Zweite Schlacht um die Menagh Air Base

Über die Taktik der Armee beim Ausräumen der von Al Kaida und Co beherrschten Tasche Azaz-Tel-Rifaat-Marea nördlich von Aleppo gibt es verständlicherweise ausgesprochen wenig Informationen, und noch weniger verlässliche Informationen. Noch weniger Informationen gibt es bezüglich der Befreiung der wichtigen Menagh Air Base wenige Kilometer südlich von Azaz.

Allgemein wird nach der Befreiung von Kiffin vorgestern meist damit gerechnet, dass die syrische Armee die Terroristentasche von Süden nach Norden aufrollt, das heißt, zunächst das Örtchen Kafr Naya befreit, daran anschließend die Terroristenhochburg Tel Rifaat, und dann weiter von Süden nach Norden vorrückend Ortschaft für Ortschaft einnehmen wird, während gleichzeitig die leichter bewaffneten kurdischen Kräfte von YPG und SDF die Al-Kaida-Tasche von Westen nach Osten vorrückend verkleinern. Das könnte so gehen, und nach ein paar Wochen oder Monaten dürfte dann auch Azaz fallen und die Al-Kaida-Tasche damit ausgeräumt sein.

Es gibt zum direkten Aufrollen der Tasche von Süden her aber eine Alternative, nämlich Tel Rifaat westlich zu umgehen, und dann nördlich von Tel Rifaat durch die Menagh Air Base nach Kaljibrin vorzustoßen. Damit wäre Dominanz gewonnen über die gesamte Al-Kaida-Tasche Azaz-Tel-Rifaat-Marea. Tel Rifaat könnte mit einem Vorstoß von Kaljibrin nach Süden umzingelt werden und Marea wäre für Al Kaida nur noch über ISIS-Gebiet erreichbar. Sollten sich die Terroristen in Marea und Tel Rifaat dann ISIS anschließen, würde das nicht stören, denn auch das würde die Eliminierung der Tasche vorgeblich moderater Al Kaida Rebellen bedeuten und die Terroristen könnten dann mit der in Kürze ohnehin zu erwartenden vollständigen Eliminierung der Präsdenz von ISIS in der Provinz Aleppo ebenfalls bezwungen werden. Azaz könnte von Kaljibrin aus mit einem Vorstoß nach Norden umfasst werden. Um in diese Position zu kommen, bedarf es nichts weiter, als der Rückeroberung der Menagh Air Base, danach rund fünf Kilometer weiter über flaches Land nach Osten zu ziehen und dann das kleine Örtchen Kaljibreen einzunehmen, wo sich alle verbliebenen Nachschubwege der Terroristen kreuzen, von wo aus über flaches Land nach Süden, Nordwesten und Nordosten vorstoßend die Terroristen vollständig lahmgelegt werden können, ohne dass die Armee dazu auch nur einen größeren Ort einnehmen müsste. Das ist denn auch der große Vorteil, den dieses Vorgehen mit sich brächte. Anstatt schwere – und langwierige – Schlachten um die Städte Tel Rifaat, Marea und Azaz zu führen, müssen nur eine Militärbasis, die frei von Zivilisten ist, und ein paar kleine Dörfer eingenommen zu werden. Die Städte Tel Rifaat, Marea und Azaz dürften dann von selbst fallen. Diese Aufgabe bräuchte nicht Wochen oder Monate, sondern könnte binnen weniger Tage militärisch erfüllt werden.

Dabei ist es für die syrische Armee im Grunde gleichgültig, ob sie selbst mit ihren unmittelbaren Partnern wie Hisbollah die Menagh Air Base befreit oder ob das kurdische Einheiten der YPG und ihre Partner der SDF machen. Ebenso dürfte es der Armee ziemlich gleichgültig sein, ob über der Basis nach der Befreiung die syrische oder die kurdische Fahne weht, was die Möglichkeit auch nicht ausschließt, dass die syrische Armee und Hisbollah einfach vorübergehend ein paar Einheiten auf YPG umflaggen, falls das zweckdienlich erscheinen sollte. Was für die syrische Armee wichtig ist, ist, dass es eine tragfähige Vereinbarung mit der YPG gibt, wie die Kontrolle über das Gebiet der Al-Kaida-Tasche nach der Befreiung gestaltet wird, und für die YPG dürfte es sich genauso verhalten. Gibt es eine solche tragfähige Vereinbarung, dann dürfte es die beste Lösung sein, dass jeweils diejenige Kraft ein Gebiet befreit, welche die besten Fähigkeiten dazu hat, unabhängig davon, welche Kraft am Ende die Kontrolle über das Gebiet übernehmen soll. Im Fall von Deir Jamal war es zum Beispiel so, dass die SDF die Kontrolle über den Ort durch Verhandlungen mit den Terroristen kampflos bekommen haben, was der syrischen Armee vermutlich nicht so einfach gelungen wäre. Zur Befreiung des von besonders fanatischen Takfiri-Terroristen beherrschten Ortes Mayer war hingegen der Einsatz der überwältigenden Feuerkraft der Artillerie der syrischen Armee die erfolgversprechendste und schließlich auch erfolgreiche Methode. Wenn jeder zum Erreichen gemeinsamer Ziele – hier: Sieg über den Terrorismus von Al Kaida und Co – das macht, was er am besten kann, ist das ein Rezept für Erfolg.

In den letzten Tagen gab es einige Berichte, dass kurdische Kräfte der YPG/SDF nördlich, westlich und südlich der Menagh Air Base kleinere Örtchen eingenommen haben, nämlich insbesondere Maraanaz, Ajar und später auch noch Kafr Antun. Weiterhin gibt es Berichte, dass die syrische Armee und ihre Partner auf der internationalen Straße 214, die seit wenigen Tagen zwischen Nubl und der Menagh Air Base von kurdischen YPG/SDF-Kräften kontrolliert wird, von Nubl aus mit Panzertruppen nach Norden vorrückt. Wie weit genau die syrische Armee und ihre Partner auf der Straße 214 von Nubl aus nach Norden vorgerückt sind, ist schwierig zu ermessen. Mal heißt es, die syrische Armee kontrolliere zehn Kilometer der Straße, mal heißt es, sie sei drei Kilometer von Tel Rifaat entfernt, und ein andermal heißt es, der Weg nach Azaz sei frei oder sie stünde 17 km vor der türkischen Grenze. Wie dem auch sei, das Wichtigste ist, dass es dabei bisher offenbar keine Reibereien mit kurdischen Kräften gab.

Was dabei klar sein dürfte, ist, dass die syrische Armee viel besser dafür geeignet ist, die Menagh Air Base zu stürmen, als die kurdischen YPG/SDF es sind. Die Menagh Air Base lässt sich nämlich recht gut verteidigen. 2012 und 2013 trotzten einige Hundert syrische Soldaten da über ein Jahr lang wütenden Angriffen einer gewaltigen Übermacht von Terroristen, bevor es FSA- und Al-Kaida-Terroristen unter Führung von ISIS im August 2013 gelang, die Basis mit Hilfe eines massenhaften Einsatzes von Selbstmordattentätern zu stürmen. Die eher leicht bewaffneten Einheiten der YPG/SDF dürften sich deshalb selbst mit russischer Luftunterstützung schwer damit tun, die Basis zu stürmen. Die syrische Armee ist hingegen wie prädestiniert dafür, die Basis zu stürmen. Da es in der Militärbasis keine Zivilisten gibt und die Basis ohnehin schon schwer beschädigt ist, kann die syrische Armee zur Erstürmung der Menagh Air Base schließlich alles an schweren Waffen zum Einsatz bringen, was sie hat: von Panzern über Haubitzen, MLRS und Tochkas bis hin zu TOS-1. Bei einem Sturm auf die Basis mit reichlichem Einsatz solcher Waffen dürften die Terroristen die Basis kaum länger als einige Stunden halten können. Damit stünde dann der Weg nach Kaljibreen und zur vollständigen Dominierung der Al-Kaida-Tasche Azaz-Tel-Rifaat-Marea offen.

Das Ausbleiben von Berichten über weitere Fortschritte von Süden nach Norden in der Tasche spricht dafür, dass gegenwärtig die Vorbereitungsarbeiten der syrischen Armee für eine solche „zweite Schlacht um die Menagh Air Base“ laufen. Dabei dürften etwa die Straße 214 für den Transport von Nachschub gesichert werden, reichlich Artiellerie wird nach Nubl und Zahraa herangeführt werden und günstige Angriffspositionen in der Nähe der Basis unter Kontrolle gebracht werden. Das würde dann auch die gegenwärtig – abgesehen von einigen erfolgreichen Luftangriffen in die Nachschublinien der Terorristen – zu beobachtende Ruhe in der Al-Kaida-Tasche erklären, die vermutlich besser als die Ruhe vor dem Sturm beschrieben werden könnte. Wenn es dann soweit ist, dass der Startschuss fällt, dann dürfte die Erstürmung der Menagh Air Base nur wenige Stunden dauern, wenn die Terroristen da nicht noch schneller flüchten. Es kann nun jeden Moment soweit sein. Möglicherweise hat die Erstürmung von Teilen der Basis in aller Heimlichkeit sogar schon begonnen.

Während diese Zeilen geschrieben wurden, sieht es nun sogar so aus, dass die zweite Schlacht um die Menagh Air Base schon beendet ist, weil die Terroristen angesichts eines bevorstehenden Sturms sowohl von der Basis Menagh als auch aus dem gleichnamigen Ort geflüchtet sind, obwohl das gegenwärtig noch nicht offiziell bestätigt ist.

Was auch immer: das Parteibuch bleibt dran.

Nachtrag Mittwoch Morgen: Khaled Iskef meldet nun auch, dass die SDF die Menagh Airbase und das Dorf Menagh kontrollieren.

Nachtrag Mittwoch Vormittag: Die Schlacht um die Menagh Air Base ist anderslautenden Meldungen zum Trotz noch nicht vorbei. @MilitaryMediaSy meldete soeben, dass kurdische Kräfte das Dorf Menagh beherrschen, es innerhalb der Airbase Menagh jedoch noch heftige Kämpfe zwischen kurdischen Kräften und verschanzten Terroristen gibt.

Die Sham Times meldet unterdessen, dass es in Tel Rifaat gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen lokalen Terroristen, die kapitulieren – und sich mit der Regierung versöhnen – wollen, und meist auswärtigen Terroristen von Al Kaida, die Angst haben, mit Kapitulationen ihre türkischen und saudischen Sponsoren zu verprellen, gibt.

Nachtrag Mittwoch Abend: Die Informationslage zum Stand in der Menagh Air Base ist nach wie vor unübersichtlich. Die Webseite von Al Manar English sagt beispielsweise, die Menagh Air Base stünde vollständig unter von der russischen und syrischen Luftwaffe unterstützten kurdischen Einheiten. In einem arabischen Video von Al Manar heißt es hingegen, der Ort Menagh stünde vollständig unter Kontrolle kurdischer Einheiten und innerhalb der Airbase würden sie Fortschritte machen.

Wie dem auch sei, es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Terroristen in der Menagh Air Base vollständig besiegt sind, wenn sie das nciht jetzt schon sind. Worüber jedenfalls Einigkeit aller Seiten besteht, ist, dass es im Laufe des heutigen Mittwochs eine ganze Reihe von Luftangriffen, von Dutzenden ist die Rede, in der Gegend der Menagh Air Base gab.

Außerdem geht gerade in Bezug auf das nördliche Aleppiner Umland die Meldung herum, dass die syrische Armee nun die Kontrolle über Kafrnaya südlich von Tel Rifaat habe. Von @PoliSecurity gibt es sogar schon eine angepasste Karte dazu:

Bestätigt ist die Meldung aber offenbar noch nicht.

Nachtrag Mittwoch später Abend: @sayed_ridha meldet, die syrische Armee habe östlich von Aleppo die Ortschaften Barlehin und Rasm Al-Alam sowie Farmen bei Al-Sin befreit. Auch an dieser Front scheint es also voranzugehen.

Nachtrag Donenrstag Morgen: Nun ist es auch an der Front der Menagh Air Base soweit. Es sieht so aus, als bestehe nun allgemeine Einigkeit darin, dass die YPG/SDF am späten Abend oder in der Nacht die Kontrolle über die MenaghAir Base gewonnen haben. Sowohl pro-syrische Quellen wie @sayed_ridha als auch Propagandaschleudern von Al Kaida und Co wie Orient TV melden inzwischen, dass die YPG/SDF die Kontrolle über die Basis haben. Nach rund einem Tag schwerster Kämpfe ist die „Zweite Schlacht um die Menagh Air Base“ damit gelaufen.

Bei @miladvisor sieht die Karte von Aleppo und Umgebung gegenwärtig wie folgt aus:

Die Menagh Air Base ist da zwar noch als umstritten eingezeichnet, kann nun aber zum kurdisch kontrollierten Gebiet hinzugeschlagen werden.

19 Gedanken zu “Zweite Schlacht um die Menagh Air Base

  1. Es wird die Befreiung von den Terroristen bereits zur Routine für die militärische Koalition. Die von Erdogan geförderten Terrorbanden, darf die Türkei dann als „Flüchtlinge“ aufnehmen.

    1. biersauer

      Die Aufnahme der Terroristen als “Flüchtlinge” ist für die Türkei nur vorübergehend ein Ärgernis, denn die reisen ja ohnehin früher oder später nach Deutschland weiter.

      1. Deutschland wird ja auch leichter für den Islam zu erobern sein als Syrien, also ein taktisch kluger Schachzug!

  2. Ist zwischen „schwarz“ und „grün“ wirklich so ein großer Unterschied, daß man hier von einer Tasche (=Kessel) sprechen könnte? Daß die Türkei beide Farben unterstützt, dürfte klar sein, und zumindest im Notfall dürfte ISIS der Al-Qaeda aushelfen, statt letztere zwischen sich und der SAA zerreiben zu lassen. Oder darf das aus (geo-)politischen Gründen zumindest nicht offensichtlich geschehen?

    Übrigens scheint ja jedes Dörfchen eine Festung zu sein, egal wo in Syrien. So viel mal ganz allgemein zu der steilen These, SAA und RAF legten sich nur mit Zivilisten an. Die Terroristen haben jahrelang ganze Aufbau- und -rüstungsarbeit geleistet. Noch ein klares Zeichen für die Unterstützung, die sie international erhalten haben und noch erhalten.

  3. Wobei ich nicht darauf wetten würde, an welcher Stelle die SAA und Freunde den nächsten Schwerpunkt legen. Es könnte jetzt auch die Absicherung der Stadt Aleppo nach Nord-Westen erfolgen. Oder der sich abzeichnende Kessel in Ost-Aleppo wird zuerst aufgeräumt. In der Vergangenheit sind die Truppen nach einem Schritt immer erst an einer ganz anderen Stelle eingesetzt worden. So könnte es auch ein Zwischenspiel um Morek im Norden von Hama geben. Ob die Grenze zur Türkei jetzt direkt an der politischen Grenze gesichert wird oder außerhalb der Reichweite schwerer türkischen Waffen ist aus militärischer Sicht zum jetztigen Zeitpunkt doch eher egal.

  4. Isjawu

    „Grün“ ist im Gegensatz zu „schwarz“ nicht ganz homogen.
    Assad war ja durchaus ein Herrscher, gegen den man auch revoltieren konnte, ohne ein Harsdcore-Islamist oder vom Westen gekauft zu sein.
    Nur haben es diese Kreise nicht geschafft, größere Teile des Machtapparates auf ihre Seite zu ziehen, damit war diese ich sag mal „ehrliche Revolte“ gescheitert.
    Und ging sehr schnell Bündnisse mit Hardcore-Islamisten, aus dem Ausland bezahlt und ausgerüstet, ein, weitgehend ohne jede Berührungsängste.

    Natürlich übernahmen die „harten Jungs“ das Kommando im Feld, nicht schwächliche Feierabendbrigaden.

    Trotzdem ist auch heute noch nicht“grün“ gleich „grün“.

    Die gescheiterte Übergabe in Ibta (und Dael war auch angekündigt worden), die schon von beiden Seiten gemeldete Übernahme von Al Naimah, die gar nicht stattgefunden hat, gehört wohl auch in die Kategorie, sowie gestern Tal Rifat, erst Verhandlungen zur Übernahme, dann wieder Bombardierungen.

    Offenbar gibt es lokale Gruppen, die Blutvergießen (klar, auch eigenes) vermeiden wollen, auch die totale Zerstörung der Ortschaften (Sheikh Mishkeen ist eine einzige Trümmerwüste nach diversen Gegenangriffen).

    Doch dann kommen die „harten Jungs“, übernehmen die Kontrolle und bringen die Verhandlungen zum Scheitern.

    Die haben ja auch nichts zu verlieren, wenn sie nicht lokal verankert sind, spielen sie ihren Krieg eben im nächsten Dorf weiter.

  5. Interessant sind die Kämpfe zwischen „grün“ und „schwarz“, die es ja neben den offensichtlichen Vereinbarungen über Waren/Öl/Waffenaustausch mit lokalen Waffenstillständen und teils gemeinsamen Aktionen ja auch gibt.

    In Nordaleppo gibt es Gruppen, die sich wohl immer noch als „moderat“ darstellen wollen, um weiter finanziert und ausgerüstet zu werden, vom Westen.
    Das wird jetzt natürlich schwierig; wer gegen SDF, quasi persönlich von Obama gegründet, kämpft, kann nicht als „moderat“ anerkannt werden. Denn dafür gibt es genau zwei Kriterien, nach Wien I und Wien II: kein Kampf gegen die Regierung und Verbündete, Kampf gegen Terroristen.

    Also wer „clever“ agieren will, ich da Label FSA gibt, um Unterstützung zu erlangen, muss zumindest mit der SDF eine Einigung erzielen, statt gegen sie zu kämpfen.

    Daneben gibt es aber auch Kämpfe zwischen den ganz offenen Dschihadisten bis hin zu Al Nusra auf der einen und ISIS auf der anderen Seite.

    Neben „Schwanzlängenvergleich“, wer denn nun die Härteren sind, spielt da auch Dummheit, bzw. ideologische Verblendung, eine Rolle.

    Zum Glück, kann man sagen.
    Die „Vereinigten Takfiri der Levante“ wären militärisch doch noch mal deutlich härtere Gegner als jetzt.

    Wahrscheinlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die anderen Takfiri irgendwie mit ISIS direkt verbünden, und die teils recht heftigen Gefechte (im Westen) einstellen.

    Als türkischer Verantwortlicher wäre meine Strategie klar: sammeln der Truppen ganz im Norden der „Tasche“, rasches Vorgehen direkt an der Grenze nach Osten. Dabei möglichst mit ISIS einigen, nur kleinere Scheingefechte führen, reduziert die Verluste. Im Gegenzug lässt man die Grenzen weiterhin offen, für den türkische Nachschub zu ISIS:

    Wenn die SDF dann von Osten und Westen das jetzt noch von ISIS gehaltene Gebiet einnimmt, kann man mit türkischer Artillerieunterstützung einen grenznahen Bereich relativ leicht halten.

    So bekäme Erdogan zumindet noch einen ganz schmalen Mini-Korridor.

    Für Syrer und Freunde erstmal egal, wichtig ist die Verbindung der Kurden, damit die Abtrennung vom ISIS-Gebiet.
    Für Obama auch egal, der will bis Ende des Jahres Raqqa als behauptete Hauptstadt eingenommen haben, wenn es geht mit weniger Blutvergießen im Rest Syriens, dann kann er sich mit einem außenpolitischem Erfolg für die Bücher verabschieden.
    Und Erdogan könnte noch irgendwie gesichtswahrend rauskommen; ohne seine Idiotie hätte dieser Streifen auch deutlich breiter sein können, war für die Russen bis zur Eskalation keine Priorität.

  6. Jetzt ballern die FSA-Terroristen schon mit sündhaft teuren TOW-Raketen auf Zelte:

    http://www.liveleak.com/view?i=af5_1455123437

    In HD ansehen und kurz überlegen warum das Video plötzlich abbricht (normalerweise filmen die ja am liebsten des Endergebnis….. und siehe da, auf die Stelle achten an der sich der soldat hinter dem zelt zu Boden geworfen hat: man sieht als sich die Explosionswolke verzieht das eine Person wieder vom Boden aufsteht (genau in dem Augenblick bricht das Video ab). Wäre diese Person aufgestanden und danach sterbend wieder zu Boden gefallen hätten wir warscheinlich das ganze Video zu sehen bekommen.
    Weiß jemand wie man eine solch nahe Explosion einer TOW überleben kann? Das Trommelfell dürfte zumindest hinüber sein.

    1. Panzerabwehrraketen haben Hohlladungen als Sprengköpfe, welche den Hauptanteil ihrer Explosionswirkung auf eine kleine Fläche konzentrieren um Panzerungen zu durchschlagen, was dann aber natürlich dazu führt dass ihre allgemeine Spreng/Splitterwirkung und damit Wirkung gegen Infanterieziele eher mäßig ist. Einige russische Panzerabwehrraketen können deshalb alternativ mit thermobarischen Sprengköpfen bestückt werden, für die TOW gibt es aber meines Wissens so etwas nicht.

      Im Übrigen finde ich es in auffallend, dass in den letzten Wochen fast keine TOW Einsätze gegen Panzer zu sehen waren, sondern gegen solche eher minder wertvollen Ziele wie geparkte Autos oder Infanterie was, wie hier, in der Regel wenig zielführend ist.

  7. Liebe Parteibuch
    Front in Ost Aleppo ist irgendwie in vergessenheit geratten trotz, dass ich in für beste Frontabschnitt halte. Tiger Kräfte kommen langsam aber sicher voran. Wenn Meldungen von Heute Abend stimmen und Barlehin eingenommen ist, dann istStrasse 212 und M4 bei Soran ganz nah. Mit einahme von Soran wird ein Ausweg für Islamisten fast unmöglich weil dann wird Dorf Shamir vom beide Seite belagert. Ist mir rätselhaft, wieso Islamisten diese Südliche Gebiet nicht verlassen?
    In Daraa Gebiet vorbereitet sich SAA für Angriff auf Tafas. So sagt Almasdar. In Latakia geht langsam voran. Jede Tag 1 Dorf und 1 Berg. Angeblich vorbereitet SAA eine Ofensive nach Raqqa. Für mich unverständendlich aber ich bin nicht am Ort. Truppe versammeln sich in Itrijah. Heute sind 800 Soldaten gekommen. Alles Eliten Einheiten. Ob sie zu Raqqa Vorstossen oder am Eufrath abbiegen werden wir sehen.
    Auch unbemerkt von Offentlichkeit haben sie sich SAA Einheiten an Stadt Qurayten genährt. Bei Palmira ist Front ruhig.
    Alle andere Fronts sind zur Zeit ruhig.

    1. zgvaca

      Mit einahme von Soran wird ein Ausweg für Islamisten fast unmöglich weil dann wird Dorf Shamir vom beide Seite belagert. Ist mir rätselhaft, wieso Islamisten diese Südliche Gebiet nicht verlassen?

      Es scheint mir darum zu gehen, dass ISIS das Kraftwerk halten will, koste es, was es wolle. Ob das geschickt ist, ist eine andere Frage. Ich glaube nicht.

  8. Hallo Parteibuch

    Irgendwo hab ich etwas über Kämpfe in Tal Rifaat gelesen, zwischen „Rebellen“, die die Stadt übergeben wollen, und anderen, die kämpfen wollen, bis alles zerstört ist.
    Find es nicht mehr, habt ihr etwas davon gehört?

    und

    >>>Hassan Ridha ‏@sayed_ridha 6 Std.Vor 6 Stunden
    After recent strategic gains by #SAA against #JN & friends, #Russia has proposed a ceasefire in #Syria which would take effect on March 1
    >>>

    Mein Russisch ist zu schlecht, gibt es da etwas offizielles?

    Ich könnte mir das vorstellen (insofern auch selbst als Gerücht in die Welt setzen😉

    Die Russen würden somit auf die Kritik der „Rebellen“unterstützer reagieren, man zeigt sich verhandlungsbereit.

    Der 1. März liegt nach der nächsten anberaumten Genfer Runde, somit stehen die „Rebellen“ wieder blöd da; entweder sie kommen, dann haben sie ihre bisherigen AUssagen über den Haufen geworfen, oder sie kommen nicht, dann halten sie sich nicht an die Ansage „Gespräche starte ohne Bedingungen“.

    Bis dahin sollte Latakia weitgehend frei von „Rebellen“ sein.
    Und in Nordaleppo der Durchbruch der SDF zum Gebiet von ISIS. (wenn es im aktuellen Tempo weitergeht, könnte das schon erheblich eher erreicht sein.)

    Vielleicht ja sogar noch der lange im Raum liegende Durchbruch nach Al Fuah? War lange rhig in dieser Richtung, also vielleicht jetzt wieder mit Überraschungsmoment.

    Sollte es dann wirklich zu einem vorübergehenden Waffenstillstand kommen, lassen sich die Offensivkräfte umgruppieren und gegen ISIS einsetzen; die SDF in Nordostaleppo von Ost und West, die SAA und andere in Ostaleppo.
    Al Masdar promoted ja eine Offensive auf Tabqah Airport; aber ein Vorstoß so weit durch die Wüste in die Nähe der ISIS-Hochburgwäre auch gefährlich und eigentlich erst an der Reihe, wenn es gegen Raqqa gehen soll; momentan nicht die Priorität von SAA und co, abwrten.
    Näher lägen Palmyra oder Quaryatayn.

    Für einen andauernden Waffenstillstand muss die „Opposition“, die man im Kampf ja von Al Nusra gar nicht unterscheiden kann, erstmal auseinanderbrechen.
    Aber bis dahin wäre es natürlich schön, wenn möglichst viele Orte wie Deir Jamal die Seiten wechseln, und nicht wie Sheikh Mishkeen.

    1. andreas

      „Irgendwo hab ich etwas über Kämpfe in Tal Rifaat gelesen, zwischen “Rebellen”, die die Stadt übergeben wollen, und anderen, die kämpfen wollen, bis alles zerstört ist.
      Find es nicht mehr, habt ihr etwas davon gehört?“

      Steht oben im Artikel.

      „Hassan Ridha ‏@sayed_ridha 6 Std.Vor 6 Stunden
      After recent strategic gains by #SAA against #JN & friends, #Russia has proposed a ceasefire in #Syria which would take effect on March 1“

      Mein Russisch ist zu schlecht, gibt es da etwas offizielles?

      Nein.

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