Bernie Sanders hat weiter aufgeholt

Bernie Sanders, der einzige Kandidat zur US-Präsidentschaftswahl 2016, der keinen Bückling vor AIPAC macht, hat gestern im US-Bundesstaat Wisconsin die Vorwahlen auf der demokratischen Spur mit 56,6% zu 43,1% gegen die von der zionistischen Mafia unterstützte Kandidatin Hillary Clinton gewonnen und damit elf Delegierte aufgeholt, womit sein Rückstand an Wahldelegierten auf Clinton nach AP-Rechnung nunmehr noch 252 Delegierte beträgt.

Bernie Sanders hat gegenwärtig einen Lauf und fährt Sieg über Sieg ein. Sechs der sieben letzten demokratischen Vorwahlen hat er gewonnen.

Auch in nationalen Umfragen steht der Anti-Kriegs-Kandidat Sanders gegen die serielle Angriffskriegsverbrecherin Clinton so gut wie nie zuvor da. Das aus allen Umfragen gebildet Aggregat der HuffPo sieht Sanders national gegenwärtig nur noch 6,4% hinter Clinton, so wenig wie nie zuvor.

Zu sehen ist darin, dass die Umfragenwerte von Sanders seit etwa zwei Wochen wieder einen klaren Aufwärtstrend aufweisen, während die Werte von Clinton fallen. Um seinen Rückstand an Delegierten gegen Clinton aufzuholen, reicht es aber natürlich nicht, wenn Sanders weiterhin knapp gegen Clinton zurückliegt. Um Clinton in der Delegiertenrechnung noch zu überholen, muss Sanders gegen Clinton von nun an möglichst klar gewinnen.

Das ist im HuffPo-Umfragenaggregat oben so noch nicht zu sehen. Betrachtet man im HuffPo-Aggregator allerdings nur die Live-Phone-Umfragen und nimmt die preiswerten Internet-, IVR/Online- und Robocall-Umfragen aus der Betrachtung heraus, dann sieht es plötzlich so aus, dass Sanders im Aggregat zu den landesweiten Umfragen erstmals mit 0,3% vor Clinton liegt. Nachfolgend findet sich das HuffPo-Aggregat nur für Live-Phone-Umfragen, erstellt indem bei HuffPo auf „Create your Own“ geklickt und dann unter „Pollsters“ nur Live-Phone eingeschaltet lassen wurde.

Wer die Gegenprobe macht und den HuffPo-Aggregator nur Internet-, IVR/Online- und Robocall-Umfragen berücksichtigen lässt, stellt fest, dass Clinton da gegenwärtig auf einen Vorspung von 9,3% kommt. Man mag den Unterschied von 9,3% Vorspung für Clinton bei automatisierten Umfragen gegen 0,3% Vorspung für Sanders bei persönlichen Telefon-Interviews für Zufall halten, der Ausreißern geschuldet ist. Möglicherweise ist das auch so. Andererseits ist der Unterschied dafür erstaunlich groß, und es ist bekannt, dass Umfrageinstitute Gefälligkeitsumfragen erstellen, die Kunden über gezielt gemachte Fehler wie eine schlechte Stichprobenauswahl Ergebnisse nach Wunsch liefern können. Und gerade bei Umfragen zu Vorwahlen lassen sich Umfragenergebnisse aufgrund der üblicherweise sehr niedrigen Wahlbeteiligung über die Stichprobenauswahl besonders gut manipulieren, wobei eine schlechte Prognose in nationalen Umfragen nicht mal durch die tatsächliche Wahl auffliegen kann, weil die Vorwahlen im Unterschied zu Umfragen schließlich nicht alle in einem sehr kurzen Zeitraum landesweit durchgeführt werden, sondern sich über Monate hinziehen, wo die Werte sich ebenso wie die Meinungen der Vorwähler natürlich im Verlaufe der Zeit ändern.

So kann man also etwa den Verdacht haben kann, dass die unterschiedlichen Ergebnisse sich daraus erklären, dass preiswerte automatische Umfragen häufiger für Gefälligkeitsumfragen eingesetzt werden. Verstärkt wird der Verdacht auf Gefälligkeitsumfragen dadurch, dass die Umfragen zu Wisconsin völlig dabei versagt haben, den hohen Sieg von Sanders in Wisconsin vorherzusagen. Manche Umfragen haben zwar Sanders in Wisconsin vorn gesehen, doch allgemein war dabei ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhergesagt worden. Das 56,5%-Ergebnis von Sanders in Wisconsin lag nun um 5,5% höher als sein bester Umfragewert in Wisconsin und satte 15,5% über dem niedrigsten Umfragewert für ihn in der Vorwahlwoche. Clinton hingegen blieb mit ihren 43.1% in Wisconsin 5,9% unter ihrem besten Umfragewert der Vorwahlwoche und gerade einmal 0,1% über ihrem schlechtesten Umfragewert für Wisconsin. Umfragefirmen erklären schlechte Prognosen natürlich nicht mit Gefälligkeitsumfragen, sondern mit schwer vorhersagbaren massenhaften Spontanentscheidungen von Wählern am Wahltag, und da mag auch was dran sein, obwohl das natürlich keine gute Erklärung für die oben gezeigten grob unterschiedlichen Werte zwischen persönlichen und automatisierten nationalen Umfragen ist.

Aber warum auch immer, Tatsache ist, dass die Umfragen zu den Vorwahlen in Wisconsin Sanders allesamt stark unterschätzt und Clinton meist recht deutlich überschätzt haben. Und dieses Phänomen, gleich ob dafür Korruption von Umfragefirmen oder massenhafte Spontanentscheidungen von Wählern ursächlich sind, erlaubt es, zu sagen, dass Bernie Sanders doch noch eine realistische Chance auf die Nominierung als Präsidentschaftskandidat auf der republikanischen Spur hat. Nächste Woche werden auf der demokratischen Spur in Wyoming zwar nur zwölf Delegierte vergeben, was sich aufgrund der proportionalen Verteilung der Delegierten entsprechend des Wahlergebnisses auf die Delegiertenrechnung praktisch gar nicht auswirkt, aber in zwei Wochen sind dann die Vorwahlen in New York, wo auf der demokratischen Spur 247 Delegierte proportional zum Wahlergebnis vergeben werden. New York ist, weil sie für New York Senatorin war, so etwas wie ein Heimatstaat von Hillary Clinton, und mit einem dicken Sieg über Bernie Sanders in New York könnte sie seine Chance auf die Nominierung so ziemlich zunichte machen. Und Umfragen sehen Hillary Clinton in New York deutlich vorn.

Die Anzahl der Umfragen zu den Vorwahlen in New York ist noch klein, aber die beiden zuletzt durchgeführten Umfragen, eine Online-Umfrage und eine persönliche Telefonumfrage, sehen Clinton in New York mit jeweils 10 beziehungsweise 12% vor Sanders. Klar zu sehen ist dabei aber auch der Aufwärtstrend von Sanders. Die Robocall-Umfrage von Mitte März, die Clinton in New York 48% vor Sanders sah, kann man getrost als Ausreißer oder Gefälligkeitsumfrage gedanklich in der Rundablage ablegen. Im Januar und Februar sahen die Umfragen Clinton in New York meist über 20% vor Sanders, nun sind es eher 10%. Sollte sich in New York in Bezug auf die Umfragen ein ähnlicher Effekt wie in Wisconsin einstellen, nämlich dass Sanders in Umfragen – warum auch immer – unisono klar unterschätzt und Clinton überschätzt wird, dann kann Sanders in New York nicht nur eine dicke Klatsche vermeiden, was er muss, um sich die Chancen auf die Nominierung über einen dicken Sieg über die 475-Delegierten-Vorwahlen in Kalifornien im Juni zu erhalten, sondern dann kann Sanders sogar New York gewinnen und sogar in Clintons Heimatstaat Delegierte gegen Clinton aufholen.

Bernie Sanders selbst scheint mit einem Sieg in New York durchaus zu rechnen, wie er in einem kurz vor der Wahl in Wisconsin mit RT geführtem Interview erklärte:

Und Bernie Sanders hat wohl auch durchaus einen Punkt, wenn er sagt, dass er mit einem Sieg in New York auf einer Welle bis ins weiße Haus reiten könnte, denn in Umfragen zur Wahl gegen den mutmaßlichen republikanischen Kandidaten Trump liegt Sanders weit vorn. Spannend ist dabei die Frage, wie Sanders mit der Hitze der Massenpropagandamedien derLobby zurechtkommt, die, offenbar weil sie gemerkt haben, dass Sanders doch noch gewinnen und ihr Pferdchen Clinton ins Aus befördern könnte, plötzlich unisono dazu übergegangen zu sein scheinen, Bernie Sanders nicht mehr zu ignorieren, sondern ihn stattdessen zu attackieren. Die mediale Angriffsstrategie der Lobby zur Bekämpfung von Sanders ist nicht nur eine Gefahr für Sanders, sondern sie bietet ihm auch eine Chance. Trump zum Beispiel haben die wütenden Attacken der Medien auf ihn erst richtig populär gemacht, und Sanders könnte gleiches gelingen.