Trump und Clinton gewinnen in New York jeweils hoch

Am Tag der Vorwahlen in New York war es Umfragen zufolge ziemlich klar, dass Trump und Clinton in New York gewinnen. Die Frage war bloß, wie hoch. Inzwischen ist die Antwort klar: hoch. Hier ist der Liveticker des Parteibuchs zu den Vorwahlen in New York.

05:55h MESZ: Das Parteibuch beendet hiermit den Ticker. Das war kein guter Wahlabend für Sanders.

05:40h MESZ: Der Auszählungsstand beträgt mittlerweile 93% und inzwischen ist es klar, dass sowohl Trump als auch Clinton hoch gewonnen haben:

Viel wird sich daran nicht mehr ändern. Trump liegt demnach mit 60,3% vor Kasich mit 25,1% und Cruz mit 14,6%. Auf der republikanischen Spur wurden Trump bislang 89 von 95 Delegierten zugeordnet, Kasich 2 und 4 sind npch übrig. Trump hat in New York einen haushohen Sieg erzielt und dabei zwar nicht alle, aber fast alle Delegierte gewonnen.

Auf der demokratischen Spur sieht es so aus, dass Israels Darling Clinton mit 57,7% vor Sanders mit 42,3% liegt. Clinton hat von den 247 demokratischen Delegierten in New York bislang 129, Sanders 98 zugeordnet bekommen und 20 sind noch übrig. Clintonnhat damit ihre guten Erwartungen der Umfragen leicht übertroffen.

Es gibt allerdings einige Berichte, dass es auf der demokratischen Spur zu Unregelmäßigkeiten bei den Wählerlisten gekommen sein soll, mit potentiell bis zu 120.000 betroffenen Wählern, denen die Stimmabgabe verweigert wurde. Das könnte zwar nicht den Unterschied zwischen Sieg oder Niederlage, aber den Unterschied zwischen einem hohen und einem eher knappen Sieg ausmachen.

Bei der Kampagne von Sanders dürfte man sich die Frage stellen, was mehr für das schlechte Wahlergebnis verantwortlich war: das Anheuern von Simone Zimmerman oder ihre Suspendierung kurz danach. Was sich ansonsten sagen lässt, ist dass es zumindest denkbar ist, dass Sanders für seine Kritik am zionistischen Regime abgestraft worden ist

04:10h MESZ: Der Auszählungsstand beträgt nun 54%, Clinton wurde auf der demokratischen Spur zur Siegerin ausgerufen und ihr Vorsprung auf Sanders beträgt momentan mehr als 18%:

Wie zu sehen ist, wurden auf der demokratischen Spur auch erste Delegierte zugeordnet, demnach bekommt Clinton aus New York erstmal 104 und Sanders 85. Da folgen dann aber noch weitere Delegierte – schließlich gibt es auf der demokratischen Spur in New York 247 zu gewinnen.

03:40h MESZ: Beim Auszählungsstand von etwa 30% liegt Trump auf der republikanischen Spur mit deutlich über 60% ganz weit vorn, und Clinton liegt etwa bei einem 60% zu 40% Vorsprung auf Sanders, wurde aber immer noch nicht als Siegerin ausgerufen:

03:20h MESZ: Eine Exit-Poll von CNN sieht Hillary Clinton auf der demokratischen Spur nur mit 52% zu 48% vorn. Das wäre für Sanders nicht nur wieder mal viel besser als alle Umfragen, sondern fast so gut wie ein Sieg.

03:10h MESZ: Die NYT meldet Trump als Sieger auf der republikanischen Spur, Clinton auf der demokratischen Spur hingegen noch nicht, jedoch bei weniger als 1% Auszählungsstand klar in Führung liegend.

03:00h MESZ. Soeben haben in New York die Vorwahllokale geschlossen und in etwa einer halbe Stunde später ist mit belastbaren Ergebnissen zu rechnen. Auf der demokratischen Spur geht es in New York um 247 Delegierte, die im Großen und Gnazen proportional zum Wahlergebnis verteilt werden. Auf der republikanischen Spur geht es demgegenüber um 95 Delegierte, die nach dem Prinzip „Gewinner bekommt Alles“ auf der Ebene des Bundesstaates und einzelner Wahlbezirke verteilt werden. Die Vorwahlen in New York sind geschlossen, das heißt, Wähler mussten schon lange vorher, teilweise schon im Oktober letzten Jahres, als Anhänger der Partei registriert sein, für die sie heute abstimmen, wovon insbesondere Hillary Clinton profitieren dürfte.

Auf der republikanischen Spur sieht die Umfragelage so aus, dass Trump einen riesigen Vorsprung hat, und mit seinem Sieg fest zu rechnen ist:

Ein klein wenig spannend ist nur noch die sekundäre Frage, ob Trump alle Wahlbezirke und damit auch wirklich alle Delegierte gewinnt. AP sieht Trump vor den New Yorker Vorwahlen mit 756 vor Cruz mit 559 und Kasich mit 144 Delegierten liegen. Für eine absolute Mehrheit auf dem Wahlparteitag braucht Trump 1237 Delegierte, und vor New York sind noch 826 im Topf. Gewinnt Trump alle oder so gut wie alle Delegierte in New York, dann steigen seine Chancen, die absolute Mehrheit von 1237 noch zu knacken. Gibt er hingegen viele Delegierte ab, stehen seine Chancen schlechter. Verfehlt Trump die absolute Mehrheit könnte es zu einem Versuch des Establishments kommen, auf dem Nominierungsparteitag im Juli anstelle von Trump jemand anders als Präsidentschaftskandidaten der Republikaner zu nominieren.

Auf der demokratischen Spur sieht die Umfragelage so aus, dass Hillary Clinton rund 10 bis 15% Vorsprung vor Sanders vorausgesagt werden.

Würde es Bernie Sanders noch gelingen, in New York an Hillary Clinton vorbeizukommen, wäre das eine dicke Überraschung. Rechnen sollte man damit aber nicht. Allerdings muss Sanders in Clintons politischem Heimatstaat New York – Clinton war für New York Senatorin – auch gar nicht gewinnen, um weiterhin im Rennen bleiben und Chancen haben zu können. Eine kanppae Niederlage in New York würde es ihm erlauben, durchaus chancenreich weiterzumachen, und darauf zu bauen, dass er den Vorsprung an Delegierten von Clinton später im Wahlkalender noch aufholen kann. Und immer besteht die Möglichkeit, dass Clinton noch wegen ihres Emailservers von der Staatsanwaltschaft angeklagt wird und damit aus dem Rennen katapultiert wird. Clinton hingegen braucht in New York unbedingt einen Sieg, und möglichst nicht schlechter als ihre Umfragewerte, um so ihre Standfestigkeit gegen das Momentum von Sanders zu demonstrieren.

AP listet an Wahldelegierten vor den New Yorker Vorwahlen 1289 für Clinton und 1045 für Sanders, was einen Vorsprung von 244 Wahldelegierte für Clinton ergibt. Andere Rechnungen sehen Clinton hingegen mit weniger als 200 Delegierten vorn.

6 Gedanken zu “Trump und Clinton gewinnen in New York jeweils hoch

  1. Das ist sowas von „Wurscht“, wer da „gewinnt“. Es ist eine Wahl zwischen Pest und Cholera! Beides sind Vertreter der aggressivsten imperialistischen Kräfte der USA!

    1. @sascha313: Von welcher Wahl redest Du? Es gab Vorwahlen bei 2 Parteien mit derzeit noch 5 Kandidaten. Ich kann, bezogen auf Abstimmungsverhalten in der Vergangenheit, doch deutliche Unterschiede zwischen den Kandidaten erkennen; jetzt zwischen Sanders und Clinton.

  2. Es mehren sich die Anzeichen, dass bezüglich der demokratischen NY Primaries intensiv zu Gunsten H.Clinton manipuliert wurde:

    https://deutsch.rt.com/nordamerika/37906-hillary-clinton-und-donald-trump/

    http://thehill.com/blogs/ballot-box/presidential-races/276918-sanders-rails-against-voter-irregularities-closed-primary

    https://www.rt.com/usa/340293-ny-primary-voting-problems/

    Dabei ist die grundlegende Frage nach der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Wahlmaschinen noch garnicht angesprochen.

  3. US-Vorwahlen: Geschlossene Gesellschaft
    Vorwahlen auf „amerikanisch“ – ein völlig neues Demokratiegefühl

    Die Newsseite The Hill bemerkte, dass viele dieser restriktiven Vorschriften regelrechte „Hürden“ bei der Wahlteilnahme der überwiegend jugendlichen Anhängerschaft des linken Herausforderers errichten würden:

    Die Sanders-Kampagne hat Rekorde bei der Mobilisierung gebrochen und seine Unterstützung bei den jungen Wählern ist beachtenswert, aber das Vorwahlsystem macht es sehr neuen Wählern sehr schwer.

    Im Klartext: Ein großer Teil der Sanders-Anhänger konnte im Heimatland der Demokratie an dem demokratischen Prozess nicht teilnehmen.

    Dabei waren es gerade diese unabhängigen Wähler, die dem linken Underdog zu seinen spektakulären Wahlsiegen gegen Clinton verhalfen, wie etwa das Beispiel Michigans zeigt. Dort konnte Clinton innerhalb der parteigebundenen Demokraten zwar gewinnen, doch stimmten rund 70 Prozent der parteiungebundenen Wähler für Sanders. Ähnlich restriktive Verfahren – bei denen nur registrierte Demokraten abstimmen dürfen – herrschen auch bei den kommenden Vorwahlen in Pennsylvania und Maryland, wie The Atlantic ausführte, so dass hier Clinton ebenfalls auf ähnliche „exklusive“ Siege zählen kann.

    Dabei hatten selbst viele registrierte Demokraten bei der Vorwahl in New York alle Mühe, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Mitunter scheint es im Vorfeld der Vorwahl zu regelrechten Säuberungen der Wählerlisten gekommen zu sein, wie sie eher in Ländern gang und gäbe sind, in denen Washington militärisch interveniert. Rund 125.000 Wähler in Brooklyn – dem Stadtteil, in dem Sanders geboren wurde und aufwuchs – wurden aus den Wählerlisten entfernt, ohne eine Möglichkeit zu haben, sich wieder einzuschreiben, da ja die Frist hierfür bereits im Oktober verstrichen war. 2008 hat Clinton bei den Vorwahlen in New York die niedrigste Unterstützung gerade in Brooklyn erhalten.

    Eine kleine Ergänzung, neben Wyoming gab es auch in Missouri ähnliche Verfälschungen des Wählerwillens.

    Wyoming Caucuses. Sanders 55,7% nur 7 Delegierte
    Clinton 44,3% jedoch 11 Delegierte

    Missouri Primaries Sanders 49,4% nur 34 Delegierte
    Clinton 49,6 % jedoch 46 Delegierte

    Noch eine sehr interessante Ergänzung:
    Der Bundesstaat NY ist ja nicht nur auf die Stadt NewYork (die allerdings die meisten Wahlstimmen stellt) sondern auch das flache Land bis hin nach Buffalo.
    Bemerkenswert ist nun, dass Sanders (fast) alle ländlichen Wahlbezirke (außer Buffalo und Rochester) für sich entschied.
    Teilweise war dort sein Vorsprung vor Clinton 20-30 %.
    Die dortigen Wahllisten waren im Gegensatz zu NewYork City jedoch i.d.R. offen.
    Wenn also die o,g, Wahlbehinderungen zu ungunsten Sanders nicht vorgenommen wären, hätte er einen (überwältigten?) Wahlsieg eingefahren.
    http://www.heise.de/tp/artikel/48/48011/1.html

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