Live-Ticker des Parteibuches zu den Vorwahlen in Iowa

Die Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 in Iowa haben das Potenzial, eine historische Zäsur zu werden, bei der das US-Establishment die Macht in den USA verliert, und sie beeinflussen damit die zukünftigen Geschicke der ganzen Welt in erheblichem Maße. Dieser Artikel wird solange laufend on oben ergänzt werden, bis Ergebnisse vorliegen, womit etwa um 06:00h morgens deutscher Zeit (MEZ) zu rechnen ist.

06:28h MEZ – Ende des Live-Tickers vom Parteibuch zu den Vorwahlen in Iowa

Fazit: Mit den öffentlichen Auftritten von Clinton und Sanders zur Kommentierung des Wahlausganges ist der Wahlabend in Iowa praktisch zu Ende. Auf der demokratischen Spur ist das Ergebnis bei 95,84% Auszählungsstand mit 0,2% Vorsprung für Clinton (49,8% zu 49,6%) so knapp, dass man besser begründbar eher von einem Unentschieden als von einem Sieg Clintons sprechen kann. Auf der republikanischen Spur hat Cruz (27,7%) hingegen mit mehr als drei Prozent Vorsprung vor Trump (24,3%) klar gewonnen. Das war eine Überraschung. Die wohl noch größere Überraschung war aber, dass Rubio, ein Kandidat des Establishments, mit kaum mehr als einem Prozentpunkt Rückstand (bei 23,1%) hinter Trump an Dritter Stelle gelandet ist. Die sich in Umfragen abzeichnende historische Klatsche für das Establishment ist damit bei diesen Vorwahlen in Iowa leider ausgeblieben: im Gegenteil, das Establishment ist mit diesen Ergebnissen wieder gut im Geschäft, womit man sich auf lange und harte Vorwahlkämpfe in beiden Parteien einstellen darf.

06:10h MEZ – Beim Auszählungsstand von 95% sind es immer noch 0,2% Vorspung von Clinton, 49,8 zu 49,6, aber im Grunde ist da schon soviel Delegiertenmathematik drin, dass auch Fachleute kaum unterscheiden können, wer tatsächlich mehr Stimmen bekommen hat.

05:55h MEZ – Mit Auszählungsstand 93,93% steht der Zähler wieder bei einem 0,2%-Vorspung für Clinton: 49,8% zu 49,6%. Bernie Sanders ist nach Clinton auch vor die Kameras getreten und hat erklärt: „Es sieht so aus, dass wir uns in einem praktischen Gleichstand befinden.“ Damit hat Sanders wiederholt, was viele Medien bereits angezeigt haben, und er dürfte damit glaubwürdiger und bescheidener wirken als Clinton, die für sich einen Sieg in Iowa reklamiert, obwohl noch nicht mal ausgezählt ist.

Weiter sagte Sanders: Wir haben heute erreicht, wozu das politische Establishment gesagt hat, dass es unerreichbar wäre. Unterschätzt uns nicht.

Bernie Sanders kommt mit einem unentschieden in Iowa zurecht. Für Hillary Clinton ist das hingegen ein Rückschlag. Sie will unbedingt einen Sieg in Iowa vorzeigen, weil sie damit rechnet, dass Sanders New Hampshire in acht Tagen haushoch gewinnt.

05:45h MEZ – Hillary Clinton erklärt sich bei den Demokraten zur Siegerin der Vorwahl in Iowa. Das Problem damit ist, dass sie noch gar nicht gewonnen hat.

Die noch nicht ausgezählten 6,42% der Stimmen sollen vornehmlich aus dem County Polk stammen, das mit Abstand das am Meisten und dichtesten bevölkerte County von Iowa ist. Es ist durchaus nicht auszuschließen, dass da das Wahlverhalten ein ganzes Stück anders als im Rest von Iowa ist und Bernie Sanders noch die Nasenspitze nach vorn bekommt.

05:20h MEZ – Bei einem Auszählungsstand von 91,73% hat Clinton wieder 0,9% Vorspung auf Sanders, führt jetzt mit 50,2% zu 49,3%:

Ein großer Vorsprung ist das aber auch nicht gerade.

04:55h MEZ – Clintons Vorspung auf Sanders ist bei 89,53% Auszählungsstand auf 0,2% zusammengeschrumpft, sie führt nun mit 49,8% zu 49,6%:

Bei Darstellungen ohne Komma führt das zu 50/50 und der Bewertung „unentschieden“ – und Sanders scheint obendrein bei den gewonnenen Delegierten knapp vornzuliegen:

04:40h MEZ – Clintons Vorsprung wird immer dünner. Um 9:37h Ortszeit hatte sie nur noch 0,6% Stimmenvorsprung auf Sanders:

Auszählungsstand 86,79%:

04:30h MEZ – Cruz hat die Vorwahlen der Republikaner mit 28% gegen Trump mit 24% und Rubio mit 23% gewonnen. Bei den Demokraten führt Clinton bei 83% Auszahlungsstand mit 50% gegen Sanders, der auf 49% kommt:

04:20h MEZ – Bei den Republikanern liegt Cruz bei 97% Auszählungsstand mit 28% zu 24% vor Trump, aber Rubio ist mit 23% überraschenderweise gleich dahinter:

Das Establishment ist damit auch auf der republikanischen Spur voll zurück im Geschäft.

04:15h MEZ – Martin O’Malley, demokratischer Kandidat, der in Iowa bei 76% Auszählungsstand bei 0,6% liegt, beendet seine Präsidentschaftskampagne. Clinton führt derweil mit 1,3% der Stimmen auf Bernie Sanders (50,3% zu 49%), wobei Sanders bezüglich der damit gewonnenen Delegierten auf Kurs unentschieden (15 zu 15) zu liegen scheint.

Bliebe es in etwa bei den Ergebnissen, deuten sich sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern lange Vorwahlrennen an.

04:00h MEZ – Clinton führt bei rund 65% Auszählungsstand auf der demokratischen Spur USA Today zufolge mit einem Abstand von 2,2%, nämlich mit 50,86% gegen 48,66% von Sanders, und bei den Republikanern liegt Cruz bei fast 50% Auszählungsstand weiter mit fast 4% Vorsprung vor Trump.

Das sind sehr deutliche Vorsprünge. Es sieht damit – leider – danach aus, dass das Establishment in Iowa überraschenderweise beide Spuren durch bringt.

03:40h MEZ – Fox News sieht auf der republikanischen Spur bei 41% Auszählungsstand Cruz mit 29% gegen Trump mit 26% gegen Rubio mit 20% vorn:

03:20h MEZ – Was die Umfragen der letzten Tage auf der demokratischen Spur angeht, so hat Hillary Clinton es in den Umfragen zu Iowa geschafft, einen dünnen Umfragevorsprung von knapp 3% gegen einen aufstrebenden Bernie Sanders bis in den Wahlabend zu retten:

Auch wenn es knapp ist wäre es also nicht überraschend, wenn Bernie Sanders Iowa knapp verliert, was er dann vermutlich als „beinahe unentschieden“ darstellen wird. Damit könnte Bernie Sanders dann zuversichtlich nach New Hampshire gehen, wo er mit rund 17% Vorsprung gegen Hillary Clinton führt.

Gewinnt Bernie Sanders in New Hampshire nach einem Unentschieden oder einer knappen Niederlage in Iowa deutlich, dann hat Bernie Sanders etwas, worauf er aufbauen kann: ein Unentschieden und ein Sieg von zwei Wahlen. New Hampshire spiegelt zwar die demokratische Wählerschaft in den USA nur schlecht wieder, weil sie liberaler und weißer als der Durchschnitt ist, und Bernie Sanders obendrein noch aus dem Nachbarstaat Vermont kommt, aber Sieg wäre Sieg, und ein Unentschieden und ein Sieg würde besser aussehen als Hillary Clintons Hitorie von ein mal Unentschieden und eine Niederlage. Sollte Bernie Sanders jedoch in Iowa gewinnen, was angesichts der Umfragewerte bei einer hohen Wahlbeteiligung durchaus drin ist, dann könnte Sanders in New Hampshire sogar mit zwei zu null in Führung gehen, was ein echtes Problem für die auf kaum etwas anderes als ein Siegerimage setzende Clinton-Kampagne wäre. Anders herum gesagt: Clinton muss in Iowa gewinnen, sonst hat sie ein echtes Problem. Verliert Clinton heute Iowa und dann wie erwartet New Hampshire, dann könnten die 13% Vorsprung, die sie in nationalen Umfragen noch gegen Sanders hat, bis zum Supertuesday am 1. März leicht wegschmelzen, und Sanders auch in nationalen Umfragen in Führung gehen.

Das alles setzt natürlich voraus, dass Hillary Clinton nicht vorher wegen grober Verstöße gegen Geheimhaltungsvorschriften mit ihrem privaten E-Mail-Server für Dienstverkehr, Missachtung des Gerichtes oder Meineid verhaftet wird. Schon die Vorlage des Falles durch das FBI beim Staatsanwalt mit einer Empfehlung zur Anklageerhebung, was gar nicht so ausgeschlossen ist, wie mancher denken mag, würde vermutlich das Ende der Siegchancen von Hillary Clinton besiegeln. CLintons Kampagne kann jeden Tag überraschend zusammenbrechen, wenn in Bezug auf ihren Emailserver und ihren anschließenden Vertuschungsaktion eine Keule von der Justiz kommt, womit Bernie dann so gut wie nominiert wäre, selbst wenn er manche Vorwahlen verlieren sollte.

03:00h MEZ – Die ersten Ergebnisse von der republikanischen Spur sind da, aber natürlich noch keineswegs repräsentativ (Auszählungsstand ~2%), es sieht aber dabei nicht schlecht aus für Trump:

02:20h MEZ – Die Umfragen der letzten Tage deuten darauf hin, dass Donald Trump das Rennen auf der republikanischen Spur in Iowa machen wird. Auf knapp sieben Prozent soll sein Vorspung gegenüber Cruz in den letzten Wochen wieder angewachsen sein.

Das müsste eigentlich reichen für Trump. Und wenn das reicht, dann stehen die Chancen gut, dass Donald Trump auf der republikanischen Spur den Tisch abräumt, („Run the Table“ sagt Trump dazu), er immer stärker wird und praktisch alle Vorwahlen in Serie gewinnt. Und die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Iowa mit seinen vielen puritanischen und evangelikalen republikanischen Wählern ist ein eher schwieriges Pflaster für den mehrfach geschiedenen Trump, in liberaleren Bundesstaaten tut sich Trump leichter. Wenn Trump sogar Iowa gewinnt, dann gewinnt er erst recht liberale Staaten, und natürlich auch den eher liberalen zweiten Vorwahlstaat New Hampshire, wo Umfragen der letzten Tage Trump nicht nur mit 7%, sondern mit rund 22% Vorsprung – 34% zu 12% – in Führung sehen.

Und auf nationaler Ebene führt Trump bei den Republikanern in Umfragen sogar noch etwas mehr, nämlich mit fast 24%, wobei er auf fast 39% kommt, während sein bester Konkurrent Cruz nur auf knapp 15% kommt.

Dabei will das Establishment Cruz auch nicht, doch die Kandidaten des Establishments, Bush, Rubio, Kasich und Christie, steigen bei dieser Wahl einfach nicht auf. Selbst wenn sie all ihre Kräfte zusammenlegen könnten und würden, kommen sie an Trump wohl nicht mehr vorbei, und das gilt ganz besonders, wenn Trump sogar in Iowa gewinnen sollte. Anders ausgedrückt: wenn das Establishment Trump noch abfangen will, dann darf Trump auf keinen Fall Iowa gewinnen. Einen Sieg von Cruz (noch besser wäre für das Establishment natürlich Rubio) in Iowa und einen Sieg von Rubio, Bush, Kasich oder Christie in New Hampshire – was bei einer Zusammenlegung ihrer Kandidaturen denkbar wäre – braucht das Establishment, dann könnte es auf der republikanischen Spur vielleicht nochmal zurück ins Geschäft kommen. Doch danach sieht es nicht aus. Gewinnt Trump Iowa, dann sieht es eher danach aus, dass Trump den Tisch abräumt, komme dann noch was wolle.

02:15h MEZ – Bernie Sanders‘ Anhänger sind jung, im Veranstaltungsraum fällt das richtig auf:

02:10h -Die ersten Wahlentscheidungen sind schon getroffen worden, doch mancherorts sind die Räume so gepackt voll, dass die Organisation Probleme bereitet.

Die meisten Leute scheinen möglichst schnell wählen und nach Hause gehen zu wollen, während die Organisatoren die Veranstaltungen in die Länge ziehen wollen:

02:00h MEZ: Es geht los. Die Türen werden geschlossen und die Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 beginnen.

01:55h MEZ – CNN meldete, „in einigen Bezirken“ gebe es ungewöhnlich viele neue Wählerregistrierungen, was ebenfalls ein gutes Zeichen für Trump und Sanders wäre. Die große Frage ist, ob „in einigen Bezirken“ reicht. In „praktisch allen Bezirken“ würde besser klingen.

01:45h MEZ – Zahlreiche Berichte unterschiedlicher Affiliationen von vor Ort sagen, die Wahlbeteiligung bei den Vorwahlen in Iowa sei heute wohl höher als je zuvor, und das sowohl bei den Demokraten als auch bei den Republikanern:

Eine hohe Beteiligung gilt als Schlüssel für einen Erfolg von Donald Trump und Bernie Sanders in Iowa. Das immergleiche Fußvolk des Establishments geht zu den Vorwahlen, Trump und Sanders können nur gewinnen, wenn sie mehr neue Leute mobilisieren können, als das Establishment Fußvolk hat.

01:35h MEZ – Die Jugend ist schon da, und ganz überwältigend für Bernie Sanders. Hier ein typischer Tweet einer jungen Frau aus Iowa – mit Kurzvideo: Meine Erste Vorwahl. My first caucus! #IowaCaucus #Iowa #IAcaucus2016 #FeelTheBern #GoBern #BernieStrong #Bernie2016

Auch den Facebook-Chatter dominiert Bernie Sanders in Iowa kurz vor der Abstimmung, meldet Sputnik.

01:00h MEZ – In Iowa ist es nun 18:00 Uhr abends, während die Uhr in Deutschland 7 Stunden weiter ist, und es demnach in Deutschland jetzt 1:00 Uhr nachts ist. Gegenwärtig sind in Iowa die Wähler dabei, sich als republikanisch oder demokratisch registrieren zu lassen, um danach bis 19:00 Uhr Ortszeit die Abstimmunsgräume zu den Vorwahlen aufzusuchen. Dort werden dann für einige Stunden bei den Republikanern Reden geschwungen und bei den Demokraten Diskussionen abgehalten, um Unentschlossene und Andersdenkende noch zu überzeugen, bevor dann gewählt und schlussendlich gezählt wird. Während bei den Republikanern einfach abgestimmt wird, sind die Vorwahlen in Iowa bei den Demokraten eine Art Nachbarschaftsversammlung, wo die Anhänger eines jeden Kandidaten sowie Unentschlossene in eine andere Ecke gehen. Anschließend werden Anhänger derjenigen Kandiaten, die dabei keine 15% der Versammelten ausmachen, zu den Unentschlossenen hinzugeschlagen. Die Lager der Kandidaten, die diese jeweils lokal ausgezählte 15%-Hürde übersprungen haben, versuchen dann, die Unentschlossenen, und Anhänger der anderen Lager von ihrem Kandidaten zu überzeugen. Wenn sich dieser Prozess nach ein paar Stunden gesetzt hat, wird durchgezählt, wie viele Anhänger die Kandidaten jeweils in ihren Ecken haben. Das war dann die Wahl bei den Demokraten. Mit aussagekräftigen Ergebnissen von den unterschiedlichen Abstimmungsorten ist dann etwa gegen 23:00 Uhr Ortszeit zu rechnen.

Aus den Wahlergebnissen berechnet sich über lokale Schlüssel daraus dann der Anteil der von Iowa gestellten Delegierten für den offiziellen Nominierungsparteitag im Juni, den die Kandidaten in Iowa für sich gewinnen konnten. Bei den Republikanern werden so in Iowa 27 Delegierte und bei den Demokraten 44 Delegierte von 2.473 beziehungsweise 4.482 Delegierten insgesamt bestimmt. Die Bedeutung der Vorwahlen im kleinen Bundesstaat Iowa liegt also nicht darin, dass da besonders viele Delegierte bestimmt werden. Vielmehr liegt sie darin, dass die Vorwahlen in Iowa Aufschluss darüber geben können, wie sich die beiden Rennen um die Nominierung voraussichtlich weiter entwickeln wird. Darum geht es: Wer in Iowa und bei der in acht Tagen folgenden Vorwahl in New Hampshire gewinnt, dessen Präsidentschaftskampagne bekommt kräftigen Aufwind, bevor es dann am 27. Feburar in South Carolina und am 1. März beim Supertuesday, wo gleich ein Dutzend Bundesstaaten Vorwahlen abhalten, um richtig viele Delegierte geht. Wer hingegen in Iowa und New Hampshire schlecht abschneidet, der hat später kaum noch eine Chance und kann eigentlich schon einpacken.

Eine historische Zäsur können die Vorwahlen in Iowa werden, weil sowohl auf der demokratischen Spur mit Bernie Sanders als auch auf der republikanischen Spur mit Donald Trump Kandidaten gute Siegchancen in Iowa haben, die dem Establishment, der Kriegsmafia und der Israel-Lobby, ein Greuel sind, und diese Kandidaten obendrein noch in den Umfragen für die wzeite frühe Vorwahl in New Hampshire praktisch uneinholbar weit vorn liegen. Sollten Bernie Sanders und Donald Trump beide in Iowa gewinnen, hat das Establishment damit schon fast die Präsidentschaftswahl verloren.

5 Gedanken zu “Live-Ticker des Parteibuches zu den Vorwahlen in Iowa

  1. Stark! Gute Arbeit, Parteibuchler. Freue mich jedesmal auf Neue über die exzellenten Berichte bei Euch.

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