Weitere Fortschritte der Armee im Umland von Aleppo

Wie erwartet ist es der syrischen Armee und ihren Partnern in den letzten Tagen gelungen, weitere Fortschritte im Umland von Aleppo zu erzielen.

Am Wochenende gelang es der syrischen Armee nach eigenen und von den Terroristen bestätigten Angaben nach der Befreiung der Ortschaft Kafr Hadad südlich des von Terroristen beherrschten Städchens Al-Hadher im südwestlichen Umland von Aleppo auch die Ortschaften Berrawi, Tel Mamu und Aziziyah vom Terrorismus zu befreien. Ebenfalls aktiv waren die syrische Armee und ihre Partner in den nahegelegenen Dörfern Tulaylat und Makhalah. Einigen Berichten zufolge hat die syrische Armee dort auch bereits die Kontrolle übernommen, wobei jedoch eine definitive Bestätigung der syrischen Armee noch abgewartet werden muss. Sei es wie es sei, ziemlich unstreitig ist, dass die syrische Armee die Terroristenhochburg Al Hadher durch ihre Offensive am Wochenende von drei Seiten umzingelt hat, etwa so wie das auf nachfolgender Karte vom Sonntag dargestellt ist:

Damit dürfte die Befreiung von Al Hadher nur noch eine Frage der Zeit sein, denn ihre Position ist für die eingekesselten und vom Nachschub abgeschnittenen Terroristen in Al Hadher aussichtslos, und die Stärke für eine erfolgversprechende Gegenoffensive fehlt ihnen.

Am heutigen Montag vermeldete die syrische Armee dann auch die seit einigen Tagen erwartete Befreiung der Ortschaft Sheikh Ahmed südöstlich von Aleppo. Der Bruch der seit mehreren Jahren bestehenden terroristischen Belagerung des Kweiris Militärflughafens ist damit fast geschafft, wie nachfolgende Lagekarte vom heutigen Montag zeigt:

Die Taktik „über die Dörfer“ zu gehen und die Terroristen damit im reichlich offenen Gelände anzugreifen, wo die syrische Armee ohne allzu viele Kollateralschäden befürchten zu müssen, all ihre schweren Waffen einsetzen kann, zeigt damit immer klarere und deutlichere Erfolge. Während die Befreiung eines jeden einzelnen Dorfes für sich genommen, ein strategisch insigifikanter Sieg ist, führt die Befreiung einer großen Anzahl von Dörfern zu einer strategisch durchaus bedeutsamen Verschiebung der Lage.

Mit weiteren Fortschritten der Armee darf gerechnet werden. Das kann weit über die Befreiung von Al Hadher und des Bruchs der Belagerung des Kweiris Militärflughafens hinausgehen. Da die Terroristen und ihre Unterstützer bislang keine militärische Antwort auf diese Taktik der Armee gefunden haben und die Terroristen beim Versuch, die Dörfer-Offensiven der syrischen Armee aufzuhalten, in dem für die syrsiche Armee günstigen offenen Gelände nichts als anhaltend hohe Verluste erleiden, ist es kaum abzusehen, wo die Grenze dessen liegt, wieweit die Armee mit der Strategie, über die Dörfer zu ziehen, kommen kann. Es erscheint perspektivisch durchaus im Rahmen des Möglichen, dass die syrische Armee vom südwestlichen Umland Aleppos in absehbarer Zeit tief in die von Al Kaida beherrschte Provinz Idlib eindringt, etwa zunächst um die Blockade von Foua und Kafraya zu beenden, und dann weiter nach Norden bis nach Daret Azza und nach Südwesten bis nach Mansoura in der Ghab-Ebene, und weiterhin, dass die syrische Armee vom Kweiris Militärflughafen über die Dörfer weiter bis zum Euphrat vorrückt, um sich dort mit Einheiten der YPG zu vereinigen und ISIS den Nachschubweg aus der Türkei abzuschneiden.

So eine Entwicklung erscheint durch die jüngsten Erfolge der syrischen Armee militärisch durchaus im Bereich des Möglichen und würde die allermeisten der Terroristen in Syrien von jeglichem Nachschub aus der Türkei abschneiden.

4 Gedanken zu “Weitere Fortschritte der Armee im Umland von Aleppo

  1. Sieht ja sehr optimistisch aus, aber nach der Hilfestellung war das ja auch nicht anders zu erwarten. Ist die Luftwaffe dort auch im Einsatz?
    Am Anfang sieht man ja die Beobachtungsdrohne und erst später einen Einschlag.
    Die Katjuscha mini (vermutlich eine chinesische Variante) arbeitet und die Selbstfahrlafetten sieht man ja auch in dem Video.
    Was tut sich denn eigentlich auf dem umzingelten Flugplatz? Welche militärischen Aktivitäten gehen von dort aus?
    Immerhin wurde der ja bisher immer verteidigt.
    Warum sind da so starke Verbände oder welches taktische Geheimnis versteckt sich dort?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ratten dort noch ewig sind.
    Wenn es aber an die Grenzsicherung geht, wird es interessant.
    Sollten nochmals die Horden aus der Türkei anrücken, dann kann man das nicht mit einem Augenzwinkern abtun, wie bisher.

    Danke auch für die ausgezeichnete journalistische Arbeit!

    In Deutschland hat man gestern, zumeist erstmalig, wieder den Opfern der Reichsprogromnacht gedacht, leider beteiligten sich daran gerade die Falschen.
    In einer sächsischen Stadt machen wieder einmal Horden Jagd auf friedliche Demonstranten, griffen bereits dutzende Male einen Polizeiposten an, verübten Anschläge gegen Staatsanwaltschaft, Amtsgericht und Technisches Rathaus,welches sie ironischerweise „entglasten“, um sich dann in aller Scheinheiligkeit als Antifaschisten darzustellen, um eben diesem Wüten von 1938 zu gedenken.

    Da sind wir ja auch weit gekommen und mangelhafte Unterstützung gab Deutschland den Terrorbanden in Syrien ja auch nicht, siehe Waffenlieferungen, Patriot-Abwehrrraketen und das Flottendienstboot Oker, welches die gemäßigten Kopfabschneider mit abgehörten Funksprüchen versorgt bzw. versorgte.

  2. @Parteibuch:
    Wie würde die Türkei reagieren, sollte die Verbindung zu den Terroristen durch SAA/YPG unterbunden werden? Welche Folgen ergäben sich für die Kurden?

    Den Türken sind da doch die Hände gebunden, da sie keine Lufthoheit hinter ihrer Grenze in Syrien haben und Russland als Schutzmacht der Kurden in der Luft auftreten kann (inklusive ihrer vermuteten elektronischen Störsendertechnologie)?

    Wenn die Verbindung unterbrochen sein wird, bekommt Erdogan Probleme mit den im Land verbliebenen Terroristen, nutzt er sie zur destabilisation Europas, indem sie nach Europa geschickt werden als Flüchtlinge?

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