Ein paar Anmerkungen zum „U.S.- Gulf Cooperation Council Camp David Joint Statement“

Ebenso wie bei anderen Themen lässt die Berichterstattung der Massenmedien zum US-GCC-Gipfel in Camp David am 14. Mai 2015 zu Wünschen übrig. Diskutiert wird da vor Allem, ob das Fernbleiben von König Salman ein Snub gegen Obama war oder nicht, möglicherweise noch der Umfang der von den USA zugesagten US-Beistandsverpflichtungen und Waffenverkäufe, während die gemeinsame Geopolitik in der arabischen Region, auf die sich die sieben Staaten auf dem Gipfel verpflichtet haben, kaum in Ansätzen erwähnt wird.

Nachfolgend sei deshalb das gemeinsame Abschlussdokument des Gipfels vollständig zitiert, unterbrochen von einigen Anmerkungen des Parteibuchs:

The White House

Office of the Press Secretary
For Immediate Release
May 14, 2015
U.S.- Gulf Cooperation Council Camp David Joint Statement

President Obama and Heads of Delegations of the Gulf Cooperation Council (GCC) member states, the Secretary General of the GCC, and members the President’s Cabinet met today at Camp David to reaffirm and deepen the strong partnership and cooperation between the United States and the GCC. The leaders underscored their mutual commitment to a U.S.-GCC strategic partnership to build closer relations in all fields, including defense and security cooperation, and develop collective approaches to regional issues in order to advance their shared interest in stability and prosperity.

Hier wird festgelegt, dass es bei der strategischen Partnerschaft und dem Bau engerer Beziehungen zwischen den USA und den GCC darum geht, eine gemeinsame Herangehensweise an die Dinge der Region zu entwickeln, und so das gemeinsame Interesse an Stabilität und Gedeihen voranzubringen. Damit hängen die GCC-Staaten am Haken, denn sie verpflichten sich damit, nicht aus der gemeinsamen Regionalpolitik auszuscheren oder gar unilateral die gemeinsame Goepolitik in der Region, die Obamas Geopolitik ist, zu hintertreiben und zu sabotieren, etwa gemeinsam mit Obamas Widersacher Netanjahu und seinen Kumpanen im US-Kongress.

The United States shares with our GCC partners a deep interest in a region that is peaceful and prosperous, and a vital interest in supporting the political independence and territorial integrity, safe from external aggression, of our GCC partners. The United States policy to use all elements of power to secure our core interests in the Gulf region, and to deter and confront external aggression against our allies and partners, as we did in the Gulf War, is unequivocal.

Hier ist wichtig, was fehlt: nämlich die Berufung auf gemeinsame Werte, weil die USA und die GCC-Staaten wesentliche Werte eben nicht teilen. Das hat gravierende Konsequenzen, wie etwa die, dass es deshalb zwischen den USA und den GCC-Staaten kein Verteidigungsbündnis zur Verteidigung gemeinsamer Werte geben kann. Eben darum steht da auch eine wichtige Einschränkung der US-Zusage bei der Abwehr von Aggresion: extern. Die USA wollen den GCC-Staaten nur bei der Abwehr einer externen Aggression helfen, nicht bei internen Konflikten der GCC-Machthaber mit internen Gruppen, die etwa demokratische Rechte einfordern.

The United States is prepared to work jointly with the GCC states to deter and confront an external threat to any GCC state’s territorial integrity that is inconsistent with the UN Charter. In the event of such aggression or the threat of such aggression, the United States stands ready to work with our GCC partners to determine urgently what action may be appropriate, using the means at our collective disposal, including the potential use of military force, for the defense of our GCC partners.

Im Falle einer externen Aggression gegen GCC-Staaten oder einer Drohung mit einer solchen „stehen die USA also bereit“, gemeinsam mit den GCC-Staaten „dringend zu bestimmen,“ welche Aktionen zur Verteidigung der GCC-Partner „angemessen sein könnten,“ einschließlich des „möglichen“ Gebrauchs militärischer Gewalt. Diese Verteidigungszusage der USA bezüglich externer Aggressionen und Drohungen gegen GCC-Staaten ist, worauf Israel-Lobbyist Charles Krauthammer zutreffend hinweist, wachsweich formuliert. Als Ergebnis dieses „gemeinsamen Evaluierungsprozesses“ externer Aggressionen und Drohungen kann dann eben auch herauskommen, dass die USA erklären, die GCC-Staaten sollen auf Provokationen nicht eingehen, den Rechtsweg von UNO und ICC beschreiten oder sich beim Gegner für eigenes Fehlverhalten entschuldigen, anstatt militärischen Beistand anzubieten. Obama sagt damit, die USA behalten es sich vor, den GCC-Staaten nicht mit Militär zu helfen, wenn die USA das nicht für richtig halten, und schließt damit die Tür zu möglichen Versuchen von GCC-Staaten, Israel oder anderen Akteuren, mit Provokationen oder False-Flag-Terrorattacken die USA aufgrund einer Verpflichtung gegenüber den GCC-Staaten ungewollt in arabische Konflikte hineinzuziehen. Die Botschaft der wachsweichen Formulierung an die GCC-Staaten ist: versucht solche Spielchen erst gar nicht, es wird euch schlecht bekommen.

As with Operation Decisive Storm, GCC states will consult with the United States when planning to take military action beyond GCC borders, in particular when U.S. assistance is requested for such action.

Das ist ein kaum diplomatisch kaschierter Schlag in die Magengrube der fünf GCC-Staaten, die den Jemen unter saudischer Führung bombardieren. Der Satz bedeutet, dass die GCC-Staaten einen Drittstaat bombardieren und die USA darüber erst eine Stunde vor dem Beginn informieren, geht überhaupt nicht, besonders wenn die GCC-Staaten dann auch noch US-Unterstützung für ihren Krieg benötigen und diese mit Hinweis auf die gemeinsame Partnerschaft verlangen. Den Satz kann man durchaus so auffassen, dass, falls die GCC-Staaten solch eine mit den USA nicht abgestimmte Sache nochmal machen werden, die USA die GCC-Staaten eines schweren Bruchs der strategischen Partnerschaft beschuldigen werden, und den GCC-Staaten sämtliche Unterstützung vorenthalten werden, sich möglicherweise sogar auf die andere Seite stellen werden. Und da die GCC-Staaten wissen, dass sie sich den USA gegenüber mit der hinter dem Rücken der USA geplanten Bombardierung des Jemen nicht partnerschaftlich verhalten haben, mussten sie den groben Schlag in die Magengrube in dem Gipfeldokument akzeptieren.

In this spirit, and building on the U.S.-GCC Strategic Cooperation Forum, the leaders discussed a new U.S.-GCC strategic partnership to enhance their work to improve security cooperation, especially on fast-tracking arms transfers, as well as on counter-terrorism, maritime security, cybersecurity, and ballistic missile defense. They reviewed the status of negotiations between the P5+1 and Iran, and emphasized that a comprehensive, verifiable deal that fully addresses the regional and international concerns about Iran’s nuclear program is in the security interests of GCC member states as well as the United States and the international community. The United States and GCC member states oppose and will work together to counter Iran’s destabilizing activities in the region and stressed the need for Iran to engage the region according to the principles of good neighborliness, strict non-interference in domestic affairs, and respect for territorial integrity, consistent with international law and the United Nations Charter, and for Iran to take concrete, practical steps to build trust and resolve its differences with neighbors by peaceful means.

In diesem Abschnitt versprechen die USA den GCC-Staaten zusätzlich Waffen und andere militärische Leistungen zu verkaufen, aber natürlich nicht die neueste Technik, wie Israel sie von den USA erhält, denn Obama kann nicht gegen die ihm von der Israel-Lobby ind en USA auferlegte gesetzliche Verpflichtung zur Wahrung von Israels QME verstoßen, und so steht beispielsweise nichts von F-35 Kampffliegern wie Israel sie erhält in dem Abschlussdokument des Gipfels. Weiterhin haben die GCC-Staaten mit diesem Absatz Obamas Nukleardeal mit dem Iran formal begrüßt und die USA haben dazu erklärt, sie würden gemeinsam mit den GCC-Staaten gegen destabilisierende Aktivitäten Irans in der Region arbeiten, ohne dass diese konkret benannt wurden, und gemeinsam in Richtung Iran erklärt, Iran müsse sich friedvoll und in Einklang mit der UN-Charter verhalten. Diese Passage ist unspezifisch formuliert, weil es da konkret offenbar wenig gemeinsam an Iran zu bemängeln gibt. Viel konkreter wurde es dann bei den nachfolgenden Vereinbarungen zu bestimmten Themen.

The leaders decided to enhance their counter-terrorism cooperation on shared threats, particularly ISIL/DAESH and Al-Qa’ida, to deter and disrupt terrorist attacks with a focus on protecting critical infrastructure, strengthening border and aviation security, combating money laundering and terrorist financing, interdicting foreign fighters, and countering violent extremism in all its forms.

Die GCC-Staaten verpflichten sich damit, ihre Bemühungen zum Kampf gegen Al Kaida und ISIS gemeinsam mit den USA zu vertiefen, und außerdem gegen jegliche Form gewalttätigen Extremismus zu arbeiten. Um diese Passage hätten einige GCC-Staaten, allen voran die Saudis, sich sicherlich gern unterdrückt, denn saudische Medien waren in den letzten Wochen voll davon, wie prima der von Saudi Arabien und anderen Staaten unterstützte Kampf von Al Kaida und mit Al Kaida verpartnerten Kämpfern den Iran und mit Iran befreundete Kräfte in der Region in die Schranken weist. Doch sich dem gemeinsamen Kampf gegen Al Kaida offiziell zu verweigern, können die Saudis nicht, denn als offizieller UNterstützer von Al Kaida könnte des keine US-Partnerschaft mit den Saudis geben. Und so gibt es nun diesen Absatz im gemeinsamen Dokument, und die USA können diesen Absatz jederzeit vorbringen, um von den Saudis Handlungen gegen Al Kaida zu verlangen, und ebenso zu verlangen, dass die Saudis Handlungen unterlassen, die Al Kaida stärken, wie etwa ihre Bombardierung des Jemen. Das kann die fünf wahhabitischen Staaten dazu zwingen, ihre Politik gründlich zu ändern, und in den nachfolgenden Absätzen zu spezifischen Ländern sieht es so aus, als hätten die GCC-Staaten das formal geschluckt.

The leaders, furthermore, discussed how best to address regional conflicts and defuse growing tensions. In this context, the leaders discussed the most pressing conflicts in the region, including Syria, Iraq, Yemen, and Libya, and what could be done to advance their resolution. They decided on a set of common principles, including a shared recognition that there is no military solution to the regions’ armed civil conflicts, which can only be resolved through political and peaceful means; respect for all states’ sovereignty and non-interference in their internal affairs; the need for inclusive governance in conflict-ridden societies; as well as protection of all minorities and of human rights.

In dieser Grundsatzerklärung stimmen die GCC-Staaten der US-Sichtweise zu, dass es keine militärischen Lösungen in den Konflikten der Region gibt. Außerdem wird darin zum gemeinsamen Ziel definiert, dass in den Konfliktstaaten breit getragene Regierungen an der Macht sein sollten und der Schutz von allen Minderheiten und der Menschenrechte in diesen Staaten ein gemeinsames Ziel ist. Das ist ziemlich genau das Gegenteil der gegenwärtigen Politik der fünf wahhabitischen GCC-Staaten, die versuchen, in den Konfliktstaaten mit Gewalt extremistische wahhabitische Randgruppen an die Macht zu bringen, die Minderheiten wie Schiiten, Alawiten, Sufis, Christen und Jesiden mit Terror unterjochen und die Menschrenrechte in gröbster Weise missachten. Es dürfte den GCC-Staaten jedoch schwergefallen sein, diese US-Forderung zurückzuweisen, denn die saudische Politik, zur Beschränkung iranischen Einflusses in der Region wahhabitische Terrorregimes an die Macht zu bringen, ist im Westen und dem größten Teil der Welt, einschließlich der USA, völlig inakzeptabel und würde jegliche strategische Partnerschaft ausschließen.

With regard to Yemen, both the United States and GCC member states underscored the imperative of collective efforts to counter Al-Qa’ida in the Arabian Peninsula, and emphasized the need to rapidly shift from military operations to a political process, through the Riyadh Conference under GCC auspices and UN-facilitated negotiations based on the GCC initiative, National Comprehensive Dialogue outcomes, and the Security Council’s relevant resolutions. Taking into consideration the humanitarian needs of civilians, they welcomed the start of a five-day humanitarian pause to facilitate delivery of relief assistance to all those in need and expressed hope it would develop into a longer, more sustainable ceasefire. They expressed their appreciation for the generous grant of $274 million provided by Saudi Arabia for the UN humanitarian response in Yemen. The United States reaffirmed its commitment, in partnership with GCC member states and other members of the international community, to seek to prevent the resupply of Houthi forces and their allies in contravention of UN Security Council Resolution 2216.

In diesem Absatz erklären die GCC-Staaten den Kampf gegen Al Kaida im Jemen zur Priorität, betonen außerdem, ihre Militäroperation müsse rasch einem politischen Prozess im Einklang mit den entsprechenden UN-Mechanismen weichen, und hoffen gemeinsam darauf, dass die Saudis den Waffenstillstand verlängern können. Von Hadi und seiner angeblichen Legitimität ist hingegen keine Rede. Die saudische Zustimmung dafür ist nicht weniger als ein Eingeständnis, dass ihr Krieg gegen den Jemen gescheitert ist.

The United States and GCC member states further affirmed their commitment to assisting the Iraqi government and the international coalition in their fight against ISIL/DAESH. They stressed the importance of strengthening ties between GCC member states and the Iraqi government, based on the principles of good neighborliness, non-interference in internal affairs, and respect for state sovereignty. They encouraged the Iraqi government to achieve genuine national reconciliation by urgently addressing the legitimate grievances of all components of Iraqi society through the implementation of reforms agreed upon last summer and by ensuring that all armed groups operate under the strict control of the Iraqi state.

Hier verflichten sich die GCC-Staaten einschließlich der Saudis dazu, die schiitisch geprägte Regierung des Irak und den gemeinsam mit dem Iran geführten Kampf gegen ISIS zu unterstützen, anstatt sie wie bisher zu versuchen, sie zu unterminieren. Das kommt einer saudischen Verpflichtung zu einer Kehrtwende in der Politik gleich.

The leaders committed to continue working towards a sustainable political resolution in Syria that ends the war and establishes an inclusive government that protects all ethnic and religious minorities, and preserves state institutions. They reaffirmed that Assad has lost all legitimacy and has no role in Syria’s future. They strongly supported increased efforts to degrade and ultimately destroy ISIL/DAESH in Syria and warned against the influence of other extremist groups, such as Al-Nusrah, that represent a danger to the Syrian people, to the region and to the international community. They expressed deep concern over the continuing deterioration of the humanitarian situation in Syria and condemned the prevention of aid distribution to the civilian population by the Assad regime or any other party.

Hier verpflichten sich die GCC-Staaten einschließlich der Saudis, damit aufzuhören, in Syrien Al Kaida, mit Al Kaida kooperierende Gruppen und andere sektierische Extremisten zu unterstützen, und stattdessen Obamas Schlangenlinie zu folgen, eine illusionäre moderate Opposition in Syrien zu unterstützen, die keine Bedrohung für ethnische und religiöse Minderheiten ist. Das bedeutet eine Verpflichtung der wahhabitischen GCC-Staaten, insbesondere den Saudis, einen wesentlichen Wechsel in der strategischen Politik bezüglich Syrien durchzuführen, und die Unterstützung für extremistische Terrorgruppen in Syrien aufzugeben.

The leaders decided to move in concert to convince all Libyan parties to accept an inclusive power-sharing agreement based on proposals put forward by the UN and to focus on countering the growing terrorist presence in the country.

Hier verpflichten sich insbesondere die wahhabitischen Saudis und die mit der Türkei zusammenarbeitenden Kataris, die in Libyen jeweils unterschiedliche extremistische Fraktionen von Moslimbrüdern und Wahhabiten unterstützen, auf ein Ende der Auseinandersetzung zwischen den Fraktionen hinzuarbeiten, so dass die Chancen besser werden, den Bürgerkrieg in Libyen zu beenden.

The United States and GCC member states strongly affirmed the necessity of resolving the Israeli-Palestinian conflict on the basis of a just, lasting, comprehensive peace agreement that results in an independent and contiguous Palestinian state living side-by-side in peace and security with Israel. To that end, the United States and GCC member states underscored the enduring importance of the 2002 Arab Peace Initiative and the urgent need for the parties to demonstrate—through policies and actions—genuine advancement of a two-state solution, and decided to remain closely engaged moving forward. The United States and GCC member states also recommitted to continue to fulfill aggressively their pledges made for Gaza’s reconstruction, to include pledges made at the October 2014 Cairo Conference.

Mit dieser Passage verpflichten sich die GCC-Staaten, und insbesondere die Saudis, Obama in seinem Bemühen um eine Zwei-Staaten-Lösung in Palästina zu unterstützen, anstatt hinter seinem Rücken mit Netanjahu bei der Sabotage einer solchen Lösung zu konspirieren. Das würde, wenn sich die Saudis daran halten, das Ende der geopolitischen Achse der Saudis mit Natanjahu bedeuten und Obama wäre damit seinem wesentlichen geopolitischen Ziel, Netanjahu international zu isolieren, deutlich nähergekommen. Man kann diese Passage durchaus als das geopolitische Kernstück der Abschlusserklärung des Gipfels sehen, auch wenn sie sehr unscheinbar ist.

The leaders expressed their concern over the delay in electing a new president of Lebanon, called on all parties to strengthen Lebanese state institutions, and emphasized the critical importance of Lebanon’s parliament moving forward to elect a president of the Lebanese Republic in accordance with the constitution. The leaders also emphasized their determination to support the Government of Lebanon in its resistance to ISIL/DAESH and Al-Nusrah which threaten Lebanon’s security and stability.

Diese Passage kann als Aufruf an die Saudis verstanden werden, bei den von den Saudis kontrollierten Fraktionen im libanesischen Parlament dafür zu sorgen, dass sie einen Kandidaten als Präsident vorschlagen, der auch für Hisbollah tragbar ist. Betont wird dabei der Kampf gegen Al Kaida im Libanon, und von Hisbollah steht da nichts. Auch das ist eine bittere Pille für die wahhabitischen GCC-Staaten, die nie müde werden, Hisbollah mit Al Kaida gleichzusetzen.

The leaders pledged to further deepen U.S.-GCC relations on these and other issues in order to build an even stronger, enduring, and comprehensive strategic partnership aimed at enhancing regional stability and prosperity. They agreed to meet again in a similar high level format in 2016, in order to advance and build upon the US-GCC Strategic Partnership announced today.

Im letzte Absatz der Abschlusserklärung wird festgelegt, dass es in einem Jahr eine Konferenz dazu geben soll, ob und inwieweit die Punkte des Dokumentes auch umgesetzt wurden. Das ist denn auch die große Frage des Abschlussdokumentes des US-GCC-Gipfels. Der Text klingt in vierlei Hinsicht danach, dass die Saudis eingewilligt haben, vernünftig zu werden, ihre Partnerschaft mit Terroristen und Al Kaida aufzugeben, eine konstruktive Rolle in der Region zu spielen und Obamas Regionalpolitik, die nicht weit von iranischen Vorstellungen entfernt sein muss, in allen wesentlichen Fragen zu unterstützen. Die große Frage dabei ist jedoch, ob das Dokument auch in die Praxis umgesetzt wird, oder ob es ein Stück Papier bleibt.

Der erste große Test diesbezüglich wird Jemen sein. Seit rund 24 Stunden ist es im Jemen vergleichsweise ruhig, abgesehen von Scharmützeln an der Grenze ohne Nachrichten von saudischem Bombenterror. Spätestens am Sonntag Abend wird sich dann zeigen, ob die Saudis der im Abschlussdokument festgehaltenen „gemeinsamen“ Hoffnung auf eine Verlängerung des Waffenstillstandes Rechnung tragen, und das Ende der saudischen Bombardierung des Jemen verkündet wird. Sollte das so sein, dann bedeutet die auf dem US-GCC-Gipfel getroffene Vereinbarung nicht weniger als eine komplette Neuordnung der Region, und das nicht zu Ungunsten des Iran.

6 Gedanken zu “Ein paar Anmerkungen zum „U.S.- Gulf Cooperation Council Camp David Joint Statement“

  1. Wenn die ammis ihre hunde an die Leine nehmen (Ksa, Qatar, Türkei), wird es in Syrien ein Grund zum Feiern geben.
    Von der Vereinbarung muss die Türkei auch betroffen sein, damit der terrorismus in syrien den Hahn zugedreht bekommt.

    Lange lebe die SAA auf ihrem vormarsch !

    1. assyrian

      Die Kettenhunde an die Leine zu legen, ist auch für Obama leichter gesagt als getan – falls er das denn überhaupt wirklich will. Das Problem dabei ist der größte Kettenhund der USA: Israel. Israel beherrscht mit dem Kongress einen Arm der Staatsgewalt in den USA, und versucht genau das Gegenteil, nämlich die Kettenhunde zu mehr Krieg anzustacheln.

      In der Türkei haben die USA mit Gezi-Protesten und dem Justizkrieg der Gülen-Bewegung schon einen Regime Change versucht, aber der ist fehlgeschlagen. Auf die Türkei könnten die Beschlüsse auf dem US-GCC-Gipfel aber durchaus Einfluss haben, nämlich über den Umweg, dass die Saudis und GCC-Staaten von den USA dazu angehalten werden könnten, der Türkei die Finanzierung zu entziehen, falls Erdogan weiter Terroristen in Syrien unterstützt.

    2. Vormarsch? Hast Du gesehen das die Snackbarians, dank amerikanischer TOW-Raketen die SAA in Idlib arg in die Zange genommen haben. Sollte Assad fallen wird es dort um Längen schlimmer werden als in Afghanistan, Somalia und Lybien zusammen. Als erstes fällt dannn der Libanon zurück in den Bürgerkrieg, dann Jordanien, danach Ägypten und Algerien dann kehrt der Krieg zu den Sponsoren der Islamisten Türkei, Katar und Saudoof Arabien zurück. Danach darf Israel sich dann auf Tunnelbomben, selbstmordattentäter zu Fuß und in Autos etc. einstellen. Israel mag zwar modernste Waffen ahben, aber die radikalislamische Welt hat mehr Kanonenfutter das sich für 72 Jungfrauen gern in Stücke sprengen lässt. Und spätestens beim Angriff auf Israel kann es dann ganz schnell mal nuklear werden.
      Der Krieg in Syrien zeigt auch eine neue, bisher so noch nicht dagewesene Taktik der Snackbarians auf: mit Unmengen von Sprengstoff wird die erste Bombe (wenn sie das Ziel nicht erreicht) weit vorm Ziel gezündet, die Druckwelle setzt die Verteidiger teilweise außer Gefecht, dann folgt der zweite Wagen, der meist näher ans Ziel kommt, dann folgen die Leute mit den Spregstoffgürteln, dann das Fußvolk. Mit solchen Taktiken werden die Bärtigen auch nach israel gelangen und dann einen richtig heißen Krieg vom Zaun brechen.
      Das die USA (über die Churchill sagte : You can always count on Americans to do the right thing – after they’ve tried everything else.) diese entwicklung nicht vorraussehen konnten als sie die „moderaten“ Islamisten mit Waffen, Training, politischer Rückendeckung und Geld unterstützten passt einfach zu allen Konflikten nach WW2 in die die USA verwickelt waren und bei denen sie immer Tod und gescheiterte (oder eben Staaten die dann nicht das angestrebte Politsystem der USA annahmen) Staaten hinterlassen haben.
      Die absolute zerstörungswut des IS gepaart mit der Todessehnsucht der Fußtruppen kann auch uns im Westen noch auf die Füße fallen wenn die, um sich wichtig zu machen oder in die Medien zu kommen, solche Taktiken gegen Industrieanlagen, Staudämme, Schleusen oder gar Nuklearanlagen anwenden.
      Schade das unsere Politiker nicht aus den alten Weisheiten „mit Feuer spielt man nicht“ bzw. „spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ gelernt haben, und so die vermeintlichen „Verbündeten“ der „FSA “ (deren Mitglieder reihenweise samt Waffen zu den härteren Gruppen überlaufen, und die eine Osma Bin-Laden Brigade in ihren Reihen haben) weiter mit allem in ihrem Möglichkeiten liegendem unterstützen (siehe die Konferenzen in Berlin).
      Nach Assad wird alles kommen, aber garantiert keine Demokratie und garantiert keine Religionsfreiheit wie sie jetzt herrscht. Da können sich unsere Poliktiker noch so viel Sand in die Augen streuen lassen.

      P.S: als man den Krieg gegen Gaddafi anfing war klar das dann die Grenzen für Flüchtlinge aller Art weit offen sein würden. (Vorher gab man Gaddafi Geld damit er mit seinem Grenzschutz die Boote nicht in See stechen ließ). Jetzt folgt die Rechnung für Gaddafis Tod und Millionen/Milliarden Flüchtlinge stehen bereit an unserem Westlichen Wohlstand ihre Teilhabe einzufordern. Danke Sarkozy, Danke Cammeron, wieviel dürfen es sein? Eine Million, zehn Millionen? hundert Millionen? Eine Milliarde oder mehr? Menschen gibt es dort genug, und die werden auch täglich nachproduziert.
      Aber der Zusammenhang zwischen der neuen Völkerwanderung und westlichem „Regiemechange“ durch Islamisten (Al-Kaida Benghazi) stellt merkwürdigerweise niemand her.

  2. Die City of London und die Wall Street, haben ganz andere Sorgen, wie die ganzen Klein klein Kriege, für sie geht es um alles, um ihre Macht, um ihre Existenz und darum muss ihr gesamtes Vernichtungs- Potential, US/Army, Nato, Al CIAda, Nationalfaschisten, gegen den eigentlichen Gegner geworfen werden, die BRICS Staaten, die Staaten der Schanghai Gruppe und dabei primär gegen Russland, deren intakten Zweitschlag-Kapazitäten, das eigentliche Hindernis, zu ihrer Rettung sind, denn nur mit der Vollendung, ihrer Weltweiten Diktatur, sind sie alle Sorgen, dann endgültig los und haben endlich, ihr immer wieder angestrebtes 1000 jährige Reich.

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