Erdowie, Erdowo, Erdogan

Erdogan fragt: Frau Streisand, schaffen wir es heute noch, die Million-View-Marke zu knacken? Na klar, schaffen wir locker.

Hier ist das Original von extra 3 – nun auch mit zuschaltbaren englischen Untertiteln:

Mit türkischen Untertiteln gibt es den Song über den großtürkischen Sultan vom Bosporus inzwischen natürlich auch:

Nach dem Leak der Unterrichtung des US-Kongresses durch den jordanischen Machthaber Abdullah ist das nun schon das zweite Mal seit dem grotesken Erdogan-EU-Flüchtlingsdeal, dass Erdogan bei staatstragenden westlichen Medien heftig in die Kritik kommt.

Man könnte daraus durchaus schließen, dass nun offenbar die Zeit gekommen ist, wo der Westen sich nicht länger von Al-Kaida-Freund Erdogan auf der Nase herumtanzen lässt.

20 Gedanken zu “Erdowie, Erdowo, Erdogan

  1. Erinnert mich irgendwie an ISNOGUD….. „ich will Kalif sein an stelle des Kalifen“….

  2. Gelungeners cover , wäre vielleicht ein guter Kandidat für dieses eurovision-spektakel ?

    ;-))

  3. Ein Witz am Rande:

    „Deutsche Journalisten ließen sich nicht von der eigenen Regierung in ihre Berichterstattung hineinreden, und erst recht nicht von einer fremden, so der DJV-Vorsitzende Frank Überall.“ Quelle: DLF

    Klar. Unnötig, man ist schließlich von Haus aus staatsnah und -tragend.

    1. Klaus-Peter

      Staatstragend schon. Die Frage ist bloß, welchen Staat tragend.

      Mit Kritik und Spott über die Schröder-Regierung nach seiner Verweigerung am Irak-Krieg und an der Westerwelle-FDP nach ihrer Verweigerung am Libyen-Krieg haben die staatstragenden deutschen Medien wahrlich nicht gegeizt.

      Über ein Lied Netanja, Netanhu, Netanjahu würde sich keine Satore-Sendung ohne grünes Licht von ganz oben in Washington trauen – Israel ist schließlich Staatsräson.

      Harte Satire über Erdogan würde ich ohne grünes Licht zumindest von weit oben in Berlin übrigens auch nicht erwarten. Die Tatsache, dass es diese Satire von Extra-3 über Erdogan gibt, würde ich vielmehr als Zeichen dafür sehen, dass es da gegenwärtig ein grünes Licht gibt, Erdogan anzugehen, ebenso wie beim Leak der Abdullah-Unterrichtung.

      1. @parteibuch

        Denke auch, da wurde von oben grünes Licht gegeben. Tagesschau online veröffenlichte zum Thema mehrere Artikel und schaltete sogar im Kommentarbereich zahlreiche Erdoganbasher frei. Erwartungsgemäß folgte heute die Systempresse mit diversen erdogankritischen Kommentaren. Selbst der EU-Oberhansel Juncker gab ein Statement ab und mit etwas Verzögerung nahm auch die Bundesregierung mit ihrer Wischiwaschi-Art Stellung. International fand der Extra3-Song auch Beachtung und derweil sind schon über 3 Millionen Klicks erreicht. Kurzum, diese aufgeblasene Bagatelle war gestern eine der Nachrichten des Tages, wenn nicht gar die Nachricht des Tages.

        In den türkischen Medien blieb es laut Handelsblatt eher still, allerdings hätten AKP-Anhänger auf Twitter unter dem Hashtag @weloveerdogan eine Gegenoffensive gestartet. Mehrere Hundertausend Tweets, darunter auch welche von türkischen Ministern, wären unter diesem Hashtag geschrieben worden. Twitter habe laut @syed ridha diesen Hashtag aber – warum auch immer – gelöscht. Erdogan selbst weilt in den USA und hat offenbar noch keinen Kommentar zu diesem neuerlichen Medienhype abgegeben.

        Der Grundtenor derer, die die Einbestellung des deutschen Botschafters kritisierten, würde ich als Spott und Häme bezeichnen, mit ein paar Witzen garniert, wobei auf der argumentativen Ebene hauptsächlich die eingeschränkte Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei hervorgehoben wurde. Ich denke es sollte und darf nun ruhig spekuliert werden, welche Absicht sich hinter diesem „grünen Licht“ verbirgt. Ich unterstelle einmal, diese Absicht ist wie immer bösartig, hinterhältig und läßt nichts Erfreuliches erwarten. Vielleicht war dieser Extra3-Song auch nur der Auftakt einer größeren Kampagne, die in den kommenden Wochen die Nachrichtenlandschaft mitbestimmen wird.

        Ich spekuliere jetzt mal frei, was mir dazu durch den Kopf ging. Zunächst einmal schließe ich eine gezielte Schwächung Erdogans oder einen beabsichtigten Regimechange in der Türkei kategorisch aus. Die Mehrheit der Türken, auch der in der BRD lebenden, sind AKP-Anhänger. Kritik des Westens prallt an ihnen ab und schweißt sie eher noch enger zusammen, worauf auch der Hashtag @weloveerdogan hindeutet. Vielleicht war das auch sogar eines der Ziele, nämlich eine zunehmende Polarisierung zwischen Erdogan-Anhängern und dessen Kritikern. Das könnte dann auch bedeuten, Ausweitung des bürgerkriegsähnlichen türkisch-kurdischen Konflikts auf westeuropäische Länder, in denen viele Türken und Kurden leben.

        Die Presse- und Meinungsfreiheit war bereits Dreh- und Angelpunkt bei Charlie Hebdo, was in der letzten Konsequenz zur Ausrufung und Verlängerung des Kriegsrechts in Frankreich führte. Ich frage mich daher, braucht Deutschland nun auch sein persönliches Charlie Hebdo, das dann den Namen „Extra 3“ trägt und u.U. dann einem durchgeknallten AKP-Anhänger oder Erdogans Terrorfreunden ISIS/Al Kaida untergejubelt wird?

        Handelt es sich vielleicht um einen ganz simplen Ablenkungsversuch von der Kampagne, die RT und Sputnik gerade fährt, in dem wiederholt Beweise vorgelegt werden, die die aktive Terroristenunterstützung der Türkei belegen sollen? Davon war in dem Song nicht die Rede gewesen, ebenso wenig wie von den täglichen Artilleriebeschuß von der türkischen Seite aus auf syrisches Hoheitsgebiet mit zivilen Todesopfern.

        Wenn ich den Bogen ganz weit spanne, könnte ich mir aber auch vorstellen, dass der ins Stocken geratene Flüchtlingsstrom wieder beschleunigt werden soll. In ein bis zwei Wochen dürften wir mehr wissen.

        Nachtrag: Gerade verkündet die Tagesschau, dass unser Außenministerdarsteller die Türkei bzgl. der Pressefreiheit anmahnt. Die TS redet bereits vom „Streit“ zwischen Deutschland und der Türkei. Erdogan wäre nicht Erdogan, wenn auf diese Einmischung in türkische Angelegenheiten nicht scharfe, deutliche Worte folgen würden, wenn nicht sogar Taten, die den aufgebauschten Konflikt weiter anheizen.

      2. Constantin Opel

        „Ich spekuliere jetzt mal frei…“

        Ich auch: bei dem Deal mit Erdogan sah es so aus, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt. Nun stellt das Empire die Verhältnisse wider vom Kopf auf die Füße. Ziel des Ganzen: Erdogan einschüchtern. Klappt das nicht, dann dürfte ein verschärfter Versuch eines Regime Changes in der Türkei auf dem Programm stehen.

        Erdogan dürfte wissen, dass es ihm dabei nicht sehr viel weiter hilft, dass er im Moment in der Türkei Beliebtheitswerte von 50% aufzuweisen hat, und wenn nicht, dann dürfte er das bald lernen. Das kann sich nämlich schnell ändern, insbesondere wenn Erdogan als wesentliches Hindernis für eine positive Wirtschaftsentwicklung der Türkei gesehen wird, etwa, weil er persönlich die Beziehungen der Türkei zur EU verschlechtert, genau wie er die Beziehungen zu Russland, zur USA, zu Israel und zu China ruiniert hat. Erdogan hat sich international zwischen alle Stühle gesetzt, alle wichtigen Machtblöcke verprellt. Die Türkei ist aber mitnichten stark genug, um einen eigenen geopolitischen Machtblock zu bilden. Nun bekommt die Türkei das ein Stückchen weit vorgeführt.

      3. Das von OBEN verordnete und harmlose Satirelied in Form von Hofnarrenkritik ist besser als gar nichts. Die MSM versuchen jetzt, auch ein bischen kritisch zu sein. Die haben einfach Schiss vor den alternativen Medien und USA will Erdowahn schon seit ihren initierten GAZI Park EVENTS nicht mehr so richtig haben. Wie üblich bei Pseudokritik, wird in erster Linie auf persönlichen Schwächen rumgeritten, auf Frauenrechte angespielt oder sehr,sehr vage von Kurden und ISIS geredet.
        Dabei erinnere ich mich noch sehr genau an die Kurdendemos in den 90ern, die von der Deutschen Polizei viel brutaler plus Bürgerkriegsoutfit zusammengeprügelt – ja regelrecht gefoltert – worden sind. Als hier die türkische Polizei in normalem Outfit und Gummiknüppel in Schaumstoffqualität beim Weltfrauentag

      4. @parteibuch (22:40)

        Ihre Einschätzung finde ich schlüssig. An eine Art Einschüchterungsversuch hatte ich auch gedacht, nur ist mir nicht ganz klar, was Erdogan denn konkret in letzter Zeit falsch gemacht hatte, was speziell den USA und Israel nicht gefiel. Es könnte sich wohl nur um außenpolitische und militärische Alleingänge gehandelt haben, die mit dem Empire nicht abgestimmt waren und die Russland (und Assad) in die Karten spielten. Der Abschuss von SU 24 war es wohl eher nicht und die Torpedierung des Friedensprozesses in Syrien sicher auch nicht. Was dann?

        „Die Türkei ist aber mitnichten stark genug, um einen eigenen geopolitischen Machtblock zu bilden.“

        Hoffentlich ist Erdogan noch rational genug und sieht das genauso. Noch hat er die Unterstützung der arabischen Liga (und von Kiew). Militärisch gesehen ist das zwar kein Machtblock, doch die Millionen von Muslims mit eher wahhabitsch-salafistischer Prägung halte ich auch im geopolitischen Sinne für eine Macht. Zumindest für eine geopolitisch höchst gefährliche Bedrohung, die Staaten schwächen und sogar zerlegen können, wenn man sie nicht daran hindert. Erdogan dürfte sich nach seinem Selbstverständnis als einer der Führer dieser islamistischen Bewegung ansehen, was er auf seinem aktuellen USA-Trip auch unterstreichen wird. In Maryland wird er die größte Moschee der USA einweihen.

      5. Constantin Opel

        Erdogan hat es sich mit unterschiedlichen Machtblöcken aus unterschiedlichen Gründen verdorben, man erinnere sich, das Empire ist selbst tief zerstritten zwischen der Netanjahu-Fraktion und der Obama-Fraktion:

        – mit der Obama-Fraktion hat Erdogan es sich wegen seiner Alleingänge in Syrien und Irak verdorben
        – mit der Netanjahu-Fraktion hat Erdogan es sich wegen seiner Unterstützung für Hamas und Gaza und der öffentlichen massenwirksamen Agitation gegen Israel verdorben

        Fehlende Unterordnung ist da jeweils das Thema. Erdogan hat versucht, einen eigenen Kurs türkischer Stärke zu fahren, und sich keinem Machtblock anzuschließen, ganz so, als ob er nicht Präsident des kleinen Entwicklungslandes Türkei, sondern Sultan eines großottomanischen Empires wäre. Das gilt auch für sein Verhalten gegenüber der EU, gegenüber Russland und gegenüber China. Nun bekommt er von allen Seiten zu spüren, dass die Türkei eben doch kein großottomanisches Empire ist.

  4. Ganz so mutig scheinen die bei der englischen Übersetzung aber nicht gewesenen zu sein.

    Der Titel ist zwar „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ aber das Erdogan hört sich eher nach Erdowaan bzw Erdowahn an, dass passt ach ein klein besser zum Originaltitel.

    > https://en.wikipedia.org/wiki/Irgendwie,_irgendwo,_irgendwann

    Und in einem früheren extra 3 Lied über Erdogan kam der Satz
    „Ich bin Wahnsinn“ vor.

    > https://www.youtube.com/watch?v=Grdb3zHnizo

    Das Lied wurde übrigens am 11.08.2014 veröffentlicht.

  5. Oh,das ist ja wie eine Sternschnuppe und wenn ich nicht falsch liege,dann darf man sich ja was wünschen und ich wünsche mir jetzt eine unendliche Fortsetzung des SCHÖNEN LIEDES bezogen auf alle die diesen MÖRDER UND KRIEGSTREIBER hofiert haben.UND wenn der NDR die EI…r in der Hose hat,dann fängt er mit unserer Baga….e an.Das würde sich dann auch bei der Urteilsfindung zu den Lügenmedien etwas positiver auswirken,aber nur etwas.

  6. die Million-View-Marke zu knacken? Na klar, schaffen wir locker.
    Tatsächlich : Stand Mitternacht – knapp 1,5 Millionen klicks

    1. Zgvaca

      „Liebe Parteibuch vielleicht nächste Thema für dich?“

      Nein, nicht wirklich. Dass die US-Amerikanerin Jaresko sich an die USA – und da natürlich an Kagans Ehefrau Nuland – wendet, damit die Druck auf die EU macht, ist nur logisch.

  7. Ist die Türkei nun zur Aufteilung freigegeben?

    Nach den Israelis haben nun auch die USA ihre Leute aufgerufen, aus der Türkei auszureisen.

    Syrien-Assad, Russland und der Iran sind als Sündenbock für den Krieg in Syrien raus. Die wahren Drahtzieher werden nicht ins Licht gehen. Also muss ein Ersatzsündenbock her: Erdogan.

    Erst machen sie ihn lächerlich, dann dämonisieren sie ihn, dann zerreißen sie ihn.

  8. „…schaffen wir es heute noch, die Million-View-Marke zu knacken? Na klar, schaffen wir locker“:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2633392/Die-Scheinwelt-von-Facebook-und-Co.?bc=svp;sv0&flash=off

    Wer Wert auf Popularität und Bekanntheit im Netz legt, ist offenbar auch bereit, Unsummen an Geld für sogenannte Fake Fans (die aber alle nur aus PAKISTAN, BANGLADESCH und INDIEN kommen) zu zahlen. Sogar Popstars wie Lady Gaga bezahlen für Views bei Youtube.

  9. Und er reitet in den Sonnenuntergang…
    Das Liedchen endet ja ziemlich abrupt mit der Sequenz als Erdogan vom Pferd runterfällt. Ist doch eine eindeutige Botschaft. So ein Lied wird nicht genehmigt, es wird im Auftrag geschrieben! Sehr interessant!
    Mal sehen wie er reagiert, denn er hat es schon verstanden…

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