Trump oder Cruz?

Nach der fünften republikanischen Vorwahldebatte auf CNN in Las Vegas sieht es so aus, als seien nur noch Donald Trump und Ted Cruz als chancenreiche Kandidaten der Republikaner übriggeblieben.

Wer keine Lust hatte, sich die mehrere Stunden lange Show von neun korrupten Großmäulern reinzutun, und das nun noch nachholen will, für den gibt es die Debatte hier auf Video bei Youtube:

Für diejenigen, die sich die Tortur des Anschauens antun, lassen sich unter den neun Kandidaten zwei Fraktionen ausmachen. Vier Kandidaten, nämlich Trump, Cruz, Carson und Paul wollen keinen Krieg gegen Russland, während fünf Kandidaten, nämlich Rubio, Bush, Fiorina, Christie und Kasich Krieg gegen Russland wollen. Rubio, Bush und Fiorina machten dabei einen total bekloppten Eindruck, während Christie und Kasich den Eindruck erweckten, so halbwegs zu wissen, über was sie sprechen. Christie ist dabei aufgrund des „Fort Lee Lane Closure Skandals“ als durch und durch korrupt bekannt, während Kasich zwar vernünftig klingende Sätze formlieren kann, aber praktisch keine Unterstützer hat.

Auf der anderen Seite sieht es so aus, dass Paul zwar vernünftige Sätze formulieren kann, er aber auch nur sehr wenige Unterstützer hat, und Carson zwar Unterstützer hat, aber keine vernünftigen Sätze formulieren kann. Die einzigen Kandidaten, die sowohl Unterstützung haben als auch vernünftig klingende Sätze formulieren können, sind Trump und Cruz. Die mit Hunderten Millionen Dollar von der zionistischen Lobby hochgepuschten Kandidaten Rubio und Bush fliegen nicht.

Was bis vor Kurzem noch nach einem 3-Wege-Rennen Trump-Cruz-Rubio ausgesehen hat, sieht immer mehr nach einem 2-Wege-Rennen Trump-Cruz aus. Selbst die radikalzionistische Hasbara-Postille Washington Post hat diese Schlussfolgerung nach der Debatte in Las Vegas gezogen, und ist dabei sogar soweit gegangen, einen Aufruf für Trump zu unterstützen.

Auf der demokratischen Schiene sind die Fortschritte bei der Befreiung der Welt vom Faschismus leider noch nicht so groß. Die von der Israel-Lobby unterstützte Kriegsverbrecherin Hillary Clinton hält da immer noch einen 20%+-Vorsprung über den vernünftigen Kandidaten Bernie Sanders.

Nachtrag: Sam Husseini, Kummunikationsdirektor des „progressiven“ Institute for Public Accuracy, hat eine interessante Beobachtung gemacht: es gibt offenbar eine Verbindung zwischen der vom Hauptterrorsponsor Saudi Arabien ausgerufenen „Anti-Terror-Koalition“ zu den Vorwahlen der Republikaner in den USA. Das Ausrufen der Anti-Terror-Koalition durch den saudischen Teil der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse ist offenbar eine PR-Maßnahme zur Wahlkampfhilfe für die Kandidaten der Israel-Lobby bei den Vorwahlen der Republikaner gedacht, allen voran Marco Rubio. Auch wenn es der chancenlose Kasich war, der die saudische Anti-Terror-Koalition in die TV-Debatte einführte, so baute insbesondere die Argumentation von Rubio darauf auf, was so verstanden werden kann, dass Kasich als Wasserträger für den Spitzenreiter der Lobby, Rubio, agiert hat. Die Fiktion der saudischen Anti-Terror-Koalition erlaubt es den Kandidaten der Israel-Lobby zu behaupten, es gebe eine starke sunnitisch-arabische Kraft, die an der Seite der USA sowohl gegen ISIS und Al Kaida als auch gegen die syrische Armee und ihre Partner, also Iran und Russland, zu kämpfen bereit ist. Durch die PR-Maßnahme der angeblichen saudischen Anti-Terror-Koalition hängen die Pläne der Kandidaten der Israel-Lobby, die genau das wollen, Krieg gegen Syrien, Iran und Russland, nicht ganz so im luftleeren Raum wie ohne die PR-Maßnahme. Das Timing des Ausrufens der saudischen Anti-Terror-Koalition einen Tag vor der Vorwahl-TV-Debatte, die prompte Verwendung des Arguments der saudischen Anti-Terror-Koalition durch Kandidaten der Israel-Lobby in der TV-Debatte und die anschließende Peinlichkeit, dass einige der 34 von Saudi Arabien als Mitglieder der Allianz aufgeführten Staaten wie Indonesien und Pakistan kurz darauf öffentlich erklärten, ihnen sei die saudische Allianz und ihre Mitgliedschaft darin unbekannt, dass die saudische Allianz gegen den Terror extra zu den republikanischen Vorwahlen gestrickt wurde, und das mit heißer Nadel um noch rechtzeitig zur Vorwahl-TV-Debatte in Las Vegas ausgerufen werden zu können.

Nach der TV-Debatte der Republikaner hat Sam Husseini übrigens noch einen sehr interessanten Artikel zu Trump geschrieben, der sich bezüglich der Einschätzung Trumps in etwa mit der des Parteibuches deckt: In Defense of the Rise of Trump.

Zweiter Nachtrag: Der Ex-Trump-Berater Roger Stone hat in einem trotz der offenen Parteilichkeit durchaus lesenswerten offenen Brief anlässlich seiner Gründung eines Pro-Trump-Super-PACs die Einschätzung des Parteibuchs bestätigt, dass der chancenlose Kandidat Kasich als Wasserträger für den Spitzenkandiaten der Lobby, Rubio, agiert. Kasich wird von den gleichen Leuten wie Rubio finanziert und macht für Rubio die Schmutzarbeit. Kasich lässt etwa millionenschwere Negative Ads in den frühen Staaten gegen Trump laufen, die Rubio nicht selbst laufen lassen will, weil das sein Image belasten könnte, meint Roger Stone.

Dritter Nachtrag: Consortium News ist der Fünf-zu-vier-Split bei den Kandidaten der Debatte der Republikaner in Las Vegas auch aufgefallen: A GOP Split on Neocon Orthodoxy.

6 Gedanken zu “Trump oder Cruz?

  1. @ nocheinparteibuch

    „Selbst die radikalzionistische Hasbara-Postille Washington Post hat diese Schlussfolgerung nach der Debatte in Las Vegas gezogen, und ist dabei sogar sowweit gegangen, einen Aufruf für Trump zu unterstützen.“

    Wie geht das zusammnen, nach all dem geschriebenen hier?
    Oder….
    Trump=U-Boot?
    Pro Trump erscheinen, um ihm im rechten Moment das Messer in den Rücken zu rammen?
    Einsicht [ :o))) ]?

    1. Pitt

      Die Lobby will weder Trump noch Cruz und steht nun womöglich vor der Wahl, sich zwischen Trump und Cruz entscheiden zu müssen. Sollte das wirklich so kommen, dürfte die Lobby fast schon verloren haben.

      Ruth Marcus macht sicher nicht die Linie der Washington Post. Dass die WaPo den widerwilligen Pro-Trump-Aufruf von Ruth Marcus veröffentlichte, deutet darauf hin, dass die Lobby in sich zerstritten ist. Während ein Teil der Lobby Cruz offenbar unterstützt (Cruz hat nach Bush die zweitmeisten Spendengelder bekommen), halten andere in der Lobby Cruz offenbar für noch schlimmer für sie als Trump. Argumentationslinie Ruth Marcus: Trump mag sich am Ende als moderater Dampfplauderer erweisen, mit dem man (sprich die Lobby) am Ende vielleicht doch irgendwie dealen kann, Cruz ist hingegen ein ideologiegetriebener Extremist, der manchmal einfach nicht macht, was seine Geldgeber wollen und zur Durchsetzung seines Willens womöglich die ganze Hütte abbrennt, und deshalb wirklich gefährlich – gefährlicher jedenfalls als Trump. Andere im Establishment – in der Lobby – sehen das ganz anders:

      http://edition.cnn.com/2015/12/14/politics/ted-cruz-donald-trump-republican-establishment/index.html

      Da scheint es hinter den Kulissen richtig Zoff in der Lobby zu geben. Einig sind sie sich nur darin, dass ein Rennen, das effektiv auf einen Zweikampf Trump – Cruz hinausläuft, ein Alptraum für das Establishment – die Lobby – ist. Einige hegen sogar den Verdacht, dass Trump und Cruz sich gegen das Establishment – die Lobby – verschworen haben, was als „geschickter politischer Zug“ (“smart political move”) beschrieben wird:

      http://www.theblaze.com/stories/2015/12/16/joe-scarborough-notices-something-during-debate-that-has-him-convinced-trump-cruz-made-inside-deal-against-gop-establishment/

      Stimmt das, hätte die Lobby womöglich schon jetzt so gut wie verloren, weil es nicht danach aussieht, dass einer der Kandidaten der Lobby es noch schafft, nach vorn zu kommen. Was jedenfalls klar ist, und der widerwillige Pro-Trump-Artikel in der WaPo macht es deutlich, ist das die Lobby in Unordnung ist.

      Unordnung in der Lobby und der bislang von der Lobby beinahe nach Belieben dominierten republikanischen Partei ist eine gute Nachricht für alle, die gegen die Lobby sind – die Unordnung vergrößert die Siegchancen von Trump.

      http://fivethirtyeight.com/features/maybe-republicans-really-are-in-disarray/

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