählen als andere weiße Wähler, nämlich meist die Demokraten, und in Georgia, Missouri, New Jersey und einem weiteren Bundesstaat habe das 1992 letztlich den Auschlag für Bill Clinton gegeben. Weiter erklärt J.J. Goldberg, dass man in sieben Bundesstaaten, wo Juden zahlreicher als mit 2% der Bevölkerung vertreten sind, man deren Gewicht in der Wählerschaft mehr oder weniger verdoppeln kann, weil sie älter sind und eine bessere Bildung haben und deshalb ihre Wahlbeteiligung nahezu doppelt so hoch ist wie die anderer Bevölkerungsgruppen. Bis dahin beinhaltete die Antwort von J.J. Goldberg nichts ungewöhnliches, doch dann stellte Roger Cohen mitten in die Antwort von J.J. Goldberg hinein die Frage, wie es mit Finanzierung, also Wahlkampffinanzierung, aussieht.

J.J. Goldberg spricht daraufhin, nach einem erstaunten Wiederholen des Wortes „Finanzierung“ (Funding) und einem süffisantem Schmunzeln, einige sehr bemerkenswerte Worte, hier im Video zu sehen, zweieinhalb Minuten ab 20:23:

Hier eine vom Parteibuch gefertigte deutsche Übersetzung der rund zweieinhalb Minuten langen Antwort von J.J. Goldberg:

J.J. Goldberg: „Finanzierung. (J.J. Goldberg schmunzelt, anschließend leises Gelächter im Publikum)

Ähm, bis vor kurzem hatte ich den Eindruck, dass die Demokraten zu Juden gehen mussten. Man fragt einen Demokratischen Spendenbeschaffer, wo bekommst Du das Geld her? ‚Nun ja, von Strafverteidigern, von Spielzeugen, von generischen Medikamenten, im Grunde von Hollywood.‘ Von Juden. Das sind alles im Wesentlichen jüdische Industrien, weil Juden sind.“

Roger Cohen unterbricht J.J. Goldberg mit der Frage: „Ist das kein kritischer politischer Punkt?“

J.J. Goldberg fährt fort: „Nun ja, wenn man Spenden sammelt, muss man reiche Leute finden, die nicht ‚rechts‘ sind. Und es gibt (Gelächter im Publikum), entschuldigen Sie, dass ich das sage.“

Roger Cohen redet dazwischen: „Das ist hart.“

J.J. Goldberg fährt fort: „Es gibt nicht viele reiche Gojim, die ‚links‘ sind.“ (Anmerkung des Übersetzers: ‚Gojim‘ ist hebräisch, wird als Bezeichnung für Nichtjuden gebraucht, und gilt sowohl im Englischen als auch im Deutschen häufig als negativ konnotiert, siehe etwa Wikipedia: Goj (Nichtjude).)

J.J. Goldberg fährt fort: „Ähm, vergeben Sie mir das zu sagen, ähm.

Bei dieser Wahl habe ich gestern etwas gesehen, dass mich aus den Socken gehauen hat, und das ist: Spendenzahlen des „Center for Responsible Policy“ Open Secrets Punkt Org, die von der Washngton Post erwähnt wurden, und dann bin ich selbst direkt auf die Webseite gegangen, von Feburar und März. Von den Top 50 Spendern für 527er und SuperPACs waren je nach Monat 36 beziehungsweise 37 Republikaner und 13 oder 14 Demokraten. 20 waren jüdisch. 20 der 50 waren jüdisch, und von denen waren in den beiden Monaten jeweils zwölf jüdische Demokraten und acht jüdische Republikaner.“

(Anmerkung des Übersetzers: 527er und SuperPACs sind nach steuerlicher Stellung unterschiedene Gruppen zur politischen Einfussnahme. Siehe dazu auf deutsch etwa Wikipedia: 527er-Gruppe und Super-PACs.)

J.J. Goldberg fährt fort: „Nun, dass die jüdischen Republikaner fast die Hälfte der jüdischen Spendergruppe ausgemacht haben, hat mich überrascht. Ich habe nicht erwartet, dass das 40% sind, acht von 20. Ähm, aber es sieht für mich immer noch viel aus. Und zweitens, die Demokraten bekamen ihr Geld, das große Geld, da gab es nur einen Nichtjuden, der großes Geld an die Demokraten gespendet hat. Das ist gigantisch für die Verhältnisse in der amerikanischen Politik.

Wenn Bernie Sanders ein neues Modell etabliert, dann könnte sich das ändern, und das Gewicht von Juden im politischen System könnte abnehmen.“

Es gab zu diesen Ausführungen von J.J. Goldberg keinen im Video erkennbaren Widerspruch. Weder Moderator Roger Cohen noch irgendein anderer Panel-Teilnehmer hat dagegen protestiert, dass J.J. Goldberg behauptet hat, dass in den USA reiche Menschen, die ‚links‘ sind, nahezu ausschließlich Juden seien, dass Juden nur 2% der Bevölkerung der USA, aber 40% der 50 größten Großspender der US-Politik ausmachen, und dass die Großspender der Demokraten fast ausschließlich Juden und „jüdische Industrien“ wie Strafverteidiger und Hollywood seien. Auch im Publikum gab es zwar Gelächter, aber keine Buh-Rufe oder Protest.

Was die von J.J. Goldberg behauptete Zusammensetzung der bei Opensecrets.org veröffentlichten Großspender angeht, kann man leicht nachprüfen ob das stimmt, was J.J. Goldberg diesbezüglich gesagt hat. Die von Opensecrets.org veröffentlichten Daten stammen von der staatlichen US-Wahlkampfaufsicht FEC und werden im Großen und Ganzen nicht in Zweifel gezogen. Unter folgendem Link kommt man zur von Opensecrets.org veröffentlichten Liste der 100 größten Spender in der US-Politik im Wahlzyklus 2016:

www.opensecrets.org/overview/topindivs.php?view=fc&cycle=2016 (Aktueller Zeitpunkt hier archiviert)

So wie wir vom Parteibuch es ausgezählt haben, sind fünf der Top 10 der größten Spender jüdisch, elf der Top 20 und rund 20 der Top 50. Kurz und knapp das Ergebnis der Nachprüfung zusammengefasst: was J.J. Goldberg zur Präsenz von Juden in den Reihen der 50 größten Spender der US-Politik gesagt hat, stimmt im Großen und Ganzen, und es trifft nicht nur für zwei Monate, sondern auch für den gesamten Wahlzyklus 2016 zu. Filtert man diese Ergebnisse bei Opensecrets.org auf Spenden an SuperPACs, so erfährt man, dass diese den allergrößten Teil der Großspenden ausmachen, 100 Personen, oder 0,85% aller Spender an SuperPACs, 65,32% der Spendengelder an SuperPACs aufgebracht haben, und die Zusammensetzung der Spender in Bezug auf Republikaner und Demokraten, Nichtjuden und Juden, ebenfalls ziemlich genau dem von J.J. Goldberg beschriebenen Phänomen folgt. Ein Verglich der Spenderdaten 2016 mit den Spenderdaten zu 2012, wo es unter anderem bekantlich die Präsidentschaftswahl Obama gegen Romney gab, und zu 2014, wo wie alle zwei Jahre Kongresswahlen anstanden, zeigt, dass die Dominanz der Republikaner unter den Großspandern da, wenn es sie überhaupt gab, sie jedenfalls nicht so groß war, aber eine ähnlich starke Präsenz von Juden und Menschen mit jüdischen Wurzeln unter den Großspendern wie es 2016 bislang der Fall ist. 2014 etwa sieht es so aus, dass da wohl sechs der Top 10 Großspender jüdisch waren und der mit Abstand stärkste Spender unter ihnen und allen Spendern, der Hedgefund-Manager Tom Steyer, mit über 75 Mio Dollar einen ganz erheblichen Teil des Wahlkampfes der Demokraten ganz allein finanziert hat. Im Jahr 2010, wo SuperPACs durch entsprechende Gerichtsurteile wie die Citizens-United-Entscheidung erstmalig unbegrenzt tätig werden konnten, war die Präsenz von Juden auf der Liste der größten Spender noch nicht ganz so stark. Aber da waren die Spendensummen – mit gerade einmal 7,1 Mio Dollar beim größten Spender – im Vergleich zu den Folgejahren auch noch eher niedrig, so dass die Liste der größten Großspender da auch noch nicht so aussagekräftig war. Schwarze, Hispanics, Muslime oder Angehörige anderer Religionen finden sich übrigens nirgendwo oben in den Listen der Großspender. Diese Bevölkerungssgruppen machen zwar mit inzwischen deutlich über einem Drittel einen viel größeren Anteil an der Bevölkerung der USA aus und stellen damit auch viel mehr Wähler als die 2% Juden in der Bevölkerung der USA, sind jedoch im Unterschied zu weißen Christen und Juden unter den Großspendern der US-Politik praktisch nicht zu finden.

Spannend ist nun natürlich die Frage, wie sich das starke finanzielle Engagement jüdischer Großspender auf die Außen- und Kriegspolitik der USA gegenüber Israel und dem nahen Osten auswirkt. Es ist dabei zu beachten, dass es mitnichten so ist, dass die Demokraten stärker Pro-Israel oder größere Unterstützer der israelischen Regierung als die Republikaner sind. Das zeigen etwa die Präsidentschaft des Republikaners George W. Bush, wo die USA – getrieben von der Israel-Lobby – ihren verheerenden Angriffskrieg gegen den Irak geführt haben, und die von Israel zusammen mit den Republikanern am demokratischen US-Präsidenten Obama vorbei eingefädelte Rede des israelischen Regierungschefs Netanjahu vor dem US-Kongress zur Verhinderung des von Israel und AIPAC bekämpften, aber von Demokraten durchgesetzten Deals mit dem Iran. Tatsächlich ist es so, dass Anhänger der Republikaner seit Jahrzehnten deutlich mehr Sympathien für Israel haben als Anhänger der Demokraten und Unabhängige. Während beispielsweise die regelmäßig Republikaner wählenden evangelikalen Christen und Konservativen Israel, die US-Militärhilfe für Israel und die israelische Kriegsführung mit überwältigenden Mehrheiten unterstützen, sind die Mehrheiten dafür bei den Demokraten, und insbesondere jungen, städtischen und liberalen Demokraten, inzwischen viel weniger deutlich ausgeprägt, wenn sie überhaupt noch vorhanden sind. Über einige nicht-jüdische und betont christliche Großspender der Republikaner lässt sich diesbezüglich ähnliches sagen wie über die Wählerschaft der Republikaner: viele davon gelten als besonders fanatische Unterstützer Israels, etwa die Koch Brüder, die 2014 in den Top 10 der Großspender waren, oder die Wilks Brüder, die 2014 wohl noch zum Netzwerk der Kochbrüder gehörten, 2016 aber nun unter eigenem Namen die bislang größten nichtjüdischen Spender überhaupt sind.

Eine halbe Stunde nachdem J.J. Goldberg darüber gesprochen hatte, dass praktisch sämtliche Großspender der demokratischen Partei Juden sind, ging es dann beim Panel der J Street Gala nochmal um jüdisches Geld und da ging es auch um den Einfluss dieses Geldes auf die US-Politik gegenüber Israel und dem nahen Osten. Stephanie Schriock, Präsidentin von Emily’s List, einer einflussreichen feministischen Organisation für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, die zu diesem Zweck demokratische Kandidatinnen – und insbesondere auch potentielle Kandidatinnen im Vorstadium einer Kandidatur – für politische Ämter bei Wahlkampagnen berät und unterstützt, einschließlich Hillary Clinton, plauderte aus dem Nähkästchen, im Video beginnend mit der Frage von Roger Cohen rund siebeneinhalb Minuten ab 46:69 – richtig interessant wird es dabei in den vier Minuten ab 50:11min:

Hier eine vom Parteibuch gefertigte deutsche Übersetzung der Frage von Roger Cohen und der rund sieben Minuten langen Ausführungen von Stephanie Schriock dazu:

Roger Cohen: „Stephanie, wir haben uns viele Mailbox-Nachrichten in der Vergangenheit hinterlassen, (Stephanie Schriock lacht) Du hast eine Menge Politiker über die Jahre über diese Dinge beraten. Und sage uns, wie das so in der Vergangenheit war, wenn du jemanden beraten hast, in einer Kampagne, in Bezug auf was gesagt werden musste oder nicht gesagt werden durfte, um die jüdischen Stimmen bei Wahlen zu gewinnen, und wie ist das heute anders, falls es so ist?“

Stephanie Schriock: „Nun, als ich all diesen bemerkenswerten Kommentaren zugehört habe, und es gab eine Menge Konversation über die jüdischen Stimmen bei Wahlen, da denke ich, die wesentliche Frage, die da gefragt wurde, an J.J. gerichtet, war die Frage nach dem Geld. Ich denke, das ist ein großes Stück dieser Geschichte und darüber darf keinesfalls hinweggesehen werden. Überhaupt nicht. Ich habe dabei an Unterhaltungen gedacht, die ich mit einigen der Kandidatinnen über den Sommer mit einigen unserer Kandidatinnen für Bundeswahlen hatte. EMILY’s Liste arbeitet mit 50 oder mehr Bundeskandidatinnen jedes Jahr. Die meisten dieser Bundeskandidatinnen waren zuvor Landesabgeordnete, oder haben sich noch nie zur Wahl gestellt, sie haben nicht über Grenzen ihrer Städte oder gar ihres Staates hinausgeguckt, kaum davon gehört, dass es da eine andere Welt gibt jenseits der USA, und sie springen da rein, wollen die Wirtschaft verbessern, Arbeitsplätze schaffen, und ihren Gemeinden helfen. Und dieser Punkt ist wirklich sehr, sehr weit weg. Nicht nur in den Augen der Wähler, wie wir gerade gehört haben, sondern in den Augen von sehr vielen unserer Kandidatinnen auch. Und, so, als so etwas wie der Iran-Deal hochgekommen ist, früh im Wahlzyklus, wo wir bereits Kandidatinnen im Rennen hatten, die darüber nicht in einem Parlement abstimmen mussten, aber die gefragt wurden, was ihre Position dazu sei, da gab es eine Menge Angst darüber, was zu tun ist, und wie damit umzugehen ist, und das sind Leute, die hatten keine Unterrichtung erhalten. Man hat auch keinen Zugang zu diesen Unterrichtungen. Man hat überhaupt keine Informationen außer dem, was man in der Presse lesen kann. Und das war eine sehr herausfordernde Zeit, dabei zu helfen, die Kandidatinnen zu führen. Und als jemand, die sowas nun schon zwei Jahrzehnte lang macht, da habe ich realisiert, dass ich die Freiheit hatte, als eine Funktionärin, als eine Strategistin, einigen unserer Kandidatinnen, was ich auch tatsächlich getan habe, zu sagen: ‚Mach, was du meinst, was hier richtig ist.‘ Weil wir“

Roger Cohen unterbricht Stephanie Schriock mit den Worten: „Wie es Bernie Sanders die letzte Nacht gemacht hat.“

Stephanie Schriock fährt fort: „Ja, weil ich denke, es gibt nun genug Energie um das Ganze herum, anders als es früher immer war. So, wenn du entscheidest, gegen den Deal zu sein, dann wirst du Leute haben, die mit dir sind, wenn du für den Deal sein wirst, dann gibt es da auch Leute, die mit dir sind. Nun, ich sage das, das war das erste Mal, das ich gesagt habe, wow, es gibt da wirklich eine Veränderung. (Moderator Roger Cohen unterbricht Stephanie Schriock, etwas Übereinandergerede)“

Roger Cohen: „Was würdest du sagen, wenn jemand sagt, ich möchte sagen, dass ich glaube, Israel soll aufhören, Siedlungen auf palästinensische Land zu bauen und aus dem größten Teil des Westjordanlandes verschwinden? Was würdest du machen, wenn ich das meine, würde das zu weit gehen?“

Stephanie Schriock: „Ich würde sie direkt zu J Street schicken. (Stephanie Schriock lacht, Applaus im Publikum) Und übrigens, das habe ich wirklich gemacht. Danke schön.

Und ein weiterer signifikanter Unterschied ist hier, so, ich habe als Finanzchef angefangen. Ich habe für Kandidaten in den 90ern gearbeitet, als die Finanzdirektorin, und ich bin eingestiegen in ein Kongress-Rennen, war ein Kind in den Zwanzigern, dass auch von der Welt hinter den Staatsgrenzen, von Übersee ganz zu schweigen, überhaupt nichts wusste, und du dachtest daran, wohin wirst du gehen, um das Spendengeld zu sammeln, dass man brauchte, um einen Rennen zu bestreiten, um ein Rennen zu gewinnen. Und man ging zur Gewerkschaft, man ging zur Gemeinschaft gegen Abtreibungsverbote, und man ging zur jüdischen Gemeinschaft. Aber bevor man zur jüdischen Gemeinschaft ging, hatte man ein Gespräch mit der führenden AIPAC-Person in deinem Staat. Und sie haben es klargemacht, dass man ein Papier zu Israel brauchte. Und so rief man alle seine Freunde an, die schon ein Papier zu Israel hatten, eines, das von AIPAC entworfen worden war, und packtest das in dein Papier. Das ist, bevor es einen Kampagnenmanager gibt, oder einen Politikdirektor, oder einen Felddirektor, weil man erstmal Geld sammeln muss, bevor man all das macht.

Ich habe mehr Israel-Papiere geschrieben als Sie sich vorstellen können. (Lachen im Publikum) Ich komme aus Montana. Ich wusste kaum, wo Israel war, bis ich auf eine Karte geguckt habe. (Lachen) Und die arme Kampagnen-Managerin oder die Politik-Direktorin kam herein, und sagte, hier ist Dein Papier zu Israel, das ist unsere politische Position. Wir haben die quer durch das ganze Land verschickt, weil das es ist wie wir Spendengeld sammeln.“ (Roger Cohen will unterbrechen)

Stephanie Schriock fährt trotzdem fort: „So, Du hast gefragt, was das bedeutet, das bedeutet, diese Kandidatinnen, die Bäuerinnen oder Lehrerinnen, oder Geschäftsfrauen waren, sind dazu gekommen, eine Israel-Position zu haben, ohne dass sie irgendeine signifikante Konversation mit irgendjemandem dazu hatten.

Roger Cohen fragt nach: „Sagst du, alle Israel-Papiere waren die Gleichen?“

Stephanie Schriock antwortet: „Sehr ähnlich, unglaublich ähnlich.“

Roger Cohen fragt weiter nach: „Bis zum Aufkommen von J Street und anderen Ideen? Ich meine, für ein Land mit 300 Millionen Menschen, mit vielen unterschiedlichen Ansichten, mit vielen unterschiedlichen Themen, das ist eine ganz schön erstaunliche Marktbeherrschung, ist es nicht so?“

Stephanie Schriock antwortet weiter: „Es ist verblüffend. und wenn ich darauf zurückblicke, wie ich das gemacht habe, als ich mich auf heute Abend vorbereitet habe: es ist schockierend. Und Jeremy Ben-Ami (Anmerkung: das ist der Name des Chefs von J Street) und ich, es war mir eine Freude, wir hatten das Vergnügen, uns während der Kampagne für Howard Dean (Anmerkung: ein Kandidat für die demokratische Nominierung zur Präsidentschaftswahl 2004) zu treffen, und eines der Gespräche, das wir hatten, war: ‚Oh, mein Gott, gibt es wirklich nur eine politische Position dazu?‘ Weil, das hat sich so angefühlt. Und das war der Fall. Und nun, jetzt haben wir Kandidaten, die herein kommen, und die können nun Unterrichtungen bekommen zu einer Menge von Punkten, die mit Israel zu tun haben. Und sie können sich mit AIPAC hinsetzen, und sie können sich mit J Street hinsetzen, und es gibt andere, und das ist unglaublich wichtig. Und ja, dieses Land hatte feste, unverrückbare politische Positionen zu diesem Thema, und das kam nicht von Wählern. Es kam nicht von Wählern. Es kam durch das Geld.“

Roger Cohen fragt: „In welchem Jahr würdest du die Änderung sehen?“

Stephanie Schriock antwortet: „Es hat etwa 2006 begonnen, und definitiv 2008. Man kann es spüren. Und ich habe 2006 ein Senatsrennen gemanaged, und wir waren so: ‚Sollen wir mit J Street reden?‘ ‚Ich weiß nicht, wir könnten damit in Schwierigkeiten kommen und das könnte Probleme verursachen.‘ ‚Junge, ich mag aber irgendwie, was sie sagen.‘ Also, diese Art von Gesprächen hat stattgefunden.“

Roger Cohen fragt: „Wovor hatten die Leute Angst? Hatten sie Angst, wir können nicht mehr nach Miami gehen, wir können nicht mehr nach New York gehen (Ggegenden, wo vergleichsweise viele Juden wohnen) (Stephanie Schriock redet dazwischen und übernimmt).“

Stephanie Schriock: „Kein Cleveland mehr, einige Teile von New York nicht mehr. Man dachte, dass das Geld verschwinden würde.“

Roger Cohen fragt: „Es trocknet einfach aus?“

Stephanie Schriock: „Ja, und es geht hier nicht um Präsidentschaftsrennen, wo so, so viel Geld reinkommt, es geht hier um Rennen zum Abgeordnetenhaus, um Senatsrennen, die sich davon unterscheiden. Sie bekommen nicht Millionen über Millionen an Spendengeldern in 27 Dollar Portionen. Sie müssen wirklich diese 5000-Dollar-Lobby-Schecks von den Pro-Israel-Organisationen haben, und sagen Ruhe.“

Moderator Roger Cohen übernimmt und setzt das Gespräch mit der nächsten Panel-Teilnehmerin fort.

Stephanie Schriock, die vermutlich einzige nicht-jüdische Teilnehmerin an dem Panel, erklärt da also, dass sie als Gegnerin von Abtreibungsverboten reihenweise AIPAC gefällige Pro-Israel-Papiere für Kandidatinnen zum Kongress verfassen musste, damit Kandidatinnen, die von ihr Unterstützung suchten, an jüdische Spendengelder kamen, ohne die eine Kandidatur aus Geldmangel schon in den Kinderschuhen steckenbleibt. Die Kandidatinnen hatten keinerlei Gespräche über den Nahostkonflikt geführt, hatten regelmäßig keine Ahnung von Außenpolitik, aber alle schon vor Beginn ihrer Kampagne eine AIPAC gefällige Pro-Israel-Position. Zu sich selbst erklärte Stephanie Schriock, dass sie aus Montana, also einem sehr ländlichen Gebiet im Nordwesten der USA, kommt, und sie ohne auf der Landkarte nachzuschauen nicht mal gewusst hätte, wo Israel überhaupt liegt. Sie sagte, die stets nahezu identischen Pro-Israel-Positionen der Kandidatinnen für den US-Kongress hätten nichts mit den Wählern zu tun, sondern seien einzig der Notwendigkeit der Kandidaten geschuldet, über AIPAC an jüdisches Geld für ihre Wahlkampagnen zu kommen.

Was die Feministin Stephanie Schriock nicht gesagt hat, ist, dass das nicht nur demokratischen Kandidatinnen für den Kongress, sondern praktisch allen Politikerinnen und Politikern in den USA so geht, und die finanzielle Abhängigkeit vom Wohlwollen der Israel-Lobby in der Regel auch kaum geringer wird, wenn Politiker länger im Geschäft sind. Lediglich bei Politikern in ihrer letzten Amtszeit wird die Abhängigkeit etwas geringer, weil sie dann keine Unterstützung für eine Wiederwahl mehr brauchen, was sich insbesondere bei Präsidenten in der zweiten Amtszeit ab und an in Form von Streitereien mit der Israel Lobby bemerkbar macht.

Was in dem Zusammenhang noch wichtig ist, ist, dass das eine Panel-Diskussion der Pro-Israel-Lobby-Gruppe J Street war, und wenn J Street sich damit rühmt, dass es dank J Street nun mehrere Positionen zu Israel gibt, die ein Politiker vertreten kann, ohne sämtliche Spendengelder zu verlieren und damit das Aus ihrer politischen Karriere zu erleiden, dann bedeutet das, dass Politiker inzwischen aus mehreren Pro-Israel-Positionen und den diese Positionen unterstützenden Pro-Israel-Lobbygruppen wählen können. Das ist natürlich wertvoll, etwa wenn AIPAC nochmal versuchen sollte, Politikern so etwas wie den Irak-Krieg aufzuzwingen, oder sie in Bezug auf den Iran in Richtung Krieg anstelle von Deal treiben will. Es bedeutet jedoch nicht, dass US-Politiker eine pro-palästinensische Position einnehmen können. Die US-Politik ist also, trotz der Öffnung des zuvor allein von AIPAC – und der Konferenz der Präsidenten – besetzten „Marktes“ durch J Street, nach wie vor 100% Pro-Israel.

Mit den ganzen vorgenannten Informationen erklärt sich dann auch ein Teil von dem, was sich beobachten lässt, nämlich dass alle Politiker beider großer Parteien der USA praktisch ausnahmslos pro-israelische Positionen vertreten, die pro-israelischen Positionen aller US-Politiker sich obendrein über Jahre wie ein Ei dem anderen geglichen haben, und es in den USA keinerlei explizit pro-palästinensische Politiker gibt.

Es gibt aber noch etwas, was dabei wichtig zu wissen ist. Die Mehrheit der Bevölkerung der USA ist sich im Unterschied zu führenden Politikern und Wirtschaftskapitänen, trotz der bahnbrechenden Veröffentlichung des Israel-Lobby-Buches von Walt and Mearsheimer, dieser Situation, und erst recht nicht der sich daraus ergebenden gravierenden Konsequenzen, genausowenig bewusst wie sich die deutsche Bevölkerung dessen bewusst ist. Dass praktisch alle reichen Personen, die hinter der „linksliberalen“ demokratischen Partei stehen, jüdisch sind, ist in den Medien ebenso ein totales Tabuthema wie die Dominanz von Juden über bestimmte Wirtschaftszweige, etwa Hollywood. Das liegt einerseits daran, dass normalerweise jeder, der auch nur die Hälfte von dem, was J.J. Goldberg gerade auf dem Podium von J Street gesagt hat, öffentlich sagen würde, sofort von der Israel Lobby als Antisemit beschimpft würde, der sich übelster antisemitischer Stereotype bedient, und fortan von den zur „Konferenz der Präsidenten“ gehörenden jüdischen Organisationen heftig bekämpft würde. Andererseits liegt es jedoch auch daran, wie der jüdische Journalist Philip Weiss in seinem Blogbeitrag zu der bemerkenswerten Podiumsdiskussion bei J Street kurz erwähnt, dass auch die Massenmedien zu den zu einem großen Teil von Juden dominierten Wirtschaftszweigen gehören und damit die Macht der jüdischen Lobby noch viel größer ist als nur über reichlich Spendengelder zu verfügen. Die Kontrolle über die Berichterstattung, die Nicht-Berichterstattung und den Spin der multimilliarden Dollar schweren US-Massenmedienindustrie ist noch viel mehr wert als die Macht über die vergleichsweise kleinen Spendengelder für Wahlkämpfe. Die jüdische Dominanz bei den US-Massenmedien erklärt auch, dass kaum jemand weiß, dass drei von regulär neun US-Verfassungsrichtern jüdisch sind, und von Barack Obama als Ersatz für einen gerade verstorbenen christlichen Republikaner kürzlich ein vierter jüdischer Verfassungsrichter vorgeschlagen wurde, ja selbst, dass einschließlich der gegenwärtigen Vorsitzenden die drei letzten Vorsitzenden der mächtigen US-Notenbank FED allesamt Angehörige der 2% kleinen jüdischen Minderheit in der US-Bevölkerung waren, ist großen Teilen der Bevölkerung unbekannt.

So erklärt es sich, dass kein Massenmedium in den USA über die bemerkenswerten Sätze von J.J. Goldberg und Stephanie Schriock auf dem Podium von J Street berichtet hat. Nicht einmal der Moderator der Diskussion, Roger Cohen, hat es in der New York Times, wo er ein führender Journalist ist, gewagt, darüber zu schreiben. Und in Deutschland, Europa oder sonstwo hat bislang auch niemand darüber berichtet.

22 Gedanken zu “Der Einfluss von jüdischem Geld auf die Politik der USA in der Diskussion bei J Street

    1. rumulus

      „wie sieht es im Rest der Welt aus?“

      Im gesamten Raum der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft sieht es, auch wenn die Mechanismen da teilweise etwas anders gebaut sind, im Grunde ähnlich aus, nur dass da häufig die bestimmende Größe der US-Einfluss ist, und damit natürlich dann die gleichen Kräfte der zionistischen Mafia am Drücker sind wie in den USA. Und ähnlich ist es in allen US-Protektoraten, etwa in Afrika und Asien.

      Mehr Unabhängigkeit von diesem Joch der zionistsichen Mafia gibt es einzig und allein in den Staaten, die keine US-Kolonien sind, etwa in China, Russland, Iran, einigen Staaten Lateinamerikas (noch jedenfalls), Zimbabwe in Afrika, und eng mit Russland, China und Iran verknüpften Staaten wie die Belarus, Kasachstan, DPR Korea udn Syrien. Man kann das sehr schön bei UN-Vollversammlungsabstimmungen sehen, die der Israel-Lobby wichtig sind, etwa die für einen Krieg gegen Syrien, wo nur noch weniger als ein Dutzend Staaten auf der Seite des Widerstandes standen.

  1. Welche Schlüsse sind denn jetzt aus diesen Feststellungen zu ziehen?

    Dass die Zugehörigkeit zum Judentum verachtenswert ist? Dass „Linkstum“ eine Erfindung der „jüdischen Weltverschwörung“ zur Entwicklung Zionistischer Ziele sei? Was wäre denn erstrebenswert, eine Begrenzung diverser gesellschaftlichen Gruppen auf ihren Bevölkerungsanteil? Für mich passt Reich + Links + Zionismus nicht zusammen. Worauf will das Parteibuch hinaus?

    1. Ganos

      „Welche Schlüsse sind denn jetzt aus diesen Feststellungen zu ziehen?“

      Das ist zunächst mal eine Beschreibung des War-/Ist-Zustandes der politischen Verhältnisse in den USA, und das aus einer liberalen, eher linken Perspektive. Zu dem, was in den USA in den letzten Jahren geschehen ist, um von negativen Auswirkungen wie von der Israel-Lobby propagierten permanenten Kriegen in Nahost wegzukommen, stehen in dem Artikel ja bereits zwei Dinge drin: J Street und die Finanzierung von politischen Kampagnen durch viele Kleinspenden, wie etwa Bernie Sanders das macht.

      Aktionspunkte für Deutsche und Europäer ergeben sich daraus erstmal keine: Nennenswerten Einfluss auf die politischen Verhältnisse in den USA haben Deutsche und Europäer schließlich ohnehin nicht. Andersherum kommt aber ein druchaus starker Einfluss aus den USA nach Deutschland. Der deutsche Industrielle Arend Oetker, damals Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, hat mal gesagt: „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Was durch diesen Wunsch der Atlantik-Brücke nach guten Kontakten zu den – nach Oetker – „200 die USA beherrschenden Familien“ an Ideologie nach Deutschland kommt, lässt sich damit besser abschätzen: der christliche Konservatismus und jüdischer Zionismus – was beides rechte bis rechtsextreme Ideologien sind, wenngleich der jüdische Zionismus teilweise in ein liberales – oder gar linksliberales Kleid der demokratischen Partei kleidet. Für die politische Praxis in Deutschland bedeutet das wohl folgendes: von der Atlantikbrücke und anderen transatlantischen Lobbyclubs kommt nichts gutes für links denkende und an Frieden interessierte Menschen. Das ist freilich keine neue Erkenntnis, so dass deren Wert beschränkt ist. Andererseits geben die Erkenntnisse über die Machtstrukturen in den USA Hinweise darauf, dass Deutsche und Europäer, die sich der verheerenden globalen Kriegspolitik von AIPAC und Co entgegenstellen wollen, in J Street und mit vielen Kleinspenden finanzierten Politikern möglicherweise Verbündete finden können. Auch diese Überlegung ist natürlich nicht neu.

      „Dass die Zugehörigkeit zum Judentum verachtenswert ist?“

      Im Gegenteil: , nämich eher, dass es besonders wichtig ist. mit jüdischen Personen und Organisationen zusammenzuarbeiten, die sich der Kriegspolitik von AIPAC und Co in den Weg stellen. Es gibt sie: siehe etwa J Street und Bernie Sanders. Und das gilt selbst dann, wenn man meint, solche Organisationen und Personen sollten im Interesse des Friedens, weit Israel-kritischer oder anti-zionistischer sein. Diese Leute führen aufgrund der real existierenden politischen Verhältnisse in den USA einen sehr schwierigen Kampf, ziehen aber am richtigen Ende des politischen Seils. Und es gibt ja weitere, etwa Jewish Voice for Peace und gerade von Juden wie den in Jewish Voice for Peace getragenen BDS-Bewegungen.

      „Dass “Linkstum” eine Erfindung der “jüdischen Weltverschwörung” zur Entwicklung Zionistischer Ziele sei?“

      Quatsch. Die Geschichte lief genau andersherum: der Zionismus wurde unter anderem deshalb erfunden und von reichen, rechts stehenden Personen – Juden wie Nicht-Juden – unterstützt, um damit die häufig unter großer Mitwirkung von Juden (es gab damals, gerade in Osteuropa, aber nicht nur da, sehr viele arme Juden) unterstützte Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung und die damit einhergehenden kommunistischen bzw sozialistischen und sozialdemokratischen Bewegungen zu unterminieren. Und im Grunde passiert heute noch ähnliches: auch heute unterminiert die Unterstützung für das zionistische Rassenprojekt in linken Zusammenhängen durch extrem reiche Personen, Juden, natürlich die globale Solidarität der armen Klasse.

      „Was wäre denn erstrebenswert, eine Begrenzung diverser gesellschaftlichen Gruppen auf ihren Bevölkerungsanteil?“

      Ja, und diese gesellschaftliche Gruppe, dessen politischer Einfluss möglichst weit in Richtung ihres Bevölkerungsanteils reduziert werden sollte, lässt sich auch sehr eindeutig identifizieren: es sind die Reichen, das eine Prozent, oder die einen Bruchteil eines Prozentes ausmachenden Superreichen, deren übergroßer politischer Einfluss katastrophale Auswirkungen hat.

      „Für mich passt Reich + Links + Zionismus nicht zusammen.“

      Eben. „Links“ sollte eine Bewegung gegen Rassismus sein, doch Zionismus war schon bei seiner Gründung, und der real existierende Zionismus ist es ohnehin für jeden erkennbar, eine zutiefst rassistische Bewegung. Wenn nun reiche jüdische Zionisten die politische Linke in die Hand bekommen (haben), dann wird aus einer ansonsten „linken“ Bewegung eine rassistische, rechte Bewegung.

      „Worauf will das Parteibuch hinaus?“

      Dieser Artikel war nur auf eine Beschreibung eines von den Massenmedien völlig verschwiegenen – nach religiösen Kriterien tief gespaltenen – Ist-Zustandes der politischen Verhältnisse in den USA. Gedanken dazu dürfen und sollen Leser sich bitte auch selbst machen.

      Hier in diesem Kommentar steht nun schon einiges unserer Links gefärbten Meinung zu den Implikationen drin. Andere mögen andere Meinungen haben. Solche Tatsachen zu ignorieren oder zu leugnen, führt unserer Meinung nach nicht zu brauchbaren politischen Erklärungen und Ansätzen. Wichtig ist dabei auch, das Informationsungleichgewicht zu beseitigen: der machthabendne „Elite“ sind diese Tatsachen eine Selbstverständlichkeit, der Bevölkerung sind sie hingegen weitgehend unbekannt. Solche Informationsungleichgewichte führen unter anderem dazu, dass die machthabende „Elite“ die Mehrheit der Bevölkerung immer wieder mit Social-Engineering-Projekten in die Irre führen und ausmanövrieren kann.

      1. Vielen Dank für die erhellen den Antworten.

        Das Thema Juden + Geld + Macht ist derart verzwickt, da ist es schwierig, die Tatsachen anzuerkennen.

        Es wird ja nicht reine Informatione vermittelt, vielmehr ist sie eingebettet in raffinierte Propaganda und Meinungsmache. Schon in der Schule wird uns eine entsprechende „richtige“ Geschichte beigebracht. Da braucht es eigenen Willen, um die Realität zu erkennen. Ich merke an mir selbst, dass die gelernten Ansichten zu diesem Thema (Holocaust!) tief eingeprägt sind. Da darf nicht wahr sein, was Realität ist!

        Und wie soll da eine kritische Masse zusammenkommen, um die Manipulationen zu verdammen!?

      2. Ganos

        Ja, das stimmt. Auf die geschichtliche Periode der von den USA gesponsorten „Farbenrevolution“ der Farbe braun in Deutschland 1933, der Zusammenarbeit der Hitleristen mit dem Zionismus, und all den schrecklichen Folgen davon, einschließlich WKII und Holocaust, wurden stark wahrheitsverdrehende Spins gesetzt und darüber ein dicker Schleier von Tabus gelegt, der obendrein noch garniert ist mit vielen falschen Spuren und hohen gesetzlichen Strafen für das Aussprechen von darauf basierenden Irrtümern. So ist es der Masse der Bevölkerung, nicht nur, aber insbesondere der deutschen Bevölkerung, praktisch unmöglich, sich zu dieser schrecklichen geschichtlichen Periode eine auf Kenntnis aller wichtigen Tatsachen basierenden Meinung zu bilden.

        Auf der Seite zu Israel finden sich da zum Beispiel einige Links zum alten Parteibuch, die auch die deutsche Geschichte betreffen, so etwa:

        Auszug aus Min Hametzar:

        http://web.archive.org/web/20101125013008/http://www.mein-parteibuch.com/blog/2010/07/08/auszug-aus-min-hametzar/

        Und: Die 10 Fragen des Rabbi Michoel Dov Ber Weissmandl

        http://www.derisraelit.org/2010/11/die-10-fragen-des-rabbi-michoel-dov-ber.html

        Wer sich als Deutscher von dem Thema einfach nur erschlagen fühlt, dem könnte ich empfehlen, Rabbi Cohen dazu einfach mal ein paar Minuten zuzuhören, hier (Deutsche Untertitel einschaltbar):

  2. 2 Gedanken zu dem Artikel

    1. Die demokratische Partei bzw deren Unterstützer seien laut dem Artikel „besonders“ links. Ich hatte mal irgendwo gelesen das gerade ein amerikanischer Präsident der demokratischen Partei erhebliche Grundsteine zur Liberalisierung des Finanzmarktes gelegt hat. In Anbetracht der daraus entstehenden weltweiten Krise (ca ab 2008) ist das keinerlei Linke Position.

    2. Es gibt eine Gruppe von Christen welche aufgrund biblischer Schriften die Juden als Herrscher über Jerusalem bei Beginn der Endschlacht als Voraussetzung für ihr „Seelenheil“ betrachtet.

    Siehe dazu auch
    > https://de.wikipedia.org/wiki/Christlicher_Zionismus
    > https://de.wikipedia.org/wiki/Harmagedon#Dispensationalismus

    In dem Zusammenhang las ich auch das derartige Schriften/Comics palettenweise bei Wal Mart verkauft werden.
    Derartiger Glaube ist wohl eher in der republikanischen als in der demokratischen Partei anzutreffen. Somit bedarf eventuell die demokratische weniger christlich Evangelikale Partei mehr Druck/Führung von Zionisten um Israel so zu unterstützen wie es die „Republikaner“ schon von sich aus machen.

    1. dirk

      Zum ersten: J.J: Goldberg verwendet ohne weiteres die Worte „rechts“ für die Republikaner und „links“ für die Demokraten. In unserem Artikel steht in unserem Kommentar dazu das Wort “linksliberal” als Adjektiv der demokratischen Partei in Anführungszeichen, eben um darauf hinzuweisen, dass “links“ und „liberal” im Kontext der Beschreibung der demokratischen Partei doch sehr relativ zu sehen ist. Bezeichnet man es etwa als „links“ und „liberal“ Frauen Abtreibungen zu erlauben anstatt sie „rechts“ und „konservativ“ per Gesetz auch bei ungewollten Schwangerschaften zum Gebären zu zwingen, dann ist die demokratische Partei der USA sicherlich „linksliberal“ – sieht man die Politik weiter als bis zum Erlauben oder Verbieten von Abtreibungen, dann ist die Berechtigung des Adjektivs „linksliberal“ für die demokratische Partei hingegen eher fraglich.

      Zum zweiten: In der Wikipedia wird meiner Meinung nach der wesentliche politische Hintergrund zum Erstarken des modernen – und sehr wirkmächtigen – christlichen Zionismus der USA verschwiegen. Meiner Meinung nach handelt es sich dabei vornehmlich um ein mit viel Geld – insbesondere jüdischem Geld – um beim Thema des Artikels zu bleiben, bewerkstelligtes theologisches Social Engineering Projekt zu politischen Zwecken. Anfang der 70er, gegen Ende des Vietnam-Krieges, gab es in der demokratischen Partei eine breite, von liberalem Konsens getragene Stimmung, den Militärhaushalt der USA drastisch reduzieren zu wollen. Hohe Militärausgaben sind Mist, sie führen nur zu Tod, Krieg und Verderben, und das Geld fehlt obendrein woanders, so in etwa lässt sich auch die Position von George McGovern, dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten 1972, zusammenfassen. Die Republikaner – deren Basis zu einem wesentlichen Teil aus christlich geprägten Wählern bestand – waren hingegen dagegen, die Rüstungsausgaben in „Gods own Country“ nennenswert zu reduzieren.

      Einigen jüdischen Vordenkern, die Israel besonders zugetan waren, und hinter ihnen stehenden jüdischen Großfinanziers der demokratischen Partei, passte es nicht, dass die demokratische Partei die US-Rüstungsausgaben drastisch reduzieren wollte. Ihre Sorge war, dass eine Reduzierung der US-Militärausgaben die „Sicherheit“ Israels gefährden würde. Sie wandten sich von der demokratischen Partei ab, und hin zur republikanischen Partei. Diese Gruppe wurde geführt von den Vordenkern Norman Podhoretz und Irving Kristol und ist heute berüchtigt als die Neocons. Ein schwacher US-Verteidigungshaushalt würde “ein Messer ins Herz von Israel treiben,” argumentierte Irving Kristol 1973.

      Nachzulesen war der Zusammenhang erst kürzlich hier im Parteibuch:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2016/03/17/rubios-niederlage-bedeutet-den-niedergang-der-neokonservativen/

      Eben zu jener Zeit erstarkte dann auch ganz zufällig der christliche Zionismus und es kamen die evangelikalen Mega-Churches auf, wo christlicher Zionismus gepredigt wurde, womit der Zionismus der Neocons in der republikanischen Partei eine Massenbasis bekam. Über die finanziellen Verbindungen von einigen führenden Predigern dieser Mega-Churches zu superreichen jüdischen Zionisten wurden meines Wissens zwischenzeitlich schon einiges geschrieben. Es liegt auf der Hand, dass zionistische Finanziers evangelikalen „Kirchen“ Geld gespendet haben, um dort christlichen Zionismus predigen zu lassen, und damit dem neokonservativen Projekt eine Massenbasis bei den Republikanern zu geben. Theologisch gesehen war das einfach, denn christlicher Zionismus steht wie Zionismus überhaupt dem traditionellen Antisemitismus dieser Kirchen sehr nahe. Der ideologische Treffpunkt von Zionismus und Antisemitismus besteht dann bekanntlich in der programmatischen Aussage, dass die Juden im Christentum ein Fremdkörper sind, der nicht in die christlichen Staaten, sondern möglichst bald nach Israel gehört. Die Kooperation von Antisemiten und Zionisten auf der Basis dieser Programmatik hat ab 1933 in Deutschland funktioniert, und sie funktioniert auch beim christlichen Zionismus der USA.

      Und das klappte in den USA auch machtpolitisch, mit Reagan kamen die Neocons in weiten Teilen zu der von ihnen gewünschten Politik hoher Militärausgaben und auch teilweise in Amt und würden, bevor sie unter George W. Bush die Macht wirklich übernehmen konnten, und dann durchsetzten, was sie immer schon wollten, Krieg, Krieg und nochmal Krieg, und alles für Israel. Und heute sind christliche Zionisten neben den Neocons die fanatischsten Unterstützer des israelischen Apartheidregimes in den USA.

  3. Die geistige (verschworene) Gemeinschaft scheint ein Riesenvorteil zu sein. Wenn dann noch die passenden Strategien (Geld) und Werte dazu kommen, viell. sogar eine Berufung und das Wissen und den listigen Intellekt, dann steht der Macht dem Monopol nichts mehr im Wege…

    1. Friedhelm

      der wesentliche Punkt für den Zusammenhalt dieser Gemeinschaft dürften der Antisemitismus und der Holocaust sein, und die sich daraus speisende Vernichtungsangst, ob sie heute nun noch rational angemessen ist oder nicht. Kollektive Angst ist ein Gefühl, dass Menschen kollektiv zusammenrücken lässt.

      Von Israel und der Israel-Lobby wird dieses riesige Gefühl der übergroßen Angst in der jüdischen Bevölkerung gezielt wachgehalten, um nicht zu sagen, geschürt, um es für die Zwecke der Lobby ausnutzen zu können.

      Siehe dazu etwa:

      „Defamation“ von Yoav Shamir

      youtube.com/watch?v=2PjicVDXXhU

      und „Pilgerfahrt nach Auschwitz“ von Iris Hefets:

      http://www.taz.de/!5146355/

    1. Torsten B.

      Die „Protokolle“ sind tatsächlich ein Machwerk rechter Reicher, die damit Antisemitismus schüren wollten, um das dazu benutzen, die mit vielen jüdischen Aktivisten besetzte linke, sozialistische Arbeiter- und Bauernbewegung zu diskreditieren. Tatsächlich steckten damals reiche zionistische Juden, nicht, wie mit den „Protokollen“ suggeriert, mit jüdischen Aktivisten der Arbeiterbewegung, sondern mit dem christlichen Zaren und seinen Schergen unter einer Decke.

      Das Auffliegen – und die zurecht erfolgte globale Diskreditierung – dieser brutalen antisemitischen Fälschung hätte der Welt Mahnung sein sollen. Doch ähnlich wie es mit Orwells 1984 geschehen zu sein scheint, sahen einige darin wohl nicht eine Mahnung, sondern eine Anleitung.

      Die als antisemitische Fälschung aufgeflogenen „Protokolle“ machen es heute umso schwieriger über den Einfluss von zionistischen Juden mit Geld und Medien auf die Politik zu reden, weshalb ihr derartiges Wirken, auch wenn es katastrophale Folgen hat, wie etwa am Irak-Krieg zu sehen ist, weitgehend ohne Kritik erfolgen kann.

  4. @ Ganos,

    Folgende Schlüsse sind zu ziehen. Es ist nicht gerecht und keineswegs basisdemokratisch, wenn einige wenige Reiche ihren Reichtum dazu benutzen, die Politik der Regierung ihres Heimatlandes in einer Weise zu beeinflussen, dass sie nicht nur den Interessen des Heimatlandes widerspricht, sondern noch dazu einen Staat unterstützt, der seit Jahrzehnten Vertreibung, Mord, Krieg, Folter, Apartheid, Diebstahl auf seine Fahnen geschrieben hat.

    Wo bitte steht, dass die Zugehörigkeit zum Judentum verachtenswert ist? Verachtenswert ist aber die vorsätzliche, nicht im Interesse der USA, geschweige des Restes der Welt liegende Manipulation mittels Wahlkampffinanzierung, die nichts anderes als Bestechung ist. Es handelt sich übrigens in der Tat um eine lange geplante Weltverschwörung des Zionismus (natürlich mit begleitender Gehirnwäsche der jüdisch Gläubigen, die auch nur übergeordneten Interessen dienen). Eine Begrenzung gesellschaftlicher Gruppen auf ihren Bevölkerungsanteil wäre dann zu begrüssen, wenn sie denn nur die Interessen ihrer Gruppe vertreten und nur die Mitglieder ihrer Religionsgruppe fördern und unterstützen und ihr Potential stattdessen dafür nutzen, ein gesamtes Volk seiner Entwicklungsmöglichkeit zu berauben, wie im Fall der Palästinenser.

    @ Parteibuch

    Was JStreet betrifft, eindeutig stark pro Israelisch. Es ist zwar ein Anfang und nachdem ich mir das Video gestern angesehen habe, hat mir Frau Schriok am besten gefallen. Sie hat einen klaren Stil und schwafelt nicht herum. Sie hat einige bemerkenswerte Dinge gesagt, wie das Parteibuch oben übersetzt hat. Man spürt leider bei den jüdischen Mitdiskutanten immer noch eine sehr verhaltene Kritik, wenn es um Israel und zB Gaza geht. Es wird tatsächlich auf Umfragen herumgeritten, wonach einige US Bürger meinten Hamas wäre Schuld gewesen am Gaza Krieg und andere meinten Israel wäre schuld gewesen. Ich weiss, wahrscheinlich ist das allein schon ein riesen Fortschritt, dass es überhaupt Amerikaner gibt, die Israel die Schuld geben.

    Interessant war, dass es offensichtlich einen Stimmungswechsel unter den Juden in Amerika gibt und Israel nicht mehr der uneingeschränkten Symphatie sicher sein kann.

    Meine Frage hier, wie kam es zu diesem Stimmungswechsel. War das nur der Iran deal? Identifizieren sich die jungen Juden eben doch mehr mit Amerika? Hat Netanjahoo überzogen? Warum hat er sich so plump gegenüber dem besten Freund verhalten?

    Dass das Projekt Israel schwächelt zeigt das ständige Erwähnen der Zweitstaatenlösung, die ja schon längst vom Tisch war und die man plötzlich wieder so interessant findet. Das hängt wohl mit dem insgesamt schwindenden Einfluss und der Neuorientierung der USA zusammen. Ich sehe das Vorpreschen der Israelis in Bezug auf den Golan und auch die von den Diskussionsteilnehmern bei Jstreet geäusserte Hoffnung auf eine Zweistaatenlösung als Zeichen, dass Israel durchaus Angst haben muss, am Ende mit einer Einstaatenlösung darzustehen. Um jemals das Ziel eines jüdischen Staates zu erreichen, muss es für Israel die Zweistaatenlösung geben.

    1. Demeter

      „Meine Frage hier, wie kam es zu diesem Stimmungswechsel. War das nur der Iran deal? Identifizieren sich die jungen Juden eben doch mehr mit Amerika? Hat Netanjahoo überzogen? Warum hat er sich so plump gegenüber dem besten Freund verhalten?“

      JJ Goldberg sagt in der Diskussion in obigem Video, wenn ich mich recht erinnere, dass die Neocons es mit dem Krieg gegen den Irak überzogen haben. Die Juden der USA sind mehrheitlich Demokraten und liberal, und sie wollen nicht dafür verantwortlich gemacht werden, ihr Heimatland USA in einen verheerenden Krieg zum Erfüllen der Wünsche rechter Israelis getrieben zu haben. Netanjahu wird dabei natürlich als ein führender, oder der führende Neocon gesehen. Mit seinem, für den geschmack vieler US-Juden zu rabiaten militärischen Vorgehen in Gaza hat Netanjahu sich weiter von vielen US-Juden entfremdet, und erst recht mit seiner Fehde gegen den demokratischen US-Präsidenten. Hinzu kommt, dass es vielen Juden in den USA immer klarer wird, dass Netanjahu und seine Leute nicht wie viele liberale Juden einen Frieden in Sicherheit und den Grenzen einer Zweistaatenlösung wollen, sondern das ganze Land vom Meer bis zum Fluss und noch mehr. Dieser Split im US-Judentum zieht sich offenbar auch bis in die reichsten jüdischen Kreise.

      Eine Vermutung des Parteibuchs: Bei dem Split könnte auch eine Rolle spielen, dass einige sehr reiche Juden die fortgesetzt aggressive und friedensunwillige Politik von Netanjahu und den Neocons möglicherweise als „geschäftsschädigend“ betrachten, etwa was das Geschäft in China, Russland und die BRIC-Staaten betrifft. Das würde auch erklären, warum anscheinend sehr großes jüdisches Geld Obama und seine in vielerlei Hinsicht im Widerspruch zu Netanjahu stehende politische Linie unterstützt. Tom Steyer, Hedgefund-Manager und jüdischer Größtspender an die Demokraten mit Sitz in Kalifornien, scheint etwa wichtige Ostasiengeschäfte zu machen oder jedenfalls gemacht zu haben. Die Vermutung, dass auch Geschäftsinteressen reicher Juden hinter dem Split stehen könnten, wurde vom Panel bei J Street aber nicht diskutiert.

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