Mordsfrust in der Ukraine

Drei Monate nach dem von Russland, Deutschland und Frankreich im Februar erzwungenen Waffenstillstand im Donbass breitet sich beim Kiewer Putschistenregime und den Unterstützern des sogenannten „Euromaidan“ ein Mordsfrust aus.

Was auf dem EU-Gipfel zur Ostpartnerschaft in Riga für die Ukraine herauskam, war an sich nichts neues: es gibt keine EU-Beitrittsperspektive für Kiew und auch visafreies Reisen in die EU ist für Kiew nicht in Sicht. Das war vor dem Euromaidan so und daran hat sich auch nach dem Putsch mit anschließendem Bürgerkrieg im Donbass bis heute nichts geändert, jedenfalls nicht in der Art, dass die Ukraine diesen Zielen zwischenzeitlich nähergekommen wäre. Der Grund dafür ist profan und besteht, anders als von gängiger Propaganda suggeriert, nicht primär aus russischer Abneigung dagegen: die Ukraine liegt wirtschaftlich am Boden und ist ein billionenschwerer Sanierungsfall.

Schon allein die zum notwendigen Drücken der jährlichen Heizkostenrechnung anfallenden Kosten der energietechnischen Sanierung des ukrainischen Gebäudebestandes werden auf eine halbe Billion Euro geschätzt. Um die ukrainische Wirtschaftsleistung auf ein Niveau anzuheben, dass etwa dem Niveau der EU entspricht, sodass Visefreiheit und EU-Beitritt keine wirtschaftlich motivierten, unerwünscht großen Migrationsbewegungen von der Ukraine in die EU auslösen, ist noch sehr viel mehr Geld notwendig. Vor dem Euromaidan hatte die Ukraine ein BIP zu Marktkursen von rund 4000 Dollar pro Kopf erreicht, was einen riesigen Abstand zum über 30.000 Dollar liegenden Durchschnittswert der EU bedeutete, und auch zum wirtschaftlich schwächsten EU-Mitglied Bulgarien, das auf rund 8000 Euro kommt, noch ein großer Abstand war. Geschädigt durch Tumulte, Bürgerkrieg und zerstörte Beziehungen zu Russland wird nun offiziell erwartet, dass die Ukraine 2015 nur noch rund 2000 Dollar BIP pro Kopf erreicht. Bei den nach Kaufkraftparität ermittelten BIP-Werten pro Kopf ist der Unterschied nicht ganz so groß, aber auch diesbezüglich hat sich die wirtschaftliche Kluft zwischen der Ukraine zur EU seit dem Ausbruch des Euromaidan erheblich vergrößert. Anders als bei vergleichsweise kleinen Staaten wie Bulgarien, Rumänien, Mazedonien oder Moldawien ist die Ukraine zu groß, als dass die EU über ein so drastisches Wirtschaftsgefälle wie zur Ukraine einfach hinwegsehen könnte. Auch darauf, dass das EU-Partnerschaftsabkommen aufgrund des geringen Lohnniveaus zu reichlich westlichen Investionen in der Ukraine führt, braucht die Ukraine eher nicht zu hoffen. Waren da vor dem Euromaidan organisierte Kriminalität und Korruption die wesentlichen Investitionshindernisse, so kommen da seit dem Euromaidan noch schwer bewaffnete Nazi-Banden als Investitionshindernis hinzu. Und selbst die Hoffnung auf Westbindung durch eine NATO-Mitgliedschaft ist für die Ukraine seit dem Euromaidan nicht näher gerückt, sondern eher in weitere Ferne gerückt, denn nun gibt es im Donbass einen ungelösten Konflikt, der eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine langfristig blockieren dürfte.

Und so ist es, wie es ist. Anstatt des erhofften Ausbruches von Wohlstand hat der Euromaidan dazu geführt, dass das Gegenteil eingetreten ist und die Ukraine nun trotz eines in Riga gegen weitere Sparauflagen zugesagten 2-Mrd-Dollar-Kredites in London mit westlichen Heuschrecken über den Staatsbankrott verhandelt. Ein Großteil der Bevölkerung der Ukraine hat aufgrund des mit dem von zionistischen Seilschaften zur Sabotage der westlichen Kooperation mit Russland erfundenen Euromaidan geschaffenen dichten Propagandanebels bislang zwar immer nicht noch realisiert, dass die Ukraine einem EU-Beitritt durch den Euromaidan keinen Schritt näher gekommen ist, aber die ukrainische Junta ist sich dessen sehr wohl bewusst.

Und das Kiewer Regime ist sich auch dessen bewusst, dass es ein dickes Problem mit der ukrainischen Bevölkerung bekommt, wenn diese bemerkt, dass es nie eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine gab und es sie auch für die nächsten Generationen nicht geben wird, all die Demonstrationen unter der EU-Flagge ein Schwindel waren, genau wie das Wort Euromaidan selbst, und die Bevölkerung also all die damit verbundenen Opfer aufgrund eines großen Schwindels erbracht hat, nämlich dem, dass ihr mit warmen Worten suggeriert wurde, es gäbe eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine, obwohl das nicht stimmt. So erklärt sich, dass Pavlo Klimkin, Außenminister des Kiewer Putschregimes, vor dem Gipfel in Riga forderte, dass Kiew, obwohl es keinen EU-Beitritt geben wird, die EU der Ukraine trotzdem eine abstrakte EU-Beitrittsperspektive gibt, die sein Regime der ukrainischen Bevölkerung einer Fata Morgana gleich als Wurst vor die Nase halten kann, damit diese bereit ist, das Kiewer Regime weiterhin zu ertragen. Doch Merkels Antwort kam prompt, und anders als in den vergangenen eineinhalb Jahren war die Antwort sehr deutlich. In einer Regierungserklärung stellte Angela Merkel klar, dass es ebensowenig einen Beitritt der Ukraine zur EU wie Visafreiheit mit der Ukraine geben wird und dass das Assoziierungsabkommen „kein Instrument zur EU-Erweiterung“ ist. Und außerdem, und das machte die Erklärung beinahe brutal, fügte sie noch hinzu, dass wir – wer auch immer damit gemeint sein sollte – „keine falschen Hoffnungen wecken“ dürfen, womit die Erweckung falscher Hoffnungen bei der ukrainischen Bevölkerung offiziell thematisiert wurde. Und natürlich setzte Deutschland sich mit dieser Haltung auch beim Gipfel in Riga durch, denn sie wird in der EU von einer ganz breiten Mehrheit getragen.

Es ist nicht schwer, nachzuvollziehen, was diese Nachricht für die einfache Bevölkerung, besonders die Unterstützer des Euromaidan, die Anhänger des Kiewer Putschregimes und Kiews Kämpfer im Bürgerkrieg bedeutet. Alles, das Herzblut in den Maidan-Protesten, der Verlust der Krim, die Tausenden Kriegstoten und noch mehr Verletzten, der wirtschaftliche Zusammenbruch, und so weiter und so fort, war vergeblich. Und nicht nur das: den Eliten, denen die einfachen Leute gefolgt sind, war von vornherein klar, dass die Hoffnungen der einfachen Leute enttäuscht werden würden, dass ihre Strategie noch mehr Armut bedeutete und vor allem, dass es alles auf einer Illusion beruhte, weil es in Wirklichkeit nie eine EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine gab und auch keine geben würde. Natürlich wussten die Eliten, dass die Ukraine ein schwerer Sanierungsfall und schon deshalb in der EU überhaupt nicht erwünscht ist. Es ist ja auch nicht wirklich ein Geheimnis gewesen, und wurde auch hin und wieder öffentlich ausgesprochen. Nur wurde die Nachricht nie so klar und deutlich zur Bevölkerung der Ukraine transportiert, dass sie es auch alle mitbekommen und verstanden hätten. Aber wenn die Nachricht bei der Bevölkerung ankommt, dann führt sie praktisch unweigerlich zu Enttäuschung, Frust, und einem Gefühl, missbraucht, verraten und verkauft worden zu sein. Alles war umsonst. Alles basierte auf Illusionen und der Erweckung falscher Hoffnungen. Das bekommen auch die internationalen Unterstützer des Euromaidan mit. Die notorisch russlandfeindliche Springerpresse schreibt frustiert, in der Ukraine würden sie jetzt von Europa enttäuscht „immer mehr nach Amerika rufen“. Das stimmt zwar nicht ganz, denn die pro-westlichen Ukrainer sind von den USA genauso enttäuscht sind wie von der EU, aber selbst wenn es stimmen würde, würde es am Debakel des Kiewer Regimes nichts ändern, denn auch die USA werden die Ukraine natürlich nicht als neuen Bundesstaat in die USA aufnehmen, ganz egal wie pro-amerikanisch die Ukraine sich gebärdet. Und natürlich denken auch die USA nicht daran, Personen aus dem beinahe bankrotten Bürgerkriegsland Ukraine eine Einreise ohne Visum zu erlauben.

Obwohl immer mehr Ukrainer spüren, dass für sie etwas ganz fürchterlich schief läuft, ist es immer noch nicht bei allen Ukrainern angekommen, dass sie mit dem Euromaidan von Victoria Nuland und Kollegen von vorn bis hinten verkohlt und verschaukelt wurden. So erklärt es sich, dass viele ihre Aggressionen trotz des Waffenstillstandes nach wie vor im Donbass ablassen, bei täglichen Schießereien, wo es beinahe jeden Tag Tote gibt, oder bei ebenso mörderischen wie sinnlosen Terroranschlägen wie dem gestrigen Attentat auf Aleksey Mozgovoi. Bis die Katastrophe und ihre Sinnlosigkeit der ukrainischen Bevölkerung trotz der uniformen Propaganda zum Übertünchen eben jener richtig ins Bewusstsein kommt, wird es voraussichtlich noch ein paar Monate dauern. Im Sommer lässt es sich in der Ukraine auch ohne Geld irgendwie leben, denn Essen gibt es aus dem Garten und heizen muss man im Sommer nicht. Aber der nächste Winter kommt bestimmt. Und anders als beim letzten Winter, für den die Ukraine sich ihre Gastanks im Frühjahr, erstmal ohne zu bezahlen, wenigstens teilweise gefüllt hatte, sind die Gastanks nun sehr leer und ohne Vorkasse gibt es kein Gas mehr. Der russische Energieminister schätzt, dass die Ukraine bis zum nächsten Winterbeginn noch rund 18 bis 20 Mrd Kubikmeter Gas braucht. Das kostet, grob über den Daumen geschätzt, rund acht Mrd Euro, doch die Ukraine ist praktisch pleite, keineswegs mehr kreditwürdig und auch die EU hat wohl nicht vor, der Ukraine das Geld zu geben. Die Leute in der Ukraine auszuquetschen, um so die notwendige Summe irgendwie aufzutreiben, ist aufgrund der wirtschaftlichen Misere auch schwierig bis unmöglich, und außerdem wurde bereits alles, was da herauszuholen war, herausgeholt, um den Krieg im Donbass zu finanzieren. Mit der Kälte kommen dann auch unangehme Fragen auf das Kiewer Putschregime zu. Mehr Ukrainer dürften dann begreifen, dass die Führer des Euromaidan und ihre internationalen Partner die Ukraine sehenden Auges in eine große Katastrophe geführt haben und die ukrainische Bevölkerung mit russischen Großaufträgen an ukrainische Unternehmen im Rahmen der großen Modernisierung der russischen Streitkräfte und chinesischen Großinvestionen im Rahmen der Seidenstraßenstrategie viel besser gefahren wäre als mit dem aufgrund der Erweiterungsunwilligkeit der EU von vorherein zum Scheitern verurteilten Versuch der EU-Assoziierung. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, jedenfalls keineswegs auszuschließen, dass der Wind in der Ukraine sich dann dreht, das Kiewer Regime dann selbst Ziel ukrainischer Aggressionen wird und es dabei zu einem Sturz des Putschregimes mit anschließender geopolitischer Neuorientierung der gesamten Ukraine Richtung Osten kommt. EU-Frust ist schon jetzt reichlich da.

15 Gedanken zu “Mordsfrust in der Ukraine

  1. Die Ukrainer mussen es hautnah spüren, dass sie mit diesem Pinky and the Brain, dem Jatz und dem Boro, zwei Wahnsinnigen Großsprechern aufgesessen sind, welche selbst vor Völkermord nicht zurückschrecken.

  2. Zumindestens einfache Häuser könnte man mit Hilfe eines Gemischs aus Stroh und Lehm ziemlich gut, einfach und billig isolieren.
    Das funktioniert so ähnlich wie das Ausfachen von Fachwerkhäusern.

    1. Stephan
      Der ganz überwiegende Teil der Bausubstanz in der Ukraine ist meines Wissens sowjetische Platte, oft bis zu 12 Stockwerken, ganz ählich der DDR-Platte, wie sie ua aus Berlin-Marzahn bekannt ist. Einiges von dieser Bausubstanz wurde in Berlin teuer modernisiert, anderes abgerissen.

      Klar, geht da auch so etwas wie Wärmedämmung von Innen, wo die Leute selbst dafür verantwortlich gemacht werden, sich die Wände und Fenster ihres Nestes irgendwie zu isolieren. Das steigert dann zwar die Brandgefahr, wenn es billig mit brennbaren Sachen gemacht wird, aber nun ja, es ginge.

      Was jedoch auch gemacht werden muss, ist im Haus neue Heizwasserstränge zu verlegen. Gegenwärtig sieht das so aus, dass Heizkörper nicht abgedreht werden können, selbst wenn da Regler dran wären, weil das Heizwasser durch alle Heizkörper von einem zum nächsten läuft. Würde man einen runterdrehen oder abschalten, wäre das ganze Haus kalt, weil dann der Wasserkreislauf nicht mehr fließen würde. Diese Sanierung muss in praktisch allen ukrainischen Mehrfamilienhäusern gemacht werden, alten wie neuen, also praktisch überall.

      Dummerweise haben die Leute, die in den Häusern wohnen, meist UdSSR-Wohnungen umgewandelt in EIgentum der damaligen Mieter, oft praktisch kein Geld. Viele leben von 100 USD monatlich Lohn, Rentner von noch viel weniger. Massen an Leuten können es sich weder leisten, ihre unsanierten Wohnungen mit Gas zu Marktpreisen zu heizen, weswegen Heizgas stark subventioniert wurde, noch können sie sich eine Sanierung mit Ziel Energiesparen leisten. Würden Sanierungskosten wie das neumachen von heizsträngen auf die Bewohner umgelegt, könnten viele das einfach nicht zahlen und würden dann, wenn sie aufgrund von Zahlungsunfähigkeit rausgeworfen würden, obdachlos. Ein Großteil des Sanierungsprogramms zum Energiesparen müsste also, wenn das aus Gründen der politischen Stabilität nicht gewollt ist, als Sozialleistung des Staates laufen, genau so wie bisher die Heizgaspreissubventionierung eine Sozialleistung des Staates war. Der ukrainische Staat hat für diese Sozialleistungen aber nun kein Geld mehr, weder für die Gassubventionierung und erst recht nicht für die Investitionen zur energiesparenden Gebäudesanierung. Dass der russische Freundschaftsrabatt beim Gaspreis mit den zerstörten Beziehungen zu Russland wegfällt, macht das Problem doppelt schwierig.

      1. In Klamotten, die letztlich wohl aus dem Handel mit Zukunftswerten bezahlt wurden und anzunehmend mehr gekostet haben als ukrainische Rentnerinnen in drei Jahren zum Leben haben, kommt eine Lagarde mit Sprüchen von Reformen (IWF-Jargon für Misswirtschaft plus Sozialkürzungen) und merkt nichts mehr, weil ihr moralischer Kompass so dermaßen im Ar… ist, dass es verwunderlich wäre, wenn sie auch nur den Weg zum Parkplatz finden würde. Das ist Dekadenz, das ist Sinken unter Festbeleuchtung, das systembedingte Ende des Anhäufens in den Händen Weniger, gerechtfertigt mit einer kruden Verschwörungstheorie namens Kapitalismus. Mögen diese Kreise den natürlichen Übergang zur Demokratisierung der Ökonomie nicht wieder mit den despotischen Mitteln des Faschismus und der Flucht in die Katastrophe eines Weltkrieges hinauszögern können.

        Der wahre Wert eines Konfliktes besteht in den Schulden die er verursacht, denn wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert alles.

  3. Inzwischen haben die Lugansker Teilnehmer des Forums für Antifaschismus, Internationalismus und Solidarität, das am 8. Mai in Altschewsk unter A. Mosgowois Schirmherrschaft gegen den Willen bestimmter Beamtenkreise in der LVR doch noch stattfinden konnte, um Aktionen zeitgleich mit der Beerdigung in Altschewsk gebeten.
    In Berlin startet folgende Aktion:

    “Abschied von Mosgowoi: in Berlin am Treptower Ehrenmal
    In Berlin besteht die Möglichkeit für alle, die sich von Alexej Mosgowoi und den ermordeten Kämpfern verabschieden wollen… ” weiter unter https://alternativepresseschau.wordpress.com/2015/05/25/abschied-von-mosgowoi-in-berlin-am-treptower-ehrenmal/

    Freundlich grüßen
    Liese und Lotte Mayer

  4. FIFA Funktionäre wurden auf ersuchen der US Staatsanwalt in der Schweiz festgenommen, verdacht auf Bestechung und Geldwäsche. Ob das mit der kommenden Fußball WM in Russland was zu tun hat, oder nicht ?
    Die Fifa hat sich ja erfolgreich gewehrt gegen Bemühungen sie Russland abzuerkennen.

  5. Der Israelisch-Amerikanische Plan für Syrien sah wohl folgendermaßen aus: Nach dem von Bush losgetretenem Irakkrieg hatten dummerweise die Shiiten die Macht übernommen und so eine gute Nachschubverbindung zur Hisbollah geschaffen, die wollte man unterbinden (und gleichzeitig Syrien als ernstzunehmende Militärmach auschalten, letzteres hat man bereits geschafft als die Giftwaffen zerstört wurden).
    Weiter sah der Plan wohl vor die vorhandenen Reste der Hardcoreislamisten als Kanonenfutter zu verheitzen und die überlebenden Reste danach (also wenn Assad gestürzt wurde und durch Marionetten ersetzt wurde) irgendwie zu liquidieren.
    Um dieses Ziel zu erreichen holte man sich Handlanger wie Erdogan, das Hause Saud und Katar ins Boot die allerdings auch noch eigene Ziele haben (zwar auch mit eigenen Marionetten, aber letzlich geht es ihnen um mehr Macht ausgeübt über eine sunnitische Mehrheit in der Region) aber eben nicht 100% mit den Ziele von Israel und USA konform gehen. Diese versprechen I+USA dann das alles genau wie von ihnen geplant über die Bühne gehen würde, und in der Tat werden nicht wenige der Jihadisten U-Boote in den Reihen der Jihadisten sein (und wenn diese Gewinnen beginnt die Nacht der langen Messer).
    Die Jihadisten nehmen nun, ganz nach Plan, Syrien auseinander. Hierbei kommt es zu zahllosen Massakern an der Bevölkerung und an allen gefangenen Soldaten und Milizen (über die sich unsere Presse weitestgehend ausschweigt) sowie Geiselnahmen und Versklavungen der Nichtsunnitischen Bevölkerung. Für die korangläubiogen Handlangerstaaten kein Problem (…), für die westlichen Strippenzieher sehr wohl (hier sieht die Wählerschaft solche Grausamkeiten nicht so gerne).
    Dumm nur das Assad nicht sofort fällt und jetzt, wie vorher in Afghanistan und neuerlich in Libyen, der Krieg eine Eigendynamik entwickelt: astatt Jihadisten gegen unliebsamme Staaten (Iran und Russland standen auch schon für Aufstände auf der Speisekarte) lenken zu können erkennen die Jihadistengruppen das sie nur benutzt werden. Sie verfolgen weiter den Plan der Zerstörung Syriens, allerdings achten sie darauf das die westlichen Marionetten (die später die Macht in Syrien haben sollten) nicht zu stark werden und killen hier und da schon mal die Personen die eigentlich ihrerseits die Hardcoireislamisten später ausschalten sollten. Siehe Rihad al Asad und noch weitere „Rbellenführer“ die bei internen Kämpfen über die Klinge sprangen. Auch liefen immer wieder ganze Rebellengruppen mit westlichen Waffen zu den Hardcoreislamisten über.
    Das die FSA überhaupt noch existiert liegt inzwischen nur noch daran das die Al-Kaida und Co. diese inzwischen im Griff haben, und Erdogan und Saudi Arabien nur noch Unterstützung gewähren können solange man irgendwas „Moderates“ präsentieren kann.
    Auf dem Schlachtfeld können in dieser Phase nur noch Bodentruppen mit dem Willen zur Partisanenbekämpfung etwas ausrichten, der Plan später die hardcoreislamisten zu beseitigen ist gescheitert. Schlimmer noch hier wohnende Muslime … ziehen nach Syrien, und kommen hierher zurück …

    Zurück zum eigentlichen Thema: Der Ausschaltung der Hisbollah.
    Es schien alles so einfach, nur das Schisma nutzen um Sunnis und Shias aufeinanderzuhetzten… Bisher klappte ja alles wie am Schnürchen, die beiden muslimischen Gruppen gingen aufeinander los. Israel gewährte den sunnitischen Gruppen sogar hier und da Luftunterstützung und diese griffen Israel dafür nicht an (durften sogar den Golan für Antisyrische Angriffe nutzen). Gleichzeitig tönen die sunnitischen Gruppen sie würden Israel vernichten, aber gut auf … Worte muss man nicht viel geben.
    Das Fußvolk der Al-Kaidagruppen aber will auch die Vernichtung Israels, die Anfüherer sind da wohl etwas cleverer und befehlen keine solchen Angriffe da es ihr Ende wäre.
    Und genau da schließt sich der Kreis: Sobald die sunnitischen Gruppen die Macht in Syrien haben werden sie zwar die Nichtsunniten massakrieren und vertreiben, aber sie werden das nicht im Libanon tun, da sie dort die Shiiten nutzen können um den Krieg gegen Israel (der ihnen zu heiß werden würde, und bei dem die Sponsoren die Notbremse ziehen werden um die USA nicht zu verärgern) als ihren Proxykrieg zu führen.
    D.h. die Sunniten herrschen über Syrien, aber der Waffennachschub an die Hisbollah wird nur in der Zeit der konsolidierung der Macht abreißen. Dann wird er wieder aufgenommen, da die Sunniten plötzlich wieder solidarität (der Feind meines Feindes…) mit ihren Shiitischen „Brüdern“ verspüren (denen sie vor allem die Macht streitig machen wollten).
    Win win für die Sunnitischen Islamisten: sie haben die macht, und müssen selbst ihre Leute nicht gegen Israel in den Tod schicken… Also werden die Horden Ägypten, samt Suezkanal, handstreichartig in ihre Gewalt bringen, sowie alle Staaten mit mehrheitlich sunnitischer Führung (ab der Phase kann es auch für die Sponsoren gefährlich werden und es zeigt sich wie gut sie ihre Monster im Griff haben, gefährlich ist pakistan das über genug Atomwaffen verfügt um Ärger zu bereiten)

    Israel und die USA haben also einen Phyrussieg errungen wenn sie dachten die Hisbollah vom Nachschub abschneiden zu können, der wird so oder so weitergehen (ob durch Assad oder die Al-Kaida) da die Mehrheit der normalen arabischen bevölkerung Israel den Tod wünscht und aufgrund der Geburtenrate und der weitverbreiteten Frustration in der arabischen Welt das zu entsorgende Fußvolk nur mehr und nicht weniger wird. Ein idealer Nährboden also für ideologiebelandene Terrorgruppen.

    Eventuell kämpfen also neben der Hisbollah bald noch weitere Gruppen im Libanon gegen Israel, das man die dann weiter gegeneinander ausspielen kann darf bezweifelt werden.

  6. http://www.thenewamerican.com/world-news/asia/item/20943-u-s-intel-obama-coalition-supported-islamic-state-in-syria

    wenn man den Beiträgen auf der Faceboock-SOHR-Seite glauben schenken darf (einige sind mit mit Videos und Kartenmaterial belegt) könnten die Al-Kaidahorden wenn sie jetzt mal nicht gegeneinander kämpfen bald den point of no return erreicht haben und Syrien in ein zweites Somalia verwandeln. Das ist zwar nicht ganz im Sinne ihrer USA-Förderer, aber läuft wohl darauf hinaus. Von SYrischer Seite gibt es nur noch Rückzugsgefechte, aber schon lange keine Angriffe mit Geländegewinnen mehr. Wenn jetzt noch die Hochburg der Druzen fällt wars das wohl und der Genozid beginnt.
    Das Amerika inzwischen verlauten lässt sie hätten mit Syrien überhaupt nichts zu tun lässt darauf schließen das auch sie ihre Felle davonschwimmen sehen und keinen Plan mehr haben wie sie noch ein Stück Kuchen abbekommen können.

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