Was die Massenmedien zum Charlie-Hebdo-Terroranschlag verschweigen: Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien

Millionen Menschen sind am Sonntag in Paris nach dem Charlie-Hebdo-Massaker zum „republikanischen Marsch“ auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit den Opfern des Terroranschlags und ihre Ablehnung von Terror zum Ausdruck zu bringen.

Die Menschen haben vom Terror die Nase gestrichen voll und sie wollen, dass der Terror ein Ende hat. Doch viele dieser Menschen verstehen die Hintergründe des Terrors nicht. Aus diesem Grund gelang es einer kleinen Gruppe internationaler Terrorfürsten, darunter der Chef des mit der Terrorgruppe Al Kaida sympathisierenden französischen Regimes Francois Hollande, der Chef des israelischen Staatsterrorregimes Benjamin Netanjahu und der Chef des ukrainischen Nazi-Regimes Petr Poroschenko, sowie Vertretern der Regimes der USA, Deutschlands, Englands, Spaniens, der Türkei, Vertretern von EU, NATO und Arabischer Liga, und so weiter und so fort, in die Nähe der Großdemonstration gegen den Terror vorzustoßen und sich von den ihnen ergebenen Massenmedien als Demonstrationsteilnehmer ausgeben zu lassen.

Gerüchten zufolge soll sogar der Botschafter des saudischen Regimes, das nach dem Pariser Anschlag den liberalen saudischen Blogger Raif Badawi auspeitschen ließ, weil der auf Facebook unter anderem die Meinung vertreten hatte, Muslime, Juden, Christen und Atheisten seien gleichwertig, auf diese Weise an der Pariser Großdemonstration zum Gedenken an die Opfer des Terrors gegen Karikaturisten teilgenommen haben. Spitze Zungen sagen, es sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch unbekannt, ob neben Saudi Arabien auch der Islamische Kalifatsstaat von Abu Bakr Al Baghdadi und die von Ayman Al Zawahiri geführte Gruppierung Al Kaida offzielle Vertreter zur Teilnahme an der Pariser Großkundgebung gegen den Terror entsandt haben.

Dass es führenden Repräsentanten des globalen Terrorismus gelungen ist, sich unter die Demonstranten zu mischen, ohne damit einen Aufschrei hervorzurufen, dürfte insbesondere daran liegen, dass die Massenmedien der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ sich nach Kräften darum bemühen, wesentliche Informationen zum globalen Terror zu verschweigen und zu verschleiern. Der Kern des zentralen Themenkomplexes zum globalen Terror, der von den regelmäßig gleichklingenden Massenmedien der „westlichen Wertegemeinschaft“ so gründlich wie möglich verschwiegen wird, lässt sich mit drei Begriffen treffen: Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien.

Praktisch alle für den globalen Terror verantwortliche Terroristen, die sich auf den sunnitischen Islam berufen, von den Taliban in Afghanistan, über Lashkar-e-Taiba in Pakistan, Hefazat-e-Islam in Bangladesh, East Turkestan Movement in China, Abu Sayyaf auf den Philippinen, Kaukasus Emirat in Russland, Jundallah in Iran, Al-Shabaab in Somalia, Ansar Beit al-Maqdis in Äygpten, Ansar al-Sharia und früher auch LIFG in Libyen, Ansar Dine in Mali und anderen Staaten Nordafrikas, Boko Haram in Nigeria und angrenzenden Ländern, ISIS in Irak und Syrien bis hin zu Al Kaida, samt ihrer Ableger wie die syrische Nusra Front, Al Kaida auf der arabischen Halbinsel AQAP und Al Kaida im Maghreb – und außer den zuvor genannten Terrorgruppen gibt es in verschiedenen Ländern weitere kleinere Terrorgruppen wahhabitischer Natur, aber sie alle aufzuzählen würde den Rahmen hier sprengen -, hängen alle im Grundsatz ein und derselben Ideologie an: dem Wahhabismus. Praktisch alle mörderischen Terroranschläge mit, wie die westlichen Medien es nennen, „islamischem Hintergrund“ in den letzten Jahre wurden von Terroristen begangen, die der Ideologie des Wahhabismus anhängen, einschließlich der spektakulärsten Terroranschläge wie 9/11 im Jahr 2001 in den USA, dem Überfall auf das Moskauer Dubrowka-Theater 2002, Madrid 2004, 7/7 2005 in London, der Überfall auf das Westgate-Einkaufszentrum in Kenia 2013, der Anschlag auf das Jüdische Museum von Belgien 2014 und nun der Charlie-Hebdo-Terroranschlag in Paris. All diese Terroranschläge wurden von Tätern begangen, die ein und derselben Ideologie folgen: dem Wahhabismus.

Hinzu kommen Abertausende Terroranschläge und mörderische Attacken wahhabitischer Terroristen in islamisch geprägten und von Bürgerkriegen verwüsteten Staaten, denen Hunderttausende, möglicherweise Millionen, von unschuldigen Menschen zum Opfer fielen, die aber der westlichen Medienwelt in der Regel, wenn überhaupt, dann nur eine Kurznachricht wert sind, und die deshalb von den Bevölkerungen der Staaten der westlichen Wertegemeinschaft kaum wahrgenommen werden, denn ab einer gewissen Intensität des Terrorismus in einem Land wird der wahhabitische Terror von westlichen Medien oft einfach nur als eine von vielen Kriegshandlungen wahrgenommen und dargestellt. So lässt es sich etwa erklären, dass Medien am Tag, als die Redaktion von Charlie Hebdo in Paris von wahhabistischen Terroristen überfallen wurde, ungleich weniger über den am gleichen Tag verübten wahhabitischen Terroranschlag in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa berichteten, dem weitaus mehr Menschen zum Opfer fielen. Ohne auf die der selektiven Berichterstattung zugrundeliegenden medialen Mechanismen hier näher einzugehen, bleibt jedenfalls festzustellen, dass Terror von der wahhabistischen Ideologie anhängenden Tätern den ganz überwiegenden Teil des globalen Terrorismus ausmacht, und dass die ganz überwiegende Anzahl der Opfer des wahhabistischen Terrors nicht Westler, sondern Muslime in überwiegend islamischen Ländern sind.

Dass die Ideologie des Wahhabismus wesentlicher Hintergrund des globalen Terrors ist, ist auf der Ebene von mit der Materie befassten Experten im Großen und Ganzen unstrittig. Bob Graham, der von 2001 bis 2003 Leiter des Geheimdienstausschusses des US-Senats war, spricht das ebenso öffentlich aus, wie die US-Politikerin Hillary Clinton es früher auch schon mal tat, ebenso die britische Religionswissenschaftlerin Karen Armstrong, der in den USA lehrende Religionswissenschaftler Reza Aslan, mit islamischen Dingen befasste US-Politikwissenschaftler wie Mohamed Daadaoui und ebenso die weltlichen und religiösen Autoritäten von nicht-wahhabitisch geprägten islamischen Staaten wie Iran und Syrien sowie nicht-wahhabitisch, aber islamisch geprägten Organisationen wie Hisbollah. Der Grund dafür, warum die Ideologie des Wahhabismus verantwortlich gemacht wird für den Terror, ist, dass es innerhalb des Wahhabismus anders als in anderen religiösen, moralischen und ethischen Schulen in und außerhalb des Islams unter Zuhilfenahme von aus dem Koran an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigungsmustern propagiert wird und weit akzeptiert ist, Ungläubige, Andersgläubige, Andersdenkende, Apostaten und ungehorsame sunnitische Glaubensbrüder ohne besonderen sonstigen Anlass zu töten, und erst recht natürlich solche Menschen zu ermorden, die etwas anderes getan haben, was Wahhabiten stark missfällt, die etwa gehässige Karikaturen über Mohammed zeichnen, widerliche Filme über den Islam machen oder die sich öffentlich für die Gleichheit aller Menschen, gleich welcher Religion und Weltanschauung, einsetzen.

Es gibt im Großen und Ganzen keinen Zweifel auch keinen Zweifel daran, wo das Zentrum ist, von dem wo aus die Welt mit der Ideologie des Wahhabismus überflutet wird. Es ist Saudi Arabien, wo Wahhabismus die Staatsreligion ist. Mit Hunderten von Milliarden an Petro-Dollars fördert die Ölgroßmacht Saudi Arabien seit vielen Jahrzehnten die globale Ausbreitung von Wahhabismus, und wo immer die Ausbreitung des Wahhabismus gelang, gab es häufig alsbald von den menschenverachtenden Doktrinen des kontemporären Wahhabismus getriebenen Terrorismus. Das ist im Bonner Raum in Deutschland, wo die König-Fahd-Akademie saudischen Wahhabismus verbreitet, im Prinzip nicht unähnlich dem wie es in Pakistan, Jemen, Ägypten, Großbritannien oder Frankreich ist, wo ähnliche mit reichlich saudischen Öldollars finanzierte Institutionen auch seit Jahrzehnten, mit mehr oder minder großer Anstrengung die Ideologie des Wahhabismus verbreiten. Wer die arabische Geschichte nicht kennt und mehr über die symbiotische Beziehung zwischen dem saudischen Königshaus und dem Prediger dem Begründer des Wahhabismus Mohammad Ibn Abd al-Wahhab sowie seinen Anhängern wissen will, wird auf deutsch zum Beispiel im Artikel „Eine Sache müssen Sie wissen, um den IS-Terror zu verstehen“ informiert, den der frühere MI6-Agent und Kenner der nahöstlichen Region Alastair Crooke vor einigen Monaten anlässlich der Machtübernahme von ISIS in Mossul publiziert hat. Alastair Crooke erklärt darin auch, warum die Beziehung zwischen einigen Teilen von Wahhabiten und dem saudischen Königshaus durchaus spannungsladen ist: nicht wenige Wahhabiten werfen dem saudischen Königshaus vor, die wahre wahhabitische Tradition der Gefolgschaft dessen, was sie als ursprünglichen und reinen Islam wie von Wahhab gelehrt ansehen, verraten zu haben, was nicht zuletzt aufgrund der saudischen Allianz mit Britannien und den USA geschehen sei. Das saudische Königshaus steht also intern, bei Strafe seines möglichen Unterganges, unter Druck, sich selbst als den wahren Vertreter der reinen wahhabitischen Lehre darzustellen und sich entsprechend zu verhalten.

Was man noch wissen sollte, ist, dass Saudi Arabien trotz der engen Beziehungen von Wahhab zu Saudi Arabien nicht der alleinige staatliche Verbreiter von Wahhabismus auf der Welt ist. So hat etwa das Emirat Katar seine vor wenigen Jahren neugebaute größte Moschee in Doha nach dem Begründer des Wahhabismus Abdul Wahhab benannt, was ein klaren Zeichen für Wahhabismus ist, und auch die Muslimbruderschaft und die Türkei sind von den Einflüssen der Lehren von Wahhab nicht frei. Die wesentliche treibende und finanzstärkste Kraft hinter der globalen Ausbreitung der blutigen Ideologie des Wahhabismus ist jedoch ohne Zweifel die Ölgroßmacht Saudi Arabien.

Zum Wahhabismus selbst sollte man wissen, dass Wahhab ein islamischer Fundamentalist war, der alle Erneuerungen und Abweichungen im Islam ebenso wie Götzenverehrungen ablehnte und die islamische Gesellschaft wieder dorthin zurück bringen wollte, wo sie zu der Zeit des Lebens und Wirkens des Propheten Mohammed war. Anhänger der wahhabitischen Ideologie werden in westlichen Medien häufig als Salafisten bezeichnet. Der Begriff ist jedoch unpräzise und unzutreffend. Die Salaf sind die ersten Generationen der Muslime nach Mohammed. Diese Salafi werden von den meisten Muslimen als besonders ursprüngliche und wohlwollende Muslime verehrt, ähnlich wie viele Christen heutzutage Heilige des Mittelalters verehren, und auch die Anhänger der wahhabitischen Ideologie sind den Salafi nicht negativ gegenüber eingestellt. Allerdings sehen sich die Anhänger des Wahhabismus der Lehre von Wahhab folgend nicht als Anhänger der Salafiya, sondern einfach als Anhänger von Mohammed, die eine besonders reine und ursprüngliche Form des Glaubens praktizieren. Wahhabiten werden sich selbst deshalb unter Begriffen wie Wahhabiten und Salafisten nicht angesprochen oder von ihnen beleidigt fühlen. Sie selbst würden sich zweifellos einfach nur als Muslime beschreiben. Die klassischen sunnitischen Rechtsschulen, in denen Hunderte Jahre kultureller Entwicklung des Islam gelehrt und von Generation zu Generation weitergegeben werden, lehnen Wahhabiten regelmäßig mit der Begründung ab, sie seien erst nach dem Leben des Propheten Mohammed entstanden und daher nicht ursprünglich islamisch. Wahhabiten zeichnen sich demnach oft durch ein völliges Unverständnis für die in teilweise schmerzhaften Prozessen über die Jahrhunderte erlernte islamische Kultur aus, und oft auch durch Unwissen. Wahhabismus funktioniert oft so, dass jemand ein islamisches Glaubensbekenntnis ablegt, damit Muslim ist, und dann im Koran blättert, und den Suren nach seiner eigenen laienhaften Interpretation die Handlungsanweisungen entnimmt, für das, was heute zu tun sein, von Ehe über Menschenrechte bis hin zum Krieg. Man kann deshalb also mit einiger Berechtigung sagen, dass Wahhabiten ein gesellschaftliches Leben wie im Mittelalter anstreben. Wahhabiten, insbesondere die in westlichen Ländern, aber nicht nur die, sind also oft regelrechte Laien, ohne einen Schimmer von den Jahrhunderten der Entwicklung der islamischen Kultur. Von einem Wahhabiten, der nach Syrien in den Krieg gezogen ist, ist gar bekannt, dass er sich vor der Reise eine Ausgabe von „Islam für Dummies“ bei Amazon bestellt hat, um wenigstens etwas Ahnung von Islam zu bekommen.

In den letzten Jahren wurde in Syrien, dem Iran und im Libanon ein anderer Begriff dem des Wahhabismus vorrang gegeben: Takfirismus. Der Begriff Takfirismus beschreibt im Großen und Ganzen den gleichen Personenkreis wie der Begriff des Wahhabismus, ist aber trennschärfer, präziser und stellt nicht generell auf Ansichten ab, die das historische Wirken der Person Mohammad Ibn Abd al-Wahhab betreffen, sondern auf ein gegenwärtiges Verhalten: Takfir. Takfir ist das Praxis dessen, andere Personen zu Ungläubigen oder Apostaten zu erklären und damit gegen diese Personen Strafen, bis hin zur Tötung, zu rechtfertigen. Durch das Erklären von Personen zu Ungläubigen oder Apostaten, können Laien, etwa Wahhabiten, praktisch jede fremde Person für vogelfrei erklären und jedes Verbrechen gegen sie rechtfertigen. Gelehrte würden die Praxis des Takfirismus heute hingegen eher einsetzen, um damit wirkliche Verbrecher zu verfolgen, oder potentiellen Schwerverbrechern mit Verfolgung durch die Geistlichkeit zu drohen. Wahhab selbst stand der Praxis des Takfirismus, obwohl er sie reichlich anwendete, zwar in einigen seiner Schriften auch kritisch gegenüber, doch wahhabitische Laien stört das nicht: sie suchen sich selektiv einen ihnen passenden Koranvers und ziehen daraus die Rechtfertigung für beliebige Verbrechen, die sie ohnehin begehen wollen.

Das Abstellen auf den Takfirismus anstelle auf Wahhabismus öffnet auch eine Tür zu jenen Anhängern Wahhabs, die in Wahhab zwar insgesamt einen Besinner auf ursprüngliche islamische Werte mit positiver historischer Leistung sehen, die Praxis des Takfirismus, und insbesondere die Praxis des laienhaften Takfirismus, jedoch ablehnen. Gleichzeitig umfasst der Begriff des Takfirismus auch Gewalttäter, die zwar laienhaften Takfirismus praktizieren, aber keine Anhänger von Wahhab oder seiner Lehre sind, und damit eben keine Wahhabiten sind, was möglicherweise zum Beispiel auf Deobandis zutreffen könnte. Die Verwendung des Begriffes Takfirismus anstelle des Begriffes Wahhabismus ist insofern also trennschärfer, er stellt anstelle auf die Identität auf das Verhalten ab, denn wer keinen Takfirismus mehr praktiziert, ist kein Takfirist mehr, und er eröffnet einen Weg, um innerhalb der Anhänger von Wahhab zu wirken und mit den Anhängern von Wahhab ins Gespräch über richtiges und falsches Verhalten zu kommen. Wenn Anhänger von Wahhab so sind oder sich so ändern, dass sie Wahhab zwar als islamischen Erneuerer preisen wie es zahlreiche Christen mit Martin Luther tun, aber dabei die wahhabitische Terror- und Intoleranzgrundlage des Takfirismus genauso verdammen wie christliche Protestanten heutzutage den glühenden Antisemitismus von Martin Luther verdammen, dann könnte der wahhabitischen Ideologie damit vielleicht im Laufe der Zeit ihr intoleranter, menschenverachtender und terroristischer Giftzahn gezogen werden. Und darum, und nicht um Wahhab selbst, geht es bei der mühsamen Auseinandersetzung mit dem Wahhabismus letztendlich ja schließlich: die Intoleranz, die Menschenverachtung und den Terrorismus zu beenden. Von daher ist es plausibel, den Begriff des Takfirismus dem des Wahhabismus vorzuziehen, auch wenn in den meisten Fällen damit die gleichen Personen gemeint sind.

In westlichen Medien wird bedauerlicherweise Wahhabismus und die Rolle Saudi Arabiens bei der Verbreitung dieser mörderischen Ideologie sehr selten und Takfirismus praktisch gar nicht thematisiert. Unter all den Tausenden von Medienartikeln in deutschen Massenmedien, die sich mit dem Charlie-Hebdo-Terroranschlag beschäftigten, war bis jetzt kaum einer dabei, der Wahhabismus und die Rolle Saudi Arabiens dabei wenigstens am Rande thematisierte und nicht ein einziger sprach über Takfirismus. Stattdessen schreiben deutsche Massenmedien entweder davon, dass Muslime und der Islam keine Schuld am Terror trägt, oder dass der Islam eben doch die Ursache des Terrors ist. Mit diesem primitiven dualen Weltbild stacheln die Medien Verteidiger und Gegner des Islam gegeneinander auf, werden aber dem Problem des insbesondere von Saudi Arabien weltweit geförderten Wahhabismus und Takfirismus, der die wesentliche Ursache des Terrors ist, unter dem Muslime und Nicht-Muslime leiden, in keiner Weise gerecht.

Zu der Frage, warum die westlichen Medien und Politiker Wahhabismus, Takfirismus und die saudische Rolle bei der Verbreitung dieser Ideologie nicht oder selten thematisieren, mag man spekulieren. Ein Grund könnte darin bestehen, dass viele westliche Journalisten und Politiker schlicht keinen Schimmer einer Ahnung davon haben. Das wird bei einigen Journalisten und Politikern sicherlich zutreffen, aber bestimmt nicht bei allen. Dafür haben schon zu viele hochrangige Personen bis hin zu Ex-US-Außenministerin Clinton gezeigt, dass sie über die vom Wahhabismus ausgehenden Gefahren durchaus Bescheid wissen. Ein anderer Grund könnte darin bestehen, dass Saudi Arabien und Katar mit ihren Öl- und Gasmilliarden finanzstarke Investoren und Auftraggeber sind, mit denen es sich der Westen nicht verscherzen möchte. Angesichts dessen, dass die westlichen Staaten zur vorgeblichen Bekämpfung der terroristischen Auswüchse des von Saudi Arabien verbreiteten Wahhabismus in den letzten Jahren schon Abermilliarden an Dollars ausgegeben haben, und damit immer nur mehr wahhabitischen Terror produziert haben, erscheint die Stichhaltigkeit dieses Argumentes jedoch fraglich, denn der militärische Kampf gegen den wahhabistischen Takfiri-Terror war für den Westen schon jetzt viel teurer als Alles, was Saudi Arabien und Katar im Westen je investiert haben, und ein Ende ist nicht in Sicht.

Stichhaltiger scheint der Gedanke zu sein, dass die viele westliche Journalisten und Politiker durchaus über das Wesen von Wahhabismus, Takfirismus und die Rolle Saudi Arabiens darin in groben Zügen Bescheid wissen, sie jedoch nichts sagen, weil Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien als Partner des Westens und Israels bei der geopolitischen Umgestaltung der arabischen Welt und Mittelasiens betrachtet werden, etwa um Israel und Saudi Arabien missliebige Regierungen mit guten Beziehungen zu Iran, Russland und China durch takfiristischen Terror zu schwächen oder zu stürzen, so wie das etwa vor drei Jahrzehnten in Afghanistan und vor drei Jahren in Libyen der Fall war und gegenwärtig in Syrien zu beobachten ist. Das würde zwar bedeuten, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs, die gegen den Terror in Paris auf die Straße gegangen sind, selbst die wesentlichen Drahtzieher des Terrors sind, gegen den sie am Sonntag in Paris zu demonstrieren vorgaben, aber es erklärt schlüssig, warum westliche Politiker und Medien zum Themenkomplex Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien, vorsichtig gesagt, unter Ladehemmung leiden und gegenwärtig dazu trotz des riesigen öffentlichen Interesses daran nahezu komplett schweigen. Das erklärt dann auch, warum die westlichen Massenmedien pausenlos gegen Iran, die syrische Regierung, Hisbollah und die Houthis hetzen, obgleich das die führenden Kräfte im tatsächlichen Kampf vor Ort gegen den takfiristischen Terror und die wahhabitische Ideologie sind.

Die große Frage ist nun, ob sich die Bevölkerung der westlichen Staaten dieses Verschweigen der ganzen Wahrheit durch ihre Politiker und Medien, noch weiter gefallen lassen wird, oder ob sie nun von ihren Eliten so laut Antworten und Lösungen zum Themenkomplex Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien verlangen wird, dass die Medien und Eliten diesen Themenkomplex nicht länger ignorieren können.

55 Gedanken zu “Was die Massenmedien zum Charlie-Hebdo-Terroranschlag verschweigen: Wahhabismus, Takfirismus und Saudi Arabien

  1. Was mir hier ein bisschen fehlt, ist, dass die geopolitische Perspektive natürlich auch in den hegemonialen Medien nicht erfasst wird. Soll heissen: Also, dass geopolitische militärische Interventionen des Westens eben z.B. auch ein Faktor sind, der zu Terrorismus im Westen führt, dieses Narrativ wurde ja vollständig ausgeblendet. 2 Hinweise darauf, die ein bisschen weiterführen könnten:

    Von Pol Pot zum „Islamischen Staat“
    http://www.linksnet.de/de/artikel/32016

    Noam Chomsky, Andre Vltchek
    Der Terrorismus der westlichen Welt
    Von Hiroshima bis zu den Drohnenkriegen. Ein Gespräch

    Nach dem Zweiten Weltkrieg, so Chomsky in dem 2012 geführten Gespräch mit Vltchek, sind Hunderte Millionen Menschen direkt oder indirekt als Folge westlicher Kriege und Interventionen ermordet worden. Hinter beinahe allen Konflikten, Kriegen und Auseinandersetzungen auf der Erde verbergen sich die meist unsichtbaren wirtschaftlichen oder geopolitischen Interessen des Westens. Unsere Medien schweigen still und berichten praktisch nichts darüber.
    So sind in der Demokratischen Republik Kongo in den letzten Jahren sechs bis zehn Millionen Menschen durch ugandische und ruandische Milizen niedergemetzelt worden; die Milizen handelten im Auftrag westlicher Regierungen und Großkonzerne, die an Rohstoffe wie Coltan, Uran und Diamanten gelangen wollen. Unter Obama stürzten die Vereinigten Staaten die Regierung von Honduras und machten das Land zu einem der schrecklichsten und ärmsten Orte der westlichen Welt, das aber weiterhin wichtige US-Luftwaffenstützpunkte beherbergt. Solche Untaten bilden eine Fortsetzung des europäischen Kolonialismus und Imperialismus früherer Zeit und richten sich vornehmlich gegen ›Unpersonen‹, wie Orwell all jene Menschen nannte, die wir nicht wahrnehmen. Die Politik des Westens stellt in Sachen Terrorismus alles andere weit in den Schatten. Unsere Medien praktizieren eine Zensur durch Auslassung von Informationen, durch Fehldarstellungen und Ablenkungen, größtenteils ohne sich selbst darüber bewusst zu sein. Das Buch ist eine perfekte Einleitung in Chomskys politisches Denken und eine erfrischende Lektüre für jeden, der die Rolle des Westens in der Welt verstehen möchte.
    http://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/der-terrorismus-der-westlichen-welt-detail

    1. chomskyy

      1. Natürlich ist die verlogene, brutale und menschenverachtende westliche Politik von Angriffskrieg, Hellfire-Terror und Folter eine große Motivations- und Rekruitierungsgrundlage für wahhabitische Terrorgruppen. Menschen, die den Westen aufgrund dieser Politik radikal ablehnen, fühlen sich zu dem hingezogen, was sie als den radikalsten Gegner des Westens betrachten, und das ist oft Al Kaida.

      2. Natürlich hat, auch wenn das im Westen weitgehend unbekannt ist, wie so vieles in Saudi Arabien, der von Saudis und USA unterstützte Terrorkrieg gegen die von der Sowjetunion unterstützte Demokratische Regierung Afghanistans nicht nur Pakistan, sondern auch Saudi Arabien radikalisiert. Nach dem Sieg über die Sowjetunion forderten die Heimkehrer und ihre hochrangigen Unterstützer in Saudi Arabien einen größeren Anteil an der Macht in Saudi Arabien ein. Als Ergebnis eines Kompromisses, um das saudische Königshaus vor einer verheerenden Auseinandersetzung mit diesen Kräften zu retten, haben diese Kräfte unter anderem viel Geld und führende Positionen in Moscheen und Botschaften weltweit bekommen, welche sie seit Anfang der 90er Jahre dazu nutzen, wahhabitischen Jihad weltweit zu propagieren. Oben in diesem Parteibuch-Artikel ist deshalb nicht ganz zufällig ein Link zur Deportation des saudischen Diplomaten und Vorbeters an der King Fahd Mosque in Los Angeles, Fahad al Thumairy, aus den USA unter dem Vorwurf der Unterstützung von Terrorismus enthalten.

      http://articles.latimes.com/2003/may/10/local/me-deport10

      3. Was Chomsky und Co geflissentlich übersehen, ist, dass sich der wahhabitische Terror nicht in erster Linie gegen Besatzer von USA und Co richtet, sondern gegen die Bevölkerung islamischer Staaten und die aus der lokalen Bevölkerung hervorgegangen Sicherheitskräfte, gleich ob sie mit Besatzern kollaborieren oder nicht. Grund dafür ist die Ignoranz, Engstirnigkeit und religiöse und weltanschauliche Intoleranz der wahhabitischen Ideologie. Die wahhabitische Doktrin propagiert es, wie oben geschrieben, Ungläubige, Andersgläubige, Andersdenkende, Apostaten und ungehorsame sunnitische Glaubensbrüder ohne besonderen sonstigen Anlass zu töten. Darunter fallen natürlich US-Besatzungssoldaten, aber auch alle lokalen Schiiten, Sufis, Christen, Kommunisten, und sunnitische Muslime, die mit Schiiten, Sufis, Christen und Kommunisten kooperieren. In Afghanistan bekämpften von Saudi Arabien unterstützte wahhabitische Terroristen (Taliban und Co) etwa nach dem Abzug der Sowtruppen und vor dem Eimarsch der USA insbesondere den Afghanen Schah Mahsoud und seine Leute, weil dessen Weltoffenheit und Toleranz den wahhabitischen Terroristen nicht passte. Ebenso zerstörten wahhabitische Terorristen die Buddha-Statuen von Bamiyan, weil sie dieses Kulturgut als Andersgläubig hassten. Das hatte nichts mit einem Kampf gegen Besatzung zu tun, denn in Afghanistan gab es damals keine Besatzung, sondern ist von purem Hass auf Alles, was anders als die abartige Doktrin des Wahhabismus ist, gespeist. Es ist Xenophobie in Extremform, ähnlich wie sie von deutschen Nationalsozialisten bekannt ist, die die Triebkraft wahhabitischer Gruppen ist. In Libyen, Syrien und Irak ist das nun auch zu sehen, und zwar besonders deutlich. Nach Syrien kommen Zigtausende Wahhabiten, um da Syrer und syrische Widerstandskämpfer gegen das US-Empire zu massakrieren, und darauf basierend einen auf der intoleranten und xenophoben Doktrin des Wahhabismus basierenden Staat wie das Nusra-Emirat oder das ISIS-Kalifat zu errichten.

  2. Der scheinbare Widerspruch in Syrien Terroristen zu fördern und in Frankreich zu bekämpfen könnte eine Auflösung haben:
    Ich hörte – ich meine in einem rt in deutsch Video mit einem Vertreter der http://www.jungewelt.de , dass Charlie Hebdo eine sehr linke Zeitung sei und eher daran zu denken sei, dass die französischen Geheimdienste, die ja (u.a.) auch die islamistischen Killer für Syrien und Libyen rekrutieren und schicken liesen, ggf. auch ihre Killer gegen diese „lästigen“ linken Journalisten von Charlie schicken liesen, um linke Kritiker los zu werden. Die Kritik an den franz. Konservativen soll sehr scharf gewesen sein ….

    Auch der Mali-Einsatz dieser islamistischen Killer, sollte (gemäß anderen Quellen) ein Dienst der USA für Frankreich gewesen sein, einen Besetzungsgrund für „ihre Uran-Quelle“ Mali zu haben. Und schließlich akzeptiert die Bevölkerung franz. Besatzer eher, wenn islamische Köpfeabschneider die Alternative sind.

    Wer die US/Saudi/NATO-Steuerung der Al CIAda noch nicht kennt, schaue sich das 1.+2. Video an sowie ab dem Hillary Clinton-Video „We created Al Qaeda“ bei http://www.syrienkrieg.wordpress.com und auch ganz unten wie die USA die islamischen Killer in Libyen steuerte. Auch wenn deren Kontrolle insgesamt zusehens schwieriger wird, für solche Kleinaktionen braucht man ja nur zwei.

    1. 08ooEdgar

      Charlie Hebdo in Frankreich ist genauso „links“ wie Jungle World in Deutschland. Das sind radikale Zionisten, die auf links machen. Dass die KPF gerade für Charlie Hebdo in die Bresche gesprungen ist, zeugt nicht davon, dass Charlie Hebdo links ist, sondern davon, dass die KPF genau wie die Linkspartei in Deutschland korrupt und von Zionisten unterwandert ist.

      Wie komme ich darauf?

      1. CounterPunch:

      In 2002, Philippe Val, who was editor in chief at the time, denounced Noam Chomsky for anti-Americanism and excessive criticism of Israel and of mainstream media. In 2008, another of Charlie Hebdo’s famous cartoonists, Siné, wrote a short note citing a news item that President Sarkozy’s son Jean was going to convert to Judaism to marry the heiress of a prosperous appliance chain. Siné added the comment, “He’ll go far, this lad.” For that, Siné was fired by Philippe Val on grounds of “anti-Semitism”. Siné promptly founded a rival paper which stole a number of Charlie Hebdo readers, revolted by CH’s double standards.

      http://www.counterpunch.org/2015/01/07/what-to-say-when-you-have-nothing-to-say/

      2. Urs1798

      Aus einem französischen Bericht über die “Hebdo-Toten” ein Screenshot welcher mit im Bild einen der größten zionistischen Kriegstreiber zeigt, welcher sich selbst als “Kriegsphilosoph” bezeichnet, “Bernhard Henry Levy”, kurz BHL. Überall wo er unterstützend auftaucht ist meist blutiger “Regime-Change” angesagt. Er läßt sich gerne mit seinen Revolutionären ablichten, sowie in Libyen, Benghazi, Tripolis,…,oder zuletzt auf dem “Euro-Maidan” in Kiew vor dem blutigen Putsch der Faschisten. Mit Faschisten, Extremisten, Terroristen hat er vermutlich keine Berührungsängste wenn es dem angestrebten Ziel dient. Der Zweck heiligt die Mittel, den Rest erledigen dann die Mainstream-Medien mit ihrer Propaganda.

      BHL mit “Hebdo”:

      http://www.youtube.com/watch?v=vFSx60mnvPM

      https://urs1798.files.wordpress.com/2015/01/hebdo-tote-bericht.png?w=600&h=459

      http://urs1798.wordpress.com/2015/01/07/kommentar-charlie-hebdo-die-geister-die-ich-rief/

      3. Die Verbindung von Charlie Hebdo zu BHL ist sehr eng. Die nächste Ausgabe von Charlie Hebdo wird sogar gleich in den Räumen der Liberation gemacht, der Zeitung, bei der der radikale zionistische Kriegstreiber Bernard-Henri Lévy großer Anteilseigner ist.

      http://www.dailymail.co.uk/news/article-2903332/Emotional-Charlie-Hebdo-staff-gather-meeting-time-gunmen-slaughtered-ten-colleagues-vow-not-terrorists.html

      4. Charlie Hebdo unterstützte von Zionisten befürwortete Aggressionen: die Bombardierung Jugoslawiens, den Nazi-Putsch in der Ukraine und so weiter und so fort.

      Charlie Hebdo sind keine Linken, auch wenn sie das früher mal waren, sondern radikale Zionisten, Unterstützer von Rechtsextremisten im Interesse des zionistischen Apartheidregimes, genau wie BHL und Daniel Cohn-Bendit.

  3. Nachtrag:

    Nach den Erkenntnissen Robert A. Papes, der das CPOST-Projekt in Chicago leitet, gibt es keine signifikant größere Affinität der Salafisten zum Terror.

    Lektüreempfehlung:

    http://www.barnesandnoble.com/w/dying-to-win-robert-pape/1111615553?ean=9780812973389
    http://www.barnesandnoble.com/w/cutting-the-fuse-robert-a-pape/1117775636?ean=9780226645650

    Nur etwa drei bis sieben Prozent (je nach Zählweise) aller Selbstmordanschläge erfolgten lt. den empirischen Daten im Rahmen einer religiösen Auseinandersetzung. Die übergroße Zahl sei Teil eines Feldzugs, i. d. R. gegen als Besatzer empfundene Streitkräfte oder Einrichtungen oder gegen Unterdrücker. Interessant ist, daß es weder unter Saddam noch in Afghanistan unter den Sowjets einen einzigen Selbstmordanschlag gab. Das begann erst, als die tolle Wertegemeinschaft einmarschierte.

    1. Robert Pape darf sich mit dem wahhabitischen Terrorkrieg gegen Libyen und Syrien als in wesentlichen Aussagen widerlegt betrachten. Es ist keineswegs so, dass die Takfiri-Gruppen da gegen das US-Empire und seine Kräfte kämpften, um die Muslime einschließlich der muslimischen Staatsführer Gaddafi und Assad zu verteidigen. Im Gegenteil, die wahhabitischen Takfiri-Terrorgruppen kämpften da an der Seite des US-Empires, um muslimische Staatsführer, die ihnen aufgrund ihrer religiösen Toleranz und ihre nicht-wahhabitischen Glaubensrichtung zu stürzen. Auf die Frage, warum sie nicht gegen Lakaien des US-Empires kämpften, etwa die arabischen Königshäuser und Israel, sondern stattdessen gegen tragende Säulen des Widerstandes gegen das US-Empire kämpften, antworteten sie, dass sie für den Kampf gegen die Lakaien des US-Empires keine Finanzierung hätten. Um es kurz zu machen: Robert Pape hat sich geirrt, und zwar gründlich. Wahhabitischer Terror ist nicht von Motivation zum Kampf gegen Besatzung und Kolonialismus geprägt, sondern durch sektiererische Intoleranz, mörderischem Hass auf das Andersartige und abhängig von Geld. Jeder kann das gegenwärtig jeden Tag in Syrien und Irak sehen. Die wahhabitischen Terrorgruppen massakrieren da Tag für Tag Alawiten, Schiiten, Yeziden, Christen, Liberale, Kommunisten, Westler und ebenso Sunniten, die mit einer der vorgenannten Gruppen kollaborieren oder sich dem Wahhabismus nicht bedingungslos unterwerfen, Kämpfer wie Zivilisten, gleich ob sie ihnen freundlich, neutral oder feindlich gegenüber stehen, Männer, Frauen, Kinder, militärisch sinnlos und kontraproduktiv, genau wie die Zerstörung der zum Teil Hunderte Jahre alten religiösen Heiligtümer von Allem, was nicht-wahhabitisch ist. Das zeigt ganz deutlich, dass der wahhabitische Takfiri-Terror vom Hass auf Alles, was anders als Wahhabismus ist, motiviert ist. Unter außerdem kämpfen verschiedene wahhabitische Takfiri-Terrorgruppen gegeneinander um Territorien und Öl- sowie andere Finanzquellen, etwa Nusra gegen IS, Nusra gegen SRF, was zeigt, dass hinter dem wahhabitischen Takfiri-Terror nicht nur der Fanatismus der wahhabitischen Ideologie, sondern auch einfach banales korruptes Streben nach Herrschaft, Macht und Geld steckt.

      Was Robert Pape angeht, so scheint er übrigens übersehen zu haben, dass der ganz überwiegende Teil der wahhabitischen Terroristen keine Selbstmordattentäter sind. Viele Takfiri-Terroristen lieben irdisches Luxus-Leben wie die saudischen Prinzen, Frauen und Sex, Geld und Drogen, üppiges Essen, Nutella, schicke Autos… und wenn es keiner sieht, oft auch Whiskey und Alkohol sowie Zigeratten.

      1. Du hast die Bücher gelesen? Ist dir schon mal aufgegangen, daß die sich nur Takfiris nennen, aber keine sind?

      2. g_h
        Nein, warum auch? Wenn er was zu sagen hat, soll er seine Kernthesen im Internet veröffentlichen.

        Hast du diesen Parteibuch-Artikel hier überhaupt gelesen?

        Wenn, dann solltest du wissen, dass Takfiris sich selbst nie Takfiris nennen. Sie nennen sich selbst „einfach nur Muslim.“

      3. Sehr lesenswerte Ergänzung! Auch in Libyen waren die „Freiheitskämpfer“ denen die NATO jeglichen Widerstand weggebombt hat, damit beschäftigt Wohnungen und Autos in Tripolis aufzubrechen und auszurauben. Es gab mal ein Video bei Youtube wo in etlichen Starßenzügen Autos und Haustüren aufgebrochen waren.

  4. Der Export der wahhabitischen Takfiri-Ideologie durch Saudi Arabien als geistiger Nährboden des globalen Terrors gerät langsam ins Licht der Öffentlichkeit, und das in ganz unterschiedlichen Medien.

    Reza Aslan Links Saudi Arabia To Recent Terrorist Attacks

    Muslim Scholar Reza Aslan asserted today on Sunday’s edition of NBC’s Meet The Press that Saudi Arabia should be held accountable for the recent strain of terrorist attacks done in the name of Islam. Aslan believes that Islamic extremist groups such as the Taliban, al-Qaida, Boko Haram, and ISIS are directly influenced by Wahhabism, the state religion of Saudi Arabia.

    http://www.inquisitr.com/1746607/reza-aslan-links-saudi-arabia-to-recent-terrorist-attacks/

    Die Deformation des Islam

    … Dieser rigide Islam saudischer Prägung wurde in anderen muslimisch geprägten Gesellschaften anfangs als Fremdkörper wahrgenommen. Doch in den letzten Dekaden hat dieser Salafismus mit seiner Vollverschleierung, seiner rigiden Lesart des Korans und seiner Ablehnung traditioneller Volksfrömmigkeit einen weltweiten Siegeszug hingelegt und eine terroristische Seite angenommen, die in der Ideologie der afghanischen Taliban, der Milizen des „Islamischen Staats“ oder Boko Haram in Nigeria ihre extremste Ausprägung findet. …

    http://www.taz.de/Debatte-Terrorismus-/!152625/

    Die Einheitsfront der Zivilisierten

    … Man fordert nicht, das Terrorunterstützerland Türkei zu zwingen, seinen internen und externen Islamisierungskurs aufzugeben und aufzuhören, säkulare und linke Aktivisten zu drangsalieren. Man fordert auch keinen Stopp von Waffenexporten, noch nicht einmal einen Stopp von Waffenexporten an die Wahabiten-Diktatur Saudi-Arabien, die mit der Verbreitung exakt jener Ideologie befasst ist, die die dschihadistischen Terroristen antreibt. Man überlegt nicht, was ungleiche ökonomische Entwicklung und imperialistischer Krieg beigetragen haben zum Entstehen des dschihadistischen Terrorismus. …

    http://www.hintergrund.de/201501123376/globales/terrorismus/die-einheitsfront-der-zivilisierten.html

    Human rights: weapons exports, floggings and extremism

    … Indeed with untold numbers of public floggings, of which Mr Badawi’s is but one, there may be a number of human rights issues in play.

    But above and beyond all this in considering a Human Rights Impact, is the export of Wahhabism – the most radical interpretation of Islam on Earth.

    Bin Laden and his al-Qaeda acolytes claimed that they preached Wahhabism, as does Boko Haram in Nigeria. Might the Wahhabism ‘export’, if not officially sanctioned by the Saudi government at the very least taking place on their watch, be seen as having a ‘human rights impact’?

    What City law form can conceivably have concluded that the ‘human rights impact’ of exporting anything at all that had a lethal application – from communications to weaponry – as at the least, highly contentious.

    In the light of the Paris horror, and other instances of Wahhabi extremism, perhaps it is time the matter of ‘human right’s impact’ testing was brought into the 21st century?

    http://blogs.channel4.com/snowblog/human-rights-weapons-exports-floggings-extremism/24945

    World must confront Salafi teachings

    … the Saudis refuse to recognize that their extreme, literalist version of Islam underlies the terrorists’ thinking.

    Most Muslims do not embrace Wahhabism, a variant of the Salafi doctrine whose adherents seek to live like the earliest Muslims. So, for decades, the Saudi kingdom has spent hundreds of millions of dollars proselytizing across the Muslim world. It has funded religious schools and textbooks from Central Asia through the Arab world to Pakistan and beyond, sending out imams who spread its intolerant thinking. Tens of thousands of Egyptians and Syrians, who came to work in Saudi Arabia, also absorbed Salafist ideas. …

    Washington and its European allies can no longer wait around for Saudi Arabia (or other Arab states or Pakistan) to root out the Salafist ideology that inspires terrorists. It is past time to pressure countries that are supposedly our allies to stop dispensing this ideological poison. The flogging of Raif Badawi, as much as the Paris murders, signals a threat that endangers us all.

    http://www.heraldonline.com/2015/01/12/6695598/world-must-confront-salafi-teachings.html?sp=/100/105/

    (Anmerkung vom Parteibuch zur Technik: Evtl. zweimal auf den Link zum Herald gehen, um den Content zu sehen. Beim ersten mal die Werbung wegklicken, und beim zweitenmal geht’s dann. Anmerkung vom Parteibuch zum Artikel selbst: der Artikel ist von der ziemlich einflussreichen Hardcore-Zionistin Trudy Rubin, die die letzten Jahre immer die israelische Linie für Regime Change in und Krieg gegen Syrien und Iran unterstützt hat. Dass Trudy Rubin nun „die Welt“ im Widerspruch zur israelischen geopolitischen Strategie dazu aufruft, die saudische Staatsideologie – sei sie nun Salafismus, Wahhabismus oder Takfirismus genannt – zu konfrontieren, könnte Vorbote für einen gigantischen Umschwung der politischen Großwetterlage sein.

    Es wäre bestimmt spannend zu sehen, wie die Massenmedien reagieren würden, wenn HoGeSa- oder Pegida-Demonstranten auf ihrer nächsten Demo, so es sie denn gibt, Plakete mit dem Portrait von Trudy Rubin hochhalten würden, und darunter die Zeile: „World must confront Salafi teachings“ oder auf deutsch „Die Welt muss salafistische Lehren konfrontieren.“ Die Massenmedien würden dann vermutlich in große Konfusion verfallen, und eine Dämonisierung von HoGeSa oder PegiDda und dem Anliegen von HoGeSa oder Pegida würde ihnen sehr schwerfallen.)

    1. Liebes Parteibuch, vielen Dank für die umfassende Information und Hintergrundberichterstattung zum Schrecken. Zwei Dinge sind mir allerdings nicht klar: woher der Gedanke einer „Konfusion“ in den Massenmedien. Die Berichterstattung der Massenmedien zum internationalen Terrorismus scheint mir von Beginn an auf Konfusion (konfus, wirr) aufgebaut zu sein. Stichwort: Afghanistan- unoder Irakkrieg im Anschluss an den Anschlag auf die Türme des World-Trade-Centers und „arabischer Frühling“. Eine große Konfusion würde sich bei den Medienkonsumenten finden und direkt auf Wähler, aber auch iauf Politiker wirken. Ich sehe das als eine konsistente Zuspitzung der gegenwärtigen Situation und insbesondere für Europa aufgrund seiner politisch-institutionellen Verfasstheit als brandgefährlich. Und zweitens: inwiefern ist die Bezeichnung Saudi-Arabiens als „geistiger Nährboden des globalen Terrors“ auf der Grundlage deines Postings vom 12.1. um 19:33 unter Punkt 2, indem von einem „Ergebnis eines Kompromisses“ besprochen wird, konsistent und stichhaltig und dazu angetan ein L i c h t in die Öffentlichkeit zu werfen über die Zusammenhänge und Hintergründe des globalen Terrors und d a r ü b e r aufzuklären? Mir kommt es als gezielte Blendung entgegen.

    1. hans dampf

      Siehe dazu unseren Kommentar oben von 21:22h. Die Massenmedien können das Thema nicht länger verschweigen. Die Empörung der Menschen ist zu groß. Reza Aslan, den wir hier im Parteibuch-Artikel auch explizit erwähnt haben, hat es nun bis zu NBC geschafft und konnte da mal kurz Klartext über Wahhabismu und Saudi Arabien reden.

      Die Einzelfälle, wo die Medienblockade zum Thema der Verbreitung der Takfiri-Terrorideologie des Wahhabismus durch „unsere saudischen Freunde“ durchbrochen wird, reichen aber noch nicht. Das muss nun in den Mainstream, nach ganz oben, wieder und wieder, damit sich daran was ändert und das ernsthafte politische Konsequenzen nach sich zieht.

  5. Wallstreet benutzt diese Terrorfreunde um im Hintergrund auf ihren Augenblick des Vorteilsnehmens zu warten um sich daran zu bereichern.

  6. Der Export der wahhabitischen Takfiri-Ideologie durch Saudi Arabien als geistiger Nährboden des globalen Terrors gerät weiter ins Licht der Öffentlichkeit in Medien in UK und Irland:

    Fintan O’Toole: Time to lift veil on Saudi Arabia’s hijacking of Islam
    Saudi Arabia has spent $100 billion in recent decades spreading an extremist ideology

    http://www.irishtimes.com/opinion/fintan-o-toole-time-to-lift-veil-on-saudi-arabia-s-hijacking-of-islam-1.2063268

    Britain’s Relationship With Saudi Arabia Is a Disgrace

    … Women in Saudi Arabia, along with minorities regardless of gender, are regarded as chattel, with little if any rights that most would consider compatible with a civilised society. It is a medieval system, underpinned by the most extreme interpretation of Islam, Wahhabism, which at the time of writing is playing a key role in spreading religious fundamentalism throughout the Middle East. Donations and money have verily flooded into the coffers of groups such as IS (formerly known as ISIS), enabling them to sustain and consolidate their presence as they set about turning the region into a graveyard for anyone who does not subscribe to their poisonous ideology, both Muslim and non-Muslim alike.

    With this in mind, the fact Saudi Arabia remains a close strategic ally and economic partner of western governments, including France, whose failure to seriously confront or challenge it over its serial human rights abuses, smacks of immorality and hypocrisy, especially in light of the Charlie Hebdo massacres, carried out in the name of the same warped ideology that underpins the kingdom’s existence. …

    http://www.huffingtonpost.co.uk/john-wight/saudi-arabia-britain_b_6451044.html

    Bei der staatlichen deutschen Märchenschau findet sich hingegen im Jahr 2015 noch absolut kein Wort über Wahhabismus, Takfirismus, Saudi Arabien und den Zusammenhang der Ausbreitung der wahhabitisch-saudischen Ideologie mit dem Terror. Die staatliche deutsche Märchenschau verschweigt den Zusammenhang. Lügen durch Verschweigen kann man das nennen.

    Anstatt dem Publikum die ganze Wahrheit zu erzählen, und dabei eben auch die Rolle von Wahhabismus und Saudi Arabien beim globalen Terror zu beleuchten, wettert der Tagesschau-Boss stattdessen gegen „Verschwörungstheorien“:

    Die “Verschwörung” von Paris

    Auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt wieder richtig auf die Fresse bekomme: Mir langt’s. Heute geistern schon wieder wilde Verschwörungstheorien durch soziale und traditionelle Medien. …

    http://blog.tagesschau.de/2015/01/13/die-verschwoerung-von-paris/

    So geht der mit Zwangsgeldern finanzierte deutsche Staatssender ARD mit dem Verlangen des Publikums um, endlich die Wahrheit, und zwar die ganze Wahrheit, ohne Ausblendung politisch heikler Themenbereiche wie den Zusammenhang mit Saudi Arabien, zu erfahren. Die Heuchelei der transatlantischen Medienbosse, die mit ihren skrupellosen Lügen in den letzten vier Jahren mindestens drei große Kriege, Libyen, Syrien und Ukraine, mitverursacht haben, ist schier grenzenlos.

    Und dann wundern sich die Bosse der transatlantischen Massenmedien darüber, dass ihre Wahrheitsverschweige-und-Verzerr-Propaganda von einigen Leuten „Lügenpresse“ genannt wird. Anstatt sich über den gehässigen Begriff „Lügenpresse“ zu wundern und zu ärgern, sollten die Bosse der Massenmedien endlich aufhören, die Wahrheit, oder wesentliche Teile der Wahrheit, zu unterdrücken, und stattdessen der Öffentlichkeit die Wahhrheit, nichts als die Wahrheit, und die ganze Wahrheit, nach bestem Wissen und Gewissen erzählen.

  7. Als ich im Mainstream noch Leserkommentare verfasste, zitierte ich ua. hin und wieder ganz gerne Scholl-Latour..

    „Zum vereitelten Anschlag in Bonn: Wie schätzt er die Bedrohung durch Salafisten in Deutschland ein? »Da gibt es natürlich auch Spinner. Das Absurde ist doch, dass der Salafismus der offiziellen Koran-Interpretation in Saudi-Arabien entspricht. Die Hassprediger, die wir hier haben, sind in Saudi-Arabien geschult worden. Also: Unsere besten Verbündeten sind im Grunde die größte Gefahr.«“
    http://www.zeit.de/2013/02/Fruehstuecksei

    „Worauf muss sich Europa einstellen?

    Scholl-Latour: Bisher habe ich es stets abgelehnt, von einer neuen Welle des islamischen Terrors in Europa zu sprechen. Das hat sich geändert. Jetzt haben wir ein paar tausend europäische Dschihadisten, die in Syrien gekämpft haben. Darunter auch viele Deutsche mit orientalischem Hintergrund. Das sind militärisch ausgebildete Experten. Sollte es zu Terroranschlägen kommen, so werden diese viel professioneller ausgeführt werden, als dies bisher der Fall war. Die Gefahr, dass wir bei uns ein Eindringen des Terrorismus erleben, wächst.“
    http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/peter-scholl-latour-ueber-irak-krieg-wird-gefaehrlich-3629703.html

  8. Auch die britische Daily Mail informiert ihre Leser über den Zusammenhang zwischen Wahhabismus, Saudi Arabien und Terrorismus – mit einem Gastbeitrag des früheren indischen Außenministers Kanwal Sibal:

    After the Paris massacre, we cannot have business as usual

    … Today, key Gulf countries and Jordan have joined the West in air operations against the Islamic State (IS), besides taking counter-terrorism measures against the Al Qaeda in alignment the West’s war on terror. …

    On the other hand, Saudi Arabia radiates the most fundamentalist Wahhabi ideology, one providing the religious compass for the kind of vengeance exacted against Charlie Hebdo. …

    Catharsis apart, this public mobilisation will make sense only if the intolerant features of Islam and the sources which nourish Wahhabism/ Salafism are recognised and exposed. …

    http://www.dailymail.co.uk/indiahome/indianews/article-2907354/After-Paris-massacre-business-usual.html

  9. In Frankreich haben der Front National und Marine Le Pen das Thema der Finanzierung und Unterstützung von Terrorismus und islamischem Extremismus durch Katar und Saudi Arabien und die ausgezeichneten Beziehungen Frankreichs zu diesen Terrorunterstützerstaaten auf die politische und mediale Tagesordnung gesetzt. Le Figaro:

    Qatar/Arabie: un „mensonge d’Etat“ (Le Pen)

    Marine Le Pen a qualifié aujourd’hui de „mensonge d’Etat“ les relations privilégiées que la France maintient avec des pays comme le Qatar et l’Arabie saoudite qui, selon elle „aident, arment, financent le fondamentaliste islamiste“. …

    http://www.lefigaro.fr/flash-actu/2015/01/13/97001-20150113FILWWW00213-qatararabie-un-mensonge-d-etat-le-pen.php

    Die französischen Massenmedien können Marine Le Pen nicht ignorieren, dafür hat der Front National zu viele Anhänger. 20minutes hat sich deshalb an einem Propagandastück zum Reinwaschen Katars von den Vorwürfen der Terrorunterstützung versucht. Überzeugen wird 20Minutes damit in Frankreich wohl kaum jemand. Dafür sind die Dinge in englischsprachigen Medien viel zu klar:

    http://www.theatlantic.com/international/archive/2014/06/isis-saudi-arabia-iraq-syria-bandar/373181/

  10. Das Parteibuch wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Kritik an der Beziehung der französischen Eliten zum Wahhabismus nicht nur von rechts, sondern auch von links kommt. Jean-Michel Vernochet, Sohn eines Mitbegründers der KPF, soll bereits am Samstag einige deutliche Worte dazu gesagt haben.

    http://www.egaliteetreconciliation.fr/Jean-Michel-Vernochet-sur-l-attentat-a-Charlie-Hebdo-et-le-Moyen-Orient-30188.html

    Leider gibt es das wohl nur als Video und nicht als Text, und die Redaktion des Parteibuches ist in der französischen Spache leider nicht sattelfest. Aber dahin scheint es zu gehen. Falls Parteibuch-Leser mit besseren französisch-Kenntnissen das präzisieren möchten, seien sie herzlich dazu eingeladen, das hier per Kommentar zu tun.

    1. Vernochet spricht vom Attentat, von den Ungereimtheiten und einem gewissen Professionalismus der Attentaeter, dem Personalausweis im Auto, aber er spricht dann vom Terrorismus, der wohl in der Aussenpolitik Frankreichs liegt, wo BHL und Sarkozy sehr grosszuegig mit dem Blut der Anderen wie in Libyen, Syrien etc. umgehen und spricht von den verschiedenen Kriegen auch in Afrika, Jugoslawien, ueberall hat man funktionierende Strukturen zerstoert. Bei den Einwanderern hat man nichts zur Integration gemacht. Er ist nicht Charlie, besonders haben die meisten, die Charlie sind, nie Charlie geoeffnet, der oft obszoen ist. Es ging viel zu oft gegen den Islam und das Christentum. CH hat zu oft die Menschen erniedrigt, was nicht Humor ist. Natuerlich ist V. gegen das Attentat. CH ist 100% politisch korrekt, gehoert einem hoch kommerziellen Unternehmen, dass auf Provokation aus ist. Das rechtfertigt natuerlich nicht die Attentate. Wie ist der ISIL entstanden? Er spricht darueber und dass der Westen diese Rebellion sehr schnell unterstuetzt hat, USA, Frankreich und die Situation hat sich schnell in Buergerkrieg verwandelt, dann mit dem Ansturm der Jihadisten aus der ganzen Welt kann man nicht mehr vom Buergerkrieg sprechen. Er spricht von der Unterstuetzung anderer Laender fuer die Nusrafront u.a., Kleinkriminelle sind ueberall in diese sog. Buergerkriege gegangen, sind dort trainiert worden. Jetzt ist es ein Rueckschlag der vorherigen und jetzigen Politik Frankreichs auf F. selbst. Jetzt werden Muslime in der U-Bahn beleidigt. Ganz Europa laeuft Gefahr, destabilisiert zu werden (Schock der Zivilisationen,s. Washington), indirekte Verantwortung W.s

      1. Danke, Barbara.

        Wenn du es für Wert hälst, hast du vielleicht Lust und Zeit diesen Parteibuch-Artikel hier – oder Ausschnitte davon – auf französisch zu übersetzen?

        Ich glaube, der könnte der französischen Debatte guttun. In Deutschland hat dieser Artikel viel Aufmerksamkeit und Zustimmung gefunden.

        Vielleicht ist’s aber auch nicht mehr nötig. Mit der Thematisierung des saudischen Problems durch Friedman in der NYT wird das Thema des Zusammenhanges „Wahhabismus, Saudi Arabien und Terror“ vermutlich ohnehin bald Frankreich erreichen.

  11. Werde versuchen, das zu tun, wenn ich ein Bisschen mehr Zeit habe.
    Nur ein Wort noch zum Wahhabismus. Der war nicht gewalttaetig, so lange die Beduinen in ihrer Wueste lebten und das Gesetz der Gastfreundschaft und weitere Beduinengesetze Vorrang hatten. Noch dazu gab es in der Wueste unter den Zelten ja kaum Prediger. Sie waren und sind also Wahhabiten, ohne genau zu wissen, was das eigentlich ist und das koennen wirklich sehr nette und gastfreundliche Menschen sein.
    Der Staatswahabismus wurde allerdings mit der strategischen Bedeutung der arabischen Halbinsel durch die Briten gesponsert, die die Sauds auf den Thron hievten und deren wahhabitische Auffassung, die totale Heuchelei ist, da sie nur fuer das gemeine Volk und nicht fuer die herrschende Kaste gilt (hinter deren Mauern wird gesoffen, was das Zeug haelt und absolut nichts ist tabu wie im Westen bei den Herrschenden auch) wurde zum absoluten politischen Instrument. Hier ist der Ausspruch von Marx wirklich anwendbar, dass Religion Opium fuer das Volk ist. Von den Briten insofern ermutigt, denn wenn man die Leute engstirnig in Religion gefangen haelt, interessieren die sich nicht so sehr, was mit den Bodenschaetzen und den Reichtuemern des Landes geschieht und man kann schalten und walten, wie man will. Und die Saud-Familie verdankte ihren ganzen Reichtum sowieso den Briten, die dann von den Amis abgeloest wurden, denen diese engstirnige und das Volk knebelnde Ideologie gerade recht kam, wobei sie sie in ihre eigenen Interessen einspannen konnten.
    In Saudiarabien treten die Frauen nicht oeffentlich auf, was aber nicht heisst, dass sie wie kleine Dummchen zu Hause am Kuechenherd sitzen und staendig unterdrueckt werden. Viele Frauen (mehr als Maenner) haben ein Hochschulstudium und leisten gute Arbeit, auch als Aerztinnen, Hochschulprofessorinnen, oft besser als Maenner. Aber das bekommt man nur mit, wenn man hinter die Kulissen der Frauen schauen kann. Und viele Araber im Koenigreich sind aufgeschlossen und normale Menschen wie wir auch, ohne das allerdings an die grosse Glocke zu haengen. Und viele sind ausgesprochen hoeflich Frauen gegenueber. Natuerlich gibt es auch das genaue Gegenteil, das sind dann die, welche politisch eingespannt werden, damit sie den Anderen sagen, wie sie zu leben haben und die dann genau dies in die Welt tragen, um auch ausserhalb des Landes genug Idioten zu finden, die sich in die Plaene der westlichen Wertegemeinschaft einspannen lassen.

    1. Danke Barbara.

      Und ja, deine Kritik daran, dass dieser Beitrag zu pauschal auf den Wahhabismus insgesamt zielt, und dabei zuwenig zwischen dem einfachem Volk in Saudi Arabien und der dortigen Herrschaft unterscheidet, teile ich, genau wie dieser Beitrag zuwenig Empathie für die wahhabitische Bewegung insgesamt transportiert. Wenn du das ins französische bringst, wäre es bestimmt passend, wenn du diesbezüglich ein paar eigene Worte, etwa wie die in deinem Kommentar hier, einfügen könntest.

      In der englischsprachigen Übersetzung des Beitrages habe ich vorgestern folgende Passage in den Artikel eingefügt, die im deutschen Original nicht vorhanden ist:

      Hier möchte ich, für die englischsprachigen Leser, die trotz der harschen Kritik am Wahhabismus oben etwas mehr Empathie mit der wahabitischen Bewegung empfinden möchten, eine Referenz zu einem Essay von William Polk einfügen, in dem er erklärt, dass die wahhabitische Bewegung in der Phase der Geschichte stark geworden ist, als von der industriellen Revolution in England hervorgebrachte billige europäische Produkte jahrhundertealte arabisch-muslimische Unternehmen aus dem Markt drängten und damit ein Verlangen innerhalb muslimischer Gemeinden stimulierten, sich auf die Kernüberzeugungen der eigenen muslimischen Identität zu besinnen und sich zu regruppieren. Wenn man sich daran erinnert, dass die Calvinistischen und Lutheranischen Reformbewegungen in Europa auch wesentlich mitgetrieben wurden von Wirtschaft, dann erscheint dieser Zusammenhang noch einleuchtender. Und wer versteht, dass ein wesentlicher Motivationsfaktor beim Aktivismus von Wahhab selbst war, dass er zu seiner Zeit massenhaft reiche, ausschweifend lebende und Hasch rauchende muslimisch-arabische Würdenträger zur Hajj kommen sah, dann mag man auch besser verstehen, was die originale wahhabistische Bewegung zur Propagierung ihrer puritanischen Form der religiösen Praxis getrieben hat, und warum viele von Wahhabs heutigen Anhängern das saudische Königshaus und mit seinen unzähligen ausschweifend lebenden Prinzen zutiefst verachten, obwohl die Familie Saud behauptet, die lebenden Verteidiger der puritanischen Lehren Wahhabs zu sein.

      Ich habe mir von dem Einschub erhofft, damit bei Lesern etwas mehr Mitgefühl und Verständnis für die wahhabitische Bewegung und vor allem die einfachen Leute darin zu erwecken.

  12. Die der Kriegsverbrecher-Clique von Tony Blair nahestehende britische Publikation „Left Foot Forward“ fordert die Beziehungen zwischen England und Saudi Arabien zu beschneiden:

    The UK’s alliance with the Saudis legitimises their fanaticism

    Saudi Arabia shows no signs of letting up on its distressing human rights record – it is time to cut ties

    … According to a very important report published by the Centre for Secular Space (CSS) published in 2013, the concept and reality of salafi-jihadism – tenets of which include ultimate belief in Sharia law, sectarianism, the curtailing of women’s rights, an authoritarian view of the family, the disregard of democracy, a support for jihad, whether through physical fighting or providing money for it, chauvinism and the creation of a global caliphate – stem from Saudi-financed madrassahs (or is at least bolstered by them).

    These madrassahs have been described as ‘factories for salafi jihadism’ by the late US diplomat Richard Holbrooke.

    In short, Saudi Arabia is the biggest global exporter of the sorts of ideas that are enemy to the kinds of freedoms we wish to enjoy away from the fascist violence of religious fanaticism, the freedoms ‘Je Suis Charlie’ wants to defend. …

    http://leftfootforward.org/2015/01/the-uks-alliance-with-the-saudis-legitimises-their-fanaticism/

  13. Bei Le Monde ist das Thema der saudischen Grundlage für Terrorismus auch reingerutscht, wenn auch beiläufig, und zwar als Zitat von Yves Bonnet, einem Ex-Chef des früheren französischen Inlandsgeheimdienstes DST:

    Nicolas Sarkozy doit rompre avec le Qatar

    … Yves Bonnet, ancien directeur de la DST, le dit : le même jour, il explique à La Dépêche du Midi, concernant les réseaux islamistes radicaux : « il y a aussi le problème de l’argent qui est alloué par des pays salafistes ». Puis, plus précis : « On n’ose pas parler de l’Arabie saoudite et du Qatar, mais il faudrait peut-être aussi que ces braves gens cessent d’alimenter de leurs fonds un certain nombre d’actions préoccupantes ». …

    http://www.lemonde.fr/idees/article/2015/01/14/nicolas-sarkozy-doit-rompre-avec-le-qatar_4555962_3232.html

    Wenn auch zögerlich, so sind das Anzeichen, dass eine Debatte um die saudische Rolle im Terror auch in Frankreich beginnt, wenngleich Katar, was weniger mächtig und mit Israel nicht so gut befreundet ist wie die Saudis, dort eher debattiert wird. Aber das kann noch zum medialen Feuer werden, das auch die Saudis erfasst.

    1. Hamed al Thani von Qatar hatte den Wahlkampf Netanyahus bei den letzten Wahlen grosszuegig finanziert!!
      Israel haelt zwei saudische Inseln im Roten Meer besetzt mit stillschweigender Billigung der Saudis.

  14. In Italien hat EX-EU-Parlamentarier Giulietto Chiesa in der Talkshow La Gabbia vor einem Publikum von rund einer Dreiviertel-Million Menschen ein paar sehr deutliche zum saudischen Hintergrund des Terrors und den US-Verbindungen dahinter gesagt. Bei Voltairenet gibt es ein Video und eine Übersetzung seiner Kernaussagen ins französische:

    Giulietto Chiesa sur les Européens et le terrorisme
    par Giulietto Chiesa

    … Nous avons, et quand je dis « nous » je parle des Etats-Unis et d’une partie de l’Occident, nous avons créé de toutes pièces le terrorisme islamique et nous l’avons fait se déchaîner contre une partie de l’Occident. Voilà ce que nous avons fait. (Applaudissements)

    Les preuves sont là, nombreuses, de ce que j’avance ici. La question que je voudrais poser aux spectateurs est celle-ci :

    Demandez-vous, comment on peut construire une armée de plus de 50 000 hommes en moins d’un an, celle du fameux Etat islamique (EIIL) ?

    Comment faire cela sans avoir à disposition des milliards de dollars ?

    Et qui a fourni tout cet argent ? L’Arabie saoudite !

    Mais si Mme Santanché pense que les services secrets saoudiens sont indépendants de ceux des Etats-Unis, si vous pensez cela, vous vous trompez.

    Les services secrets de l’Arabie saoudite, ceux de la Turquie, ceux du Qatar, sont des filiales de la CIA.

    Et donc, si des millions et des millions de dollars servent à financer (Applaudissements) une véritable armée de 50 000 hommes, il faut regarder d’où tout cela est parti.

    Mais, ce n’est pas fini. Il y a pire :

    La guerre contre la Syrie a été organisée par les Européens.

    Et nous savons tout cela parce que nous avons vu le sénateur [US] McCain photographié en compagnie des chefs de l’Etat islamique, il y a 2 ans. Il y a 2 ans !

    Que faisait le sénateur McCain en Syrie ? (Applaudissements)

    D’où proviennement les armes de ce qu’on appelle l’Armée syrienne libre (ASL) ? D’où viennent-t-elles ? De la Turquie, membre de l’OTAN. …

    http://www.voltairenet.org/article186463.html

  15. In den USA hat die Diskussion um die Zusammenhänge im Komplex Wahhabismus, Saudi Arabien und Terrorismus den Mainstream inzwischen vermutlich voll erreicht. Tom Friedman in der NYTimes:

    We Need Another Giant Protest

    … The truth is there is a huge amount of ambivalence toward this whole jihadist phenomenon — more than any of us would like to believe — in the Arab-Muslim world, Europe and America. … Because Islam has no Vatican, no single source of religious authority, there are many Islams today. The puritanical Wahhabi/Salafi/jihadist strain is one of them, and its support is not insignificant. … Ambivalence runs through Washington’s ties with Saudi Arabia. Ever since jihadists took over Islam’s holiest shrine in Mecca in 1979, proclaiming that Saudi Arabia’s rulers were not pious enough, Saudi Arabia has redoubled its commitment to Wahhabi or Salafist Islam — the most puritanical, anti-pluralistic and anti-women version of that faith. This Saudi right turn — combined with oil revenues used to build Wahhabi-inspired mosques, websites and madrassas across the Muslim world — has tilted the entire Sunni community to the right. … But U.S. presidents never confront Saudi Arabia about this because of our oil addiction. As I’ve said, addicts never tell the truth to their pushers. The Saudi government opposes the jihadists. Unfortunately, though, it’s a very short step from Wahhabi Islam to the violent jihadism practiced by the Islamic State, or ISIS. The French terrorists were born in France but were marinated in Wahhabi-Salafi thought through the web and local mosques — not Voltaire. … An authentic reformation requires a free space in the Arab-Muslim world. … In short, jihadist zeal is easy to condemn, but will require multiple revolutions to stem — revolutions that will require a lot of people in the Arab-Muslim world and West to shed their ambivalence and stop playing double games.

    http://www.nytimes.com/2015/01/14/opinion/thomas-friedman-we-need-another-giant-protest.html?_r=0

    Die Debatte um Wahhabismus und Saudi Arabien ist damit voll im US-Mainstream drin. Jetzt geht’s darum, ob da auch Action gegen die saudische Komponente der zionistischen Achse des Schreckens bei rauskommt.

  16. Auch in Australien sickert das Thema des Zusammenhangs zwischen Wahhabismus, Saudi Arabien und Terror langsam durch. Daily Life, eine Seite des SMH mit Frauen als Zielgruppe, schreibt:

    Freedom shouldn’t be the exclusive domain of white people

    … While the US has been busying itself with its war on terror in Afghanistan and Iraq, staunch western ally Saudi Arabia has been free to export Wahhabism, its severe brand of Islam, across the globe. Dating back only to the 18th century, the austere ideology was adopted by the House of Saud as a means of -surprise surprise- consolidating power. According to Reza Aslan, „Saudi Arabia has spent over $100 billion in the past 20 or 30 years spreading this ideology throughout the world,“ which is behind many of the world’s most notorious terror organisations, „whether we’re talking about Boko Haram, or ISIS, or al Qaeda, or the Taliban.“ …

    Forget arguments about the essential nature of Islam. Put aside for one moment your personal opinion of its prophet. The real issue we should be debating is, why western governments who profess to support democracy in Muslim-majority countries are allied with the very regime that is doing the most to suppress it.

    http://www.dailylife.com.au/news-and-views/dl-opinion/freedom-shouldnt-be-the-exclusive-domain-of-white-people-20150114-12o3od.html

    In Deutschland versuchen die Massenmedien das Thema weiterhin zu ignorieren. Aber in einen Artikel der deustchen Welle ist es doch beiläufig reingerutscht:

    Gastkommentar: Je suis Nigeria
    … Der Wahhabismus, der die islamische Kampfbereitschaft geschaffen hat, stammt aus einem Land, das ein enger Verbündeter des Westens ist: Saudi Arabien. Reiche Saudis, wie zum Beispiel Osama bin Laden, stammen aus einem Land, das durch unsere Nachfrage nach billigem Öl reich wurde und das nun Terrorismus gegen uns finanziert. …

    http://www.dw.de/gastkommentar-je-suis-nigeria/a-18189904

    Nach dem NYTimes Artikel von Tom Friedman müsste die mediale und politische Front zum Verschweigen des Zusammenhangs zwischen Wahhabismus, Saudi Arabien und Terror eigentlich nun aber auch bald in Deutschland bröckeln. Schließlich können sich Politiker und Medien in der Diskussion nun auf die NYT und Tom Friedman berufen. Da die herrschende Elite in Deutschland die NYT so sehr verehrt, dass sie sie geradezu anbetet, wird sie Argumente basierend auf dem Artikel des NYT-Starkolumnisten Tom Friedman nicht als „substanzlos“ oder gar „Verschwörungstheorie“ abkanzeln können.

  17. Nun ist das Thema, dass Saudi Arabien ein Problem ist, auch im Deutschen Bundestag angekommen. AFP:

    … Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) kritisierte in seiner Ansprache … „auch mit staatlicher Autorität wird im Namen Gottes gegen Mindeststandards der Menschlichkeit verstoßen“, sagte Lammert. Ausdrücklich verwies er auf Saudi-Arabien…

    http://www.welt.de/newsticker/news1/article136391953/Merkel-Islam-muss-Verhaeltnis-zu-Extremisten-klaeren.html

    zur Unterstützung von Saudi Arabien für den Terrorismus in Syrien findet sich hier noch ein interessanter, älterer Artikel:

    With Official Wink And Nod, Young Saudis Join Syria’s Rebels

    … With the tacit approval from the House of Saud and financial support from wealthy Saudi elites, the young men take up arms in what Saudi clerics have called a „jihad,“ or „holy war,“ against the Assad regime.

    Based on a month of reporting in the region and in Washington, more than a dozen sources have confirmed that wealthy Saudis, as well as the government, are arming some Syrian rebel groups. Saudi and Syrian sources confirm that hundreds of Saudis are joining the rebels, but the government denies any sponsoring role. …

    The Saudis are part of an inflow of Sunni fighters from Libya, Tunisia and Jordan, according to Aaron Zelin, a senior fellow at the Washington Institute for Near East Policy.

    „Most of the foreigners are fighting with al-Nusra or Ahrar al-Sham,“ both extremist groups, Zelin said. …

    http://www.npr.org/2013/03/13/174156172/with-official-wink-and-nod-young-saudis-join-syrias-rebels

    Und hier ist noch was zur saudisch-israelischen Partnerschaft:

    Sunday Times: Israel, Saudi Arabia cooperating to plan possible Iran attack

    … Israel and Saudi Arabia are secretly working together on plans for a possible attack against Iran in case the Geneva talks fail to roll back its nuclear program, British paper The Sunday Times reported.

    The two countries‘ shared concern has put them at odds with the United States as the latter continues to seek an agreement with Iran to ease economic sanctions in return for pulling back nuclear development.

    According to the diplomatic source quoted by the Times, Saudi Arabia has agreed to let Israel use its air space, and assist an Israeli attack by cooperating on the use of drones, rescue helicopters and tanker planes.

    Israel’s Mossad intelligence agency is reportedly working with Saudi officials to make arrangements following the signing of a nuclear deal in Geneva. …

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/1.558512

    Dass so viele dieser Informationen aus zionistischen Quellen kommen, dürfte es dem zionistischen Netzwerk sehr schwer machen, seinen saudischen Partner jetzt, wo ein kritisches Licht der Öffentlichkeit auf Saudi Arabien scheint, noch irgendwie reinzuwaschen.

  18. Mit Nicholas Kristof legt ein weiterer zionistischer Star-Kolomunist in der NYTimes nach:

    An Islamic Reformer, Lashed

    … Actually, our Saudi allies sentenced Badawi to 10 years in prison and 1,000 lashes for “insulting Islam.” The first 50 lashes were delivered in a public flogging on Friday, and Badawi is scheduled to receive 50 more every Friday until he reaches 1,000. … There is a difference between murdering cartoonists and flogging bloggers. But still! … The kingdom oppresses Shiites, funds extremist Wahhabi madrasas across the Islamic world and last month referred two women to its antiterrorism courts — for driving cars.

    To be blunt, Saudi Arabia legitimizes Islamic fundamentalism and intolerance. …

    http://www.nytimes.com/2015/01/15/opinion/nicholas-kristof-an-islamic-reformer-lashed.html

  19. Was hier noch fehlt, ist der wichtigste Teil der Vorgeschichte – Arabien und Wahhabis wurden (genauso wie die Moslembruderschaft und Salafisten) von den Engländern erschaffen und hochgepeppelt und werden bis heute aus Londonistan gesteuert.

    DAS ändert die ganze Perspektive. Araber sind nur puppen, die Puppenspieler sitzen nicht dort.

  20. Wenn die NYT dieses Thema des Wahhabismus aufnimmt, dann steckt auch hier wieder eine politische Zielsetzung dahinter. Denn es wird ja keineswegs kritisiert, dass hinter der Macht des Wahhabismus wieder die Westmaechte stecken, die ihn gefoerdert und gehegt und gepflegt haben. Dahinter steckt wieder der Plan des Neuen Nahen Ostens, der Aufteilung der arabischen Laender in viele kleine Einzelstaaten, was Usrael auch wieder von grossem Nutzen ist. So soll ja auch Saudiarabien durch drei geteilt werden und durch das Aufgreifen des Wahhabismus wird dieses politische Ziel vorbereitet. Auch hier geht es also nicht um die Unterstuetzung des Terrorismus durch die Saudis, sondern um einen strategischen Plan, fuer den jetzt die Zeit gekommen ist, vor allem wenn die Saudis ungehorsam gewesen sein sollten (Sturz der Oelpreise, Niedergang von US-Oelfirmen). Wenn es wirklich um die Unterstuetzung des Terrorismus ginge, muesste die Rolle von CIA und Mossad und anderen Geheimdienstem beim Trainieren dieser Terroristen ebenfalls aufgedeckt werden.

  21. Hier nun die Uebersetzung des Artikels, nachdem ich sie nochmal mehrmals durchgelesen habe. Mein engl. Computer verbessert leider oft die Woerter ins Englische, was natuerlich sehr aergerlich ist. Was in Rot ist, das sind die Woerter, die du als Links angegeben hattest im dt. Text. Ich habe noch etwas vom engl. Text eingefuegt und nochmal meinen Kommentar als Annexe. Ausserdem habe ich fuer Franzosen frz. Links eingefuegt.
    Dann mal an die Arbeit!
    Gruss

    1. Ce que les mass-média ne disent pas quand ils parlent de l’attentat terroriste contre Charlie Hebdo : le Wahhabisme, le Takfirisme et l’Arabie Saoudite
      Des millions de personnes ont défilé le 11 janvier dans les rues de Paris après le massacre auprès de Charlie Hebdo, prenant part à la «marche républicaine» pour exprimer leur solidarité avec les victimes de l’attaque terroriste et leur rejet du terrorisme.
      Les gens ont définitivement assez du terrorisme et ils veulent que la terreur soit terminée. Cependant, beaucoup de ces personnes ne comprennent pas les raisons derrière cette terreur. C’est pourquoi un petit groupe d’émirs internationaux de la terreur a réussi de s’approcher de la grande manifestation contre le terrorisme pour s’y faire fêter par les mass-médias qui leur sont soumis; parmi eux François Hollande, chef du regime français, sympathisant du groupe terroriste Al-Qaïda, puis le chef du régime terroriste d’Etat d’Israël, Benjamin Netanyahu, et Piotr Porochenko, chef du régime ukrainien nazi, ainsi que les représentants des régimes des Etats-Unis , d’Allemagne, d’Angleterre, d’Espagne, de Turquie, des représentants de l’UE, de l’OTAN et de la Ligue arabe et ainsi de suite…
      On dit même que le ministre des Affaires étrangères du régime saoudien [https://urs1798.wordpress.com/2015/01/13/charliehebdo-und-die-erneut-hochgefahrene-propaganda-gegen-syrien-diesmal-fiktive-atomanlagensyria/#comment-123853] a participé à la grande manifestation de Paris tenue à l’honneur des caricaturistes, victimes du terrorisme, ce même régime qui, après l’attentat de Paris, a fait fouetter le blogueur libéral saoudien Raïf Badaoui, parce que celui-ci avait dit sur Facebook que les musulmans, les juifs, les chrétiens et les athées étaient équivalents. De mauvaises langues disent qu’à l’heure actuelle, on ne sait pas encore, si à côté de l’Arabie saoudite, le califat de l’État islamique d’Abu Bakr Al Baghdadi et le groupe al-Qaïda, dirigé par Ayman Al Zawahiri, ont envoyé des représentants officiels pour assister au grand rassemblement de Paris contre le terrorisme.
      Que ce soient les principaux représentants du terrorisme mondial qui aient réussi à se mêler aux manifestants, sans pour autant provoquer un tollé, est certainement dû au fait que les mass-médias de la soi-disante «communauté des valeurs du monde libre» font tout leur mieux pour masquer et dissimuler des informations essentielles qui ont affaire au terrorisme international. Le point essentiel des sujets qui touchent au terrorisme international et que les mass-médias cachent soigneusement, peut être caractérisé par trois concepts : le wahhabisme, le takfirisme et l’Arabie Saoudite.
      Pratiquement tous les terroristes qui sont responsables du terrorisme international et qui se réfèrent à l’Islam sunnite, sont, en principe, des disciples d’une seule et même idéologie : le wahhabisme; allant des talibans en Afghanistan, en passant par Lashkar-e-Taiba au Pakistan, Hefazat-e-Islam au Bangladesh, le Mouvement du Turkestan oriental en Chine, Abou Sayyaf aux Philippines, l’Emirat du Caucase en Russie, les Jundallah en Iran, al-Shabaab en Somalie, Ansar Beit al-Maqdis en Egypte, Ansar al-Sharia et l’ancien GICL en Libye, Ansar Dine au Mali et dans d’autres pays d’Afrique du Nord, Boko Haram au Nigéria et dans les pays voisins, EIIL en Irak et en Syrie jusqu’à Al-Qaïda, y compris ses branches du Front al-Nosra syrien, de l’AQAP, d’al-Qaïda dans la péninsule arabe et d’al-Qaïda au Maghreb. En plus des groupes terroristes mentionnés ci-dessus, il y a encore d’autres petits groupes de nature wahhabite, mais tous les énumérer, cela va trop loin. Pratiquement tous les attentats terroristes meurtriers qui ont un « fond islamique » , comme les médias occidentaux appellent cela, et qui, au cours des dernières années, ont été perpétrés par des terroristes adhèrant à l’idéologie du wahhabisme, y compris les attaques terroristes les plus spectaculaires telles que 9/11 en 2001 aux États-Unis, l’attaque sur le théâtre Dubrovka de Moscou en 2002, celle à Madrid en 2004, 7/7 en 2005 à Londres, l’assaut sur le centre commercial de Westgate au Kenya en 2013, l’attaque contre le Musée juif de Belgique en 2014 et maintenant l’attentat terroriste contre Charlie-Hebdo à Paris. Toutes ces attaques terroristes ont été commises par des délinquants qui suivent la même idéologie: le wahhabisme.
      S’y ajoutent des milliers d’attentats terroristes et d’attaques meurtrières de terroristes wahhabites dans des Etats de confession islamique, qui sont ravagés par des guerres civiles et où des centaines de milliers, voire des millions de personnes innocentes ont été victimes, mais qui dans le monde des médias occidentaux en général, ne font l’objet que d’un message en brève, si jamais on trouve qu’ils méritent d’être mentionnés, et qui donc sont guère remarquées par les populations des pays de la « communauté des valeurs du monde libre », parce que dès que le terrorisme dépasse une certaine intensité dans un pays, les médias occidentaux le perçoivent comme l’un des nombreux actes de guerre et ne le présentent que comme tel. C’est ainsi qu’on peut expliquer que le même jour que la rédaction de Charlie Hebdo a été attaquée à Paris, il y avait infiniment moins de médias à rapporter de l’attentat commis par des terroristes wahhabites dans la capitale yéménite de Sanaa, où il y a eu nettement plus de victimes. Sans entrer ici dans le débat des mécanismes médiaux qui sont la base du journalisme selectif, il faut, néanmoins, constater que la terreur répandue par des criminels, adhérents de l’idéologie wahhabite, constitue la très grande majorité du terrorisme mondial, et que le nombre impressionnant de victimes de la terreur wahhabite ne sont pas des Occidentaux, mais des musulmans qui se trouvent dans les pays à grande majorité musulmane.
      La plupart des experts qui traitent le sujet de l’idéologie du wahhabisme, sont d’accord que cette idéologie est la base essentielle de la terreur globale.
      Bob Graham qui, de 2001 à 2003, a été le chef de la commission de renseignement du Sénat américain, en parle aussi ouvertement que la politicienne US Hillary Clinton avant lui, mais aussi la savante britannique, spécialiste en Sciences des Réligions, Karen Armstrong, ainsi que l’érudit en Sciences des Réligions Reza Aslan, enseignant aux Etats Unis, et des experts en Sciences Po qui traitent des sujet de l’Islam tels que Mohamed Daadaoui, mais aussi les autorités civiles et religieuses des pays islamiques non-wahhabites comme l’Iran et la Syrie et des organisations islamiques, mais non-wahhabites, telles que le Hezbollah. La raison pour laquelle l’idéologie du wahhabisme est rendue responsable du terrorisme, c’est qu‘ à l’intérieur du wahhabisme, contrairement à d’autres écoles religieuses, morales et éthiques au sein et en dehors de l’Islam, on propage et on accepte, à l’aide de justifications qu’on tire arbitrairement du Qur’an, de tuer des mécréants, des infidéles, des dissidents, des apostats et des coreligionnaires sunnites désobéissants, sans autre raison particulière, et plus encore, bien sûr, on propage d’assassiner les gens qui ont fait des choses qui déplaisent beaucoup aux wahhabites telles que dessiner des caricatures haineuses de Mohamed ou faire des films dégoûtants sur l’islam mais aussi des personnes qui, publiquement, militent pour l’égalité de toutes les personnes, indépendamment de leur religion et de leur croyance.
      Dans l’ensemble, il n’y a aucun doute et on sait où trouver le centre à partir duquel le monde est submergé de l’idéologie wahhabite : c’est en Arabie Saoudite où le wahhabisme est la religion d’Etat. C’est avec des centaines de milliards de pétrodollars que la superpuissance pétrolière d’Arabie Saoudite soutient la propagation mondiale du wahhabisme depuis de nombreuses décennies, et partout là où la propagation du wahhabisme a eu du succès, il y a souvent eu, peu de temps après, du terrorisme, poussé par les doctrines inhumaines du wahhabisme contemporain. C’est aussi le cas près de Bonn en Allemagne où l Académie du Roi Fahd propage le wahhabisme saoudien, et cela ne diffère guerre de la façon dont c’est fait au Pakistan, au Yémen, en Egypte, en Grande-Bretagne ou en France, où des institutions similaires, financées par une abondance de pétrodollars saoudiens, propagent l’idéologie du wahhabisme avec un effort plus ou moins important. Celui qui ne connaît pas l’histoire arabe et veut en savoir plus sur la relation symbiotique entre la famille royale saoudienne et le prédicateur, le fondateur du wahhabisme, Mohammad Ibn Abd al-Wahhab et ses disciples, peut se renseigner en français, par exemple, dans le livre de Jean Michel Vernochet « Les Egarés“

      ISBN : 978-2-917329-62-7
      Nombre de pages 172
      Auteur : Jean-Michel VERNOCHET
      Editeur : SIGEST
      Date de parution : mars 2014 (3e édition)
      http://www.librairie-voltairenet.org/index.php?id_product=82&controller=product

      ou dans l’interview de Jean-Michel Vernochet sur « Le wahhabisme est-il musulman ? » [http://www.voltairenet.org/article186228.html] ou en anglais dans l’article «You Can’t Understand ISIS If You Don’t Know the History of Wahhabism in Saudi Arabia », publié il y a quelques mois par l’ancien agent du MI6 et spécialiste de la region du Moyen Orient, Alastair Crooke, à l’occasion de l’arrivée au pouvoir de l’EIIL. Alastair Crooke y explique aussi la raison pour laquelle la relation entre certains partis des wahhabites et la famille royale saoudienne est assez tendue: un certain nombre de wahhabites reproche à la famille royale saoudienne d’avoir trahi la veritable tradition wahhabite transmise par les disciples de l’enseignement pur de l’Islam des origines tel qu’il avait été enseigné par Wahhab, et que ceci était surtout dû à l’alliance saoudienne avec la Grande-Bretagne et les États-Unis. La famille royale saoudienne est donc elle-même soumise à une pression de l’intérieur du pays qui l’oblige, sous peine de son propre anéantissement, de prétendre être les vrais représentants de la doctrine wahhabite et de se comporter en conséquence.
      Ce que vous devez aussi savoir, c’est que l’Arabie saoudite n’est pas le seul Etat propagateur du wahhabisme dans le monde, en dépit des relations étroites entre Wahhab et l’Arabie Saoudite. Ainsi il y a quelques années, l’émirat du Qatar a nommé sa nouvelle et plus grande mosquée, située à Doha, d’après le fondateur du wahhabisme, Abdul Wahhab, ce qui est un signe clair du wahhabisme. Mais aussi la Confrérie des Frères musulmans et la Turquie ne sont pas exemptes de l’influence des enseignements de Wahhab. Toutefois, le principal moteur et la plus importante source financière qui se trouve derrière la propagation mondiale de l’idéologie sanglante du wahhabisme est sans aucun doute la superpuissance pétrolière de l’Arabie Saoudite.
      En ce qui concerne le wahhabisme lui-même, vous devriez savoir que Wahhab était un intégriste islamique qui a rejeté toutes les innovations et déviations de l’Islam ainsi que toute idolâtrie, voulant ramener la société islamique à l’époque où elle se trouvait du temps de la vie et de l’activité du prophète Mohamed.
      Si on comprend qu’un des facteurs de la motivation de l’activisme de Wahhab était le fait qu’en son temps, il a vu quantités de dignitaires musulmans arabes arriver au Hajj fumant du hashish et menant une vie opulente, on pourra alors mieux comprendre ce qui a amené le mouvement wahhabite à propager ses pratiques religieuses puritaines et pourquoi, de nos jours, beaucoup d’adeptes de Wahhab méprisent la famille royale saoudienne dont les innombrables princes mènent une vie luxueuse, alors que la famille des Saoud réclame être les défenseurs vivants des engeignements puritains de Wahhab.
      Dans les médias occidentaux, on appelle souvent les adeptes de l’idéologie wahhabite des salafistes. Le terme, cependant, est imprécis et incorrect. Les salafis sont les premières générations musulmanes après Mohamed. Ces salafis sont vénérés par la plupart des musulmans en tant que musulmans bienfaisants de la première heure, semblables à la vénération des Saints du Moyen Age par les chrétiens d’aujourd’hui, et même l’attitude des adeptes de l’idéologie wahhabite envers les salafis n’est pas négative. Pourtant, les adeptes du wahhabisme, en suivant la doctrine de Wahhab, ne se considèrent pas comme des partisans de la Salafiyya, mais simplement comme des disciples de Mohamed qui pratiquent une forme particulièrement pure et originale de la foi. Les wahhabites ne se sentiront donc pas concernés par des notions telles que wahhabites et salafistes ou insultés par ces termes. Eux, ils ne se considèrent que comme musulmans, tout simplement. Par contre, ils rejettent régulièrement les écoles sunnites classiques où, depuis des siècles, on enseigne l’évolution culturelle et la civilisation de l’Islam en les transmettant d’une génération à l’autre. Selon eux, ces écoles ne sont nées qu’après la vie du prophète Mohamed et donc pas d’origine islamique. Les wahhabites se caractérisent donc souvent par un manque total de compréhension pour les processus, parfois douloureux, de l’apprentissage d’une civilisation islamique, qui a duré plusieurs siècles, et souvent aussi par l’ignorance. Le wahhabisme fonctionne souvent de la sorte que quelqu’un accepte la foi islamique, qu’il est donc musulman, qu’il feuillette ensuite le Qu’ran, et qu’il trouve dans les sourates les indications de savoir comment procéder dans sa vie quotidienne selon sa propre interprétation, allant du marriage en passant par les droits de l’homme jusqu’à la guerre. Par conséquent, on peut dire à juste titre que les wahhabites cherchent une vie sociale comme à l’époque du Moyen Age. Les wahhabites, en particulier ceux dans les pays occidentaux, mais pas seulement eux, sont donc souvent carrément des amateurs laïcs, sans la moindre connaissance des siècles d’évolution culturelle de l’Islam. Ainsi on racconte le cas d’un wahhabite qui, avant d’aller faire la guerre en Syrie, a commandé un exemplaire du livre „L’Islam pour les nuls» chez Amazon pour avoir au moins une petite idée de l’Islam.
      “http://www.amazon.com/LIslam-pour-Nuls-French-Edition/dp/2754005315”
      Ces dernières années, on a préféré un autre terme à celui du wahhabisme en Syrie, en Iran et au Liban, à savoir celui du « takfirisme ». La notion du takfirisme décrit, de façon générale, le même groupe de personnes que le terme du wahhabisme, mais elle est plus sélective, plus précise, ne se référant généralement pas aux opinions qui concernent l’activité historique du personnage de Mohammad Ibn Abd al-Wahhab, mais au comportement actuel: le takfir. Le takfir est la pratique de dire, en parlant d’autres personnes, qu’elles sont des infidèles ou des apostats, justifiant ainsi des sanctions contre elles et même l’assassinat. En déclarant que ces gens sont des infidèles ou des apostats, tout amateur laïc, comme par exemple certains wahhabites, peut déclarer n’importe quelle autre personne hors la loi et justifier ainsi tout crime contre elle. De nos jours, les savants se serviraient de cette pratique de façon plus susceptible pour poursuivre de vrais criminels ou pour menacer des malfaiteurs potentiels de persécution par le clergé. Il est vrai que, dans certains de ses écrits, Wahhab lui-même a critiqué la pratique du takfirisme, bien qu’il l’appliquât en abondance, mais cela n’inquiète nullement les laïcs du wahhabisme : de manière sélective, ils cherchent le verset dans le Qu’ran, qui les arrange pour justifier n’importe quel crime que, de toute façon, ils ont l’intention de commettre.

      La référence au takfirisme à la place du wahhabisme ouvre aussi une porte à tous ceux des adeptes de Wahhab, qui, certes, pensent que Wahhab est, vu à l’ensemble, un défenseur des valeurs islamiques d’origine, dont la performance historique est positive, mais qui rejettent la pratique du takfirisme et surtout la pratique du takfirisme des laïcs. Dans le même temps, le concept du takfirisme comprend aussi des délinquants violents, qui, certes, pratiquent un takfirisme de laïcs, mais sans être des adeptes de Wahhab ou de ses enseignements, et qui ne sont donc pas des wahhabites, ce qui pourrait être le cas des Déobandis, par exemple. L’utilisation du terme takfirisme à la place de wahhabisme est alors plus sélectif dans la mesure où il se réfère au comportement et non à l’identité de l’individu, car celui qui ne pratique plus le takfirisme, n’est plus un takfiriste, et ceci ouvre une porte pour agir parmi les partisans de Wahhab et pour entrer en discussion avec les adebtes de Wahhab sur la question de savoir quel comportement est juste et quel comportement est faux.
      Si les disciples de Wahhab se comportent ou changent de sorte que certes, ils louent Wahhab en tant qu’innovateur, comme de nombreux chrétiens le font à propos de Martin Luther, mais en condamnant la base wahhabite de la terreur et de l’intolérance du takfirisme, tout comme les protestants chrétiens d’aujourd’hui condamnent l’antisemitisme ardent de Martin Luther, on pourra alors, au fil du temps, enlever à l’idéologie wahhabite son trait inhumain et terroriste. Et c’est de cela qu’il s’agit, après tout, plutôt que de Wahhab lui-même, quand on parle du wahhabisme : de mettre fin à l’intolérance, à la misanthropie et au terrorisme. Par conséquent, il est plausible de préférer la notion du takfirisme à celle du wahhabisme, bien que dans la plupart des cas cela se réfère aux mêmes personnes.
      On peut regretter que dans les médias occidentaux, le wahhabisme et le rôle de l’Arabie saoudite dans la propagation de cette idéologie meurtrière ne soient que très rarement évoqués et le takfirisme quasiment pas du tout. Jusqu’ici, parmi les milliers d’articles de presse dans les mass-médias allemands, qui traitent de l’attaque terroriste contre Charlie-Hebdo, il n’y en a guère eu un qui ait juste un peu touché au sujet du wahhabisme et au rôle de l’Arabie saoudite et pas un seul n’a parlé du takfirisme. Au lieu de cela, les mass-médias allemands écrivent, soit que les musulmans et l’islam ne sont pas à blâmer pour ce terrorisme, soit que l’islam est, malgré tout, la cause de cette terreur. En présentant cette image double et primitive du monde, les médias mettent les défenseurs et les adversaires de l’Islam les uns contre les autres, sans pour autant toucher au vrai problème du wahhabo-takfirisme promu surtout par l’Arabie Saoudite dans le monde entier et qui est la cause principale du terrorisme, faisant souffrir aussi bien des musulmans que des non-musulmans.
      Quant à la question de savoir pourquoi les médias et les politiciens occidentaux n’abordent pas ou très rarement le sujet du wahhabo-takfirisme et le rôle de l’Arabie Saudite dans la propagation de cette idéologie, cela peut donner lieu à la spéculation. Une raison pour ceci pourrait être que de nombreux journalistes et politiciens occidentaux n’ont tout simplement pas la moindre idée de ce problème. C’est certainement le cas de quelques journalistes et politiciens, mais à coup sûr pas celui de tout le monde. Déjà trop de personnages haut-placés, y comprise l’ancienne Secrétaire d’Etat americaine des Affaires Etrangères, Clinton, ont prouvé qu’ils connaissaient très bien les dangers posés par le wahhabisme. Une autre raison pourrait être le fait que l’Arabie saoudite et le Qatar, avec leurs milliards de dollars provenant de la vente du pétrole et du gaz, sont des investisseurs et des clients financièrement solides auxquels l’Occident ne veut pas renoncer. Étant donné que ces dernières années, les pays occidentaux ont déjà dépensé des millards et des milliards de dollars pour le compte d’une lutte prétendue contre les excès terroristes du wahhabisme propagés par l’Arabie Saoudite et qui’ils n’ont rien fait d’autre que de produire de plus en plus de terreur wahhabite, on pourrait se demander si ces arguments sont vraiment valables ; c’est que pour l’occident, la lutte militaire contre le terrorisme wahhabo-takfiriste coûtait, jusqu’à maintenant, déjà bien plus cher que tout ce que l’Arabie Saoudite et le Qatar aient jamais investi dans les pays de l’Ouest, et le bout du tunnel n’est pas en vue.
      L’idée qui semble être plus valable est que de nombreux journalistes et politiciens de l’Occident sont certainement au courant de ce que sont les grandes linges de la nature du wahhabo-takfirisme et du rôle de l’Arabie Saoudite là-dedans, mais qu’ils n’en disent rien, parce qu’ils doivent tenir compte du wahhabo-takfirisme et de l’Arabie saoudite en tant que partenaires de l’Occident et d’Israël afin de transformer la géopolitique du monde arabe et de l’Asie Centrale par exemple, en affaiblissant ou renversant par la terreur takfiriste des gouvernements qui ne plaisent pas à l’Arabie Saoudite et à Israël et qui ont de bonnes relations avec l’Iran, la Russie et la Chine, comme cela a été le cas, il y a trois décennies, de l’Afghanistan, il ya trois ans de la Libye et comme ceci peut actuellement être observé en Syrie. Cela signifierait certes que les dirigeants occidentaux qui ont pris les rues contre le terrorisme à Paris, sont eux-mêmes les principaux responsables du terrorisme contre lequel ils ont prétendu manifester le 11 janvier à Paris, mais cela fournit une explication logique pourquoi les politiciens et les médias occidentaux ont, si l’on veut s’exprimer prudemment, de grandes difficultés de parler du thème du wahhabo-takfirisme et de l’Arabie Saoudite, et pourquoi, actuellement, ils en gardent un silence presque total en dépit de l’énorme intérêt public. Cela explique aussi pourquoi les médias occidentaux font sans cesse l’agitation contre l’Iran, le gouvernement syrien, le Hezbollah et les Houthis, alors que ceux-ci, en effet, sont les principales forces dans le combat sur place contre la terreur takfiriste et l’idéologie wahhabite.
      La grande question est maintenant de savoir si les populations des États de l’Ouest continueront à tolérer cette dissimulation de la vérité pratiquée par leurs politiciens et leurs médias, ou si, au contraire, elles exigeront de leurs élites des réponses et des solutions à l’égard des sujets du wahhabisme, takfirisme et de l’Arabie saoudite en élévant leurs voix si haut que les médias et les élites ne peuvent plus les ignorer.

      Annexe:
      Pour finir, encore un mot au sujet du wahhabisme: Il n’a pas été caractérisé par la violence tant qu’il était la religion des bédouins dans le désert et que la loi de l’hospitalité et d’autres lois bédouines avaient la priorité. En plus, il n’y avait guère de prédicateurs dans le desert et sous les tentes, et ceci est toujours le cas. Les bédouins et les paysans en Arabie Saoudite étaient et sont des wahhabites sans vraiement savoir ce que c’est et on trouve beaucoup de gens parmi eux qui sont très hospitaliers et ouverts.
      Ceci a seulement changé au moment où la péninsule arabe a commencé à avoir une importance stratégique et quand les Britanniques ont favorisé le clan des Saoud, des adebtes du wahhabisme, qui en faisaient leur religion d’Etat, soutenus par les Britanniques. Pour les Saoud, le wahhabisme était et reste un moyen de dominer tous les autres clans du royaume, car la famille royale et les “elites” du pays sont plus que des hypocrites se permettant tout ce que se permettent les “élites” du monde occidental, alors qu’on punit sévèrement les citoyens simples et tous les “esclaves” étrangers qui travaillent dans le pays s’ils ne suivent pas les lois à la lettre. Ainsi, la religion est devenue un instrument politique absolu, encouragé par les Britanniques et leurs successeurs américains, car quand on est enfermé dans une idéologie on ne s’intéresse pas beaucoup au pillage des ressources et des richesses du pays dont ne bénéficient que quelques-uns et ceux pour qui ils travaillent. De toute façon, la famille des Saoud doit ses richesses aux Britanniques et Américains qui les ont privilégiés parmi toutes les autres tribus parce que cette idéologie bornée qui mettait au pas le people, les arrangeait bien.
      Il ne faut pas non plus penser que les femmes, même si on ne les voit pas se presenter en public, sont toujours a la maison et dans la cuisine et constamment opprimées. Beaucoup de femmes (même plus que les hommes) ont fait des études universitaires et font du bon traivail en tant que médecins, professeurs d’université, souvent mieux que les hommes. Bon nombre d’Arabes dans le royaume sont ouverts et des gens normaux comme tout le monde, mais sans se montrer ouvertement, très polis aussi envers les femmes. Et bien sûr, il y en a assez qui sont exactement le contraire, ce sont alors ceux qu’on peut utiliser politiquement pour qu’ils disent aux autres comment ils doivent vivre et qui repandent exactement ceci et toute leur idéologie dans le monde, pour trouver suffisamment d’imbéciles, aussi à l’extérieur du pays, qui sont prêts à mourir pour les projets de la “communité des valeurs du monde libre”.

      Hoffentlich erscheint bei dir das Rote, was es hier nicht tut.

    2. Barbara

      Danke!!!

      Nein, die Markierungen in Rot erscheinen hier auch nicht, aber das macht nichts. Passiv ist unser französisch sicher gut genug, dass wir das Link-Einfügen hinbekommen.

      1. Barbara

        Entschuldigung. Das war ein Unfall. Ich hatte den Begriff ausgetauscht, dann gegoolgelt, bemerkt, dass mein Austausch Mist war, und hatte dann gedacht, ich hätte es vor dem Drücken des Veröffentlichen-Knopfes wieder zurück auf die ursprünglich von dir übersetzte Version gesetzt. Da hatte ich leider wohl eins übersehen. Ist nun korrigiert, und wieder wie urspünglich von dir.

        Mea Culpa!

        Und nochmals vielen Dank.

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