George Soros und China im Währungskrieg – und Goldman Sachs

Führende staatliche chinesische Zeitungen haben vorgestern auf chinesisch und auf englisch mit außergewöhnlich scharfen Worten darauf hingewiesen, dass der Finanzinvestor George Soros einen Währungskrieg gegen den chinesichen Yuan führt, und dazu vorausgesagt, dass der „Finanzräuber“ George Soros damit scheitern wird.

Das ist ein außergewöhnlicher Vorgang, denn ein erfolgreicher Run gegen eine Währung lebt nicht zuletzt von der spekulativ initiierten Publizität der Attacke, und durch die scharfe öffentliche Antwort hat die Volksrepublik China dem Angriff der Heuschrecken gegen den gerade erst zur offiziellen Weltreservewährung des IWF aufgestiegenen Yuan natürlich erst recht eine größtmögliche globale Öffentlichkeit verschafft. Noch bemerkenswerter ist das, weil George Soros, wie Bloomberg berichtete, zwar gesagt hat, er glaube zwar, dass das chinesische BIP im letzten Jahr um 3,5% gewachsen sei, womit er nur knapp unter vielen anderen Schätzungen liegt, doch er wette auf einen Crash der chinesischen Wirtschft. Weil China aber aufgrund seiner umgerechnet drei bis vier Billionen US-Dollar Devisenreserven und seines eingeschränkten Kapitalmarktes zu stark ist, um direkt gegen China zu wetten, wettet Georges Soros auf Sekundäreffekte eines chinesischen Crashs, wenn ihm glauben möchte, nämlich ganz konkret gegen den US-Börsenleitindex S&P-500, gegen rohstoffproduzierende Länder und gegen „asiatische Währungen,“ während er US-Staatsanleihen kauft – so zumindest klingt das, was der rund 24 Mrd US-Dollar schwere Finanzinvestor George Soros in dem Interview mit Bloomberg von sich gegeben haben soll. Im Grunde wettet George Soros seinen eigenen Angaben zufolge also nicht gegen China, sondern auf einen durch China ausgelösten Crash der Weltwirtschaft, und obendrein legt er dazu noch die Schuld daran vor die Tür der US-Notenbank FED, von der er sagt, deren leichte Zinserhöhung Ende letzten Jahres sei ein „Fehler“ gewesen, weil sie damit die ohnehin schon problematischen deflationären Erwartungen in der Weltwirtschaft noch geschürt habe. Die rabiate chinesische Presseantwort darauf legt den Schluss nahe, dass die für ihre Umsicht bekannten Finanzexperten der kommunistischen Partei Chinas, wenn sie es nicht auf einen Crash anlegen, sich geradezu dumm, in alten fehlerhaften marxistischen Schemata denkend, verhalten.

Wie es zu erwarten war, führten, während das Interview von Bloomberg mit George Soros zuvor kaum Beachtung gefunden hatte, die harschen Worte in den chinesischen Medien, insbesondere den englischsprachigen, dazu, dass schom am nächsten Tag weltweit breit über den Währungskrieg zwischen George Soros und der Volksrepublik China berichtet wurde. Bemerkenswert ist da insbesondere ein Artikel von Reuters, in dem berichtet wird, dass tatsächlich seit schon weit über einem Jahr eine Reihe von Hedge Fonds mit Milliardensummen gegen den chinesischen Yuan spekulieren. Das ist im Grunde auch kein WUnder, wo die Volksrepublik China mit ihren offensichtlich absurden offiziellen Zahlen, die unter anderem besagen, dass im Jahr 2015 bei einer BIP-Steigerung von 6,9% die Industrieproduktion in China um 6,1% gewachsen sei, während zugleich der Stromverbauch um 0,2% und das Bahnfrachtvolumen um 11,9% geschrumpft sei, die Spekulationen, dass irgendetwas ziemlich grundlegend schief läuft mit der chinesischen Wirtschaft, selbst kräftig anheizt. In dem Artikel von Reuters werden denn auch gleich reihenweise Manager von milliardenschweren Hedge Fonds zitiert, die erklären, dass die chinesische Wirtschaft crasht und damit auch der chinesische Yuan drastisch fallen wird, wobei nur noch fraglich sei, wann und wie schnell das geschehen wird, und sie deshalb das von ihnen verwaltete Geld so angelegt haben, dass sie davon profitieren werden, wenn es soweit ist. Nur, da China dummerweise den ausländischen Markt für frei handelbare Yuan vom inländischen Geldmarkt mit allerlei Regulatorien streng trennt, und die inländischen Banken Spekulanten einfach keine Kredite in Yuan geben, um damit gegen den Yuan zu wetten, während die im Ausland aktiven Banken dafür enorme Zinsen verlangen, sei es einfacher, auf Sekundäreffekte eines chinesischen Crashs wie etwa den Fall der Währungen von Hong Kong, Malaysia, Südkorea und Taiwan zu wetten, wird dabei auch freimütig zugegeben. Im Grunde ist das die gleiche Botschaft wie sie von George Soros ausgeht: die chinesische Wirtschaft crasht, und wird die ganze Weltwirtschaft mit runterziehen, nur gegen China zu wetten geht schlecht, weil China seine inländische Wirtschaft gut gegen Spekulanten schützt.

Was bei dieser Schwarzmalerei für China jedoch bemerkenswert ist, ist, dass sowohl in dem Artikel von Bloomberg als auch anderswo Vertreter der ein multimilliardenschweres Portfolio managenden Spekulationsbank Goldman Sachs jeweils genau gegenteilig argumentieren: die chinesische Wirtschaft stehe recht gut da, besser als von vielen behauptet, und so weiter und so fort. Das legt den Schluss nahe, dass Goldman Sachs im Unterschied zu George Soros und einer Reihe von milliardenschweren Hedgefonds in großem Stil auf einen Boom von China und der Weltwirtschaft gewettet hat. Beides gleichzeitig, Boom und Crash, wird in China kaum eintreten, sodass in der nächsten Zeit entweder bei Goldman Sachs oder bei George Soros und einer Reihe von milliardenschweren Hedgefonds mit Heulen und Zähneklappern aufgrund verlorener Wetten in Bezug auf China zu rechnen ist, die dann jeweils Sekundäreffekte auf das Finanzsystem haben werden, gleich wie sich die chinesische Wirtschaft entwickelt. Mit anderen Worten: anstehende Verwerfungen in der Weltwirtschaft sind so gut wie garantiert, es fragt sich nur, wer die Wetten gewinnt, und wer sie verliert.

Die Volksrepublik China scheint in dieser Situation darum bemüht, ihre Wirtschaftszahlen schlecht und unseriös aussehen zu lassen, was dazu führen dürfte, dass Goldman Sachs sich demnächst in der ungewohnten Rolle eines Verlierers wiederfindet. Schlechte Aussichten sind das auch für die von Goldman Sachs und der Israel Lobby unterstützten Kandidaten bei den sich in der Entscheidungsphase befindenden US-Präsidentschaftskandidaten, die beinahe allesamt Wohlfühl-Kampagnen fahren. Nimmt die Crash-Stimmung überhand, dürften davon nämlich insbesondere die auf Unzufriedenheit und einen Veränderungswillen in der Bevölkerung setzenden Kandiaten, allen voran die mit der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse über Kreuz liegenden Kandiaten Donald Trump und Bernie Sanders, profitieren. Die Aussicht, so einen Sieg im dritten Weltkrieg herbeiführen zu können, würde auch erklären, warum China regelrecht auf einen Crash, oder zumindest den Anschein eines Crashs, hinarbeitet.

7 Gedanken zu “George Soros und China im Währungskrieg – und Goldman Sachs

  1. Wow…..
    China untrstützt mit „offensichtlich falsch aussehenden Meldungen den VS Wahlkampf von Trump & Sanders“??
    Da muss ich noch mal richtig durchdenken…..aber könnte was dran sein?…
    Na schaun mer aml….

  2. – … chinesische Wirtschaft crasht …

    … seit Jahren in den feuchtesten Träumen politischer Börsen. Aber die Politik ist so ziemlich der schlechteste Ratgeber in Sachen PRofit.

    Wenn ich mich recht erinnere, crasht China seit den 90-ern mindestens einmal jährlich und der Strom der Intelligenz bratenden PRopheten will nicht abreissen. Tatsächlich sind die Renditen im vor Debitismus strotzenden Westlichen Wertesystem inzwischen so tief gesunken – wie von Nestbeschmutzern tatsächlich PRophezeit – dass man die Verzweiflung der EUSraEliten förmlich riechen kann. Hier liegt der Hund begraben. Sicher, auch China hat sich dem Debitismus verpflichtet, nur torkelt der Westen weit vor seiner Konkurrenz ins Debitismus-Ziel.

    Insofern hat Soros recht, wenn er über die FED sagt, deren …

    – … leichte Zinserhöhung Ende letzten Jahres sei ein “Fehler” gewesen, weil sie damit die ohnehin schon problematischen deflationären Erwartungen in der Weltwirtschaft noch geschürt habe.

    Was er allerdings nicht sagt: Dass es allerhöchste Zeit wäre für eine Deflation, die allerdings in eine brutale Rosskur ausarten würde, weil die aufgelaufenen PRobleme in etwa den vorangegangenen, zwangsver- und behinderten Deflationen entsprechen – Der Westen, der kranke Mann am Atlantikus.

    Wie auch immer, der Ruf nach Inflation – mehr vom Gleichen, denn viel hilft viel – bleibt intakt und wenn der S&P etc. fallen wie von Soros gewünscht, tja, dann wird das Kapital eben günstig zugreifen und in Firmenanteile umwandeln, d.h. vorhandenes Kapital, also z.B. die chinesische Dollarpyramide. Und wenn US-Kapitalisten Verluste drohen, ist der Ruf nach mehr Staat eine (h)ausgemachte Sache, nämlich jene Sache mit der “Nationalen Sicherheit”.

    – … Goldman Sachs jeweils genau gegenteilig argumentieren …

    Wer was sagt ist damit relativ unerheblich, im KRIEG glauben sich nur die dümmsten Strategen / Taktiker gegenseitig. Welche Wahrheit in diesem PR-Theater Finte ist, werden wir bestenfalls hinterher erfahren. Verlierer werden wie immer jene sein, die Soros oder den Goldmännern glauben und ihre Investitionen danach ausrichten, denn Soros wie Goldmann können sowohl Positionen wie auch Gegenpositionen aufbauen. Und via High Frequence Trading ist Goldman sowieso unter den Schnellsten, wenn es darum geht, die Positionen zu ändern. Ich denk mal, dass sich Soros punkto Tempo auch nicht zu verstecken braucht und China, na ja, wir müssten inzwischen gelernt haben, dass Peking schneller lernt als unseren PRopheten lieb ist.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

  3. China wird die Ursachen des Vertrauensschwundes, nämlich die viele Korruption und Unsicherbheiten gegenüber KUNDEN weltweit auszumerzen wissen. Bekanntlich hängen soche Typen reihenweise.

  4. Soros kann sicherlich gegen Goldman Sachs wetten. Dem Rennpferd ist es dabei egal, wenn Dritte auf es wetten. Eine Neuauflage der Asienkrise würde China nur stärken – wirtschaftlich und politisch. Von wo könnten den neue Investitionsgelder kommen?

  5. Wer stoppt diesen Wahnsinnigen Verbrecher Georg Soros, der u.a. mit der Open Society mit der DAAD, also Deutsche Regierungs Partnerschaft Verträge hat.

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