Drei haushohe Siege an einem Tag: Bernie holt auf

Während auf der republikanischen Spur gestern Pause war, wurden auf der demokratischen Spur in drei Bundesstaaten Wahlversammlungen für die Kandidatenkür zur US-Präsidentschaftswahl abgehalten, nämlich in Alaska, Washington und Hawaii. Und in allen drei Staaten hat der Antikriegskandidat Bernie Sanders haushohe Siege gegen die von der Israel-Lobby unterstützte serielle Angriffskriegsverbrecherin Hillary Clinton errungen.

Die Ergebnisse von Bernie waren gestern exzellent:

Alsaka: 81,6% für Bernie, 18,4% für Clinton
Washington: 72,7% für Bernie, 27,1% für Clinton
Hawaii: 69,8% für Bernie, 30,0% für Clinton

Hohe Siege sind genau das, was Bernie Sanders braucht, um den Vorsprung von Clinton aufzuholen, denn anders als auf der republikanischen Spur, wo Delegierte oft im Gewinner-bekommt-alle-Modus vergeben werden, werden die Delegierten auf der demokratischen Spur durch die Bank proportional zum Wahlergebnis im jeweiligen Bundesstaat vergeben. Bernie hat in den Südstaaten, angefangen von South Carolina über Texas bis Florida, hohe Niederlagen gegen Clinton kassiert, weshalb er vor dem gestrigen Wahlsamstag knapp 300 Wahldelegierte, nach 5-38-Rechnung etwa 933 zu 1229, gegen Clinton zurücklag.

Durch die hohen Siege bei den gestrigen Vorwahlen hat Bernie nach gegenwärtigem Stand der Rechnung rund 98 Delegierte hinzugewonnen, während Clinton nur 32 hinzubekommen hat, mit anderen Worten, Bernie hat rund 66 Delegierte aufgeholt. Gegenwärtig liegt Bernie demnach mit 1031 zu 1261, also um 230 Delegierte, zurück. Zum Verständnis was das bedeutet sei gesagt, dass auf der demokratischen Spur für den Nominierungsparteitag insgesamt 4051 Delegierte gewählt werden. 2292 Wahldelegierte wurden bereits vergeben, demnach können 1759 noch errungen werden. Für eine Mehrheit an demokratischen Wahldelegierten braucht es 2026 Wahldelegierte, und wenn man davon ausgeht, dass die Superdelegierten auch 2016 trotz anderslautender Versprechen letztlich wie bei Obama 2008 doch wieder mit der Mehrheit der Wahldelegierten stimmen werden, sollte das auch zum Gewinn der Nominierung reichen. Für Bernie bedeutet das, dass er für eine Mehrheit von den verbliebenen 1759 Wahldelegierten noch 995 errungen muss, also im Schnitt 56,6%.

Anders gesagt, falls Bernie seine Serie an haushohen Siegen wie gestern trotz einiger möglichen Dellen im Großen und Ganzen fortsetzen kann, dann könnte es für Bernie doch noch zum Gewinn der Nominierung reichen. Das Problem liegt im Falls. Gestern hat Bernie Wahlversammlungen in verhältnismäßig kleinen Staaten gewonnen. Davon gibt es zwar demnächst noch mehr, am 5. April etwa werden auf der demokratischen Spur 86 Wahldelegierte in Wisconsin verteilt, und am 9. April 14 in Wyoming. Da ist es jeweils durchaus nicht unwahrscheinlich, dass Bernie den Abstand auf Clinton weiter verkürzen kann. Doch am 19. April gibt es dann Vorwahlen in New York, wo gleich 247 Delegierte vergeben werden, und da liegt Clinton, die mal für New York Senatorin war, in Umfragen ganz dick, etwa 20 bis 50%, vor Bernie. Kommt es in New York so wie in den Umfragen prognostiziert zu einem haushohen Sieg von Clinton, dann erscheint der relative Höhenflug von Bernie Ende März und Anfang April als nichts weiter als eine Luftblase.

Gelingt es Bernie hingegen, auf seinen Siegen gestern aufzubauen und Momentum zu erzeugen, dass auch soweit nach New York ausstrahlt, dass Sanders in New York ein ordentliches Eregbnis einfährt, also er da etwa mit einer knappen Niederlage davonkommt, dann stünden Bernie alle Türen offen, selbst wenn man nicht davon ausgeht, dass Clinton demnächst ob ihres Emailservers wegen Geheimnisverrates, und möglicherweise auch wegen Meineid, angeklagt wird. Nach einem passablen Abschneiden in New York könnte Bernie eine Woche später mit dicken Siegen in Pennsylvania und Maryland, wo 189 bzw 95 Delegierte gewählt werden, wieder in Schlagdistanz zu Clinton kommen, und damit einen ganz großen Bernie-Hype auslösen. Gelingt das, dann kann Bernie sich bei Tulsi Gabbard bedanken:

Seitdem Bernie Sanders endlich mit seiner jahrzehntelang demonstrierten prinzipiellen Ablehnung von Krieg Wahlkampf macht und Tulsi Gabbard dabei in vorderster Front steht, gewinnt er. Der Hype könnte ihn dann mit, wie er sagt, einem hohen Sieg in Kalifornien, wo am letzten Wahltag, dem 7. Juni, auf der demokratischen Spur 475 Delegierte gewählt werden, noch an Clinton vorbei bringen.

Einer Präsidentschaft von Bernie Sanders und Vizepräsidentin Tulsi Gabbard stünde dann nur noch die Wahl gegen den republikanischen Kandidaten, der sehr wahrscheinlich Trump heißen wird, entgegen. Doch das kann das Team Bernie-Tulsi dann auch noch gut schaffen. Beinahe alle Umfragen gegeben Bernie Sanders dabei bessere Chancen als der allgemein als zentrale Figur im korrupten US-Establishment bekannten Hillary Clinton.

12 Gedanken zu “Drei haushohe Siege an einem Tag: Bernie holt auf

  1. das ist gut so, dass Verbrecherpack– muss endlich mal in die Schranken gewiesen werden..

  2. und ihr glaubt das B. Sanders dann der Gute sein wird. Das dachten auch Alle bei Obama.

    1. Manfred

      Nein, keineswegs. Was Fakt ist, ist dass die außenpolitischen Vorstellungen von Sanders weit friedlicher als die von Clinton sind. Das ist auch im jahrzehntelangen Abstimmungsverhalten zu erkennen. Es gibt da schon einen deutlichen Unterschied, und der dürfte gravierende Konsequenzen für die laufenden Schlachten und Kriege weltweit haben.

      1. @ einparteibuch,…die aussenpolitischen Vorstellungen von Sanders weit friedlicher……,das ist jetzt nicht böse gemeint ABER WIR sollten uns darauf konzentrieren wie WIR in Europa zu einem friedlichen
        und normalen ZUSAMMENLEBEN zurück finden.EGAL wie die SCHRANZEN des milit.industrieellen Komplexes in den USA heissen ob Hitlerie / Sanders oder Trump Sklavenhalter schlagen immer oder sie werden gerichtet durch den MIK.Und Manfred hat vollkommen recht mit Obama.Sind WIR wirklich schon so verblödet,das WIR hoffen das der bessere Sklavenhalter gewinnt.Das Vasallentum in Europa mit seinem transatlantischen Unkraut ist unser Problem und das gilt es zu bekämpfen.

    2. Mariano

      Im Falle einer Präsidentschaft von Sanders ist damit zu rechnen, dass der MIK der USA mitsamt der dahinterstehenden zionistischen Lobby deutlich geschwächt wird. Das kann es durchaus einfacher machen, dass Deutschland und Europa sich vom US-zionistischen Empire befreien. Es ist nicht mal undenkbar, dass Sanders als Präsident das Empire nahezu komplett auflöst, und das Geld stattdessen in Brücken und Sozialleistungen in den USA investiert.

      1. @ einparteibuch,DANKE für die schnelle Reaktion und Antwort !!! ABER auch WIR ob in den einzelnen Ländern oder auch Europa müssen endlich begreifen,das unsere Zukunft nicht vom Wahlausgang in den USA abhängen kann.Auch WIR haben intelligente Köpfe die es zu unterstützen gilt.
        DANKE und ein frohes Osterfest in die Runde.

      2. Mariano

        Ja, natürlich. Gleichzeitig ist es so, dass die Zukunft fast der ganzen Welt, in der Welt, so wie sie gegenwärtig ist, enorm von den politischen Entwicklungen in den USA abhängt. Gegenwärtig ist es so, dass es einen heftigen Machtkampf zwischen den in der Präsidentschaft und im Kongress vertretenen politischen Richtungen gibt.

        Wenn sich da die Linie der Präsidentschaft durchsetzt oder wenn es in den USA eine politische Revolution, gleich ob sie von Sanders, Trump oder sonstwem ausgeht, geben sollte, was keineswegs gewiss ist, egal, wer da gewählt wird, dann hat das enorme weltweite Auswirkungen. Die geopolitischen Rahmenbedingungen des Kampfes zu Hause können sich dadurch nämlich drastisch ändern.

        Und die Massenmedien lügen auch bezüglich der Entwicklungen in den USA reichlich: Botschaft der Zio-Atlantiker an die innenpolitischen Regimegegner in Deutschland: wir sind sooo stark, weil wir die USA im Rücken haben, macht euch keine Hoffnung, dass aus den USA für Euch Rückenwind kommen könnte und seid entmutigt. Deshalb halten wir es für wichtig, da auf dem Laufendem zu bleiben, und sich auch da den Desinformationen der Massenpropaganda eigene Berichte entgegenzusetzen.

  3. Auch wenn es das Thema verfehlt,finde ich diesen Aufruf sehr wichtig , denn ich erinnere mich noch an ähnliche Aufrufe vor etwa 2 Jahren , die heute 2 freie Republiken im Donbass zur Folge haben!

    1. ansa

      Ja, das ist zwar schon älter, aber geschickt:

      https://francais.rt.com/opinions/4386-eric-fiorile-coup-detat

      Zur Erinnerung: im Donbass wurden nicht nationale Übergangsräte, sondern Volksrepubliken ausgerufen. Gremien mit der Bezeichnung „Nationaler Übergangsrat“ wurden hingegen von zionistischen NATO-Lakaien in Libyen und Syrien ausgerufen. Das Gleiche nun in Frankreich, dem größten Befürworter des Konzeptes der Nationalen Übergangsräte, zu machen, ärgert nun natürlich das zionistische Regime über Frankreich.

    2. Beginnend mit vordergründiger Kapitalismuskritik, erschöpft sich das Ganze in den von Faschisten bekannten und zum Menschenhass gegen Sündenböcke führenden Personifizierungen. Wer kein glaubhaftes Konzept für die Demokratisierung der Industriebetriebe und der staatlichen Strukturen vorträgt, stützt den Kapitalismus am meisten und darf somit davon ausgehen, in der Krise die üblichen Kredite zur Täuschung der Öffentlichkeit und späteren Machtergreifung zu erhalten, um wie auch immer getarnt und erkennbar rechts stehend die Kapitalinteressen zu vertreten, gegen die links stehenden Friedens- und Solidarinteressen des Volkes.

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