Saudische Kriegskoalition fährt mit Volldampf in den jemenitischen Sumpf

Seit nunmehr knapp fünf Monaten führt eine saudisch-dominierte Koalition Krieg gegen den Jemen. Die fünf permanenten UN-Sicherheitsratsmitglieder geben den Saudis dabei bislang freie Hand, zu tun und zu lassen, was sie wollen, was womöglich eine Gegenleistung für saudische Unterstützung bei der Isolation Israels bezüglich des P5+1-Deals mit dem Iran ist. Die saudische Kriegskoalition nutzt das, um sich schnellstmöglich so tief wie möglich in den jemenitischen Sumpf zu begeben, um da ihre Fahnen zu hissen und dabei laufend großartige Siege der saudischen Kriegskoalition zu verkünden. Doch der den saudischen Eroberern vom Widerstand bereitete Sumpf zieht sie langsam, aber stetig, immer weiter nach unten.

Nachdem die saudische Kriegskoalition den Jemen mit rund 100 Tagen massiver Bombardierungen praktisch des ganzen Landes geschwächt hatte, eroberte die saudische Kriegskoalition Mitte Juli von See aus zunächst die südjemenitische Hafenstadt Aden, um dann von dort aus weiter durch die Berge in Richtung der Hauptstadt Sanaa vorzurücken. Nahezu ohne auf nennenswerte Gegenwehr gestoßen zu sein, meldete die saudische Kriegskoalition in den letzten Wochen zunächst die Eroberung sämtlicher südlicher Provinzen des Jemen, und anschließend auch noch die Eroberung wesentlicher Teile der zentralen Provinz Ibb.

Doch, Überraschung, die jemenitischen Truppen und die weiteren Gegner der saudischen Besatzung des Jemen lösten sich angesichts der saudischen Überlegenheit an Waffen und Material nicht einfach in Luft auf. Wie es in bergigen Regionen überall auf der Welt seit vielen Jahrhunderten üblich ist, zogen sich die einheimischen jemenitischen Verteidiger gegen die ausländische saudische Invasion erstmal in die Berge zurück.

Als sich einige emiratische Panzertruppen der saudisch geführten Kriegskoalition in Mukairas, einer kleinen Gebirgsstadt auf dem Weg von Aden nach Bayda gesammelt hatten, schlug die jemenitische Armee gemeinsam mit der lokalen Widerstandsbewegung das erste Mal hart zu. Der TV-Kanal der jemenitischen Widerstandsbewegung Al Masirah berichtete in der letzten Woche, dass in Mukairas eine Anzahl von emiratischen Panzerfahrzeugen der saudischen geführten Koalition vernichtet worden sei, und die iranische Nachrichtenagentur Fars News sowie der auf die Geschehnisse in der arabischen Welt spezialisierte iranische TV-Sender Al Alam übernehmen den jemenitischen TV-Bericht dazu, einschließlich der Bilder von den zerstörten Panzerfahrzeugen der Besatzer.

Die Vereinigten Arabischen Emirate reagierten auf ihre Niederlage in Mukairas mit Wut, die sich gegen Iran und iranische Medien richtete, obwohl die nichts weiter getan hatten als über die Niederlage der Emiratis in der Schlacht von Mukairas zu berichten. Die Reaktion der Emiratis zeigt, wie blank die Nerven da bereits liegen. Sie versuchen, Niederlagen und Verluste zu verheimlichen, und den Überbringer der für sie schlechten Nachrichten zu attackieren. Militärisch reagierten die Emiratis, indem sie von Aden aus eine große Kolonne mit Verstärkung in Richtung Mukairas schickten. Doch die engen Bergstraßen von Aden gen Norden sind kein einfaches Gelände. Al Masirah berichtete mit Bildern, wie die jemenitische Armee zusammen mit lokalem Widerstand die Kolonne der Emiratis nach Mukairas auf einer engen Passstraße eliminierte.

Für so vernichtende Attacken in die Nachschublinie, gleich ob sie mit Sprengfallen, Panzerfäusten, Panzerabwehrraketen oder einer Kombination daraus durchgeführt werden, sind im Gebirge kaum mehr als ein Dutzend Soldaten nötig. Wenn die lokale Bevölkerung durchreisende Truppen nicht durch Hinweise auf solche Attacken ausführende Widerstandsgruppen unterstützt, gibt es praktisch nichts, was gegen solche Attacken aus dem Hinterhalt im Gebirge hilft, wie sowohl die Sowjetunion als auch die USA in Afghanistan schmerzhaft lernen mussten. Die Konsequenzen nicht oder schlecht funktionierender Nachschublinien können verheerend sein, nicht nur der Nachschub und die ihn transportierenden Truppen können dabei verloren gehen, sondern auch die Einheiten oder gar ganze Armeen, die der Nachschub nicht erreicht.

Eine Möglichkeit, der Niederlage entgegenzuwirken, besteht darin, den Widerstand mit Kamfflugzeugen aus großer Höhe zu attackieren. Da gut beweglichliche Kleingruppen von zwei oder drei Mann in den Bergen hoch- und schnellfliegenden Kampfflugzeugen kaum ein Ziel bieten, versucht die saudische Kriegskoalition ihre Gegner mit Luftangriffen auf Zentren hinter den Linien zu schwächen. Dabei trifft sie ziemlich oft Zivilisten, und zwar reichlich. Aus 10 bis 15 Kilometer Höhe sind Kombattanten natürlich kaum von Zivilsiten zu unterscheiden, falls die saudische Kriegskoalition überhaupt zwischen Zivisten und Kombattanten zu unterscheiden versucht, und nicht nach israelischem Vorbild entsprechend der Dahiya-Doktrin gezielt Zivilisten bombardiert. Die Nachrichten aus dem Jemen zu den saudischen Luftangriffen sind dementsprechend beinahe durch die Bank verheerend, nachfolgend einige davon aus den letzten Tagen:

Al Alam: Anzahl der Opfer des saudischen Massaker in Taizz sind über 100 Personen

IRIB: Erneute Angriffe Saudi-Arabiens auf den Jemen fordern 30 Tote

AFP: Ärzte ohne Grenzen: 65 Zivilisten bei jüngsten saudischen Luftangriffen in Taizz getötet

PressTV: Saudi Arabien tötet Dutzende im jemenitischen Hodeida

Die Liste der Nachrichten mit von saudischen Luftangriffen getöteten Zivilisten im Jemen ist schier unendlich, und täglich wird sie länger. Westliche Medien stellen diese Nachrichten nicht in den Vordergrund ihrer Berichterstattung, lassen sie aber unter „ferner liefen“ mitlaufen. Die UN und westliche Menschenrechtsorganisationen machen zudem regelmäßig darauf aufmerksam, dass die saudisch geführten Kriegshandlungen im Jemen eine humanitäre Krise und schwere Hungersnot verursachen. Dies ist der Hintergrund dessen, dass die USA kürzlich offiziell erklärten, sie seien tief besorgt wegen der saudischen Luftangriffe auf den Hafen von Hodeida. Das ist so etwas wie ein Warnschuss der USA vor den Bug der Saudis, und zeigt die großen internationalen Risiken, die die Saudis mit dem Krieg gegen den Jemen eingehen. Nominell unterstützen die USA die Saudis zwar mit Geheimdienstinformationen und Logistik beim Krieg gegen den Jemen, aber die USA sind sowenig in den Krieg involviert, dass sie ihre Position zum saudischen Krieg gegen den Jemen jederzeit, insbesondere etwa nachdem der Iran-Deal im US-Kongress durch ist, ändern könnten, und dann etwa UN-Sanktionen gegen Saudi Arabien und eine Überweisung des UN-Sicherheitsrates an den ICC aufgrund des Verdachtes saudischer Kriegsverbrechen im Jemen unterstützen könnten.

Auch innerhalb des Jemen ist der militärische Nutzen der massiven saudischen Luftangriffe zumindest fraglich. Zwar ist es sicherlich so, dass die saudische Kriegskoalition mit ihren Angriffen einige jemenitische Soldaten und Widerstandskämpfer tötet und verletzt und einige ihrer Waffen zerstört, und den jemenitischen Widerstand gegen den saudisch geführten Krieg dadurch schwächt. Doch andererseits sorgt die hohe Zahl an durch die saudischen Luftangriffe ums Leben gekommenen Zivilisten dafür, dass in der Bevölkerung und Armee die Abneigung und Wut gegen die saudische Vorherrschaft wachsen. Die Saudis helfen so mit ihren Luftangriffen dabei, die sozio-politische Basis gegen die saudische Militärinterventation im Jemen zu stärken, was im völligen Widerspruch zum saudischen Ziel der Aufrechterhaltung ihrer Vorherrschaft über den Jemen steht. Angesichts dessen, dass die saudisch geführte Kriegskoalition sich durch ihre breiten Luftangriffe in ganz Jemen unbeliebt gemacht hat, wundert es nicht, dass mit ihnen zusammenarbeitende Regierungsgegner trotz der massiven saudischen Luftunterstützung laufend schwere Niederlagen erleiden, so wie etwa gerade in der zentraljemenitischen Stadt Taizz geschehen, die eigentlich als Hochburg von Muslimbrüdern und anderen Regierungsgegnern bekannt ist.

Eine militärischer Ansatz, kleinere Gruppen von Gegnern in schwer zu gänglichem Gelände zu verfolgen und Nachubkonvois abzusichern, besteht im Einsatz von Kampfhubschraubern. Sind die gegner mit tragbaren Flugabwehrraketen bewaffnet, stößt dieser Ansatz im Gebirge aber ziemlich schnell an die Grenze der maximalen Flughöhe von Hubschraubern. Wo Hubschrauber es aufgrund der in der Höhe dünner werdenden Luft es kaum über Berggipfel schaffen, werden Kampfhubschrauber eine vergleichsweise leichte Beute für tragbare Luftabwehrraketen. Und tatsächlich gab es in den letzten Tagen eine Reihe Meldungen von abgeschossenen Kampfhubschraubern der saudisch geführten Kriegskoalition, von denen zumindest eine anschließend durch die Saudis bestätigt wurde.

Dabei wurde nicht nur deutlich, dass die jemenitische Armee und Ansarullah über tragbare Flugabwehrraketen verfügen, sodnern auch, dass die Saudis schon innerhalb von Saudi Arabien nahe der Grenze zum Jemen nicht mehr in Sicherheit operieren können und auch da die saudischen Nachschubwege bereits unsicher sind.
So wurde etwa aus der Gegend von Jizan in Saudi Arabien gerade berichtet, dass da ein kompletter saudischer Militärkonvoi in einen Hinterhalt geraten ist und zerstört wurde.

Außerdem wurde mit Videomaterial unterlegt von Al Masirah und Fars News berichtet, dass die jemenitische Armee kürzlich schwere Kurzstreckenraketen vom Typ Tochka U auf saudische Militäreinrichtungen nahe der Grenze abgeschossen hat. Für die Saudis dürfte das eine unangenehme Überraschung sein, denn schon vor Monaten hatten die Saudis großmundig verkündet, dass sie sämtliche schweren Raketen der jemenitischen Armee restlos zerstört haben. Auch die Verluste der saudischen geführten Kriegsallianz in den eigenen Reihen scheinen immer mehr zu werden. Und nicht nur das, sie erreichen inzwischen auch höhere Ränge. So gaben die Saudis beispielsweise soeben zu, dass ein Generalmajor ihrer Streitkräfte nahe der Grenze gefallen ist. Anders als von den Saudis gelpant, findet ihr Krieg gegen den Jemen damit immer mehr auf saudischem Gebiet statt, und er hat, insbesondere im südwestlichen Grenzgebiet zum Jemen, wo die Saudis die lokale Bevölkerung aus sektierischen Gründen seit eh und je zweitklassig behandelt haben, auch eine lokale Aufstandskomponente.

Unterdessen stößt die saudisch-geführte Kriegskoalition bei der Herrschaft über die von ihnen eroberten Gebiete im Südjemen auf Probleme mit den mit ihnen verbündeten Takfiri-Terroristen. Zunächst wurde in der letzten Woche gemeldet, dass eine, mutmaßlich von Al Kaida gelegte, Bombe nahe dem frisch eroberten Provinzregierungsgebäude in Aden 15 Personen getötet hat. Und dann hat, wie Medien aller Farben auf der ganzen Welt meldeten, Al Kaida in der Nacht zum letzten Sonntag wesentliche Teile der Stadt Aden einschließlich des angedachten Sitzes für die aus Saudi Arabien heimkehrende Exilregierung sowie wichtige Gebiete des Umlandes der Stadt unter Kontrolle gebracht. Für die saudische Kriegskoalition bedeutet die Machtergreifung von Al Kaida in Aden eine ganze Reihe von neuen Problemen. Zunächst mal ist damit die von den Saudis angedachte baldige Rückkehr der Exilregierung in weite Ferne gerückt, womit die ohnehin sehr fragliche Behauptung der Saudis, sie würden mit ihrem Krieg eine legitime jemenitische Regierung unterstützen, noch weiter bröckelt. Weiterhin bedeutet die Eroberung Adens durch Al Kaida, dass die Saudis mit zunehmender Kritik westlicher Staaten rechnen müssen, ihre Militäroperation in Jemen würde Al Kaida stark machen, was zu einem ernsten Zerwürfnis der Saudis mit westlichen Staaten führen kann. Und nicht zuletzt muss die saudische Koalition damit rechnen, dass Al Kaida in Aden Nachschubkolonnen der saudischen Kriegskoalition überfällt, um sich mit Waffen zu versorgen, wodurch einerseits die Nachschublinien der saudischen Kriegskoalition weiter unter Druck kommen können, und andererseits die Möglichkeit besteht, dass ein Krieg zwischen Saudis und Al Kaida sich auch auf Saudi Arabien selbst ausbreitet. Was die Machtergreifung von Al Kaida in Aden in jedem Fall bedeutet, ist, dass der Krieg gegen Jemen für die Saudis noch teurer wird, politisch, aber auch finanziell.

Bezüglich der Finanzen gab es in den letzten Wochen ungewohnte Meldungen aus dem als sehr reich geltenden Saudi Arabien, die darauf schließen lassen, dass die Finanzdecke des saudischen Regimes knapper wird. So wurde etwa kürzlich in Finanzblättern berichtet, dass das saudische Regime erstmals seit vielen Jahren milliardenschwere Anleihen begibt, um die saudische Staatskasse aufzubessern udn Defiziete auszugleichen. Abdulrahman al-Rashed, ein führender Propagandist des saudischen Regimes, stimmt unterdessen die saudische Bevölkerung auf Sparmaßnahmen ein, indem er öffentlich verkündet, eine „schwierige finanzielle Phase“ stehe Saudi Arabien bevor. Er begründet das zwar mit den – nicht zuletzt durch saudische Produktionssteigerungen herbeigeführten – niedrigen Ölpreisen an den Weltbörsen, aber jedem ist dabei klar, dass auch der Krieg gegen den Jemen teuer ist und erheblich zum Defizit im saudischen Budget beiträgt.

Mitten in die Berichte von überraschend knapp werdenden saudischen Finanzen platzte kürzlich eine Meldung, derzufolge die Anzahl der Bohrlöcher zur unkonventiellen Ölförderung in den USA seit einigen Wochen wieder zunimmt. Das ist insofern überraschend, als dass allgemein davon ausgegangen wird, dass die unkonventionelle Ölförderung in den USA bei den gegenwärtigen Ölpreisen nicht kostendeckend ist, und dass das globale Ölangebot aufgrund des P5+1-Iran-Deals demnächst durch zusätzlich auf dem Weltmarkt ankommendes iranisches Öl weiter steigen wird, was die Preise weiter drücken dürfte. Wenn US-Banken nun trotzdem die Erschließung teurer unkonventioneller Ölquellen in den USA finanzieren, könnte es daran liegen, dass diese Banken auf eine Ölpreissteigerung spekulieren. Dazu könnte es etwa kommen, wenn der saudische Krieg gegen den jemen weiter auf Saudi Arabien übergreift und die dortige Ölförderung in Mitleidenschaft zieht. Es könnte aber sein, dass einige US-Banken etwas wissen, was andere Marktteilnehmer nicht wissen. Denkbar wäre da beispielsweise, dass die US-Regierung einigen US-Banken diskret signalisiert hat, dass sie demnächst einen wesentlichen Teil der saudischen Ölförderung vom Markt nehmen wird, sei es durch internationale Sanktionen, wie zuletzt gegen den Irak und Iran geschehen, oder durch die Unterstützung eines Proxy-Krieges in Saudi Arabien, durch den die saudische Ölförderung voraussichtlich gestört wird. Ansätze für solch einen historischen politischen Schwenk durch die USA gibt es bereits, und mit dem US-Ärger über die von Öldollars finanzierte weltweite Verbreitung der extremistischen Wahhabi-Ideologie durch Saudi Arabien, in deren Folge viele und teure US-Militärressourcen zur Bekämpfung wahhabitischen Terrors gebunden werden, gibt es auch einen triftigen Grund.

Aber selbst ohne dass es demnächst zu solch einem historischen Schwenk der USA gegen das saudische Regime und die von ihm verbreitete mittelalterliche Takfiri-Terrorideologie kommt, sind die Perspektiven für das saudische Regime nicht rosig. Das saudische Regime hat sich tief verstrickt in einen teuren und blutigen Krieg im Jemen, der bereits auf saudisches Territorium übergreift, und es gibt keinen durchdachten Plan dazu, wie die Saudis aus dem jemenitischen Sumpf, in den sie gerade mit Volldampf gefahren sind, wieder heil herauskommen können.

Ein wirklicher Sieg ist dabei für die Saudis praktisch unerreichbar. Selbst wenn es, wie die Saudis hoffen, der saudischen Koalition gelingen sollte, die jemenitische Hauptstadt Sanaa etwa aus Osten von Marib her kommend, zu erobern, was sehr fraglich ist, würden saudische Truppen auf Jahre, vermutlich Jahrzehnte, im Jemen in einen blutigen und teuren Guerillakrieg verstrickt werden, der aus dem schnellen Sieg über kurz oder lang eine kostspielige Niederlage machen und Saudi Arabien dauerhaft herunterziehen würde. Die USA können ein Lied davon singen, dass ihre Kriege gegen Afghanistan und Irak nach der Eroberung der Hauptstädte dieser Länder mitnichten gewonnen waren. Bei den Saudis scheint diese Erfahrung noch nicht angekommen zu sein.

13 Gedanken zu “Saudische Kriegskoalition fährt mit Volldampf in den jemenitischen Sumpf

  1. Southfront hat einen relativ neuen Bericht geschrieben: http://vineyardsaker.de/analyse/kriegskarte-jemen-15-20-august-2015-die-verhandlungen-dahinter/#more-4052
    Allerdings hört sich die Einschätzung der Lage nicht so gut für die Huthis an. Es ist auch interessant, dass Southfront nur von den Huthis spricht, die jemenitische Armee aber nicht erscheint. Auch im Jemen zeichnet sich schon der Krieg zwischen IS und Al Kaida ab. Es würde mich mal interessieren, wer hinter diesen beiden Halsabschneider-Fraktionen wirklich steht.

    1. asmacher

      Das Phänomen Al Kaida, neuerdings auch ISIS, in Jemen ist vielschichtig.

      Es gibt offenbar so etwas wie ein zentrales Al Kaida-Kommando in Jemen, das eng mit dem saudischen Geheimdienst und Teilen der Islah-Partei zusammenarbeitet. Aber andererseits scheint das zentrale Al Kaida-Kommando nicht wirklich unter Kontrolle zu haben, wer unter der Fahne von Al Kaida wirklich kämpft. Berichte sind sehr eindeutig, dass lokale Stämme und Banditen oft die Fahne von Al Kaida für Straftaten von Bankraub bis Mord verwenden, die sie aus ganz anderen Gründen begehen, als der Agenda von Al Kaida zu dienen, etwa zur eigenen Bereicherung im Rahmen von organisierter Kriminalität und einfacher Bandenkriminalität. Die Fahne von Al Kaida wird da einfach von kriminellen Gruppen genutzt, um den Tatverdacht von lokalen Banditen abzulenken. Manchmal arbeiten solche Gruppen lokaler Banditen offenbar aber auch tatsächlich mit der zentralen Kommandoebene von Al Kaida zusammen.

      Mit ISIS scheint es sich ähnlich zu verhalten, mit dem Unterschied, dass die Fahne von ISIS insbesondere für Verbrechen genutzt zu werden scheint, die so abartig sind, dass sogar Al Kaida sie als Verstoß gegen islamische Regeln dementieren würde, etwa Terroranschläge in Moscheen.

  2. Kann man zukünfzig wieder mit mehr Informationen auf dieser Seite rechnen?

    Als Deutscher habe ich leider nicht so viele Möglichkeiten, fundierte Bericht zu erhalten!

    Eine Antwort wäre nett.

    Danke

      1. Ich möchte ganz herzlich für die bisher geleistete Arbeit bedanken!

        …und hoffe natürlich auf weiteres😉

        Danke schön!

  3. Das es hin und wieder ein Update/eine Zusammenfassung der aktuellen Lage gibt finde ich jedenfalls sehr erfreulich. Diese Beiträge hier sind – mal abgesehen vom Umfang und der Qualität – immer wieder hilfreich, gewisse Dinge besser einschätzen und einordnen zu können. Vielen Dank für die Arbeit.

  4. Der Aussage Alberichs schließe ich mich vollumfänglich an!

    Vor Jahren „landete“ ich auf der Infosuche über den Syrienkonflikt beim Parteibuch und war begeistert über die informativen und qualitativ hochwertigen Artikel.

    Und das tollste….nicht nur über Syrien und Nahost wurde berichtet….

    Mir z. B. haben die Beiträge in denen die weltweiten Freihandelsabkommen im allgemeinen und die im asiatischen Raum + Russland (+Seidenstraßenprojekt) im speziellen behandelt wurden die Augen geöffnet für die zusammenhänge geostrategisch/militärischer Interessen-Handelsabkommen-Militärbündnissen-völkerrechtswidrige Angriffskriegen usw. usf.

    Mit diesem Wissen ist es einfacher/verständlicher das Warum und Woher globaler Konflikte und Kriege zu verstehen und mit diesem Verständnis auch anderen Menschen diese Zusammenhänge und „Wechselwirkungen“ zu erklären, näher zu bringen.
    Das habe ich zur genüge getan, aber immer mit dem Hinweis sich selbst auf der Parteibuchseite und anderer Seiten zu informieren und seine Meinung zu bilden.

    Dafür großen Dank und meinen Respekt vor dem sicher nicht unerheblichen Arbeitsaufwand dafür.
    Und wenn ich einen Wunsch frei hätt…. bitte, bitte weiter so…

    Danke….

    Gruß
    Pitt

  5. Good Guys und Bad Guys – die Rückzugsgefechte der EUSraEliten treiben immer neue Blüten.

    Hauptsache Stellvertreterzündeln mit einträglicher Umverteilungsfunktion zu Lasten naiver MASSEn.

    Auch von meiner Seite mal wieder: Danke für Euren unverdrossenen Informationsfluss.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

  6. Ich möchte mich einigen Vor“rednern“ anschließen. Die Analysen und Hintergrundinformationen sind immer interessant und sehr wertvoll um die Vorgänge zb. im Nahen Osten einzuordnen.

  7. Vielen Dank für die Blumen und die Ermutigung zum Weitermachen.

    Wir werden tun, was wir können.

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