Syrische Gegenoffensive in Idlib

Vor drei Wochen wurde berichtet, dass Terroristen unter Führung des syrischen Al-Kaida-Ablegers Nusra Front die syrische Provinzhauptstadt Idlib erobert haben. Nun dreht sich die Lage wieder.

Das saudische Regime brüstete sich nach der Eroberung von Idlib damit, diese gemeinsam mit der Türkei unterstützt und ermöglicht zu haben. Nachdem syrische Armeeeinheiten die Terroristen durch wochenlangen schweren Beschuss geschwächt haben, ist die syrische Armee am Mittwoch südlich von Idlib zur Gegenoffensive übergegangen. Bislang besteht die syrische Gegenoffensive südlich der Stadt Idlib aus zwei Strängen.

Ein Strang der syrischen Gegenoffensive besteht im Gebiet südwestlich der Stadt Idlib bislang darin, den Terroristen die Kontrolle über Ortschaften unmittelbar nördlich und westlich der syrischen Versorgungslinie von Jisr Shoughur über Ariha nach Mastuma abzunehmen und so die Versorgungslinie sicherer und breiter zu machen. Im Zuge dieser Bemühungen gelang es am Mittwoch mit einem Überraschungsangriff, unter anderem die Ortschaften Kafr Najd und Nahlia von Terroristen zu befreien.

Der zweite Strang besteht bislang darin, die Position der syrischen Armee südöstlich der Stadt Idlib zu verbessern. Hier gelang es der syrischen Armee, die Kontrolle über einen Hügel in der Nähe der Ortschaft Qmenas zu erlangen, der der syrischen Armee eine direkte Schussbahn von Südwesten her nach Iblib und bis zu den Hochburgen der Terroristen östlich von Idlib, insbesondere die Ortschaften Sarmin und Binnish, ermöglicht.

Wie die syrische Armee die Gegenoffensive weiterführen wird, ist bislang noch nicht ganz klar, denn die syrische Armee hat dafür mehrere erfolgversprechende Möglichkeiten, von denen sie die beste möglicherweise situativ auswählen wird. So könnte die syrische Armee die Stadt Idlib im Westen durch wenige besiedeltes Gebiet umgehen und auf diese Weise eine Verbindung mit den von Terroristen eingeschlossenen regierungstreuen Ortschaften Kaferaya und Fuah herstellen, sie könnte aber ebensogut gemeinsam mit den in Kafaraya und Fuah stationierten Kämpfern die Terrorhochburgen Sarmin und Binnish in die Zange nehmen und erobern und so östlich von Idlib eine Verbindung mit Kaferaya und Fuah herstellen, und schließelich besteht noch die Möglichkeit, dass die syrische Armee durch die Mitte, also quer durch die Stadt Idlib die Verbindung nach Kaferaya und Fuah wiederherstellt. In Kaferaya und Fuah ist die Kampfmoral trotz der durch die Umzingelung durch Terroristen hervorgerufene humanitäre Krise nach wie vor gut.

Insgesamt sieht es so aus, dass die Eroberung der Stadt Idlib durch die Terroristen für sie zu einem Pyrrhussieg wird. In der Stadt Idlib geht es den Terroristen ähnlich wie weiland Napoleon in Moskau. Praktisch ganz allein sitzen sie in der Stadt Idlib, da die syrische Regierung den Verlust der Stadt Idlib antizipiert hat und deshalb die Einwohner rechtzeitig evakuiert, die Regierungseinrichtungen nach Jisr Al Shughur verlagert und alle beweglichen Wertgegegenstände mitgenommen hat. Neue Einwohner, etwa aus Flüchtlingslagern in der Türkei, kommen nicht nach Idlib, um da unter der Herrschaft von Al Kaida zu leben. Und so bedeutet die Eroberung von Idlib zwar einen immensen Prestigegewinn für Al Kaida, doch praktisch müssen die Terroristen nun Tausende von Kämpfern zur Bewachung einer ihnen nichts nutzenden Steinwüste abstellen, die aufgrund des Fehlens menschlicher Schutzschilde gute Ziele für die Armee abgeben, wenn sie nicht einfach wieder abziehen wollen, und damit selbst aufgeben, was sie nach jahrelangem verlustreichen Kampf gewonnen zu haben glaubten.

Den Imageschaden, der ihnen dadurch entstanden ist, dass sie sich im Zuge der Eroberung der Stadt Idlib allesamt als Anhänger von Al Kaida präsentierten, können die Terroristen demgegenüber nicht mehr ausgleichen. Aufgrund ihrer schweren Verluste jammern sie gegenwärtig, betteln die Saudis, die Türkei und den Westen um mehr Unterstützung und eine „Flugverbotszone“ an und verbreiten dazu auch wie üblich Giftgas-Propagandalügen, doch im Westen findet sich, außer Al Kaidas Hilfstruppe der zionistischen Propaganda-Organisation HRW, kaum jemand, der gewillt ist, selbst erklärten Anhängern und Unterstützern von Al Kaida im Kampf gegen die syrische Armee zu Hilfe zu kommen, und schon gar nicht militärisch, und die Türkei versucht es zwar, doch fehlen ihr dazu, dass dies effektiv wäre, die Fähigkeiten, und sowohl Erdogan als auch das mit Israel gemeinsame Sache machende saudische Regime müssen aufpassen, nicht als Unterstützer von Al Kaida in den Fokus westlicher Sanktionspolitik zu geraten.

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