Fortschritte der syrischen Armee im Nordosten der Provinz Latakia

Am heutigen Sonntag meldete SANA, dass die syrische Armee die Kontrolle über eine Anzahl von strategischen Hügeln in der Gegend von Rweiset Eskandar gewonnen hat.

Rweiset Eskandar liegt rund zwei Kilometer nördlich von Jubb Al-Ahmar, westlich der Ghab-Ebene. In der Gegend vorwärts zu kommen, ist für die syrische Armee mühsam. Die Berge sind unwegsam, was den Einsatz von Fahrzeugen und schwerer Technik behindert, und außerdem gibt es ausreichend Bäume, unter denen sich Terroristen vor der Luftwaffe verstecken können. Im Prinzip läuft der Kampf in dem Gebiet also darauf hinaus, mit Fußtruppen und tragbaren Waffen gegen Fußtruppen mit tragbaren Waffen zu kämpfen, und dabei, anders als etwa im Kampf auf der platten und offenen Ebene südlich von Aleppo, nur einen vergleichsweise geringen Vorteil in Bezug auf Luftunterstützung, schwere Technik und andere Ausrüstung zu haben.

Eine Karte von vor zehn Tagen zeigt grob die Lage in den Bergen des Nordostens der Provinz Latakia:

Seitdem ist die syrische Armee ein paar Hügel weitergekommen, etwa von der Straße Sirmaniyah-Jubb-Al-Ahmar gen Westen und Nordwesten in die Berge, nicht viel und der Kampf ist ausgesprochen mühsam, aber vorwärts ging es dann doch. Wesentliches taktisches Ziel der syrischen Armee dürfte es sein, die im Nordwesten der Ghab-Ebene gelegene und von Terroristen gehaltene Ortschaft Sirmaniyah vom Hinterland der Berge abzuschneiden. Damit wäre dann der Weg für die Armee frei, Sirmaniyah wieder unter Kontrolle zu bringen und durch die Ghab-Ebene weiter nach Norden bis zur Autobahn Latakia-Idlib vorzurücken, und dann möglicherweise in einem Rutsch auch gleich die Stadt Jisr Al-Shoghur zu befreien.

Im Vergleich der Karte von vor zehn Tagen mit einer Karte vom heutigen Sonntag lässt sich erkennen, wie die syrische Armee sich in den letzten Tagen durch die Berge westlich von Sirmaniyah beim Jebel Katf vorkämpft hat:

Sollte es der syrischen Armee demnächst auch gelingen, von der am heutigen SOnntag unter Kontrolle gebrachten Position Rweiset Eskandar die einen Kilometer weiter westlich gelegene Achse Arafit-Ikko, möglichst mit ihrer nördlichen Verlägerung nach Barza, unter Kontrolle zu bringen, dann eliminiert die syrische Armee damit nicht nur, wie auf obiger Karte zu sehen ist, wichtige Feuerpositionen der Terroristen in Richtung Autobahn, sondern gleichzeitig käme die syrische Armee dann auch in die Position, sich auch von Nordosten her kommend an die gerade einmal acht Kilometer von Ikko entfernte Terroristenhochburg Salma herankämpfen zu können, wodurch die Präsenz der Terroristen in der Stadt Salma aufgrund von Einkesselung unhaltbar werden dürfte.

Auch wenn die Fortschritte der Armee in den nordöstlichen Bergen der Provinz Latakia im Moment klein zu sein scheinen, so geht es also doch voran, und langsam zeigt sich dabei die Perspektive, wie diese Berge allmählich komplett vom Terrorismus befreit werden können.

Nachtrag 16.11.2015 00:25h:

Von @Amin_Akh gibt es eine neue Lagekarte, die den Stand der Dinge in den Bergen im Nordosten von Latakia gut zusammenfasst, und auch ein paar Details zur Geografie da enthält, die anderswo fehlen:

Ach, und von @AboZain6 gibt es inzwischen eine arabisch beschriftete Karte, die auch viele Details zu lokalen Ortsbezeichnungen nennt:

Nachtrag 16.11.2015 19:00h:

Die Dörfer und Bergpositionen, die die syrische Armee und ihre Partner am heutigen Montag in der Provinz Latakia befreit haben, gehören nicht zur hier in diesem Artikel thematisierten Front bei Jub Al Ahmar, sondern sie liegen eine Ecke weiter westlich bei Ghmam. Auch an der Front geht es also für die syrische Armee nun weiter vorwärts.

8 Gedanken zu “Fortschritte der syrischen Armee im Nordosten der Provinz Latakia

    1. Wenn der amerikanische und russische Präsident für ein konspirative Sitzung ein Zimmer haben wollten, wäre das sicher einfacher wie eine Sitzgruppe im Foyer.
      Erstaunlich, das so wenige Sicherheitskräfte und Diplomaten verhindern, das Kameras Sicht auf die beiden bekommen. Im Gegenteil, man will das man gesehen wird. Damit dürfte das, was gesprochen wurde, wohl eher uninteressant sein, als das Zeichen: Auch wenn wir wieder im Kalten Krieg sind, nach Ereignissen wie in Paris kommen wir auch schnell zusammen…
      Auch ja, wenn der russische Dolmetscher das macht, was man in einer Pause so macht, dann war ja auch noch die amerikanische Dolmetscherin am Tisch.
      Kurz: Das war ein Schauspiel, vielleicht hat man über syrische Themen gesprochen, aber bestimmt nicht über wichtige, damit man von konspirativ sprechen kann.

  1. 2 natoarmeen gegen syrien. so siehts aus. in der zwischenzeit werdet ihr mit einem marionettenspiel bei laune gehalten (migranten und bomben). statt auf die marionette zu zeigen, solltet ihr vielleicht dem schatten folgen.

  2. Gibt es Leute hier, die gut von den Lippen lesen können? Das Treffen sieht schon fast konspirativ aus. Angeblich hat der Dolmetscher die beiden kurz allein gelassen.

  3. Offenbar setzen ein paar Nadelstreifenfaschos nun alles auf eine Karte.

    Obama schwört, zusammen mit Hitler die Nazis zu vernichten?

    Fast!

    Obama schwört, zusammen mit Erdogan den IS zu vernichten.

    Zum Thema und für mich fast nahtlos anschließend, ein Artikel auf Nemeticos Politblog, Auszug:

    „Ein roter Kreis markiert den Militärflughafen Kuweiris, den die syrische Armee in den letzten Tagen freigekämpft hat (er war drei Jahre lang belagert). Es ist klar ersichtlich, dass dieser Militärflughafen nun, nachdem er wieder benutzt werden kann, zur Schwertschneide beim Durchtrennen der Lebensader des “Islamischen Staates” werden kann.

    Die jüngsten Kriegsereignisse in Syrien, vor allem die Entsetzung des Militärflughafens Kuweiris, deuten also darauf hin, dass genau dies das nächste militärische Ziel der Koalition syrische Regierung – YPG und Unterstützer (Irak, Iran, russische Luftwaffe) sein wird. Was militärisch auch sehr sinnvoll ist, aber guter Vorbereitung bedarf.

    Wie Webster Tarpley sagte, das Durchschneiden dieser “Aorta” wird das Leben des Terror-Staates sehr sehr schnell beenden.

    Und es sieht verdammt nicht gut aus für den “Islamischen Staat” bei diesem Kampf. Die Alarmglocken werden bei den Drahtziehern des “Islamischen Staates” in Langley (USA), Riad, Ankara usw. schon seit Tagen Sturm klingeln. Wie kann man den “Islamischen Staat” noch retten? Wie könnte man es so arrangieren, dass doch, auch ohne Zustimmung der syrischen Regierung (die diese klugerweise verweigern wird), doch noch mit Bodentruppen rein könnte, ehe die Söldnertruppen des Kalifs von Raqqa für die Heldenfriedhöfe reif sind?

    “Seltsamerweise” fand sich auch wieder ein Reisepass unter den Hinterlassenschaften der Terroristen, und zwar – wie kaum anders zu erwarten – aus Syrien (ich übergehe die seltsame Koinzidenz zu ähnlichen Reisepass-Funden bei “Paris Hebdo” oder “911”) und nun, wie bei 911, schwandronieren die Regierenden vom Eintreten des “NATO-Bündnisfalles”.“

    Quelle: https://nemetico.wordpress.com/2015/11/14/erste-eindruecke-zu-den-terroranschlaegen-in-paris-vorbereitung-fuer-nato-bodeneinsaetze-in-syrien/

    1. Natürlich weckt ein Flughafen im Norden Syriens bei allen Seiten Interesse. Der hohen Schlagkraft der syrischen Armee und der Lufthoheit Russland setzt man ja hohe Beweglichkeit entgegen. Und da sind kurze Anflugrouten unerlässlich. Nur – und das sieht man ja am Zivilflughafen von Aleppo deutlich: Ohne die Einflugschneisen zu beherrschen, nützt der Flughafen nichts.
      Zu Paris: Am Wochenende waren die Töne ja noch überwiegend vernünftig. Ein Einsatz wie nach 9/11 war und wäre kontraproduktiv. Ab heute sitzen die Schreibtischtäter wieder in Ihren Büros und könnten das Bild ändern. Die größten Probleme könnten dabei sein:
      Die NATO sucht händeringend (wie in der Ukraine gesehen) nach einem Fortbestehungsgrund, man will die Guten Gehälter nicht verlieren.
      Das Koordinierungszentrum der Anschläge saß wohl in Brüssel und Paris kann wohl schlecht in Belgien einmarschieren, also wird man Scheinaktivitäten suchen und die könnten in Syrien sein.
      Dem Französischen Präsidenten steht das (Umfrage-) Wasser wohl schon unter der Nase und er glaubt wohl mit harter Hand reagieren zu müssen und viele westeuropäische Politiker haben Angst vor Madam Le Pen und werden ihn unterstützen.
      Das schafft eine Ungewissheit über das wirkliche Vorgehen.

      Verfolgung der Schuldigen und Hintermänner in erster Linie durch polizeiliche Maßnahmen. Und das Austrocknen der Gelflüsse zu künstlich geschaffenen Gruppen. Es nützen bunte Revolutionen, freie Armeen, die vom Ausland bezahlt werden oder Terrorgruppe, die dazu geschaffen werden, um beim Nachbarn einmarschieren können, nutzen niemand. Das wären die vernünftigen Reaktionen auf Paris.

  4. Ok, wenn es noch einen Zweifel gab, dass der Pariser Terror eine False Flag, die 20ste, war, dann wurde der jetzt ausgeräumt: BHL hetzt wie noch nie für eine Ausweitung des Krieges in Syrien gegen die „Dreckskerle“, das war immer schon das todsichere Anzeichen, dass alles erstunken und erlogen ist – genauso wie bei Euromaidan, Libyen-Krieg etc.:

    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4867218/Krieg-eine-Gebrauchsanweisung?_vl_backlink=/home/index.do

    Übrigens, wer sich nicht diese Skrupellosigkeit, mit der einfach 100te Zivilisten für Kriegsziele geopfert werden, vorstellen kann, mit dem habe ich Verständnis – aber soll erwachsen werden…

    1. santa

      Dass mit der neuen Hetze von BHL für mehr Krieg gegen Syrien bewiesen wäre, dass die Pariser Attacken selbstgemacht waren, ist ein Trugschluss. BHL nutzt jede Gelegenheit, gleich ob selbst oder fremdgemacht, um NATO-Staaten zum Krieg gegen Syrien und all die Staaten aufzuhetzen, die das zionistische Apartheidregime nicht mag. BHL würde sicher auch zum Krieg gegen Syrien hetzen, weil in China ein Sack Reis umgefallen ist.

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