Syrische Armee kommt in der Provinz Latakia weiter voran

Am heutigen Mittwoch ist es der syrischen Armee und ihren Partnern im Nordosten der Provinz Latakia gelungen, weiter nach Nordosten in Richtung der Provinz Idlib vorzurücken.

Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA am Mittwoch Abend mitteilte, gelang der syrischen Armee und ihren Partnern dabei entlang der Autobahn Latakia – Aleppo die Befreiung der drei Dörfer Aydu, Al Qasatel und Marj az Zawiyah sowie weiteren unbewohnten Gebieten. Damit rückt nicht nur die Befreiung der von Al Kaida und Partnern gehaltenen Terroristenhochburg Kinssiba näher, sondern auch der Wiedereintritt der syrischen Armee in die Provinz Idlib von Südwesten her. Im Zuge des Vorstoßes der syrischen Armee in der Provinz Latakia wurden auch zahlreiche Terroristen eliminiert, darunter ein saudischer Kommandeur der Al-Kaida-Terrorgruppe Nusra Front. Der türkische Machthaber Erdogan versuchte zwar, die Fortschritte der syrischen Armee und ihrer Partner im Kampf gegen die Terrorgruppe Al Kaida und ihre Partner dadurch aufzuhalten, dass er Positionen der syrischen Armee in der syrischen Provinz Latakia von der Türkei aus unter Artilleriefeuer nahm, doch konnte auch die direkte türkische Unterstützung für Al Kaida das weitere Vorrücken der syrischen Armee in der Provinz Latakia nicht verhindern.

Wie der Anti-Terror-Kampf der syrischen Armee und ihren Partner in der Provinz Latakia abläuft, zeigt folgendes Video von Anna News, das vor ein paar Tagen bei der Befreiung von Bashura aufgenommen wurde.

In der Stadt Aleppo gelang es kurdischen Einheiten der YPG am Mittwoch, vom kurdischen Stadtteil Sheikh Maqkoud aus weiter in den von Al Kaida und anderen Terroristen beherrschte Teile der Bezirke Ashrafiya und Bani Zaid vorzurücken. Im Umland von Aleppo erzielten die syrische Armee und die kurdischen Einheiten der YPG zwar keine größeren Geländegewinne, allerdings gelang es der syrischen Armee und ihren Partnern dort und in anderen Provinzen am Mittwoch zahlreiche Terroristen zu eliminieren, deren Anzahl sich auf deutlich über 100 aufsummieren soll.

Vom Norden der Provinz Latakia gibt es noch zu berichten, dass der türkische Machthaber Erdogan nicht nur weiterhin von der Türkei aus auf Positionen von Gegnern von Al Kaida schießen lässt, sondern er am Mittwoch außerdem noch rund 400 Terroristen sowie den bei Al Kaida, ISIS und ihren Mitläufern und Anhängern beliebten Terrorpropagandisten Hadi Al Abdullah aus der Provinz Idlib über türkisches Gebiet in die Al-Kaida-Hochburg Marea verlegt hat. Gegenwärtig laufen Verhandlungen der YPG und ihrer Partner zur Eliminierung der Terroristen in Marea.

Nachtrag 21:45: @petejohn10 hat folgende Karte zu den heutigen Erfolgen der syrischen Armee in der Provinz Latakia gepostet. So wie es da aussieht, ist die syrische Armee nördlich der Autobahn sogar noch ein Stück weiter als es von SANA berichtet wurde.

Beim heutigen Bombenanschlag in Ankara gegen einen türkischen Militärbus scheint der zeiger inzwischen bei 28 Toten und 61 Verletzten zu stehen.

Erdogan dürfte vor Wut glühen und er hat seine geplante Reise nach Aserbaidschan bereits abgesagt. Doch ändern wird das nichts daran, dass die Folgen des von Erdogan selbst entfachten Terrorkrieges gegen Syrien irgendwann geradezu zwangsläufig auch die Türkei und Erdogan selbst erreichen. Wer das Haus seines Nachbarn anzündet, muss nunmal damit rechnen, dass die so entfachten Flammen auch auf die eigene Hütte übergreifen.

Nachtrag 22:00h: Es gibt Gerüchte, dass ISIS-Terroristen versuchen, die sich hinziehenden Kapitulationsverhandlungen bezüglich Marea dazu auszunutzen, um Marea selbst zu stürmen und bereits einen Angriff gestartet haben, wo sie nun gegen die Freunde von AL Kaida in Marea kämpfen. Sollte das zutreffen, könnte man das als glückliche Fügung für die syrische Armee, die YPG und ihre Partner bezeichnen. Wenn die Terroristen sich gegenseitig eliminieren, bleibt für sie weniger Arbeit übrig.

Nachtrag Donnerstag Morgen: @sayed_ridha meldete in der Nacht, dass es der Terrorgruppe Ahrar Al Sham und ihren Freunden gelungen sei, den Angriff von ISIS auf Marea abzuwehren.

Und hier ist noch etwas, was in westlichen Medien komplett ausgeblendet wird: Al Watan meldet, dass die US-geführte Koalition Shadidi in der Provinz Hasakah in Ostsyrien eine Großbäckerei angegriffen hat, wodurch 28 Menschen getötet worden seien. Man vergleiche nur, wieviel Berichterstattung es in westlichen Medien zu angeblich russischen Angriffen auf „Krankenhäuser“ in Westsyrien oder zu dem Bombenanschlag in Ankara gibt, während es beim US-geführten Luftangriff gegen die Bäckerei in Shadidi gerade genausoviele oder mehr Tote gab, aber davon in westlichen Medien kein Sterbenswörtchen berichtet wird.

Weiterhin heißt es in der Meldung, dass Kräfte der kurdisch geführten Aliianz SDF aus Hasakah von Norden her in Richtung der syrischen Gas-Metropole Shadidi vorrücken und gegenwärtig darüber verhandeln, die Stadt von ISIS wie Marea von Al Kaida kampflos übernehmen zu können.

Ein paar Fotos von der Befreiung von Al Hawl einige Kilometer nordöstlich von Shadidi durch kurdische Kräfte der YPG/SDF – und von der zuvor geflüchteten lokalen arabisch geprägten Bevölkerung, die darüber überglücklich ist, ISIS losgeworden zu sein, gibt es: hier.

Aus der westsyrischen Provinz Latakia meldete der libanesische TV-Sender Al Mayadeen unterdessen, dass es der syrischen Armee gelungen sei, die wichtigste Verteidigungslinie der Terroristen vor der Terrorhochburg Kinsibba zu durchbrechen und sie nun am Stadtrand von Kinsibba sei. Mohammed Ibrahim meldet, die syrische Armee habe die volle Kontrolle über die Burg Shalaf erlangt, weshalb die meisten Terroristen aus Kinsibba nach Bdama rund acht Kilometer weiter nördlich geflüchtet seien, und die Herstellung der vollen Kontrolle über Kinsibba durch die syrische Armee in wenigen Stunden zu erwarten sei.

Nachtrag Montag Vormittag: SANA meldet die Befreiung der Burg Shalaf nun auch.

Die Flaggen der Terroristen in der Provinz Latakia hängen noch einträchtig nebeneinander – nicht nur Al Kaida, sondern auch ISIS ist da sehr beliebt bei den Terroristen:

Die Flagge der Terroristen der „Brigade Sultan Selim I“ hängt neben der Flagge ihres größten Sponsors:

Aus dem Norden der Provinz Aleppo bestätigen SANA und Reuters inzwischen die auch vom Parteibuch gestern verbreitete Information, dass der türkische Machthaber Erdogan in großem Stil Terroristen aus der syrischen Provinz Idlib über türkisches Territorium nach Azaz und Marea verlegt. Während das Parteibuch von 400 umstationierten Terroristen sprach, erklärt SANA die Anzahl zu etwa 500, aber Reuters berichtet unter Bezugnahme auf Rebellenquellen, die Anzahl der von Idlib durch die Türkei nach Azaz umverlegten Terroristen sei über 2000 gewesen. Al Kaida hat auch ein Video zur Verlegung ihrer Terroristen veröffentlicht.

Weiter gehts im Artikel: Syrische Armee hat Kontrolle über Kinsibba.

11 Gedanken zu “Syrische Armee kommt in der Provinz Latakia weiter voran

  1. „Wer das Haus seines Nachbarn anzündet, muss nunmal damit rechnen, dass die so entfachten Flammen auch auf die eigene Hütte übergreifen.“

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    1. Leider wird hier aber keine Einsicht kommen auf eigenes Fehlverhalten in der Vergangenheit. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Streichhölzer mit dem Flammenwerfer ausgetauscht werden.

  2. Die Spekulationen über die Verursacher des Attentats in Ankara sind vielfältig. Es wurde spekuliert, dass das Erdogan-Regime hinter dem Anschlag stände, um ihn den Kurden in die Schuhe zu schieben und sich eine Legitimation für einen Einmarsch in Syrien herzuleiten. Als ob Erdogan Vorwände für Verbrechen braucht. Für seine Bomben auf Syrien hat er sie nicht konstruiert. Bei einem Land, das in großem Umfang vom Tourismus abhängt, sind solche Ereignisse gar nicht positiv. Die Touristenzahlen rauschen seit dem Attentat in Istanbul in den Keller. Wer möchte in einem Land Urlaub verbringen, in dem man als Tourist vom Auswärtigen Amt gewarnt wird, touristische Orte aufzusuchen? Hoffentlich findet man in der Türkei nun bald einen Weg, die Herrschaft des tobsüchtigen Erdogan zu beenden.

  3. Aufpassen alles spricht dafür dass Erdogan den Anschlag selber inszeniert hat um Vorwand zu haben Obama zu bitten in Syrien einzumarschieren!

    1. MIT einem Bombenanschlag auf das eigene Volk wird Erdogan den tönernen und tönenden Götzen aus Übersee sicherlich nicht dazu bringen, sich in Syrien mit Russland anzulegen.

      Möglicherweise soll mit solcher perversen Aktion eher das türkische Militär selbst diszipliniert werden?-

  4. Das Erdogan nun Kurden im Irak als „Vergeltung“ fuer den Bus-Anschlag bombardieren laesst, koennte darauf schliessen lassen, dass er sich nach Syrien nicht allein reintraut.

  5. Daß auch der neueste Terror Anschlag in Ankara auf das Konto von Erdogan geht, glaube ich nicht. Eher vermute ich eine Täterschaft der angelsächsischen Oberterroristen. Der casus belli für die Türkei soll so groß werden, daß Erdogan ihn nicht mehr ignorieren kann.

    Nichts würde UK/US/IL derzeit besser gefallen als ein schöner großer Krieg der Türkei und Saudi Arabiens gegen Syrien, Rußland, den Iran und Hisbollah.

    Washington’s Machiavellian Game in Syria – Engdahl, 17.02.16
    http://journal-neo.org/2016/02/17/washington-s-machiavellian-game-in-syria/

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.