Feuerpause in Syrien hielt auch am Sonntag weitgehend

Die von Russland und den USA zur Feuerpause eingeladenen Gruppen bewaffneter Regierungsgegner in Syrien haben auch am Sonntag weitgehend ihre Entscheidung beibehalten, dass sie lieber an der Feuerpause teilnehmen als eliminiert werden möchten, weshalb es auch am Sonntag erfreulich ruhig in Syrien war.

Doch wie es im voraus bereits erwartet worden war, ist die Botschaft bei allen für die Feuerpause in Frage kommenden Terroristen noch nicht angekommen. So brüstete sich ein lokaler Zweig der Terrorgruppe Ahrar Al Sham am Samstag auf türkisch damit, im Nordosten der Provinz Latakia Einheiten der Regierung aus einem Hinterhalt angegriffen und dabei mehrere Kräfte der Regierung getötet zu haben. Bis zum frühen Sonntag Morgen wurden diese Terroristen dann eliminiert und ihre Positionen von der syrischen Armee übernommen, wodurch den Terroristen noch einmal die Botschaft vermittelt wurde, dass Verletzungen der Feuerpause für sie nachteilige Folgen haben. In einem weiteren Versuch, die Feuerpause zu sabotieren, griffen am Sonntag unter der Flagge von Al Kaida operierende Terroristen in der Provinz Latakia von friedenswilligen Oppositionskräften gehaltene Gebiete mit wahllosem Artilleriefeuer an, um diese für ihre Friedenswilligkeit zu bestrafen, was von den syrischen Streitkräften und ihren Partnern einstweilen jedoch nur mit einer vorsichtigen Unterdrückung der Feuerpositionen der dort aktiven Terroristen geahndet wurde.

Auch aus der Provinz Aleppo wurden trotz der Feuerpause kleinere Scharmützel gemeldet. So haben unter anderem unter der Fahne von Al Kaida, die nicht an der Feuerpause teilnehmen darf, operierende Terroristen am Sonntag in der Stadt Aleppo wieder einmal Positionen der an der Feuerpause teilnehmenden YPG im Stadtteil Sheikh Maqsud attackiert. Al-Kaida-Terroristen sind in der Gegend nördlich und nordwestlich von Sheikh Maqsud bekanntlich besonders stark vertreten und sie hatten erst wenige Stunden vor der Feuerpause wenige Kilometer entfernt in Skeikh Aqil einen großen Angriff gestartet, wobei sie auch zahlreiche Zivilisten massakriert haben, in der offenkundigen Absicht, das der syrischen Armee und ihren Partnern in die Schuhe zu schieben. Im Laufe des Sonntags lamentierte dann die als SOHR bekannte Propagandaabteilung der Terroristen in England, die syrischen Streitkräfte und ihre Partner hätten im Gegenzug Positionen von Terroristen in der Nähe von Sheikh Maqsud und Sheikh Aqil, nämlich in Qabtan Al Jabal, Daret Izza, Hreitan, Maarat al-Artiq, Kafar Hamra und Anadan, attackiert, wobei der Chef des SOHR jedoch zugab, dass es unklar sei, ob die Feuerpause an diesen Orten überhaupt gelte.

Aus der Provinz Hama wurde aus England gemeldet, dass in der von Al Kaida beherrschten Stadt Herbanafsa und ihrer Umgebung die Kämpfe zwischen den syrischen Streitkräften und Terroristen auch am Sonntag weitergegangen seien. Aus der Provinz Raqqa kam am Sonntag Morgen die Nachricht, dass es kurdischen Selbstverteidigungskräften mit Unterstützung der US-Luftwaffe gelungen ist, den kurz nach Beginn der Feuerpause gestern von der Türkei gemeinsam mit ISIS-Terroristen geführten Angriff auf die Grenzstadt Tel Abyad abzuwehren, und dieser Angriff zu nichts weiter als zu Dutzenden Toten auf der Seite der ISIS-Terroristen geführt hat. Weiterhin kam aus den Provinzen Aleppo und Hama am Sonntag Abend die gute Nachricht, dass die syrische Armee und ihre Partner die Straße nach Aleppo diesmal wirklich, wirklich von ISIS-Terroristen freigeräumt haben, womit der Belagerungszustand der Millionen EInwohner von Aleppo nun wieder beendet sei.

Während Russland, die USA und die UNO die Feuerpause als bislang ziemlich erfolgreich charakterisierten, hat der saudische Außenminister Adel Jubeir unterdessen am Sonntag erklärt, dass er mit der von den USA und Russland geleiteten internationalen „Syria Support Group“ über angebliche Verletzungen der Feuerpause durch die syrische Regierung und Russland „diskutieren“ möchte. Gegen Diskussionen hat sicherlich niemand etwas einzuwenden, im Gegenteil, waren es bis jetzt doch stets die Saudis und ihre türkischen Kumpane, die versucht haben, Diskussionen zu verhindern, solange Assad nicht gestürzt sei.

3 Gedanken zu “Feuerpause in Syrien hielt auch am Sonntag weitgehend

  1. Die ominöse SOHR sitzt nicht in London, sondern in Coventry

    Die SOHR wird von Rami Abdulrahman (auch „Rami Abdul Rahman“ oder „Rami Abdelrahman“ geschrieben), einem syrischstämmigen sunnitischen Muslim, der ein Bekleidungsgeschäft betreibt, von seinem Reihenhaus in Coventry in England aus betrieben. Abdulrahman ist der einzige feste Mitarbeiter der Organisation und war laut dem russischen Staatsfernsehen RT das letzte Mal im Jahr 2000 persönlich in Syrien. Der Name, unter dem er bekannt ist, ist ein Pseudonym, sein bürgerlicher Name ist Osama Suleiman. Eine gleichnamige Organisation mit Sitz in London hat ihre Aktivität spätestens 2012 eingestellt. (Quelle: wikipedia)

    Osama Suleiman bezeichnet sich auf seiner Website als „Director“ of the SOHR … Er hält dann wohl tägliche Redaktionskonferenzen mit sich selbst und entscheidet einstimmig, was veröffentlicht wird. Ich erinnere mich, gelesen zu haben, dass die EU ihn finanziell unterstützt, was erklärt, dass EU-Parlamentspräsident Schulz positive Propaganda für die One-Man-Show SOHR betreibt.

    1. Profil

      Oops, wie konnte das dem Parteibuch passieren? Natürlich sitzt Osama Suleiman in der Stadt Coventry in der Pampa in England, mehr als 100 km weit weg von London. Sowas kommt wohl davon, wenn man zuviel Feindpropaganda konsumiert. Ich habe nun gerade im Artikel London gegen England ausgetauscht, dann passt’s.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.