Tulsi Gabbard unterstützt Bernie Sanders

Nach seiner bösen Klatsche am Samstag in South Carolina brauchte Bernie Sanders dringend Unterstützung gegen die Kandidatin der zionistischen Kriegslobby, Hillary Clinton. Nun hat Tulsi Gabbard erklärt, dass sie Bernie Sanders unterstützt, wozu sie extra vom Democratic National Committee, also der Exekutive der demokratischen Partei, zurückgetreten ist.

Die demokratische Abgeordnete Tulsi Gabbard aus Hawai ist Major in der Nationalgarde von Hawai und war dabei auch im Irak eingesetzt worden. Im Unterschied zu vielen Schreibtischkriegsstrategen in Washington hat Tulsi Gabbard also militärische Erfahrung, und zwar auch Kriegserfahrung. Deshalb können die ganzen wohlsituierten Männer und Frauen, die Kriege propagieren, aber nie einen erlebt haben, ihr nichts vormachen, wenn sie von sinnvollen oder nützlichen Kriegen für irgendwelche von Israel gewollten Regime Changes schwafeln. Und das macht Tulsi Gabbard auch sehr deutlich. Unvergessen ist etwa ihr legendärer Auftritt bei CNN im Oktober letztes Jahr, wo sie forderte, dass die USA mit ihrem illegalen Krieg zum Sturz des syrischen Präsidenten Assad endlich aufhören sollen.

Und nun unterstützt Tulsi Gabbard also Bernie Sanders.

Dass Tulsi Gabbard nicht nur militärische Erfahrung hat, sondern sie obendrein auch noch jung, weiblich, nicht ganz weiß und, zumindest da, wo sie bekannt ist, sehr beliebt ist, ist natürlich sehr prima für die Kampagne des alten weißen Mannes Bernie Sanders. Die Frage ist, ob das reicht. Und da ist die Antwort: eher nicht. Tulsi Gabbard ist Abgerodnete aus Hawai, zwar ein aufsteigender Star der demokratischen Partei, aber dem gemeinen Wahlvolk sicher nicht überall in den USA ein Begriff, und erst recht dürfte sie wenig persönliche Bindungen in den Südstaaten haben, wo übermorgen die für die Kampagen von Sanders enorm wichtigen Vorwahlen des Supertuesday sind. Das sieht also nach gut, aber „zu wenig, zu spät“ aus.

Ändern würde sich diese Perspektive nur, wenn das Endorsement von Tulsi Gabbard für Bernie Sanders bedeuten sollte, dass da demnächst noch ein viel weltbewegenderes Endorsement für Bernie Sanders hinterher kommen sollte, nämlich das von Barack Obama, der bekanntlich auch aus Hawai kommt und dessen politische Vorstellungen denen von Tulsi Gabbard zu ähneln scheinen. Viel Zeit bliebe Barack Obama aber nicht mehr, um die Nominierung von Hillary Clinton noch zu verhindern, wenn er das überhaupt versuchen will.

Nachtrag: der Abgeordnete Alan Grayson aus Florida, hier im Parteibuch ob seiner Kampagne gegen die geplante offene US-Aggression gegen Syrien im September 2013 als Held bezeichnet, hat nun auch offiziell seine Unterstützung für Bernie Sanders bekundet.

3 Gedanken zu “Tulsi Gabbard unterstützt Bernie Sanders

  1. Es ist ja bezeichnend, dass Clinton von unseren Medien kaum wegen ihrer astronomisch teuren Vortragshonorare angegriffen wird. Edward Snowden hat es heute schön auf den Punkt gebracht:

    2016: a choice between Donald Trump and Goldman Sachs.

    Warum wurde z.B. wegen Peer Steinbrücks vergleichsweise kleiner Redehonorare um 20.000 Euro ein wochenlanges Medienfeuerwerk abgebrannt, während z.B. Clinton für jeweils eine einzige Rede für die Deutsche Bank 485,000 Dollar und für Goldman Sachs 675,000 Dollar erhielt.

    http://www.paulcraigroberts.org/2016/02/28/will-it-be-trump-or-goldman-sachs/#.VtS4Ux9Fcgg.twitter

    Das zeigt ganz klar, dass nicht der Kapitalist Donald Trump der Liebling des ganz großen (auch deutschen) Finanzkapitals ist, sondern Hillay Clinton.

    1. „Kapitalist Donald Trump“, ganz richtig, ein Hinweis darauf, wessen Geschäftsinteressen auch er als Präsident vertreten müsste, und weil der Wert von Konflikten in den Schulden liegt, die durch sie verusacht werden können, ist das größte Geschäft des Kapitalismus der Krieg.

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