Abstimmung mit den Füßen

Die Kandidaten der Israel-Lobby haben bei den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 offensichtlich Probleme, Menschen zu mobilisieren, und das insbesondere auf der republikanischen Spur.

Was die Umfragen angeht, so hat das Parteibuch bereits ausführlich berichtet, dass die Israel-Lobby auf der republikanischen Spur ein Problem damit hat, die von ihr nicht beherrschbaren Kandidaten Trump und Cruz zu stoppen, während sie auf der demokratischen Spur mit Hillary Clinton noch ein recht gut platziertes Schlachtross im Rennen hat, wobei da natürlich noch nicht die bald mögliche strafrechtliche Anklage gegen Hillary Clinton eingerechnet ist. Außer auf die Umfragen zu schauen, ist es aber auch interessant, einen Blick auf die Zuschauer zu werfen, die jetzt, in der entscheidenden Phase der Wahl, zu den Reden der Kandidaten gehen. Und da ist natürlich insbesondere ein Blick auf die Anzahl interessant. Schließlich ist es für Kandidaten wichtig, Menschen zu mobilisieren, die am entscheidenden Tag dann auch vor die Tür gehen und ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin wählen, und wer zu seinen Reden große Menschenmassen mobilieren kann, hat tendenziell auch eine größere Chance, viele Menschen zum Wählen in den Vorwahlen zu mobilisieren. Außerdem die Umfragen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie alles andere auch, für recht kleines Geld käuflich, während Bilder von Massen an begeisterten Teilnehmer an großen Versammlungen für die Kandidaten nicht so einfach zu beschaffen sind. Deshalb gibt es nachfolgend nun ein paar Twitter-Bilder von den Vorwahlveranstaltungen der Kandidaten.

Auf der demokratischen Spur schafft es der von der Israel-Lobby und Wall Street nicht abhängige demokratische Kandidat Bernie Sanders regelmäßig, sehr viele Menschen zur Teilnahme an seinen Veranstaltungen zu bewegen und damit auch große Hallen und Säle zu füllen.

Manche Säle, etwa im eher ländlich geprägten, aber wichtigen ersten Vorwahlstaat Iowa sind kleiner, aber sie sind bei Bernie ziemlich voll.

Bei Hillary Clinton, der von Goldman Sachs und der Israel-Lobby unterstützten demokratischen Kandidatin, sind die Menschenmengen meist deutlich kleiner als bei Bernie Sanders, auch wenn das Wahlkampfteam von Hillary Clinton das zuweilen mit geschickter Fototechnik zu verschleiern versucht.

Während Hillary Clinton selbst vor den wenigen Hundert Veranstaltungsbesuchern, die sie gegenwärtig mobilisieren kann, einen Teleprompter zum Ablesen ihrer Reden benutzt, sieht sie sich Fragen ausgesetzt, wie es kommt, dass viele junge Menschen denken, sie sei unaufrichtig. Andersherum ist ihren Bemühungen um mehr anwesende Zuschauer der Eindruck mancher Zuschauer, die vom TV-Sender ausgewählten Fragen bei ihren Veranstaltungen seien vorab abgesprochen, sicherlich auch nicht hilfreich. Und so sind die Besucherzahlen bei ihren Wahlkampfverantaltungen im Ergebnis eben recht gering, eher Hunderte als Tausende.

Der in Umfragen nach wie vor sehr deutlich führende und die Israel-Lobby damit in Verzweiflung stürzende republikanische Kandidat Trump hat so ziemlich das Gegenteil der Probleme, die Hillary Clinton und seine republikanischen Gegenkandidaten haben. Sein Problem ist es eher, Veranstaltungsorte zu finden, die groß genug sind, dass da möglichst viele seiner Anhänger reinpassen. Während die Kandidaten der Israel-Lobby sich um ausreichend Zuschauer zum Füllen von Bildlücken bei Veranstaltungen in Gemeindesälen, Universitätsauditorien und Schulsporthallen bemühen, tritt Donald Trump seit Monaten wie ein Rockstar in den größten verfügbaren Messehallen und Sportarenen auf, und seine Großveranstaltungen sind regelmäßig randvoll mit Publikum.

Seine Beziehungen zum populären World Wrestling Entertainment schaden ihm bei der Organisation seiner riesigen Wahlkampfveranstaltungen sicherlich nicht. Trump fühlt sich inwzischen sogar stark genug, um die nächste Debatte von Fox-News zu boykottieren.

Die Veranstaltungen seines von der Israel Lobby ebenfalls argwöhnisch beobachteten republikanischen Gegenkandidaten Ted Cruz, der in Umfragen an zweiter Stelle liegt, sehen dagegen deutlich bescheidener aus, selbst wenn sie von einer günstigen Perspektive fotografiert sind.

Es hat manchmal den Anschein, als sei es Ted Cruz etwas peinlich, wie klein die Menschenmengen sind, die zu seinen Veranstaltungen kommen, und deshalb würde er sich bei der Erstellung von PR-Material für seine Präsidentschaftskampagne einfach an Bildern von Trump-Veranstaltungen bedienen.

Die besten Kandidaten der Israel-Lobby auf der republikanischen Spur haben derweil große Probleme, überhaupt mal so etwas wie eine Menschenge zusammenzubekommen. Adelsons Liebling Marco Rubio scheint das manchmal noch so halbswegs zu glücken, etwa so wie beim nicht zur Israel-Lobby gehörenden Außenseiter Rand Paul.

Beim Großspendenkönig Jeb Bush sehen die „Menschenmengen“ schon regelrecht armselig aus.

Beim Brückenspezialisten Chris Christie und beim Russland-Hasser John Kasich, die ebenfalls von der Israel-Lobby gepeppelt werden, sehen die „Menschenmengen“ ebenso armselig aus.

Kurzum, bei der Abstimmung mit den Füßen liegen Donald Trump und Bernie Sanders gegenwärtig, fünf Tage vor der wichtigen ersten Vorwahl in Iowa, eindeutig vorne. Das heißt natürlich nicht, dass sie die Vorwahlen schon gewonnen haben. Sicherlich gibt es viele TV-Zuschauer, die sich ihre Kandidaten lieber im von der Israel-Lobby domierten Fernsehen anschauen als zu einer Veranstaltung zu gehen, und dann trotzdem zu den Vorwhalen gehen und für sie abstimmen, wovon etwa Hillary Clinton und Marco Rubio profitieren dürften. Würden die größte Menschenmengen über die Vorwahlen entscheiden, hätten Barack Obama und Ron Paul die letzten Präsidentschaftswahlen unter sich ausgemacht.

Trotzdem geben die Bilder der Menschenmengen Hinweise darauf, wer Menschen begeistern kann und wer nicht, was dann neben Umfragen eben auch ein Indikator für das Kräfteverhältnis bei den Vorwahlen ist. Und natürlich helfen die Bilder von den Menschenmengen Beobachtern dabei, sich ein Bild zu machen.

7 Gedanken zu “Abstimmung mit den Füßen

  1. Da bin sogar ich, der diesem Wahlrummel ziemlich ablehnend gegenüber steht, gespannt wer denn wohl die VW gewinnen wird.
    Obwohl ich mir keine Illusionen darüber mache was ein 1.Mann in den VSA so für Hintermaänner hat.
    Na vielleicht sind es diesmal „Neue“.
    Na dann Prost!!

  2. Sollte sich Donald Trump, bei den Wahlen durchsetzen, was bei der Lage, für die meisten US Amerikaner, kein Wunder wäre und er als US Präsident, die Poliztik umsetzen will, die er jetzt Ankündigt, denn erweitert er die Reihe seiner würdigsten Vorgänger ,Abraham Lincoln,
    James A. Garfield, William McKinley, John F. Kennedy, dann Donald Trump

  3. Das erinnert mich tlw. noch an folgenden Beitrag…

    „Zur Feststellung, dass immer mehr Menschen von Obama enttäuscht seien, bemerkte Chomsky, dass Obamas Wahl im Jahr 2008 vor allem ein Produkt der US-amerikanischen PR-Industrie gewesen sei. „Das sind dieselben Leute, die Zahnpasta-Werbung im Fernsehen verkaufen.“ Ihre Aufgabe sei es, Illusionen zu erzeugen. Und wer, fragt Chomsky am Ende, habe 2008 den Preis für die beste Marketing-Kampagne bekommen? Nicht „Apple“, sondern Obama.“

    http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/170418/index.html

    Stimmt es eigentlich, wie ich an anderer Stelle gelesen habe, dass das Thema der Wiedereinführung des Glass-Steagall-Acts im US-Wahlkampf eine größere Rolle spielt?

    1. Alberich
      „Stimmt es eigentlich, wie ich an anderer Stelle gelesen habe, dass das Thema der Wiedereinführung des Glass-Steagall-Acts im US-Wahlkampf eine größere Rolle spielt?“

      Bernie Sanders wirbt dafür im Wahlkampf.

  4. Mein HofberichtBEstatter weiss es besser:

    aus http://www.nzz.ch/international/amerika/das-duell-das-keines-sein-duerfte-1.18684849
    – Während Clintons Stab auf kleine Wahlkampfauftritte in fast intimem Rahmen setzte, um der Kandidatur der haushohen Favoritin einen Anstrich von Demut vor dem Wahlvolk zu geben, …

    Nicht dass mich US-Vorwahlk(r)ampf-PR interessieren würde, aber weil hier thematisiert, habe ich meinem Informationsbeerdigungsinstitut diesbezüglich besondere Aufmerksamkeit gewidmet, noch vor den Todesanzeigen.

    Interessant auch @Alberichs Verweis auf Chomskys Zahnpasta-Präsidenten. Schön dass wieder mal von PRominenter Seite erklärt wird, dass man mit einem PR-Studium in der Tasche jede Ware verkaufen kann, auch Präsidenten🙂

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

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