Boom und Gloom im Zentrum der Welt

Zahlreiche Experten, Politiker und Medienmacher in der alten Welt verdrängen die Realität, dass unter der Führung Pekings eine neue Weltordnung entstanden ist, deren Zentrum im Asien-Pazifik-Raum liegt, verkennen die Folgen und handeln deshalb unsinnig.

In den Monaten und Tagen vor den drei asien-pazifischen Gipfeltreffen der letzten Wochen in Peking, Naypyitaw und Brisbane gab es eine Reihe von Nachrichten, die in ihrer Summe die Entstehung einer neuen Weltordnung ankündigten, so zum Beispiel:

15.04.2014: Chinas staatliche Devisenreserven sind auf umgerechnet fast 4 Billionen US-Dollar gestiegen

21.05.2014: China kauft für umgerechnet etwa 400 Mrd US-Dollar russisches Gas, zu liefern über eine noch zu bauende östliche Pipeline-Route in den nächsten 30 Jahren

15.07.2014: BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) gründen einen BRICS-Währungsfond und eine mit umgerechnet 100 Mrd Dollar ausgestattete „Neuen Entwicklungsbank“ NDB mit Sitz in Shanghai

10.09.2014: Russland signalisiert Absicht zur Aufnahme von Iran als Vollmitglied in SCO

12.09.2014: Aufnahme von Indien, Pakistan und Iran als Vollmitglied in SCO binnen eines Jahres erwartet, Beitrittsprozeduren vereinbart

13.09.2014: China bietet SCO-Mitgliedern Darlehen von umgerechnet 5 Mrd US-Dollar an

18.09.2014: China unterstützt Vollmitgliedschaft von Indien und Pakistan in SCO

19.09.2014: Modi empfängt Xi in Indien, China sagt Indien Investitionen von umgerechnet 20 Mrd US-Dollar zu

08.10.2014: China wird laut neuen IWF-Daten die USA im Jahr 2014 bezüglich des kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsproduktes als größte Volkswirtschaft der Welt überholen

13.10.2014: China und Russland schließen 40 teilweise milliardenschwere Verträge in den Bereichen Finanzierung und Investition, Energie und Hi-Speed-Eisenbahnen ab und außerdem einen 150 Mrd Yuan (umgerechnet ca 24,4 Mrd US-Dollar) schweren Währungsswap zum Umgehen des US-Dollars

17.10.2014: SCO-Entwicklungsbank bereit zur Finanzierung von Projekten in Iran, Indien und anderen Staaten mit SCO-Beobachterstatus, besonders interessiert am Bau einer 30-Mrd-US-Dollar-Pipeline von Russland nach Indien

24.10.2014: China und 21 weitere asiatische Staaten gründen trotz entgegengesetztem US-Lobbying die mit hauptsächlich aus China stammendem Kapital in Höhe von 50 Mrd US-Dollar ausgestattete Asiatische Infrastruktur Investitionsbank, die ähnliche AUfgaben wie die von den USA dominierten Organisationen Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank wahrnimmt

28.10.2014: Freihandelsabkommen zwischen China und Sri Lanka für Juni 2015 erwartet

29.10.2014: Weltbank prognostiziert 7% Wachstum in China für 2015, hält die Wachstumsgeschwindigkeit für angemessen

05.11.2014: Indien erwartet im Wirtschaftsjahr 2014/2015 rund 5% Wachstum

05.11.2014: Indonesien erwartet 2014 rund 5% Wachstum

07.11.2014: Chinesische Banken erklären ihre Bereitschaft, umgerechnet 10 Mrd US-Dollar in ein Gasverflüssigungsprojekt in Nordrussland zu investieren

08.11.2014: China hat in den ersten zehn Monaten des Jahres 2014 einen Handelsbilanzüberschuss von umgerechnet 277 Milliarden US-Dollar erzielt

08.11.2014: China teilt die Einrichtung eines umgerechnet 40 Mrd US-Dollar schweren Seidenstraßenfonds zur Finanzierung von Infrastruktur und Konnektivität in Asien mit

09.11.2014: Russland und China vereinbaren bis Ende 2015 einen Vertrag zum Kauf von weiterem russischem Gas für umgerechnet etwa 300 Mrd US-Dollar, zu liefern über eine noch zu bauende westliche Pipeline-Route in den nächsten 30 Jahren, abzuschließen

11.11.2014: Russland baut acht neue Kernkraftwerksblöcke in Iran

Die Liste ließe sich noch um sehr viele Punkte ergänzen. Während die westliche Welt von Wirtschaftskrise zu Wirtschaftskrise eilt, einen desaströsen Regime Change nach dem anderen plottet und dann ständig über neue Sanktionen gegen Widersacher ihrer Plots berät, werden in Asien für Tag riesige Geschäfte eingefädelt, in deren Mittelpunkt oft Investitionen stehen, die auf den riesigen Überschüssen der schnellwachsenden chinesischen Wirtschaft basieren. Chinas Präsident Xi kündigte auf dem APEC-Gipfel in Peking an, es sei zu erwarten, dass sich die in den nächsten 10 Jahren im Ausland getätigten chinesischen Investitionen auf rund 1,25 Billionen US-Dollar aufsummieren werden.

Mit ihrer trotz anfänglichen Widerstandes dagegen gegebenen Zustimmung zum von China vorangetriebenen FTAAP-Handelsplan auf dem APEC-Gipfel in Peking haben die USA im kalten Krieg gegen China, den sie 2012 anlässlich des chinesischen und russischen Vetos im UN-Sicherheitsrat gegen den von der westlichen Welt betriebenen blutigen Regime Change in Syrien begonnen hatten, faktisch das Handtuch geworfen. FTAAP soll eine Klammer um bestehende Freihandelszonen im Asien-Pazifik-Raum, das von den USA vorangetriebene Projekt TPP und die chinesische Gegenoffensive RCEP bilden, womit der Zweck von TPP, China damit in seiner Nachbarschaft zu schädigen und so die Oberhand gegen China zu bekommen, unmöglich geworden ist, selbst wenn TPP doch noch in irgendeiner Form zustande kommen sollte.

Als weicher Punkt in der anti-chineischen Front der US-Lakaien entpuppte sich Japan. Japan hatte bereits einige Tage vor dem APEC-Gipfel in Peking mit seiner Unterschrift unter den Vier-Punkte-Plan die Konfrontation gegen China verloren gegeben, um so dem japanischen Regierungschef Abe einen Händedruck mit dem chinesischen Präsidenten Xi auf dem APEC-Gipfel zu sichern. Am gestrigen Montag wurde klar, warum Japan aufgegeben hat. die japanische Wirtschaft ist auch im dritten Quartal 2014 nicht gewachsen, sondern deutlich geschrumpft. Die Politik von Abe liegt damit in Scherben.

Vor zwei Jahren kam Abe auf einer Welle von Nationalismus schwimmend mit dem Versprechen an die Macht, mit einer als Abenomics bekannten Politik aus Währungsabwertung, teuren Wirtschaftsförderungsprogrammen und Steuererhöhungen zur teilweisen Gegenfinanzierung der höheren Staatsausgaben für Wirtschaftswachstum in Japan zu sorgen. Was davon geblieben ist, sind mehr Schulden und höhere Steuern, aber kein Wachstum, sondern eine neue Rezession. Öffentlich wird für die Rezession in Japan meist eine zu schwache Binnennachfrage verantwortlich gemacht, doch hinter den Kulissen ist es klar, dass das japanische Chinageschäft, das aufgrund der politischen Spannungen zwischen Japan und China anders als bei japanischen Konkurrenten wie Südkorea und Deutschland für Japan schleppend verläuft, sich sehr negativ auf das japanische Wachstum auswirkt. In dieser Situation hat Südkorea, mit dem Japan aufgrund seiner nationalen Welle ebenfalls über Kreuz liegt, den Abschluss eines Freihandelsabkommens mit China für das nächste Jahr angekündigt, wodurch Südkorea Japan weitere Marktanteile in China abnehmen dürfte.

Damit ist Japan am Haken. Von einer weiteren Runde Abenomics ist zu erwarten, dass die dadurch ausgelösten Vorteile beim Export durch weitere Verschlechterungen im Chinahandel konterkariert werden. Von TPP wird angenommen, dass es Japan selbst im Erfolgsfall kaum mehr als 1% Wirtschaftswachstum bringen wird, wenn überhaupt, also zur Lösung von Japans Wachstumsproblem so gut wie nichts beiträgt. Wenn Japan Wachstum anstatt Rezession will, dann gibt es nur einen Weg. Japan muss die politischen Beziehungen zu seinem größten Exportmarkt China verbessern und selbst ein Freihandelsabkommen mit China abschließen, um wieder mehr am rasanten chinesischen Wachstum teilhaben zu können. Da Japan etwas von China will, kann China politische Gegenleistugen verlangen. Anzunehmen ist, dass China fordert, Japan muss von Inselstreitereien, Militarismus, Geschichtsvergessenheit, US-geführten Intrigen gegen China und TPP Abstand nehmen, und sich stattdessen für das Gelingen des von China vorangetriebene Handelsprojekt RCEP einsetzen. Im Gegenzug dürfte China mit Japan zunächst ein begrenztes bilaterales Freihandelsabkommen abschließen, und später Japan mit dem Zustandekommen des RCEP die besten Klauseln, wie allen anderen RCEP-Teilnehmern auch, gewähren.

Den chinesischen Wachstumsmarkt kann Japan nicht ersetzen. Japan hat die Wahl: im chinesischen Lager zu mehr Exporten und mehr Wachstum zu kommen, oder im US-Lager weiter in Rezession und Stagnation zu bleiben, mit der Perspektive auf einen Wirtschaftscrash und möglicherweise sogar einen Staatsbankrott. Einerseits mit den USA die Isolierung Chinas in Ostasien zu plotten und andererseits gleichzeitig mit China ein Freihandelsabkommen abschließen, kann Japan nicht. Die Unterschrift der japanischen Regierung unter die Vier-Punkte-Erklärung mit China zeigt, dass die japanische Regierung sich für den Weg in Richtung China und Wachstum entschieden hat. Um sich für den neuen Kurs ein Mandat der Bevölkerung zu holen, hat Abe das Unterhaus aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen.

Es wird wohl noch einige Monate dauern, bis die weltwirtschaftlichen Auswirkungen Effekt des japanischen Kurswechsels deutlicher sichtbar werden, und noch Jahre, bis auch der neue außenpolitische Kurs Japans klar erkennbar wird. Und der Weg Japans in Richtung des chinesischen Lagers wird sicherlich nicht geradlinig sein. Aber der japanische Kurswechsel in Richtung China ist da, unmissverständlich unzweifelhaft. Obwohl die Auswirkungen sich in ihrer Gänze erst in einigen Jahren zeigen werden, sind die Auswirkungen des japanischen Kurswechsels auf das geopolitische Machtgefüge der Welt bereits jetzt gewaltig.

So ist etwa das von den USA zur Einhegung Chinas vorangetriebene Transpazifische Partnerschaftsabkommen TPP ohne das Schwergewicht Japan sinnlos. Außer Japan befinden sich aus Ostasien neben den pazifischen britischen Ex-Kolonien Australien und Neuseeland lediglich vier wirtschaftliche Zwerge in den Verhandlungen zu TPP, nämlich Singapur, Brunei, Vietnam und Malaysia. Die US-Idee, durch ein Bündnis mit, abgesehen von Australien, einer Handvoll solcher wirtschaftlichen Leichtgewichte, deren wichtigster Handelspartner obendrein China ist, China regional einhegen oder gar wirtschaftlich dominieren zu können, während regionale Schwergewichte wie Japan, Indien, Südkorea und Indonesien im chinesischen Lager sind, ist schon von den wirtschaftlichen Größenverhältnissen her geradezu grotesk. Gegenwärtig sind die TPP-Verhandlungen offiziell festgefahren, weil Japan seinen lukrativen Agrarmarkt nicht von US-Billigware überflutet sehen will, und US-Präsident vom US-Kongress für die TPP-Verhandlungen bisher keine umfassende Verhandlungsautorität – bekannt als Fast Track oder TPA – bekommen hat. Dahinter dürften jedoch auch tiefere und schwer zu lösende politische und wirtschaftliche Gründe liegen, die damit zu tun haben, dass TPP den angedachten Partnern jenseits der USA zwar nur wenig Vorteile bringt, dafür jedoch den gewichtigen Nachteil, damit ihre Beziehungen zu China zu belasten.

Unmittelbar nach dem APEC-Gipfel in Peking fand der ASEAN-Gipfel einschließlich des Ostasiengipfels in Myanmar statt. Chinas Regierungschef Li wiederholte dort den bereits im August von Peking und den anderen 15 RCEP-Verhandlungsteilnehmern, die zehn ASEAN-Staaten, Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und Indien, geäußerten Zeitplan, dass die Verhandlungen für die von China vorangetriebene „Regionale Umfassende Ökonomische Partnerschaft“ RCEP im Jahr 2015 abgeschlossen werden sollen. Mit dem nun erfolgten Schwenk von Japan Richtung China erscheinen der Plan und die Zeitvergabe realistisch, insbesondere weil ASEAN ohnehin bereits Freihandelsabkommen mit allen RCEP-Verhandlungsteilnehmern haben, und demnach im RCEP-Gebiet eine indirekte Freihandelszone bereits heute besteht.

Gleichzeitig bekräftigten die zehn ASEAN-Staaten in Myanmar, wie 2008 von ihnen beschlossen und seitdem in der Umsetzung, bis Ende 2015 die ASEAN-Gemeinschaft fertigzustellen. Die ASEAN-Gemeinschaft beinhaltet eine ökonmische Gemeinschaft, deren Umsetzungsstand bezüglich der Pläne von 2008 derzeit bei etwa 80% liegt, sie hat eine politisch-militärische Dimension und beinhaltet außerdem eine sozio-kulturelle Komponente. Außerdem beschlossen die ASEAN-Staaten auf dem Gipfel in Myanmar eine Vision für eine weitere Integration der ASEAN-Staaten in der Zeit nach 2015. Mit RCEP passen die Pläne der ASEAN-Staaten zu einer weiteren Integration untereinander gut zusammen, da RCEP ASEAN als Ganzes in RCEP einbinden will und deshalb der Integration der ASEAN-Staaten untereinander nicht im Wege steht. Das US-Projekt TPP steht zu den Integrationsplänen der ASEAN-Staaten hingegen im Widerspruch, da die USA lediglich vier ASEAN-Staaten TPP anbieten wollen und die ASEAN-Staaten dadurch auseinanderdividiert werden könnten. US-Präsident Barack Obama hatte im Gepäck für den Ost-Asien-Gipfel in Myanmar mahnende Worte an die Regierung Myanmars, mehr für Demokratie und Menschenrechte zu tun. China hatte zum Gipfel in Myanmar Finanzierungszusagen im Wert von umgerechnet 7,8 Mrd US-Dollar für Investitionen in die Infrastruktur Myanmars, insbesondere den Energiesektor, im Gepäck, was rund 13% des Bruttoinlandsproduktes von Myanmar entspricht. Myanmar wurde damit nach der in den letzten Jahren erfolgten Öffnung gen Westen wieder enger an China angebunden.

Danach zog die Karawane der Weltpolitiker weiter zum G20-Gipfel im australischen Brisbane. Politiker aus Europa und Nordamerika nutzten den G20-Gipfel, um Stimmung gegen den russischen Präsidenten Putin zu machen. US-Präsident Barack Obama hielt eine belanglose Rede in einer australischen Universität. Putin nutzte den G20-Gipfel, um westlichen Spitzenpolitikern die russische Position in Bezug auf die Ukraine zu erklären. Insgesamt war der G20-Gipfel in Australien belanglos. Doch nach dem Gipfel geschahen in Australien weltpolitisch bedeutsame Dinge, denn der chinesische Präsident Xi und der indische Regierungschef Modi blieben länger in Australien.

Am Montag nach dem G20 unterzeichnete der chinesische Präsident Xi mit Australien einen Vertrag für eine strategische Partnerschaft, ein Freihandelsabkommen sowie eine Anzahl weiterer milliardenschwerer Wirtschaftsvereinbarungen und hielt vor dem australischen Parlament eine Rede. Australien, der bislang treueste US-Vasall in der Region, hat damit an China angedockt. Das passt bestens zu den RCEP-Plänen, und ganz schlecht zur US-Absicht, ein TPP-Bündnis zu schmieden. Nach der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit China erklärte der australische Regierungschef Tony Abbott, als nächstes werde er sich daran machen, mit Indien ein Freihandelsabkommen auszuhandeln. Indien ist RCEP-Verhandlungspartner, aber nicht TPP-Verhandlungspartner. TPP erwähnte Tony Abbott nicht. Die EU-Außenminister trafen sich am Montag unterdessen in Brüssel, um weitere Sanktionen gegen Gegner der von ihnen unterstützten ukrainischen Regierung im Donbass zu beschließen.

Am Dienstag hielt der indische Regierungschef Modi eine Rede vor dem australischen Parlament, um für eine Vertiefung der australisch-indischen Zusammenarbeit zu werben. Passend dazu schob der indische Regierungschef mit einer indischen Investition von umgerechnet einer Milliarde US-Dollar die Errichtung einer sieben Milliarden Dollar kostenden Kohlemine in Australien zur Lieferung von Kohle nach Indien an und unterzeichnete außerdem eine Vereinbarung zum Aufbau einer militärischen Kooperation zwischen Indien und Australien. Der chineische Präsident Xi ist unterdessen unterwegs nach Neuseeland, um die chinesisch-neuseeländische Kooperation zu vertiefen und neue Geschäfte Chinas mit Neuseeland zu besiegeln. Im Vorfeld des Besuches hatte Neuseeland der chinesischen Zentralbank bereits eine Banklizenz für die Aufnahme der Geschäftstätigkeit in Neuseeland gewährt. Ein chinesisch-neuseeländisches Freihandelsabkommen besteht bereits seit 2006.

Mit Riesenschritten schreitet die Integration der Staaten Ostasiens so voran. Hier ein Milliardengeschäft, dort ein Milliardengeschäft, hier ein Freihandelsabkommen, dort ein Freihandelsabkommen, und vieles davon verläuft innerhalb der Linien der von China vorangetriebenen Projekte wie SCO und RCEP. Hinzu kommen die von China vorangetriebene asiatische Entwicklungsbank AIIB zur Anbindung von ganz Asien und die BRICS-Bank NDB, die der von China aufgebauten neuen Welt mit Stützpunkten in den wirtschaftlich stärksten Staaten Südamerikas, Zentralasiens und Afrikas, die durch ihre Dominanz in Regionalorganisationen wie UNASUR, Eurasian Economic Union und SADC weitere Gebiete in das System des Pekinger Konsens einbinden, eine wirklich globale Dimension verleiht. Obendrauf zu den von China geprägten multilateralen Kooperations- und Entwicklungsmechanismen kommen noch unilateral von China aufgelegte Entwicklungswicklungsmechanismen für die erweiterte Nachbarschaft wie der Seidenstraßenfonds und selbstverständlich die bilateralen Beziehungen Chinas zu praktisch allen Staaten der Welt, in deren Rahmen China und chinesische Unternehmen nahezu überall auf der Welt, und auch in zur westlichen Welt gehörenden Staaten, milliardenschwere Investitionen tätigen. Was da insgesamt entsteht, ist, wie US-amerikanische Politologen es nennen, eine Welt ohne den Westen. China ist gerade dabei, eine neue Welt aufzubauen, eine Welt mit Zentrum Asien-Pazifik, die auf chinesischem Geld und neuen Institutionen basiert, die nicht vom Westen dominiert werden, weil der Westen geizig ist und die Macht in bestehenden Institutionen wie Weltbank, IWF und Asian Development Bank nicht teilen will.

Bislang ist die globale Integration unter Führung Pekings vor Allem in wirtschaftlicher Hinsicht erkennbar. Wesentliche Einrichtungen wie AIIB und RCEP sind zunächst einmal wirtschaftliche Kooperationsmechanismen. Das muss aber nicht so bleiben, denn wirtschaftliche Kooperation führt regelmäßig auch zu politischer Kooperation, und nicht selten auch zu militärischer Kooperation. Und im Fall der BRICS-Bank und der SCO-Bank gibt es eine solche vertiefte Kooperation auf politisch-militärischem Gebiet selbstverständlich auch schon, denn diese Entwicklungsbanken sind ja aus politischer beziehungsweise militärischer Kooperation entstanden. Die wirtschaftlichen Bindungskräfte, die von Peking vorangetriebene Integrationsprojekte wie SCO, BRICS und bald auch AIIB und RCEP beflügeln, werden dabei durch laufend neue Projekte und umfassendere Handelsbeziehungen untereinander immer stärker.

Um die Integration mit Großinvestitionen weiter voranzutreiben, verfügt China jede Menge Geld. Dazu muss China bislang nicht mal seine gigantischen Devisenreserven einsetzen, denn China erwirtschaftet laufend weitere riesige weitere Handelsüberschüsse, die es nun – jedenfalls teilweise – in die Infrastruktur seiner Nachbarschaft und geopolitischen Partner investiert, anstatt dafür einfach nur immer mehr US- und EU-Staatsanleihen zu kaufen. Neben überwiegend chinesischen Investitionen in Infrastruktur und Entwicklung ist der entscheidende Faktor, der das System des „Pekinger Konsens“ immer koherenter und stärker macht, das chinesische Wachstum. Der riesige chinesische Wachstumsmarkt ist die Lokomotove der Weltwirtschaft. Wer es sich mit China verdirbt und deshalb schlechte Karten auf dem chinesischen Wachstumsmarkt und beim Einwerben chinesischer Investitionen hat, verpasst immense Wachstumschancen und landet nicht selten in Stagnation und Rezession, mit all den negativen Folgen, die sich daraus ergeben. Selbst bislang politisch-militärisch völlig pro-westlich ausgerichtete Staaten können sich diesen Kräften nicht entziehen, wie die Beispiele Südkorea, Japan und Australien zeigen.

Es spricht auch alles dafür, dass das rapide chinesische Wachstum noch lange anhalten wird. Gegenwärtig beträgt das kaufkraftbereinigte BIP pro Kopf in China etwas weniegr als ein Viertel des US-amerikanischen, deutschen oder japanischen BIPs pro Kopf. Bis China auf dem gleichen Stand von Wohlstand und Entwicklung ist, wie solche entwickelten Staaten es heute sind, muss China seine Wirtschaftsleistung noch etwa vervierfachen. Bei rund 7% Wachstum verdoppelt China seine Wirtschaftsleistung etwa alle 10 Jahre, das heißt, China muss noch 20 Jahre so rasant wie heute wachsen, um auf den Stand zu kommen, wo die entwickelten Staaten heute sind, und dann noch einige Jahre vergleichsweise schnell weiterwachsen, um die entwickelten Staaten wirklich einzuholen. Bezüglich des Wachstumstempos ist die chinesische Führung in der Lage, das Tempo zu bestimmen. Verlangsamt sich das Wachstum zu sehr, etwa aufgrund von äußeren Einflussen wie der Finanzkrise 2008, so hat die chinesische Führung genug Devisenreserven, um das Wachstum mit hinreichend großen Konjunkturprogrammen zu beschleunigen, wächst die Wirtschaft so schnell, dass sie sich überhitzt, so kann die Staatsfürhung das Wachstum mit Einschränkungen bei der Kreditvergabe und ähnlichen Mitteln etwas drosseln, bis das Tempo wieder passt. Finanzreserven sind genug vorhanden, bei der Technik kann China inzwischen fast alles selbst, von Konsumgütern über Elektronik bis hin zum Anlagenbau, und die wenigen technischen Lücken, die China noch hat, wie etwa den Bau von Großraumflugzeugen oder in der Militärtechnik, schließt China gerade, unter anderem mit engen Partnern wie Russland.

Vom Umfang her der chinesischen Wirtschaftskooperationen sieht der Stand der Dinge gegenwärtig so aus, dass China allein mit den Allianzen RCEP, BRICS, SCO und den von den darin organisierten Staaten dominierten weiteren Allianzen locker drei Viertel der Welt wirtschaftlich an sich gebunden hat.

Das im Bau befindliche neue Zentrum der Welt ist RCEP.

Das zentralasiatische Hinterland von China und RCEP wird von der SCO abgedeckt, wobei die fünf Staaten mit SCO-Beobachterstatus darin bald aufgenommen werden und bereits jetzt Investionskredite der SCO-Entwicklungsbank bekommen können.

Über die von Russland geführten Organisationen Eurasische Wirtschaftsunion und CSTO sind auch die Mitgliedsstaaten dieser Organisationen an die SCO angebunden, die nicht Mitglied der SCO sind, also insbesondere Armenien und Belarus. Über den Beobachterstatus und die zukünftig zu erwartende Mitgliedschaft des Iran in der SCO sind auch die eng mit Iran kooperierenden arabischen Staaten Irak, Syrien, Libanon und, den jüngsten Entwicklungen zufolge zu urteilen, demnächst wohl auch der Jemen an das Pekinger System angebunden.

Für die globale Reichweite des „Pekinger Konsens“ sorgen die BRICS, deren BRICS-Bank (NDB) ihren Sitz in Shanghai haben wird.

Über wirtschaftlich vom stärksten südamerikanischen Staat Brasilien dominierte Orgsanitionen wie UNASUR und Mercosur ist indirekt nahezu ganz Südamerika an den Pekinger Konsens angebunden.

Über die venezuelanisch-brasilianische Verbindung in UNASUR und Mercosur sowie durch einen eigenen direkten Draht nach Peking und Moskau sind auch die Staaten des von Venezuela geführten Blocks ALBA mit an den Pekinger Konsens angebunden.

Über wirtschaftlich vom stärksten Staat im südlichen Afrika dominierte Organisation SADC sind 14 weitere Staaten im südlichen Afrika an den Pekinger Konsens angebunden.

Hinzu können zu dem Pekinger System weitere bilateral eng mit China kooperierende Staaten gerechnet werden, die bislang jedoch in keine der neuen multilaterlaen Organisationen eingebunden sind, so zum Beispiel Sri Lanka und der Sudan. Mit dem Seidenstraßenfonds und der AIIB hat China außerdem weitere Vehikel geschaffen, über das blinde Flecken bezüglich der von China vorangetriebenen multilateralen Organisationen in Asien an den Pekinger Konsens herangeführt werden können, so zum Beispiel Bangladesh und Turkmenistan.

Insgesamt sind so die meisten Staaten der Welt mit dem größten Anteil der Weltbevölkerung, der Weltwirtschaftsproduktion, des Welthandelsvolumen und des Weltwirtschaftswachstums an den Pekinger Konsens angebunden. Bislang ist die sich daraus entwickelnde politische Kooperation zwar noch lückenhaft, was sich beispielsweise darin zeigt, dass viele der Staaten in Abstimmungen in der UNA nach wie vor routinemäßig mit der westlichen Welt stimmen, aber die wirtschaftliche Kooperation im Rahmen des Pekinger Konsens vertieft sich, sodass mit der Zeit zu erwarten ist, dass daraus auch politische Kooperation erwachsen wird, und aufgrund ihrer höheren Wachstumsraten werden die Staaten des Pekinger Konsens im Vergleich zum Washington Consensus auch zunehmend stärker und mächtiger werden.

Die von den USA geführte westliche Welt besteht hingegen praktisch nur noch aus den NATO-Staaten, den EU- und EFTA-Staaten, dem NAFTA-Staat Mexiko und einigen zentralamerikanischen Staaten, einem aus den GCC-Staaten, Jordanien und Israel bestehendem Zipfel Westasiens und einigen Staaten in Nord-, West- und Ostafrika. Diese westliche Welt zeichnet sich in ihrer Summe durch den Löwenanteil an den Militärausgaben in der Welt aus, sie umfasst den größeren Teil der entwickelten Staaten in der Welt und sie zeichnet sich durch wenig Wirtschaftswachstum, hohe Staatsverschuldung und klamme Kassen aus, aber ihre Währungen machen den Löwenanteil der Weltreservewährungen aus. Zahlreiche Experten, Politiker und Medienmacher in der westlichen Welt und viele einfache Leute in den Ländern des Pekinger Konsens glauben, dass die westliche Welt das stärkere Bündnis darstellt. Doch das ist falsch. Insgesamt ist der Pekinger Konsens eindeutig das stärkere Bündnis.

Die westliche Welt gibt zwar wesentlich mehr für Militär aus als die Staaten des Pekinger Konsens es tun, und sie zettelt in grenzenloser Überheblichkeit auch laufend neue Regime Changes, Konflikte und Kriege gegen Staaten des Pekinger Konsens an, doch die westliche Welt hat die Fähigkeit verloren, ihre angezettelten Konflikte und Kriege dann auch zu gewinnen. Der letzte große Sieg der westlichen Welt, die Zerschlagung des Ostblocks in Osteuropa einschließlich der Zerschlagung Jugoslawiens, und der Eingliederung der eroberten Territorien in den Westblock, liegt schon eine ganze Weile zurück. Seitdem sind der westlichen Welt neue Kriege und Versuche von Regime Change ständig schief gegangen. Ob Afghanistan, Irak, Georgien, Libyen, Syrien oder die Ukraine, nichts hat die westliche Welt mit ihren Aggressionen gewinnen können. Zerstörungen anrichten können die westliche Welt und ihr Militär zwar immer noch reichlich, wie kurze Blicke nach Libyen, Syrien und in die Ukraine unmissverständlich zeigen, doch Kriege gewinnen kann die westliche Welt nicht mehr. Zum Siegen fehlt es der westlichen Welt an Moral, Attraktivität und Finanzkraft.

Die Staaten des Pekinger Konsens können militärisch auch nicht gewinnen. Es reicht im Großen und Ganzen gerade einmal dazu, den Erfolg westlicher Aggressionen zu verhindern, und manchmal, siehe Syrienund die Ukraine, nicht einmal dazu, die Zerstörung ganzer Staaten durch Aggressionen der Staaten des Washington Consensus zu verhindern. Doch die Staaten des Pekinger Konsens schaffen das, was der westlichen Welt militärisch nicht gelingt, mit wirtschaftlichen Mitteln. Während die NATO am Konzept der globalen Full Spectrum Dominance bastelt und die westlichen Staaten ihre Ressourcen in teuren Angriffskriegen verschleudert haben, bei denen sie nichts erreicht haben, außer sich Feinde zu schaffen, hat China es mit anhaltendem Wirtschaftswachstum und einer klugen Handelspolitik geschafft, sich Freunde zu machen und den größten Teil der Welt auf die Seite Chinas zu ziehen. Beinahe jeder möchte lieber an 7% oder mehr Wachstum in China teilhaben als sich mit einer Wachstumsdiät von 1,5% – oder gar noch weniger – in der EU zufrieden geben zu müssen. Natürlich ist es in so einer Situation für die westliche Welt genauso unsinnig gegen Staaten des Pekinger Konsens einen Wirtschaftskrieg zu führen, wie es unsinnig ist, einen militärischen Krieg zu führen.

Das Problem ist, dass westliche Experten, Politiker und Medienmacher noch nicht erkannt haben, was der Pekinger Konsens für ihre aggressive Politik bedeutet. Bezüglich des militärischen Krieges gegen den Pekinger Konsens in Syrien hat Christina Lin vor ein paar Tagen dargelegt, dass China einen solchen Krieg als Krieg gegen das chinesische Interesse am Aufbau des Seidenstraßenprojektes, das natürlich Syrien mit einschließt, betrachtet, und die westliche Welt sich deshalb darauf einstellen sollte, dass Peking die westliche Aggression mit allen Mitteln zurückwerfen wird, und damit gerechnet werden muss, dass Peking dazu auch vor einem direkten militärischen Gegenangriff gegen die Aggressoren im Westen nicht zurückschreckt. Ähnlich ist es mit der Ukraine. Auch da sind vitale Interessen des Pekinger Konsens berührt, und dementsprechend muss damit gerechnet werden, dass die Antwort auf die westliche Aggression nicht nur von Moskau kommt, sondern auch aus Peking.

Durch die Unterstützung Russland mit Hunderte von Milliarden Dollar schweren Gas-Käufen und dem demonstrativen Ausbau der militärischen Kooperation mit Russland, während der Westen dafür wirbt, Russland zu isolieren, hat Peking sehr deutlich gemacht, wo China in bezug auf den Konflikt in der Ukraine steht. Wenn die westliche Welt nun also ihre Aggression gegen Russland nicht mit militärischen, sondern mit wirtschaftlichen Mitteln führt, dann ist es durchaus nicht fernliegend, dass eine wirtschaftliche Antwort darauf nicht nur aus Moskau, sondern auch aus Peking kommen wird, weil Peking den Wirtschaftsangriff auf Russland als Angriff gegen den Pekinger Konsens betrachtet. Denkbar ist es zum Beispiel, dass China, wenn Japan sich klar zu RCEP und zum Pekinger Konsens bekennt und damit Teil der chinesischen Familie wird, China nach Möglichkeiten suchen wird, um Japan für die Entscheidung möglichst schnell wirtschaftlich zu belohnen. Das sanfte Verschieben von Anteilen auf dem chinesischen Automarkt von anderen Staaten in Richtung Japan wäre da zum Beispiel eine Möglichkeit. Marktanteile von Staaten, die gerade mit einem Wirtschaftsangriff auf Russland den Pekinger Konsensus attackieren, erscheinen dafür geradezu ideal.

Die EU-Staaten scheinen noch nicht begriffen zu haben, wie der Hase läuft und gegen wen sie mit ihren anti-russischen Sanktionen wirklich Wirtschaftskrieg führen. Wenn Angela Merkel, Bundeskanzlerin eines Staates, der gegenwärtig eine 0,1%-Wachstumsdiät zu verzeichnen hat, zum Beispiel gegen Russland hetzt, und dabei Russland unter anderem vorwirft, seine Beziehungen zum Nicht-EU-Staat Serbien auszubauen, was in Serbien auf ein recht positives Echo trifft, weil die EU-Staaten sich mit ihrer Bombardierung von Belgrad 1999 sich in Serbien gründlich unbeliebt gemacht haben, dann scheint sie dabei nicht zu berücksichtigen, dass ein solches Verhalten Marktanteile deutscher Firmen auf dem Wachstumsmarkt China gefährdet, weil China das als aggressives Verhalten gegen den Pekinger Konsens auffassen könnte. Und davon abgesehen, in China hat man auch noch nicht vergessen, dass die NATO-Staaten bei ihrem mit deutscher Beteiligung geführten Angriffskrieg 1999 gegen Jugoslawien auch die chinesische Botschaft in Belgrad bombardiert haben.

Es ist dringend an der Zeit, dass westliche, und auch deutsche, Politiker von ihrem hohen Ross herunterkommen, die neue Realität des Pekinger Konsens zur Kenntnis nehmen und sich entsprechend verhalten. Ansonsten darf Deutschland sich vermutlich bald auf eine neue dicke fette Rezession gefasst machen.

Nachtrag: Ich bin baff. Einen Tag nach erscheinen dieses Parteibuch-Artikels wurde das Thema des globalen Handelskrieges im „Focus“ thematisiert, und zwar ohne die sonst übliche US-freundliche rosarote Brille: „Währungskrieg mit Russland und China: Wie die USA mit der Dollar-Waffe die Welt unterjochen.“ Dass sich ein deutsches Massenmedium das zu veröffentlichen traut, überrascht mich schon. Mit dem Artikel im Focus geht nun hoffentlich endlich auch im deutschen Mainstream die Diskussion los, was gerade in Welt wirklich los ist, anstatt dass die Leute vom deutschen Mainstream nur mit transatlantischem und zionistischem Propaganda-Blödsinn zugemüllt werden.

20 Gedanken zu “Boom und Gloom im Zentrum der Welt

  1. Die selbsternannte Führungsmacht USA, führt aber in den Abgrund und deren Taktgabe bedeutet Rückschritt für die Vasallenstaaten der westlichen Welt, mit all dessen Folgen, wie das in Österreich mit den Arbeitslosenzahlen besonders deutlich hervortritt von 180.000 vor dem EU-Beitritt auf nunmehr über 410.000 jetzt, Tendenz steigend.
    Bereits mit der Umwechslung von Schilling auf den Euro. ging ein Wertverlust von 34% einher und die permanente Inflation
    ist eher progressiv. Einzige Ausnahme, der Erdölpreis ist politisch manipuliert, als Schadenursache für Russland und wird sobald die Politik dies zulässt, wiederum sprunghaft ansteigen und den Verlust in dieser Sparte aufholen, sodass
    jeder Elektrofahrer darob erleichtert sein kann.

  2. Abdullah Gül, Erdogans Vorgänger scheint mit dessen politik nicht ganz zufrieden zu sein:

    http://awdnews.com/top-news/10226-turkish-former-president-turkey-doomed-to-collapse-if-erdo%C4%9Fan-continues-his-treacherous-policies.html

    Derweil sieht man mit Verärgerung das die Syrischen Truppen absichtlich einen Fluchtkorridor Richtung Türkei offen lassen:

    http://www.hurriyetdailynews.com/Default.aspx?pageID=238&nID=74561&NewsCatID=409

    Tja scheint so als hätte sich Erdogan beim Pokern verzockt, es sei denn Amerika bombt ihn aus der Suppe (die er sich selbst eingebrockt hat) noch mal heraus (was dann amerikanische Bodentruppen bedeuten würde, sowie noch mehr sinnfreie Militärausgaben die in keinen Relationen zum Nutzen stehen).

    1. – … Erdogan beim Pokern verzockt …

      Besser er wär’ bei Backgammon und einer Tasse Apfeltee geblieben. Und im Osten spielen die Mullahs Schach, das kann er genau so wenig. Als er plötzlich einen Joker in Händen hielt, hat er auch den noch verspielt. Der Erdo- war mal … bis er dem -wahn verfiel.

      – … es sei denn Amerika bombt ihn aus der Suppe (die er sich selbst eingebrockt hat) …

      Die Amis lassen keinen zurück, ausser die anderen. Die Türkei ist NATO-Ostmark, StellvertreterKRIEGsvorposten gegen jeden der das Imperium düpiert. Kaum vorstellbar dass Erdowahn sich nicht an einer Auftragssuppe verschluckt hat. Wie @parteibuch ausgeführte, sah wohl auch er blühende Landschaften im Osten. Mit mehr vom Gleichen darf er rechnen, denn viel hilft viel: noch mehr militärische Berater, noch mehr islamische Himmelfahrtskommandorekruten und und …
      Evt. würde ein NATO-Bündnisfall helfen, sofern die EUSraEliten den Vertrag nicht verlegt haben, denn Erdowahn hat mehr gemacht als nur der NATO hofiert. Er hat auf mehreren Hochzeiten hochseilgetanzt, das einzige worauf Du Dich bei ihm verlassen kannst ist, dass Du Dich nicht auf ihn verlassen kannst. Dazu gehört, dass er von heute auf morgen wie ein umgekehrter Handschuh agiert.

      Das mit dem Fluchtkorridor gefällt mir. Eine Metapher, die alle Stupid White Men verstehen müssten: Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück.
      Danke Recep, aber wir haben jetzt keine Zeit für Deine Gastgeschenke.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

      PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

  3. Buchstabensuppe vom Feinsten🙂

    Mein Vergleich ist nicht perfekt, aber bislang überlässt China dem Westen auffällig viele islamische Staaten. V.a. Nordafrika und der Nahe Osten ist noch dünn chinesisch “besiedelt”. Das liegt sicher auch der geografischen Nähe, aber angesichts der PRobleme, welche die EUSraEliten in ihrem Vorgarten Eden PRoduziert haben, leuchtet die Lücke im chinesischen System auch realpolitisch ein: Die Geister, die die EUSraEliten geschaffen werden sie nun nicht los – sie beschäftigen und binden die Kräfte des Westens und damit auch deren Kosten. Demgegenüber ist Peking bemüht, möglichst kompakte Suppenbuchstabenteams zu bilden, deren direkte Nachbarschaft wirtschaftlich verpflichtet. Das erkenne ich recht gut an den hier mitgelieferten Karten.

    Das Ausgangsposting ignorierend möchte ich passend zum Vorgehen der EUSraEliten zitieren:

    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=329591
    – ZUSAMMENHALT GEGEN AUSSENSTEHENDE = MACHT !!!

    Wenn die Hanchinesen (95% der chinesischen Bevölkerung) es schaffen zusammenzuhalten, bilden sie zusammen eine hegemonial kaum zu überwindende MASSE, d.h. Macht.

    – Doch die Staaten des Pekinger Konsens schaffen das, was der westlichen Welt militärisch nicht gelingt, mit wirtschaftlichen Mitteln.

    Wirtschaft ist KRIEG, denn in jeder Wirtschaft versucht jeder etwas und v.a. mehr zu KRIEGen:

    – Beinahe jeder möchte lieber an 7% oder mehr Wachstum in China teilhaben als sich mit einer Wachstumsdiät von 1,5% – oder gar noch weniger – in der EU zufrieden geben zu müssen.

    Echter Frieden ist die am höchsten entwickelte Form von institutionalisiertem KRIEG, weit über Genfer Konventionen und Haager Landfrieden hinaus.

    – Das Problem ist, dass westliche Experten, Politiker und Medienmacher noch nicht erkannt haben, was der Pekinger Konsens für ihre aggressive Politik bedeutet.

    Ursächlich ist das Problem die westliche MASSE, welche ihre Politiker wählt und ihre Experten und Medienmacher finanziert.

    – … dass die Antwort auf die westliche Aggression nicht nur von Moskau kommt, sondern auch aus Peking.

    Die Antwort kommt v.a. aus Peking, Moskau ist nur vorgeschoben: Nicht vor Moskau schaudert den EUSraEliten, sondern vor Peking. Man stelle sich vor, der Umgang mit Korruption orientiert sich am chinesischen Modell. Hier müssten die Köpfe reihenweise rollen und angeklagte EUSraEliten könnten sich nur auf ihre westliche UNwertegemeinschaft berufen.

    Die “Annexion” der Krim war und ist eine indirekte Antwort Pekings, d.h. ganz und gar im Sinne Pekings. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Moskau diesbezüglich nicht Pekings Rückendeckung versichert hat. Eine Rückendeckung in einer Sprache, welche von Stupid White Men allerdings nicht verstanden wird.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

    1. Pitt

      Zunächst mal, die Nachricht ist falsch, frei erfunden. Es hat in Aleppo keinen Abzug von Terroristen gegeben, Maarouf war nie in Aleppo und Bab Al Hawa liegt in Idlib. Dadurch, dass nun neben westlichen Agenturen auch RT die türkische Ente übernommen haben, wird die Nachricht nicht wahr.

      Aber: interessant ist die Frage, warum die westlichen Agenturen nun die Ente streuen, die imaginäre FSA sei aus Aleppo abgezogen. Letztlich könnte das bedeuten, dass der Westen mit der Botschaft, alle „moderaten Terroristen“ seien aus Aleppo abgezogen, Zustimmung dazu signalisiert, dass die syrische Armee demnächst wieder ganz Aleppo beherrscht, bzw die Meldung eine verklausilierte Absage der Unterstützung der in Aleppo aktiven Terroristen darstellt.

      Das ist jedoch Kaffeesatzleserei. Richtig ist, dass Jamal Maarouf in der südlichen Provinz Idlib eine Klatsche von der Nusra Front bekommen hat und es in Aleppo seit der Befreiung von Handarat durch die syrische Armee keine signifikanten Änderungen mehr gegeben hat, und auch bei der Kontrolle von Bab Al Hawa gab es keine Änderungen. Warum die Türkei, der Westen, Press TV und nun auch RT obige Falschmeldung streut, ist nicht bekannt.

  4. Da scheint am Horizont, die Sonne, einer neuen Welt, die für die 99% der Menschen bedeutet, in Selbstbestimmung und Freiheit, an ihrer Zukunft zu arbeiten. Es gibt nur einen Schatten, in dieser Welt ist kein Platz, für die Machtorgien, der 0,1%. Da sie als Herrenmenschen, uns andere, nur als Humankapital gelten lassen, die nur eine Daseinsberechtigung haben, für ihre Wohlfahrt bereit zu stehen und sie zu Erarbeiten, ist bei drohendem Verlust, ihrer Herrschaft, damit zu rechnen, das sie sagen, wenn ihr nicht von uns Beherrscht werden wollt, so habt ihr keine Berechtigung, weiter zu leben und sie diese Welt im Atomaren Höllenfeuer vergehen lassen. ( siehe das Ende, ihres Zauberlehrlings Adolf Hitler )

  5. Ganz interessanter Bericht über MH17:

    http://www.rtdeutsch.com/6689/headline/enthullt-geheimen-deals-zur-mh17-untersuchung-die-niederlandische-regierung-schweigt/

    „Teil der Vereinbarung zwischen den vier Staaten und der niederländischen Staatsanwaltschaft ist das Recht aller Parteien auf Geheimhaltung. Das bedeutet, falls einer der involvierten Staaten meint, dass etwaige Beweise ihm schaden könnte, dann haben sie das Recht darauf, diese geheim zu halten.

    „Natürlich [ist das] eine unglaubliche Situation. Wie kann der Ukraine, als einer der Hauptverdächtigen, solch eine Vereinbarung angeboten werden?“ schrieb der Niederländer Jan Fluitketel in der Zeitung Malaysia Today.“

  6. Ein schiitischer Prediger , der für Saudi Arabien freie Wahlen gefordert hatte soll dafür jetzt durch das schwert hingerichtet werden.
    Nichts ungwöhnliches für die dortige Diktatur, die angeblich Demokratie nach Syrien exportieren möchte.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/saudi-arabien-todesurteil-gegen-prediger-nimr-al-nimr-a-1002335.html

    „Tatsächlich trauen die Regierenden in Riad den Schiiten nicht. Bestimmte Ämter im Staat bleiben ihnen versagt, in der Politik wie bei den Sicherheitskräften. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen, bei denen Schiiten verhaftet werden – auch Kinder. Sie verschwinden dann für unbestimmte Zeit im Gefängnis.“

    Merkwürdig für Spon so offen Kritik an Saudoof Arabien zu äußern.

    1. Und man vergesse dabei nicht, welche Sorte „Araber“-„Eliten“-Familien die Briten (Lawrence von Arabien“ …) dort einst übrigließen und ihnen die (Stellvertreter-)“Macht“ zuschanzten: Nur den Londonhörigen – die anderen brachte man systematisch um.
      Man kann es auf einen Kurzformel bringen: Heutige „Eliten“= hergelaufenes Kroppzeug von Londons Gnaden, die wirklichen Eliten existieren schon lange nicht mehr …

  7. Danke für den Artikel und den Link im Nachtrag. Es geschehen noch Zeichen und Wunder (lol @Überschrift). Wobei man fairerweise sagen muss, dass man bei Focus-/Money immer wieder mal Brauchbares serviert bekam. Auch aktuell zum Ukraine-Konflikt gab´s da einen ähnlichen Artikel der mal etwas mehr Richtung Klartext ging. Weiß leider nicht mehr welcher Autor. Aber egal. Bleibt halt zu hoffen, dass die Amis bei ihrem Untergang nicht noch groß um sich schlagen werden.

    PS: Bleibt das Design der Seite jetzt so?

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