GOP-Establishment demontiert sich

Am Donnerstag Mittag hat der erfolglose republikanische Präsidentschaftskandidat von 2012 Mitt Romney eine Pressekonferenz abgehalten, um Republikaner dazu aufzurufen, in den Vorwahlen so zu wählen, dass es dem republikanischen Spitzenreiter Donald Trump am meisten schadet.

Donnerstag Vormittag hatten bereits 60 den Republikanern nahestehende zionistische Kriegstreiber ihre Ablehnung von Donald Trump aufgrund seiner vergleichsweise friedfertigen außenpolitischen Vorstellungen erklärt.

Nach der in der US-Geschichte bisher so noch nie dagewesenen Attacke des letzten Präsidentschaftskandidaten auf den klaren Spitzenreiter der eigenen Partei im Folgezeitraum nach 15 Vorwahlen hat der vorvorherige republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain, ebenfalls ein glühender zionistischer Kriegstreiber, hat der Attacke von Mitt Romney gegen Donald Trump anschließend umgehend beigepflichtet.

Kurz darauf dämmerte es den Strategen des Establishments, die so versuchen wollen, eine 50%-Mehrheit an Delegierten für Trump zu verhindern, um ihn dann über Manipulationen auf der Parteiversammlung im Juni doch noch abzuschießen zu können, allerdings schon, dass der Versuch wohl nach hinten losgegangen sein dürfte. Mitt Romney gehört genauso zum Establishment wie John McCain, und Trumps Anhänger wählen ihn genau deswegen, weil er nicht zum Establishment gehört und sie sich von Trump versprechen, dass er mit dem Establishment in Washington aufräumt. Und durch die so noch nie dagewesene Attacke von Mitt Romney bestätigte das Establishment bloß, dass es Donald Trump unter allen Umständen verhindern will, was für seine Anhänger, und vermutlich auch einige Anhänger anderer Kandidaten, nur eine Bestätigung ist, dass Trump wirklich der richtige ist, um es mit dem Establishment in Washington aufzunehmen. Diamond and Silk haben in ihrer Antwort an Mitt Romney die Stimmung wohl ganz gut getroffen:

Andere Anhänger von Trump haben darauf aufmerksam gemacht, dass Mitt Romney im Jahr 2012 Trump noch genau in den Bereichen als Vorbild für Amerika gelobt hatte, wo er heute gesagt hat, dass Trump da schlecht für Amerika sei:

Betrachtet man den vorgeblichen Sinneswandel von Romney bezüglich Trump, wird sehr deutlich, dass entweder sein Lob vor vier Jahren nicht ehrlich war oder seine Kritik von heute nicht ehrlich ist, sondern taktisches Beschimpfen ohne zu sagen worum es wirklich geht: nämlich der Verteidigung des Establishments. Und das ist genau das, was viele Leute nicht mehr wollen. Immer mehr Leuten scheint durch die Attacken des Establishments erst richtig aufzufallen, wie das Establishmen der republikanischen GOP mit aller Macht und mit allen schmutzigen Tricks seine Pfründe gegen einen frischen Wind verteidigt. Trumps Wahlkampagne hat sich für die verfehlte Attacke von Mitt Romney dann anschließend auch noch als „großartige Unterstützung“ bedankt, womit sie Wut auf und Spott über das Establishment noch zusätzlich angeheizt haben.

Bei der von Protesten begleiteten 11. republikanischen TV-Debatte in Detroit hat Fox News Donald Trump dann am Donnerstag Abend versucht mit der Frage auf’s Glatteis zu führen, ob er nicht mal drei seiner außenpolitischen Berater nennen könne. Trump versucht sich aber seit Monaten um die Frage herumzudrücken, zu erklären, wer das ist, weil damit klar wäre, dass seine Ansichten offensichtlich aus der bei Republikanern – wo die Neocons der Israel-Lobby völlig dominant sind – verpönten realistischen Schule kommen, er damit der Israel-Lobby eine echte Angriffslinie öffnen würde und er hat bei der offensichtlich mit Neocon-Kriegstreiberin Jennifer Rubin abgesprochenen Frage in der TV-Debatte auch nicht gut ausgesehen. Seine Kampagne scheint aber aufgepasst zu haben, und hat noch während der Debatte in Detroit in einem Statement erklärt, dass der „sehr konservative“ Senator Jeff Sessions, der vor ein paar Tagen seine Unterstützung für Trump erklärt hat, die Leitung des nationalen Sicherheitsteams für Trump übernehmen wird, wobei auch gleich erklärt wurde, die Grenzen der Fähigkeit zu erfolgreichen Interventationen in anderen Ländern müssten verstanden werden und es sei an der Zeit für eine gesunde Dosis an außenpolitischem Realismus. Damit dürfte die von der Israel-Lobby verfolgte Angriffslinie „außenpolitische Kompetenz“ erstmal erledigt sein, und gleichzeitig hat die Kampagne von Trump die Grundlage dafür gelegt, zur Wahl im November außenpolitisch links – nämlich nicht-interventionistisch, was in den USA als „traditionell konservativ“ gilt – von Israels kriegstreiberischem Pferdchen Hillary Clinton anzutreten. Seiner Popularität dürfte die trickreiche Frage von Fox News damit letztlich nicht geschadet haben.

7 Gedanken zu “GOP-Establishment demontiert sich

  1. Gestern überall auf Seite 1 der deutschen Online-Presse Frontalangriffe auf Trump. Erwarte eigentlich jeden Moment hier im Büro, daß von der holden Dämlichkeit angesprochen wird, wie schrecklich der doch sei.

    Das ist noch lang nicht durch. Die Buchmacher haben ja eigentlich immer recht, und hier holt Rubio und vor allem Biden(!) kräftig auf.

    http://www.sportsbet.com.au/betting/politics/us-politics/US-Presidential-Election-2016-476310.html

    Bisher macht er es sehr gut. Nicht distanzieren, etwa von irgendeinem obskuren Ku-Klux-Klan (aufgelöst 1870, als Schreckgespenst bis heute am „Leben“ erhalten), sondern Angriff!

    Aber die Presse hat noch nicht mal die Kandidatur Trumps akzeptiert, geschweige denn seine Wahl im November – und wenn die Presse es will, verteidigt das Volk auch mit Zähnen und Klauen seine Henker gegen seine Erlöser.

  2. Als ich mir diese Hackf…n von Präsidentschaftskandidaten ansah, wie sie sich gegenseitig im TV beschimpften und verleumdeten, kamen mir längst vergessene Worte aus Gaddafis grünem Buch in den Sinn. Man mag von Gaddafi halten was man will, aber er hat in diesen paar Sätzen die Natur der US-amerikanischen „Demokratie“ genau wiedergegeben:

    Moreover,
    since the system of elected parlia-
    ments is based on propaganda to win
    votes, it is a demagogic system in the
    real sense of the word. and votes can
    be bought and falsified. Poor people
    fail to compete in the election cam-
    paign and it is always the rich — and
    only the rich — who come out victo-
    rious.

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