Märchenschau versucht Russland Schuld für ausbleibende Friedensgespräche zu Syrien in die Schuhe zu schieben

Selbst die zionistische Internet-Postille Foreign Policy musste vor ein paar Tagen zugeben, dass das saudische Regime versucht, die Friedensgespräche zu Syrien zu sabotieren, und der UNO-Sondergesandte für Syrien, De Mistura, das hinter verschlossenen Türen auch deutlich gemacht hat.

Bei den letzten Gesprächen der Wiener Runde wurde vereinbart, dass ein syrisch-syrischer Dialog ohne Vorbedingungen einen Prozess zum Frieden in Syrien voranbringen soll. Streitpunkt war dabei, welche Gruppen Opposition und damit Gesprächspartner sein können und welche Gruppen Terroristen sind und damit bekämpft werden müssen. Formelle Einigkeit besteht darin, dass ISIS und die Al Kaida Gruppe Nusra Front Terroristen sind. Russland und Iran betrachten jedoch unter anderem auch die von Saudi Arabien und der Türkei gesponsorten Al-Kaida-nahen Gruppen Jaish Al Islam und Ahrar Al Sham als Terroristen, während Saudi Arabien und die Türkei diese nicht als Terroristen betrachten und dafür die von den USA und Russland unterstützten kurdischen Gruppen YPG und SDF als Terroristen betrachten.

Das saudische Regime hat sodann eine Konferenz der Anti-Regierungskräfte in Riyadh organisiert, um eine Verhandlungsdelegation der Anti-Regierungskräfte zu bilden. Dazu hat das saudische Regime zwar Vertreter von Jaish Al Islam und Ahrar Al Sham eingeladen, nicht jedoch Vertreter von YPG und SDF. YPG und SDF haben deshalb im von ihnen beherrschten Gebiet Nordostsyriens eine eigene Konferenz zur Bestimmung ihrer Position und Delegation abgehalten. Aus den Gesprächen in Riyadh hat sich die Gruppe Ahrar Al Sham, die mit Bildung der Formation „Jaish Al Fateh“ ein formelles Bündnis mit der Al-Kaida-Terrorgruppe Nusra Front eingegangen ist, aus den Gesprächen vor ihrem Ende zurückgezogen, was vom saudischen Regime dadurch überspielt wurde, dass sie die Zustimmung von Ahrar Al Sham zum Verhandlungsergebnis von Riyadh einfach behauptet haben. Danach wurde Mohammed Alloush, Kopf der von Russland und Iran als Terrorgruppe betrachteten und von der von Saudi Arabien unterstützten Gruppe Jaish Al Islam, in einem sich gegen Russland und Iran richtenden Affront zum Verhandlungsleiter der in Riyadh gebildeten „Oppositionsdelegation“ bestimmt.

Da das nicht reichte, um die Gespräche zum Platzen zu bringen, stellte die von Saudi Arabien und der Türkei unterstützte Oppositionsdelegation am Freitag zudem mehrere Bedingungen für ihre Teilnahme an Friedensgesprächen: die russische Luftwaffe muss ihre Unterstützung für den Anti-Terror-Kampf der syrischen Regierung beenden, die syrische Armee muss gefangene Terroristen freilassen und Blockaden der von Terroristen beherrschten Gebiete beenden, und außerdem dürfe neben der in Riyad gebildeten Delegation keine andere Delegation der Opposition, also insbesondere nicht die Delegation der unter anderem von den USA und Russland unterstützten kurdischen YPG/SDF, von der UNO zu den Friedensgesprächen eingeladen werden, und wenn diese Bedingungen nicht vorab erfüllt würden, würde die in Riyadh gebildete „Oppositionsdelegation“ den gesprächen fernbleiben, und nicht mal indirekt mit der syrischen Regierung verhandeln, erklärte die in Riyadh gebildete Delegation offiziell und öffentlich.

US-Außenminister Kerry und der russische Außenminister Lawrow haben sich daraufhin trotzdem darauf geeinigt, den UNO-Sonderbeauftragten De Mistura zu bitten, zwei Oppositionsdelegationen, nämlich die Riyadh-Delegation und die kurdische Delegation, zu den Friedensgesprächen einzuladen, was dieser auch zu tun beabsichtigt. Der UNO-Sicherheitsratsresolution 2254 vom Dezember zufolge liegt die Organisation der Friedensgespräche, und damit die Entscheidung darüber, wer zu den Friedensgesprächen eingeladen wird, bei UNO-Generalsekretär Ban, vertreten durch den UNO-Sondergesandten für Syrien, De Mistura, sodass es also in der Zuständigkeit von De Mistura liegt, zu entscheiden, ob er eine oder zwei Delegationen einlädt. Da die kurdischen Kräfte erhebliche Gebiete in Syrien kontrollieren, vermutlich sogar mehr als die von Saudi Arabien und der Türkei unterstützten Terroristen, liegt es auch nahe, die unter anderem von den Weltmächten USA und Russland unterstützten kurdischen Kräfte zu Friedensgesprächen einzuladen.

Die von den Saudis und der Türkei unterstützte Terroristendelegation sagt jedoch, ihre im Widerspruch zum Ergebnis der Wiener Gespräche, wo bedingungslose Gespräche gefordert wurden, aufgestellten Bedingungen für die Teilnahme an der Diskussion wurden nicht erfüllt, und weigert sich an den Gesprächen teilzunehmen, weshalb die eigentlich für heute angesetzten Friedensgespräche ausfielen.

Die staatliche deutsche Märchenschau informiert über den Sachverhalt nun derart, dass es den Anschein hat, Russland sabotiere die syrischen Friedensgespräche. Dass selbst der UNO-Sondergesandte De Mistura klargemacht hat, dass es Saudi Arabien und die Türkei sind, die über den Einfluss auf ihre Delegation und deren den Ergebnissen der Wiener Gespräche und dem Willen der USA und Russlands entgegenstehenden absurden Vorbedingungen Grund für den Ausfall der Friedensgespräche sind, erfahren Konsumenten der Tagesschau nicht.

Hier wird von der Märchenschau nicht nur anti-russische Propaganda gemacht, sondern auch versucht, eine gefälschte Geschichtsschreibung zu etablieren. Dass die Friedensgespräche mit der saudischen Delegation ohnehin wie das Hornberger Schießen ausgehen dürften, weil die saudisch-türkische Delegation ihre Macht auf dem Boden in Syrien allein auf sektiererische Terroristen stützt, die zu keinem Frieden ohne einen kompletten Sieg für ihre Version eines wahhabitischen Terrorstaates bereit sind, steht dann nochmal auf einem anderen Blatt.

10 Gedanken zu “Märchenschau versucht Russland Schuld für ausbleibende Friedensgespräche zu Syrien in die Schuhe zu schieben

  1. Alles was gegen die Regierung Syriens kämpft und nicht ins Land gebeten wurde, sind Terroristen!

  2. Das ist eine einzige Peinlichkeit für die saudis. Eine ganz durchschaubare miese Tour. Sehr gut finde ich, auch wenn es erst schockierend und unverständlich wirkte, die Zustimmung seitens Russlands (sicher in Abstimmung mit der syrischen Regierung) die Jaish Al Islam doch einzuladen.

    Ich frage mich wirklich, auf welcher Grundlage Jaish Al Islam in Genf verhandeln will und welche Forderungen diese Terroristen haben? Wollen sie einen Ministerposten für Frauenrechte? Was kann die russische/syrische Seite einer Gruppe wie Jaish Al Islam anbieten? Es kann doch nur noch um freies Geleit gehen und die Freilassung einiger Terroristen. Sie sind nicht in der militärischen Position um Forderungen zu stellen und werden deshalb auflaufen.

    Ganz anders die Kurden. Sie sind immerhin in grossem Masse an der Befreiung Syriens beteiligt. Die syrischen Kurden werden erweiterte Autonomie fordern, also keinen eigenen Staat und daher muss die Türkei keine Befürchtungen haben. Aber kann es sein, dass die Amerikaner sich als „Schutzmacht“ der Kurden etablieren wollen? Das dies die Begründung für ihren Stützpunkt bei Hasaka sein soll? Und dann wird weiter Unfrieden gestiftet. Dann wird dieser Unruheherd die Türkei, Syrien und Irak auf Dauer beschäftigen.

    Ich sehe inzwischen die Genfer Gespräche nur noch als eine abschliessende, gesichtswahrende Handlung die eine Kapitulation verschleiern soll. Aber wenn die saudis weiterhin solche Verrenkungen betreiben, dann begreift bald jeder, dass sie die eigentlichen Verlierer sind.

    1. Demeter

      Das dürften bereits Vorboten der US-Wahl sein.

      Die saudisch-türkischen Bemühungen zur Sabotage der Genfer Gespräche sehen stark danach aus, dass das saudische Regime und Erdogan darauf setzen, dass ab 2017 in den USA wieder jemand im Weißen Haus sitzt, der gewillt ist, das US-Militär gegen Iran und Freunde Irans einzusetzen, und so Al Kaida und Co in Syrien zum Sieg führt.

      So, wie es jetzt aussieht, kann die zionistisch-wahhabitische Terrorachse nicht gewinnen, aber wenn es ihr gelingt, die US-Präsidentschaft – und damit den Oberbefehl über das US-Militär – zu erobern, dann könnte sich das Blatt drehen – und genau darauf dürften die Saudis und die Türkei, mit freundlicher Unterstützung der Israel-Lobby in den USA, setzen.

      Nur, ob das mit der US-Präsidentschaft für die Israel-Lobby klappt, ist sehr fraglich – man beachte dazu unsere Berichterstattung über die Wahlen in den USA, die gerade in die entscheidende Phase gehen. Und wenn den Saudis, der Türkei und Netanjahu dieses Pokerspiel misslingt, dann stehen sie in einem Jahr ganz, ganz schlecht da.

      1. Meine Frage hier, sollte Trump Präsident werden, wird er sich gegen die starke jüdische Lobby in den USA durchsetzten können? Er ist sicher ein schlauer Fuchs, aber hätte er auch den Spielraum, eine Politik der Zusammenarbeit mit China und Russland gegen die Interessen der Israel Lobby durchzusetzen? Und mich interessiert in dem Zusammenhang auch, inwieweit die Finanzelite oder Israel Lobby die Seiten wechseln würde und sich sozusagen in das neue erwachsende Netzwerk einschleichen wird. Dann geht es weiter wie gehabt. Wie vernichtet man die Wallstreet Geier und welche Garantie wird es geben, dass nicht eine neue Generation russischer und chinesischer oder iranischer Geier entsteht. Ambitionen wird es sicher geben. Welche Kontrollorgane werden nötig sein, damit ein „weiter wie gehabt“ verhindert werden kann?

        Was die Gespräche in Genf angeht, so kann ich mir nicht vorstellen, dass diese sich bis 2017 verzögern lassen. Da müsste schon eine unerhörte false flag her.

        Mein Vertrauen gilt der syrischen Armee und den Verbündeten. Sie werden siegen. Das ist der einzig denkbare Ausgang.

        Danke an das parteibuch für die unermüdliche Analysearbeit.

  3. Nun ich denke das man solange nicht warten braucht. Natürlich sind die VS Wahlen mit im Spiel. Wir werden sehen inwieweit Obama die Sau di noch im Griff hat.
    Währendessen werden aber die militärischen harten Schläge vor allem der Russen weitergehen. Das die SAA daraus nutzen zieht und ihrerseits weiter auf Angriff geeicht ist, liegt auf der Hand.
    Inwieweit eine weitere Konferenz stattfindet wird wohl in den Sternen stehen, oder die ständigen Niederlagen werden ihr übriges tuen.

  4. Nur mal angenommen der Ölpreis bleibt für längere Zeit so tief, dass die Saudische Konkurrenz nichts dagegen hätte, wenn sich die Wahhabiten selbst zur Schlachtbank führen. Mit der Annäherung an den Iran läuft die Kür für den Ersatz und die saudischen Quellen sind ja nicht verloren, sie werden halt für eine Weile nicht mehr so reichlich sprudeln. Donald hat seine Sympathien für Putin bereits verkündet. Putin ist auch irgendwie weisser als gelb.

    Ausserdem leben wir im Hystericum: Die PResstitution treibt die Mutter aller Säuen durchs Dorf, um uns ein für alle mal die Notwendigkeit der Umstellung auf eine Elektrowirtschaft einzubläuen. Und Flüchtlinge, Merkel wird sich durch eine ausgewachsene Flüchtlingsflut aus dem bis dato mehr als verwöhnten Saudi-Arabien verwöhnen lassen.

    Im KRIEGsgefolge der CO2-Sparmassnahmen geht der Ölkonsum weiter zurück, wodurch die Abwärtsspirale das saudische Öl faktisch überflüssig macht, wenngleich nicht anzunehmen ist, dass die PRoduktion auf Null gefahren wird. Über den Daumen gepeilt wird man genauso ohne Saudis auskommen, wie man ohne Irak oder Iran ausgekommen ist, letztere muss man halt voher wieder flott KRIEGen, um Engpässe zu überbrücken. Bei angemessenen Preisen sehen die fracking Explorer das Licht am Ende des Tunnels und die saudische Konkurrenz wird noch so gerne in die Bresche springen.

    Sollte sich also das Sandfeuer weiter ausbreiten, wird die arabische Halbinsel mit diversen Ausläufern weitestgehend unkontrollierbar, mindestens für jedes vernünftige Wirtschaften unbrauchbar. Auch für China: Wenn EUSraEliten diesen Sandkuchen nicht haben dürfen, dann machen sie ihn eben kaputt – bätsch – ordo ab chao.

    Als netter Nebeneffekt entstünde eine Grenzregion, um sich gegen Asien abzusichern und Afrika, v.a. vom Westen her, auf eine “Ressourcen-Zwangsgemeinschaft” einzuschwören. Die Suezpassage würde für chinesische Lieferungen nach Europa um einige Ticks gefährlicher oder auf Knopfdruck unpassierbar. Muss der Westen eben wieder vermehrt selbst PRoduzieren, mit Krisenlöhnen versteht sich. Kann man nix machen, weil die Westliche Wertegemeinschaft hat nichts unversucht gelassen, die Einbahnstrasse Globalisierung voranzutreiben. Wir haben keine Wahl, wie immer.

    Nur mal angenommen.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

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