Ist Deutschland gegen oder für Al Kaida?

Im Jemen kämpft die Bürgerbewegung Ansarullah gegenwärtig gegen die Terrorarganosation Al Kaida sowie Unterstützer und Verbündete von Al Kaida, darunter Teile der organisierten Kriminalität und ihre Arme in der Politik.

Zur gestrigen Aufforderung des Leiters der Bürgerbewegung Ansarullah, Abdulmalik Al-Houthi, der jemenitische Präsident Hadi möge bitte schnellstmöglich seinen Aufgaben als Präsident nachkommen, berichtete die Süddeutsche Zeitung heute:

… der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, verurteilte die „erneute Gewalt im Jemen, in der Hauptstadt Sanaa und ganz besonders die Besetzung des Präsidentenpalastes durch Truppen der Huthis auf das Schärfste“. Die Konfliktparteien seien aufgefordert, „wirklich alles zu unterlassen, was zu einer weiteren Erhöhung der Spannung beitragen und weitere Menschenleben gefährden“ könne.

Die wesentliche Forderung der Bürgerbewegung Ansarullah an den im Rahmen des sogenannten arabischen Frühlings ohne Gegenkandiaten gewählten jemenitischen Präsidenten Hadi ist, dass er staatlichen Sicherheitsorganen befiehlt, gegen Al Kaida zu kämpfen. Verständlicherweise bringt der Kampf gegen Al Kaida naturgemäß Spannungen mit sich. Präsident Hadi scheut davor bislang zurück. Nun unterstützt das deutsche Außenministerium der SZ zufolge Hadi in der von Korruption durchdrungenen Ansicht, er möge den Kampf gegen Al Kaida unterlassen, weil das „zu einer weiteren Erhöhung der Spannung beitragen und weitere Menschenleben gefährden“ könne.

De facto stellt Deutschland sich damit auf die Seite von Al Kaida. Al Kaida begeht im Jemen seit einigen Monaten serienweise Bombenanschläge, um die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass der Preis für den Kampf gegen Al Kaida mehr Bombenterror durch AL Kaida ist, und damit Menschenleben gefährdet. Nun macht sich das deutsche Außenministerium offenbar die Argumentation von Al Kaida zu eigen, dass der Kampf gegen Al Kaida unterlassen sei, weil das „zu einer weiteren Erhöhung der Spannung beitragen und weitere Menschenleben gefährden“ könne.

Zu anderen Gelegenheiten erweckt die deutsche Bundesregierung jedoch den Eindruck, Deutschland sei gegen Al Kaida. Anlässlich dieses Widerspruches stellt sich nun die Frage: Ist Deutschland gegen oder für Al Kaida?

5 Gedanken zu “Ist Deutschland gegen oder für Al Kaida?

  1. Tja, ‚Deutschland‘ (‚als Ganzes‘, wie man so schön sagt, inklusive seiner einfachen Bevölkerung also) ist vermutlich tatsächlich eher ‚gegen‘ … ‚Al Qaeda‘. Aber die ‚BRD‘, als Bruder-‚Staat‘ des ‚Jüdischen Staates Israel‘ (inklusive identischem ‚Gründungsmythos‘ …), ist ‚vermutlich‘ inoffiziell eher ‚für‘ Al Qaeda.
    Zusammenfassend ließe sich also vielleicht folgendes Hintergrundschema annehmen: ein langsam aus dem Koma erwachendes ‚Deutschland‘ (inklusive seinem abgespaltenen ‚Schatten‘ Israel, welcher bis heute pflichtbewusst die chauvinistisch-rassistische deutsche ‚Kultur‘ bewahrt hat, während das zentraleuropäische ‚Mutterland‘ wohl noch einige Jahrzehnte in den Ketten namens ‚BRD‘ liegen wird …) erinnert sich noch dunkel seines (ungefähr vor-vor-letzten tatsächlichen …) Denkers HEGEL; und vor allem erinnert es sich Hegels für politische Projekte so gern instrumentalisierter ‚Dialektik der dreifachen Aufhebung‘: ‚Al Qaeda’als bloßes theoretisches ‚Fundament‘, auf dem eine aus staatlicher Sicht notwendige Strategie der Spannung aufbauen kann, ist natürlich supi – ‚Al Qaeda‘ aber als ‚Liste‘ derer verstanden, die WIRKLICH recht offen gegen ‚den Westen‘ opponieren, ist eher blöd. Aber eins ohne das andre geht kaum. Also immer schön hin und her pendeln, bis irgendwann einerseits alle ‚Normalos‘ in irrationaler Angststarre dahinvegetieren, und andrerseits alle tatsächlichen ‚Widerständler‘ keinen Bock mehr haben auf unfreiwillige Zusammenarbeit mit staatlicher Volksunterdrückung, indem jegliche Widerstandshandlung geradezu zwangsläufig transformiert wird in einen weiteren Nagel im Sarg der bürgerlichen Freiheiten für besagte ‚Normalos‘ … Die große Frage ist, was am Ende als ‚Supervenierendes‘ tatsächlich bei rauskommt in diesem nur teilweise steuerbaren dialektischen Prozess der sich gegenseitig ‚aufhebenden‘ Gesellschaftsdynamiken. Denn die ’negatio‘ als erste Stufe ist längst vollbracht; die konstruktiven und destruktiven Aspekte des Brandnames ‚Al Qaeda‘ haben sich bereits gegenseitig neutralisiert, sie ‚bewahren‘ sich nur noch gegenseitig als Narrative für verschiedenste Interessengruppen (‚conservatio‘). Als dritte Stufe, ‚elevatio‘, wäre nun in naher Zukunft etwas zu erwarten, wobei die rudimentär noch heute vorhandenen tatsächlichen weltlichen Strukturen, die sich inzwischen selbstbestimmt als sogenannte ‚Al Qaeda‘ organisieren, zu völlig neuen Zwecken genutzt werden, mit denen dann weder die westlichen Geheimdienste, noch die fundamentalistischen Freiheitskämpfer antiwestlicher Prägung hätten realistisch rechnen können, aus denen das Ganze ursprünglich entstanden sein dürfte. Dann wird sich vielleicht durchsetzen, was TATSÄCHLICH im Sinne einer aufstrebenden neuen Generation ist. (Bis sich dann auch aus dieser aufstrebenden Generation wieder Kreise herausgebildet haben werden, die sich zu den Herren dieser Welt erklären – und das ‚Spiel‘ geht in eine neue, rund 80-90-jährige Runde … kennt man ja ;))

    Es wird auf jeden Fall spannend!

  2. [Ein Sieg über den Terrorismus bedeutet] „ihren giftigen Glauben zu besiegen, dass Menschen verschiedenen Glaubens und ethnischer Herkunft nicht zusammenleben könnten. Während der 1980er-Jahre wurde er [Osama Bin Laden] von der CIA bewaffnet und von den Saudis finanziert, um den Jihad gegen die russische Besatzung Afghanistans zu führen. [Anmerkung: der offizielle Grund, Hilfe zur Abwehr der US-Einmischung in die inneren Angelegenheiten Afghanistans im Rahmen bestehender Beistandsverpflichtungen, war damals durchaus genannt worden, wurde jedoch im US-geführten Westen als „Propaganda“ abgetan und weitgehend verschwiegen].
    Al Qaida, wörtlich „die Datenbank“, war ursprünglich eine Computer-Datei mit den Tausenden Mudschahidin, die mit Hilfe der CIA rekrutiert und trainiert wurden, um die Russen zu besiegen. Solange der Kampf gegen den Terrorismus als ein Krieg betrachtet wird, der mit militärischen Mitteln gewonnen werden kann, ist er zum Scheitern verurteilt.“

    7. Juli 2005 in einem Kommentar für The Guardian

    „In Wahrheit gibt es keine islamische Armee oder terroristische Gruppe namens Al Qaida. Jeder informierte Geheimdienstmitarbeiter weiß das. Al Qaida ist eine Propagandakampagne, um der Öffentlichkeit einzureden, es gäbe ein bestimmtes Gebilde, das den Teufel darstellt, nur um die Fernsehzuschauer dahin zu treiben, eine internationale Einheitsführerschaft anzuerkennen, für einen Krieg gegen den Terrorismus. Das Land, das hinter dieser Kampagne steckt sind die USA…“

    Robin Cook *1946, von 1997 bis 2001 Außenminister von Großbritannien. Robin Cook starb ganz plötzlich am 6. August 2005 beim Fahrradfahren im schottischen Hochland im Alter von 59 Jahren, eine Woche nach dieser Rede.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Robin_Cook_%28Politiker%29

    1. Korrektur dieser weitverbreiteten Geschichtsfälschung:
      Während alle Medien so tun als hätte die UdSSR Afghanistan besetzt, wurde in Wahrheit zuerst die kommunistische Regierung in Afghanistan (!) von den durch die USA in Pakistan aufgebauten und bewaffneten Taliban/Al Qaida angegriffen. Erst ein halbes Jahr später wurde Russland um Hilfe gebeten, weil sie gegen diese Killer nicht ankamen.
      Beweis: Sicherheitsberater des US-Präsidenten Carter,Zbigniew Brzezinski, in einem interview:
      http://www.globalresearch.ca/articles/BRZ110A.html“ in der franz.Zeitung Le Nouvel Observateur, Paris, 15-21 January 1998 :

      „…, secretly guarded until now, is completely otherwise Indeed, it was July 3, 1979 that President Carter signed the first directive for secret aid to the opponents of the pro-Soviet regime in Kabul. And that very day, I wrote a note to the president in which I explained to him that in my opinion this aid was going to induce a Soviet military intervention. That secret operation was an excellent idea. It had the effect of drawing the Russians into the Afghan trap and giving to the USSR its Vietnam war:
      http://www.youtube.com/watch?v=mNeCHDbMeoo

      http://principiis-obsta.blogspot.se/2008/12/afghanistan-eine-weitere-nicht-erzhlte.html

  3. Kosovo mit der Vertreibung der zur Minderheit gewordenen Serben ist doch ein idealtypisches Beispiel wie Islamisierung funktioniert. Kosovo war früher das serbische Herzland, ließ aber immer (unter den Banner des sozialistischen Internationalismus) Albaner einwandern und gab ihnen sogar Autonomie, was zur Flucht von noch mehr Serben führte. Mit Ausnahme einiger Enklaven ist Kosovo heute ethnisch gesäubert.
    In Bosnien und Mazedonien werden einige auch diesbezügliche Erfahrungen haben. Und man kann so schön und einfach Bürgerkriege anzetteln. Mit dem Kapital aus Saudi-Arabien läßt sich das alles schön steuern. Wobei derzeit dies (noch) US-GESTEUERT ist.

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