Clinton gewinnt in Nevada, Trump gewinnt in South Carolina und Bush gibt auf

Am heutigen Samstag fand zunächst der eher uninterssante Caucus der Demokraten in Nevada statt, den Hillary Clinton knapp gewonnen hat, und dann fanden heute die wichtigen Vorwahlen der Republikaner in South Carolina statt, die Trump mit über 30% klar gewonnen hat. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit knapp über 20% abgeschlagen, aber dicht aneinander Cruz und Rubio. Bush, Kasich und Carson bleiben einstellig. Während Kasich und Carson erklärten, trotz ihrer mageren Ergebnisse an ihren Kandidaturen festhalten zu wollen, hat Bush seine Präsidentschaftskampagne für beendet erklärt. Das Parteibuch informierte hier mit einem Ticker zu South Carolina.

Bei der US-Präsidentschaftswahl sehen die Aussichten der Israel-Lobby immer düsterer aus. Donald Trump scheint die Attacke der Mafia in Greenville gut überstanden zu haben, Bernie Sanders kommt immer näher an Hillary Clinton ran und Ted Cruz bekräftigt, dass er den Sturz des syrischen Präsidenten Assad für schlecht hält.

Bei den Demokraten hat Hillary Clinton Bernie Sanders in Nevada laut Guardian soeben mit 52,1% gegen 47,8% geschlagen. Das liegt ungefähr im Bereich der Umfragen, die etwa beim Huffpo-Pollster Clinton in Nevada im Schnitt mit 3,5% vorn gesehen hatten. Bedeutung hat der Sieg von CLinton in Nevada unterdessen kaum. Zum einen war der Sieg von Clinton knapp und zum anderen ist der Navada Caucus geschlossen und hat damit nur wenig Aussagekraft für die offenen Primaries in anderen Bundesstaaten. Und einen nennenswerten Vorsprung an Delegierten gibt es in Nevada mit einem knappen Sieg sowieso nicht zu gewinnen, weil die wenigen Delegierten von Nevada auch noch proportional verteilt werden. Aber Clinton wird natürlich mit dem Sieg in Nevada wedeln, um sich damit weiteren Rückenwind für South Carolina nächste Woche zu verschaffen, wo sie zwar gewinnen muss, aber in Umfragen auch dick in Führung liegt.

Spannender ist es bei den Republikanern in South Carolina, wo es um viel geht. Bei den Republikanern sind noch sechs Kandidaten im Rennen, drei davon, Rubio, Bush und Kasich, vertreten die Israel-Lobby, oder das Establishment, wie es durch die Blume formuliert wird, und mit den drei anderen Kandidaten, Trump, Cruz und Carson, liegt die zionistische Kriegsmafia mehr oder weniger über Kreuz. Nach einem zwar überraschend starken, aber insgesamt mit einem dritten Platz doch durchwachsenen Ergebnis der Kandidaten der Israel-Lobby in Iowa, und einer richtig derben Klatsche für die Kandidaten der Israel-Lobby in New Hampshire, wobei das Wahlglück da auch noch so gefallen ist, dass es immer noch drei in etwa gleich starke Kandidaten der Israel-Lobby gibt, geht es für die Kandidaten der Israel-Lobby in South Carolina eigentlich um Alles: wer da schlecht abschneidet, kann im Grunde genommen gleich einpacken und seine Kandidatur aufgeben.

Viel besser sieht es beim Schrecken der Israel-Lobby Donald Trump aus, der vor einer Woche noch einmal ganz klar gemacht hat, dass er im Unterschied zu den Kandidaten der Israel-Lobby weltpolitisch, etwa im Kampf gegen den Terror, gemeinsame Sache mit Russland machen will. In Iowa wurde Trump knapp Zweiter wurde und in New Hampshire gelang ihm ein Kantersieg. Mit einem Sieg kann er seine Führungsposition ausbauen, verpasst er hingegen im konservativen und evangelikalen South Carolina den Sieg wie in Iowa, so wäre das zwar ärgerlich für Trump, würde seine Kandidatur jedoch keineswegs beenden. Für Ted Cruz sieht es im Grunde wie bei den Kandidaten der Israel-Lobby so aus, dass er in South Carolina, einem Bundesstaat, der ihm vom konservativen und evangelikalen Wählerprofil her liegen müsste, wenn nicht gewinnen, so jedoch stark abschneiden muss, damit er weiterhin einen plausiblen Pfad zur Präsidentschaft vorweisen kann und seine Kandidatur damit weiterhin Sinn macht. Bei Carson ist es eigentlich egal: er ist einer der am besten gesponsorten Kandidaten, und er betreibt seine Kandidatur, obwohl sie längst keine Aussicht auf Erfolg mehr hat – jedenfalls wenn man seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten als Erfolg definiert.

Alle Umfragen zu South Carolina sehen Trump vorn, mal deutlich, mal knapp, aber vorn. Dahinter wird meist Cruz für den zweiten Platz gehandelt, nur kürzlich kamen einige Umfragen, die Rubio auf dem zweiten Platz in South Carolina sehen.

Fallen die Würfel in South Carolina etwa so wie in den Umfragen vorhergesagt, wäre das phantastisch für Trump und sehr schlecht für die Israel-Lobby, denn mit ähnlich schelchten Plätzen drei, vier und fünf hätte sich bei der Israel-Lobby dann immer noch kein Kandidat herauskristallisiert, der die Stimmen des Establishments bündeln könnte.

Die Primaries der Republikaner in South Carolina sind offene Vorwahlen, die um 19:00 Uhr Ortszeit (01:00 Morgens Sonntag in Deutschland) schließen. Delegierte gibt es in South Carolina übrigens durchaus einige zu gewinnen, nämlich 50, und sie werden auch nach dem Prinzip „Winner takes all“ vergeben, sodass da für den Gewinner bezogen auf das Rennen um die insgesamt rund 2500 Delegierten in den gesamten USA auch wirklich ein kleiner Vorsprung rauskommt, aber trotzdem sind die zu gewinnenden Delegierten in South Carolina Nebensache. Was für die Kandidaten wichtig ist, ist es, einen Pfad zum Sieg am Supertuesday in zehn Tagen darstellen zu können, wo es dann wirklich um eine wesentliche Anzahl an Delegierten geht.

Nachtrag 01:15h MEZ: Die Vorwahlstätten in South Carolina sind seit einer Viertelstunde geschlossen. Ergebnisse gibt es bisher jedoch noch nicht. CNN meldete jedoch, Exit-Polls sehen Trump, Cruz und Rubio in einem engen Rennen.

Nachtrag 01:30h MEZ: Politico hat erste Ergebnisse. Bei 0,2% Auszählungsstand führt Trump mit 34,2% vor Rubio mit 22,8% und Cruz mit 19,2%. Da kann sich aber noch sehr, sehr viel ändern im Laufe der nächsten Stunden.

Nachtrag 01:40h MEZ: CBS sagt jetzt einen Sieg von Trump in South Carolina voraus, nachdem CBS vor einer halben Stunde noch sagte, das Rennen sei zu eng, um schon einen Sieger erkennen zu können.

Nachtrag 01:45h MEZ: Politico meldet bei 1,2% Auszählungsstand, dass Trump mit 34,4% vor Cruz mit 21,4% und Rubio mit 21,1% in Führung liegt.

Nachtrag 02:00h MEZ: Hintergrund-Info: Der wesentliche Grund, warum die Israel-Lobby gegen Cruz Sturm läuft, obwohl Cruz betont, dass er im Unterschied zu Trump Israel demütigst dienen will, lässt sich übrigens leicht erkennen. Cruz sagt nämlich, dass er Regime-Change-Kriege der USA in der arabischen Welt ablehnt, und Assad ruhig an der Macht in Syrien bleiben soll, weil da sonst ISIS die Macht übernimmt. Und das sagt Cruz schon seit Monaten. Aber die Israel-Lobby will unbedingt Assad stürzen, und die US-Armee für weitere Kriege im vermeintlichen israelischen Interesse einspannen, deshalb will die Israel-Lobby Cruz nicht. Rubio, Bush, Kasich und Clinton versprechen hingegen nicht nur Treue zu Israel, sondern auch Konfrontation mit Russland, Assad stürzen und auch sonst überall die Kriege wie sie Israel gefallen. Das ist der wichtige Unterschied.

Nachtrag 02:10h MEZ: Der Auszählungsstand beträgt mittlerweile 17,8%. Und die Zahlen bei Politico sehen immer noch etwa so aus wie bei 1,2% Auszählungsstand. Trump liegt dick in Führung, abgeschlagen dahinter Cruz und Rubio, während Bush, Kasich und Carson mit einstelligen Ergebnissen kaum eine Rolle spielen. Konkret:

Trump 34,2%
Cruz 21,5%
Rubio 21,4%
Kasich 8,4%
Bush 8,4%
Carson 6,2%

Die Massenmedien sagen inwzsichen ziemlich unisono voraus, dass Trump gewonnen hat. Eigentlich müssten bald die ersten Anrufe mit Gratulationen bei Trump eingehen. Der Vorsprung ist sehr deutlich.

Nachtrag 02:30h MEZ: Mittlerweile beträgt der Auszählungsstand 37% und die Zahlen sehen immer noch ziemlich genau so aus wie beim Auszählungsstand 17%. Trump hat dick, zweistellig, gewonnen, spannend bleibt nur die Frage, wer den zweiten und wer den vierten Platz macht. Viel praktische Relevanz dürfte das aber nicht mehr haben. Was aber Relevanz haben dürfte, ist, dass Kasich in einem Statement ankündigte, im Rennen um die Nominierung bleiben zu wollen und dabei gleichzeitig die Erwartung äußerte, dass Bush nun aufgibt. Ärgern dürfte sich darüber nicht nur Bush, sondern vor allem Rubio, der sicherlich gehofft hatte, beide andere Kandidaten der Israel-Lobby würden zum Supertuesday den Weg für ihn als alleinigen Kandiaten der Israel-Lobby freimachen, und so seine Chance verbessern, am Supertuesday sein Glück im Kampf gegen Trump und Cruz doch noch wenden zu können. Außerdem hat auch Ben Carson mittlerweile in einer Ansprache zum Wahlausgang in South Carolina erklärt, dass er im Rennen bleiben wird. Alle Augen dürften sich damit auf Bush richten: wird er nun aufgeben?

Nachtrag 02:45h MEZ: Jeb Bush hat seine Präsidentschaftskampagne soeben für beendet erklärt. Der Kandidat der Israel-Lobby mit dem meisten Spendengeld und dem größten professionellen Wahlkampfteam quer durch die USA ist damit raus.

Nachtrag 03:00h MEZ: Mittlerweile beträgt der Auszählungsstand 72%. Und die Ergebnisse sehen im Grunde wieder so aus wie bei 0,2% Auszählungsstand.

Trump 33,2%
Rubio 22,2%
Cruz 21,7%
Kasich 8,0%
Bush 8,0%
Carson 6,8%

Trump hält gegenwärtig seine Siegesansprache. Der Abend ist gelaufen.

Das Parteibuch beendet hiermit den Ticker.

7 Gedanken zu “Clinton gewinnt in Nevada, Trump gewinnt in South Carolina und Bush gibt auf

  1. Ich habe es schon länger befürchtet. Wenn es so weiter geht, muss man als Antiimperialist am Ende (bei der PräsiWahl) dem Republikaner die Daumen drücken, damit nicht das Worst-Case-Szenario (Killary) wahr wird. Oooh, das gibt wieder einen mächtigen Riss durch die hiesigen „Linken“.

    1. Dass es hier außer den vollkommen verwirrten, die vom Imperialismus für weltweit neue Anlagemöglichkeiten privat angehäuften Kapitals eingesetzte islamisch getarnte Fascho-Schlächterbanden für irgendwie linke Weltverbesserer halten, auch noch möglichst viele echte Antiimperialisten gibt, sei den Syrern, allen vernünftigen Menschen und uns allen gewünscht.

      WSWS: Die Linke verteidigt ihre Unterstützung für Syrienkrieg

      http://www.wsws.org/de/articles/2013/01/link-j15.html

      Anschließend noch ein Artikel zu der Frage, ob die neuerliche politische Verhaltensauffälligkeit der Bundeskanzlerin etwas mit den alten Verbindungen deutscher Spezialinteressen zum islamisch getarnten Rechtsextremismus und Faschismus zu tun haben könnte:

      Linke Zeitung: „Mutti“ und al-Kaida

      http://linkezeitung.de/2016/02/19/mutti-und-al-kaida

      1. Die Analye von Dagmar Henn ist schon interessant, wenn auch am Ende recht spekulativ. Allerdings frage ich mich, warum diese deutsche Geheimdienst-Muslimbüder-Connection, sofern es sie gäbe, nicht schon viel früher auf den Plan getreten ist.

  2. YUHUU!!!

    Das ist mal ein Zeichen!!!

    Was genau ich meine? Des Parteibuchs Bericht über die WAHLKAMPFMÖGLICHKEITEN Busch´s:

    „Der Kandidat der Israel-Lobby mit dem MEISTEN SPENDENGELD und dem GRÖßTEN, PROFESSIONELLSTEN WAHLKAMPFTEAM quer durch die USA ist damit raus.“

    Wie wir sehen und Kurz gesagt: Die Feindpropaganda greift nicht mehr!!!

    Normalerweise, sind die vom Parteibuch genannten beiden Faktoren der sichere Sieg für den Kandidaten, der sie auf sich vereinigt. Aber die Menschen dort sind offensichtlich ausreichend erwacht, um den Zio´s nicht mehr auf den Leim zu gehen! Und das, wo es doch die Zio´s sind, die über 2/3 der Medienmacht verfügen! WOW! Das finde ich gradezu unglaublich! Das hätte ich nie für möglich gehalten! Was für ein Zeichen! Da steht jetzt ein „Fickt Euch Ihr Kriegstreiber, Lügenbarone, Propagandadrecksäcke und Falseflagarschlöcher!“ am Himmel. „Eure hinterhältigen Tricks greifen nicht mehr!“ Nänä, nänä, näääänä! FreuFreuFreu!🙂

  3. Neocon Max Boot erklärte gestern, er würde, falls Trump Präsidentschaftskandidat der Republikaner wird, für Hillary Clinton stimmen

    hier ein längerer Artikel von Max Boot mit seinen Sorgen über eine mögliche außenpolitische Neuausrichtung der Republikanischen Partei

    http://www.maxboot.net/articles/207-is-a-new-republican-foreign-policy-emerging.html

    1. Alberich

      Dass Trump so deutlich wurde, ist eigentlich weniger überraschend. Senator Bob Graham wurde auch schon mehrfach sehr deutlich, was die 28 Pages angeht:

      Was der wirkliche Knüller ist, ist, dass Trump damit nach New Hampshire nun auch noch South Carolina dick gewonnen hat. Noch nie hat ein republikanischer Kandidat, der New Hampshire und South Carolina (zwei von der Wählerstruktur sehr unterschiedliche Staaten) gewonnen hat, die Nominierung verpasst. Trump ist noch nicht ganz durch, aber schon sehr weit auf dem Weg zur Nominierung.

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