Jemen, kurz zensiert von der deutschen Märchenschau

Ein Parteibuch-Leser hat heute bei der staatlichen deutschen Märchenschau einen Kommentar zum Tagesschau-Beitrag „Alexander Stenzel, ARD Kairo, zur Befreiungsaktion der Al Kaida, tagesschau 14:00 Uhr, 02.04.2015“ über den Jemen abgegeben.

Ein Leser unseres Parteibuchs kommentierte das Interview des Tagesschau-Redakteurs mit dem Tagessschau-Korrespondenten Alexander Stenzel in Kairo, in dem die Tagesschau-Zentrale dem Kairoer Tagesschau-Korrespondenten Alexander Stenzel die Frage „Wie wichtig, Herr Stenzel, ist denn Aden für die saudischen Verteidiger?“ wie folgt stellte:

Saudische Verteidiger

Wenn ich die Frage des Jahres wählen könnte, wäre sie sicher diese an Alexander Stenzel in Kairo:

„Wie wichtig, Herr Stenzel, ist denn Aden für die saudischen Verteidiger?“

Kairo? Aden? Saudische Verteidiger? Ich hoffe die Anstalt liest und schneidet mit!

Die staatliche deutsche Zensur hat diesen Kommentar des Parteibuch-Lesers unterdrückt.

Kairo, der Standort des ARD-Korrespondenten, Alexander Stenzel, liegt rund 2300 Kilometer von der südjemenitischen Hafenstadt Aden entfernt. Was man von Kairo aus über Aden mitbekommt, kommt über das Internet, aber das ist in Deutschland besser. Was jemand von Kairo aus über Aden mitbekommt, dürfte etwa sowenig sein wie das, was jemand in Berlin über Wolgograd (ein dezenter Hinweis für diejenigen, die keine Ahnung haben, wo das ist: Wolgograd hieß früher mal Stalingrad) mitbekommt: praktisch nichts. Berlin hat gegenüber Kairo aber immerhin den Vorzug, dass da die Internetverbindung mit der Welt besser ist. Dass Alexander Stenzel von soweit ab vom Nachrichtenfluss berichtet, mag erklären, warum er sich lange über die Bedrohung der Seestraße Bab Al-Mandeb durch Iran und Ansarullah auslässt, ohne auch nur ansatzweise zu bemerken, dass der ultimative Unterstützer von Iran und Ansarullah, nämlich die VR China, das allergrößte Interesse am reibungslose Güterfluss durch die Seestraße Bab Al Mandeb hat, und somit schon die globale Interessenlage bedingt, dass eine Sperrung von Bab Al Mandeb durch Ansarullah völlig gegen die eigenen Interessen von Ansarullah wäre.

Was der Kairo-Korrespondent Alexander Stenzel aber wohl überhaupt nicht beeinflussen konnte, ist die total blöde Frage vom ARD-Studio: „Wie wichtig, Herr Stenzel, ist denn Aden für die saudischen Verteidiger?“

Was sollte Alexander Stenzel da noch sagen? Ehrlich wäre gewesen, zu sagen, dass Aden nicht zum saudischen Terretorium gehört, und das es von Saudis nicht verteidigt, sondern nur angegriffen werden kann, der saudische Krieg gegen den Jemen also ein Angriffskrieg ist. Aber das wäre wohl zuviel gewesen.

Nachtrag Freitag: Und da Irans bester Partner China ein so großes Interesse am freien Seeverkehr in Bab Al Mandeb und im Golf von Aden hat, ist es auch nicht sonderlich überraschend, dass chinesisches Militär sich da in Bewegung setzt:

Chinese military disembark in port of Aden, Yemen, to guard evacuation – official

China Sends Three Warships to Gulf of Aden to Escort Civil Ships

Man darf schon gespannt sein, wie das die saudischen Kriegsbemühungen gegen Jemen weiter verkomplizieren wird.

6 Gedanken zu “Jemen, kurz zensiert von der deutschen Märchenschau

  1. Wis ist die Bewafnung der Jemineten?
    Weisst das Parteibuch was darüber.
    Ich bedanke mich im vorraus.

  2. http://www.bundesheer.at/truppendienst/milint/td_milint-laenderinfo.php?id_c=56&table_id=1

    Eine sehr gute Quelle, natürlich ist oder war das zu einen gewissen Zeitpunkt.
    Auch dürften die Saudi&Koalition mit F 15, Tornado und Eurof, der Infrastruktur, Radaranlagen Luftwaffe sicher stark zugesetzt haben. Die Kampfflugzeuge fliegen nicht oder selten unter 5000 m weil sie da in den Bereich der tragbahren Fliegerabwehrraketen kommen oder in den Bereich der Rohrwaffen. Die Bomben und Raketen lösen sie außer halb deren Reichweiten aus und treffen auch sehr genau. Natürlich kann es zu Fehlwürfe oder Verwechslungen bzw falsche Zieldaten kommen. Nur wenn Krankenhäuser oder Botschaften genau erwischt werden ist es sicher Vorsatz. Umgekehrt versucht auch die Gegenseite Waffenverstecke oder HQ dort unterzubringen, in der falschen Hoffnung auf Sicherheit. Wenn das die Gegenseite erfährt greift sie sicher rücksichtslos an.

  3. Falls sich jemand über die Saudifreundliche Politik unserer Obermerkel wundert…

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