Kämpfe in Berg-Karabach dauern an

Wie RT-Reporter Murad Gazdiev am Montag Abend nach einem Aufenthalt in der Stadt Martakert im Nordosten von Berg-Karabach mitteilte, dauern die am Freitag mit einem im Rahmen des globalen Terrorkrieges erfolgten aserbaidschanischen Angriff begonnenen schweren Kämpfe in Berg-Karabach nach wie vor an.

Inzwischen ist es möglich, sich ein grobes Bild vom Verlauf des Krieges in den letzten Tagen zu machen. Colonel Cassad hat am Montag Abend einige Karten dazu veröffentlicht.

Das Militär des aserbaidschanischen Regimes in Baku hat in der Nacht von Freitag auf Samstag mit einem großangelegten Überraschungsangriff auf weite Teile der Kontaktlinie zur separatistischen Republik Berg-Karabach im Nordosten von Bergkarabach unter hohen Verlusten einige Kilometer Gelände erobert, weil es die mit Armenien sympathisierende Republik Berg-Karabach eliminieren will. Nach der Eroberung dieser Gebiete durch den Überraschungsangriff hatte das Regime in Baku einen einseitigen Waffenstillstand verkündet, es gleichzeitig jedoch abgelehnt, sich wieder auf die Ausgangsposition vor dem Angriff zurückzuziehen. Die Volkswehr von Berg-Karabach besteht jedoch darauf, dass das Regime in Baku die in den letzten Tagen eroberten Gebiete wieder räumt. Die Volkswehr von Berg-Karabach kämpft darum, die Truppen des Regimes aus den in den letzten Tagen eroberten Stellungen im Nordosten von Berg-Karabach wieder zu vertreiben, während die Truppen des Regimes in Baku derzeit versuchen, tiefer in die Republik Berg-Karabach vorzurücken.

Bezüglich der gegenwärtigen Frontlinie im Nordosten von Berg-Karabach gibt es leicht unterschiedliche Angaben. So hat das Regime in Baku etwa erklärt, es habe die Ortschaft Mataghis erobert. Berg-Karabach hat das als Wunschdenken von Baku zurückgewiesen. Journalisten, die die Behauptung der einen oder anderen Seite bestätigen könnten, gibt es da nicht.

Außer im Bezirk Martakert im Nordosten von Berg-Karabach gab es auch im Südosten von Berg-Karabach Angriffe des Regimes von Baku, die jedoch zu keinen Gebietsgewinnen durch das Regime in Baku geführt haben, was die Vermutung nahelegt, dass es sich dabei um Ablenkungsmanöver gehandelt haben könnte.

Geführt werden die Kämpfe insbesondere mit Panzern, Artillerie und Raketen, wobei das Regime in Baku offenbar keine oder kaum Rücksicht auf Zivilisten nimmt und auch andere Waffensysteme wie Hubschrauber einsetzt. Auf der Seite von Berg-Karabach kamen bislang mehrere Zivilisten durch den Beschuss von Wohngegenden durch die Kräfte des Regimes in Baku ums Leben. Bislang eingeräumte militärische Verluste beider Seiten gehen in die Dutzende, wobei die Volkswehr von Berg-Karabakh behauptet, die Verluste der Kräfte des Regimes in Baku würden sich in Wirklichkeit schon auf eine dreistellige Zahl aufsummieren.

In der armenischen Hauptstadt Erevan standen am Montag zahlreiche freiwillige Schlange, um sich in die Volkswehr von Berg-Karabach aufnehmen zu lassen.

Die Regierung in Erevan droht für den Fall, dass das Regime in Baku sich nicht wieder auf die Linie vor dem Überraschungsangriff zurückzieht, die Republik Berg-Karabach offiziell als Staat anzuerkennen, worauf als nächster Schritt eine Volksabstimmung in Berg-Karabach folgen könnte, mit der Berg-Karabach sich Armenien anschließen könnte, so wie die Krim im Frühjahr 2014 Russland wieder angeschlossen wurde.

6 Gedanken zu “Kämpfe in Berg-Karabach dauern an

  1. Das kennen wir doch aus der Ukraine, Syrien und auch Georgien, als der Schlipsesser die südossetische Hauptstadt plattmachte und dann wie im Kindergarten schnell rief „Giltet nicht mehr“, also einen „einseitigen Waffenstillstand“ ausrief. „Waffenstillstand“ ist so ein 100%-Gut-Wort für die Öffentlichkeit, wer diesen dann bricht, muß einfach der Böse sein. Ziel erreicht – ein weiterer russischer Verbündeter muß entweder die Kröte schlucken und Gebietsverluste hinnehmen – oder den Status Quo wiederherstellen und als Buhmann dastehen. Rußland hat ein weiteres Gebiet zu beobachten neben Syrien, Donezk/Lugansk und der Krim, wo Erdogan auch munter aufhetzt. Nicht zu vergessen die Panzerkolonnen, die ja so nötig sind aufgrund der russischen Aggression…

    Und wie Ankara scheint Baku nicht von sieben bis Frühstück nachzudenken. Die durchaus guten Beziehungen zu Moskau werden über Bord geworfen für – ja wofür eigentlich? Haben die Amerikaner Glasperlen mitgebracht oder wie schaffen sie es immer wieder, daß an den richtigen Orten, zur richtigen Zeit und in die richtige Richtung (also hier nicht Regime Change, sondern Regime zettelt Kriegen nach außen an) Unruhen ausbrechen? Daß sie ihre „Freunde“ nach Gebrauch in den Papierkorb werfen, sollte doch inzwischen bekannt sein.

  2. es scheint so als würde es nur eine Lösung geben. Für Russland und die Menschen in den ehemaligen SSR. Welcher Esel muss Baku reiten, sich den Faschistenbund aus Edowahn, Obaambi, und der Junker klicke EU mit Mord Terror als Gesamtheit anzuschließen.

    Mich würde es vielmehr interessieren, was die Menschen in Aserbaidschan von diesem Konflikt hält, welches ihr Land zerstören könnte.

  3. Mir kam gerade ein furchtbarer Gedanke, über die Lage von Armenien selbst und habe einige Fragen dazu, wie ihr darüber denkt:
    — Armenien unterstützt zumindest diplomatisch Berg-Karabach, wegen der möglichen Unterstützung zur Unabhängigkeit, und ich denke, daß sie sich Berg-Karabach sehr verbunden fühlen, da sich ja Freiwillige zur Unterstützung melden, wie ihr geschrieben habt.

    Wie hoch schätzt ihr die Gefahr ein, daß Armenien auch von türkischer Seite bzw. den von ihr unterstützten IS angegriffen wird?

    — Wie schätzt ihr die Möglichkeit ein, daß Rußland Armenien und Berg-Karabach Unterstützung gewährt?

    — Wie wird sich Georgien positionieren, nach dem Krieg gegen Rußland vor paar Jahren, wenn die Türkei, Armenien, Aserbaidschan, Berg-Karabach sowie Rußland und möglicherweise sogar Iran hier in solch einem Konflikt auf die eine oder andere Weise mehr oder weniger agieren?

    Irgendwie ist mir gerade sehr unwohl dabei, daß sich hier eine sehr gefährliche Situation aufbaut, in die sich unser „heldenhaftes“ Verteidigungsbündnis, welches leider immer wieder das Pech hat Kollateralschäden zu verursachen, daß man schon an ein satanisches Ritual glauben könnte, und sich dann auch hier einschalten könnte … zum Wohle der Menschheit, das versteht sich natürlich von selbst.

    Bitte versucht so viele Informationen wie möglich zu beschaffen, danke.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.