Schwere Kämpfe in der Provinz Aleppo dauern an

Terroristen von Al Kaida und sogenannte „moderate Rebellen“ setzten auch am heutigen Mittwoch unter Bruch der Waffenruhe ihren Großangriff zur Eroberung des kurdisch geprägten Aleppiner Stadtteils Sheikh Maqsud fort, während sich südlich von Aleppo eine Gegenoffensive der syrischen Armee und ihrer Partner in der Anfangsphase befindet. Anderslautenden Gerüchten zum Trotz hat es dabei heute in der Provinz Aleppo keine Verschiebung der Fronten gegeben.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA teilte am Mittwoch Nachmittag mit, dass durch den neuerlichen Beschuss Sheikh Maqsuds mit Raketen und Mörsern durch Terroristen mindestens ein Zivilist getötet wurde und 17 weitere verletzt wurden. Wie bereits gestern verschwieg SANA auch heute wieder, dass es sich bei den Attacken nicht um isolierte Terrorangriffe, sondern um einen großangelegten Versuch der Erstürmung von Sheikh Maqsud handelt.

Diese gestern vom Parteibuch vorgenommene Bewertung wurde nun jedoch vom westlichen Propaganda-Apparat bestätigt. Die französische Propaganda-Schleuder AFP meldete am heutigen Mittwoch unter Berufung auf das „gemäßigten Rebellen“ in Syrien nahestehende britische SOHR, dass Rebellen, einschließlich Ahrar Al Sham und Al Kaida, versuchen, Sheikh Maqsud zu erobern, um von dort aus weitere Angriffe auf syrische Regierungstruppen zu starten, sie dabei gestern 18 Zivilisten, darunter eine schwangere Frau und drei Kinder, getötet haben, die Rebellen den Angriff auf Sheikh Maqsud am heutigen Mittwoch fortgesetzt haben, und dass dies „eine sehr klare Verletzung der Waffenruhe“ durch die Rebellen sei. Sollten die SDF und die YPG einerseits sowie die syrische Armee und ihre Partner andererseits in den nächsten Tagen in der Umgebung von Sheikh Maqsud zur Gegenoffensive übergehen und da dann im großen Maßstab Terroristen und „Rebellen“ eliminieren, dann dürfte es den „Rebellen“ und ihren westlichen und türkischen Unterstützern damit schwerfallen, diese Gegenoffensive als unprovozierte syrische Aggression zu verkaufen, selbst wenn die syrische Armee und ihre Partner dabei auch Geländegewinne erzielen sollten.

Südlich der Stadt Aleppo, wo Al-Kaida-Terroristen und sogenannte „moderate Rebellen“ vor fünf Tagen ebenfalls unter Bruch der Waffenruhe eine Großoffensive begonnen und dabei unter anderem den strategisch wichtigen Hügel Al Eis erobert hatten, haben die syrische Armee und ihre Partner die Gegenoffensive zwischenzeitlich gestartet.

Anderslautenden Informationen und Gerüchten zum Trotz hat es dabei bislang jedoch keine Frontverschiebungen zurück zugunsten der Regierungskräfte gegeben. Weder das am heutigen Morgen verbreitete Gerücht, dass die syrische Armee und ihre Partner den Ort Zerbah befreit hätten, noch die Nachricht von der Befreiung von Al Eis erwies sich bislang als wahr. Zutreffend ist allerdings, dass die syrische Armee und ihre Partner südlich von Aleppo die Schlagzahl deutlich erhöht haben. Die Rückeroberung der von Terroristen und „Rebellen“ dort in den letzten Tagen eroberten Gebiete dürfte kurz bevorstehen und möglicherweise schon begonnen haben, wodurch sich auch die hektischen und oftmals falschen Nachrichten aus der Gegend erklären.

Urs1798 hat heute den gestrigen Artikel zu den Auseinandersetzungen in der Provinz Aleppo mit weiterem umfangreichem Quellmaterial ergänzt.

7 Gedanken zu “Schwere Kämpfe in der Provinz Aleppo dauern an

  1. Balkan Forums melden, dass bei Grösse Ofensive in Sheich Maskud, sind russische Flugzeuge gekommen genau in Moment wo Islamisten ihre Vorberbeitung beendet haben und zu Angriff übergegangen sind. Mehrere Wagen und 3 Panzer würden dabei zerstört. Ofensive würde beendet. Über Verluste gibt noch keine genaue Meldungen.
    Und wie ich schon sagte, Al Eis ist ein harte Nuss. Schon 3 Angrif ist gescheitert.

  2. Die Erfolge bei Damacus kann man vielleicht so interpretieren: irgendwo müssen die ISIS-Kämpfer ja hin, die aus Palmyra und Quaryatayn vertrieben wurden.
    Ob die Wüste dort „grün“ oder „schwarz“ auf der Karte eingezeichnet ist, ist wohl nicht so entscheidend (strategisch,für jeden Betroffenen natürlich sehr), wichtig ist, dass die SAA und Allis die Angriffe auf ihre Stellungen abwehren konnten.

    Anders ist das m.E. in Nordaleppo.
    https://pbs.twimg.com/media/CfeRWbiXIAAv_a5.jpg:large

    Dort sieht man, dass die türkisch geführten „Rebellen“ gut vorankommen entlang der Grenze (mit türkischen Geschützen im Hintergrund auch nicht so schwer).

    Wenn diese Flächen weiter ausgebaut sind, ergeben sich diverse Möglichkeiten.
    So ist es bei einem Angriff von ISIS (den man in diesem Fall wahrscheinlich nicht mal fingieren muss) wohl für die Türken leicht jemanden zu finden, der sie „zu Hilfe“ ruft.

    Für Damascus und Allis ist es dagegen eher schwierig,mit so einer Situation umzugehen.

    Bei der erwartbaren Offensive von SDF und SAA und co in Nordaleppo könnten die „Rebellen“dazwischenpfuschen.

    Und letztlich und für die Türken entscheidend wird das Kurdengebiet zerschnitten; gerade bei dem sich ausbreitenden Bürgerkrieg in der Türkei ist so eine „Pufferzone“ schlecht für die Kurden.

    „Rojave“ nennen die Kurden ihre Region in Syrien.
    Der Ort Rojava ist“grün“,besonders erfreut werden sie nicht darüber sein.

    Die Tiger sind wieder in Aleppo eingetroffen;mal sehen, ob es nach Westen oder Osten oder Süden geht.

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