Ein recht ruhiger Sonntag Morgen in Aleppo

Nach den schweren Kämpfen der letzten Tage ist der heutige Sonntag Morgen in Aleppo vergleichsweise ruhig.

Gestern hat es östlich von Khanaser eine größere Attacke von ISIS-Terroristen in Richtung der Versorgungslinie zwischen Damaskus und Aleppo gegeben. Die Terroristen haben dabei auch einige Dörfer erobert, doch wirklich nahe gekommen sind sie der Versorgungslinie nicht und auch das Unterbrechen der Versorgungslinie ist ihnen nicht gelungen. Am Abend wurde dann gemeldet, dass ISIS wesentliche zuvor eroberte Punkte östlich von Khanasser wieder verloren hat.

In der Stadt Aleppo gab es gestern in der Gegend des Bezirks Salaheddin einen Versuch von Terroristen, von der Regierung gehaltenes Gebiet zu infiltrieren. Die syrische Armee hat darauf reagiert, indem sie ihrerseits in von Terroristen und Rebellen gehaltenes Gebiet in der Gegend von Salaheddin vorgerückt ist, und diesen Versuch einer terroristischen Offensive in der Gegend des Bezirks Salaheddin damit im Keim erstickt hat. An den Fronten in Handarat und Al Eis, wo die Attacken von Terroristen unter Führung von Al Kaida in den ersten Tagen des Aprils besonders heftig waren, ist es nach vorübergehenden Gegenoffensiven der syrischen Armee und ihrer Partner dort ohnehin schon seit ein paar Tagen vergleichsweise ruhig.

Am frühen Morgen des heutigen Sonntags veröffentlichte die staatsnahe syrische Zeitung „Watan“ zur Lage in und um Aleppo einen Artikel, indem sie sich mit dem Ergebnis der Armeeoperationen im Grunde erstmal zufrieden zeigt. Wesentliches Ziel, heißt es, sei es gewesen, nicht nur die unter Bruch des Waffenstillstandes erfolgten Offensiven der Terroristen zurückzuschlagen und den Terroristen dabei schwere Verluste zuzufügen, sondern den Terroristen und ihren Unterstützern mit der Gegenoffensive in Handarat und dem Gebiet der Malah-Farmen auch klarzumachen, dass die syrische Armee und ihre Partner jederzeit in der Lage sind, die von Rebellen beherrschten Stadtteile von Aleppo einzukesseln. Die so an die Terroristen, Rebellen und ihre Unterstützer im Ausland ausgesandte Botschaft soll sein, dass sie sich an den Waffenstillstand halten müssen, und wenn sie das nicht tun, sie damit rechnen müssen, dass sie dann den Zugang zu den von Rebellen gehaltenen Stadtteilen verlieren.

Ob die Botschaft bei den Terroristen und ihren Unterstützern angekommen ist, und ob das bereits das Ende der vor rund einer Woche angekündigten Großoffensive der syrischen Armee im Raum Aleppo, für die offenbar immer noch Verstärkung in Aleppo eintrifft, darstellt, bleibt freilich abzuwarten.

Bislang ist der heutige Sonntag Morgen in Aleppo aber jedenfalls erfreulich ruhig.

Nachtrag 19:00h MEZ: Wie SANA mitteilt, gab es bei Sniper- und Artillerieattacken von Terroristen in den Provinzen Aleppo und Idlib am Sonntag zehn Tote und eine Reihe weiterer Verletzte, die meisten davon im Aleppiner Stadtteil Salaheddin. Des Weiteren meldet SANA, dass die syrische Armee am Sonntag ihre Operationen zur Bekämpfung von Positionen von Terroristen auch in der Provinz Aleppo fortsetzte.

2 Gedanken zu “Ein recht ruhiger Sonntag Morgen in Aleppo

  1. Liebe Parteibuch
    Laut meinen Quellen haben SAA Einheiten und Verbundete ein Gegenofensive in Raum Khanaser Strasse seit gestern gestaret. Noch gestern haben IS auf ihren Seiten Bilder gestellt wo zeigt erbeutete Waffen darunter mehrere Wagen und sogar Panzer T-72. NDF ist wieder bei erste Gefahr geflohen. Es ist so ärgerlich, dass Gebiete werden leicht verloren. Seit gestern Nachmittag ist SAA in Ofensive und haben mehrere Punkte zurückerobert aber noch nicht alle. Auch Oel Felder Darayhim und Dorf Zabad ist noch unter ihre Kontrolle wie ehmalige Militär Base.
    Ich glaube nicht an einen Freiwilige Rückzug Syrische Truppen aus Handarat Camp. Ich weiss wie Soldaten Ticken und nach einen Harte Kampf bei welchen Kolegen gestorben sind, sich zurückziehen ist todlich für Moral jede Truppe. SAA würde einfach rausgeworfen. Das zeigt, dass Verstärkungen aus Turkei und Saudie Arabien haben Gleichgewicht geschaft und deswegen niemand redet mehr von Saudische Intervention weil sie schon stattgefunden hat. Traurig auch Westliche Waffenlieferungen an Jordanien und dann weiter nach Syrien zu ISlamisten. In Ost Damaskus hat SAA auch kleine Vorschritten gemacht. Paar Hügel in Wüste. In Süd Aleppo bei Al Eis ist weitere Vorgehen nach Verlusten zur Zeit nicht möglich. Und es ist fraglich welche Gewinne hat SAA in Aleppo statt gemacht und ob sie sie halten kann?

  2. Ein Grund für das „Vertreiben binnen Stunden – Wiedereinnehmen binnen Tage oder Wochen“sehe ich darin, daß die Kopfabschneider das Gebiet sehr gründlich während ihrer „Spritztouren“ bearbeitet haben und ihre Saat sprich Sprengfallen und Minen hinterließen. DFas übrigens könnte ein Grund sein für ihre Überfälle: nicht Gebietseroberung, sondern nachhaltige Beschäftigungsterapie. Muß ja alles mühsam entmint werden und abgesucht, was Kräfte bindet.

    Könnte eigentlich die SAA auch ihrersets machen zur Sicherung der einzigen Straße des Lebens. Das würde ISIS zumindest massiv das Vorankommen erschweren.

    – Konrad Fitz –

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