Rückblick und Ausblick auf das nächste Jahr im dritten Weltkrieg

Der dritte Weltkrieg geht im Winter 2015/2016 mit einer von Nigeria in Westafrika bis zum Hindukusch in Zentralsien reichenden und beinahe durchgehend heißen Kriegszone ins neue Kriegsjahr.

Wie schon in den letzten Jahren, wo sie nacheinander Krieg in Libyen, Syrien, Irak und der Ukraine entfachte, hat die zionistisch-wahhabitische Terrorachse zur Verzögerung der Entstehung einer multipolaren Welt, in der die Hegemonie des Terrors keinen Platz hat, auch im Jahr 2015 wieder einen Staat in neuen großen Kriegsherd verwandelt, nämlich diesmal den Jemen.

Ende März 2015 hat eine von den Sauds geführte Kriegskoalition mit der Bombardierung des Jemen begonnen, um damit ihre mit Al Kaida verbandelten Marionetten wieder an die Macht zu bringen und so die saudische Vorherrschaft über den Jemen wiederherzustellen. Als die Saudis mit der Bombardierung des Jemen begannen, haben sie gesagt, sie werde vermutlich einen Monat dauern, könne aber auch sechs oder sieben Monate dauern, je nachdem wie lange es dauere, bis die saudischen Kriegsziele erreicht seien. Nun bombardiert die von Saudi Arabien geführte Kriegskoalition bereits seit mehr als neun Monaten militärische und zivile Ziele im Jemen und hat dabei Tausende Menschen umgebracht. Aber obwohl die saudisch geführte Kriegskoalition seit einigen Monaten von der südjemenitischen Hafenstadt Aden und der östlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Provinz Marib aus auch eine Offensive am Boden gegen Sanaa führt, ist ein Erreichen des saudischen Kriegsziels, also die Wiederherstellung der saudischen Hegemonie über den Jemen, nicht in Sicht. Das Einzige, was die Saudis mit ihrem Krieg gegen den Jemen bislang erreicht haben, ist das Auslösen eines für sie kontraproduktiven Effektes, nämlich dass große Teile der jemenitischen Bevölkerung, die bisher weder mit Ansarullah noch mit den Saudis sympathisierten, das saudische Regime, das sie bombardiert und ihnen noch mehr Armut und Elend bringt, nun regelrecht hassen.

Wie es bei der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse üblich ist, so ist auch der saudische Krieg gegen den Jemen in ein dickes Geflecht von Heuchelei, Halbwahrheiten und Lügen eingebettet. Die dickste und gleichzeitig die am wenigsten enttarnte Lüge ist wohl die saudische Behauptung, der wesentliche Kriegsgegner der saudischen Koalition im Jemen sei die Gruppe der Houthis, die unterstützt werden von einigen Soldaten, die Ex-Präsident Ali Saleh gegenüber loyal seien. Tatsächlich sind die unter Führung von Generalmajor beinahe vollständig gegen die saudische Kriegskoalition geeinten Streit- und Sicherheitskräfte des jemenitischen Staates, die unterstützt werden von einigen Anhängern der Houthis und anderen Bürgerwehren, der wesentliche Kriegsgegner der saudischen Koalition im Jemen. Das ist im Grunde genommen auch nicht allzu schwer zu erkennen. Es ist unzweifelhaft, dass die von den USA für den Anti-Terror-Kampf gegen Al Kaida zum Teil sehr gut ausgebildeten und ausgerüsteten und mehrere Hunderttausend Mann zählenden Streit- und paramilitärischen Sicherheitskräfte des jemenitischen Staates deutlich stärker sind als die sowohl zahlenmäßig als auch von der Bewaffnung her deutlich schwächeren Milizen der liberalen Bürgerbewegung Ansarullah, wie sich die ehemals als Houthis bekannte Bewegung seit einiger Zeit selbst nennt. Diese Kräfte des jemenitischen Staates stehen praktisch geschlossen auf der Seite der Koalition der Defacto-Regierung in Sanaa, zu der auch Ansarullah gehört. Der von den Saudis vorgeblich unterstützte Marionettenpräsident Abd Rabbuh Mansur Hadi verfügt hingegen, mit Ausnahme einiger kleinerer von Terroristen und Terroristenunterstützern umzingelten Armeeeinheiten tief im nahezu unbewohnten östlichen Wüstenland des Jemen, über keine nennenswerten bewaffneten Kräfte des jemenitischen Staates, die ihm gegenüber loyal sind. Das ergibt sich schon daraus, dass, wenn es anders wäre, Hadi nicht hätte schmählich aus dem Jemen flüchten müssen, sondern gut beschützt von den ihm gegenüber loyalen Streitkräften im Jemen hätte residieren können, womit er dem zu seiner Unterstützung geführten saudischen Krieg gegen den Jemen einen deutlich besseren Anstrich von Legitimität hätte geben können. Hadis ebenfalls zu den Saudis geflüchteter „Außenminister“ sprach das offensichtliche in einem Interview mit Reuters im Übrigen auch offen aus: die Houthis seien nicht das große Problem des geflüchteten Präsidenten Hadi, denn die seien nur wenige – das wirkliche Problem sei, dass die jemenitische Armee Hadi gegenüber nicht loyal sei, sondern stattdessen zur Defacto-Regierung in Sanaa halte.

Wer einmal begriffen hat, dass die Saudis Krieg gegen die jemenitische Armee führen, kommt dann auch leicht dahinter, welche bewaffneten jemenitischen Kräfte die saudisch geführte Bomberkoalition am Boden im Jemen unterstützt. Offiziell lautet die saudische Sprachregelung meist, dabei handele es sich um „Volkswiderstandseinheiten“ während in der westlichen Propaganda meist heißt, die Saudis würden im Jemen „Präsident Hadi gegenüber loyale Kräfte“ unterstützen. Gemeint ist damit ein in der Praxis schwer zu trennendes Knäuel aus Stammesmilizen, Milizen der separatistischen Bewegung des Südens, Milizen der mit der Muslimbruderschaft verflochtenen Partei Islah, Auftragssöldnern, gewöhnlichen Räuberbanden und ideologisch motivierten Takfiri-Terroristen von Al Kaida und ISIS, wobei all diesen Kräften gemeinsam ist, dass sie gerade nicht loyal gegenüber Ex-Präsident Hadi sind. In den Monaten seit dem Beginn des saudischen Krieges gegen den Jemen hat es sich nun gezeigt, dass wie schon in Syrien in den Gebieten, die die Armee – aufgrund der Attacken der saudisch geführten Kriegskoalition – verlässt, auch im Jemen sich regelmäßig die Ideologen von Al Kaida und ISIS sich als stärkste der bewaffneten Gruppen durchsetzen und die Kontrolle über die „befreiten“ Gebiete übernehmen. So ist das im Jemen zunächst in der ostjemenitischen Hafenstadt Mukallah geschehen, und anschließend mussten sogar westliche Medien zugeben, dass das in der südjemenitischen Hafenstadt Aden und den sie umgebenden Provinzen genauso ist. Terroristen von Al Kaida und ISIS schaltenund walten da wie sie wollen, sie stürmen nach Belieben Gefängnisse und andere Regierungsgebäude, sie töten von Hadi unterstützte Vertreter seiner Macht wie es ihnen passt, zuletzt auch seinen „Gouverneur“ von Aden, Generalmajor Jaafar Mohammed Saad, und sie scheuen auch nicht davor zurück, den saudisch-geführten Besatzungstruppen durch Angriffe schwere Verluste zuzufügen. Der Beweis dafür, dass die Saudis in den von ihnen „befreiten“ Gebieten nichts unter Kontrolle haben und in Wirklichkeit Al Kaida herrscht, ist, dass ihr Marionettenpräsident Hadi immer noch – oder, besser gesagt, schon wieder – im Exil in Saudi Arabien sitzt, wohin er sich aufgrund der „schlechten Sicherheitslage“ in Aden zurückgezogen hat. Gleichzeitig läuft auch der Krieg gegen die jemenitische Armee für die saudische Kriegskoalition ausgesprochen schlecht, wie sich unschwer daran erkennen lässt, dass sie in den Gebieten des Jemen, wo die wahhabitische Takfiri-Ideologie von Saudi-Arabien und Al Kaida keinen Rückhalt in der Bevölkerung hat, partout nicht vorankommen, dass eine Reihe hochrangiger Kommandeure der saudisch geführten Besatzungstruppen inzwischen tot sind, dass die Saudis und ihre Partner inzwischen sogar schon Soldaten aus dem Senegal in Westafrika und Söldner aus Kolumbien in Südamerika für ihren Feldzug gegen Sanaa angeheuert haben und dass die Saudis seit geraumer Zeit durch Gegenangriffe der jemenitischen Armee in Saudi Arabien regelmäßig schwere Verluste erleiden, ohne dass es ersichtlich ist, dass die Saudis eine Idee hätten, wie sie das unterbinden könnten.

Für 2016 ist zu erwarten, dass die Saudis durch ihren selbstgewählten Krieg gegen den Jemen weiter unter Druck kommen. Das betrifft zunächst die politische Ebene. Da ist, selbst wenn im Jemen, unwahrscheinlich wie es auch ist, und unter welchen Umständen auch immer, im nächsten Jahr plötzlich so etwas wie Frieden ausbrechen sollte, ein Sieg für die Saudis unerreichbar. Der Grund dafür ist, dass als Nachkriegsordnung für den Jemen Demokratie vorgesehen ist, und die Saudis mit jeder anscheinend wahllos abgeworfenen Bombe auf den Jemen dafür sorgen, dass die Saudis und ihre jemenitischen Marionetten der Bevölkerung des Jemen zunehmend verhasst werden. Die Gunst von Wählern durch das wahllose Abwerfen von Bomben auf eben diese Wähler gewinnen zu wollen, ist eine so grotesk schlechte Wahlkampfstrategie, dass eine Wahlniederlage geradezu garantiert ist.

Auf der direkten militärischen Ebene ist im nächsten Jahr auch kein saudischer Sieg zu erwarten. Eher ist da schon zu erwarten, dass der jemenitischen Armee ein Gegenangriff tief nach Saudi Arabien hinein gelingt, was insbesondere dann der Fall sein könnte, wenn mehr und modernere schwere Waffen den Weg zur jemenitischen Armee finden sollten. Komme es wie es wolle, jedenfalls ist damit zurechnen, dass die Saudis und ihre Komplizen weiter schmerzlichere Verluste erleiden, die Kosten des Krieges sich für die Saudis langsam aber sicher zu immer unangenehmeren Zahlen aufsummieren. Das wird die saudische Kriegskoalition vor die Gefahr eines Zerbröselns stellen und insbesondere in Saudi Arabien für wachsenden Unmut in der Bevölkerung und bei immer größeren Teilen der saudischen Elite sorgen. Das innenpolitische Ziel des saudischen Herrschers, seinem Sohn durch einen populären Sieg im Jemen zum Thron zu verhelfen, wird unerreichbar werden.

Auch auf der internationalen Ebene ist damit zu rechnen, dass die Saudis aufgrund ihres Krieges gegen den Jemen im nächsten Jahr unter weiteren Druck geraten. In jdem Fall ist damit zu rechnen, dass die Saudis aufgrund ihrer häufigen Bombardierung ziviler Ziele im Jemen unter verstärkten Druck menschenrechtsorientierter linker und liberaler westlicher Einflussgruppen kommen, auch wenn die westlichen Massenmedien ihr Bestes tun, um den saudischen Krieg gegen den Jemen möglichst selten, und wenn, dann nur beiläufig, zu erwähnen. Mit zunehmender Kriegsdauer wird dieser Krieg trotzdem irgendwann ins Bewusstsein westlicher Bevölkerungen vordringen, und sei es nur deswegen, weil es mehr vor saudischen Bomben flüchtenden Jemeniten gelingt, sich bis nach Europa durchzuschlagen. Doch daneben könnte es im nächste Jahr auch plötzlich, um nicht zu sagen, explosionsartig, dazu kommen, dass der saudische Krieg gegen den Jemen von einer Sekunde auf die andere ganz groß auf die westliche Tagesordnung kommt. Sollte es zu einem größeren Terroranschlag durch Kräfte von Al Kaida oder ISIS im Jemen oder mit ihnen sympathisierenden Personen in Westeuropa oder Nordamerika kommen, so darf damit gerechnet werden, dass die Tatsache der massiven Ausbreitung von Al Kaida im Jemen aufgrund des saudisch geführten Krieges im Jemen über Tage und Wochen westliche Schlagzeilen dominieren wird, und den Saudis mit großer Schärfe vorgeworfen werden wird, westlichen Sicherheitsinteressen zuwider zu handeln und den globalen Kampf gegen ISIS und Al Kaida zu konterkarieren. Dazu kann es jederzeit kommen. Dass die Saudis der Vorwurf nicht schon nach der Charlie-Hebdo-Attacke in Paris im Januar 2015 ereilt hat, wo es eine Verbindung der Täter zu Al Kaida im Jemen gegeben haben soll, haben die Saudis einzig dem für sie glücklichen Umstand zu verdanken, dass sich dieser Terroranschlag wenige Monate vor dem Beginn des saudischen Krieges gegen den Jemen ereignete. Sollte es im nächsten Jahr zu solch einem Terroranschlag von Al Kaida im Jemen im Westen kommen, so ist es nicht auszuschließen, dass die westlichen Vetomächte den saudischen Bombenkrieg gegen den Jemen durch den US-Sicherheitsrat stoppen, möglicherweise sogar unter Androhung von schweren Sanktionen gegen die Saudis und ihre Partner.

Sollte die gegenwärtige US-Politik von Machthaber Obama zu Jemen, Al Kaida im Jemen und dem saudischen Krieg gegen den Jemen aus irgendeinem Grund, sei es durch einen Terroranschlag oder sonstwie, ins Fadenkreuz des US-Wahlkampfes kommen, so dürfte sie unhaltbar werden. Gegenwärtig sieht die US-Politik zu Jemen so aus, dass das US-Militär im Jemen einerseits mit Drohnen Luftangriffe gegen Führungskader von Al Kaida zur Bekämpfung von Al Kaida durchführt, und andererseits die saudische Kriegskoalition mit Hilfsleistungen wie Luftbetankungen dabei unterstützt, Krieg gegen die von den USA zur Bekämpfung von Al Kaida ausgebildeten jemenitischen Streitkräfte zu führen, wobei bislang praktisch nichts anderes herausgekommen ist, als dass dadurch Al Kaida im Jemen massiv gestärkt wurde. Dieser widersprüchliche Umgang mit dem Feind Al Kaida im Jemen und insbesondere die indirekte Unterstützung von Al Kaida im Jemen durch US-Unterstützung für den saudischen Krieg gegen den Jemen wäre vor den US-Wählern sehr schlecht zu rechtfertigen, wenn das ins grelle Licht des Wahlkampfes geriete. Und das kann jederzeit passieren, selbst ohne dass es einen entsprechenden Terroranschlag gibt. Ein paar Tweets von Donald Trump dazu würden da wohl schon reichen.

In der immer mehr miteinander verschmelzenden Kriegszone Syrien und Irak läuft der Krieg mit dem Terror für die zionistisch-wahhabitische Achse, und insbesondere für die Saudis, auch nicht besser als im Jemen. Auch im Jahr 2015 war der Krieg gegen Syrien und den Irak die tödlichste Front der Welt, und mit einer von Erdogan neu eröffneten Front im Südosten der Türkei hat sich dieser zentrale Kriegsschauplatz im dritten Weltkrieg 2015 geografisch nochmals ausgedehnt. Wie im Jemen so haben die Saudis und ihre Partner auch im Irak und in Syrien den Fehler gemacht, zum Vorantreiben von Regime Change auf die Stärkung terroristischer Kräfte wie Al Kaida zu setzen. Nachdem 2014 mit der Machtübernahme von ISIS in Mossul der terroristische Takfiri-Charakter der von den Sauds, der Türkei und Israel seit Jahren geschürten Revolte im sunnitisch geprägten Nordwest-Irak überdeutlich wurde, lässt es sich für das Jahr 2015 konstatieren, dass diese Revolte keine Gefahr mehr für Bagdad und den schiitischen Irak insgesamt war. Der Machtbereich von ISIS im Irak wurde auf einige Kerngebiete der Sunni-Revolte reduziert, und Monat für Monat schrumpft der Machtbereich der saudisch-türkisch unterstützten Terrorkräfte im Irak weiter. So ist es 2015 etwa das erste Mal in Jahrzehnten gelungen, in Tikrit, der Hauptstadt der Provinz Saladin, und in Ramadi, der Hauptstadt der Provinz Anbar, Kräfte an die Macht zu bringen, die gute Beziehungen zum Iran pflegen. Die Schwäche der Takfiri-Terroristen im Irak hat es dem Irak ermöglicht, im vierten Quartal 2015 zahlreiche seiner besten Einheiten nach Syrien, insbesondere in den Süden der Provinz Aleppo, zu verlegen, um sich dort mit russischer Luftunterstützung daran zu machen, der syrischen Armee dabei zu helfen, den sich über Syrien und den Irak verteilenden Takfiri-Terroristen der zionistisch-wahhabitischen Achse den Nachschub aus der Türkei abzuschneiden. Für 2016 ist im Irak damit zu rechnen, dass der Takfiri-Terrorismus insbesondere in der Provinz Anbar weiter zurückgedrängt wird und von Ramadi aus die Gegenden den Euphrat rauf Richtung Hit und Haditha und runter Richtung Fallujah und Abu Ghraib langsam befreit werden – schnell kann und soll das nicht gehen, weil nur ein langsames Vorgehen dem sozialen Prozess der Abwendung der lokalen Bevölkerung vom Takfiri-Terrorismus Gelegenheit gibt, sich zu entfalten. Das Ergebnis der Bemühungen könnte Ende 2016 etwa so aussehen, dass die Takfiri-Terroristen in der Millionenstadt Mossul und einigen anderen, aber viel kleineren Enklaven mehr oder minder isoliert und eingeschgnürt sein werden. Die zionistisch-wahhabitische Achse wird verstehen, dass ihre Proxy-Terroristen im Irak so gut wie erledigt sind, und versuchen, sich weiterhin Einfluss im Irak zu sichern, indem sie direkt militärisch eingreift, wie das sich zur Zeit schon mit uneingeladenen türkischen Truppen nahe Mossul andeutet, und sie verstärkt Peshmerga-Separatisten ihres Handlangers Barzani unterstützt und vorantreibt, wie das schon seit Jahrzehnten geschieht.

In Bezug auf Syrien lässt es sich konstatieren, dass die Positionen der syrischen Armee, von kleineren Rochaden wie Idlib gegen Hadher oder Palmyra gegen Kweiris abgesehen, über das Jahr 2015 insgesamt betrachtet im Großen und Ganzen unverändert geblieben sind. Die wesentlichen Änderungen in 2015, die der syrischen Armee zum Vorteil gereichen, haben sich im Bereich ihrer Gegner abgespielt. Kurdischen Öcalan-Anhängern der YPG und einigen Partnern ist es im Jahr 2015 im Nordosten Syriens mit Luftunterstützung des US-Militärs gelungen, einen breiten zusammenhängenden Streifen Land vom Euphrat bis zur irakischen Grenze direkt südlich der Türkei unter Kontrolle zu bringen, womit dieser rund 400 Kilometer lange Grenzabschnitt zwischen Syrien und der Türkei für die von der Türkei und den Saudis unterstützten Terroristen komplett unpassierbar geworden ist. Weiterhin ist es von der Türkei und Saudi Arabien unterstützten Anhängern der Terrorgruppe Al Kaida im Nordwesten und im Südwesten Syriens im Jahr 2015 gelungen, nahezu sämtliche auch nur entfernt für den westlichen Geschmack moderat oder akzeptabel erscheinende Terrorgruppen zu eliminieren. Im Ergebnis bedeutet das, dass der westliche Teil der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse sich zum Jahresende 2015 vor die Tatsache gestellt sieht, dass es in Syrien nur noch vier nennenswerte militärische Kräfte gibt: die syrische Armee und ihre Partner, die kurdische YPG und ihre Partner, Al Kaida und ihre Partner und ISIS. Da die kurdischen Kräfte der YPG zwar oppositionell sind, aber weder Ambitionen haben, über ganz Syrien herrschen zu wollen, noch gegen die syrische Armee kämpfen wollen, und Bemühungen des US-Militärs zur Erschaffung moderater syrischer Proxy-Kräfte 2015 mit Pauken und Trompeten gescheitert sind, sieht sich der Westen in Syrien letztlich vor eine binäre Wahl zwischen Assad und Al Kaida gestellt.

Für 2016 ist deshalb damit zu rechnen, dass der Westen, insbesondere die USA, Frankreich und Britannien, es zähneknirschend akzeptieren wird, der syrischen Armee im Kampf gegen Al Kaida den Rücken zu stärken. Das wird eine Verschlechterung der Beziehungen des Westens zu Saudi Arabien und der Türkei mit sich bringen, die lieber weiter Al Kaida unterstützen möchten als den syrischen Präsidenten Assad siegen zu sehen. Die syrische Armee wird sich 2016 darauf konzentrieren, Al Kaida zu bekämpfen und die Grenzen im Nordwesten und Südwesten Syriens zu sichern. Dabei sind, nicht zuletzt aufgrund der internationalen Unterstützung, im Jahr 2016 erhebliche Fortschritte der syrischen Armee zu erwarten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass bis zum Ende des Jahres 2016 von der Terrorgruppe Al Kaida und ihren Partnern in Syrien nicht viel mehr übrig bleibt als schlechte Erinnerungen. Den Kampf gegen ISIS in Syrien wird die syrische Armee auch 2016 zu einem großen Teil der YPG und ihren Partnern überlassen. Dabei kann damit gerechnet werden, dass die YPG und ihre Partner 2016 durch das Herstellen von sicheren Landverbindungen zwischen Kobane und dem syrischen Luftwaffenstützpunkt Kweiris sowie von Afrin zum Aleppiner Stadtteil Sheikh Maksoud den Nachschub von ISIS und anderen Takfiri-Terroristen aus der Türkei zwischen Euphrat und Afrin unterbinden werden. Außerdem ist es nicht unwahrscheinlich, dass die YPG und ihre Partner 2016 mit US-Lufunterstützung von Hasakah aus gen Süden über Shadadi bis zur von der syrischen Armee beherrschten Enklave in Deir Ezzor vorrücken, womit das von ISIS-Terroristen beherrschte Gebiet zerhackt würde und die ISIS-Hochburgen Mossul und Raqqa voneinander getrennt würden. Das nahe Ende von ISIS würde sich damit 2016 am Horizont deutlich abzeichnen. Die zionistisch-wahhabitische Achse hätte damit im Terrorkrieg gegen Syrien und Irak eine krachende Niederlage erlitten. Der im Vergleich zum Kriegsbeginn stark gedrehte Wind des globalen Zeitgeistes dürfte an diesem sich bereits abzeichnenden Sieg der Achse des Widerstandes einen erheblichen Anteil haben, und eine weitere Drehung der globalen Windrichtung dahingehend bewirken, dass der Wind der Weltpolitik der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse, und da insbesondere den Saudis, steif ins Gesicht bläst. Im Südosten der Türkei ist damit zu rechnen, dass der Krieg auch dort 2016 weitergehen wird, keine Seite dabei Erfolge erzielt, und die Auswirkung des türkischen Krieges gegen die Öcalan-Anhänger der PKK in der Türkei vor allem darin besteht, dass der türkische Machthaber Erdogan sich damit sämtliche Chancen zerstört, die syrischen Öcalan-Anhänger der YPG für seinen Krieg gegen die syrische Regierung kooptieren zu können.

Der Wechsel der globalen Windrichtung manifestierte sich im Jahr 2015 in einem historischen Deal: dem P5+1-Nukleardeal mit dem Iran. In dem Deal verpflichtet sich der Iran, sein friedliches Nuklearprogramm im Großen und Ganzen so weiterzubetreiben, wie der Iran das ohnehin vorhatte, während die P5+1 sich im Gegenzug verpflichten, ihre unter Verweis aus die zionistische Lüge eines angeblich unfriedlichen iranischen Nuklearprogrammes gegen den Iran verhängten Sanktionen, einschließlich der zugehörigen UN-Sanktionen, aufzuheben. Anders ausgedrückt: die westlichen Vetomächte, die EU und Deutschland haben sich nach Jahrzehnten von Feindschaft, die durch die iranische Fundamentalopposition zum vom Westen unterstützten zionistischen Apartheidregime entstanden ist, dazu entschlossen, engere Beziehungen zum Iran aufbauen zu wollen, und dazu gemeinsam mit dem Iran den großen Stein der zionistischen Atomlüge zum Iran aus dem Weg geräumt. Dieser westliche Positionswechsel bedeutet, dass der Westen nun Iran lediglich als einen von vielen problematischen Akteuren in Westasien betrachtet, und der Status von Israel, Saudi Arabien und der Türkei als unverzichtbare Bollwerke im Kampf gegen den ach so bösen und gefährlichen Iran entfällt. Damit wird der Blick freier für die unumgänglich mit permanenten Konflikten einhergehende fortschreitende ethnische Säuberung Palästinas durch das israelische Apartheidregime und die massive Unterstützung des globalen Takfiri-Terrorismus durch die saudischen und türkischen Herrscher. Für 2016 ist deshalb damit zu rechnen, dass deshalb insbesondere die globale Verbreitung der wahhabitischen Terrorideologie durch Saudi Arabien weiter in den Blickpunkt westlicher Aufmerksamkeit gerät und das trotz aller angehäuften Reichtümer geradezu mittelalterlich anmutende saudische Regime dadurch weiter unter Druck kommt.

Ein anderer historischer Paukenschlag aus der Region im Jahr 2015 hat zwar viel weniger Beachtung gefunden, ist aber geopolitisch kaum weniger bedeutsam: der Beitritt der knapp 200 Millionen Einwohner zählenden Nuklearmacht Pakistan zur Shanghai Cooperation Organisation, kurz auch als SCO bekannt. Sollte der Beitritt Pakistans zur SCO gelingen, und danach sieht es gegenwärtig aus, so dürfte der gleichzeitige Beitritt Pakistans und Indiens zur von China und Russland geführten SCO aus historischer Perspektive geopolitisch nicht weniger bedeuten, als dass die multipolare Achse unter Führung von China und Russland damit, nach dem Umkippen des Iran 1979, die letzte große Lücke auf der asiatischen Kontinentalplatte geschlossen hat. Pakistan ragte seit seiner Gründung wie ein kräftiger Stachel des zionistisch-amerikanischen Empires in die asiatische Kontinentalplatte hinein. Doch nun steht die gesamte asiatische Kontinentalplatte, auch bekannt als das Herzland, oder englisch Heartland, dessen Beherrschung von Imperialisten traditionell als Schlüssel zur Vorherrschaft in der ganzen Welt betrachtet wurde, komplett unter Kontrolle der chinesisch-russischen Achse, an die Großmächte Indien und Iran schon seit einer Weile angebunden sind, und die nun auch noch um die letzte noch fehlende Großmacht Pakistan erweitert wurde. Die langfristigen Auswirkungen dieses chinesisch-russischen Erfolges sind kaum zu überschätzen.

Doch auch kurz-und mittelfristig hat der pakistanische Beitritt zur SCO erhebliche Auswirkungen auf den Fortgang des dritten Weltkrieges. Die direkteste Auswirkung des pakistanischen Beitritts zur SCO ist es, dass Pakistan damit seinen von Saudi Arabien und anderen wahhabitischen GCC-Diktaturen unterstützten Taliban-Proxy-Krieg gegen Afghanistan aufgeben und numehr stattdessen gemeinsam mit China, Iran und Russland an einer Beendigung des bald 40 Jahre andauernden Krieges in Afghanistan arbeiten muss. Der pakistanische Beitrag besteht dabei einerseits darin, mit der pakistanischen Armee entschlossener gegen Terroristen im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen, und andererseits darin, den pakistanischen Geheimdienst ISI dazu nutzen, um erfolgversprechende Friedensgespräche zwischen „Taliban“ und der afghanischen Regierung in die Wege zu leiten. Ziel der Friedensgespräche ist es, die als Taliban bekannten Kräfte zu teilen in politikfähige Teile der lokalen paschtunischen Bevölkerung, die im Grunde nichts weiter machen, als genau wie ihre Vorwahren es immer schon taten, ihre bergige Heimat gegen fremde Besatzer, wer sie auch immer sein mögen, zu verteidigen, und politikunfähige Terroristen, die bekämpft und besiegt werden müssen. Es gibt, trotz der im Jahr 2015 wieder heftiger gewordenen Kämpfe in Afghanistan, deutliche Anzeichen dafür, dass das geschieht und der Ansatz über kurz oder lang erfolgreich sein wird. Sollte das klappen, kann man trotz aller zwischenzeitlichen Verirrungen und Verwirrungen im Grunde genommen etwas salopp sagen, dass die Saudis und ihre Terror-Partner nach 40 Jahren ihren Proxy-Krieg in Afghanistan gegen Russland und seine Partner verloren haben werden. Für das Jahr 2016 ist jedoch erstmal weiter mit heftigen Kämpfen und mehr Terror in Afghanistan zu rechnen, denn natürlich sehen die Terroristen in Afghanistan und ihre Unterstützer der Achse des Terrors die Zeichen an der Wand, dass ihnen mit dem pakistanischen Beitritt zur SCO die vollständige Eliminierung droht, und die Terroristen reagieren darauf wie sie immer und auf alles reagieren, was ihnen nicht passt, nämlich mit Terror. Weiterhin bedeutet der Beitritt von Pakistan und Indien zur SCO für Zentralsien natürlich, dass der Kashmir-Konflikt und das damit zusammenhängende pakistanisch-indische Spannungsverhältnis rein innere Angelegenheiten innerhalb der SCO werden, wodurch das zionistische Empire an strategischen Optionen verliert, diese Spannungen zum Starten von Kriegn in Zentralasien mit dem Ziel der Schwächung von China und Russland zu nutzen.

Der Beitritt Pakistans zur SCO hat aber auch gravierende Auswirkungen auf die Kriege in der arabischen Welt. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass die fünf wahhabitischen GCC-Staaten, allen voran Saudi Arabien, damit ihren Nuklearschirm und den größten potentiellen Truppensteller verlieren, der nicht zur NATO gehört, was insbesondere angesichts der wachsenden Verstimmungen zwischen den drei Nuklearmächten der NATO und den wahhabitischen Saudis von Bedeutung ist. Einen Vorgeschmack auf diese Auswirkungen bot der saudische Schock darüber, dass Pakistan sich im Frühjahr 2015 weigerte, wie von den Saudis verlangt am Krieg gegen den Jemen teilzunehmen, und gleichzeitig zur Strafe reduzierte GCC-Investitionspläne in Pakistan durch chinesische Investitionen ersetzte. Im weiteren Verlauf des Jahres 2015 hat Pakistan dann auch öffentlich erklärt, kategorisch gegen Regime Change in Syrien zu sein, und den Bruch mit den einen Regime Change in Syrien vorantreibenden Saudis weiter öffentlich gemacht. Die wahhabitische Ölgroßmacht Saudi Arabien wirkt gleich um einiges kleiner und schwächer, wenn es bei seinen Hegemonialkriegen nicht auf pakistanische Unterstützung zählen kann, und das ist es auch. Nicht zuletzt die geradezu absurd anmutenden Versuche der Saudis, die ausbleibenden sunnitisch-pakistanischen Truppen in dem von den Saudis auch als sunnitischen Krieg gegen den Einfluss von Schiiten und anderer Ungläubiger vermarkteten Krieg gegen den Jemen durch Söldner christlich-kolumbianischer Drogenbanden zu ersetzen, zeugen davon. Im Jahr 2016 könnte die militärische Schwäche durch den Wegfall der saudischen Allianz mit Pakistan der Saudis unter anderem sehr relevant werden, wenn die von den saudischen Wahhabiten global angeheizten Terrorkriege verstärkt auf saudisches Territorium übergreifen sollten, und die NATO-Staaten den Saudis dann nicht zuhilfe kommen sollen, was unter anderem deshalb passieren könnte, weil einige NATO-Staaten eine so verursachte „Ölpreiskorruktur“ wohl durchaus begrüßen würden.

Die Macht über den Ölpreis ist natürlich die schwerste Waffe der fünf wahhabitischen GCC-Diktaturen, allen voran Saudi Arabien. Und es gibt, obwohl die Saudis öffentlich behaupten, es gehe ihnen um die Verteidigung von Marktanteilen, wenig Zweifel daran, dass sie sie, beginnend im Jahr 2014, auch kräftig benutzt haben, um damit ihre Kriegsgegner in Syrien, also vornehmlich Iran, Russland und Irak, in die Knie zu zwingen. Im Jahr 2015 haben die fünf wahhabitischen GCC-Diktaturen es geschafft, den Ölmarkt so mit Überproduktion zu fluten, dass der Ölpreis inzwischen schon seit einiger Zeit deutlich unter 40 Dollar pro Fass liegt. Iran bekommt für sein schweres und deshalb mit einem Abschlag gehandeltes Öl gegenwärtig nicht einmal mehr 30 Dollar. Auf diesem Preisniveau kann der größte Teil der Weltölförderung nicht mehr rentabel zu Vollkosten betrieben werden, und ähnliches gilt für die an Ölpreise gekoppelte Gasförderung. Und selbst zu Grenzkosten, die nur laufende Kosten und nicht die Notwendigkeit der Amortisation eingesetzter Investitionsmittel berücksichtigen, lässt sich ein großer Teil der Weltölförderung bei solchen Preisen nicht mehr rentabel betreiben. Dass trotzdem weiter so viel Öl gefördert wird, liegt unter anderem daran, dass auch das Einmotten unrentabler Ölanlagen viel Geld kostet, und die Betreiber deshalb meist lieber – in der natürlich nicht unbegründeten Hoffnung auf zukünftig durch andere Aussteiger wieder steigende Ölpreise – laufende Verluste anhäufen als ihre Ölförderung zu schließen. Nur, solange die Ölförderung nicht sinkt, weil trotz der sich anhäufenden Verluste keiner aussteigt, wird der Ölpreis bei den gegenwärtig schwachen Wachstumsraten der Weltwirtschaft eben nicht steigen. Es handelt sich also bei der gegenwärtigen Situation auf dem Ölmarkt um so etwas wie ein globales Feiglingsspiel gigantischen Ausmaßes, oder Game of Chicken, wie es auf englisch genannt wird: wer zuerst aussteigt hat verloren. Der Preiskrieg mit dem Öl kann, wie aus der Geschichte bekannt ist, zerstörische Auswirkungen haben: in den späten 80er Jahren war der saudische Einsatz der Ölflutwaffe neben dem US-saudischen Terrorkrieg in Afghanistan ein wesentlicher Faktor für das Auseinanderbrechen der Sowjetunion. Doch so manches ist heute anders als damals und der saudische Einsatz der Ölflutwaffe bringt der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse nicht nur Vorteile.

Ein wesentliches Problem mit der saudischen Ölflutwaffe ist, dass sie zwar heftig, aber global und unspezifisch wirkt, also zu einem großen Teil nicht da wirkt, wo sie wirken soll, und stattdessen da wirkt, wo wie nicht wirken soll. Unzweifelhaft haben es die Saudis geschafft, mit ihrer Politik der Ölflut Russland heftige wirtschaftliche Probleme zu bereiten. Der russische Rubel hat durch den Öl- und Gaspreisverfall eine gewaltige Talfahrt hinter sich. Doch verfügt Russland anders als früher über reichlich eigene Fördertechnologie, die es ermöglicht, dass die russische Öl- und Gasförderung bei sinkenden Ölpreisen nicht vom Markt geschossen wird, sondern gleichzeitig nationaler und wettbewerbsfähiger wird. Außerdem sind auch andere Teile der russischen Industrie durch die Abwertung des Rubelkurses international deutlich wettbewerbsfähiger geworden, angefangen von der russischen Agrarwirtschaft über den Anlagenbau – etwa Atomkraftwerke – bis hin zur russcihen Waffenindustrie. Zusätzlich dazu federt die Wirtschaftsgroßmacht China, das durch niedrigere Ölpreise zu höheren Außenhandelsüberschüssen gelangt, mit langfristig angelegten Großinvestitionen die verheerenden Wirkungen des Ölniedrigpreisschocks in Russland ab. Etwas anders geht der Einsatz der saudischen Ölwaffe gegen den Iran fehl. In den letzten Jahren konnte der Iran aufgrund der internationalen Sanktionen ohnehin nur wenig seines Öls gewinnbringend verkaufen. Um die iranische Ölproduktion trotzdem nicht verrosten zu lassen, wurde zwar weitergefördert werden, aber ein guter Teil davon wurde dann einfach an die syrische Armee verschenkt, beziehungsweise ihr zu sehr großzügigen Kreditbedingungen geliefert. Wenn nun die Preise dank des saudischen Ölpreiskrieges im Keller sind, aber der Iran aufgrund des Wegfalls von Sanktionen gleichzeitig deutlich mehr Öl verkauft und Investitionen in seine Industrie einwirbt, kommt durch den saudischen Ölkrieg kein negativer Nettoeffekt mehr zustande, der die iranische Wirtschaft schwächen und die iranische Bevölkerung gegen ihre Regierung aufbringen könnte. Möglicherweise verursacht der saudische Ölpreiskrieg im Iran sogar den positiven Effekt, dass die iranische Wirtschaft sich angesichts des Wegfalls von Sanktionen nicht überhitzt. Auch im Irak gibt es im Grunde einen ähnlichen Effekt. Zwar spürt die irkische Bevölkerung die durch die nach dem Krieg gesteigerte Ölproduktion erzielten wirtschaftlichen Fortschritte noch nicht, aber auch sie hat ganz andere Sorgen als deswegen gegen die irakische Regierung zu rebellieren.

Andere Teile der Welt trifft der Einsatz der saudischen Ölwaffe hingegen politisch mit voller Wucht. Dabei kann die saudische Ölpreiswaffe aber natürlich nicht zwischen Freunden und Feinden der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors unterscheiden. Die Förderung von Schwerstöl in Venezuela, Schieferölsand in Kanada, Tiefseeöl in Brasilien, Nigeria, Angola und den USA, Arktisöl in Kanada und den USA, Reste ausquetschen in der Nordsee und Fracking in den USA und sonstwo, alles davon ist bei den gegenwärtigen Ölpreisen ein großes verlustbringendes Zuschussgeschäft. Regierungen ölfördernder Staaten purzeln nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Ölpreise rund um die Welt, oder sie hängen in den Seilen, und das beinahe unabhängig von ihrer Ideologie und geopolitischen Ausrichtung. Der radikale Zionist Harper in Kanada ist „gone“ und ebesonso ist es der zionistische Lakai Goodluck in Nigeria, doch auch die linken Regierungen von Venezuela, Brasilien und Angola hängen schwer in den Seilen, oder sind, wie in Argentinien, bereits Geschichte. Sogar die Saudis selbst können solche niedrigen Ölpreise auf Dauer kaum durchhalten, obwohl ihre Förderkosten weniger als zehn Dollar pro Fass betragen, den sie brauchen große Überschüsse aus der Ölförderung, um ihren Staatshaushalt zu finanzieren und ihre Bevölkerung mit Geldgeschenken ruhig zu stellen. Das Haushaltsdefizit der Saudis betrug 2015 knapp 100 Mrd Dollar, und sollten sie so weiter machen, seien die Saudis in fünf Jahren pleite, meint der IWF.

Natürlich können die Saudis das durch Reduzierung ihrer Ausgaben und Schuldenaufnahme strecken, und beides haben sie 2015 schon begonnen, doch eine saudische Pleite könnte auch viel schneller kommen. Die niedrigen Ölpreise ärgern nicht nur Russland und Iran, sondern sie stören auch mächtige westliche Kapitalinteressen. Die Kapitalintressen bahnen sich immer schon als Ausweg gegen Überproduktion den immergleichen Weg, nämlich Krieg. Diesmal würde sich die saudische Ölproduktion als Zielscheibe von Krieg geradezu anbieten. Sollte der von den wahhabitischen Saudis permanent angefachte globale Terrorkrieg in irgendeiner Weise auf saudisches Territorium übergreifen und da die Ölförderung stören, so würden die finanziellen Reserven der Saudis damit drastisch reduziert. Es muss nicht sein, dass das passiert, und wenn, dann könnte es auch länger als bis 2016 dauern, aber auszuschließen ist es für 2016 auch nicht. Es wäre inzwischen lediglich ein weiterer logischer Schritt auf dem Weg der westlichen Abwendung vom saudischen Wahhabismus.

Damit, dass die Saudis international immer mehr unter Druck kommen, sieht auch die Lage für den primären geopolitischen Partner der wahhabischen Saudis, nämlich das israelische Apartheidregime über Palästina, immer düsterer aus. Das israelische Regime verhielt sich, wie in den Jahren zuvor, auch im Jahr 2015 immer extremer. Immer schneller versucht das israelische Regime möglichst ganz Palästina von den Palästinensern zu säubern und immer aggressiver verhält es sich dabei. Immer mehr scheint sich dabei beim israelischen Regime eine Endzeitstimmung auszubreiten, in der keine Rücksicht mehr darauf genommen wird, wie das bei seinen Unterstützern in den USA und Europa wirkt. Für das Jahr 2016 hat sich das israelische Apartheidregime vorgenommen, über 50.000 Siedlereinheiten zur Kolonialisierung der Westbank zu bauen, und damit die von den USA und Europa angestrebte Zwei-Staaten-Lösung ein für allemal unmöglich zu machen. Das alles basiert auf der Wette, dass 2016 in den USA ein Lakai der Israel Lobby zum Präsidenten gewählt wird, denn sollte es anders ausgehen, könnten die Israelis zwar die von ihnen gewünschte Einstaatenlösung bekommen, aber nicht eine, wo die Kolonialisten sich gegen die Palästinenser durchsetzen, sondern umgekehrt. Sollte das passieren, könnte sich der Kern des zionistisch-wahhabitischen Terrorkrieges gegen den Rest der Welt damit im Jahr 2016 so gut wie erledigen.

Die Chancen stehen nciht ganz schlecht, dass es passiert. Zwar beherrscht die Israel Lobby nach wie vor das politische Geschehen im US-Kongress, doch bei der Präsidentenwahl droht ihr erneut eine Niederlage. Ihre Kandidatin Hillary Clinton liegt auf der demokratischen Spur solide in Führung, doch auf der republikanischen Spur hat die Israel Lobby den von ihr unabhängigen Kandidaten Donald Trump bislang trotz intensiver Bemühungen nicht kleinbekommen. Für die Zukunft im Weltkrieg der zionistisch-wahhabitischen Achse gegen den Rest der Welt hängt dementsprechend viel davon ab, ob es dem gegenwärtig in Führung liegenden Außenseiter Donald Trump im Jahr 2016 gelingen wird, sich gegen die Kandidaten der Israel Lobby durchzusetzen und Präsident der USA zu werden. Vom Ausgang dieses Machtkampfes dürfte auch das zukünftige Verhältnis der USA zu Russland abhängen.

Der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl dürfte auch den Fortgang des Krieges in der Ukraine maßgeblich beeinflussen. Kommt in den USA jemand wie Trump an die Macht, der ein gutes Verhältnis zu Russland anstrebt, dürfte das der lezte Strohhalm sein, der den Rücken des 2014 mit False-Flag-Scharfschützen auf dem Maidan von der zionistisch-wahhabitischen Achse an die geputschten Nazi-Regimes in der Ukraine bricht. Gewinnt ein Lakai der Israel-Lobby, dürfte der Krieg in der Ukraine noch eine ganze Weile weitergehen.

Ähnliches gilt für den US-Wirtschaftskrieg gegen China. Dem Obama-Regime ist es 2015 gelungen, mit dem Abschluss des TPP-Deals China einen schweren Schlag zu versetzen, der selbstverständlich von den US-Arbeitnehmern zu bezahlen ist. Kommt 2016 in den USA jemand an die Macht, der den TPP-Deal einmottet, so stärkt das China. Wer da wirklich welche Position hat, ist derzeit noch nicht ganz klar: Donald Trump beispielsweise fährt eine aggressive anti-chinesische Rhetorik, doch gleichzeitig hat er erklärt, den TPP-Deal stornieren zu wollen, und ähnliches gilt im Grunde auch für Hillary „We came, we saw, he died“ Clinton.

Was bei der Betrachtung des Kriegsjahres 2015 noch bleibt, ist ein kurzer Blick auf die wohl depriminierendste Front im dritten Weltkrieg: Afrika. Quer durch den Kontinent tobte 2015 der Krieg, ob in Libyen, Äygpten, Somilia oder Nigeria, die Sahara ist ein quasi durchgehendes Kriegsgebiet, dass alle anliegenden Staaten in die Kriegsstrudel wahhabitisch aufgehetzter Terroristen zieht, und Besserung ist für 2016 leider kaum Sicht.

Das Parteibuch wünscht seinen Lesern trotzdem ein frohes Kriegsjahr 2016.

8 Gedanken zu “Rückblick und Ausblick auf das nächste Jahr im dritten Weltkrieg

  1. Hallo
    „Die Schwäche der Takfiri-Terroristen im Irak hat es dem Irak ermöglicht, im vierten Quartal 2015 zahlreiche seiner besten Einheiten nach Syrien, insbesondere in den Süden der Provinz Aleppo, zu verlegen“

    Irak oder Iran?
    Irakische Truppen kämpfen in Syrien?

    1. sw

      Irak. Siehe z.B.:

      In der Provinz Aleppo kämpfen gegenwärtig jede Menge Iraker gegen Al Kaida und Co. Es sollen die besten Einheiten sein, die es im Irak gibt oder gab. Die Iraker machen das nicht nur aus Solidarität mit oder Dankbarkeit gegenüber der Achse des Widerstandes, sondern auch um die irakischen Takfiri-Terroristen vom über Syrien laufenden Nachschub aus der Türkei abzuschneiden.

  2. Eines möchte ich noch hinzufügen, das man im Gedächtnis behalten soll und den Untergang des Imperium, immer näher rücken lässt. Die Siegesfeier in Moskau, für den Sieg über den letzten Versuch, der City und Wall Street, Russland zu übernehmen. Bei der Siegesfeier, marschierten Soldaten, der wichtigsten Länder Eurasiens und damit der überwiegende teil der Menschheit. Bei der nächsten Feier, in Peking, das gleiche Bild. Gegen ein vereintes Eurasien, ist keine Weltherrschaft zu Erreichen. Damit wird der uralte Albtraum, der City und Wall Street, trotz aller ihrer Anstrengungen und zweier Weltkriege Wirklichkeit !!!

  3. Danke Parteibuch für diese tolle Analyse! Wünsche Euch ein friedliches, erfolgreiches und gesundes 2016!

    Mit besten Wünschen
    Johanniskraut

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