Märchenschau bezeichnet chinesische Investitionen in Osteuropa als „Problem“ für die EU

Es ist immer wieder erstaunlich, zu was für einer substanzlosen Hetze die staatliche deutsche Tagesschau fähig ist, um dem Publikum die immergleiche primitive Botschaft „Westen gut, Osten böse“ einzuhämmern. Diesmal gibt es im deutschen Staatsfunk eine Neuauflage der immergrünen Propagandaserie „die gelbe Gefahr.“

Nachfolgend finden sich einige Auszüge aus dem am Dienstag Morgen veröffentlichten Märchenschau-Artikel „Herr Li kommt mit viel Geld nach Serbien“ (Archiv), der mit „Von Ralf Borchard, ARD-Hörfunkstudio Südosteuropa“ gekennzeichnet ist:

16+1-Gipfel mit Ost- und Südosteuropäern
Herr Li kommt mit viel Geld nach Serbien

Für 16 Staaten geht es um eine moderne Infrastruktur, für ein Land aber um seine globale Wirtschaftsmacht: Heute beginnt in Belgrad der 16+1-Gipfel von osteuropäischen Ländern mit China. Für die EU könnte das ein Problem werden.

Foto: Chinas Premier Li verfolgt in Belgrad globale strategische Ziele.

Li Keqiang wird in Belgrad der ganz große rote Teppich ausgerollt. … Li nannte vorab eine besonders verlockende Zahl genannt: China wolle umgerechnet zehn Milliarden Dollar an günstigen Krediten in der Region Südosteuropa investieren, mit Serbien als Schlüsselland.

Serbien sei momentan auf den Abschluss großer Infrastruktur-Projekte fokussiert… Im Mittelpunkt stünden dabei der Bau der Eisenbahnstrecke zwischen Budapest und Belgrad mit der Weiterverbindung zum griechischen Hafen Piräus.

… Außenminister Ivica Dacic fügt hinzu, Serbien sei von den beteiligten 16 Ländern fast das einzige Land, das bereits große Projekte mit chinesischer Beteiligung begonnen habe – die Erneuerung eines Kohlekraftwerks, die Donau-Brücke in Belgrad … – und die Autobahn durch Zentralserbien, die man in Zusammenarbeit mit den Chinesen baue.

Auch in Montenegro hat das Parlament gerade grünes Licht für ein Autobahnteilstück mit chinesischer Finanzierung gegeben, und in Mazedonien bauen chinesische Firmen bereits eine Autobahn, die die mazedonische Regierung als „die größte Investition in die Infrastruktur seit 50 Jahren“ lobt. …

… von Russland sind Serbien und andere Länder der Region gerade enttäuscht worden, durch die Absage an die geplante Gaspipeline South Stream. Und von der EU, heißt es in serbischen Kommentaren, gebe es bisher nur das Versprechen eines serbischen Beitritts – irgendwann in ferner Zukunft.

… Peking versucht weltweit, seine Wirtschaftsmacht auszubauen, und treibt mit seinen schier unbegrenzten finanziellen Ressourcen gerne Keile zwischen andere rivalisierende Länder – gerade auch in Europa. …

… Ladjevac betont, Li habe von einem wachsenden Interesse Chinas „für den ‚Westen Euro-Asiens'“ gesprochen: „Das ist interessant. Das, was wir als Südosteuropa bezeichnen, betrachten die Chinesen als den Westen Euro-Asiens.“ Das verdeutliche, warum sie sich sowohl strategisch als auch wirtschaftlich für diese Region interessierten.

Der Gipfel von Belgrad steht also nicht nur für chinesisches Geld, mit dem in Südosteuropa Autobahnen, Brücken, Zugstrecken und Häfen ausgebaut werden – der Gipfel steht auch für politische Querschüsse aus Peking, auf die sich die Europäische Union neben Querschüssen aus Moskau einstellen muss.

Kurz zusammengefasst: China ist für die Märchenschau böse, weil China in Osteuropa Brücken, Eisenbahnlinien, Autobahnen und Kraftwerke baut und finanziert. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Chinesische Investitionen in die dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur Ost- und Südosteuropas werden von der staatlichen deutschen Propaganda wortwörtlich als „Problem“ und „politische Querschüsse“ bezeichnet. Ein konkreter Grund, warum das so sein sollte, wird von der Tagesschau nicht genannt. Zwar behauptet die Tagesschau im Artikel, China würde mit Geld „gerne“ Keile zwischen andere rivalisierende Länder treiben, doch einen Beleg dafür – auch nur ein Beispiel – bleibt die Tagesschau schuldig. Stattdessen unterstellt die Tagesschau China andeutungsweise finstere globalstrategische Motive, etwa mit der Wiedergabe der Behauptung einer vorgeschobenen Wirtschaftsexpertin, die Bezeichnung der Region als Westen Euro-Asiens durch den chinesischen Regierungschef „verdeutliche, warum sie sich sowohl strategisch als auch wirtschaftlich für diese Region interessierten.“ Dabei liegt China einfach nur auf derselben euro-asiatischen Kontinentalplatte Eurasien wie Europa. Mehr als dass China und Europa damit sozusagen Nachbarn sind, steckt da also nicht drin, aber die Tagesschau tut so, als wäre die höfliche Floskel ein Beleg für finstere Motive Chinas.

Insgesamt wacht die Tagesschau also wie ein eifersüchtiger Liebhaber darüber, dass die Staaten Ost- und Südosteuropas – darunter auch solche, die nicht Mitglied von EU oder NATO sind – keine Investitionen von dritter Seite bekommen. Dabei ist es obendrein so, dass die EU selbst zur gleichen Zeit nicht die Mittel oder den politischen Willen hat, dringend notwendige Investitionen in die Infrastruktur der Region zu tätigen. Die Idee, die Staaten Ost- und Südosteuropas zu beglückwünschen, dass es ihnen erfolgreich gelungen ist, Investitionen von dritter Seite einzuwerben, um so den Lebensstandard der Bevölkerung zu verbessern, liegt der Tagesschau offenbar fern. Im Gegenteil: die Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung in Ost- und Südosteuropa durch chinesische Investitionen wird von der Tagesschau völlig unbegründet als „Problem“ bezeichnet.

Dabei ist es für diejenigen, die der Weltpolitik kundig sind, natürlich keine Frage, aus welcher Richtung der Wind tatsächlich weht. Transatlantiker und Zionisten befürchten, chinesische Investitionen könnten dazu führen, dass es der EU zukünftig nicht mehr so leicht gelingt, kleine osteuropäische Staaten mit ihrer eigenen Finanzmacht zu politischen Positionen zu erpressen, die sie eigentlich nicht einnehmen wollen, etwa eine feindliche Haltung gegen Russland und die Verhängung von Sanktionen gegen Russland, wie die EU sie etwa von Serbien gefordert hat. Und mit der falschen Behauptung, Russland, und nicht die EU sei es gewesen, wer das Pipelineprojekt South Stream sabotiert habe, hetzt die Märchenschau auch wieder mal gegen Russland. Durch chinesische Investitionen verliert die EU nun aber ein Stück weit die Fähigkeit, die Staaten Ost- und Südosteuropas zu Gehorsam gegenüber Brüssel, Washington und Tel Aviv zu zwingen. Und das ist es, was die Märchenschau mit dem Treiben von Keilen zwischen rivalisierende Staaten meint, und das ist es, warum die Transatlantiker und Zionisten, die die Tagesschau dominieren, nun gerade so zornig auf China sind, dass sie in Goebbelsscher Manier dagegen hetzen, dass China mit Investitionen dazu beiträgt, die Lebensqualität der Menschen in Ost- und Südosteuropa zu verbessern.

Für alle Menschen, die nicht von einer imperialen Agenda der Ausbreitung westlicher Dominanz getrieben sind, sind chinesische Investitionen zur Steigerung der Lebensqualität der Bevölkerung eine erfreuliche Nachricht. Nur für Fanatiker, wie sie bei der staatlichen deutschen Märchenschau zur Verhetzung der deutschen Bevölkerung beschäftigt werden, sind sie ein Problem. Es ist schwer begreiflich, was die fanatischen zionistischen Extremisten und transatlantischen Hetzer wider die Völkerfreundschaft in den Redaktionsstuben staatlicher deutscher Rundfunkanstalten sich alles leisten können. Selbst der ansonsten bei der transatlantischen Hetzpropaganda meist ganz vorn liegende Spiegel hat es anders als die Tagesschau diesmal übrigens hinbekommen, einen Artikel über den 16+1-Gipfel in Belgrad zu veröffentlichen, der das Interesse von China und den Staaten Ost- und Südosteuropas, lukrative Geschäfte zu machen, in den Vordergrund stellt, und das Engagement Chinas in Ost- und Südosteuropa einfach mehr oder weniger als einen normalen geschäftlichen Wettbewerb präsentiert, wobei China sich von Investionen in Häfen, Eisenbahnlinien und Straßen Südosteuropas insbesondere einen schnelleren Transport chinesischer Güter auf den europäischen Markt verspricht.

Wenn beispielsweise für Mitteleuropa, etwa Wien, bestimmte Waren aus China – oder aus anderen Ländern, die ihre Waren durch den Suez-Kanal nach Europa liefern – zukünftig anstatt in Rotterdam oder Hamburg in Piräus in Griechenland, oder auch in Bar in Montenegro, vom Schiff und auf die Schiene oder Straße umgeladen werden, dann werden dadurch viele Tausende Kilometer Seetransport, durch die Straße von Gibraltar und dann um ganz Westeuropa, herum eingespart. Das spart Zeit und Geld, und Waren aus China – und alle anderen Waren, die durch den Suez-Kanal kommen – werden dadurch in Europa konkorrenzfähiger, etwa gegenüber amerikanischen Produkten. China gewinnt also dadurch, dass durch Investitionen in die Infrastruktur Ost- und Südosteuropas chinesche Waren konkurrenzfähiger werden, und die Länder Ost- und Südosteuropas, in denen China in die Infrastruktur investiert, bekommen dafür Wirtschaftsleistung, und neue Häfen, Eisenbahnen, Straßen, Brücken und Kraftwerke. Dadurch gewinnen alle Seiten. So soll das sein. Und so macht China das nicht nur in Osteuropa, sondern auch in Asien. So treibt China etwa aus ganz ähnlichen geschäftlichen Interessen den Bau einer trans-afghanischen Eisenbahn voran, die China mit dem Iran verbinden soll, und, wenn sie fertig ist, ebenfalls Tausende Seefahrtskilometer zwischen China und Iran einsparen könnte.

11 Gedanken zu “Märchenschau bezeichnet chinesische Investitionen in Osteuropa als „Problem“ für die EU

  1. das Ende des Kubaembargos deutet darauf hin das es sich diesmal um ernsthafte Vorbereitungen zum dritten Weltkrieg handelt. Mal sehen wer als erster den roten Knopf drückt.
    Egal die Menschheit hat es nicht besser verdient.

  2. China baut die durch die US/Nato zerstörte Infrastruktur in Serbien wieder auf – das ist nach Ansicht dieser Kriegstreiber, ein sehr böser Vorgang und daher wissen sie nimmer, was sie noch mit den nicht unterwerfungswilligen Nationen anfangen sollen.

  3. Bezüglich Warenverkehr von China auf der Schiene nach Europa ist zu sagen, dass Schenker-rail eine Absage für Privatkunden zugeschickt hat. Die sind wahrscheinlich mit dem Transport von VW, Daimler, etc. ausgelastet.
    Im Hintergund rassen die Spam – Websites ein, mit Sex, Spiele und Gewinnversprechen. der neue Horros auf dem Net!

  4. Die Logik des moralisch überlegenen Westens:

    Krieg der Amis bzw. Nato gegen Jugoslawien, Irak, Lybien usw. = Zerstörung der Wirtschaft und Infrasturktur = Tötung von millionen Unschuldigen = demokratische Wohltat

    Investionen und Wiederaufbau durch nicht NWO Länder = Steigerung der Lebensqualität von millionen Menschen = Problem

    Ist doch alles Wunderbar🙂

  5. China hat bereits in Häfen in Europa investiert, u.a. Saloniki übernommen, ebenso in Bar die Container Verladung übernommen usw..

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