Zionistisch-wahhabitische Achse angeschlagen

14 Jahre nach der zionistischwahhabitischen Version des Reichtagsbrandes ist die globale Achse des Terrors unter heftigen Druck geraten.

Im Kampf gegen die „Crazies“ in den USA hat Präsident Obama es am Vorabend des 14. Jahrestages von 9/11 geschafft, 42 Senatoren und Senatorinnen für den Iran-Deal zu mobilisieren, der einen strategischen Richtungswechsel der westlichen Politik zu Lasten der zionistisch-wahhabitischen Achse des Terrors einleiten kann. 42 von 100 sind keine Mehrheit, und nicht wenige der 42 gaben sich obendrein ziemlich zögerlich, doch es sind immerhin so viele, dass AIPAC nicht mal einen gesetzgebenden Beschluss gegen den Iran-Deal zusammenbekommen hat, und erst recht deutlich mehr als die Eindrittel-Plus-Eins-Minderheit, die ein Veto in zumindest einer Kammer gegen so einen Beschluss hätten tragen müssen. Terrorboss Netanjahu und AIPAC haben mit dem Vorhaben einer mit Pauken und Trompeten angedrohten Sabotage des Iran-Deals im US-Kongress damit erstmal eine empfindliche Niederlage erlitten.

Die Möglichkeit für Netanjahu, die Unterstützer des Iran-Deals durch das Aufstellen von Gegenkandidaten durch AIPAC bei den nächsten Wahlen zu bestrafen, ist unterdessen hochriskant, denn alle Unterstützer des Iran-Deals waren Demokraten, und wenn AIPAC nur noch gegen Demokraten arbeitet, läuft die Israel-Lobby Gefahr, dass die Demokraten ihre Reihen im Kampf gegen die Israel-Lobby schließen und die US-Unterstützung für Israel zukünftig von einem überparteilichen Thema zu einem Thema allein der Republikaner wird. Die US-Unterstützung für Israel würde damit, wie US-Amerikaner es ausdrücken, zu einem politischen Football werden, der je nach Kräfteverhältnis hin und her gekickt wird. Da sich außer den 42 demokratischen Senatoren auch noch, ja nach Zählweise, 162 bis 186 demokratische Kongressabgeordnete in einer symbolischen Abstimmung zur Unterstützung des Iran-Deals bekannt haben, was auch jeweils deutlich mehr als die ein Drittel von 435 plus 1, also 146 für die Aufrechterhaltung eines präsidentiellen Vetos notwendige Stimmenanzahl ist, läuft AIPAC bei einer versuchten Bestrafung aller Unterstützer des Iran-Deals außerdem Gefahr, sich zu überlasten und am Ende noch schlechter dazustehen als jetzt. In Europa ist die Situation der Israel-Lobby auch nicht besser, im Gegenteil, aus der EU gibt es immer wieder Gerüchte, dass die EU die an der Besatzung von Ost-Jerusalem und der Westbank beteiligten israelischen Banken sanktionieren könnte, und das wären praktisch alle großen Banken von Israel.

Da nichts tun für die Israel-Lobby ebenfalls bedeutet, verloren zu haben, bleibt Netajahu kaum eine andee Option als all seine Chips auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 zu setzen, doch auch da ist nicht wirklich klar, wer da noch Siegchancen hat und gleichzeitig Israels Interessen vertritt. Die in Umfragen gegenwärtig in Führung liegenden Kandidaten der beiden großen Parteien, Trump und Clinton, sind für die Israel-Lobby keine sicheren Bänke. Trump will nach dem Gewinn der Präsidentschaft mit dem Iran weiterverhandeln, Clinton will den Iran-Deal strikt durchsetzen, und im Hintergrund lauern noch Joe Biden, Bernie Sanders und Rand Paul, die sich für die von Netanjahu geführte Achse des Terrors noch problematischer erweisen könnten, während gleichzeitig offenkundige Lakaien der Israel-Lobby wie Jeb Bush und Ben Carson kaum Siegchancen haben.

Im gegenwärtig zentralen Krieg, dem gegen Syrien, zeichnet sich unterdessen, pausenloser anderslautender Propaganada von zionistisch-wahhabitischen Medien zum Trotz, ein vollständiges Scheitern der Kräfte der saudisch-israelischen Aggressoren ab. Von den meisten Medien unbeachtet gestand der Sprecher der an der sogenannten Südfront im Südwesten gegen Syrien kämfenden Söldnerbande am 11. September nach anhaltend schweren Verlusten und schweren Gefechten der Terroristen untereinander öffentlich ein, dass die mehrere Monate vorangetriebene Offensive gegen Daraa gescheitert ist und die ausländischen Sponsoren ihre Waffenlieferungen an die „Südfront“ genannte Söldnerbande drastisch zurückgefahren haben. Anstatt der gewaltsamen Eroberung Syriens befürwortet der Chef dieser Söldnerbanden nun eine politische Lösung auf dem Verhandlungsweg, bei dem die Söldner der Südfront mit dem ganzen Gewicht der von ihnen noch beherrschten Dörfer und Kleinstädte in der westsyrischen Provinz darauf drängen wollen, dass der syrische Präsident Assad sein Amt abgibt. Da die Söldnergruppe der Südfront, abgesehen von der kurdischen YPG, die keine Ambitionen auf die Herrschaft über Damaskus hegt, die letzte größere Proxy-Kraft der zionistisch-wahhabitischen Achse ist, die nicht zum Bereich der international geächteten Terrorgruppen ISIS und Al Kaida oder der ähnlich gestrickten, ebenfalls nicht tageslichttauglichen Gruppen Ahrar Al-Sham und Islam Armee gehört, stehen Tel Aviv und Riad im Krieg gegen Syrien nun ohne kampfwillige und irgendwie noch vorzeigbare Proxies da. Das bedeutet nichts weniger, als dass die zionistisch-wahhabitische Terrorachse, wenn nun eine internationale Einigung zu Syrien erfolgt, den Krieg verliert. Die syrische Armee ist unterdessen vornehmlich damit beschäftigt, in Kooperation mit Einheiten der Hisbollah langsam aber stetig den Terrorismus in der nordwestlich von Damaskus gelegenen Kleinstadt Zabadani zu eleminieren, wodurch die saudisch finanzierte Islam-Armee von Zahran Alloush in Ost-Ghouta vom Nachschub abgeschnitten wird und unter Druck gerät. Auf diese Weise bereitet die syrische Armee mittelfristig die vollständige Befreiung von Damaskus einschließlich des Damaszener Umlands vom Terror vor. Die Rückzüge der syrischen Armee in der Provinz Idlib und dem Osten der Provinz Homs wirken sich derweil nicht vorteilhaft auf die Position der zionistisch-wahhabitischen Achse aus, da die durch diese Rückzüge freigewordenen Positionen sofort von ISIS und Al Kaida besetzt wurden, die als international geächtete Terrororganisationen keine Chance haben, in internationalen Verhandlungen zu Syrien einen Platz am Gesprächstisch zu erhalten.

Mehr Gewicht als die Südfront kann die YPG in die anstehenden Verhandlungen einbringen, denn von der YPG geführten Einheiten ist im Sommer 2015 der strategische Erfolg gelungen, durch die Eroberung von Tel Abyad das von ihnen beherrschte Gebiet in der Provinz Hasakah im Nordwesten Syriens mit ihrer 2014 mit US-Unterstützung knapp behaupteten Enklave von Ayn Al Arab, besser bekannt unter der kurdischen Bezeichnung Kobane, zu verbinden. Die YPG hat damit nicht nur der Terrorgruppe ISIS den Nachschubweg nach Norden in die Türkei abgeschnitten, sondern nun auch Hunderte Kilometer Grenze zur Türkei im Nordwesten Syriens unter Kontrolle. Für die syrische Regierung sind die Erfolge der YPG kein Problem, sondern ein Segen, denn zum Einen hat die YPG wie gesagt keine Ambititionen auf die Herrschaft in Damaskus, und zum Anderen kooperiert die YPG inzwischen gut mit der syrischen Armee, wie sich nicht zuletzt in der gegen ISIS gemeinsam gewonnenen Schlacht um die Provinzhauptstadt Hasakah zeigte. Die syrisch-syrischen Gespräche in Moskau sollen bei der Herstellung der Einigung zwischen syrischer Regierung und YPG dem Vernehmen nach sehr hilfreich gewesen sein. Durch den zwischenzeitlich von der türkischen Regierung geführten Krieg gegen die YPG-Schwesterorganisation PKK wird die Allianz zwischen YPG und syrischer Regierung außerdem voraussichtlich weiter gefestigt werden, da die türkische Regierung damit als potentieller Bündnispartner der YPG ausfällt und die YPG die syrische Armee langfristig als Gegengewicht gegen die türkische Armee brauchen wird. Die bisherigen Erfolge der Allianz aus YPG und syrischer Armee in Hasakah nähren die Hoffnung, dass es ihr demnächst gelingen könnte, über Al-Hawl und Shaddadeh von Norden her nach Deir Ezzor vorzustoßen, wo über eine Luftbrücke versorgte syrische Armeeeinheiten zusammen mit Stammesmilizen seit geraumer Zeit einige Gebiete erfolgreich gegen ISIS verteidigen. Hilfreich sind der Allianz aus YPG und syrischer Armee die Erfolge der unter anderem von Iran und den USA unterstützten irakischen Kräfte gegen ISIS, die ISIS auch auf der anderen Seite der Grenze stark unter Druck setzen.

Der seit einigen Wochen deutlich zunehmende Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Deutschland ist dem Bemühen der syrischen Regierung um eine Verhandlungslösung auch ausgesprochen nützlich, denn damit ist plötzlich Bewegung in die deutsche und europäische Position zum Syrien-Krieg gekommen. Europäische Politiker entfalten hektische Aktivitäten, allen voran Deutschland, das von allen EU-Ländern die meisten syrischen Flüchtlinge beherbergt und damit aufgrund der besonderen Betroffenheit die Abgabe der europäische Führungsrolle in Bezug auf Syrien von Frankreich und Britannien an Deutschland beanspruchen kann. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier wagte sich denn auch kurz nach dem Jahrestag von 9/11 mit einem gleichzeitig in Deutschland und den USA veröffentlichten Meinungsartikel aus der Deckung hervor, indem er forderte, mit Russland und Iran über die Beilegung des Krieges in Syrien zu sprechen. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, und mit Russland muss der Westen spätestens im UN-Sicherheitsrat ohnehin reden, und er hat es auch schon, denn da gab es ja kürzlich bereits eine erfolgreiche Einigung auf ein präsidentielles Statement zu Syrien. Auch Steinmeiers Forderung, mit Iran über Syrien zu reden, wurde bereits nach dem P5+1-Nuklear-Deal mit dem Iran von westlichen Politikern öffentlich vorgetragen. Woran es Steinmeiers Aufsatz mangelt, ist die konkrete Benennung der Hindernisse dabei, oder besser gesagt, des einen wesentlichen Hindernisses. Steinmeier schreibt dabei in seinem Aufsatz nur nebulös davon, dass „aus den Nachbarstaaten neue Vorbedingungen für Friedensgespräche gestellt werden.“

Wer nicht weiß, dass Saudi Arabien das angesprochene regionale Nachbarland ist, das gemeinsame Verhandlungen mit dem Iran zu Syrien durch das Stellen der Vorbedingung blockiert, dass vor einer saudischen Zustimmung zu Gesprächen mit dem Iran zunächst der syrische Präsident Assad zurücktreten müsse, versteht kaum, was hinter der nebulösen Phrase von Steinmeier steckt. Das deutliche Ansprechen von Saudi Arabien als das Land, das den Iran einschließende Friedensverhandlungen zu Syrien blockiert, dürfte aber notwendig sein, um dahin zu kommen, soviel internationalen Druck auf Saudi Arabien aufzubauen, dass die Saudis sich gezwungen sehen, ihre Blockade aufzugeben. Wenn Deutschland aufgrund der Flüchtlingsströme zu einer Lösung des Konfliktes in Syrien kommen will, und dabei nicht die Schnapsidee von Wolfgang Ischinger verfolgen will, mit der Bundeswehr in Syrien einzugreifen, was geradezu zwangsläufig ein Proxy-Krieg der Bundeswehr gegen Russland und Iran werden würde, dann bleiben Deutschland schließlich nur diplomatischer Druck und klare Worte als Mittel zur Einflussnahme.

Wenn Deutschland Fortschritte bei der Lösung des Konfliktes in Syrien will, dann muss Deutschland Druck auf die sogenannten „Freunde Deutschlands“ machen, die den Krieg anheizen und Frieden sabotieren. Das politische Klima in Deutschland scheint auch durchaus reif dafür zu sein, dass die Bundesregierung endlich von der zionistisch-wahhabitischen Achse vorangetriebenen Politik der blutigen Konfrontation des Westens mit Syrien, Iran und Russland abrücken könnte. Innenpolitisch fordert selbst CSU-Chef Seehofer inzwischen, dass Deutschland bezüglich Syrien mit Russland kooperieren sollte. Bei einigen Politikern der Unionsparteien ist die Furcht vor einem Erstarken der AFD durch den Flüchtlingszustrom in beinahe jeder Silbe zu spüren, die sie von sich geben.

Ein möglicher praktischer Schritt Deutschlands, den politischen Richtungswechsel der EU voranzutreiben, wäre es, anzukündigen, die Verlängerung von Sanktionen gegen Syrien nicht länger mitzutragen. Die Sanktionen gegen Syrien zielen seit ihrer Einführung darauf ab, dass es der syrischen Bevölkerung schlecht geht. Das Ziel wurde zwischenzeitlich erreicht, und das Ergebnis ist, dass Syrer in Massen nach Europa fliehen. Die Sanktionen gegen Syrien sind also mit ein Grund für die Flüchtlingsströme, unter denen Deutschland nun ächzt. Nichts wäre also logischer, als die Sanktionen aufzuheben oder sie jedenfalls nicht zu verlängern. Da die Verlängerung der EU-Sanktionen jeweils einstimmig beschlossen werden muss, kann Deutschland da mit einem Veto ganz allein für sorgen, dass die EU-Sanktionen beendet werden, und das betrifft nicht nur die Sanktionen gegen Syrien, sondern auch die Sanktionen gegen Russland, die ebenfalls ein Teil der von der wahhabitisch-zionistischen Achse vorangetriebenen Konfrontationspolitik sind.

Doch natürlich würde Deutschland dabei nicht allein bleiben, denn auch in der EU ist das politische Klima dafür gereift, die desaströse Konfrontationspolitik zu beenden. Die Außenminister von Spanien und Österreich etwa haben sich in den letzten Tagen dafür ausgesprochen, nicht nur mit Iran und Russland, sondern auch mit dem syrischen Präsidenten Assad zu reden und gemeinsam nach Lösungen für den Konflikt in Syrien zu suchen. Andere EU-Staaten, etwa Tschechien und Ungarn, haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie die Konfrontationspolitik gegen Russland, Iran und Syrien nicht wollen, sondern nur mittragen, weil sie sich der Führung stärkerer westlicher EU-Staaten diesbezüglich beugen. Und auch Griechenland hat ganz andere Sorgen, als geopolitische Konfrontationen mit Russland, Iran und Syrien voranzutreiben.

Insgesamt lässt sich also durchaus sagen, dass, wie selbst die saudische Propaganda-Schleuder Al Arabiya inzwischen richtig erkannt hat, die Position vieler EU-Staaten zu Syrien gemäßigter geworden ist. Und wie der russische Außenminister Sergey Lavrov jüngst erklärte, sind die Positionen einiger europäischer Politiker zu Syrien privat noch um einiges gemäßigter als sie es aus Angst vor der zionistischen Lobby öffentlich zeigen. Zwei wichtige Ausnahmen gibt es bezüglich der gemäßigteren Position der EU-Staaten allerdings, nämlich Britannien und Frankreich, und wenn Deutschland die Flüchtlingsproblematik in den Griff bekommen will, muss Deutschland dabei eine Hauptrolle spielen, diese beiden unbändigen Unterstützer der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse in den Griff zu bekommen.

So erklärte der britische Regierungschef David Cameron letzte Woche öffentlich, als er britische Luftangriffe gegen ISIS in Syrien verteidigte, „harte militärische Gewalt“ sei notwendig, um ISIS und den syrischen Präsidenten Assad zu attackieren. Britannien nimmt gleichzeitig nur sehr wenige Flüchtlinge aus Syrien auf. Die hochoffizielle Position der britischen Regierung besteht also salopp gesagt darin, einerseits selbst den Krieg in Syrien weiter anzuheizen und andererseits die sich daraus ergebende Flüchtlingskrise Deutschland und andere mitteleuropäische Länder ausbaden zu lassen. Hier ist die deutsche Regierung gefordert, den Briten gemeinsam mit anderen mittel- und nordeuropäischen Partnern in aller Schärfe klarzumachen, dass dieses britische Verhalten völlig inakzeptabel ist und schwere Konsequenzen nach sich ziehen wird. Das mindeste, was da zu verlangen wäre, wäre, dass, wenn die britische Regierung unbedingt am Terrorkrieg zum Regime Change in Syrien festhalten will, Britannien auch bitte schön die sich daraus ergebende Flüchtlingskrise ausbaden sollen, und wenn die britische Regierung dazu nicht bereit ist, sie vom Vorhaben des gewaltsamen Regime Changes in Syrien Abstand nehmen muss.

Hilfreich dabei, den britischen Regierungschef David Cameron dazu zu zwingen, von der konfrontativen Aggressionspolitik gegen Syrien Abstand zu nehmen, dürfte nicht nur die Immigrationsfeindliche rechte UKIP sein, sondern vor allem auch, dass Britannien soeben wieder eine Labour Partei bekommen hat, die den Namen verdient. Mit der historischen Wahl von Jeremy Corbyn zum Parteichef von Labour, der offen mit den BRICS und Palästina sympathisiert, der mit Hamas und Hisbollah reden will und der für harsche Kritik an NATO, Israel und Saudis bekannt ist, verschiebt sich die ganze Achse britischer Politik zu Ungunsten der kapitalkräftigen zionistisch-wahhabitischen Lobby der City of London.

Zionisten sind dementsprechend zutiefst entsetzt über Sieg von „Israel-Kritiker“ Jeremy Corbyn. Britannien entzionisiert sich, und das wird zwangsläufig Auswirkungen auf die Politik von David Cameron haben, der die unpopuläre zionistisch-wahhabitische Aggressionspolitik nun nicht mehr ohne ernsthafte innenpolitische Opposition dagegen fortsetzen kann. Kommt da noch außenpolitischer Druck hinzu, kann die zionistisch-wahhabitische Achse in Britannien dem innenpolitischen Druck unmöglich standhalten.

Eines noch gröberen Klotzes bedarf Frankreich. Der französische Regierungschef Manuel Valls Frankreich erklärte angesichts beabsichtigter französischer Luftangriffe gegen ISIS in Syrien soeben, Frankreich lehne jede Vereinbarung und jeden Kompromiss mit dem syrischen Präsidenten Assad ab, und außerdem erklärte er dazu, Frankreich werde sich seine Ziele für Luftangriffe gegen ISIS in Syrien ganz allein aussuchen und dabei sicherstellen, dass die französischen Luftangriffe die syrische Regierung nicht stärken. Hier bedarf es neben konkreten Handlungen, um Frankreich an den Lasten seines unsinnigen Versuches zum Regime Changes in Syrien zu beteiligen, so könnte Deutschland etwa für den Anfang mal 100.000 syrische Flüchtlinge nach Paris weiterschicken, auch einer Erklärung, dass Frankreich, wenn es durch einen unverantwortlichen militärischen Alleingang in Syrien in einen umfassenden Krieg gegen Syrien geraten sollte, Frankreich auf deutsche Solidarität dabei nicht zählen kann. Deutschland sollte Frankreich dabei dringend, möglichst öffentlich und lautstark, klar machen, dass, wenn Frankreich allein und ohne Not einen Krieg gegen Syrien beginnt, Frankreich den Krieg und seine Folgen auch allein ausbaden muss. An die Türkei wurde durch den vor einem Monat angekündigten Abzug der dort statinierten Patriot-Raketen eine solche Nachricht bereits in einer, jedenfalls für Militärs, unmissverständlichen Art und Weise gesendet. Natürlich ist die Entsendung französischer und britischer Bomber zum Kampf gegen ISIS ein Zeichen von Ratlosigkeit, denn ist es schließlich so, dass es der US-geführten Anti-ISIS-Koalition zwar an Bodentruppen, aber gerade nicht an Kampfbombern mangelt, doch birgt die fortgesetzte britische und französische Aggressivität gegen die syrische Regierung viel zu viel weiteres Eskalationsrisiko, als dass sie ohne entschiedene Antwort bleiben sollte.

In den USA sieht die Situation insoweit besser aus, dass das US-Militär seine Luftangriffe gegen ISIS in Syrien offenbar über die Iran-freundliche irakische Regierung indirekt mit Syrien abstimmt. Zwar ist die offizielle US-Position nach wie vor der unter dem Stichwort „Assad muss gehen“ propagierte Regime Change in Syrien, doch ist es gleichzeitig offizielle US-Position, dass dabei die „Kontinuität der zivilen und militärischen Regierungsinstitutionen Syriens“ gewahrt werden soll, wie es US-Präsident Obama kürzlich noch einmal in der offiziellen gemeinsamen Erklärung zum Besuch des saudischen Königs Salman in den USA bekräftigte. Es erscheint schier unmöglich, ISIS und Al Kaida militärisch zu besiegen, dabei für die Kontinuität der zivilen und militärischen Regierungsinstitutionen Syriens zu sorgen und dabei gleichzeitig den syrischen Staatschef Assad zu stürzen, dessen Macht von eben jenen militärischen Regierungsinstitutionen Syriens, deren Kontinuität gewahrt werden soll, beschützt wird. Praktisch bedeutet das US-Ziel der Kontinuität der militärischen Regierungsinstitutionen Syriens, wenn die USA sich daran halten, dass sie, zumindest gegenwärtig, nicht gewillt sind, zu versuchen, die syrische Armee zu besiegen, und sie das Ziel des Sturzes des syrischen Präsidenten nur diplomatisch verfolgen wollen. Allerdings sitzen der von Präsident Barack Obama geführten US-Administration dabei die zionistische Lobby und ihre Vertreter im Parlament im Nacken, die pausenlos Druck machen, dass die USA unter Stichworten wie No-Fly-Zone, No-Drive-Zone, Schutzzone oder Sicherheitszone von Angriffen auf ISIS und auf Al Kaida zu einem Krieg gegen die syrische Armee übergehen sollen. Das Ziel des Regime Changes in Syrien ganz fallen zu lassen, ist in den USA, aber auch in Frankreich und Britannien, unter anderem aus dem innenpolitischen Grund schwieirg, dass die Israel-Lobby dagegen vermutlich erfolgreich mobilisieren könnten und sich eine kriegsunwilligen Regierung durch die vollständige Aufgabe des seit Jahren propagierten Zieles „Regime Change in Syrien“ letztlich selbst schwächen würde.

Um den Würgegriff der zionistischen Lobby zur Ausweitung des Krieges gegen ISIS auf die syrische Armee zu durchbrechen ist die jüngst in vielen Medien wieder breit diskutierte russische Militärhilfe für Syrien ausgesprochen hilfreich. Medienberichte behaupteten etwa, dass Russland Syrien Kleinwaffen, Granatwerfer und Truppentransporter, MiG 31 Abfangjäger und neue moderne Luftabwehrwaffen vom Typ Pantsir-S1 liefere und behaupteten obendrein, dass russische Truppen den Flughafen von Latakia zu einem russischen Luftwaffenstützpunkt ausbauen. Das russische Außenministerium betonte in Reaktion auf solche Medienberichte, dass einige der Berichte falsch seien und Russland zwar, wie seit Jahren allgemein bekannt, Waffen an Syrien liefere, aber keine russischen Truppen in Syrien kämpfen würden. Der russische präsident Putin erklärte weiter dazu, Russland helfe Syrien im Kampf gegen den Terrorismus, aber russische Truppen würden in Russland nicht kämpfen und eine Debatte über den Einsatz russischer Truppen in Syrien sei „verfrüht“ – doch er schloss den Einsatz russischer Truppen für die Zukunft dabei nicht aus. Russlands Außenminister Sergey Lavrov erklärte weiterhin trocken, selbstverständlich seien in Syrien russische Militärs vor Ort, die syrische Militärs in die Bedienung moderner russischer Waffen einweisen würden. Und später erklärte Putins Sprecher noch, nachdem Syriens Außenminister gesagt hatte, er werde nicht zögern, Russland um die Entsendung von Truppen zu bitten, wenn dies nötig sein sollte, selbstverständlich würde Russland es prüfen und in Erwägung ziehen, russische Truppen nach Syrien zu schicken, wenn die syrische Regierung Russland daraum bitte, aber eine solche Bitte gäbe es gegenwärtig nicht. All das ist ein dicker Strich durch die Rechnung all der Vertreter der zionistisch-wahhabitischen Achse, die mit verschiedenen Marketingkonzepten darauf drängen, die Luftangriffe auf ISIS in Syrien zu einem Krieg gegen die syrische Armee auszuweiten. Gleich ob die Berichte über die russische Militärhilfe im Einzelnen stimmen oder nicht, allein schon das Statement von Putin, die Diskussion über den Einsatz russischer Soldaten in Syrien sei verfrüht, aber eben nicht ausgeschlossen, schreddert jede militärische Planung von NATO-Staaten, Luftangriffe gegen ISIS unter Stichworten wie Flugverbotszone oder Schutzzone zu einem Krieg gegen die syrische Armee auszuweiten, denn damit droht jede solche Verletzung der syrischen Souveränität zu einem Krieg nicht nur gegen Syrien, sondern auch gegen Russland zu werden, und das wäre dann, insbesondere in Anbetracht des eskalationslogischen gegenseitigen Einsatzes von Nuklearwaffen, mehr Krieg als selbst zionistische Kriegsbefürworter in westlichen Staaten es vertreten wollen. Und ganz sicher wird es der zionistischen Lobby auch nicht gelingen, der bevölkerung weißzumachen, dass eine Intensivierung des Krieges in Syrien durch NATO-Angriffe auf die syrische Armee – oder gar Angriffe auf russische Soldaten – dazu führen werden, dass die sogenannte „Flüchtlingskrise“ geringer werden wird. Zu offensichtlich ist das Gegenteil der Fall: mehr Krieg bedeutet mehr Flüchtlinge.

Die gerade von Frankreich angekündigten Luftangriffe gegen ISIS in Syrien, ohne diese wenigstens wie die USA indirekt über den Irak mit der syrischen Regierung abzustimmen, bergen außerdem das Risiko, dass französische Kampfjets bei ihren völkerrechtlich illegalen Angriffen als nicht-identifizierte Flugobjekte durch frisch nach Syrien gelieferte Luftabwehrwaffen abgeschossen werden, möglicherweise auch durch russische Waffeneinweiser, was dann besonders lange Gesichter in Paris gäbe. Die demonstrative militärische Unterstützung Russlands für Syrien verdeutlicht also militärisch geradezu zwingend zwingend die Notwendigkeit, zumindest im Kampf gegen ISIS mit der syrischen Staatsführung, also Präsident Assad, ein Einvernehmen zu erzielen, und sei es nur indirekt. Aus diesem Grund ist es auch leicht nachvollziehbar, dass US-Präsident Obama am 11. September ankündigte, sich bezüglich der Zukunft Syriens mit Russland abstimmen zu wollen, und diese Absicht von der Israel-Lobby nicht ernsthaft kritisiert werden konnte.

Durch die Kombination aus „Flüchtlingskrise“ und russischer Militärhilfe ist der zionistisch-wahhabitischen Achse der Weg zu einer weiteren Eskalation in Syrien effetiv versperrt, was nichts anderes bedeutet, als dass die Achse des Terrors auf bestem Weg ist, den Terrorkrieg gegen Syrien zu verlieren, und zionistische Propagandisten wissen es auch, aber ihr Jammern wird der zionistisch-wahhabitischen Terrorachse nicht helfen, die Lage noch zu drehen. Bei der nach den dritten Moskauer Gesprächen anstehenden Genf-III-Konferenz kann die Niederlage der zionistisch-wahhabitischen Achse in Syrien dann hoffentlich auch international verbindlich eingetütet werden.

Krieg im Irak zu führen erweist sich unterdessen einmal mehr als katastrophale Fehlentscheidung der zionistisch-wahhabitischen Achse. Nachdem die von Israel vorangetriebene US-Invasion des Irak 2003 dazu führte, dass in Bagdad Teheran-freundliche Kräfte an die Macht kamen, führte der von saudischen Wahhabiten, unterstützt von Israel und der Türkei nahestehenden kurdischen Kräften von Barzani, vorangetriebene Versuch, Bagdad im Jahr 2014 durch eine wahhabitische Terroroffensive unter Kontrolle der zionistisch-wahhabitischen Achse dazu, dass nun in Bezug auf den Irak praktisch die ganze Welt im Kampf gegen die den Saudis außer Kontrolle geratene Proxy-Gruppe ISIS geeint auf Seiten der Teheran-freundlichen Kräfte steht. Das vormalige saudisch-türkische Einflussgebiet des sunnitischen Dreiecks im Irak gerät dabei immer weiter unter den Einfluss Teheran-freundlicher Kräfte und auch die pro-israelische Ausrichtung der kurdischen Autonomieregion im Irak bröckelt, da Teheran den Peschmerga im Kampf gegen ISIS einfach mehr zu bieten hat. Nach der Befreiung der Provinzhauptstadt Tikrit geht die Befreiung der Provinz Salaheddin nördlich von Tikrit weiter und gleichzeitig drehen die von Iran unterstützten irakischen Kräfte allmählich die Lage in der Provinz Anbar. Bis es soweit ist, dass abschließend die Millionenstadt Mossul von kurdischen und Teheran-freundlichen aus den Händen von ISIS befreit wird, wird sicher noch eine ganze Weile vergehen, aber stetige Fortschritte auf dem Weg dahin sind über die Monate unverkennbar. Die langsame Geschwindigkeit dabei ist kein Nachteil, im Gegenteil, die Langsamkeit ermöglicht den Teheran-freundlichen irakischen Kräften die sukzessive Einbindung von aus der lokalen Bevölkerung rekruitierten Kämpfern gegen ISIS, die die von ISIS befreiten Gebiete anschließend auch halten können. Gleichzeitig ist die langsame Geschwindigkeit bei der Befreiung des Irak dabei hilfreich, stetig neue internationale Unterstützung im Kampf gegen den wahhabitischen Terrorismus zu galvanisieren.

Eine geradezu groteske Nebenfront des zionistisch-wahhabitischen Krieges gegen Syrien hat sich unterdessen nördlich von Syrien in der Türkei entwickelt, wo der Krieg zwischen der türkischen Armee und der PKK immer mehr an Fahrt gewinnt. Der von der Wiedererrichtung eines von Istanbul aus geführten osmanischen Großreiches träumende türkische Präsident Erdogan hofft dabei offenbar, dass ein türkischer Krieg gegen die PKK seiner Partei AKP dabei helfen wird, die Macht in der Türkei zu behalten. Die direkte regionale Folge seines Krieges gegen die PKK ist indes genau das Gegenteil seiner großtürkischen Träume: durch den Krieg gegen die PKK treibt er sowohl die nordsyrischen als auch die nordirakischen Kurden in Richtung einer Allianz mit Teheran. Damit ist der Traum vom neutürkischen Großreich schon geplatzt, denn ohne kurdische Unterstützung kommt der türkische Einfluss dauerhaft keinen Meter über die südliche Grenze der Türkei hinaus. Gleichzeitig entfremdet Erdogan mit dem neuen Krieg gegen die PKK die Türkei von seinen NATO-Partnern, die die PKK-Schwesterorganisation YPG als ihren wichtigsten Partner im Kampf gegen ISIS in Syrien betrachten. Und wenn es der AKP auch kurzfristig innenpolitisch nützlich sein mag, so dürfte das Entfesseln eines Bürgerkrieges in der Türkei, und nichts anderes ist Erdogans Krieg gegen die PKK, langfristig auch innenpolitisch in der Türkei nach hinten für Erdogan losgehen: das Land wird zerstört und Erdogan wird als der Schuldige daran ausgemacht werden. Ob die Türkei dabei langfristig in der NATO gehalten werden kann, steht völlig in den Sternen, denn wenn Erdogan eine Chance haben will, aus seinem selbstgemachten Schlamassel noch irgendwie herauszukommen, dann ist ist die Option der Freundschaft mit Russland, und eine echte türkische Allianz mit der SCO, natürlich unter Aufgabe seiner Regime-Change-Vorhaben in Syrien und Irak. Sollte die Türkei infolge der völlig gescheiterten großtürkischen Politik von Erdogan und Davutoglu in einigen Jahren die NATO verlassen, wäre das der schwerste Schlag für die NATO seit Gründung dieses Israel-freundlichen Bündnisses, aber soweit, dass das unvermeidlich ist, ist es noch nicht.

Obgleich die Front sowohl von Massenmedien als auch von Aktivisten vernachlässigt wird, ist eine strategisch möglicherweise noch bedeutsamere Front im Krieg der zionistisch-wahhabitischen Achse gegen den Rest der Welt die Front in Jemen. Seit Jahrzehnten das erste Mal sind die saudischen Wahhabiten da direkt in einen Krieg involviert, und zwar nicht mit Proxy-Kräften wie Al Kaida, sondern direkt mit eigenen Streitkräften, und das bis zu den Ohren. In keinem anderen Krieg riskiert die zionistisch-wahhabitische Achse soviel wie im Jemen. Verliert die saudisch geführte Koalition wahhabitischer GCC-Diktaturen den selbst gewählten Krieg gegen den Jemen, können die Konsequenzen harsch sein. Nicht nur wird Jemen dann ein neues Mitglied der Achse des Widerstandes werden, sondern der zionistisch-wahhabitischen Achse droht eine strategisches Desaster bis hin zum Zerfall des saudisch-wahhabitischen Königreiches. Auf dem Papier mag der saudische Krieg gegen den Jemen, wie US-Amerikaner es ausdrücken, wie ein Slam Dunk ausgesehen haben. Der finanzstärkste arabische Staat, Saudi Arabien, führt Krieg gegen den Ärmsten, Jemen, und er bringt dazu gleich noch eine Koalition aus acht weiteren arabischen Staaten mit, darunter den Staat mit der größten arabischen Armee, Ägypten, logistische Unterstützung durch die führende Weltmacht, die USA, und obendrein mehrere UN-Sicherhietsratsresolutionen, in denen die de-facto Herrscher in Sanaa verurteilt wurden. Jemen kann auf keinerlei Unterstützung von außen zählen, außer moralischer Unterstützung durch Iran und die libanesische Widerstandsgruppe Hisbollah. Das sah nach einem klaren Sieg für die wahhabitische Koalition aus.

Doch knapp sechs Monate nach dem Beginn des saudisch-wahhabitischen Krieges gegen den Jemen ist die Realität eine ganz andere. Der wichtigste Punkt beim saudisch geführtem Krieg gegen den Jemen, davon bald sechs Monate Luftkrieg und mehr als zewi Monate Invasion, wurde gerade vom zionistischen Propagandablättchen New York Times zugegeben. Kareem Fahim schrieb am 12. September 2015 für die New York Times:

Anstatt jedoch mehr Jemeniten gegen die Houthis aufzubringen, kristallisieren die Luftangriffe Ärger in Teilen des Landes gegen Saudi Arabien und seine Partner, einschließlich der USA.

Deutlicher geht es kaum: die ganze saudischen Luftangriffe mit all ihren überlegenen Waffen haben neben Tausenden von Toten vor allem dazu geführt, dass immer größere Teile der jemenitischen Bevölkerung wütend sind auf die Saudis. Wenn diese Behauptung nur annähernd wahr ist, dann haben die saudisch-geführten Wahhabiten den Krieg gegen den Jemen bereits jetzt so gut wie verloren. Um das zu begreifen, muss man sich bloß folgendes von Augen halten: Vor dem saudischen Krieg war die Unterstützung der jemenitischen Bevölkerung für die Kräfte gegen die zionistisch-wahhabitische Achse im Jemen stark genug, dass sie die faktische Regierungsgewalt im Jemen erlangt haben, und durch die saudische Bombardierung des Jemen ist die Unterstützung für die gegen die Saudis gerichteten Kräfte nun noch gewachsen. Es gibt keinen Grund, das Eingeständnis der New York Times für falsch zu halten, denn eine wachsende Wut auf die Saudis ist eine logische Folge der wilden und oft ziellos erscheinenden saudisch geführten Bombardierung der jemenitischen Bevölkerung. Selbst wenn es den Saudis und ihren Handlangern nun im Krieg gelingen sollte, ganz Jemen zu erobern, müssen sie also damit rechnen, dass sie bei den entsprechend dem UN-Prozess folgenden Wahlen alles wieder verlieren.

Davon, den ganzen Jemen zu erobern, sind die saudisch geführten Invasionstruppen und ihre Handlanger jedoch weit entfernt. Zwar haben sie Aden erobert, aber obwohl die saudisch geführte Koalition bereits Tausende Zivilisten in nunmehr bald sechs Monate andauernden Luftangriffen ums Leben gebracht hat und die jemenitische Bevölkerung durch eine rigorose Seeblockade auszuhungern versucht, ist die Offensive gegen die Hauptstadt Sanaa ins Stocken geraten. Und es häufen sich die Verluste unter den Invasionstruppen. Beinahe täglich zeigt der jemenitische TV-Sender Al Masirah neue Bilder von ausgebrannten Militärfahrzeugen der Invasionstruppen. UN-Vermittler Ismail Ould Cheihk Ahmed schrieb Anfang September in einer der Presse zugespielten Email an den zionistischen UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman, dass die Invasionstruppen Schwierigkeiten hätten, von Aden aus nach Norden vorzustoßen, was es so aussehen lasse, dass die Eroberung von Sanaa schwierig und zeitraubender werden würde als gedacht. Die lokalen Kräfte der als „Hirak“ bekannten Unabhängigkeitsbewegung des Südjemens seien unwillig, mit der saudischen Exilregierung zu kooperieren, sodass die Saudis beim Vormarsch von Aden aus nach Norden abhängig seien von Gruppen, die der Muslimbruderschaftspartei Islah, Salafisten oder Al Kaida nahestehen, die der Koalitionspartner VAE nur zögerlich bereit ist, zu unterstützen. Der Anmarsch von Osten her über Marib auf Sanaa geriet den Invasionstruppen unterdessen schon beim Truppenaufmarsch zur Katastrophe. Als der jemenitische Widerstand da ein Munitionslager der Invasionstruppen traf, starben nach offiziellen Angaben der saudisch-geführten Kriegskoalition allein dabei 46 Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate sowie zehn saudische und fünf bahrainische Soldaten.

Das emiratische Herrscherhaus erklärte daraufhin emiratische Vergeltungsangriffe, die die jemenitische Zivilibevölkerung trafen, öffentlich damit, dass die „Rache“ für die Verluste nicht lange brauchen werde, und die würde vorangehen, bis „Jemen vom Abschaum gereinigt“ sei, während der bahrainische Außenminister in einem Interview erklärte, es würden Bodentruppen benötigt, „um den iranischen Einfluss im Jemen zu eleminieren.“ Damit hat die saudisch geführte Koalition ihre tatsächlichen von Hass gespeisten Ziele im Jemen offengelegt. Diese Ziele stehen in fundamentalen Widerspruch nicht nur zum früher erklärten Ziel der Wiederherstellung der vorgeblich legitimen Macht der Exil-Regierung, sondern auch zum UN-geführten Prozess, dem zufolge alle politischen Kräfte des Jemen, einschließlich der iran-freundlichen, an der Macht beteiligt werden sollen. Ein offzieller Disput der saudischen Kriegskoalition mit der UNO dürfte bei dieser Zielsetzung zukünftig kaum zu vermeiden sein.

Im Jemen selbst erleidet die saudische Koalition unterdessen beinahe täglich weitere Verluste bei ihren Versuchen, am Boden auf Sanaa vorzumarschieren und das bereits eroberte Gebiet zu halten. Der jemenitischen Armee und dem jemenitischen Widerstand gelingt es unterdessen immer besser, den Krieg dort auf saudisches Gebiet auszudehnen. Die Saudis zeigen sich nicht fähig, ihre Grenze zum Jemen wirklich zu sichern und Nachschub an Kämpfern und Waffen, von denen es im Jemen mehr als genug gibt, ziemlich problemlos über die Grenze nach Saudi Arabien gelangen kann. Zu Pass kommt dem Widerstand dabei der Umstand, dass die Saudis auch die eigene dort nahe der saudischen Südwestgrenze lebende Bevölkerung, die dort vielfach zaiditischen oder ismailitischen Glaubens ist, aus sektierischen Gründen diskriminiert und unterdrückt. Sollte der Krieg gegen den Jemen noch lange andauern, dann muss damit also gerechnet werden, dass sich daraus auch in Saudi Arabien ein Bürgerkrieg entwickelt. Würde so ein Bürgerkrieg in Saudi Arabien einmal Fahrt bekommen, wäre seine Verbreitung über weite Teile des Königreiches kaum zu stoppen. Viele Schiiten in der ölreichen Provinz Qatif warten etwa nur darauf, ihre wahhabitischen Unterdrücker abzuschütteln, während zahlreichen mit ISIS und Al Kaida sympathisierenden Extremisten im Zentrum und Norden des Landes das saudisch-wahhabitische Regime nicht rigide genug ist. Einfach aus dem Jemen abzuziehen und den Krieg gegen den Jemen einzustellen und dem UN-geführten Friedensprozess seinen Lauf zu lassen, wobei klar ist, dass der Jemen sich dann wahrscheinlich ziemlich schnell der von Teheran geführten Achse des Widerstandes anschließen würde, wird derweil für das wahhabitische Herrscherhaus mit jedem gefallenen saudischen Soldaten innenpolitisch schwieriger. Wenn das saudische Regime den Krieg gegen den Jemen nun verloren gibt, muss es damit rechnen, dass der Frust dazu führt, dass es von innenpolitischen Gegnern gestürzt wird. Damit stecken die saudischen Wahhabiten bereits jetzt im Jemen tief im Sumpf, und mit jedem weiteren Kriegstag geraten sie da tiefer hinein. Auch wenn ein daraus möglicherweise hervorgehender Staatszerfall Saudi Arabiens natürlich alles andere als sicher ist, so ist es jedenfalls jetzt schon so, dass die saudischen Wahhabiten knappe Ressourcen wie etwa Geld, Extremisten, Söldner, Proxies und Aufmerksamkeit vornehmlich für den Krieg gegen den Jemen einsetzen, und diese Ressourcen der zionistisch-wahhabitischen Achse an anderen Fronten, wie etwa in Syrien, nicht mehr zur Verfügung stehen.

Eine weitere Front im globalen Krieg der Achse des Terrors ist die Ukraine. In der Ukraine war es Zionisten vor eineinhalb Jahren bekanntlich gelungen, mit Hilfe von Neonazi-Banden einen anti-russischen Staatsstreich durchzuführen. Wesentliche Ziele der zionistischen Kräfte hinter dem Neonazi-Staatsstreich in der Ukraine waren, damit die Beziehungen zwischen der EU und den USA zu Russland zu vergiften, den gemeinsam mit der Ukraine betriebenen militärisch-industriellen Komplex Russlands zu beschädigen, die russische Wirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen und das russische Militär in Europa zu binden, um so Russland dazu zu zwingen, die russische Unterstützung für die syrische Regierung im Kampf gegen den von der zionistisch-wahhabitischen Achse gesponsorten Terrorismus in Syrien zurückzufahren. Dass es eine solche Verbindung gibt, bestätigte Jackson Diehl, ein führender Vertreter der zionistischen Achse, kürzlich in der Washington Post, der darüber jammerte, dass Frieden in der Ukraine dazu führt, dass Russland Kräfte freibekommt, um das russische Engagement in Syrien hochzufahren. In der Ukraine selbst sieht die Lage so aus, dass die Lage an der Front im Donbass seit einigen Wochen vergleichsweise ruhig ist, was nun dazu führt, dass die Bevölkerung der Ukraine die durch den Putsch verursachten wirtschaftlichen Probleme deutlicher wahrnimmt. Da die EU-Staaten und erst recht die USA nicht gewillt sind, ihre ukrainische Eroberung durch große Finanztransfers dauerhaft zu subventionieren, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich in der Ukraine bald „Revolutionsfrust“ breit macht und die Bevölkerung sich dann von den pro-westlichen Nazi-Putschisten ab- und wieder zu Russland hinwendet. Jackson Diehl beklagte denn auch folgerichtig, dass Russland nun sowohl in der Ukraine als auch in Syrien seinen Willen bekommen könnte, weil der Westen inzwischen wieder lieber mit Russland kooperieren will als die Konfrontationspolitik gegen Russland fortzusetzen. Bislang läßt sich auf jeden Fall konstatieren, dass der zionistische Nazi-Putsch in der Ukraine die Beziehungen Russlands zu den USA und der EU zwar einigermaßen erfolgreich torpediert hat, dies jedoch die für die zionistisch-wahhabitische Achse sehr unangenehme Nebenwirkung hat, dass Russland dadurch näher an China gerückt ist.

Ein Stück weiter östlich nahe der russischen Südgrenze scheint die zionistisch-wahhabitische Achse nach 36 Jahren eine strategische Niederlage im Afghanistan-Pakistan-Krieg erlitten zu haben, wodurch es endlich eine realistische Perspektive auf Frieden in Afghanistan gibt. Die entscheidende Weichenstellung dazu dürfte die im Sommer beschlossene Aufnahme der bislang fest zur zionistisch-wahhabitischen Achse gehörenden Nuklearmacht Pakistans in die SCO sein. Pakistan war bislang Hauptsponsor der wahhabitischen Taliban-Kräfte in Afghanistan, wobei Pakistan wiederum von Saudi Arabien und den UAE unterstützt wurde. Kurz nach dem Beginn des saudischen Krieges gegen den Jemen, an dem Pakistan seine Teilnahme sehr zum Ärger der wahhabitischen Achse verweigerte, woraufhin China Pakistan zunächst mit einem riesigen Investitionsprogramm belohnte und Pakistan anschließend den Seitenwechsel mit der Vereinbarung des Beitritts zur SCO so gut wie perfekt machte. Einige innenpolitische Gegner versuchen die Ratifizierung des Beitritts Pakistans zur SCO durch blutige Provokationen gegen Indien, das ebenfalls der SCO beitreten soll, zu sabotieren, jedoch sieht es bislang so aus, dass der pakistanische Seitenwechsel weg von der zionistisch-wahhabitischen Achse hin zur SCO tatsächlich stattfindet.

Vor der Beleuchtung der Folgen des Beitritts von Pakistan zur SCO auf den Krieg der zionistisch-wahhabitischen Achse in Afghanistan soll hier noch kurz auf den Beitritt Indiens zur SCO eingegangen werden. Indiens Beitritt zur SCO war in den vergangenen Jahren immer mit der Begründung aufgeschoben worden, dass ein indischer Beitritt zur SCO nur gemeinsam mit Pakistan wünschenswert sei, weil sonst drohe, dass der aus der Gründungszeit der Staaten resultierende Streit zwischen Indien und Pakistan zu einem unlösbaren geopolitischen Konflikt zwischen der Allianz US-geführter Staaten und dem chinesisch-russisch geführten Gegengewicht dazu werde. Durch den Beitritt Pakistans zur SCO wurde das Hindernis beseitigt. Indiens erfolgreiche Aufnahme in die SCO bedeutet, dass die zionistisch-wahhabitische Achse keine Chance mehr hat, Indien, das einzige von der Größe und Bevölkerungsanzahl her dafür geeignete Land der Welt, zu einem zur US-Achse gehörenden strategischen Gegengewicht gegen China aufzubauen. Wenn Indien sich, wie es allgemein erwartet wird, in den nächsten Jahrzehnten neben China und vor den USA und der EU zu einem von zwei geopolitisch herausragenden Schwergewichten entwickeln wird, und China und Indien dann eng verbündet sind, wird eine Achse Indien-China in einiger Zeit demnach die dominierende Kraft der Weltpolitik werden und die bislang die Weltpolitik dominierende zionistisch-wahhabitische Achse beiseite schieben. Schon heute verleiht die Präsenz Indiens in den BRICS und der SCO der Geschichte der um China herum gruppierten Schwellenländer Glaubwürdigkeit, dass sie die Macht der Zukunft sind, während der „Washington Consensus“ die Vergangenheit repräsentiert. Kurz ausgedrückt: der Beitritt Indiens zur SCO verstärkt die Botschaft, dass es eine realistische Alternative zur Dominanz von Tel Aviv und Washington gibt und das führt unter anderem zu einer deutlich gesteigerten Anziehungskraft der russisch-chinesischen Achse für kleinere Drittstaaten weltweit. Der Beitritt von Pakistan zur SCO ist, da die kriegsgeschädigte pakistanische Wirtschaft sehr schwach ist, nicht so entscheidend für das zukünftige globale Kräfteverhältnis wie der Beitritt Indiens, aber man kann sogar den Standpunkt vertreten, dass der pakistanische Beitritt zur SCO selbst diesbezüglich signifikanter ist als der Beitritt ehemaliger Warschauer Vertragsstaaten zur NATO, denn mit über 200 Millionen Einwohnern stellt Pakistan die Gesamtheit der osteuropäischen Staaten von der potentiellen Stärke her durchaus in den Schatten.

Militärisch ist der Übertritt Pakistans zur SCO vor allem für die Saudis und die wahhabitischen GCC-Staaten ein herber Verlust. Die pakistanische Armee zählt von der Personalstärke her zu den größten der Welt, sie ist recht gut ausgerüstet und sie gilt als ziemlich professionell. Bislang betrachteten die Saudis die pakistanische Armee und die mit saudischer Finanzhilfe entwickelten pakistanischen Atomwaffen als eine wesentliche Sicherheitsgarantie für Saudi Arabien. Mit dem Übertritt Pakistans zur SCO dürfte das nun über kurz oder lang flach fallen, und mit der pakistanischen Absage an der Beteiligung am Krieg gegen den Jemen wurde diesbezüglich auch schon ein Anfang gemacht.

Außerdem verspricht der pakistanische Beitritt zur SCO baldige Vorteile im Kampf gegen den Terror und im Ringen um Frieden in Afghanistan. Um diese Vorteile besser verstehen zu können, bedarf es eines kurzen geschichtlichen Rückblicks. Schon zu Beginn des Krieges in Afghanistan vor 36 Jahren war Pakistan der wesentliche Weg, den der wahhabitische Terror nach Afghanistan genommen hat. Pakistan war damals ein fester Verbündeter der USA und wurde bereits in den 70er Jahren von ebenfalls mit den USA verbündeten saudischen Wahhabiten mit vielen Petrodollars wahhabisiert, um so die Ausbreitung der kommunistischen Ideen der Ungläubigen aus Moskau zu verhindern. In den 80er Jahren wurde der von den USA unterstützte wahhabitische Terrorkampf von Pakistan aus auf Afghanistan ausgedehnt, wo dann wahhabitisch indoktrinierte Fanatiker mit Basen in Pakistan zusammen mit wahhabitischen Extremisten aus arabischen Staaten, darunter der schwerreiche Saudi Osama Bin Laden, die Ungläubigen aus Moskau und der UdSSR auch direkt und mit tödlicher Gewalt bekämpften. Nach dem Rückzug der Moskauer Armee eroberten dann vom pakistanischen Geheimdienst ISI geführte Wahhabiten, die sich da Taliban nannten, von ihren Basen in Pakistan aus beinahe ganz Afghanistan und errichteten dort ein wahhabitisches Emirat, in dem dann auch wahhabitische Extremisten aus aller Welt, darunter Osama Bin Laden und seine inzwischen unter der Bezeichnung Al Kaida bekannte Gruppe, Stützpunkte errichteten. Pakistan betrachtete das wahhabitische Emirat in Afghanistan als notwendige „strategische Tiefe“ Pakistans im Streit mit Indien und unterstützte dieses wahhabitische Gebilde deshalb. Außer Pakistan erkannten genau zwei Staaten der Welt das wahhabitische Emirat Afghanistan als Staat an, nämlich Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, was die tatsächlichen wahhabitischen Mächte hinter den Taliban offenlegte. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts beschlossen die USA, dass sie die wahhabitischen Extremisten in Afghanistan nicht mehr leiden können, und besetzten Afghanistan, unter anderem mit Blick darauf, dass sie dadurch eine strategische Position für einen potentiellen Angriff auf Iran und im Kampf um Macht und Energieressourcen im weichen und verletzlichen russischen Unterbauch Zentralasiens aufbauen würden. Die USA brachten Pakistan mit massiven Drohungen und Finanzhilfen dazu, den USA ihr Land als Zugang nach Afghanistan zur Verfügung zu stellen, doch gleichzeitig unterstützte der pakistanische Geheimdienst ISI weiterhin die Taliban, die von Basen in Pakistan aus die US-geführten Besatzungstruppen in Afghanistan bekämpften. Das war insofern trotz des Widerspruches, dass Pakistan damit beide Seiten im Krieg in Afghanistan unterstützte, in gewisser Weise logisch, als dass die USA ihrerseits auch immer mehr auf Indien als strategischen Partner in der Region setzten, die USA damit aus Sicht Pakistans ebenfalls ein doppeltes Spiel gegen das US-pakistanische Bündnis spielten und Pakistan nach einem irgendwann in der Zukunft erwarteten Abzug der USA Afghanistan nur mit Hilfe der Taliban als strategische Tiefe für einen Konflikt mit Indien zurückgewinnen hätte können. Zu Beginn des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts waren die USA von ihren anhaltenden Verlusten, den immer höheren Kosten der Besatzung, dem schlechten Zugang und dem pakistanischen Doppelspiel so entnervt, dass sie ihr Ziel, Afghanistan unter US-Kontrolle zu bringen, aufgaben. Inzwischen wollen die USA nur noch möglichst gesichtswahrend raus aus Afghanistan. Um eine neue große Runde des Krieges in Afghanistan zu vermeiden, unterstützen die USA inzwischen, genau wie Iran und die SCO-Staaten, eine Machtteilung zwischen dem von Pakistan unterstützten Präsidenten Ashraf Ghani und dem von Iran und Russland unterstützten „Chief Executive Officer“ von Afghanistan, Abdullah Abdullah, und Versöhnungsgespräche zwischen dem Afghanistan, Pakistan und den Taliban. Der entscheidende Durchbruch dabei scheint der Beitritt von Pakistan und Indien zur SCO zu sein.

Pakistan und Indien haben durch den gemeinsamen Beitritt zur SCO beschlossen, trotz ihrer Streitereien miteinander letztlich geopolitische Verbündete zu werden, und das vorerst de facto unter der Schirmherrschaft der stärksten Staaten der SCO, Russland und China. Die SCO erwartet von allen Mitgliedsländern, dass sie sich bezüglich der Unterstützung und Beherbergung fremder Truppen in der Region eng mit der SCO abstimmen und die Sicherheitsbedürfnisse anderer SCO-Staaten zu berücksichtigen. Im Falle Pakistans betrifft das selbstverständlich insbesondere die in Afghanistan stationierten US-geführten Truppen, und es ist davon auszugehen, dass Pakistan dem mit dem Beitrittsgesuch zur SCO zugestimmt hat. Praktisch dürfte der Beitritt Pakistans zur SCO deshalb bedeuten, dass die SCO die Kontrolle über alle Nachschubrouten der US-Truppen im Binnenstaat Afghanistan erlangt hat, ud die SCO den USA in Afghanistan damit nach Belieben den Saft abdrehen kann. Der geopolitische Konflikt um Afghanistan ist damit entschieden, und auch wenn einige US-geführte Truppen auf Wunsch der afghanischen Bevölkerung noch eine Weile in Afghanistan bleiben, sind sie da keine Bedrohung mehr für die umliegenden SCO-Staaten und Iran. Da die USA ohnehin schon zu der Einsicht gekommen sind, dass sie nur noch möglichst gesichtswahrend aus Afghanistan wegwollen, sind auch keine ernsthaften US-Züge zum Drehen ihrer Lage in Afghanistan mehr zu erwarten.

Da der pakistanische Geheimdienst ISI die Führung der Taliban innehat, bedeutet der Beitritt Pakistans zur SCO weiterhin, dass die Führung der Taliban nun von der saudisch-wahhabitischen Achse auf die SCO übergegangen ist. Da Pakistan mit dem SCO-Beitritt zum geopolitischen Verbündeten Indiens wird, kann Pakistan die durch die Taliban erlangte strategische Tiefe in Afghanistan aufgeben. Pakistan kann und soll als SCO-Mitglied selbstverständlich politischen Einfluss in Afghanistan haben und ausüben, aber für die SCO ist es inakzeptabel, dass ein Mitgliedsstaat eine terroristische Methoden anwendende Gruppe, wie die Taliban es sind, unterstützt, und erst recht, wenn sich der Terror gegen die strategischen Interessen der SCO nach Stabilität und Sicherheit im Zentrum der SCO-Region richtet. So dürfte Pakistan bereits mit dem Beitrittsgesuch zur SCO zugestimmt haben, dass Pakistan die SCO ernsthaft und aufrichtig dabei unterstützt, die Taliban schnellstens entweder im Rahmen einer politischen Lösung in Afghanistan und Pakistan als friedliche politische Kräfte zu reintegrieren, oder wo und insoweit das nicht möglich ist, sie bis zur Eliminierung zu bekämpfen. Und es sieht so aus, dass Pakistan liefert. Nur durch pakistanischen Druck ist es zu erklären, dass die Taliban vor wenigen Wochen eingeräumt haben, dass ihr Anführer Mullah Omar längst tot ist, und sie stattdessen mit Mullah Akhtar Mansour wieder eine lebendige Person zu ihrem Anführer gekürt haben. Militärisch wäre ein Anführer, der längst tot ist, den Taliban vermutlich nützlicher, weil ein toter, aber für lebendig gehaltener, Anführer es dem Feind unmöglich macht, den Anführer der Gruppe zu erwischen und die Gruppe damit niemals, wie schwach sie auch sein mag, vollkommen besiegt werden kann. Da nur mit Lebenden eine haltbare Versöhnungsvereinbarung geschlossen werden kann, ist die Ernennung von Mullah Akhtar Mansour zum Taliban-Führer ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg zu einer tragfähigen Versöhnungsvereinbarung. Nachdem Mullah Akhtar Mansour seine Autorität als Anführer der Taliban durchgesetzt hat und abtrünnige Splittergruppen eleminiert wurden, sollte damit eine vom pakistanischen Geheimdienst ISI erzwungene Versöhnungsvereinbarung der afghanischen Regierung mit den Taliban möglich sein, womit der Krieg in Afghanistan nach der Eliminierung versprengter Reste an Terroristen, die ohne Unterstützung durch das Nachbarland Pakistan agieren, endlich beendet werden könnte. Für die zionistisch-wahhabitische Achse des Terrors bedeutet die Aussicht auf Frieden in Afghanistan, dass sie ein wesentliches Instrument, um Iran, Russland und China von Zentralasien her zu destabilisieren, verliert.

Eine der bislang am wenigsten beachteten und diskutierten Folgen des pakistanischen Seitenwechsels zur SCO ist die Frage, welche Auswirkungen das auf die wahhabitische Terrororganisation Al Kaida und ihre verschiedenen Zweige hat. Wie oben bereits erklärt wurde, ist der pakistanische Geheimdienst seit Jahrzehnten der wichtigste Unterstützer der Taliban, und daran ändert auch nichts, dass die Finanzierung für die Taliban sicherlich zu wesentlichen Teilen von wahhabitischen GCC-Staaten kommt. Da Pakistan nun zur SCO gehört, sind auch die Taliban nun mehr oder weniger eine von der SCO geführte Organisation, wenngleich da natürlich die Taliban nicht so ohne weiteres mitspielen. Nun ist es so, dass, nachdem die abtrünnige Al-Kaida-Gruppe ISIS im Sommer 2014 ihr Kalifat in Mossul ausgerufen hat, die Führung von Al Kaida, oder derjenige Geheimdienst, der die Kommunikation der Al-Kaida-Führung kontrolliert, nicht müde geworden sind, zu behaupten, dass sowohl Osama Bin Laden als auch sein Nachfolger Ayman Zawahiri Taliban-Chef Mullah Omar die Treue geschworen haben, was selbstredend ein Versuch war, das ISIS-Kalifat in den Augen wahhabitischer Jihadisten zu delegitimisieren und stattdessen Treue zu Al Kaida zu verlangen. Nachdem nun 2015 aufgefallen war, dass Taliban-Führer Mullar Omar, dem die Al-Kaida-Führung den Treueeid geschworen haben will, schon lange tot war, hat der gegenwärtig als Al-Kaida-Chef betrachtete Ayman Zawahiri dem neuen Taliban-Führer Mullah Mansur öffentlich die Treue geschworen – oder ein unbekannter Geheimdienst, dessen Sockenpuppe Zawahiri ist, hat es jedenfalls so aussehen lassen. Wie dem auch sei, Mullah Mansour soll sich jedenfalls erfreut gezeigt und den im Namen von Al Kaida abgegebenen Treueeid von Al-Kaida-Chef Zawahiri jedenfalls akzeptiert haben. Ob das Alles so stimmt, und gerade im von Sockenpuppen geprägten Terrorismusbereich ist das sehr, sehr fraglich, ist zweitrangig, denn was wirklich zählt, ist, dass die Masse der Al-Kaida-Kämpfer daran glaubt – und das ist zweifelsohne der Fall.

Da die in unterschiedlichen Regionen aktiven Zweige von Al Kaida, etwa Al Kaida auf der arabischen Halbinsel und die syrische Nusra Front, allesamt Al-Kaida-Chef Zawahiri Treueeide geleistet haben, sind die damit allesamt nun quasi offiziell Tochterorganisationen von Mullah Mansour und seinen Taliban, die selbst wiederum dem pakistanischen Geheimdienst ISI unterstehen. Und mit dem Beitritt Pakistans zur SCO gehört nun natürlich auch der pakistanische ISI zu den Sicherheitsbehörden der SCO. Um es kurz zu machen: mit dem pakistanischen Seitenwechsel von der zionistisch-wahhabitischen Achse zur SCO hat die SCO über die Loyalitätskette ISI-Mullah-Mansour-Ayman-Zawahiri auch die Kontrolle über Al Kaida erlangt. Diese Loyalitätskette ist übrigens zwar den Masenmedien, aber nicht dem Fußvolk von ISIS entgangen, das etwa zur syrischen Nusra Front gehörende Terroristen damit verspottet, sie seien die Fußtruppen des pakistanischen ISI, und gehören mit dem Beitritt Pakistans zur russisch geprägten SCO nun zu Putins Schergen, während die Terrorgruppe ISIS demgegenüber den wahren, reinen, unkorrumpierten und so weiter, Jihadismus verkörpere. Natürlich betrachten sich die wahhabitischen Terroristen der Nusra Front genausowenig als an der Seite Putins stehend wie die saudischen Handlanger von AQAP im Jemen, aber nichtsdestotrotz mag der Beitritt Pakistans zur SCO diesbezüglich Futter für Überlegungen geben, ob die SCO über die Loyalitätskette von Al Kaida zu den Taliban zum pakistanischen ISI möglicherweise – obwohl Franchise-Terrorismus nicht mit einer militärischen Befehlskette zu verwechselt werden darf – einen nützlichen Hebel in die Hand bekommen hat, um dem wahhabitischen Terrorismus von Al Kaida auf Wegen beizukommen, die es vorher nicht gab. In jedem Fall wird der Verlust des ISI und seines Einflusses auf wahhabitische Terroristen ein schwerer Schlag für die zionistisch-wahhabitische Achse.

An der nach wie vor vom zionistisch-wahhabitischen Terrorkrieg gegen Libyen geprägten Front in Nordafrika gibt es unterdessen Hoffnungsschimmer, dass sich auch da die Situation langsam dreht. Es sind nur Hoffnungsschimmer, aber immerhin. Immer mehr zum wichtigsten Hoffnungsträger der Region wird dabei ausgerechnet der mit saudischer und emiratischer Unterstützung an die Macht geputschte ägyptische General Sisi. General Sisi sitzt in Ägypten nach wie vor die Muslimbruderschaft im Nacken und im Sinai führt er einen blutigen Krieg gegen den dortigen ISIS-Ableger. So ist es verständlich, dass General Sisi, obwohl Ägypten nach wie vor von saudischen und emiratischen Finanzspritzen abhängt, die Nähe zu Russland sucht, das in der Welt die führende Rolle als Waffenlieferant im Kampf gegen den wahhabitischen Terror innehat. Und obwohl die Kontakte aus Rücksicht auf die Saudis bisher eher verdeckt ablaufen, bemüht sich General Sisi auch darum, zumindest im Anti-Terror-Kampf gut mit Syrien zu kooperieren. Ähnliches gilt für Tunesien, dass ebenfalls mit wahhabitsichem Terrorismus zu kämpfen hat und sich dazu offenbar zunehmend um eine Wiederherstellung der vor rund vier Jahren von tunesischer Seite abgebrochenen Beziehungen zu Syrien bemüht. Auch wenn im größten Teil Libyens nach wie vor die von der zionistisch-wahhabitischen Koalition an die Macht gebombten Terrorbanden herrschen, läuft das darauf hinaus, dass es den zionistisch-wahhabitischen Terrorbanden in Libyen irgendwann an den Kragen gehen wird, denn weder Ägypten im Osten noch Tunesien im Westen werden dauerhaft bloß zusehen wollen, wie der herrschende Terrorismus in Libyen den Anti-Terror-Kampf im eigenen Land untergräbt. AUch auf der anderen Seite der Sahara scheinen sich die Zeichen gegen die zionistisch-wahhabitische Achse zu wenden. So scheint etwa Nigeria nach dem Abtritt des zionistischen Lakaien endlich ernst mit dem Kampf gegen den wahhabitischen Terror machen zu wollen und der seit der von Israel vorangetriebenen Abspaltung des südlichen Landesteiles finanziell sehr klamme Sudan ist, obwohl er sich wie Ägypten von den Saudis zu einem rudimentären Beitrag im Krieg gegen den Jemen zwingen ließ, vor einigen Wochen eine strategische Partnerschaft mit China eingegangen.

Was einstweilen offen bleibt, ist die zentrale Frage Palästina. Der israelische Regierungschef Netanjahu bemüht sich mit seiner auf einer Ein-Stimmen-Mehrheit basierenden Extremisten-Koalition zwar nach Kräften, Israel international zu isolieren, doch ob ihm das angesichts der sklavischen Loyalität einiger führender westlicher Staaten zum Zionistismus wirklich nachhaltig gelingt, muss noch abgewartet werden. Festgestellt werden kann, dass international seit einiger Zeit bezüglich der Arbeit an der Lösung des Palästina-Konfliktes Stillstand und betretenes Schweigen herrschen, während zionistische Extremisten weiter im Eiltempo Siedlungen auf geraubtem Land bauen und die palästinensische Bevölkerung terrorisieren. Dass sich an dieser Situation etwas durch die Überraschung, die Mahmud Abbas, der Präsident der palästinensischen Kollaborationsbehörde, für seine am 30. September geplante Rede vor der diesjährigen Generalversammlung der UNO angekündigt hat, etwas grundlegend ändern wird, muss man aufgrund bisheriger Erfahrungen leider bezweifeln. An der palästinensischen Front ist leider nicht viel Linderung zu erwarten, bis serienweise verlorene Kriege die zionistisch-wahhabitische Terrorachse wirklich in Bedrängnis bringen. Aber auf diesem Weg gibt es, wie oben im Detail, tatsächlich deutliche Fortschritte. Die zionistisch-wahhabitische Achse ist angeschlagen und läuft Gefahr, in sämtlichen von ihr in den letzten Jahren angezettelten Kriegen strategische Niederlagen zu erleiden.

Die nächste große Schlacht gegen die zionistisch-wahhabitische Achse des Terrors steht am 30. September an. Russland hat für diesen Tag parallel zur Generalversammlung ein Treffen auf Ministerebene im UNO-Sicherheitsrat anberaumt, wo ein gemeinsamer Beschluss über die gemeinsame Bekämpfung des wahhabitischen Terrorismus gefasst werden soll. Mit dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates könnte, wenn er zustande kommt, die Niederlage der zionistisch-wahhabitischen Allianz in ihren Kriegen gegen Syrien, Irak, Jemen und Libyen beinahe schon besiegelt werden und die Schlinge um die Achse des Terrors damit schon ziemlich eng werden.

27 Gedanken zu “Zionistisch-wahhabitische Achse angeschlagen

  1. Wo die LINKE nicht ist – No-Go-Areas der Linken.

    Früher -ein paar Jährchen früher- sprachen wir noch von blinden Flecken der Partei DIE LINKE (allein der Name ist eine Anmaßung) bei der Analyse der Globalisierungsprozesse.
    Das hier ist aber schon ein No-Go:
    “Wesentliche Ziele der zionistischen Kräfte hinter dem Neonazi-Staatsstreich in der Ukraine waren, damit die Beziehungen zwischen der EU und den USA zu Russland zu vergiften, den gemeinsam mit der Ukraine betriebenen militärisch-industriellen Komplex Russlands zu beschädigen, die russische Wirtschaft in Mitleidenschaft zu ziehen und das russische Militär in Europa zu binden, um so Russland dazu zu zwingen, die russische Unterstützung für die syrische Regierung im Kampf gegen den von der zionistisch-wahhabitischen Achse gesponsorten Terrorismus in Syrien zurückzufahren. Dass es eine solche Verbindung gibt, bestätigte Jackson Diehl, ein führender Vertreter der zionistischen Achse, kürzlich in der Washington Post, der darüber jammerte, dass Frieden in der Ukraine dazu führt, dass Russland Kräfte freibekommt, um das russische Engagement in Syrien hochzufahren.”

    Seit den von mentalen Ausfallprozessen begleiteten Reaktionen auf die Ereignisse 2011 in Lybien und Syrien bis zu den tolldreisten Zivilisationsdurchbrüchen in der Ukraine hören wir ein lautes Schweigen der “Linken” und sehen: Lähmungserscheinung.

    Die sogenannte LINKE kann sich nicht bewegen, da sie um sich herum lauter No-Go-Gebiete errichtet hat, die ähnlich wie schwarze Löcher alle ihre Energie und Aufmerksamkeit binden. Denn die systemstützenden Vertreter dieser Partei sind vollends damit beschäftigt nicht in diese No-Go’s zu treten und damit gelähmt. Auch weil diese Gebiete sich immer mehr nähern und drohen, den politisch-historischen Kerngehalt der sog. LINKEN auszuhölen und zu pervertieren.

    Diese No-Go’ sind -und das lässt sich belegen- durch die jahrelange Arbeit von bestimmten Einflussagenten stark angewachsen und haben gleichzeitig die Prioritäten der “linken” Politik-Reste derart verschoben, dass nicht mehr das grundgesetzlich verankerte Wohl der Staatsbürger im Mittelpunkt steht, sondern das Wohl der Asylanten und Migranten.
    linksfraktionsachsen.de/index.php?section=news&cmd=details&newsid=3723&teaserId=6

    Die Verweigerung der Wahrnehmung der Realität führt dazu, dass schein-linke Politik- Forderungen und der gesamte “linke” Diskurs die Interessen der angloamerikanischen Geld-Macht-Eliten befördert. Diese anti-deutschen, anti-demokratischen Einflussagenten sind namentlich zu identifizieren. Genau das wird zukünftig auch gemacht werden müssen. Denn die Verhöhnung der politischen Vernunft und die fortgesetzte Beleidigung des Menschenverstandes und der Würde der Staatsbürger durch sog. “Linke”, muss politisch und ethisch angemessen bekämpft werden. Denn diese “Linken” befördert die Zerstörung der Zivilisation.

  2. „Der seit einigen Wochen deutlich zunehmende Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Deutschland ist dem Bemühen der syrischen Regierung um eine Verhandlungslösung auch ausgesprochen nützlich, denn damit ist plötzlich Bewegung in die deutsche und europäische Position zum Syrien-Krieg gekommen.“

    Wie passt dies zu den derzeit wohl kaum zu übersehenden Bemühungen der, wie 2011 in Libyen, sonst mit zynischem Wahhabi-Terroristenbejubeln als sogenante „Rebellen“ oder gar „Revolutionäre“ über das Leid der durch diese gefälscht-islamischen Wahhabi-Kopfabschneider und deren US-geführte Luftwaffe für „offene Investorengebiete“ aus ihrer Heimat vertriebenen Menschen hinwegsehenden Nato-Kriegsmedien, nun Akzeptanzbeschaffung für die Aufnahme möglichst vieler aus ihrer Heimat vertriebener Menschen zu betreiben?

    1. clearly

      Meine Vermutung ist, dass die P5+1 und Iran sich schon während der Nuklearverhandlungen darüber im Grundsatz verständigt haben, dass und wie sie den Krieg in Syrien beenden wollen. So wäre auch die überraschende UN-Sicherheitsratsresolution zu Syrien im August zu erklären:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2015/08/19/p5-bereiten-diplomatischer-loesung-fuer-syrien-den-weg/

      Ein wesentliches Problem, was den USA und den EU-Staaten im Weg steht, um ihren Teil zur Beendigung des Syrien-Krieges zu tun, ist die Israel-Lobby, die darauf besteht, nicht von der desaströsen Assad-muss-um-jeden-Preis-weg-Politik abzuweichen und die dabei insbesondere in den in Bezug auf den Versuch des Regime Changes in Syrien führenden Ländern USA, UK und F starken Rückhalt in der Bevölkerung hat. In Deutschland hat die Assad-muss-um-jeden-Preis-weg-Haltung nicht soviel Rückhalt, sodass mit Deutschland in einer westlichen Führungsrolle in Bezug auf Syrien eine Einigung leichter erscheint.

      Die sogenannte „Flüchtlingskrise“ sorgt nun dafür, dass Deutschland reklamieren kann, vom Krieg in Syrien besonders betroffen zu sein, und Deutschland, oder die deutsche Befindlichkeit, darüber eine westliche Führungsrolle in Bezug auf Syrien bekommt. Den USA ist das sehr recht, da Obama damit einen Hebel bekommt, um die Beendigung des Krieges gegen Syrien in den USA gegen den Willen der Israel-Lobby durchzusetzen.

      Merkel (keine Dublin-Rückführung mehr für syrische Flüchtlinge) und Gabriel (800.000 kommen, wir schaffen das) haben die freundliche Haltung Deutschlands gegenüber Flüchtlingen aus Syrien vorgegeben, die Oppositionsparteien Grüne und Linke sind ohnehin mit zahlreichen Flüchtlingsinitiativen verwoben und haben flüchtlingsfreundliche Politik in ihrer Identität. Damit sind in Deutschland praktisch alle medienwirksamen Kräfte hinter der Position Pro-Flüchtlinge vereint: die deutschen Bundestagsparteien und die Einflussagenten der USA. Das erzeugt Gruppenzwang oder Herdenverhalten in den Medien. Auch die Israel-Lobby in Deutschland kann da kaum aus der flüchtlingsfreundlichen Linie ausbrechen, und die radikal islamophoben Agenten Israels haben in Deutschland viel Einfluss eingebüßt. So erklärt sich die flüchtlingsfreundliche Medienberichterstattung in Deutschland, würde ich sagen.

      Wirtschftskreise hinter der CDU mögen obendrein darauf spekulieren, dass der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland sinkende Löhne und gute Geschäfte für die Immobilienbranche verspricht. Für die CDU ist das aber ein gefärhliches Spiel, denn durch die Flüchtlingskrise droht die russlandfreundliche Konkurrenz der AFD an der Wahlurne zu erstarken und die transatlantische CDU/CSU an Macht zu verlieren. Von daher ist damit zu rechnen, dass die CDU/CSU bald wieder umschwenken wird, und Abschottung gegen Flüchtlinge propagieren wird. Ein paar Hunderttausend Flüchtlinge sind dann aber bereits da und die politisch dadurch gewünschten Effekte dürften dann auch schon erreicht sein.

  3. Türkei unterstützt offenbar den Libyschen Terror, wie die von den Griechen abgefangenen Waffen erkennen lassen.

  4. Danke für die tiefgründige Analyse und man muss es IMMER WIEDER schreiben und sagen DANK den VERNUNFTBEGABTEN POLITIKERN die mit vorausschauenden Schachzügen eine dem Frieden nützende Politik durchsetzen auch wenn dieser Weg noch sehr lang ist. Die Äusserungen von Putin und Lawrow hinsichtlich der Situation in Syrien sind auf diesem Weg ein Meilenstein und dies zeigt auch Reaktion der US Politmafia in den letzten beiden Tagen, man scheint begriffen zu haben,wo der Hammer hängt.

    1. mariano

      Ja, die russisch-amerikanische Kooperation kam so schnell, da war der Artikel unten noch nicht fertig, da ist die Prognose von oben schon eingetreten: die USA und Russland werden in bezug auf Syrien zusammenarbeiten, zuerst das US-Militär, um ein aus Versehen erfolgendes Starten von nuklearem Weltkrieg III in Syrien zu verhindern, dann werden sich auch die US-Politiker gezwungen sehen, sich der militärischen Notwendigkeit zur Kooperation mit Russland politisch zu beugen.

      http://de.sputniknews.com/militar/20150918/304399876.html

      http://de.sputniknews.com/politik/20150919/304406475.html

  5. Oh,ich vergass noch das Stellen einer Frage.
    Wäre es machbar nochmals die Stellung der KURDEN zu all diesen Ereignissen dar zu stellen ? Die Situation der Kurden in Syrien erscheint mir an Hand IHRES Berichtes klar aber welche Rolle wessen Part spielen die anderen Kurden ? und was ist letztendlich ihr Ziel ? Dies erscheint mir im Moment etwas sehr nebulös. Vielen DANK im voraus.

    1. mariano

      Die Kurden im Irak sind im Wesenlichen in zwei Fraktionen geteilt: die auf eine enge Allianz mit der Türkei, die USA und Israel setzende Barzani-Fraktion und die Talabani-Fraktion, die besser mit Iran kooperiert. Die gigantische Fehlkalkulation von Barzani, die von ihm unterstützte Machtergreifung von ISIS in Mossul würde zum Regime Change in Bagdad und damit zur problemlosen Errichtung eines echten Kurdenstaates im Nordirak führen, dürfte ihn schwächen, ebenso wie der Krieg seines türkischen Schirmherrn gegen die PKK, und zu einer Stärkung iran-freundlicher Kräfte im irakischen Kurdistan führen. Dass Barzanis Größenwahn den irakischen Kurden ISIS – und einen dicken selbstverschuldeten Krieg gegen ISIS – auf den Hals gehetzt hat, dürfte ihm lange anhängen.

      Auf die türkischen Kurden könnte ein langer Krieg zukommen, der vermutlich ergebnislos enden wird, aber geführt wird, weil Erdogan glaubt, dass ihm der Krieg an der Wahlurne nützt.

      Die iranischen Kurden werden weiter darunter leiden, dass Israel versucht, sie für Terror gegen Teheran einzuspannen, und dadurch die Spannungen im kurdisch geprägten Teil des Iran nciht abnehmen können.

  6. Vielen vielen dank ich lese mir immer gerne deine analysen durch und kann immer nur mit dem Kopf nicken !!!! das was in syrien gerade passiert ist einfach unglaublich weil ich selber davon betroffen bin ich kann echt nur hoffen das der krieg bald endet. eine frage an dich: Glaubst du das es zu einer Teilung syriens kommt oder meinst du die syrische armee säubert das ganze Land ?
    und eine frage stelle ich mir scon lange warum kreist die syrische armee nicht die rebellen in Aleppo ein ?!

    1. hamudi

      Es wird nicht zur Teilung Syriens kommen, aber es wird so etwas wie eine teilautonome kurdische Region geben, wo die syrische Armee nur eine untergeordnete Rolle spielt und im Wesentlichen die kurdischen Kräfte der YPG für Sicherheit sorgen. Die syrische Armee wird wieder überall in Syrien hinkommen, ein Kalifat von ISIS oder Emirat von Nusra wird nicht Bestand haben. Die übrigen „Rebellen“ werden sich entscheiden müssen, ob sie NDF-Hilfskräfte der syrischen Armee werden wollen oder ihre Eliminierung bevorzugen. Die syrische Armee macht den Ring um Aleppo nicht zu, obwohl sie das ohne weiteres könnte, weil sie da zumindest gegenwärtig kein Interesse dran hat. Kesselsituationen neigen dazu, die Gegner zu einigen und eine trotzige Wagenburgmentalität hervorzurufen. Ziel der Armee ist es jedoch, die „Rebellengruppen“ zu frustrieren, zur Aufgabe zu bewegen und Teile der „Rebellen“ in die Sicherheitskräfte einzubinden. Deshalb könnte das Schließen des Kessels um Aleppo psychologisch kontraproduktiv sein. Da ist noch Hoffnung, dass einige der Gruppen das Rebellentum irgendwann Leid sind und wieder eine staatliche Ordnung wollen. Abgesehen davon kann es auch militärisch effektiver sein, einen potentiellen Nachschubweg für die Terroristen offen zu lassen, wo die Terroristen dann auf freiem Feld in der bewegung und beim Transport von Nachschub eliminiert werden können, anstatt sie alle eingebunkert in der Stadt eliminieren zu müssen.

      Und, ja, leider, bis der Krieg vorbei ist, wird es noch einige Zeit, Jahre, dauern, denn selbst nach der wohl bald anstehenden geopolitischen Einigung der Weltmächte gibt es da ja noch die Kleinigkeit zu erledigen, ISIS, Nusra und Co zu bezwingen. Während dieser Zeit werden leider noch eine Menge Menschen sterben, und auch, nachdem der Krieg zu Ende ist, wird Syrien vermutlich noch über Jahre, oder sogar Jahrzehnte, von ziemlich viel Gewalt und Terror geplagt sein.

      1. vielen dank für die schnelle antwort und traurig zu wissen dass das alte „syrien nicht mehr exsterien wird …..

  7. DANKE für die schnelle INFO und ich denke und hoffe,das die RF zur richtigen Zeit entscheidende Worte gefunden hat.Syrien darf und wird kein Opfer dieser US Mafia und seiner Vasallen werden.
    Dem Syrischen Volk und seinem Präsidenten BASCHAR AL-ASSAD wünsche ich Erfolg im Kampf um ihre Ziele und für ihr Land.

  8. Die Tagesschau zensiert übrigens immer noch fleißig. Ich habe gerade folgenden Kommentar zum Tagesschau-Vorabartikel über Kerrys Besuch in Berlin „Treffen von Kerry und Steinmeier – Wie kann der Krieg in Syrien gestoppt werden?“ abgegeben:

    Ich bin mal gespannt, was Steinmeier Kerry sagt

    So wie ich Steinmeier einschätze, wird Steinmeier Kerry sagen, dass Deutschland selbstverständlich an der von den USA vorgegebenen Assad-Muss-Gehen-Politik festhält. Ich vermute, höflich wird sich Steinmeier bei Kerry für 800.000 Flüchtlinge in Deutschland in diesem Jahr bedanken.

    Anschließend wird Steinmeier Kerry versichern, dass die Assad-Muss-Gehen-Politik richtig ist, weil Obama das mal gesagt hat, dass er weg muss, und wenn Assad nicht geht, dass Deutschland dann den USA zuliebe in den nächsten Jahren gerne jedes Jahr weitere 800.000 Flüchtlinge oder mehr aufnehmen wird.

    Auf die Idee, Kerry zu sagen, dass die Politik des Regime Changes in Syrien ein Desaster nicht nur für Syrien, sondern inzwischen auch für die EU ist und die USA sich deshalb davon schleunigst verabschieden oder auf deutsche Unterstützung dabei zukünftig verzichten müssen, wird Steinmeier sicher nicht kommen. Wie könnte er auch?

    Die Zensur der Tagesschau hat den Kommentar nicht freigeschaltet.

  9. Das ist eine Tiefenanalyse vom Feinsten! So etwas bekommt man in dieser detaillierten Aufsplitterung aller Seiten, deren Ambitionen, deren früheren Standpunkten verglichen mit der heutigen Lage nirgendwo zu lesen.

    Jetzt kann man nur noch hoffen, dass es nicht doch irgendwelche völlig durchgeknallten Weltuntergangherbeisehner schaffen, den für die Menschheit positiven Verlauf der Ereignisse abzubremsen oder zu sabotieren.

    Dieser Text oben bietet enorm viel Stoff zum Nachdenken und eine Fülle an Informationen zu Themen, die ich gar nicht beachtet hatte, zB die Verbindung von Pakistan und Nusra Front.

    Auch ist es immer wieder faszinierend zu sehen, was für erstaunlich dumme Fehler von seiten der Kriegskoalition gemacht werden. Das man mit mehr und mehr Bomben, Zerstörung und Tod von unschuldigen Zivilisten die Bevölkerungen, die man für seine Ziele gewinnen muss, irgendwann gegen sich aufbringt ist so logisch und trotzdem handeln sie gegen jede Logik.

    Man könnte fast schon sagen, die Kriegskoalition gegen Syrien ist SchachMatt. Ihr Festhalten an der Parole „Assad muss weg“ hat ihnen keinen Spielraum gelassen. Ohne Gesichtsverlust kommen sie aus der Nummer nicht mehr raus. Keine Opposition, die Rückhalt oder Basis in der syrischen Bevölkerung hat, sondern eine diktatorische Islamisierung gegen den Willen und gegen die Natur der Syrer. Das konnte niemals das Rezept für Sieg sein.

  10. Staatstragende deutsche Massenmedien vollziehen zunehmend einen Kurswechsel in Bezug auf Syrien:

    DuMonts Kölnische Rundschau schreibt:

    So bitter es für die Strategen im Westen klingen mag: Wer das apokalyptische Blutvergießen in Syrien mit seinen völkerwanderungsähnlichen Flüchtlingsbewegungen Richtung Europa möglichst bald beenden möchte, ohne die Terrorbande vom IS an die Macht kommen zu lassen, muss zwei Bedingungen erfüllen: das Regime des skrupellosen Diktators Baschar el-Assad unterstützen und selbst militärisch eingreifen, am besten mit Bodentruppen. Dies ist genau das, wozu Russland nun offenbar bereit ist.

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-09/35009088-koelnische-rundschau-kommentar-zu-syrien-folgen-des-versagens-sandro-schmidt-zu-russlands-vorgehen-im-syrien-konflikt-007.htm

    DuMonts Mitteldeutsche Zeitung kommentiert:

    Wenn die USA und Russland nun im Kampf gegen den IS kooperieren, wird es nicht bei der Abgrenzung von Bombardierungsgebieten ihrer Luftwaffen bleiben. Es geht auch, zumindest auf kurze bis mittlere Sicht, darum, politische Ziele oder wenigstens Schritte aufeinander abzustimmen. Mit anderen Worten: Der Sturz von Baschar al-Assad kann nicht das vordringliche Ziel sein.

    Das ist auch für die deutsche Politik keine Katastrophe. Denn die von der Regierung in Damaskus kontrollierten Gebiete sind bislang noch eine „Schutzzone“ für Syrer, die auf ihrer Flucht vor dem IS im Land bleiben – bis zu vier Millionen Menschen, die sich (noch) nicht auf den Weg nach Deutschland gemacht haben. Berlin hat also kein Interesse am sofortigen Zusammenbruch des Regimes.

    http://www.mz-web.de/politik/kommentar-zu-syrien-wie-der-kampf-gegen-den-is-aussehen-koennte,20642162,31858290.html

    Die WAZ schreibt:

    Der Westen muss Putins Plan prüfen

    Der Befund mag vielen den Magen umdrehen: Aber in Syrien kommt das westliche Bündnis ab sofort nicht mehr an Russland vorbei. … Aufgrund der katastrophalen humanitären Lage in Syrien und angrenzenden Ländern hat der von Präsident Obama geführte Westen gar keine andere Chance, als Putins Plan eines gemeinsamen Vorgehens gründlich zu prüfen. Und: Die Europäische Union, die gerade unter den Kollateralschäden des Versagens der Groß- und Regionalmächte in Syrien zu zerreißen droht, muss alles tun, um die Gespräche in ein konstruktives Fahrwasser zu lenken.

    http://www.derwesten.de/meinung/der-westen-muss-putins-plan-pruefen-cmt-id11110884.html

    Auch im Spiegel kommt die Botschaft zum notwendigen Kurswechsel offenbar langsam an

    Syrienkrieg: Leider kein Frieden ohne Assad

    Die Flüchtlingswelle nach Europa macht eine Lösung des Syrienkrieges immer dringlicher. Moralische Empörung hilft nicht mehr weiter – nur mit dem Diktator Baschar al-Assad wird es Aussichten auf ein Ende des Krieges geben.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/syrien-konflikt-kein-frieden-ohne-baschar-al-assad-kommentar-a-1052998.html

    Die zionistsiche Springerpresse gibt sich trotzig, aber ratlos. Hier der als „Islamismus-Experte“ vorgestellte „palästinensischstämmige Israeli“ Ahmad Mansour (Programm-Direktor der “European Foundation for Democracy”) in der BZ:

    Man sollte überlegen, militärisch aktiv zu werden. Es müssten zum Beispiel No-Fly-Zonen eingerichtet werden. … Was genau zu tun ist, müssen Militärexperten entscheiden.

    Zu sagen, was genau zu zun ist, müssen Militärexperten entscheiden, ist Ausdruck der Ratlosigkeit der zionistischen Bande. Natürlich wissen sie, dass die Militärs sagen, in Syrien unter Stichworten wie No-Fly-Zonen Krieg gegen die syrische Armee zu führen, könnte zu einem Krieg gegen Russland werden und das wiederum würde vermutlich den dritten Weltkrieg bedeuten, weshalb No-Fly-Zonen in Syrien nicht machbar sind.

    http://www.bz-berlin.de/berlin/mansour-wer-syrern-helfen-will-muss-syrien-helfen

    Aber selbst Springers Welt, als zionistisches Leitblatt sozusagen die Brücke der zionistischen Titanic in Deutschland, erkennt nun immerhin an, dass der Westen langsam mal etwas an seiner Eisbergpolitik ändern und eine Kurskorrektur vornehmen sollte:

    Gemeinsam mit Russland in Syrien kämpfen

    … Der Westen sollte mit Moskau versuchen, Assad loszuwerden – und seine politische Basis in Verhandlungen einzubinden. …

    Das ist natürlich wenig originell und nicht erfolgversprechend. Ein Bündnis mit Russland gegen den syrischen Präsidenten Assad zu schmieden, hat ein Ex-Mossad-Chef schon Anfang 2012 öffentlich vorgeschlagen und das wurde schon damals von Russland zurückgewiesen. Aber immerhin erkennt die Welt nun auch langsam an, dass der Westen mit Russland zusammenarbeiten muss.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article146593671/Gemeinsam-mit-Russland-in-Syrien-kaempfen.html

    Noch sehr vorsichtig ist die Tagesschau. Die hatte zwar vor ein paar Tagen einen SWP-Mann im Programm, der Gespräche mit Assad forderte:

    http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-interview-kaim-101.html

    Aber das war es auch schon. Vom Eingeständnis dessen, dass der Westen akzeptieren muss, dass Assad Syrien regiert und seine auf Regime Change angelegte Politik aufgeben muss, ist das noch sehr weit entfernt. Das wird sich aber sicherlich in den nächsten Wochen ändern, wenn immer mehr Flüchtlinge kommen, und die CDU Druck von der AFD bekommt.

  11. Liebes Parteibuch. Hab zu schnell auf Senden geklickt. Das ist die vollständige Frage. Vielleicht kann man das korrigieren.

    Die YPG, dass ist eigentlich die PYD. Oder war die Verwechslung mit Absicht?
    Und da Sie scheinbar auch Fragen beantworten, was ich sehr schätze: Wie kommen sie zu der Ansicht, die PYD/YPG sein eine “Proxy-Kraft der zionistisch-wahhabitischen Achse”? Ich hab schon mitbekommen, dass bei der Verteidigung von “Ayn Al Arab” die US-Luftunterstürtzung eine größere Rolle spielte und die PKK inzwischen ein wenig auf europäische Demokratie umgeschaltet zu haben scheint, inkl. gendergerechter Sprache in der deutschen Übersetzung ihrer “Verfassung”. Aber ansonsten hatte ich immer das Gefühl, die PKK und damit auch die PYD kochen ihre eigene Suppe und kooperieren dabei mit so ziemlich jeder Macht, jedem Dienst, wenn sie meinen, dass dies ihnen nützlich wäre. Letzlich ja auch mit Assad, mit dem sie sofort bei Ausbruch des aktuellen Bürgerkrieges Frieden schlossen. Sind ja sogar noch syrische Truppen in den nordsyrischen Kurdengebieten, soweit ich das weiß.

    1. Peter Kunger

      Die Formulierung, die YPG sei eine Proxy-Kraft der wahhabitisch-zionistischen Achse, war von uns schlecht gewählt. „Potentielle Proxy-Kraft“ hätte es sein müssen. Es kommt ja auch ein paar Absätze weiter unten im Artikel zum Ausdruck, dass die YPG inzwischen gut mit der syrischen Armee kooperiert, und politisch scheint es auch eine Einigung gegeben zu haben.

      Dass die YPG ihr eigenes Süppchen kochen und dabei mit so ziemlich jeder Macht und jedem Dienst kooperieren, einschließlich dem Mossad und Al Kaida/Al Jazaaera, kooperierten, wenn sie meinten, das wäre ihnen gerade hilfreich, hat in den letzten vier Jahren öfters dafür gesorgt, dass sie sich im Effekt wie ein Proxy der Zionisten gegen die syrische Regierung verhalten haben. Die YPG hat sich auch an Angriffen von Terroristen unter dem Dach der FSA auf die syrische Armee beteiligt, etwa in Hasakah, wo sie von der US-Luftwaffe unterstützt wurden, und um Sheikh Maksoud in Aleppo. Andererseits kooperieren die YPG seit geraumer Zeit mit der syrischen Armee in Nubl/Zahraa nördlich von Aleppo, und nun auch sehr klar in Hasakah.

      Set einigen Wochen kooperieren die YPG nun sehr deutlich und an allen Fronten mit der syrischen Armee, was anscheinend auf eine politische Einigung in Moskau zurückzuführen ist. In Sheikh Maksoud ist die Kooperation noch nicht ganz so klar, führt aber offenbar bereits zu innerkurdischen Kämpfen, im Grunde YPG gegen kurdische islamische Front.

  12. Vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen. Die Entwicklung stellt sich mir zunehmend so dar, dass im Moment durch eine Flüchtlingskrise tatsächlich Druck in Richtung eines Endes des Krieges gegen Syrien aufgebaut wird, allerdings lautet die aus Washington vorgegebene Sprachregelung „Krieg IN Syrien“, gefolgt von komplett die Tatsachen verdrehenden vollen Kriegspropaganda-Breitseiten gegen die Koalition der wahren Zivil- und Völkerrechtsschützer, was die jeden Tag dramatischer dargestellte sogenannte Flüchtlingskrise eher wie eine der üblichen Medienkampagnen aussehen lässt, um wieder einmal und ausgehend von grundsätzlich falschen Voraussetzungen, in der Öffentlichkeit der NATO-Staaten, Akzeptanzbeschaffung für ein weiteres Kriegsverbrechen des Angriffskrieges alias „militärische Intervention“ zu betreiben.

    Der Spiegel: Flüchtlingskrise: Österreichs Außenminister fordert Schutzzonen in Syrien – „Österreichs Außenminister Kurz: „Um Frieden zu erzielen, muss man bekanntlich nicht nur mit Freunden verhandeln. Österreichs Außenminister Kurz: „Um Frieden zu erzielen, muss man bekanntlich nicht nur mit Freunden verhandeln“. Zivilisten sind dem syrischen Bürgerkrieg schutzlos ausgeliefert, viele fliehen nach Europa. Österreichs Außenminister Kurz fordert deshalb im SPIEGEL abgesicherte Bereiche in Syrien – und Verhandlungen mit Machthaber Assad.“

    Manchmal an den Umgang mit Schafen oder Rindern erinnernd, deren Möglichkeiten die Richtung zu ändern durch einen trichterförmig, nach vorn hin immer schmaler werdend gebauten Gang, am Ende bis auf null reduziert wird, soll offenbar bei gleichzeitig verschärfter Krisendarstellung, die Diskussion über die Möglichkeiten zur Beendigung des Krieges langsam aber sicher auf die schon 2011 offiziell verkündete militärische „Lösung“ verengt werden, nämlich, wie in Libyen, zu „Rebellen“ umbenannten Wahhabi-Terroristen von der Nato und Verbündeten-Luftwaffe den Weg in die Hauptstadt freibomben zu lassen sowie den militärischen Schutz und die für Zivilisten lebensnotwendige Infrastruktur zu vernichten.

    Offenbar für diese klar völkerrechtsverbrecherische Vorgehensweise bereits im Jahre 2006 so etwas wie die Grundsteinlegung, als von der damaligen US-Außenministerin Rice in Tel Aviv die mit dem Überfall auf den Südlibanon offiziell gestartete Strategie vorgestellt, alle Staaten im sogenannten „Mittleren Osten“ – laut Karte bis hinein in die südliche Russische Föderation – an die systematische Zerstörung des damals bestehenden Gefüges der „First Nations“ in Nordamerika vor etwa 250 Jahren erinnernd, so zu verstehen, durch organisierten, religiös verbrämt-faschistischen Lohnterrorismus, über die Köpfe der arabischen Bevölkerung und deren Regierungen hinweg, zuerst vollkommen zu vernichten und dann nach eigenem Gusto neue zu gestalten. Das, nach dem Nürnberger Statut und jedem geltenden Völkerrecht schwerst mögliche Kriegsverbrechen der Einmischung in die Angelegenheiten von Staaten, mediengedeckt mal getarnt als „Arabischer Frühling“, „humanitäre Intervention“ oder „Revolution, mal als „Demokratisierung“, „Friedenssicherung“ oder „Bekämpfung“ des zwecks Genozid, Vertreibung und Entstaatlichung selbst gemachten, gefälscht-religiösen faschistischen Wahhabi-Lohnterrorismus, wird im anschließenden Artikel ausführlich beschrieben:

    Global Research: Projekt eines «Neuen Nahen Ostens»: Kreative Zerstörung als revolutionäre Kraft

    http://www.globalresearch.ca/dem-projekt-eines-neuen-nahen-ostens-kreative-zerst-rung-als-revolution-re-kraft/23196

    „Wer sich Sorgen wegen der Flüchtlinge macht, muss aufhören Terroristen zu unterstützen, denn das ist der Kern des ganzen Flüchtlingsthemas.“

    Wer keinen einzigen Krieg nennen kann, in den er nicht von denen hineingelogen wurde, die jetzt über Syrien lügen, wird für die Gründe der eigenen Empörung darüber, dass die Worte eines demokratisch legitimierten Präsidenten zitiert werden, niemand anderen verantwortlich machen können, als sich selbst. Entgegen dem derzeit – noch wohlwollend ausgedrückt – orwellschen westlichen zwei-plus-zwei-ist-fünf-Journalismus des permanenten Tatsachenkopfstands nun anschließend ein Stück Realitätsbeschreibung mit dem, selbst von Washingtons NATO und CIA bestätigt, im Jahre 2014 mit überwältigender Mehrheit der Stimmen demokratisch wiedergewählten Präsidenten der Syrischen Arabischen Republik. Was die Regierungen angeblich demokratischer westlicher Staaten offenbar wirklich von Demokratie halten, zeigten sie der Welt, als sie für Syrer im Ausland die demokratischen Präsidentschaftswahlen in den angeblich demokratischen westlichen Ländern verboten haben.

    „Was die Flüchtlingskrise betrifft: Hauptsächlich während der letzten Wochen scheint es in den westlichen Medien, der westlichen Propaganda so, als beweine der Westen die Flüchtlinge mit dem einen Auge und ziele mit dem anderen mit einem Maschinengewehr auf sie. Sie behaupten, dass diese Flüchtlinge vor der syrischen Regierung fliehen, die sie natürlich ein „Regime“ nennen. Diese Flüchtlinge verlassen Syrien aber wegen des Terrorismus, hauptsächlich wegen des Terrors und wegen des Tötens, und zum Zweiten wegen der Folgen des Terrors. Wenn es Terror gibt, dann wird die Infrastruktur zerstört, die grundlegenden Lebensbedürfnisse werden nicht mehr erfüllt. Also gehen viele Menschen wegen des Terrorismus und weil sie irgendwoanders leben möchten. Der Westen beweint sie und der Westen unterstützt seit Beginn der Krise die Terroristen. Sie sagten, „es war ein friedlicher Aufstand“, später sagten sie, „es ist die moderate Opposition“ und nun sagen sie, „es gibt Terroristen wie Al Nusra, den IS, aber nur wegen der syrischen Regierung, wegen des Regimes, wegen des Präsidenten“. Solange sie dieser Propaganda folgen, werden weitere Flüchtlinge kommen. Es geht nicht darum, ob Europa sie akzeptiert oder als Flüchtlinge aufnimmt, es geht darum, dass sie sich nicht um die Gründe kümmern. Wenn man sich Sorgen wegen der Flüchtlinge macht, dann muss man aufhören Terroristen zu unterstützen; so denken wir über die Krise, denn das ist der Kern des ganzen Flüchtlingsthemas.“

    „Von einem terrorfreien Gebiet an der Grenze zur Türkei zu sprechen bedeutet, dass der Terrorismus in anderen Gebieten erlaubt sein soll und das ist inakzeptabel, weil Terrorismus überall beseitigt werden muss. Wir fordern bereits seit drei Jahrzehnten eine internationale Koalition, um gegen den Terrorismus zu kämpfen. Was die westliche Zusammenarbeit mit den Al Nusra-Terroristen angeht, sie ist Realität. Wir wissen, dass die Türkei Al Nusra und den IS unterstützt, indem sie ihnen Waffen, Geld und Freiwillige zur Verfügung stellt und es ist bekannt, dass die Türkei enge Beziehungen zum Westen hat. Erdogan und Davutoglu können keinen einzigen Schritt unternehmen, ohne das vorher mit den USA und anderen westlichen Staaten zu koordininieren. Al Nusra und IS terrorisieren mit westlicher Deckung.“

    Syriens Präsident Assad im aktuellen RT-Interview mit einer der weltbesten Journalistinnen, Lizzie Phelan, September 2015, auf:

    Linke Zeitung, engl. Org. Mike Whit­ney, 20. Sep­tem­ber 2015: Putins Linie im Sand: Kein Regierungssturz in Syrien – „Beamte der Obama-​Verwaltung, die Monate mit der Türkei ver­han­del­ten, sagten am Don­ner­stag, dass sie zu einem Abkom­men gelangt seien, von ihren Nato-Luft­waf­fen­basen in Incir­lik und Diyarbakir aus, mit beman­nten und unbe­man­nten US –Flugzeugen, [in Syrien] Bombenan­griffe gegen Stel­lun­gen der Islamis­chen Staates durchzuführen.“ […] „Es ist klar, dass Obama durch den Incirlik-​Deal ermutigt ist und glaubt, dass er mit Hilfe der Türken die US– impe­ri­alen Ambi­tio­nen in Syrien erre­ichen kann. Aber das wird nicht passieren. Rus­s­land, Iran und die His­bol­lah sind vor­bere­itet, ihren Alli­ierten Syrien zu vertei­di­gen und Wash­ington zum Still­stand kom­men zu lassen. Obama kann erreichen, eine weit­ere Nation zer­stört und deren Menschen auf den ganzen Nahen Osten und Europa verteilt zu haben, aber die US-​Mission wird bei weitem nicht an die ursprünglichen Ziele kommen. Es wird keinen Regierungssturz in Syrien geben. Dafür wer­den Putin, Nas­ral­lah und Khamenei sorgen.“

    http://www.linkezeitung.de/index.php/ausland/naher-osten/4668-putins-linie-im-sand-kein-regime-change-in-syrien

    IRIB, 24.8.2015: Die syrische Armee beginnt mit dem Einsatz russischer Drohnen – Damaskus (Press TV) – Wie der syrische Sicherheitsdienst berichtet, hat die syrische Armee am Mittwoch mit dem Einsatz russischer Drohnen gegen Terroristen im Norden und Osten des Landes begonnen. Genauere Angaben über die Drohnen und deren Einsatzort wurden jedoch nicht gemacht. Die sogenannte syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete vor kurzem von einer beachtlichen Zunahme der Angriffe der syrischen Regierung gegen die IS-Terroristen. Dafür habe Moskau Damaskus mit neuen Waffen, wie modernen Kampfflugzeugen, aufgerüstet. Am Dienstag berichtete AFP unter Berufung auf einen syrischen Offizier, dass Damaskus neue Rüstungsgüter, unter anderem mindestens fünf Kampfflugzeuge, erhalten habe. Sie seien auf einem Luftstützpunkt in der Provinz Latakia gelandet.“

    http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/290484-russische-drohnen-beginnen-ihren-einsatz-in-syrien

    all-in.de, 21.9.2015: Bericht: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland beginnt – „Das berichtet das ZDF-Magazin „Frontal 21“ in seiner Sendung am Dienstagabend unter Berufung auf US-Haushaltspläne. Rüstungsexperten bestätigen, dass die neuen taktischen Nuklearwaffen vom Typ B 61-12 wesentlich zielgenauer sind als die Atombomben, die bislang in Büchel lagern. Im Kriegsfall sollen deutsche Tornado-Piloten im Rahmen der Nato-Strategie der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ Angriffe mit den US-Bomben fliegen.“

    http://www.all-in.de/nachrichten/deutschland_welt/politik/Bericht-Stationierung-neuer-US-Atomwaffen-in-Deutschland-beginnt;art15808,2078574#sthash.SVwPFQ6w.dpuf

    IRIB, 22.9.2015: Russland reagiert auf US-Pläne für Modernisierung von Atomwaffen in Europa – „Moskau (FarsNews) – Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, hat am Dienstag die Sorge Moskaus über die US-Pläne zur Modernisierung von amerikanischen Atomwaffen in Deutschland und anderen EU-Staaten bekannt gegeben. Diese Pläne der USA seien ein Grund zur Sorge, sagte Zakharova in einem Interview mit dem Fernsehsender ZDF. „Diese taktischen Atomwaffen sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Belgien, den Niederlanden, Italien und der Türkei im Einsatz“, so die Sprecherin. Sie fügte hinzu, dass die US-Nuklearwaffen auf europäischem Gebiet in Russlands militärischer Planung berücksichtigt würden.“

    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/290358-russland-reagiert-auf-us-plan-zur-modernisierung-von-kernwaffen-in-europa

    Die zwar sichtbaren, aber ohne Bedeutungszusammenhang fragmentiert gezeigt, wieder unsichtbar gemachten Fakten als Gesamtbild einer Taktik, werden vielleicht erst spät erkannt werden, hoffentlich nicht zu spät für breite öffentliche Empörung und die längst fälligen Massenproteste zur Abschaffung der Wurzel allen Übels: der letztlich das gesamte gesellschaftliche Kapital in wenigen privaten Händen anhäufenden Wirtschaftsweise.

    „Der Kapitalismus in der Krise wird aufrechterhalten mit den despotischen [terroristischen] Mitteln des Faschismus. Deshalb soll vom Faschismus schweigen, wer nicht auch vom Kapitalismus reden will.“ – Professor Max Horkheimer

    „Die Geschichte ist bewahrt als flimmernde Filme im Stechschritt marschierender Schwarzhemden, ihre Verbrechen furchtbar und klar. Doch in denselben liberalen Gesellschaften, deren Krieg fabrizierende Oberschichten uns mahnen, nie zu vergessen, wird das Bewusstsein für die immer schneller wachsende Gefahr einer modernen Form des Faschismus unterdrückt; weil es ihr Faschismus ist.“ – Aus „Warum der Aufstieg des Faschismus wieder Thema ist“, John Pilger, 2015

    Unsichtbar sind Verletzungen moralischer Normen, wenn sie zwar als Fakten sichtbar, aber in einen Zusammenhang eingebettet sind, der verhindert, dass sie in der Bevölkerung ein moralisches Unbehagen oder Empörung auslösen. Ein Beispiel sind die gesellschaftlichen und humanitären Folgen der mit der neoliberalen Wirtschaftsweise einhergehenden strukturellen Gewalt, wie sie vor allem in der sogenannten ‚Dritten Welt‘, doch zunehmend auch in den westlichen Industrieländern sichtbar werden. – Aus „Warum schweigen die Lämmer“, Prof. Dr. Rainer Mausbach, 2015

    Zu den Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements, ein erkenntnisfördernder Vortrag von Prof. Dr. Rainer Mausfeld vom Psychologischen Institut der Universität Kiel: „Warum schweigen die Lämmer?“

    Das Vortragsskript als PDF: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150806_Mausfeld.pdf

    Ein derzeit in Deutschland lebender, vom gesponserten Terrorismus der Wahhabi-Faschisten vertriebener Syrer brachte es im RT-Interview auf den Punkt:

    „Natürlich sind wir dankbar, dass der Westen uns aufnimmt, das wäre aber nicht nötig, gäbe es nicht die Einmischung des Westens in unserer Heimat.“

    Das ist der Punkt, der jede von etwas anderem als der Einmischung des US-geführten Westens ausgehende Diskussion über das Flüchtlingsthema im Sandkasten verlaufen lässt. Die Einmischung in die Angelegenheiten von Staaten, seit den Nazi-Kriegsverbrecherprozessen als – da alle anderen erst ermöglichend – überhaupt schwerste Straftat im Völkerrecht der UNO-Charta und den Verfassungen vieler Länder verankert, unter keinen Umständen erlaubt – eben weil die Täuschungspropaganda des deutschen Faschismus gezeigt hat, dass immer Ausreden dafür erfunden werden, sich am Ende doch einzumischen bis hin zur Vertriebenenströme auslösenden militärischen Aggression. Und ein paar tausend, den Krieg gegen das eigene Volk bejubelnde, dann selbst medial zum Volk aufgeblasene Dummköpfe und Verräter werden Aggressoren wohl in fast jedem Land finden können, zur Not bezahlt und von weit her angekarrt oder, wie zur Akzeptanzbeschaffung für die Aggression gegen Libyen 2011 in Großbritannien geschehen, mit Fernsehbildern von Protesten in Indien.

    Die internationale Politik, so wie sie von den Medien erklärt wird, ist ganz einfach. Gesagt wird:: „Es geht um den bösen Mann, der muss gejagt und getötet werden, dann ist alles wieder gut“. Der böse Mann wechselt dauernd, mal ist Gaddafi der „böse Mann“, mal ist es Assad, der gejagt und getötet werden soll, jetzt ist Putin der „böse“ Mann“. Es wird nicht gesagt: „Es geht um Rohstoffe und Einflussbereiche“. Manche kennen das vom Puzzle: Kein Gesamtbild ist kompliziert, wenn die Einzelteile passend zusammengefügt werden. Die Geschichte vom „bösen Mann“ eine Geschichte für die Blöden.

  13. Angesichts der sich abzeichnenden Niederlage der Achse des Schreckens werden die Gesichter bei der deutschen Märchenschau länger, aber die Zensur lässt nicht nach. Ich habe gerade folgenden Kommentar zum Kommentar von Ina Ruck (WDR): „Putins Syrien-Engagement – Mehr als nur Machtpoker“ abgegeben:

    Hübsch, wirklich hübsch!

    Den Kommentar finde ich nicht sonderlich gelungen. Von Anfang an hat Russland schließlich klar gemacht, dass der Westen mit seinem Krieg gegen Syrien scheitern wird.

    Was ich aber gelungen finde, ist das Gesicht von Ina Ruck dazu: Hübsch, wirklich hübsch!

    Die Zensur der Märchenschau hat den Kommentar geblockt. Dabei ist das Gesicht von Ina Ruck bei ihrem doofen Kommentar wirklich herausragend.

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