Ein Zeichen, dass die westliche Einstellung zu Saudi Arabien sich ändert

Der britische Mainstream-TV-Kanal ITV hat vor drei Tagen die krtisch zur saudisch-wahhabitischen Diktatur stehende Doku Saudi Arabia Uncovered ausgestrahlt. Sie enthält wenig neues, doch ist die Ausstrahlung der Doku für sich ein Zeichen der Hoffnung, dass sich die westliche Einstellung zur saudischen Kopf-Ab-Diktatur langsam ändert.

Zunächst einmal: hier ist eine bei Youtube hochgeladene Kopie der 50 Minuten langen ITV-Doku:

Da wird natürlich nicht alles angesprochen, was es an wichtiger Kritik zu Saudi Arabien zu äußern gäbe. Es fehlt etwa die US-saudische Aufhetzung der afghanischen und pakistanischen Bevölkerung zum Terrorkrieg gegen Ungläubige durch saudisch-wahhabitische Grundschulbücher, die saudische Unterstützung für die Contras in Nicaragua, das hinter den Kulissen gute Verhältnis der saudischen Machthaber zum zionistischen Apartheidregime über Palästina, die in den wegzensierten „28 Pages“ herausgearbeitete direkte Unterstützungg einiger 9/11-Attentäter durch die saudische Botschaft, die saudische Niederschlagung der Demokratiebewegung in Bahrain, die saudische Unterstützung für ISIS, Islam-Armee und andere Terrorgruppen in Syrien und die saudische Begünstigung von Al Kaida im Jemen. Doch einige wichtige Punkte hat die ITV-Dokumentation schon recht gut für ein unvorbereitetes Massenpublikum verdeutlicht: etwa die Totalitarität der saudischen Diktatur, die saudische Verachtung für Menschenrechte und Bestrebungen nach Freiheit und gesellschaftlichem Fortschritt, den mittelalterlichen Extremismus der saudisch-wahhabitischen Staatsideologie, die massive Ausbreitung dieser Terror-Ideologie von Saudi Arabien aus und die saudische Unterstützung für globalen Terrorismus von Al Kaida. Besonders lobenswert erscheint dabei, dass in der Dokumentation nicht nur der von westlichen Staaten unterstützte Zirkel von Dissidenten um Raif Badawi in Jeddah thematisiert wurde, sondern auch auf die aus Gründen der sektiererischen wahhabitischen Ideologie verfolgten Schiiten im Osten Saudi Arabiens, und deren bekannte Vertreter der Familie Al Nimr, ausführlich eingegangen wurde.

Die kritische ITV-Dokumentation steht dabei politisch nicht im luftleeren Raum. US-Präsident Barack Obama hatte vor einigen Tagen beim saudischen Regime mit fundamentaler Kritik an der wahhabitischen Steinzeitideologie dieser Diktatur heftige Wutanfälle ausgelöst, ist davon bislang jedoch – anders als US-Vizepräsident Joe Biden bei einer früheren Gelegenheit – keinen Millimeter abgerückt. Es scheint damit immer näher zu rücken, dass das Tabu der Thematisierung der entscheidenden Quelle Saudi Arabien für den globalen Takfiri-Terror gebrochen wird.

Dabei sieht es so aus, dass die mit den Saudis verbündete Israel-Lobby ihre saudischen Terror-Partner gegen die Vorwürfe schlecht verteidigen kann, denn die Vorwürfe gegen Saudi Arabien bezüglich Menschenrechten, Extremismus und Terror werden im Großen und Ganzen als unbetreitbar zutreffend angesehen, so dass das saudische Regime unverteidigbar erscheint.

3 Gedanken zu “Ein Zeichen, dass die westliche Einstellung zu Saudi Arabien sich ändert

  1. Beispiele aus dem Mehrwerte-Westen: Am 4. März hatte der französische Präsident François Hollande dem saudischen Innenminister und Thronfolger Mohammed ibn Najef, der in seinem Land für Hinrichtungen zuständig ist, im Elysee-Palast empfangen und ihn mit der Aufnahme als Mitglied der Ehrenlegion ausgezeichnet. Der Orden der Ehrenlegion ist die wichtigste Auszeichnung in Frankreich, die denjenigen verliehen wird, denen man Hochachtung zollen möchte. Dieser Orden wird üblicherweise auch an Ausländer verliehen, die mit Frankreich wichtige Beziehung pflegen.

    Anlässlich eines Gesprächs mit Beschäftigten des wichtigen Waffenproduzenten BAE Systems gab der britische Premierminister David Cameron mit steigenden britischen Waffenverkäufen nach SA an, indem er sagte, dass BAE und andere Länder »brillante« und hochentwickelte Waffen wie Typhoon Kriegsflugzeuge an die Saudis liefern. Auch für deutsche Rüstungsexporteure ist SA ein sehr wichtiger Kunde; im Januar berichteten Medien, dass die saudische islamistische Monarchie Regimegegner im Inland mit deutschen Waffen bekämpfen lasse.

    2014 hatte Saudi-Arabien (SA) 87 Todesurteile vollstreckt, im vergangenen Jahr schon 153. Seit Jahresbeginn sind 70 Todesurteile vollstreckt worden, am 2. Januar wurden gleich 47 Menschen wegen »Terrorismus-Vorwürfen« getötet. Und die zahllosen in der BRD mit zig-Millionen Euro subventionierten Menschenrechte-, Gender- und Regenbogenfraktionen werden bei SA taubstumm – entgegen ihrer sonst üblichen Propaganda-Schreierei.

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