Kämpfe und Friedensvereinbarungen in der Provinz Latakia

Wie in den letzten Wochen bereits ausführlich berichtet, ist die Schlacht um den Nordosten der Provinz Latakia im Grunde entschieden: die syrische Armee und ihre Partner haben die wichtigsten Terrorhochburgen Salma, Rabia und Kinsibba befreit und nun ist kaum mehr noch als ein kleiner Rest direkt an der Grenze zur Türkei abzuarbeiten. Während diese Arbeit weitergeht, werden anderswo in der Provinz bereits lokale Friedensvereinabrungen geschlossen.

Der ungefähre gegenwärtige Stand bei der Befreiung der Provinz Latakia vom Terrorismus wurde gestern auf einer Karte von @MilitaryMediaSY wie folgt dargestellt, wobei die gestern befreiten Orte umrandet sind:

Gut zu sehen ist dabei, dass die syrische Armee und ihre Partner im Nordosten der Provinz Latakia praktisch auf der ganzen Linie schon so nah an die Staats- und Provinzgrenze herangekommen sind, dass die Entfernung bald eher in Metern als in Kilometern angegeben werden kann. Mit englischen Ortsbezeichnungen gibt es eine Karte von @Gjoene, die einen etwas kleineren Ausschnitt zeigt, aber im Grunde auf das Gleiche hinausläuft:

Am heutigen Mittwoch gab es ein neues Element im Kampf um die Provinz Latakia. Zunächst meldete Al Mayadeen am Nachmittag, dass einem russischen Militärsprecher zufolge in einer Reihe bergiger Gegenden in der Provinz Latakia Waffenstillstandsvereinbarungen geschlossen worden seien. Das russische Verteidigungsministerium meldete kurz darauf, dass die Kampfhandlungen in der Provinz Latakia in den Orten Ghunaymiyah, Laulyat und Burj Islam beendet wurden und dazu Friedensdokumente unterzeichnet wurden. Schaut man auf der Karte nach, wo die Orte liegen, so stellt man fest, dass zumindest die Orte Burj Islam und Ghunaymiyah weitab von der Front liegen, in Gebieten, die die syrische Armee und ihre Partner längst befreit haben. Es geht bei diesen Friedensvereinbarungen also nicht direkt um einen Waffenstillstand mit Terroristen an der Front, sondern vielmehr darum, das bereits befreite Land hinter der Front zu befrieden.

Das kann, wenn etwa lokale Aufständische sehen, dass es sich an Dörfern, die eine Friedensvereinbarung haben, besser lebt als in Dörfern, die keine haben, natürlich auch Auswirkungen auf die Front haben, aber das ist nur ein sekundärer Effekt. Primär geht es darum, für Frieden in bereits befreiten Gebieten zu sorgen. Dieses Muster könnte durchaus Modellcharakter für die Deailregelung zur von den USA und Russland gerade vereinbarten Feuerpause haben.

Die Kämpfe an der Front gingen in der Provinz Latakia natürlich auch am heutigen Mittwoch weiter. So verkündete etwa die Gruppe Ahrar Al Sham, deren Fahne in letzter Zeit von Terroristen der Nusra Front gern zur Tarnung genutzt wird, mal wieder stolz, sie hätten einen Autobombenanschlag gegen russisches Militär in der Provinz Latakia durchgeführt, und außerdem wurde berichtet, dass Terroristen in der Provinz Latakia neue Waffen aus der Türkei erhalten haben. Auf der anderen Seite meldete Najla Al-Saadi, dass es in der Provinz Latakia in der Nähe der Grenze zur Türkei heftige Gefechte zwischen der syrischen Armee und Terroristen gibt, wobei die Armee deutliche Fortschritte gemacht habe.

Aus der Provinz Aleppo gab es am heutigen Mittwoch übrigens, wie erwartet, wenig Neuigkeiten. Da bemühen sich die syrische Armee und ihre Partner nach wie vor, die Einkesselung der Stadt durch ISIS-Terroristen und ihre Rebellenpartner zu durchbrechen, aber die Straße nach Aleppo ist noch nicht wieder frei.

Nachtrag später Mittwoch Abend: @A7_Mirza meint basierend auf Informationen von Eyad al Hosein, dass die obigen Karten zu optimistisch sind. Die tatsächliche Lage im Nordosten der Provinz Latakia stellt sich demzufolge am 25.2.2016 um Mitternacht eher wie folgt dar:

Gekämpft wird demzufolge sogar noch um das Dorf Hamrat, das nun zwar fast geschafft sein soll, aber ansonsten schon seit mehreren Tagen als „befreit“ gilt. Eyad al Hosein ist Reporter vor Ort in der Provinz Latakia.

3 Gedanken zu “Kämpfe und Friedensvereinbarungen in der Provinz Latakia

  1. Die Russische Luftwaffe, ist schon im Waffenstillstand Modus. Jetzt wird nicht mehr Bombardiert, jetzt werden die Höllenkreaturen, von Obama, wieder Aufgepäppelt, Organisiert und frisch Bewaffnet. Der Kampfkötter der Herren”menschen” Dynastien, die USA/NATO, geht NIEMALS ein Abkommen ein, das seinen Herren, zum Nachteil gereichen würde. Nur Abkommen, die für ihre Globalen Pläne, for the Greater Middel East,von Vorteil sind.

    1. Felix Klinkenberg

      „Die Russische Luftwaffe, ist schon im Waffenstillstand Modus. Jetzt wird nicht mehr Bombardiert…“

      Das stimmt nicht, siehe:

      „Der Kampfkötter der Herren”menschen” Dynastien, die USA/NATO, geht NIEMALS ein Abkommen ein, das seinen Herren, zum Nachteil gereichen würde.“

      Natürlich tun sie das. Sie haben sogar die Charta der UNO akzeptiert. Nur halten tun sie sich selten an Abkommen, wenn sie ihnen nicht passen.

      Nur, in Syrien, da sind sie auf der Verliererstraße, und deshalb sehen sie das Abkommen als vorteilhaft an, um zu retten, was zu retten ist.

      http://www.politico.com/magazine/story/2016/02/aleppos-syria-moscow-213671

      Und für Russland und Syrien ist es hilfreich, dass die USA damit gezwungen werden, Druck auf die Türkei auszuüben.

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