„Unfreundlicher Akt“

Nachstehend finden sich einige Informationen, Hintergründe und Gedanken zum „unfreundlichen Aktder Türkei gegen Russland am vorgestrigen Dienstag.

Zum Hintergrund: Über das Kampfgeschehen in dem kaum zehn mal zwanzig Kilometer großen „Tortenstück“ der östlichen sogenannten Turkmenen-Berge entlang der türkischen Grenze im Nordosten der Provinz Latakia hatte das Parteibuch erst am Samstag einen ausführlichen Bericht verfasst. In den östlichen Turkmenen-Bergen herrschen gegen die syrische Regierung kämpfende Milizen, die zu einem großen Teil ethnisch turkmenisch, türkisch und turkestanisch geprägt sind. Die Turkmenen-Berge tragen ihren Namen daher, dass dort, zumindest bis zum Beginn des gegenwärtigen Krieges, neben anderen Ethnien ein relativ hoher Anteil an turkischstämmigen Einwohnern lebte, die einen Dialekt der türkischen Sprache sprechen. Die syrische Regierung und ihre Verbündeten halten diese Milizen für von international aktiven Terroristen durchsetzt und verweisen dabei darauf, dass dort unter anderem sich zu ISIS und Al Kaida bekennende Terroristen aus dem Kaukasus und aus Russland, sowie Anhänger der zur zentralasiatischen Al Kaida gehörenden und international als Terrorgruppe geächteten „Turkmenistan Islamic Party“ kämpfen würden. Der türkische Machthaber Erdogan und die seinen betrachten die Milizen der Turkmenen-Berge hingegen als legitime „bewaffnete Opposition“ im Kampf gegen den syrischen Diktator Assad, die aufgrund ihrer „großtürkischen“ Ethnizität unter dem besonderen Schutz der Türkei steht und von der Türkei deshalb auch zurecht besonders intensive Unterstützung erhält. Nach der Machtübernahme der von der Türkei unterstützten Milizen sind regierungstreue und turkischstämmige Bevölkerungsteile aus den Turkmenen-Bergen aus Angst vor den Milizen und ihren Greueltaten aus der Region geflohen. Inzwischen ist es aufgrund der intensiven Kriegshandlungen zweifelhaft, dass es in den Turkmenen-Bergen neben bewaffneten Milizen überhaupt noch eine nennenswerte Anzahl an Personen gibt, die man als Zivilbevölkerung bezeichnen kann.

Südwestlich angrenzend an das Gebiet der östlichen Turkemen-Berge befinden sich die sogenannten Kurden-Berge, die ebenfalls unter der Kontrolle von gegen die syrische Armee kämpfenden Milizen stehen. Die „Kurden-Berge“ tragen ihren Namen daher, dass sie vor vielen Generationen einmal kurdisch geprägt waren. Durch Assimilierung und Migrationsbewegungen im letzten Jahrhundert ist die Bevölkerung der „Kurden-Berge“ inzwischen allerdings stark arabisch-sunnitisch geprägt und sich selbst als Kurden betrachtenede Einwohner gab es da nicht mehr viele. Die wesentliche Hochburg der „Anti-Regierungskämpfer“ in den „Kurden-Bergen“ besteht im bekannten Ferien- und Kurort Salma, wo, was auch in westlichen Berichten so dargestellt wurde, ziemlich unstrittig seit 2014, als ISIS sich von dort zurückzog, internationale Jihadisten von Al Kaidas Nusra Front domainant sind, obgleich in der Gegend der Kurden-Berge auch andere Milizen, etwa unter FSA-Banner oder unter Turkmenischen Fahnen kämpfend, aktiv sind. Aus der Gegend von Salma waren im Jahr 2013 auch FSA-Milizen und internationale Jihadisten, darunter auch deutsche Terroristen wie Denis Cuspert, in die südlich an die Gegend angrenzenden alawatisch geprägten Dörfer eingefallen, was zu keinem anderen erkennbaren Zweck diente, als sektierisch motivierte Massaker an der alawitischen Zivilbevölkerung, denen unzählige Menschen zum Opfer fielen, zu verüben.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die in den „Turkmenen-Bergen“ und „Kurden-Bergen“ gegen die syrische Armee und ihre Partner kämpfenden Milizen und Terroristen ihre militärische Stärke vornehmlich umfangreicher Unterstützung aus der Türkei verdanken. Der wichtigste Nachschubweg der Milizen in den „Turkmenen-Bergen“ und den „Kurden-Bergen“ führt dabei offenbar durch die Gegend des im Osten der Turkmenen-Berge liegenden syrischen Grenzdorfes Yamadi, was auch ziemlich genau in der Gegend liegt, wo die türkische Luftwaffe am vorgestrigen Dienstag den SU-24-Jet der russischen Luftwaffe abgeschossen hat.

Die Entwicklung der militärischen Lage in den „Turkmenen-Bergen“ und „Kurden-Bergen“ seit Beginn der russischen Luftunterstützung für die syrische Armee Ende September lässt sich so beschreiben, dass die syrische Armee und ihre Partner sowohl in den Kurden-Bergen als auch in den Turkmenen-Bergen deutliche Fortschritte gemacht haben. Die syrische Armee wendet dabei die Taktik an, über die Bergwipfel von Berg zu Berg zu ziehen und durch die ohne die Verursachung großer Kollateralschäden erfolgende Eroberung unbewohnter Höhen eine militärisch dominante Position über die niedriger gelegenen Täler, Straßen und Dörfer zu bekommen. Gegen die syrische Armee und ihre Partner um unbewohnte Bergwipfel zu kämpfen, fällt den Rebellen-Terroristen schwer, weil die syrische Armee nicht nur über schwere Artillerie, etwa Rakatenwerfer und Haubitzen, die von weit hinter der Front agieren, verfügt, sondern mit Hilfe der Luftwaffe auch an die Logistiklinien auf der rückwärtigen Seite der Bergstellungen der Rebellen-Terroristen herankommt. Die syrische Artillerie und die russische Luftwaffe können so Bergstellungen von Milizen regelrecht zertrümmern, bevor die Gebirgsjäger der syrischen Armee den Gipfel stürmen. Anschließend baut dann die syrische Armee auf den unter Kontrolle gebrachten Bergen ihre Stellungen auf, an deren über einen Bergkamm liegende rückwärtige Nachschublinien die Rebellen-Terroristen mangels Luftwaffe nicht herankommen. Die syrische Armee ihrerseits kann jedoch mit ihren Stellungen auf den Bergen die tiefer gelegenen Nachschublinien der Rebellen-Terroristen einsehen und ihren Nachschub durch Feuer von den Bergen aus unterbinden. Den Rebellen-Terroristen bleibt damit nichts anderes übrig als sich unter hohen Verlusten aus dem Gebiet zurückzuziehen. Wurde ein Gebiet auf diese Weise von der syrischen Armee gesichert, macht die syrische Armee sich, natürlich wieder mit Luftunterstützung, daran, den nächsten Hügel unter Kontrolle zu bringen, um so weiter vorwärts zu kommen, und so weiter und so fort. Die Rebellen-Terroristen haben kein Mittel gegen dieses Vorgehen der Armee gefunden. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Unterstützung durch die russische Luftwaffe, nicht nur weil sie über zielgenauere und schwerere Bomben als die syrische Luftwaffe verfügt und die Kapazität der Luftunterstützung erhöht, sondern vor allem, weil die russische Luftwaffe anders als die syrische im Luftraum über den Turkmenen-Bergen – zumindest bis Dienstag – nicht von den türkischen Streitkräften unter dem Vorwand angeblicher Grenzverletzungen abgeschossen wurde.

Am letzten Samstag sah die Situation so aus, dass die syrische Armee in den Turkmenen-Bergen von Westen kommend her die wichtigen Bergstellungen Zuwaik im Südwesten sowie die besonders hohe Stellung Kizildag im Nordwesten und von dort aus gedeckt kommend auch den Berg und den Turm Zahya rund drei Kilometer weiter südwestlich erobert hatte. Die vom Parteibuch am Samstag veröffentlichte Lagekarte zeigte, dass es der syrischen Armee am Freitag mit ihrem Vorstoß in die Zahya-Berge gelungen war, ins Zentrum des von Terroristen-Rebellen beherrschten Gebietes der Turkmenen-Berge vorzustoßen. Hier ist eine vom Parteibuch um die Ereignisse der letzten Tage aktualisierte Karte der Region:

Es besteht auch überhaupt kein Zweifel daran, was die Befreiung der Gegenden Zuwaik und Zahya für die Rebellen-Terroristen in der Provinz Latakia bedeutete: der Kampf der von der Türkei unterstützten Terroristen-Rebellen in den Turkmenen-Bergen war so gut wie verloren. Von den Zahya-Bergen bis zum bei Google Maps stets mit Wolken verhangenen Nachschubstützpunkt der Terroristen-Rebellen an der türkischen Grenze im syrischen Dorf Yamadi sind es weniger als neun Kilometer Luftlinie und mehr als die Hälfte davon kann von den von der syrischen Armee eroberten Bergstellungen bei Zuwaik und Zahya eingesehen, und damit natürlich auch zielgenau mit Artillerie beschossen, werden. Der nicht im Sichtbereich der syrischen Artillerie liegende Streifen der Turkmenen-Berge ist von Yamadi aus kaum noch zwei Kilometer breit, und wenn es der syrischen Armee gelingt, von Zahya aus noch eine Hügelkette weiter nach Westen zu kommen, dann war es das in der Provinz Latakia. Die Turkmenen-Berge wären damit wieder unter Kontrolle der Armee, ebenso die ganze Grenze der Provinz Latakia zur Türkei, und ebenfalls wäre damit dann auch die Al-Kaida-Hochburg Salma nahezu komplett vom Nachschub abgeschnitten, sodass die gesamte Provinz Latakia wieder unter Kontrolle der syrischen Armee käme. Anders als es im Krieg, wo sich beide Seiten als siegreich darstellen wollen, häufig der Fall ist, ist die Einschätzung der Lage in den Turkmenen-Bergen der syrischen Provinz Latakia im Grunde genommen auch gar nicht strittig. Das Parteibuch berichtete am Samstag:

Am Donnerstag berichtete Eurasia News, ein Anführer der Terroristen in den Turkmenen-Bergen, der sich Kommandant der Sultan-Abdulhamit-Turkmenen-Brigade Ömer Abdullah nennt, habe im türkischsprachigen TV erklärt, seine Leute hätten sich nach schweren Verlusten aus Ghamam zurückgezogen und die syrische Armee sei nun auf bestem Weg, die gesamten Turkmenen-Berge unter Kontrolle zu bringen. Durch die Eroberung von Ghmam und der das Dorf umgebenden Berge könne die syrische Armee nun sämtliche Bewegungen seiner Milizen verfolgen und viel schneller darauf reagieren, wodurch die Gefahr bestehe, dass die von der rusischen Luftwaffe unterstützte syrische Armee auch „die restlichen turkmenischen Dörfer“ einnehme, jammerte er. … Die Erdogan nahestehende türkische Gazette „Daily Sabah“ meldet, die Gegend „mit turkmenischer Bevölkerungsmehrheit“ in der syrischen Provinz Latakia, die die Daily Sabah „größtürkisch“ als Bayir Bucak bezeichnet, stünde „vor dem Fall“ an syrische Regierungskräfte.

Das „großtürkische“ AKP-Regime von Machthaber Erdogan und seine Unterstützer waren, wenig überraschend, nicht gerade erfreut über die sich abzeichnende vollständige Niederlage ihrer Lieblings-Rebellen-Terroristen in der syrischen Provinz Latakia. Der türkische Außenminister rief seinen US-amerikanischen Kollegen für dringende Beratungen bezüglich der Lage an. Ein Vize-Boss von Erdogans AK-Partei und ehemaliger türkischer Außenminister ließ die Rebellen-Terroristen in den Turkmenen-Bergen per Twitter wissen, sie seien nicht allein. Und eine den „grauen Wölfen“ nahestehende türkische Splitterpartei erklärte in Istanbul öffentlich die Entsendung von 250 Kämpfern für großtürkische Ideen in die Turkmenen-Berge nach Syrien, wobei betont wurde, dass darunter mehrere Polizisten und Soldaten seien. Daran, dass das Erdogan-Regime keinen Finger krumm machte, um die Entsendung dieser Kämpfer zu stoppen, lässt sich indirekt schließen, dass Machthaber Erdogan diese Entsendung billigte, obwohl die Entsendung natürlich nicht nur dem Völkerrecht, sondern auch der UN-Sicherheitsratsresolution gegen die Entsendung ausländischer Kämpfer nach Syrien widersprach.

Wie bereits vom Parteibuch berichtet, bestellte das türkische Regime auch den russischen Botschafter ein, um Russland wissen zu lassen, dass ihm die Bombardierung von von der Türkei unterstützten Rebellen-Terroristen in der Nähe der türkischen Grenze missfällt. Das türkische Außenministerium verlangte dabei Medienberichten zufolge von Russland die „sofortige Einstellung“ der russischen Militäroperationen in der Nähe der türkischen Grenze, drohte andernfalls „mit ernsthaften Konsequenzen“ und erklärte denselben Medienberichten zufolge außerdem, auch dem russischen Koordinator für die Nahostpolitik, Mikhail Bogdanov, sei „diese Warnung und dieses Verlangen“ der Türkei übermittelt worden. Es war nicht das erste Mal, dass das türkische Regime den russischen Botschafter in den letzten Wochen einbestellt hatte. Bereits zu Beginn der Operationen der russischen Luftwaffe Ende September hatte das türkische Regime den russischen Botschafter einbestellt, weil die russische Luftwaffe bei ihren Anti-Terror-Operationen in Syrien den türkischen Luftraum verletzt hatte, und kurz darauf nochmals, weil die Luftverteidigung der russischen Basis in Latakia ein türkisches Kampfflugzeug in der Nähe der Grenze mit einem Luftabwehrradar angestrahlt hatte, was dem türkischen Regime missfallen hat. Russland entschuldigte sich damals für die „versehentliche Verletzung“ des türkischen Luftraums, versprach, dass das nicht mehr vorkommen werde, und nachdem die Türkei sowhol einer russisch-amerikanischen Dekonfliktierungsvereinbarung für Syrien beitrat als auch der Eröffnung einer russisch-türkischen Hotline zur militärischen Abstimmung in Bezug auf Syrien zustimmte, schien das Problem militärischer Streitigkeiten zwischen Russland und der Türkei damals vom Tisch zu sein. Auch nach der erneuten Einbestellung des russischen Botschafters und der öffentlichen „Warnung“ am letzten Wochenende verzichtete Russland deshalb darauf, russische Flugzeuge für den Luft-Boden-Kampf gegen Terroristen in Syrien von russischen Luftabwehrjägern begleiten zu lassen oder türkische Kampfflugzeuge in der Region von der russischen Luftverdigung ins Visir nehmen zu lassen. Russland vertraute unter anderem darauf, dass die Türkei ein Staat sei, der mit Russland freundschaftliche Beziehungen pflegt, die viele Milliarden Dollar schwere gemeinsame Wirtschaftsinteressen beinhalten, die Türkei ein militärisches Abkommen mit Russland in Bezug auf Syrien geschlossen hat, der türkische Staatsführer Erdogan den russischen Präsidenten Putin noch kürzlich trotz aller Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Syrien um Hilfe bei einem von ihm erwüschten Beitritt zur Shanghai Cooperation Organisation ersuchte, der türkische Staatsführer Erdogan erst kürzlich angesichts von Verhandlungen über Preise russischer Gaslieferungen die Freundschaft der Türkei mit Russland betonte, der türkische Staatsführer Erdogan erst kürzlich gemeinsam mit dem russichen Präsidenten Putin Moskau beten war und die Türkei trotz ihrer großtürkischen Ambitionen und ihrer Unterstützung für zweifelhafte bewaffnete Gruppierungen ein rationaler Akteur ist, der entsprechend der nationalen Interessen der Türkei handelt. Wie sich angesichts zweier toter russischer Soldaten nun herausstellt, war diese Einschätzung offenbar ein Fehler.

Nachdem der Hintergrund nunmehr beleuchtet wurde und grundlegende Fakten zu dem Abschuss klar sind, kann der vorgestrige „unfreundliche Akt“ der Türkei gegen Russland recht zügig abgehandelt werden. Die unbestrittene – und vermutlich unbestreitbare – Kurzversion des unfreundlichen türkischen Aktes gegen Russland am Dienstag scheint folgende zu sein: Zwei russische Militärflugzeuge, die für den Luft-Boden-Kampf gegen bewaffenete Anti-Regierungskräfte in Syrien eingesetzt waren, sind über die syrisch-türkische Grenzregion in den Turkmenen-Bergen geflogen. Dem türkischen Regime unter Machthaber Erdogan gefällt das nicht, weil es mit den dort operierenden bewaffeneten Anti-Regierungskräften sympathisiert, die zur gleichen Zeit eine Offensive gegen die nahegelegene Region der Zahya-Berge gestartet hatten. Deshalb hat das türkische Regime zwei Kampfflieger in die Gegend geschickt, die eines der zwei auf Luft-Boden-Kampf spezialisierten russischen Militärflugzeuge abgeschossen haben. Das türkische Regime hatte dabei keinen Anhaltspunkt dafür, dass die russischen Militärflugzeuge Ziele auf dem türkischen Staatsgebiet attackieren wollten und es behauptet dies auch nicht. Die von Russland und der Türkei extra eingerichtete Hotline zur Dekonfliktierung in Bezug auf Syrien wurde von der Türkei am Dienstag nicht benutzt und es wurde auch kein Warnschuss abgegeben. Infolge des türkischen Abschusses kamen zwei russische Soldaten ums Leben. Unmittelbar nach dem türkischen Abschuss des russischen Militärflugzeugs in der Nähe der syrisch-türkischen Grenze hat die Türkei, anstatt mit den – zumindest bis dato – „russischen Freunden“ Kontakt aufzunehmen, ein Dringlichkeitstreffen des Russland nicht sonderlich freundlich gesinnten Militärbündnisses NATO einberufen, wo die Türkei Mitglied ist.

Nachfolgend kommt die Langversion: Details, Analyse und Folgen. Aufgrund des großen Interesses geht dieser Artikel nun schon online, aber das Parteibuch bittet um etwas Geduld. Dieser Artikel wird im Laufe der nächsten 24 Stunden sukzessive ergänzt werden. Für die ganz ungeduldigen Leser und Konsumenten von Massenmedien soll es hier, und mögen pathologische Rechthaber da auch schockiert sein, eine essenzielle Bemerkung vorweg geben: bezüglich der Folgen spielt es kaum eine Rolle, ob ein russischer Jet am Dienstag kurzzeitig im türkischen Luftraum war oder nicht: völlig klar ist, dass der Abschuss des russischen Jets ein zumindest „unfreundlicher Akt“ der Türkei gegen Russland war. Freundlichkeit ist nämlich anders.

Zunächst einmal einige Details zum Abschuss: das türkische Regime behauptete in einem noch am Dienstag an den UN-Sicherheitsrat verschickten offiziellen Brief, zwei Su-24 Flugzeuge, deren Nationalität unbekannt sei, hätten fliegend auf einer Höher von 19.000 Fuß (5,79 km) beginnend ab 09:24:05h lokaler Zeit den türkischen Luftraum für 17 Sekunden in einer Tiefe von 1,15 Meilen (1,85 km) sowie 1,36 Meilen (2,19 km) verletzt. Weiterhin erklärt das türkische Regime in dem Brief an den UN-Sicherheitsrat, eines der beiden Flugzeuge hätte den türkischen Luftraum verlassen, und türkische F-16 hätten auf das andere Flugzeug das Feuer eröffnet, während es im türkischen Luftraum war, woraufhin es in Syrien abgestürzt sei. Das ist an sich schon sehr interessant. Noch interessanter ist die Behauptung der Türkei im gleichen Brief, die Türkei hätte innerhalb der fünf Minuten vor dem Abschuss zehn mal versucht, die beiden Flugzeuge über „Notfallkanal“ zu kontaktieren und dabei verlangt, die beiden Flugzeuge sollten nach Süden abdrehen. Die beiden Flugzeuge hätten auf diese türkischen Warnungen nicht reagiert, behauptet die Türkei in dem Brief an den UN-Sicherheitsrat.

Der Brief ist in vielerlei Hinsicht aufschlussreich, und zwar sowohl bezüglich dessen, was die Türkei behauptet als auch bezüglich dessen, was sie nicht behauptet. Zunächst mal behauptet die Türkei, es seien Flugzeuge unbekannter Nationalität gewesen, die ihren Luftraum angeblich verletzt hätten. Dazu lässt sich sagen, dass aufgrund von Flughöhe und Flugroute völlig klar war, dass es sich um Militärjets handelte, und dafür kommen in dem Luftraum grundsätzlich nur zwei Nationalitäten in Frage: Russland oder Syrien. Dabei konnte die Türkei annehmen, dass es sich um ein russisches Flugzeug handelte, weil der Türkei ja, wie die Einbestellung des russischen Botschafters ein paar Tage zuvor beweist, bestens bekannt war, dass gerade die russische Luftwaffe in der Gegend operiert. Eigentlich müsste die türkische Luftraumüberwachung auch mitbekommen haben, dass das Flugzeug auf der russischen Basis in Latakia gestartet ist. Es mag demnach zwar technisch korrekt sein, dass die Nationalität der Flugzeuge von der Türkei nicht eindeutig identifiziert wurde. Allerdings war der Türkei dabei sehr wohl klar, dass es sich „höchstwahrscheinlich“ um Militärjets des mit der Türkei befreundeten Staates Russland handelte, wie auch die Medienberichte nach dem Abschuss zeigen, die sofort von „russischen“ Flugzeugen berichteten.

Weiterhin behauptet die Türkei, die angebliche Luftraumverletzung habe nur 17 Sekunden gedauert. Die Türkei behauptet nicht, sie hätte die Flugzeuge verdächtigt, einen Angriff auf Ziele in der Türkei zu fliegen oder eine Gefahr für die Türkei gewesen zu sein. Dazu lässt sich ohne weiteres sagen, dass allein mit der bloßen Behauptung, die Luftraumverletzung habe 17 Sekunden gedauert, von der Türkei zumindest eine Überreaktion indirekt zugegeben wurde. Die Türkei hat auf diese angebliche kurze Luftraumverletzung mit dem Abschuss wie auf einen Angriff durch eine feindliche Macht reagiert, und nicht wie auf einen kurzzeitigen und ungefährlichen Grenzübertritt eines Flugzeuges, das vermutlich zum Militär einer befreundeten Nation gehört. Die Türkei hätte viele andere Mittel gehabt auf diesen behaupteten Grenzübertritt zu reagieren als mit einem tödlichen Abschuss, sie hätte etwa mit diplomatischen und politischen Maßnahmen reagieren, mit einem Abschuss bei zukünftigen Verletzungen drohen oder einen Warnschuss abgeben können. Dass die Türkei das nicht gemacht sondern stattdessen abgeschossen hat, legt den dringenden Verdacht nahe, dass das türkische Regime es auf den Abschuss eines russischen Flugzeuges angelegt hat – selbst wenn die Behauptung einer Grenzverletzung zutreffend sein sollte.

Außerdem behauptet die Türkei in dem Brief an den UN-Sicherheitsrat, sie hätte die angeblich 17 Sekunden dauernde Luftraumverletzung der beiden Flugzeuge schon fünf Minuten vor dem Abschuss, also 5 Minuten minus 17 Sekunden, oder vier Minuten und 43 Sekunden, vor der angeblichen Luftraumverletzung „antizipiert,“ und das, obwohl es in den letzten Wochen keine türkischen Klagen über angebliche Luftraumverletzungen von syrischer bzw russischer Seite gegeben hat. Die Behauptung ist deshalb so erstaunlich, weil vier Minuten und 43 Sekunden eine sehr lange Zeit ist, in der Flugzeuge ziemlich weite Wege zurücklegen. Eine kurze Rechnung zeigt, wie weit in etwa: wenn die Flugzeuge wie von der Türkei behauptet in 17 Sekunden 1,15 und 1,36 Meilen tief in türkischen Luftraum eindrangen, bedeutet das nach Adam Riese, sie flogen mindestens 391 und 463 kmh schnell. Bei einer konstanten Fluggeschwindigkeit von 391 kmh hätte das in der Rechung als langsamer erscheinende Flugzeug in den 4 Minuten und 43 Sekunden von der ersten Warnung bis zum Beginn der angeblichen Luftraumverletzung nach Adam Riese eine Strecke von 27,9 km zurückgelegt, bei dem rechnerisch schneller erscheinenden Flugzeug ergäbe sich eine Strecke von 33 km. Zum Vergleich: das ist weiter als die Al-Kaida-Hochburgen Salma und Idlib-Stadt von der türkischen Grenze entfernt sind und fast so weit wie der russische Luftwaffenstützpunkt in Jableh von der türkischen Grenze und vom Abschussort des Flugzeugs entfernt ist, was eine Strecke von 47 km ist. Wenn das russische Flugzeug wie von der Türkei behauptet von Westen kommend den türkischen Luftraum verletzt hat, dann würde das, wenn das stimmt, was die Türkei in ihrem Brief an den UN-Sicherheitsrat behauptet, demnach bedeuten, dass die Türkei schon Aufforderungen nach Süden abzudrehen an die russischen Flugzeuge gefunkt hat, während die Flugzeuge noch weit entfernt mitten über der Provinz Idlib flogen.

Außerdem bedeutet die behauptete Antizipationszeit von fünf Minuten, dass die türkischen F-16 sich bereits auf den Weg zur Grenze und zum Abschuss gemacht haben, als die russischen Flugzeuge noch sehr weit von der Grenze entfernt waren. Gleichzeitig bedeutet die lange Vorlaufzeit von fünf Minuten, dass die Türkei reichlich Zeit gehabt hätte, um – wie mit Russland vereinbart – über die Hotline Kontakt zum russischen Militär aufzunehmen, um Russland zu warnen, dass die Türkei die mutmaßlich russischen Maschinen abschießen wird, falls sie den türkischen Luftraum verletzen sollten. Die Türkei hat es jedoch, und das ist unwidersprochen, unterlassen, während der fünf Minuten Vorlaufzeit über die vereinbarte Hotline Kontakt zur russischen Militärführung aufzunehmen. Stattdessen hat die Türkei Warnungen direkt an die Flugzeuge gefunkt, und behauptet selbst, die Flugzeuge hätten darauf nicht reagiert, mit anderen Worten, die Türkei selbst behauptet, es sei unklar gewesen, ob die Warnungen angekommen seien. Russland sagt, die russischen Flugzeuge und Russland hätten keine Warnung empfangen. Das Unterlassen der Benutzung der vereinbarten Hotline durch die Türkei ist kaum anders zu erklären, als dass das türkische Regime den Abschuss wollte, und Russland vorher eben gerade keine Warnung über einen möglichen Abschuss zukommen lassen wollte. Es ist das deutlichste objektive Anzeichen dafür, dass der türkische Abschuss des russischen Flugzeuges vom türkischen Regime geplant war und vorsätzlich und heimtückisch erfolgte. Das stützt Putins Behauptung, die bis dato mit Russland befreundete Türkei habe Russland mit dem Abschuss einen „Schlag in den Rücken“ versetzt.

Auch weitere von der Türkei offenbar unterlassene und nicht einmal behauptete Dinge sprechen deutlich für einen geplanten und heimtückischen Angriff der Türkei. So behauptet die Türkei etwa nicht, dass ihre F-16 Abfangjäger Sichtkontakt zu den russischen Flugzeugen aufgenommen und die russischen Flugzeuge dann mit Zeichen in Sichtkontakt gewarnt hätten, und sie behauptet auch nicht, dass die türkischen F-16 zunächst einen Warnschuss abgegeben habe. Die Behauptung der Türkei ist, die F-16 habe sich den Flugzeugen, von denen angenommen werden durfte, dass sie zum mit der Türkei befreundeten Russland gehören, angenähert und sie dann, mit Ausnahme der Funkwarnungen, von denen die Türkei nach eigenen Angaben nicht wusste, ob sie angekommen und verstanden worden waren, ohne weitere Warnung direkt abgeschossen.

Dass das türkische Militär eine Darstellung der Ereignisse veröffentlichte, die in sich widersprüchlich ist – die vom türkischen Militär veröffentlichte Karte weist einen Schleifenflug mit zwei kurzen Luftraumverletzungen aus und widerspricht damit der gleichzeitigen Behauptung einer fünf Minuten andauernden Luftraumverletzung durch das türkische Militär – und obendrein im Widerspruch zu den türkischen Behauptungen gegenüber dem UN-Sicherheitsrat – da behauptet die Türkei nur eine 17 Sekunden andauernde Luftraumverletzung mit einem Abschussort über der Türkei, und nciht wie auf der Karte des Militärs, über Syrien – steht, ändert daran nichts. Auch das türkische Militär behauptet nicht, vor dem Abschuss die mit Russland vereinbarte Hotline benutzt zu haben, Sichtkontakt aufgenommen udn Warnungen in Zeichen-/Fliegersprache abgegeben zu haben, oder einen Warnschuss abgegeben zu haben.

Was zum Abschuss selbst noch zu sagen ist, ist, dass Russland behauptet, die russischen Flugzeuge hätten keine Warnung erhalten, und sie seien bei ihrem Flug überhaupt nicht im türkischen Luftraum gewesen und Russland hat dazu auch ein Video mit Radardaten veröffentlicht, dass die russische Behauptung stützt, die russischen Flugzeuge seien auf ihrem Weg in Richtung des wichtigen Rebellen-Terroristen-Stützpunktes Yamadi fein säuberlich um das türkische Territorium herumgeflogen, während die türkische F-16, die die russische Maschine abschoss, dabei in den syrischen Luftraum flog und damit den syrischen Luftraum verletzt hat. Natürlich lässt sich so ein Video fälschen und es ist damit kein definitiver Beweis dafür, dass die russischen Behauptungen wahr sind. Auch dass der Absturzort der Flugzeuge eindeutig in Syrien ist, sagt nichts darüber aus, ob es eine Luftraumverletzung gab, und ob das Flugzeug während der möglichen Luftraumverletzung oder danach abgeschossen wurde. Was bezüglich der behaupteten Luftraumverletzungen letztlich wahr ist, wird sich vermutlich nicht eindeutig aufklären lassen: da steht Aussage gegen Aussage. Es ist sogar denkbar, dass die russischen Flugzeuge so nah am türkischen Luftraum dran war, dass die Türkei tatsächlich glaubt, ein russisches Flugzeug habe den türkischen Luftraum knapp verletzt, während Russland tatsächlich glaubt, Russland habe den Luftraum knapp nicht verletzt, den das wichtige syrische „Rebellen-Terroristen-Dorf“ Yamadi befindet sich nur knapp 100 Meter von der türkischen Grenze entfernt. Aber, wie schon gesagt, auf die mögliche Luftraumverletzung kommt es bei diesem Zwischenfall überhaupt nicht an. Es ist sonnenklar, dass die türkische Seite es vor dem Abschuss unterlassen hat, adäquat zu warnen und etwa die mit Russland vereinbarte Hotline zu benutzen, und dass es dem türkischen Machthaber Erdogan bei dem Abschuss nicht um eine mögliche knappe Luftraumverletzung ging, sondern darum, durch den Abschuss seinen in arge Bedrängnis geratenen Lieblings-Rebellen-Terroristen in Syrien im Kampf gegen die syrische Armee und Russland militärisch zu helfen. Eben deshalb hat der russische Präsident den türkischen Abschuss des russischen Jets nicht nur als „Schlag in den Rücken,“ sondern als „Schlag in den Rücken von Komplizen von Terroristen“ bezeichnet.

Da es den zwei russischen Fliegern vor dem Einschlag der türkischen Luft-Luft-Rakete gelungen war, ihr Flugzeug mit dem Schleudersitz zu verlassen, gab es zu dem Zeitpunkt, als das russische Flugzeug in Flammen aufging und zu Boden stürzte, lediglich Sachschaden. Das wäre schon gravierend gewesen, aber in den Sekunden danach gab es den ersten Toten. Von der Türkei unterstützte Anti-Regierungskämpfer in Syrien eröffneten vom Boden aus das Feuer auf die hilflos an ihren Fallschirmen hängenden Flieger. Unter großem Jubel töteten sie einen der beiden Piloten noch in der Luft. Kommandanten der Anti-Regierungskämpfer brüsteten sich in Videos und gegenüber Nachrichtenagenturen damit, die russischen Flieger in ihren Fallschirmen hängend beschossen zu haben. Stolz waren auch die von Erdogan als „moderate Opposition“ bezeichneten Anti-Regierungskämpfer am Boden, die den im Fallschirm hängend getöteten Co-Piloten am Boden auffanden, auf diesen sinnlosen Akt der Barbarei, den man getrost als Kriegsverbrechen bezeichnen kann. Lebend hätten die zwei russischen Soldaten den Anti-Regierungskämpfern durchaus sehr nützlich sein können, etwa indem sie durch eine unverzügliche Übergabe der Gefangenen an Russland bewiesen hätten, dass sie wirklich moderate Opposition sind, wie von Erdogan behauptet. Denkbar wäre auch gewesen, dass die Anti-Regierungskämpfer für die Freilassung eines lebend gefangenen russischen Soldaten politische oder militärische Zugeständnisse von Russland fordern würden, etwa eine örtliche Einstellung von russischen Luftangriffen solange die Verhandlungen zur Freilassung des russischen Soldaten liefen. Das wäre politisch wohl weniger geschickt gewesen als eine einfache Freilassung mit dem Hinweis darauf, sie seien moderate Kräfte, doch es hätte immerhin einen direkten militärischen Nutzen für die Anti-Regierungskräfte gehabt, und es wäre durchaus im Rahmen dessen gewesen, was man von mehr oder weniger moderaten bewaffneten Regierungsgegnern erwarten dürfte. Aber durch die sinnlose Ermordung des russischen Co-Piloten, mit der sich ihre Kommandeure auch noch brüsteten, bewiesen die von der Türkei unterstützten Anti-Regierungskämpfer in den Turkmenen-Bergen lediglich einmal mehr, dass sie nichts anderes als Terroristen sind, die aus purer Mordlust töten. Und natürlich macht Russland Erdogan und sein Regime für den Tod dieses russischen Co-Piloten voll verantwortlich: die türkische Luftwaffe hat das Flugzeug des befreundeten Staates Russland arglistig abgeschossen, und obendrein unterstützt das Erdogan-Regime auch die Terroristen, die den wehrlos im Fallschirm hängenden russischen Piloten sinnlos ermordet haben, deren Unterstützung ja gerade der Grund für den Abschuss war.

Zum Tod des zweiten russischen Soldaten infolge des „unfreundlichen Aktes“ der Türkei gegen Russland am Dienstag gab es einen informativen Bericht von Anna-News, die, wenig überraschend, da Anna News oft an der heißesten Front unterwegs ist und Latakia seit Tagen zu den heißesten Fronten in Syrien gehörte, „zufällig“ mit einem Team in Salma, in Sichtweite des Abschusses des russischen Jets, unterwegs waren.

Kurzum, nachdem der russische Jet abgeschossen worden war, versuchten russische und syrische Kräfte den noch lebenden und sich im von Terroristen beherrschten Gebiet versteckenden Piloten der abgeschossenen Maschine zu finden und in Sicheheit vor den von der Türkei unterstützten Mörderbanden zu bringen. Ein zu Such- und Bergungsoperationen eingesetzter russischer Hubschrauber wurde dabei von Terroristen mit einer Granate getroffen. Ein russischer Soldat Person an Bord des Hubschraubers starb durch den Beschuss und an der Technik des Hubschraubers ging etwas kaputt, weshalb der russische Hubschrauber in einem als „Niemandsland“ beschriebenen Gebiet notlanden musste. Nach der Notlandung glückte den Soldaten, die an Bord des notgelandeten Hubschraubers waren, die Flucht zur syrischen Seite. Kurz darauf zerstörten Terroristen den bruchgelandeten Hubschrauber mit einer Rakete. Der Pilot des abgeschossenen russischen Jets wurde in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch von Spezialkräften aus der Kampfzone gerettet. Natürlich geht auch dieser zweite tote russische Soldat, obgleich er durch Feuer von Rebellen-Terroristen ums Leben kam, auf den Abschuss des russischen Jets zurück und somit auf das Konto des Erdogan-Regimes.

Was in zahlreichen Berichten zum Kriegsgeschehen in der Region der Turkmenen-Berge vom Dienstag übersehen wird, ist, dass die dortigen Rebellen-Terroristen dort am Montag-Abend eine Offensive auf die, wie das Parteibuch berichtete, am Freitag zuvor von der syrischen Armee eroberten Bergstellungen in den sogenannten Zahya-Bergen gestartet hatten. Diese Bergstellungen liegen nur rund vier Kilometer westlich vom Absturzort des russischen Jets und sind von enormer Wichtigkeit, da die syrische Armee von dort aus weite Teile des von Rebellen-Terroristen gehaltenen Gebietes in den Turkmenen-Bergen überblicken, und damit natürlich auch beschießen, kann. Wie die von dem russischen Terroristen Abu Musa, der Tschetschene, geführte internationale Jihadisten-Truppe Ansar Al-Sham, die sicherlich zu einer irgendwie als moderat zu beschreibenden syrischen oder turkmenischen Opposition gezählt werden kann, am Dienstag auf Video vorführte, gelang es Kämpfern von Ansar Al-Sham am Tag des Abschusses des russichen Jets zusammen mit Al Kaida und anderen Jihadi-Schocktruppen, eben jene wichtigen Bergstellungen im Gebiet der Zahya-Berge von der syrischen Armee zurückzuerobern.

Es ist damit offensichtlich, dass russische Kampfflugzeuge versuchten, der syrischen Armee bei der Verteidigung ihrer Stellungen im Gebiet der Zahya-Berge gegen eine Offensive von internationalen Terroristen wie denen von Ansar Al-Sham zu verteidigen, und das türkische Erdogan-Regime den russischen Jet unter anderem deshalb abschoss, um die russische Hilfe für die syrische Armee im Kampf gegen Terroristen wie die von Ansar Al-Sham zu behindern. Die Anwesenheit der von einem russischen Exil-Terroristen geführten Jihadi-Truppe Ansar Al-Sham in den Turkmenen-Bergen erklärt auch, warum es für Russland eine Priorität und eine Angelegenheit der eigenen Sicherheit ist, Terroristen in den Turkmenen-Bergen zu erledigen. Russland will natürlich nicht, dass solche Exil-Terroristen irgendwann nach Russland zurückkehren und sie dann wieder in Russland Terror verbreiten können.

So weit, so schlecht. Das türkische Militär hat also heimtückisch handelnd, die aus der Freundschaft mit Russland resultierende Arglosigkeit Russlands ausnutzend, einen russischen Militärjet abgeschossen, um so vom Erdogan-Regime gehätschelte Jihadi-Terroristen vor der anstehenden Niederlage im Norden der syrischen Provinz Latakia zu bewahren, und damit den Tod zweier russischer Soldaten verursacht und die bis dato freundschaftlichen türkisch-russischen Beziehungen ruiniert. Doch das ist nur die lokale Komponente. Es gibt aber auch noch eine überregionale, geradezu globale Komponente in dem unfreundlichen Akt der Türkei gegen Russland. Ganz wesentlich zum Verständnis des Zwischenfalls ist da ein Punkt im Nachtatverhalten des türkischen Regimes, nämlich der, dass das türkische Regime, anstatt wenigstens nach dem Abschuss den Kontakt zu Russland zu suchen, stattdessen erstmal ein Dringlichkeitstreffen der NATO einberufen hat, ganz so, als hätte Russland einen türkischen Jet abgeschossen und nicht andersherum. Der russische Präsident Putin sprach dieses Verhalten der Türkei in seinem ersten Kommentar nach dem Abschuss des russischen Jets explizit an und nannte es besorniserregend. Es habe den Anschein, als wolle die Türkei die NATO einspannen, um den Interessen von ISIS zu dienen, sagte Putin dazu weiter. Und es ist auch kaum eine Frage, was die Türkei von dem Dringlichkeitstreffen der NATO wollte, nämlich Rückendeckung für den Abschuss des russichen Jets und als NATO-Mitglied die Solidarität der Bündnispartner einfordern, wie der russische Botschafter bei der NATO es auch öffentlich aussprach. Dieses Vorgehen riecht danach, dass es vom türkischen Regime bereits vor dem Abschuss des russischen Jets geplant wurde.

Es ist weiterhin nicht undenkbar, dass das türkische Regime sich vor dem Abschuss des russischen Jets mit dem ein oder anderen NATO-Partner konsultiert, wie denn die Reaktion und die Solidarität wäre, wenn es denn ein solchen Ereignis wie den Abschuss eines russischen Jets durch die Türkei geben sollte. Wenn dem so sein sollte, dann wäre es auch durchaus denkbar, dass einige NATO-Partner der Türkei dazu sinngemäß geantwortet hätten, sie würden selbstverständlich solidarisch mit der Türkei sein, seil sie hoch erfreut seien, wenn die Türkei ihre guten Beziehungen zu Russland zerstört, weil ihnen die guten Beziehungen der Türkei zu Russland ohnehin ein Dorn im Auge sind. Andere NATO-Mitglieder könnten geantwortet haben, dass die Solidarität von NATO-Partnern mit der Türkei vermutlich größer wäre, wenn die Türkei darauf verzichtet, für mehrere Milliarden Dollar ein chinesisches Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsystem zu kaufen, weil der Kauf dieses Systems als Vorbereitung für einen möglichen NATO-Austritt der Türkei gesehen wird. Das könnte dann auch eine Erklärung sein, warum das Erdogan-Regime neun Tage vor dem Abschuss des russischen Jets den jahrelang verhandelten und bereits festgemachten Deal mit China zum Kauf des chinesischen Luftabwehrsystems plötzlich abgeblasen hat. Der Abschuss des russischen Jets durch die Türkei wäre demnach eine geplante Aktion der Türkei, ausgeführt in enger Abstimmung mit einigen anderen NATO-Partnern, die auf der globalen Ebene darauf abzielt, die NATO-Staaten an der Seite der Türkei zu einem intensiveren Einsatz im Krieg in Syrien zu bewegen, dadurch wieder Eskalationsdominanz in Syrien zu erlangen und so die ansonsten seit dem Eingreifen der russischen Luftwaffe nahezu ausweglose Situation für Erdogan und seine großtürkischen Jihadisten in Syrien doch noch zu drehen. Das mag etwas mehr Kaffesatzleserei als faktenbasierte Analyse sein, aber die Möglichkeit, dass es so sein könnte, kann dennoch nicht außer Acht gelassen werden.

Wie dem auch sei, jedenfalls hat die NATO sich infolge ihrer Dringlichkeitssitzung nach dem Abschuss des russischen Jets verbal in einer Erklärung solidarisch mit ihrem türkischen Verbündeten bei der Verteidigung seines Territoriums gezeigt und Unterstützung für die Türkei bekundet, ganz so als ob Russland einen türkischen Jet abgeschossen hätte. Insofern ist die Rechnung des Erdogan-Regimes aufgegangen, nach dem Abschuss des russischen Jets von den NATO-Partnern der Türkei Solidarität erklärt zu bekommen. Die gleichzeitige Anmahnung von Ruhe und Deeskalation durch die NATO dazu war für das Erdogan-Regime dabei erstmal nicht sonderlich störend, denn das kann man auch als Warnung an Russland verstehen, der Türkei nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, was als Oberhand bezüglich der Eskalation durch die Türkei zu verstehen sein könnte. Andersherum lässt sich die Aufforderung zur Ruhe allerdings auch als eher „lauwarme“ Solidarität der NATO-Staaten für die Türkei interpretieren, was daraus resultieren könnte, dass einige NATO-Staaten oder zumindest einflussreiche Kräfte in einigen NATO-Staaten das türkische Vorgehen gegen Russland nicht billigen und hinter den Kuslissen auf dem Dringlichkeitstreffen der NATO heftig gestritten wurde. Eine besonders deutliche Aussage kam diesbezüglich etwa vom deutschen Vize-Kanzler Sigmar Gabriel, der sich mit Bemerkungen zitieren ließ, dass nicht Russland, sondern das türkische Regime nach „Aussage von verschiedenen Teilen der Region unkalkulierbar“ sei, und die Türkei im Konflikt in Syrien „eine schwierige Rolle“ spiele. Auch Obamas Aufforderung „an alle Seiten“ nach dem Abschuss, Maßnahmen zur „Verhütung einer weiteren Eskalation“ zu ergreifen, klingt nicht unbedingt nach begeisterter Solidarität mit der Türkei. Worte von Politikern aus NATO-Staaten sollte man allerdings ohnehin nicht überinterpretieren, denn sie sind oft irreführend. Besser ist es meist, auf die Handlungen zu schauen.

Bezüglich der Handlungen in Bezug auf Syrien hat sich seit dem türkischen Abschuss des russischen Jets einiges getan. Zunächst einmal ist da die russische Reaktion auf den Abschuss. Russland hat den Abschuss des russischen Jets, obgleich Russlands Präsident Putin den Vorfall öffentlich als „Schlag in den Rücken von Komplizen von Terroristen“ gebrandmarkt hat, offiziell nicht als kriegerische Aggression der Türkei gegen Russland eingestuft, wie es der russischen Beschreibung des Vorfalls folgend durchaus angemessen gewesen wäre, sondern zu einem „unfreundlichen Akt“ herabgestuft. Weiterhin hat Russland erklärt, sich mit der Türkei nicht im Krieg zu befinden und keine militärischen Vergeltungsschläge gegen die Türkei durchführen zu wollen. Diese Reaktion hat für Russland mehrere Vorteile: einerseits treibt Russland die NATO auf diese Weise nicht selbst zur Unterstützung der Türkei, andererseits tut Russland der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse damit nicht den Gefallen, sich in einen Krieg gegen die Türkei zu begeben, was unzählige Neocons im Westen, die kaum etwas mehr erfreuen würde, als wenn Putin und Erdogan und Russland und die Türkei sich gegenseitig zerstören würden, und schließlich liefert Russland damit Erdogan auch keinen Vorwand, um die Bosporus-Straße für Russland zu sperren, wozu die Türkei im Kriegsfall berechtigt wäre. Weiterhin erklärte ein russischer Militärsprecher am Dinestag Abend, der russische Anti-Terror-Kampf in Syrien werde fortgesetzt, die russische Luftverteidigung in Syrien werde umgehend verstärkt und bekomme den Befehl, alle Bedrohungen aus der Luft für russische Kräfte in der Region zu eliminieren, auf den Luft-Boden-Kampf spezialisierte russische Kampfflugzeuge würden in Syrien künftig regelmäßig von Abfangjägern begleitet und die militärische Kooperation und Kommunikation mit der Türkei werde eingestellt. DIe Verstärkung der russischen Luftverteidigung ging sehr schnell. Schon am Mittwoch war das russische Kriegsschiff Moskva vor Ort und bot russischen Kräften in der Region mit einem dem S-300 System vergleichbaren Luftabwehrsystem Schutz und schon am Donnerstag trafen auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt in Latakia per Luftfracht modernste S-400-Luftverteidigungssysteme ein, die angeblich Bedrohungen aus der Luft in bis zu 400 km Entfernung – oder anders ausgedrückt in beinahe ganz Syrien und weiten Teilen der Türkei – eliminieren können.

Des weiteren scheint der Abschuss des russischen Jets die türkische Wirtschaft Milliarden an Dollar zu kosten. Nachdem der russische Außenminister nach dem Abschuss des russischen Jets sinngemäß erklärte, in der Türkei grassiere der Terrorismus, haben russische Ketten von Reisebüros den Verkauf von Reisen in die Türkei ausgesetzt, wodurch der türkischen Tourismusbranche im nächsten Jahr rund drei Milliarden Dollar verloren gehen könnten. Der russische Landwirtschaftsminister hat außerdem eine genauere Überprüfung türkischer Agrarimporte angeordnet, was türkische Obst- und Gemüseproduzenten schon bald einige Milliarden an Dollar an Exporterlösen kosten dürfte.

Eine militärische Antwort auf den Abschuss des russischen Jets und die Ermordung des Co-Piloten gab Russland ab Mittwoch, nachdem der abgeschossene Pilot gerettet worden war, dann auch noch, und zwar in enger Kooperation mit der syrischen Armee. Die militärische Antwort richtete sich allerdings nicht gegen die Türkei, sondern gegen Erdogans Lieblings-Terroristen von Al Kaida und Co in der Provinz Latakia. Russland erhöhte die Intensität der russischen Luftangriffe auf Stellungen von Terroristen am Mittwoch deutlich, was es der syrischen Armee ermöglichte wieder vorwärts zu kommen. Schon am Mittwoch Mittag gelang es der syrischen Armee dadurch, die strategisch bedeutsamen Bergstellungen auf den Zahya-Bergen von den Terorristen wieder zurückzuerobern. Und auch an anderen Stellen der Front in Latakia ging die syrische Armee am Mittwoch in die Offensive, so etwa von Südwesten her kommend entlang der Autobahn Richtung Idlib. Die russische Luftwaffe flog dabei genau die gleichen Routen, wo am Vortag ein russischer Jet abgeschossen worden war, Erdogans Lieblings-Terroristen erlitten sehr schwere Verluste, aber diesmal war von einer türkischen Luftwaffe, die Russland beim Anti-Terror-Kampf belästigt hätte, nichts zu sehen. Erdogans offenkundiges Ziel, seinen Lieblings-Terroristen in Latakia durch den Abschuss eines russischen Jets militärisch zu helfen, kann damit als vollständig durchkreuzt gelten.

Eine sehr interessante Entwicklung gab es am Donnerstag außerdem im Norden der Provinz Aleppo. Kurdische Kämpfer der YPG waren da von der kurdischen Enklave Afrin aus am Donnerstag in der Nähe des Städtchens Azaz gegen von der Türkei unterstützte Jihadi-Terroristen von FSA, Al Kaida und Co vorgegangen und haben eine handvoll Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Das ist deshalb so interessant, weil sich in der Gegend Afrin erst vor wenigen Tagen eine der Türkei sicherlich sehr missfallende YPG/SDF-Einheit gebildet hatte, die offensichtlich von den USA unterstützt wird. Von der Türkei, und bis vor kurzem auch von den USA, unterstützte FSA-Jihadi-Terroristen gaben der YPG daraufhin ein Ultimatum, die Dörfer binnen 48 Stunden wieder zu räumen. Die Türkei schickte unterdessen einen großen LKW-Konvoi mit Hilfslieferungen – vermutlich wie üblich samt darin versteckten Waffen und Munition – über den Grenzübergang nahe Azaz in Richtung der von der Türkei unterstützten FSA-Jihadi-Terroristen, die das Ultimatum ausgesprochen hatten. Angekommen ist der türkische Konvoi jedoch nicht: kaum hatte er syrisches Gebiet erreicht, hatte ein russischer Luftangriff den türkischen LKW-Konvoi zur humanitären Unterstützung der FSA-Jihadi-Terroristen auch schon vernichtet. Bislang hatten die russische und die syrische Luftwaffe solche Konvois unbehelligt passieren, auch wenn sie – meist wohl zurecht – vermuteten, dass das Erdogan-Regime darin Waffen versteckt. Seit dem „unfreundlichen Akt“ der Türkei am Dienstag scheinen Russland und Syrien die unerlaubte Einreise solcher türkischen Konvois nun also nicht mehr so großzügig wie bisher zu handhaben. Erstaunlich ist, dass sie dabei auch die Unterstützung der USA zu haben scheinen: der Erdogan nahestehenden Postille Daily Sabah, die über die russische Attacke auf den türkischen LKW-Konvoi in Syrien jammerte und offenbar einen die türkische Sicht unterstützenden US-Kommentar haben wollte, erklärte ein US-Beamter zu dem russischen Luftangriff nämlich einfach trocken, ihm sei von einem russischen Angriff auf einen türkischen Hilfskonvoi nichts bekannt. Es deutet sich damit an, dass die USA nun über die YPG mit Russland im Kampf gegen die von der Türkei unterstützten FSA-Jihadi-Terroristen kooperieren.

Außer der russischen und amerikanischen Reaktion zum türkischen Abschuss des russischen Jets gibt es auch in den drei EU-Staaten Frankreich, Britannien und Deutschland seitdem eine geänderte Positionierung. Frankreichs Präsident scheint sich bei einem Besuch in Moskau am Donnerstag weiter vorsichtig in Richtung einer Partnerschaft mit Russland bei der Terrorbekämpfung in Syrien bewegt zu haben. Britannien und Deutschland beabsichtigen unterdessen überraschend, zur Unterstützung Frankreichs der Terrorbekämpfung, Kampfflugzeuge in Syrien zum Einsatz bringen zu wollen. Dabei ist es allerdings noch nicht ganz klar, ob das eine Allianz mit Frankreich und der Türkei gegen Russland werden soll, oder ob das eher auf eine Allianz mit Russland, die die Unterstützung für den Terrorismus durch die Türkei eindämmen soll, hinauslaufen wird. Militärisch kann allerdings ohnehin nichts, was Frankreich, Britannien und Deutschland aufbieten können, Russland mit seinen S-400 Luftabwehrsystemen in Verlegeneheit bringen. Um eine Chance zu haben, gegen S-400-Systeme zu bestehen, reichen NATO-Kampfflieger frührer Generationen nicht. Weder Tornados, noch Rafale, F-16 oder F-15 hätten da bei einer Konfrontation mit Russland eine Chance. Um gegen das russische S-400-System bestehen zu können, bedürfte es hochmoderner Stealth-Fighter vom Typ F-22, über die nur die USA verfügen. Die potentielle Verlegung von F-22 in die Türkei ist deshalb der heiße Punkt, der genau beobachtet werden sollte. Verlegen die USA F-22 in Richtung Syrien, geht es gegen Russland, verlegen sie keine F-22 dahin, ist eher nicht davon auszugehen, dass die USA in naher Zukunft zum Angriff auf russische Kräfte in Syrien blasen wollen. Bislang haben die USA keine Anstalten gemacht, F-22-Flugzeuge in Richtung Syrien zu verbringen, sodass es bislang nicht unwahrscheinlich scheint, dass Frankreich, Deutschland und Britannien tatsächlich an der Seite Russland in Syrien Terrorismus bekämpfen sollen/wollen.

Mit der Türkei scheint die Sache jedoch anders gelagert zu sein. Machthaber Erdogan will unbedingt vermeiden, dass seine Terroristen-Libelings in Syrien verlieren, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er dazu versuchen wird, den Einsatz nochmals zu erhöhen. Ein leicht vorstellbares Szenario für Erdogan zur weiteren Eskalation bestünde darin, dass Erdogan nochmals ein türkisches Kampfflugzeug ein russisches Kampfflugzeug angreifen lässt. Wird das türkische Kampfflugzeug dabei, wie es zu erwarten ist, von Russland abgeschossen, könnte Erdogan behaupten, Russland habe damit einen Akt des Krieges gegen die Türkei begangen und die Türkei befinde sich deshalb fortan im Krieg mit Russland. Anschließend könnte Erdogan die Bosporus-Straße für russische Schiffe sperren und dadurch den russischen Nachschub für die Basis in Latakia behindern und außerdem würde Erdogan natürlich dann wieder die Solidarität der NATO für den Kampf gegen Russland einfordern. Es ist schwer zu vorherzusagen, wie die NATO darauf reagieren würde, denn Hass auf Russland scheint seit der Gründung der NATO so etwas wie die DNA der NATO zu sein. Es wäre demnach denkbar, dass die NATO sich so von der Türkei in einen, zumindest anfangs – natürlich – begrenzten, Krieg gegen Russland ziehen lässt, und Erdogan es unternehmen wird, zu versuchen, genau das hinzubekommen. Sollte so ein Szenario eintreten, dann könnten F-22-Stealth-Fighter auch plötzlich sehr schnell in der Türkei für Einsätze in Syrien stationiert werden. Die Lage ist also, insbesondere weil Erdogan sich inzwischen mehr wie ein Selbstmordattentäter von ISIS denn als das Interesse seines Landes im Auge habender Staatsmann verhält, durchaus gefährlich.

51 Gedanken zu “„Unfreundlicher Akt“

    1. SecurityScout

      BItte mit einer abschließenden Bewertung warten, da kommt noch ein bisschen mehr, was interessant ist, und der ganzen Geschichte nochmal einen ganz neuen Spin verleihen könnte. Wir haben uns im Parteibuch die zwei letzten Tage extra zurückgehalten, um nicht aus der Hüfte und womöglich auf die falschen Ziele zu schießen, aber da kommt noch was. Was die letzten beiden Tage passiert ist, hat unzweifelhaft gravierende Folgen.

  1. Die Formulierung unfreundlicher Akt ist diplomatisch ausgedrückt.
    Da beide Staaten sich ja eigentlich in keinem Kriegszustand miteinander befinden, ist das ein Angriff gegen Russland und den Kampf gegen den Terror.
    Die Türkei bekennt hier eindeutig Farbe für die Terroristen.

    Wenn man sich die Flugroute der Su 24 anschaut möchte man meinen, dass der Flieger einen Aufklärungsflug unternahm und etwas „gesehen“ hat, was er lieber nicht sehen sollte.

    Einer der beiden Toten wurde verschleppt, was auch nicht toll aussieht, aber bei Terrorbanden ist mit allem zu rechnen.

    Eine adäquate Antwort von Russland ist leider oder zum Glück ausgeblieben.
    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die russische Armee sich von diesen hinterhältigen Kümmeltürken vorführen und verarschen lassen will.
    Der „Bündnisfall“ wurde auch ja auch nicht ausgerufen, womit bei weiterer Eskalation zu rechnen wäre.

    Die Aufklärung zieht sich auch hin.

    Ich hätte erwartet, dass mit einer Kommandooperation das gesamte Gebiet unter Kontrolle gebracht wird und die Terroristen dingfest gemacht werden, die sich an dem russischen Piloten, der Mi 17 und dem Marinesoldaten vergangen haben.
    Dann wären sie in Russland ihrer juristisch gerechten Strafe zugeführt worden.

    Dem erdoganischen Regime kann man nur wünschen, dass es sich mit diesem Angriff den eigenen Untergang eingeläutet hat.

    Dem kurdischen Volk (in der Türkei etwa 20 Millionen) würde ich jetzt viel militärische Hilfe erweisen, damit Erdogahni mal sieht, was ein Bürgerkrieg im eigenen Land bedeutet. Ich sehe in ihm den Haupthelfer der Terroristen, die sich auf den syrischen Staatsgebiet befinden.

    Vielleicht vergeht ihm dann der Griff zum syrischen Kuchen.

    1. @Herbert
      Ich glaube nicht, dass Russland sich auf das Niveau der zionistisch-wahhabitischen Werteachse herabbegeben wird, um in der Tuerkei das Gleiche zu veranstalten, was die westliche Werteallianz in Syrien und ueberall auf der Welt veranstaltet. Man kann nur hoffen, dass die Menschen in der Tuerkei selbst erkennen, wohin sie der Groessenwahn eines Moechtegernsultans und seiner Sippe (Sohn Erdoelhehler, Schwiegersohn Energieminister, Tochter ISISkaempferheilerin und Organnachschublieferin fuer den internationalen Markt) gefuehrt hat.
      Der Artikel wieder grosse Klasse!

      1. Die Armen liefern die Leichen, am Krieg verdienen die Reichen

        „Wer den Krieg beenden will, muss beenden, was den Krieg zum Geschäft macht.“

        US-Major General Smedley D. Butler, 1933

        Die veröffentlichten Karten eines Staatsgebietes, die zeigen, wo, wer, wie gewählt hat, sind manchmal aufschlussreich. Befindet sich ein Staat in der kapitalistischen Krise mit Sozialabbau und hoher Arbeitslosigkeit, dann ist die politisch weniger gebildete Landbevölkerung oft am schwersten betroffen, weil auch landwirtschaftliche Produkte immer weniger nachgefragt werden und zudem im Rahmen sogenannter Freihandelsabkommen, der Binnenmarkt mit billigen Auslandswaren überschwemmt wird.

        Diese für die Wirschaftsweise des Anhäufens gesellschaftlichen Vermögens in wenigen privaten Händen nach der Lehre des Kapitalismus typische politisch-ökonomische Entwicklung verschäfter Klassengegensätze, dass der Kapitalismus sich infolge seiner inneren Widersprüche selbst abschafft, kann unter den oben genannten Bedingungen mangelnder politischer Bildung, zur zeitweiligen Aufrechterhaltung des Kapitalismus genutzt werden. Ist die Bevölkerung eines Landes zudem dazu ausersehen, für die Anlagemöglichkeiten des privat angehäuften Kapitals zur Schlachtbank des Krieges geführt zu werden, kann durch ausländsverbürgte Kreditzusagen für kurzfristiges inländisches Wirtschaftswachstum, eine zu den kapitalistischen Profitinteressen passende Partei als faschistisches Regime [1] an die Macht gebracht werden. Vetreter dieser vorerst verdeckt faschistisch auftretenden Partei, der die Kreditzusagen gegeben wurden, können nun bei einer vom Kapitalismus schwer geschädigten und politisch wenig gebildeten Landbevölkerung auf Stimmenfang gehen, indem für den Fall ihres Wahlsieges Versprechungen auf Besserung gemacht werden, die nach der Wahl – wenn auch nur für einige Jahre – sogar eingehalten werden können, wegen der Kredite, die von den kapitalistischen Kreditgebern als Investition in die Spekulation auf zukünftige Kriegsprofite angesehen werden.

        Krieg ist die Extremform des Handels mit Zukunftswerten, auf dem der Kapitalismus basiert.

        Gewinnt die faschistische Partei einen hinreichend großen Stimmenanteil und kann putschen oder gewinnt sogar die Wahl mit absoluter Mehrheit und kann somit scheinbar legal allein regieren, wird sie mit den Stimmen vom Land in die großen Städte gehen, um dort auch den Bevölkerungsteil zu regieren, der aufgrund besserer politischer Bildung den faulen Zauber durchschaut hat. Dem zu erwartenden Widerstand wird mit organisierten Massenveranstaltungen der Menschen begegnet, denen es infolge des kreditfinanzierten Wirtschaftsaufschwungs kurzfristig besser geht. Das Ganze gelenkt durch die psychologische Kriegsführung einer kapitalistisch orientierten Medienfront.

        Für alle durch die Kriegspolitik des Regimes hervorgerufenen Verschlechterungen kann nun die politische Opposition beschuldigt werden, die zu Terroristen erklärt, mit demokratisch getarntem faschistischem Terrorismus zum Schweigen gebracht wird und gleichzeitig die Regierungen der als erfundene Feinde durch Aggressionskrieg zum Ausplündern vorgesehenen Länder.

        Hat der folgende Krieg alle Seiten in genügendem Maße geschwächt, wird die kapitalistische Presse im Land der Kreditgeber zum Krieg der „Befreiung von der Weltgefahr des Faschismus aufrufen“, um den „irren Diktator zu stürzen“, der mit den Krediten desselben privat angehäuften Kapitals zuvor an die Macht gebracht worden war. Und vernebelt vom Siegestaumel des „selbstlosen Opfers für die Freiheit“ teilen die Geschäftemacher ihre Beute.

        Die Armen liefern die Leichen, am Krieg verdienen die Reichen.

        „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“

        Professor Max Horkheimer

        Weil der „Islamische Staat“ Islamangehörige massenmordet, deshalb ist der „Islamische Staat“ islamfeindlich, keineswegs islamistisch und unmöglich islamisch. Solche Begriffe werden in Washingtons Westen verwendet, um die Schuld an den eigenen Kriegsverbrechen als Sündenbock einer kulturell vielfältig ausgeprägten Weltreligion anzuhängen, obwohl jeder weiß, dass Terrorismus keine Relogion hat.

        Wie aus öffentlichen Aussagen von Beteiligten und den inzwischen veröffentlichten Regierungsdokumenten hervorgeht, stammt die Idee, eine islamisch getarnte Terrorarmee aufzubauen, um Kriminelle für kriminelle Interessen kämpfen zu lassen, aus Washington und Tel Aviv. IS ist Menschenhass, Menschenhass ist Faschismus und Faschismus ist das Brecheisen des Kapitalismus gegen die Friedens- und Solidarinteressen der Völker.

        Dass der Kapitalismus seine faschistischen Schlägerbanden durch die Geheimdienste religiös tarnen lässt, ist wohl weniger Ausnahme als Regel: Nazi-Faschisten getarnt mit buddhistischer Swastika, Ukraine-Faschisten getarnt mit christlichem Kreuz oder IS-Faschisten getarnt mit islamischem Siegel des Propheten, es ist immer dasselbe Muster. „Der Verstand ist ein Affe, den zurücklassen muss, wer den Palast des Glaubens betritt“, reden die falschen Priester neoliberal verelendeten Jugendlichen ein, denn der Kapitalismus braucht verstandesverschlossene Söldner und Verstandesverschlossenheit ist ein Kennzeichen des Faschismus.

        Die Frage ist nicht, ob wir diese Erfahrung brauchen, sondern, wie oft wir diese Erfahrung noch brauchen.

        [1] Prescott Bush und die Nazis, Universität Münster

        http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

    2. Die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen Kurden und Russland entwickelt, dürfte wohl eine sehr wichtige Frage sein. Noch nimmt wohl Russland Rücksicht auf die Türkei, das könnte sich ändern. Ob nun die Türkei jetzt noch Kurden angreifen werden, wenn die den Euphrat überschreiten

  2. Ich hatte hier auch schon immer wieder reingeschaut. Um nicht gleich „auf die falschen Ziele zu schießen“ ist die anfängliche Zurückhaltung total richtig. Und ich hatte das auch schon vermutet.

    Zum Gegenchecken ist einparteibuch einfach mit die beste Quelle! Danke!!!

  3. Die Türkei eskaliert zur Durchsetzung ihrer Ziele in Syrien ganz bewusst. Jetzt wo es brennt und Russland angekündigt hat Luftabwehrraketen vom Typ S-400 bei Latakia im Nordwesten Syriens zu stationieren, war das nach aussage von Sultan Erdogan alles ein Versehen.

  4. „Tortenstück“ – das suggeriert (wie auch die Redeweise eines Ischinger), daß die Syrische Arabische Republik teilbar sei, und sich jeder nach Belieben ein Stück davon abschneiden könne, wenn der „Dikatator“ oder „Machthaber“ Assad einmal beseitigt sei.

    Das ist eine äußerst aggressive, imperialistische Denkweise, die wir schon vom Vietnamkrieg, und in jüngster Zeit vom Irakkrieg, von der Ukraine, von Gaza oder von Libyen her kennen. Sie kennzeichnet sehr deutlich das Großmachtstreben des USA-Imperialismus, der mit seinen eigenen Problemen (extrem hohe Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und massenhaften Morden durch Polizisten, ungerechtfertigten Hinrichtungen usw.) selbst nicht klarkommt, dafür aber andere Völker ins Unglück stürzt. Nicht zu vergessen, daß es mit anderen imperialistischen Ländern (BRD, Frankreich, Israel usw.) genauso geht

    1. Clemenz von Goetze als Abteilungs Leiter Nah-Ost, organisierte das Rauben und Morde. Jetzt versteckt er sich als Botschafter in Israel. Er vereinbarte die Kompensation Leistungen der KfW, Deutschen Entwicklungshilfe für Waffen Lieferungen nach Libyen mit den Vereinten Emiraten und in Katar war er auch.
      Noch schlimmer der KFW Leiter Gunnar Wälzholz ein ehemalige Berater in der Betrugs Bilanz Fälschung KGMG, war Leiter des dann mit den Arabischen Staaten Aufbau Programmes für Syrien, wo die Beute verteilt wurde, die Privatisierungs GEschäfte rund um Öl, Infrastruktur usw..

      Überdies verstrickte sich Deutschland in den gegenwärtigen Krieg – diesmal an der Seite von Großbritannien und Frankreich –, indem es den Vorsitz der Versammlung der „Arbeitsgruppe für den Wiederaufbau und die Entwicklung“ der „Freunde Syriens“ an einen hohen Diplomaten, Clemens von Goetze, übergab. Der teilte im Juni 2012 während einer Versammlung in Abu Dhabi die Reichtümer Syriens zwischen den Staaten auf, die eine Sabotage der Genfer Konferenz akzeptierten. Ohne überhaupt die Arabische Republik Syrien gestürzt zu haben, verteilte man schon die Konzessionen zur Förderung seiner Gasvorkommen. Finanzminister Wolfgang Schäuble schuf eine dauerhafte Geschäftsstelle, ausgestattet mit einem Budget von 600.000 Euro, um die Plünderung der Kohlenwasserstoff-Vorräte zu verwalten. Er vertraute sie Gunnar Wälzholz an, der schon auf identische Weise gegen Afghanistan verwendet worden war [6].
      http://www.voltairenet.org/article189113.html

      Man ging davon aus, das die false flag Operation mit dem Gas Angriff damals zur Intervention in Syrien führt, wo die Verbrecher dann die Beute teilen sollten, die Türkei den Nord Teil von Syrien erhält in deren NeoOsmanischen Gross Türkei

  5. Liebes Parteibuch, das ist mit grossem Abstand die ausführlichste und am logischsten aufgebaute Analyse. Ich habe nichts dergleichen, weder auf englischen oder deutschen webseiten gelesen. Vielen Dank, diese Arbeit, die Sie leisten, ist sehr wichtig und dokumentiert Zeitgeschichte wahrheitsgemäss.

    Soeben spricht Erdogan. „Nur die Türken können ISIS bekämpfen und niemand, nicht im Inland und nicht im Ausland, dürfe behaupten, dass die Türkei ISIS nicht bekämpft. Das Assad Regime ist der groösste Unterstützer von ISIS. Wir importieren Gas von Russland, Azerbaidjan, Qatar, Irak und Algerien. Die die behaupten, air bekommen Öl von ISIS müssen das ersteinmal beweisen. Fragt mal Assad wo er sein Geld her bekommt, Assad bekommt sein OÖl von ISIS. Die, die das Assad Regime unterstützen, haben nicht das Recht über Menschenrechte zu sprechen.

    Ich glaube Erdogan ist jetzt vollkommen durchgeknallt. Er hat sich ein Lügengebilde zurechtgebastelt, das er jetzt mit aller Kosnequenz aufrechterhalten muss. Weicht er ab, bricht alles zusammen. Dieser Mann gehört in die Psychiatrie. Schnellstens!

    1. Ja, Erdogan scheint schon ein besonders Irrer.

      Die Sache war so geplant und gewollt. Lächerlich auch die veröffentlichte Tonbandaufnahme von den angeblichen Warnungen an die russ. Piloten. Hat sich wohl schnell als Fake herausgestellt. Die Frage die ich mir noch stelle: Ob das ein kompletter Alleingang seitens der Türkei war oder ob die z. Mafia die Finger da mit drin hat. Ich habe gestern oder heute irgendwo gelesen, dass wenn ein Partner der USA, von ihnen gelieferte Maschinen (F-16) in Einsätzen einsetzt, sie die USA vorher zu informieren haben oder sogar müssen. Also es wurde in der Quelle angedeutet, dass die Herrschaften in Washington wohl im Bilde gewesen sein müssten.

      Außerdem ist jetzt wieder die Rede von der Schaffung eines Kurdistan nach diesem Wright-Plan.

  6. Wahnsinn! So fügt sich ein Mosaiksteinchen zum anderen und das Gesamtbild kommt langsam aber sicher zum Vorschein!! Jetzt kapiere ich auch was das hier bedeutet:

    1. Herr, sich durch faschistischen Terror gegen das eigene Volk an der Macht haltender, „gewählter Präsident“, auf YouTube kann jeder die Videos der Leute sehen, die in der Gegend sind, die Sie meinen. Diese Leute nennen sich „Graue Wölfe“, die genozidal-faschistischen Menschenhasser aus Ihrem Land. Der Rest besteht aus nicht minder menschenhassenden Schlächterbanden, die Sie Russland wohl kaum zumuten können, dorthin zurückkehren zu lassen, woher sie gekommen sind, aus dem russischen Nordkaukasus. Also, Herr Erdogan, welche Art von „Turkmenen“ sind das?

    2. Klingt wie Adolf, ab 5:45Uhr wird zurück geschossen! Erdo… kommt nie bis Stalingrad, das Merkel und der Gaukler auch nicht!

  7. DANKE für den ausführlichen Beitrag und mögen WIR immer die Worte Putins auf dem G 20 Gipfel im Hinterkopf behalten “ wir wissen und kennen die Leute die den Terrorismus in Syrien finanzieren „.

  8. Ich würde mal sagen das sieht sehr nach einer Verschärfung der Lage aus.
    Erdogan könnte das doch nie ohne Rückendeckung durchziehen, Hollande macht nen Rückzieher und Merkel will jetzt deutsche Tornados schicken.
    Die Assad muss weg Fraktion will wohl den Syrienkrieg weiter am laufen haben.

  9. Danke für diesen, und die anderen umfassenden, ausgewogenen Berichte. Ich möchte dem Parteibuch gerne ein paar Euro spenden. Ist dies möglich?

    1. gogi

      Vielen Dank für die Blumen. Aber Spenden für das Parteibuch sind gegenwärtig nicht nötig und möglich. Über die Weiterverbreitung unserer Artikel würden wir uns allerdings freuen. Schließlich sollen sie etwas bewirken, und das geht nur, wenn sie verbreitet und gelesen werden.

  10. Die F-22 Raptor ist mE. wieder so ein mystisch überhöhtes Kriegsgerät der USA, den ersten Kampfeinsatz hatte sie erst 2014 in Syrien – Bombenabwürfe auf IS, wofür sie nicht ausgelegt ist – und das wahrsch. nur, weil es noch nie einen Kampfeinsatz gab;
    sonst wurde sie durch allerlei mit ihr verbundenen Probleme bekannt, bei Piloten scheint sie nicht beliebt zu sein, es gab mal eine Meldung von Pilotenbeschwerden über das verbaute Cockpit, bei dem es unmöglich sei, nach hinten zu sehen – das klingt nach einem over-sophisticated, teuren Flieger, der vielleicht niemals richtig zum Einsatz kommt;
    der wahre Wert der Waffe läßt sich erst in der Praxis ersehen, die Daten von Radar und Gegen-Radar usw. der Russen und Amis sind streng geheim; es wird sicher nicht zu einem Showdown F22 vs. S400 kommen, da würden die Russen vorher ihre Luftwaffe in Syrien ordentlich aufstocken;
    überhaupt glaube ich, dass die USA kriegsmüde ist und D schickt auch gerade mal 6 Aufklärungsflieger … man wird ja sehen

  11. Nun ja Erdogan….wie bekannt haben die türkischen Flugzeuge ab Stationierung der S400, was ja unmittelbar sofort per Luftfracht passierte, Verbot erhlten die syrische Grenze zu überfliegen. Der Fla Kreuzer Moskwa ist ebenfalls noch vor Ort. Der Sicherjheit ist also genüge getan. Das die Russen/Syrer weiter fleißig bomben und zerstören ist ebenfalls usus. Das der gesamte sog. turkmenische Raum an der Grenze nicht mehr in Hand der Terroristen ist, da diese vernichtet, ist ebenfalls gemeldet wurden.
    Die Russen melden desweiteren das alle Übergänge unter russ. Kontrolle sind. Das zeigt die Vernichtung des LKW Konvois, den die Amis so nicht zur Kenntnis nahmen oder nehmen wollten.
    Ich denke Putin wird nicht nachlassen diplomatisch zu wirken. Jedoch und das ist entscheident werden die Terroristen gnadenlos verfolgt und vernichtet. Wo die Luftwaffe nicht hinkommt schlagen MFK ein. Es gibt keinerlei Einschränkungen, im Gegenteil.
    Warten wir auf die nächsten Meldungen der RF Streitkräfte..

  12. Ich werde den Verdacht nicht los – eben gerade weil die USA „kriegsmüde“ sind – dass eben genau das eintrifft, was Mr. Freedman/Stratfor gesagt hat :
    die Römer haben auch ihre Vasallen/Könige eingesetzt und gegeneinander kämpfen lassen. Die USA wären also blöd, wenn sie sich nun direkt mit den Russen anlegten – dafür haben sie die Türkei mit ihrem nationalistischen Anführer (der natürlich auch religiöse Motive vorgibt) und die grossen Banken Saudi-Arabien, Kuwait und Katar, dazu noch befreundete Spitzen-Geheimdienste (Mossad), die das Alles koordinieren.
    Hoffentlich bemerken die Russen rechtzeitig, wenn bzw. dass das eine Falle werden könnte ! Wie es schon beim Afghanistan-Krieg war – es war geplant als das „Vietnam der Russen“ und beschleunigte den Untergang der Sowietunion. Auslöser zum Krieg kann man beliebig „konstruieren“.
    Es ist für die Anrainer-Länder ein Leichtes, riesige Mengen an konventionellen Waffen und Soldaten über die Grenzen zu bringen. Noch hat Russland freien Zugang nach Syrien über die Küste/Flotte. Aber im Spannungsfall – selbst wenn die NATO nicht offiziell in einen türkisch-russischen Konflikt eingreift, es genügt Bosporus/Dardanellen zu schliessen – eine russische Versorgung aus der Luft ist viel zu aufwändig/gefährlich anfällig !!
    Natürlich geben die USA ihrem Verbündeten Türkei in Allem recht und liefern, was das Herz begehrt. Und wenn erfahrene US-Piloten oder israelische Piloten in den „türkischen“ Kampfflugzeugen sitzen – was will Russland dagegen machen? Die USA können der Türkei insgeheim grünes Licht für einen Krieg gegen Russland geben und bleiben offiziell doch „unbeteiligt“ und schwingen dann grosse Worte vor der UNO. Es ist der ideale Konflikt um Russland den Nerv zu ziehen – die Presse und damit auch die europäischen NATO-Länder werden wieder einmal ein zuverlässiger Erfüllungs-gehilfe der USA sein.

    1. Ähnliche Gedanken hatte ich auch schon….

      Nur glaube ich nicht, dass ein derartiges Szenario eintritt.

      1. Die Russen haben seit dem Afghanistankrieg dazugelernt und
      2. würde ein solches Vorgehen der Türkei die türkische Wirtschaft komplett zerstören.

      Da ist ein Militärputsch in der Türkei schon die wahrscheinlichere Variante.

  13. Ich verabscheue die NATO dafür, dass sie das deckt, was die USA in Syrien getan haben. Sie haben durch Waffenhilfe terroristische Gruppen hervorgebracht, die einen Bürgerkrieg erzeugt haben, der 300 000 Menschen das Leben gekostet hat. Zudem sind dadurch weitere terroristische Gruppen entstanden, die weitere unsagbare Greuel anrichten.

    Trotzdem glaube ich nicht, dass alle NATO-Generäle perfid sind. Vielen war bisher das grösste Anliegen eine ehrlich gemeinte Friedensordnung zu erhalten, auf der Grundlage ethisch hochstehender Werte. Als politischer Laie nehme ich nun von aussen eine gewisse Bewusstseinsfindung in der NATO wahr. Vielen war gar nicht so deutlich bewusst, welch dunkles Spiel die USA in der Weltgeschichte treiben. Ich nehme an, dass es innerhalb der NATO eine erhebliche Spannung zwischen europäischen Generälen und denen der USA geben wird.

    Es wird immer schwieriger für die USA über die Köpfe der Europäer hinweg ihre menschenverachtende Weltpolitik durchzusetzen.

    In diesem Sinne meine ich als politischer Laie eine grösser werdende Sympathie der europäischen NATO-Mitglieder gegenüber dem Eingreifen Russlands zu spüren. Die europäische NATO beginnt sich unter vorgehaltener Hand zu emanzipieren. Die Türkei zähle ich natürlich nicht dazu.

    Was mich allerdings schockiert, wie noch nie zuvor, ist die Rolle der verlogenen, gleichgeschalteten deutschen Medien. Noch nie ist mir das mehr aufgefallen, wie jetzt. Es wird behauptet, die russische Koalition würde nicht wirksam gegen den IS vorgehen, oder erst seit den Anschlägen. Dabei wurden grosse Erfolge um Kuweires erzielt, die von allen deutschen Medien völlig totgeschwiegen wurden. Die franz. Bombardierungen von Rakka waren hingegen nur ein Strohfeuer mit unverhältnismässig zahlreichen zivilen Opfern. Auch die Erfolge im Sinjar-Gebirge wurden übertrieben hochgespielt und fanden erst statt, nachdem die russische Koalition grosse Erfolge vorweisen konnte. Viele Monate lang waren die Einsätze der US-Koalition unproduktiv.

    Die deutschen Medien tönen in meinen Ohren wie Kriegspropaganda auf Seiten der NATO, obwohl gar kein Krieg zu sehen ist.

    Russland und Assad werden in den Medien so dargestellt, als ob sie nur zum Schein IS bekämpften. In Wirklichkeit ist es gerade umgekehrt und auch andere Terroristen, wie Jabat Al-Nusra müssen bekämpft werden, was die NATO vollständig vernachlässigt. Die Medien werfen Assad vor IS zu unterstützen, um andere Terroristen zu bekämpfen, was sogar verständlich und vertretbar wäre. In Wirklichkeit ist es aber genau umgekehrt. Die NATO unterstützt Terroristen wie Jabat Al-Nusra, um Assad zu stürzen. Assad kann keine Freude am IS haben, der sein Regierungsgebiet besetzt und ihn um seine Einnahmen bringt. Durch mutige Einsätze hat Assads Armee bewiesen, dass es ihr mit der Bekämpfung des IS ernst ist. So glaube ich auch, dass die Aussage von Assad ehrlich war, als er behauptete mit allen zusammenarbeiten zu wollen, die den IS ernsthaft bekämpfen. Den Beteuerungen der USA hinsichtlich IS glaube ich nicht.

    1. @eigerhar

      “ Vielen war bisher das grösste Anliegen eine ehrlich gemeinte Friedensordnung zu erhalten, auf der Grundlage ethisch hochstehender Werte.“

      Nein, definitiv nicht! Schon in den 90`er Jahren wurde umrissen was im neuen Jahrtausend dann stattfand……Bresinski`s „Die einzige Weltmacht“, neben vielen anderen Büchern und Strategiepapieren (z. B. PNAC, Project for the New American Century), ist hier, für den geostrategisch-wirtschaftlich-militärischen Laien, zu denen ich mich auch zähle, zu nennen.

      „Was mich allerdings schockiert, wie noch nie zuvor, ist die Rolle der verlogenen, gleichgeschalteten deutschen Medien. Noch nie ist mir das mehr aufgefallen, wie jetzt“

      Das was sie jetzt festgestellt haben, das habe ich schon 2005 festgestellt und mich dementsprechend informiert und die Medienmeldungen der MSM als das gesehen/gelesen, was sie größtenteils waren……Propaganda!

      Das Teile der europäische Generalität „gefühlt“ Richtung Russland tendiert, da stimme ich ihnen zu.

      Ermutigend, dass sich immer mehr Menschen von den Medien nicht mehr ein X für ein U vormachen lassen….:o))))

  14. „Ein leicht vorstellbares Szenario für Erdogan zur weiteren Eskalation bestünde darin, dass Erdogan nochmals ein türkisches Kampfflugzeug ein russisches Kampfflugzeug angreifen lässt. Wird das türkische Kampfflugzeug dabei, wie es zu erwarten ist, von Russland abgeschossen, könnte Erdogan behaupten, Russland habe damit einen Akt des Krieges gegen die Türkei begangen und die Türkei befinde sich deshalb fortan im Krieg mit Russland.“

    Hier wäre auch schon die passende Meldung dazu:

    „In einem CNN-Interview darauf angesprochen, erklärte Erdogan, hypothetisch sei eine solche Entwicklung durchaus wahrscheinlich. Die Türkei würde in dem Fall „zu dringenden Maßnahmen gezwungen sein“. Sollte ein türkischer Kampfjet vernichtet werden, würde dies Ankara als einen Aggressionsakt gegen die Souveränität des Landes auslegen. Sein Staat sei zur Selbstverteidigung berechtigt, betonte er. “

    http://de.sputniknews.com/politik/20151127/305971858/erdogan-s400-einsatz-als-aggression.html

    „(…)denn Hass auf Russland scheint seit der Gründung der NATO so etwas wie die DNA der NATO zu sein.“

    Ich denke es geht da weniger um Gefühle als um Machtausdehnung/Geopolitik. Russland verteidigt seine Souveränität und zunehmend auch die seiner Verbündeten. Man hat sich den sog. Arab. Frühling lange genug angeguckt und bei Syrien (wie auch in der Ukraine) hat der „Westen“ wohl eine rote Linie überschritten. Da mussten sie handeln sonst wäre ein weiterer Staat gefallen. Er stemmt sich gegen den Hegemonialanspruch der USA und tritt für eine multipolare Welt ein. Daher der „Hass“ auf Russland. Vgl. Wolfowitz-Doktrin. Oder bezogen auf Europa Ismay: „to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down“. Es ist schon teilweise bewundernswert muss ich sagen, wie besonnen und klug der russ. Präsident in diesem gefährlichen Spiel agiert. Wie auch am Ende des Artikels vom parteibuch schon angemerkt, kann man die Lage als durchaus heikel bezeichnen. Erdogan ist anscheinend ein unberechendbarer, größenwahnsinniger Irrer, dem man hier alles zutrauen kann. Warum es wohl so oder so heikel werden wird, kann man hier nachlesen:

    http://www.voltairenet.org/article189335.html

    1. Biersauer
      Diese offenbar auf den obskuren Dienst AWD zurückgehende Aussage von Hakan Fidan ist unbestätigt, oder wie man das auch nennt, eine Ente.

  15. Ok, es gibt Kräfte in den USA die hoffen Russland in Kriege zu verwickeln mit den sie sich übernehmen.(Türkei, Ukraine)
    Im Endeffekt geht es aber doch für die Russen um den Energiemarkt Europa.(Stichwort Pipeline durch Syrien von Katar aus nach Europa)
    Die Kräfte in den USA sind sehr flexibel.
    Jetzt nachdem es den Irandeal gibt, ist es da nicht eine Gefahr für Russland das der Iran sich dem Imperium anähert? Könnte der Iran nicht zu einer Gefahr(wirtschaftlich)für Russland werden?
    Wie fest ist dieses Bündniss zwischen RU und dem Iran?

    1. email

      Nicht der Energiemarkt, sondern die zukünftige Weltordnung ist es, worum gekämpft wird. Wird die Dominanz des US-Zionismus über die Welt noch eine Weile erhalten bleiben, oder wird es bald eine multipolare Weltordnung geben, und die Zeit der einseitigen US-Dominanz damit beendet? Anders ausgedrückt: werden die Kräfte der unipolaren Weltordnung, hier meist als zionistsisch-wahhabitische Terrorachse, es schaffen, mit Terror, Krieg und anderen Mitteln die Durchsetzung einer multipolaren Weltordnung durch die (um Russland, China, SCO und BRICS erweiterte) Achse des Widerstandes zu verhindern? Energiepolitik ist in diesem Machtkampf nur ein Teil des Kuchens, um den es geht (und gleichzeitig selbst eine Waffe und ein Mittel für mehr Macht).

      Die Achse zwischen Russland und Iran ist fest, weil nicht Energiepolitik, sondern der gemeinsame Abwehrkampf zur Beendigung der globalen und regionalen Hegemonie der wahnsinnigen Zionisten in den USA und der nicht minder wahnsinnigen saudischen Wahhabiten den Kitt der Allianz bildet, die Jahr für Jahr neue Kriege gegen nicht unter das US-Diktat unterworfene Länder anzetteln. Erst wenn es keine US-Hegemonie und keinen saudischen Wahhabismus mehr gibt, fällt der Grund für die russisch-iranische Allianz weg.

  16. Wahrhaft sensationell, was „einparteibuch“ an recherchiertem Journalismus bietet!
    Diese tiefe Hintergrundausleuchtung kann nur geschätzt, gewürdigt und am besten, um die ganze Welt verbreitet werden.
    Danke für die Arbeit, ich werde mein Möglichstes tun, diesen Blog zu verbreiten und zu unterstützen.

    1. email
      Dass Ramelow den Ex-Generalsekretär der Israel-Lobby in Deutschland (ZdJ) Kramer zum LfV-Chef in Thüringen macht, kann kaum überraschen. Ramelow ist schließlich ebenfalls engstens mit dem übelsten Teil der Israel-Lobby in Deutschland verflochten. Ramelows Ex-Mitarbeiter Krüger war Kopf und Gründer des radikalzionistischen BAK Shalom, und Ramelow sowas wie der Pate dieser NeoCon-Jugendorganisation in der Linken:

      http://www.knutmellenthin.de/artikel/archiv/linke/israel-fanclub-in-der-linken-will-antizionisten-das-handwerk-legen-1872008.html

      Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass zionistische Massenmedien Ramelow im Wahlkampf geholfen haben, obwohl sie sonst die Linkspartei immer niederschreiben.

      Was schwerer verständlich erscheint, ist, wieso die Wähler so blöd sind, jemanden wie Ramelow zu wählen.

    1. sw

      Das ist grober Unfug. Wer den Parteibuch-Artikel hier gelesen hat, dem sollte das eigentlich klar sein. Nicht die USA liebt die von der rusischen Luftwaffe attackierten Turkmenen-Al-Kaiada-Terroristen über alles, sondern Erdogan. So ist es zu erklären, dass das Erdogan-Regime sich umgehend mit dem offensichtlich vorab geplanten Abschuss zum Wohle des Kampfes der turkmenischen Brüder gebrüstet hat.

      Und nicht die USA wollen einen NATO-Krieg gegen Russland führen, sondern Erdogan und seine NeoCon-Wahhabi Gessinungsgenossen wollen, dass die NATO für ihn und seine großtürkischen Träume Krieg gegen Russland führt.

      Nur andersherum würde die Frage von Sott sinnvoll sein, nämlich: waren die USA von dem türkischen Abschuss überrascht, oder waren sie vorab informiert/konsultiert/gefragt worden? Die Klärung dieser Frage steht noch aus.

      1. Hallo
        Danke für die Antwort.
        Ich lese „nocheinparteibuch“ sehr regelmäßig und finde die enthaltenen Informationen und Analysen äußerst, wirklich äußerst wertvoll. Danke dafür.

        In der USA gibt es ja auch Kreise, hier wurde ja auch darüber geschrieben, die lieber gestern als heute in Syrien einmarschieren würden. In Verbindung mit bestimmten Kreisen in der Türkei wäre nmA eine False-Flage-Operation durchaus denkbar. Da mag Erdogan auch dabei sein.

  17. Wie immer eine sehr gute Analyse des Parteibuchs, danke. Bezüglich der Vermutung des letzten Absatzes – erneuter Angriff eines türkischen Kampfjets auf einen russischen Jet – könnte dieser mglw. schon stattgefunden haben: Am Freitag (27.11.) erschien gegen späten Nachmittag bei rt.com für nur sehr kurze Zeit eine Eilmeldung, dass ein weiterer Angriff eines türkischen Jets auf einen russischen Jet stattgefunden habe, wobei es gelungen sei, die abgefeuerte Rakete abzuwehren.

    Die Meldung verschwand aber schnell wieder. Ob da was dran ist oder nicht, kann ich nicht sagen, in anderen Medien/Blogs war nichts zu lesen, ausser in ASR via NetNews Feed. In der WayBack-Machine ist nichts darüber zu finden; da gibt es vom Freitag nur vormittags einige Schnappschüsse der RT-Website.

    Dem „Irren aus Ankara“ ist jedenfalls alles zuzutrauen.

  18. Hallo Parteibuch.

    Warum immer dieses Gerede von der zionistischen Weltverschwörung? Auch die zionistisch-wahabitischen Achse halte ich für eine Konstruktion. Ich kenne Ihre Argumentation und halte die beschriebene Interessenkohärenz der Beteiligten hinsichtlich der Zerstörung Syriens für plausibel. Allerdings steht das Attribut „zionistisch“ eher für Ihr persönliches Problem als für Rationalität. Ihr Beharren darauf, ist kontraproduktiv. Ihre Analysen sind ja durchaus nachvollziehbar, allerdings haben Sie sich bereits in der Beschreibung und Analyse des Syrienkriegs vor der Intervention der Russen wohl etwas zu hoffnungsfroh um nicht zu sagen wunschdenkend verbreitet.

    Bei der Realität der neuen Kriegführungsmethoden und der Propaganda zur deren Vertuschung handelt es sich um die modernen Formen und Auswirkungen des GGG, des ganz großen Geldes. Und dieses Geld ist heimatlos, gewissenlos und glaubensfrei.

    Wollen Sie wirklich etwas zur Aufklärung und Verbesserung der Lage tun, dann zeigen Sie uns wo der Feind steht. Steht er nicht im eigenen Land? Wie sieht er aus. Woran erkenne ich Ihn. Was kann dagegen getan werden. Was ist Globalisierungskritik, Imperialismus, Faschismus, Staatsmonopolkapitalismus? Welche Rolle spielt die deutsche politische Klasse? Nennen Sie mal Namen und Beispiele. Ramelow war schon ein Hinweis, schließlich wurde er 30 Jahre lang vom BfV observiert. Warum eigentlich, wenn er sich jetzt so systemerhaltend zeigt. Etwa wegen seiner Kontakte zu bestimmten ausländischen Organisationen? Selbst wenn das so ist, hat das kaum etwas mit Zionismus zu tun, sondern mit den Regeln, nach denen sich die politische Klasse in der BRD organisiert und ihre Vertreter auswählt. Die bekennende Antideutsche, Globalistin, Ungarnhasserin, Zigeunerfreundin, Flüchtlingshelferin, Juliane Nagel sitzt im Landtag in Sachsen und verteilt massenweise Geld unter Aktivisten der Willkommenskultur. Sie kam mit einem Direktmandat dorthin. Wie ist soetwas möglich im konservativ-reaktionären Sachsen? Linke Marginalien, oder werden diese Leute noch gebraucht für „höhere“ Zwecke?
    Wir wissen nichts, im Verhältnis zu dem was wir wissen müssten, um uns einen Überblick über die Verhältnisse zu verschaffen. Das ist leider die Wahrheit.

    Beste Grüße

    Solaris Post

    1. Solaris Post

      „Warum immer dieses Gerede von der zionistischen Weltverschwörung?“

      Dein zionistisches Gewäsch kannst du dir hier sparen.

      Was wir hier im Parteibuch schreiben und was nicht, darfst du schon uns überlassen. Wenn du was anderes geschrieben sehen willst, mach doch dein eigenes Blog auf und schreib es selbst.

      Was soll daran seltsam sein, wenn im reaktionären Sachsen eine „konservativ-reaktionäre“ Politikerin in den Landtag gewählt wird? Juliane Nagel gehört doch offenbar auch zur konservativ-reaktionären zio-faschistischen NeoCon-Seilschaft in der Linken:

      http://www.hintergrund.de/20100317759/politik/inland/die-linke-von-innen-umzingelt.html

      Das GGG Ganz Große Geld ist ein prima anonymes Feindbild, so ähnlich wie Terrorismus, das sich prima eignet, um von den zionistisch-wahhabitischen Verbrecherbanden, die die Kriege tatsächlich beschließen und ihren ideologisch geblendeten Unterstützern, abzulenken. Aber wenn du daran glaubst, mach’s in deinem Blog doch konkreter, sag doch, es es die FED unter Vorsitz von Janet Yellen, die das Geld an ihre besten Kumpels verteilt und andere leer ausgehen lässt:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2013/10/09/janet-yellen-fur-den-vorsitz-der-federal-reserve-vorgeschlagen/

      Oder hast du Angst, das zu thematisieren? Mach ein Blog auf, schreib’s, aber bitte hier mit deinem Unfug nicht den Kommentarbereich zuspammen.

      1. Danke für deine Antwort, sie reicht dir zur Ehre und du bleibst deiner Linie treu.

        Deinem letzten Satz aber muss ich energisch widersprechen. Es ist mein erster Kommentar seit 1-2 Jahren hier und wer immer unter meinem Pseudonym den „Kommentarbereich zuspammen“ versucht, ich bin es nicht. Aber danke für den Hinweis und dafür, dass du diese Versuche nicht freigeschalten hast.

    2. – … vor der Intervention der Russen wohl etwas zu hoffnungsfroh um nicht zu sagen wunschdenkend …

      Dieser Gedanke hat mich des Öfteren beschlichen, aber ich habe ihn für mich behalten, weil ich mal jünger war und man mir Ähnliches vorhielt.

      Jedenfalls “hätte ich mir gewünscht” (Zitat KRIEGskanzlerin) gewisse Einwürfe am passenden Ort zu lesen und dort v.a. konstruktiv.

      – Das ist leider die Wahrheit.

      “… schon als Kind auf meiner Heimatwelt habe ich gelernt, dass die Wahrheit eine Sache der Einbildungskraft ist. Die nüchternste Tatsache steht und fällt mit der Art und Weise, in der sie berichtet wird …”

      Die linke Hand der Dunkelheit (S.1), Ursula K. Le Guin

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

      PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

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