Israel erklärt ISIS, Nusra Front und Abdullah-Azzam-Brigaden zu Terrororganisationen

Wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur berichtete, hat das israelische Kabinett am Sonntag mitgeteilt, dass es die zum Bereich von Al Kaida gehörenden Takfiri-Kampfgruppen ISIS, Nusra Front und Abdullah-Azzam-Brigaden soeben zu Terrororganisationen erklärt hat.

Nanu? Das kam nun aber überraschend. Auch wenn Israel es offiziös leugnet, so sind die engen Beziehungen Israels zur Nusra Front inzwischen nicht nur Parteibuch-Lesern, sondern auch sonst allgemein bestens bekannt. Der Botschafter Israels in den USA, Michael Oren, und andere israelische Funktionsträger haben sich auch schon einige Zeit gar nicht mehr die Mühe gemacht, zu verheimlichen, dass Israel will, dass Al Kaida und Co die syrische Regierung stürzen, während der der Israel-Lobby sehr nahestehende Ex-CIA-Boss General David Petraeus die USA gleich ganz öffentlich zur Lieferung von Waffen an Al Kaida aufruft. Entführungen und Beschuss von UNO-Blauhelmsoldaten, in Sichtweite der UNO-Blauhelme reihenweise präsentierte frisch abgeschnittene Köpfe oder die Einstufung von ISIS und Nusra Front durch die USA, die EU und den UNO-Sicherheitsrat als Terrorgruppen, nichts davon hat Israel bislang davon abhalten können, herzlich gute Beziehungen mit diesen Al-Kaida-Terroristen zu unterhalten.

Aber in der Nacht zum Sonntag ist an der UN-offiziellen Demarkationslinie von den israelisch besetzten syrischen Golanhöhen zum nicht von Israel besetzten syrischen Staatsgebiet, das in der Nähe der Demarkationslinie von mit Israel kollaborierenden Al-Kaida-Terroristen gehalten wird, offenbar irgendetwas gravierendes passiert. Auf sozialen Medien tauchten in der Nacht reichlich Berichte aus dem Gebiet auf, dass die israelische Armee in der Gegend ganz großes Ramaba Zamba veranstaltet hat und dabei auch auf nicht israelisch besetztes syrisches Staatsgebiet vorgedrungen sein soll. Hubschrauber mit Suchscheinwerfern, kreisende Kampfflugzeuge und israelische Kommandotrupps am Boden sollen da stundenlang die Demarkationslinie zu Syrien überquert und irgendetwas dringend gesucht haben, wobei einigen Berichten zufolge israelische Kampfflugzeuge auch Bomben abgeworfen und israelische Soldaten sich auf syrischer Seite der Demarkationslinie mit irgendwem Schießereien geliefert haben sollen. Während die israelische Armeeführung in der Nacht eine Nachrichtensperre verhängt hatte, sind die meisten Kommentatoren in sozialen Netzwerken davon ausgegangen, die Erklärung für die hektischen Aktivitäten der IDF im Golan sei, dass ein israelisches Flugzeug auf syrischer Seite der Demarkationslinie abgeschossen wurde und die Israelis nach einem dabei abgesprungenen Piloten suchen, aber das hat sich nicht bestätigt: kein abgestürztes israelisches Flugzeugwrack konnte in sozialen Medien gezeigt werden.

Nachdem das israelische Kabinett wenige Stunden später die auf syrischer Seite der Demarkationslinie operierenden bewaffneten Banden von ISIS, als dessen Ableger im Golan die für ihre freundschaftlichen Beziehungen zur IDF bekannten Halsabschneider der Yarmuk-Märtyrer-Brigaden gelten, die Nusra Front und die Abdullah-Azzam-Brigaden zu Terrororganisationen erklärt hat, lässt sich nun wohl zumindest soviel sagen, dass die IDF in der Nacht zum Sonntag offenbar ein gravierendes Problem mit ihren Kumpels von Al Kaida hatte. Was da genau passiert ist, lässt sich daraus natürlich noch lange nicht sagen, aber man kann sich da schon so einiges vorstellen: etwa, dass es da bei einer israelischen Waffenlieferung an Al Kaida zu Streitereien im Grenzgebiet gekommen ist, dass Kämpfer von Al Kaida mit Beweismaterial für ihre Kooperation mit Israel abgehauen sind oder dass da Nusra-Front-Führer „Abu Mohammad al-Golani“ oder ein anderer hochrangiger Al-Kaida-Führer der IDF nach einem Treffen mit seinen Kameraden nahe der Demarkationslinie aus welchen Gründen auch immer nicht zu seiner IDF-Einheit nach Israel zurückgekehrt ist. Was es auch immer sei, es sollten nun in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten aufmerksam verfolgt werden, ob da noch was an näheren Informationen kommt.

Die IDF will natürlich nicht mit der Sprache rausrücken, was da in der Nacht zum Sonntag bei ihrer Kooperation mit Al Kaida so schiefgelaufen ist, dass das israelische Kabinett schon wenige Stunden später die bisherigen IDF-Kameraden von ISIS, Nusra Front und Abdullah-Azzam-Brigaden zu Terrororganisationen erklärte. Israelische Medien machen auch keinen Hehl daraus, dass die Einstufung dieser Organisationen auf die Geschehnisse nahe der syrischen Demarkationslinie in der Nacht zum Sonntag zurückzuführen ist, wenngleich sie natürlich auch nicht sagen, was da wirklich geschehen ist.

Die Geschichte der IDF, dass da angeblich ein arabisch-israelischer Gleitsegler auf seinem Jungfernflug unerlaubt die Demarkationslinie in Golan überquert hätte, um sich in Syrien Al Kaida anzuschließen, und die für ihren mörderischen rassistischen Hass auf Araber berüchtigte israelische Armee dann aus Sorge um das Wohlergehen ihres durch ISIS-Terroristenpropaganda fehlgeleiteten arabisch-israelischen Mitbürgers an der Demarkationslinie zu Syrien einen Großeinsatz gestartet haben soll, ist jedenfalls so offensichtlich erstunken und erlogen, dass sich die Frage erübrigt, ob die IDF da gelogen hat.