USA gehen Revolution von Ansarullah im Jemen aus dem Weg

Wie unterschiedliche Medien berichteten, haben die USA nach dem Schließen ihrer Botschaft in der Hauptstadt Sanaa vor einigen Wochen gestern auch ihr letztes militärisches Personal, das auf der Al-Anad-Luftwaffenbasis an der Straße von Taizz nach Aden stationiert war, aus dem Jemen abgezogen.

Die USA haben damit so ziemlich genau das Gegenteil von dem gemacht, was die nominell mit den USA verbündeten, aber offen die politischen Konzepte des US-Oberbefehlshabers Barack Obama sabotierenden Regionalmächte Israel und Saudi Arabien wollen. Die USA sind mit dem Abzug ihrer letzten Truppen aus dem Jemen der Konfrontation mit der von der iranfreundlichen liberalen Bürgerbewegung Ansarullah geführten Revolution im Jemen aus dem Weg gegangen. Die in ihren rassistischen und sektiererischen Weltbildern gefangenen skrupellosen Führungsfiguren von Israel und Saudis drängen jedoch darauf, dass die USA sie in ihrem sektierischen Terrorkrieg gegen tolerante und iranfreundliche Kräfte unterstützen und deshalb im Jemen, genau wie sie es in Irak und Syrien verlangen, gegen iranfreundliche Kräfte intervenieren, was auch im Jemen einer Intervention zugunsten der sektiererischen Terrororganisation Al Kaida und ihren Partnern, zu denen sie selbst gehören, gleichkäme.

So hat der sich selbst nach seinem Rücktritt zwischenzeitlich wieder als Präsident Jemens betrachende saudische Lakai Abd-Rabbu Mansour Hadi, der aufgrund allgemeiner öffentlicher Abneigung gegen ihn Ende Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südjemenitische Hafenstadt Aden flüchtete, wo er nicht ganz so unbeliebt wie in Sanaa ist, am Samstag nicht nur mit markigen Worten und unter Verwendung platter Lügen alle ihm gegenüber loyalen Kräfte dazu aufgerufen, gegen Ansarullah zu kämpfen und Sanaa zurückzuerobern, um iranischen Einfluss in Jemen zu eleminieren, sondern auch an die UNO appelliert, dringend „mit allen verfügbaren Mitteln“ im Jemen zu intervenieren, um die von Ansarullah angeführte Revolution gegen die Terroristen von Al Kaida und ihre Unterstützer zu stoppen und ihn zurück an die Macht zu bringen. Es bedarf nicht viel Phantasie, um darin einen Ruf nach der Entsendung von US-Truppen in den Jemen zu seiner Unterstützung zu erkennen, der in scharfem Widerspruch zum offiziell „aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage“ tatsächlich durchgeführten Abzug sämtlichen US-Personals aus dem Jemen steht.

Das hinter Hadi stehende saudisch-wahhabitische Terrorregime macht auch keinen Hehl daraus, unbedingt eine Intervention gegen die liberalen und iranfreundlichen Kräfte von Ansarullah zu wollen. Seit Jahren schimpfen das von Sektiererei geleitete saudische Königshaus, seine wahhabitischen Hofprediger und sein Propaganda-Apparat über iranischen Einfluss in der Region. Im eng von den Ansichten der saudischen Diktatur geleiteten Propagandaorgan Al Arabiya verkündete Hisham Melhem, der Bürochef des Senders in Washington, am Samstag ganz im Stile der aus dem Gedicht „Die Bürde des weißen Mannes“ bekannten kolonialen Argumentation in einem Meinungsartikel mit Titel „Die Bürde des Imperiums, der Preis für Führerschaft,“ die USA müssten nun „die Bürde des Imperiums tragen“ und Führerschaft zeigen, der US-Oberbefehlshaber Barack Obama müsse das US-Militär weniger begrenzt, zaghaft und zögerlich einsetzen und den iranischen Einfluss in der Region militärisch zurückdrängen, um es den saudischen und israelischen Verbündeten der USA in der Region recht zu machen und damit US-Interessen gerecht zu werden. Es versteht sich dabei von selbst, dass, wenn es nach den Saudis geht, nicht Barack Obama darüber entscheidet, was US-Interessen in der Region sind und was nicht, sondern selbstverständlich die rassistischen und sektiererischen Regimes in Tel Aviv und Riyadh darüber entscheiden, und diese ebenso selbstverständlich auch darüber entscheiden, für und gegen wen oder was die USA in der Region Kriege zu führen haben.

Dabei hatte der aus den VAE stammende Geschäftsmann Khalaf Ahmad al-Habtoor bereits zwei Tage zuvor bei Al Arabiya dargelegt, dass US-Außenminister John Kerry dem saudischen Außenminister Saud Al-Faisal seine Bitte nach Entsendung von US-Bodentruppen in den Irak zur Bekämpfung dortigen iranischen Einflusses abschlägig beschieden hat. Darauf haben die geschockten Saudis, die überhaupt nicht verstehen können, dass US-Oberbefehlshaber Barack Obama offenbar nicht gewillt ist, für sektierische saudische Ziele US-Truppen zu verheizen, selbstverständlich nicht ihre eigenen Truppen für den von ihnen gewünschten „Krieg gegen iranischen Einfluss“ bereitsgestellt, sondern die Gründung einer „Eingreiftruppe“ der arabischen Liga angeregt, um so an ägyptische, jordanische oder marokkanische Truppen für den von ihnen gewünschten sektiererischen Krieg gegen iranische und schiitische Einflüsse in der arabischen Welt zu kommen, die mit ihren liberalen Tendenzen das, wie der in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Zerstörung historischer irakischer Kirchen durch ISIS-Terroristen erfolgte neuerliche Aufruf des ranghöchsten saudischen Hofpredigers zur Eliminierung aller christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel demonstriert, auf Intoleranz und Hass gegenüber anderen Religionen und Glaubensrichtungen beruhende saudische Herrschaftsmodell untergraben. Da General Sisi jedoch insbesondere deshalb die Macht von Präsident Morsi in Äygpten übernommen hat, weil er erkannt hat, dass Morsis sektierische anti-schiitische Kriegshetzerei Ägypten in den Abgrund führen würde, ist es kaum zu erwarten, dass Ägypten nun Truppen für von den Saudis gewünschte sektierische anti-schiitische Kriege bereitstellt, auch wenn Ägyptens Staatshaushalt sich auf saudische Finanzhilfen stützt. Dass Marokko und Jordanien gewillt sind, den Saudis für ihre von sektiererischem Hass getriebene Kriegsabsichten Truppen in nennenswerter Anzahl zur Verfügung zu stellen, darf auch bezweifelt werden, denn diese Staaten brauchen ihre Truppen selbst, nicht zuletzt, um in den gegenwärtigen unsicheren Zeiten die Ordnung in ihren eigenen Diktaturen aufrechtzuerhalten.

Auch Pakistan und erst recht Europäer werden sich kaum für die Saudis als Proxy zum Kriegführen gegen Jemen einspannen lassen, denn der Jemen ist ein mit leichten und mittelschweren Waffen aller Art überflutetes Land, in dem viele Jungs alten Stammestraditionen folgend schon im Vorschulalter an Waffen ausgebildet werden. Wer da als Interventionsmacht reingeht und dabei vom grassierenden Qat-Konsum gefärbte lokale Stimmungen falsch einschätzt, der kann sich auch mit einer sehr großen und starken Interventionsarmee plötzlich einer Übermacht zorniger und bestens bewaffneter lokaler Volksgruppen gegenübersehen. Wenn es irgendein Land auf der Erde gibt, wo eine internationale Militärintervention von außen noch schwieriger und noch weniger erfolgversprechend als in Afghanistan ist, dann ist es der Jemen. Wenn die USA da nicht mitmachen, dann wird es gegen den Willen von Ansarullah keine internationale Militärintervention im Jemen geben. Die USA kennen die Situation im Jemen jedoch, sie wissen auch, wie unbeliebt sie bei nahezu allen Seiten im Jemen sind, und sie wollen schon deshalb keine Kampfmission im Jemen. Und außerdem finden führende US-Militärs es gar nicht so schlecht, dass es mit Ansarullah nun im Jemen eine Kraft gibt, die sich dem Kampf gegen Al Kaida und den Partnern von Al Kaida verschrieben hat und diesen mühsamen Kampf auch mit einigem Erfolg führt, so dass sie auch wenig Willen haben, diesen erfolgversprechenden Kampf gegen den jemenitischen Zweig von Al Kaida durch eine Intervention zu stören.

Wenn die Saudis unbedingt eine ausländische militärische Intervention im Jemen wollen, um Ansarullah zu entmachten, weil sie die Herrschaft von Ansarullah im Jemen als Bedrohung für die saudisch-wahhabitische Diktatur wahrnehmen, dann werden sie also kaum umhinkommen, es mit saudischen Truppen selbst zu tun, möglicherweise unterstützt von ihren wahhabitischen Diktator-Kumpanen, mit denen sie im Rahmen des GCC eine militärische Allianz bilden. Aktivisten von Ansarullah glauben jedoch nicht so recht an eine offene saudische Militärintervention, verbreiten dazu die Botschaft, die Saudis seien dazu zu feige, und erklären, sie würden sich über eine saudische Militärintervention im Jemen freuen, weil sie sie sicherlich bezwingen würden und das die perfekte Gelegenheit wäre, die saudischen Herren von Al Kaida und Lakaien von Israel und den USA dann auch gleich aus den heiligen Städten Mekka und Medina sowie von den Ölfeldern der arabischen Halbinsel davonzujagen und so der von dort aus geschürten Misere des Jemen ein Ende zu bereiten. Mit der Einschätzug, dass die Saudis zu feige sind, um selbst im Jemen zu intervenieren, könnte Ansarullah durchaus recht haben. Mit Schrecken erinnert sich die saudische Despotie daran, dass die hochgerüstete saudische Armee weit über 100 Tote und mehrere Hundert Verletzte zu beklagen hatte, als sie zum Jahreswechsel 2009/2010 den damaligen jemenitischen Herrscher Salah bei seiner Operation Verbrannte Erde gegen die den Kern von Ansarullah ausmachende Houthi-Bewegung unterstützte und dabei in grenzüberschreitende Schwarmützel mit den Houthis geriet. Auch wissen die Saudis, dass die Houthis damals nur eine kleine Guerilla-Truppe waren, die inzwischen viel stärker als vor fünf Jahren ist und Ansarullah heute außer über die Houthi-Milizen auch noch die faktische Befehlsgewalt über praktisch alle jemenitischen Armeeheiten hat. Kommt es zum offenen Krieg zwischen den Saudis und Ansarullah, so ist es keineswegs sicher, dass die Saudis den gewinnen, und wenn sie ihn verlieren würden, könnte es das Ende der Saud-Dynastie in Arabien bedeuten. Aus diesem Grund ist damit zu rechnen, dass weder die Saudis noch andere Mächte offen im Jemen intervenieren. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass die Saudis mangels anderer realistischer Interventionsoptionen ihren Proxy-Krieg gegen Ansarullah fortsetzen, sie zu diesem Zweck die Terrorallianz des nach Aden geflüchteten Ex-Präsidenten Hadi mit Al-Kaida-Terroristen und Milizen der Partei der jemenitischen Muslimbruderschaft Islah weiter unterstützen und sie versuchen werden, mit sektiererischer Propaganda einen Konfessionskrieg zwischen „Sunniten“ und „Schiiten“ herbeizuführen, obwohl es im Jemen so ist, dass die dort dominierenden Zweige der Schafiiten und Zaiditen sich religiös sehr nahe stehen und traditionell auch gemeinsam in den gleichen Moscheen beten.

Unterstützt wird die saudisch-wahhabitische Despotie in dem Bemühen, die iranfreundliche liberale Bürgerbewegung Ansarullah mit Al-Kaida-Terror und sektiererischer Lügenpropaganda zu schwächen, insbesondere vom zionistischen Apartheidregime in Tel Aviv und seiner global aktiven Israel-Lobby. Der selbsterklärte Führer der zionistischen Mischpoche, Benjamin Netanjahu, machte in seiner kürzlich vor dem US-Kongress gehaltenen Rede, die er mit Hilfe der US-amerikanischen Israel-Lobby an US-Oberbefehlshaber Barack Obama vorbei eingefädelt hatte, aus seinem Hass gegen die liberale Bürgerbewegung Ansarullah keinen Hehl. In die gleiche Kerbe wie die sektierische wahhabitische Propaganda seiner saudischen Kumpane schlagend behauptete Netanjahu da, der Iran würde nun schon vier arabische Hauptstädte beherrschen, Beirut, Bagdad, Damaskus und Sanaa, und die USA dürften das nicht zulassen. Die Nennung von Sanaa war dabei natürlich eine klare Referenz an die Machtübernahme durch Ansarullah in Sanaa im letzten September und die zahlreichen Niederlagen von Al Kaida und ihren Verbündeten, die das möglich gemacht hatten. Zur Erklärung, warum er so nun wieder einmal Partei für Al Kaida und seine Ableger und Partner ergriff, behauptete Netanjahu dabei diesmal einfach, Iran sei viel gefährlicher als Al Kaida. Der große Einfluss von Netanjahu und seiner zionistischen Lobby auf westliche Medien und das Interesse des zionistischen Apartheidregimes, mit der Entfachung von Religionskämpfen in der arabischen Welt von der rassistisch-kolonialen Besatzung Palästinas durch Zionisten abzulenken, erklärt, warum westliche Medien von BBC bis hin zur deutschen Tagesschau grobe saudisch-wahhabitische Propagandalügen verbreiten wie im Jemen tobe ein Religionskampf zwischen Schiiten und Sunniten, obwohl die Wirklichkeit so ist, dass der größte Teil der jemenitischen Armee und der Großteil der jemenitischen Bevölkerung, gleich welcher Konfession sie angehören, Ansarullah unterstützt, weil sie die Terroristen von Al Kaida gründlich satt haben, die im Jemen wie eine Mischung aus Mafia, organisierter Kriminalität, tiefem Staat und sektiererischer Terrororganisation agieren.

Die Unterstützung durch Zionistenführer Netanjahu, seine Stehaufmännchen im US-Kongress, seine Propagandisten und seine saudisch-wahhabitischen Kumpane erklärt auch, warum Ex-Präsident Hadi und seine Al-Kaida- und Islah-Freunde sich nach der Rede von Netanjahu vor dem US-Kongress so mächtig gefühlt haben, dass sie Fehlkalkulation machten, auf den Glauben zu verfallen, die offene Konfrontation mit Ansarullah wagen zu können.

Der erste Streich des Versuchs einer saudisch-israelischen Konterrevolution war der mörderische Terroranschlag gegen den Ansarullah nahestehenden Journalisten und Menschenrechtler Abdulkarim al-Khaiwani am letzten Mittwoch. Am Donnerstag haben Lakaien von Ex-Präsident Hadi mit Ansarullah sympathisierende jemenitische Regierungstruppen in einer blutigen Schlacht vom Flughafen Aden vertrieben, woraufhin die Luftwaffe von Ansarullah einen Warnschuss auf einen unbewohnten Hügel in der Nähe von Hadis Residenz in Aden abgab. Am Freitag wurde der Terror auf die Spitze getrieben. Mehrere wahhabitische Selbstmordattentäter zündeten Bomben in Moscheen von Sanaa, die bekant dafür waren, dass deren Gläubige mit den Houthis und Ansarullah sympathisieren, bei denen weit über 100 Menschen ums Leben kamen und mehr als 300 verletzt wurden. Nach den Bombenschlägen wurde zwar ein angebliches Bekennerschreiben von ISIS veröffentlicht, aber das war so unglaubwürdig, dass selbst Obama’s Weißes Haus den bemerkenswerten Schritt unternahm, öffentlich zu erklären, sie könne die ISIS-Urheberschaft dieses Terroranschlags trotz des Bekennerschreibens nicht bestätigen. Hadi und die jemenitische Al Kaida distanzierten sich alsbald von dem massenmörderischen Terroranschlag, doch angesichts dessen, dass bekannt ist, dass diese Sektierer genau wie die ebenso sektiererischen saudischen und israelischen Herrscher Ansarullah und die Houthis hassen, war auch das wenig überzeugend. Ebenfalls am Freitag haben Al-Kaida-Lakaien von Ex-President Hadi die nördlich von Aden gelegene Stadt Lahij, früher auch als Houta bekannt, überfallen und im dortigen Krankenhaus mehr als zwei Dutzend mit Ansarullah sympathisierende Regierungssoldaten massakriert, bevor sie anschließend geflüchtet sind. Die libanesische Widerstandsorganisation Hisbollah und einflussreiche Anhänger von Ansarullah haben angesichts der massenmörderischen Terroranschläge am Freitag Nachmittag erklärt, die Terroranschläge würden auf die Spaltung der Gesellschaft abzielen, und trotz ihrer kaum zu verschleiernden Urheber die Mitglieder und Sympathisanten von Ansarullah aufgefordert, Ruhe zu bewahren, und sich nicht in sektiererische Plots ziehen zu lassen, weil solch eine Spaltung der Gesellschaft genau das sei, was die Urheber der Anschläge beabsichtigten.

Ex-Präsident Hadi, der 2012 anlässlich einem unter dem Stichwort „Arabischer Frühling“ durchgeführten US-gestützten Putsch in einer von der saudischen Diktatur durchgesetzten Ein-Kandiaten-Wahl an die Macht gekommen war, reagierte am Smastag ganz anders. Zwar verurteilte er die Terroranschläge in Sanaa pro forma, doch rief er gleichzeitig seine Anhänger dazu auf, mit aller Gewalt Sanaa zurückzuerobern, die Revolutionsregierung von Ansarullah zu stürzen und eine angeblich über der Hochburg von Ansarullah in Sanaa hängende Fahne, die dort in Wirklichkeit überhaupt nicht hängt, durch eine Fahne des Jemen zu ersetzen. In Reaktion auf diese öffentliche Kriegserklärung der saudischen Marionette Hadi erklärte Ansarullah umgehend die Generalmobilmachung, während die im Jemen verbliebenen Reste der US-Besatzungsarmee aus ihrem Stützpunkt an der Straße von Taizz nach Aden per Hubschrauber flüchteten.

Was Hadi da gemacht hat, sprengte den Rahmen des Akzebtablen endgültig. Am Sonntagmorgen übernahmen dann Einheiten von Ansarullah die Kontrolle über den an der Durchgangsstraße von Sanaa nach Aden gelegenen Flughafen der von der Muslimbruderschaft dominierten Großstadt Taizz sowie weitere Regierungsgebäude in der Stadt Taizz. Medien berichten, dass Aktivisten von Ansarullah sich zwischenzeitlich von Taizz bereits auf den Weg in Richtung Aden gemacht haben. Nach der Eliminierung von Al Kaida in der zwischen Sanaa und Taizz liegenden Provinz Ibb steht einer Eliminierung von Al Kaida und seinen Schirmherren in der Provinz Aden kaum noch etwas im Weg. Die US-Truppen auf der Luftwaffenbasis Al Anad wurden schließlich sehr zum Missfallen von Saudi Arabien und Israel abgezogen, anstatt dass sie zum Schutz on Al Kaida verstärkt wurden. Der UN-Sicherheitsrat ließ unterdessen durchsickern, dass er als Reaktion auf die Erfolge von Ansatullah eine Erklärung veröffentlichen werde, dass ihm die Entwicklungen im Jemen nicht gefallen.

Die Revolution im Jemen ist also drauf und dran, gegen das US-geführte zionistisch-wahhabistische Empire zu gewinnen. Fraglich ist kaum nch mehr als das Ausmaß des Sieges: werden die Revolutionäre nur den Nordjemen gewinnen, werden sie ganz Jemen gewinnen, oder werden sie auch noch die Ölreichtümer der saudischen Despotie von ihren Usurpatoren befreien können? Jeder gerecht denkende Mensch der Welt gönnt ihnen wohl den letzteren Erfolg, gerade weil dies auch das Ende des zionistisch-wahhabitischen Empires sehr beschleunigen würde.

Nachtrag Dienstag Mittag: Hadis Milzen und seine Al-Kaida-Kumpane versuchen den Vormarsch von Ansarullah gen Aden an der Linie Mocha – Turbah – Karesh – Dhalee aufzuhalten. Das sind im Grunde sämtliche drei Bergstraßen und die Küstenstreaße, die von Norden nach Aden führen. In Mocha, Karesh und Dhalee ist es Ansarullah offenbar bereits gelungen, sich durchzusetzen. Al Manar meldet, dass es Ansarullah in Dhalee außerdem gelungen sei, 500 lokale Kämpfer auf ihre Seite zu ziehen und einen Checkpoint von Hadis Takfiri-Kräften in einem Dorf namens Shariha im Raum Milah in der Provinz Lahej zu knacken. Damit dürfte es Ansarullah gelungen sein, durch die Berge ins flachere Land nahe Aden vorzustoßen. Al Kaida, GCC-Wahhabiten und ihre zionistischen Kumpane der westlichen Unwertegemeinschaft verbreiten unterdessen entsprechend der in Syrien angewendeten Masche sektiererische Propaganda, in der sie behaupten, von Ansarullah im Gefecht getötete Kämpfer von Al-Kaida, Hadi und ihren Verbündeten seien von schiitischen Unterdrückern getötete und verletzte friedliche sunnitische Demonstranten in Turbah.

Bei Wikipedia gibt es übrigens eine offenbar recht gut gepflegte detaillierte Übersichtskarte zum Stand der Dinge im Jemen.

10 Gedanken zu “USA gehen Revolution von Ansarullah im Jemen aus dem Weg

  1. Meinst du wirklich das die Ereignisse im Jemen bis zu einem Ende der Sauds führen können?
    Was geht da eigentlich gerade in Tunesien vor sich?

    1. Ja, sie könnten Dafür, wie die Ereignisse im Jemen zum Ende der Sauds führen können, gibt es eine Menge Möglichkeiten. Schlüssel ist, dass die Saudis sich mit dem Jemen eine sehr lange und praktisch unkontrollierbare Grenze teilen. Wenn es unter den Sunniten/Wahhabiten in Saudi Arabien aus irgendeinem Grund internen Zoff gibt, dann ist das die Grenze, über die ein saudischer Aufstand praktisch mit unendlich viel Nachschub an Waffen und Kämofern versorgt werden kann, ohne dass die Saudis da viel gegen machen können, wenn Sanaa nicht kooperiert. Die Saudis würden sich dann in einer ähnlichen Lage wiederfinden wie Damaskus gegenüber Ankara.

      Auslöser für internen Streß in Saudi Arabien könnte etwa ein erfolgreicher Kampf gegen Al Kaida und andere Wahhabi-Takfiri-Terroristen in Jemen sein. Viele „jemenitische“ Extremisten sind in Wirklichkeit Saudis. Auch Al Kaida auf der arabischen Halbinsel beansprucht sowohl Jemen als auch Saudi Arabien. Seit vielen Jahren haben die Saudis ihre überzähligen und unberechenbaren Takfiri-Extremisten oft einfach über die offene Grenze in den Jemen geschickt, und da praktisch „entsorgt.“ Sollte Jemen den Kampf gegen Al Kaida gewinnen, dann könnten viele saudische Extremisten im Jemen die Heimreise antreten und dann in Saudi Arabien den Terror verbreiten, den sie seit Jahren im Jemen verbreiten. Dass könnte dann etwa internen Zoff in Saudi Arabien auslösen, und dann siehe oben.

      Aber wie gesagt, das ist nur eine denkbare Möglichkeit. Es kann viele Anlässe für internen Zoff in Saudi Arabien geben, und wenn es passiert, dann ist die unkontrollierbare Grenze zum Jemen der Schlüssel zum Sturz der saudischen Monarchie.

    2. PS: Ex-CIA-Analyst Bruce Riedel hat sich kurz nach Erscheinen dieses Parteibuch-Artikels auch mit dem US-Truppenabzug im Jemen befasst. Seit Fazit: der US-Truppenabzug erhöht die Verzweiflung der Saudis.

      http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/03/saudi-iran-border-security-yemen-oman-is-houthi-zaydi.html

      Bruce Riedel sagt da auch etwas zu der saudischen Panik, in einer Zwickmühle zwischen Irak und Jemen zu sitzen, während im Osten der Halbinsel die unterdrückte lokale schiitische Bevölkerungsmehrheit darauf wartet, dass ihre Stunde kommt.

  2. Absolut, sieht ganz so aus, als ob die USA sich nun fest entschlossen haben, dem stärksten Partner in der Region, dem Iran, die Hand zu reichen und das veränderte Kräfteverhältnis in der Region zu ihren Gunsten zu nutzen. Der Iran und seine Partner, sei es Hizbollah im Libanon, Assad und die syrische Armee, die Houthis im Yemen, die schiitische Bevölkerung in Bahrein, die wachsende Unterstützung im Irak sind eine Macht, die nicht mehr aufzuhalten ist. Daher auch die immer deutlicher werdende Abkehr von alten Verbündeten wie Israel und Saudi Arabien. Wenn die USA sich jetzt nicht mit dem Iran einigen, werden sie bald gar keinen Einfluss auf Entwicklungen im Nahen Osten mehr haben.

    Noch eine Frage an den Parteibuchautoren. Herr Prof. Lüders (Nahostexperte) hat gestern in einem Interview im ZDF behauptet, dass die Bevölkerung in Tikrit lieber von IS regiert würde, als von schiitischen Milizen. Das ist für mich schwer vorstellbar, auch nachdem man sehen konnte, wie die Menschen in den von IS befreiten Gebieten im Irak, jubelten und die Befreier küssten und umarmten. Man versucht offensichtlich, IS salonfähig zu machen und als einen durchaus akzeptablen „Teil“ der irakischen Bevölkerung zu zeichnen. Mein Eindruck ist, dass die irakische Regierung ganz klare Position bezogen hat, den Iran preist für die Unterstützung im Kampf gegen IS, die USA mittlerweile offen kritisiert. Offensichtlich haben auch viele frühere Unterstützer unter der sunnitischen Bevölkerung des Irak erkannt, was IS für eine Katastrophe für ihr Land bedeutet und schwenken um. Und wer weiss, vielleicht schaffen es die tapferen Yemeniten die arabische Halbinsel vom Joch der Sauds zu befreien. Wer hätte das gedacht.

    1. Demeter
      Dazu, wen die lokale Bevölkerung in Tikrit unterstützt, würde ich folgendes sagen: die Bevölkerung ist sich, wie so oft, nicht einig. Viele mögen keinen, manche bevorzugen ISIS, andere nicht. Wichtig ist die Dynamik, das heißt, wie sich die Sympathien der Bevölkerung ändern, und die Dynamik scheint mir sehr eindeutig zu Gunsten der gegenwärtigen Befreiungstruppen auszufallen. Parteiische Videos, die ein paar vereinzelte Menschen „glücklich unter ISIS lebender“ oder „glücklich befreiter“ Bevölkerung zeigen, haben wenig Aussagekraft.

      Was bekannt ist:
      – einige Clans von Tikrit haben 2014 bei den Massakern von ISIS gegen die irakische Armee mitgemacht
      – der größte Teil der Bevölkerung ist geflüchtet
      – einige Clans von Tikrit kämpfen nun in den Reihen der überwiegend schiitischen Befreiungstruppen, und es scheinen mehr zu werden
      – ISIS hat inzwischen nur noch verhältsnismäßig wenig Kämpfer in Tikrit und Umgebung, was dafür spricht, dass die Unterstützung durch die Bevölkerung nicht (mehr) besonders groß ist.
      – einige aufgrund lokaler Unterstützung für ISIS 2014 als Hochburgen von ISIS geltende Vororte von Tikrit, etwa Albu Ajeel, sind vor einigen Tagen sehr schnell und leicht an die Befreiungstruppen gefallen, was dafür spricht, dass die Unterstützung der dortigen Stämme für ISIS nachgelassen hat.

  3. Ein Amerikaner wollte es wissen und ist zum Helfen auf die (laut unseren MSMedien hungernde) Krim geflogen:

  4. Ich verbuche diesen zweifellos interessanten Bericht unter der Rubrik: ätiologisches Wissen. …

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