Ernsthafte Operation zur Befreiung des Donezker Flughafens

Seit Monaten beschießen die auf dem Donezker Flughafen stationierten Einheiten der Ukrowehrmacht praltisch täglich die Wohngebiete der Stadt Donezk mit schwerer Artiellerie. Die Minsker Vereinbarung über eine Waffenruhe hat daran nichts geändert, und auch die Ergänzung der Minsker Vereinbarung durch eine Verpflichtung zum Abzug schwerer Waffen 15km von der Linie des Kontaktes hat daran nichts geändert.

Die Ukrowehrmacht denkt gar nicht daran, die Minsker Vereinbarung zu erfüllen, den Beschuss der Stadt Donezk einzustellen und ihre schweren Waffen vom Donezker Flughafen abzuziehen. Stattdessen versucht die Ukrowehrmacht der Vereinbarung widersprechend, mehr schwere Waffen auf den Donezker Flughafen zu verlegen. Besonders aufschlussreich ist die Beleuchtung der Frage, warum die Kiewer Junta den Flughafen von Donezk unbedingt halten will. Ohne die Stadt Donezk, die unter Kontrolle der Armee von Novorossiya steht, wäre der Flughafen Donezk, wenn die Waffenruhe hielte und die Waffenstillslinie eine zur Grenze wird, für Kiew ein nutzloses unbewohntes Stück Land. Als Flughafen ist das Gelände ohne Zugang zur Stadt nicht wirtschaftlich sinnvoll nutzbar. Das Einzige, wozu der von der Armee von Novorossiya weitgehend umzingelte Flughafen Kiew dienen kann, ist, den Bewohnern der Stadt Donezk das Leben durch Artilleriebeschuss zur Hölle zu machen und eine militärische Angriffsposition zur potentiellen Erstürmung der Stadt Donezk aufzubauen. Denkbar ist natürlich auch, dass die Ukrowehrmacht vom Flughafens Donezk nicht verschwinden will, weil sie da eine Menge weitere Leichen ihrer Opfer verbuddelt hat und ihre faschistischen Verbrechen damit nicht offensichtlicher würden.

Am Sonntag Abend fuhr ein Abgeordneter der Donezker Volksrepublik mit einem PKW in Richtung des Flughafens, um mit den dort stationierten Einheiten der Ukrowehrmacht bis zum politischen Auffinden einer Lösung für das Donezker Flughafenproblem zumindest einen funktionierenden lokalen, vorübergehenden Waffenstillstand auszuhandeln. Die im Flughafen stationierte Ukrowehrmacht hat den mit einer weißen Fahne deutlich gekennzeichneten Wagen des Abgeordneten durch Panzerbeschuss zerstört, den Fahrer des Abgeordneten damit getötet und den Abgeordneten selbst verletzt. Da unter diesen Umständen das Aushandeln einer funktionierenden lokalen Waffenruhe für den FLughafen Donezk unmöglich ist, hat die Führung der Donezker Volksrepublik beschlossen, eine ernsthafte Militäroperation zu starten, um die Ukrowehrmacht, die sich ohnehin nicht an den Waffenstillstand hält, vom Flughafen Donezk zu vertreiben. Es wird von der Seite Novorossiyas geschätzt, dass die Ukrowhrmacht zur Besetzung des Flughafen Donezk gegenwärtig rund zweieinhalbtausend ihrer kampfkräftigsten und am besten bewaffneter Truppen einschließlich ausländischer Söldner einsetzt.

In einem ersten Operationszug hatte eine Spezialeinheit der Armee von Novorossiya am Montag die Aufgabe, den Polizeistützpunkt des Flughafens, das Flughafenhotel und das Verwaltungsgebäude des Flughafens von den Truppen der Ukrowehrmacht zu befreien.

Die Truppen der Ukrowehrmacht leisteten heftigen Widerstand und haben unter anderem mit Panzern auf die Soldaten der Armee von Novorossiya gefeuert. Bis zum Abend gelang es der Armee von Novorossiya trotzdem immerhin, den Polizeistützpunkt des Flughafens von Donezk einzunehmen. An der Befreiung des Hotels und des Verwaltungsgebäudes wird weiter gearbeitet. Bei den Kämpfen am Flughafen Donezk hat es in den letzten 24 Stunden auf beiden Seiten Dutzende Tote und Verletzte gegeben. Trotzdem sieht es gegenwärtig so aus, dass die Donezker Volksrepublik fest entschlossen ist, die Operation weiterzuführen, bis die Terroristen vom Flughafen Donezk vertrieben sind und die Ukrowehrmacht damit keine Möglichkeit mehr hat, ihr Verbrechen fortzusetzen, die Wohngebiete der Hauptstadt der Volksrepublik Donezk mit Artillerie zu beschießen.

Nachtrag Dienstag: Die Ukrowehrmacht am Flughafen Donezk hört nicht auf damit, die Wohnviertel von Donezk zu beschießen. Durch den Artilleriebeschuss der Ukrowehrmacht sind vielerorts in Donezk die Fenster rausgeflogen und die Leute hocken in den Kellern. In Gesprächen verweigert die Ukrowehrmacht auch am Dienstag, vom Flughafen abzuziehen. Wie schon vor 70 Jahren, gilt bei den Faschisten die Parole, dass keine Position aufgegeben werden darf. Und so sahen die Donbass-Milizen auch am Dienstag veranlasst, der Ukrowehrmacht am Flughafen ein paar Rückzugsargumente vom Kaliber 122mm zu schicken:

Andere Mitglieder der Volkswehr sind unterdessen persönlich auf den Weg zu einem klärenden Gespräch mit der Ukrowehrmacht, die den Flughafen besetzt hält, diesmal allerdings nicht in einem PKW mit einer weißen Fahne, sondern zu Fuß bewaffnet durch’s Gestrüpp:

Noch harren die mit haufenweise Panzern und Artillerie schwer bewaffneten Elitetruppen der Ukrowehrmacht allerdings trotzdem störrisch im Flughafen Donezk aus.

So sieht’s aus.

Viel Entschlossenheit, und viele Tote.

Nachtrag Donnerstag Abend: Bis zum Ende der Woche, Sonntag Abend dürfte damit gemeint sein, wollen die Donbass-Milizen mit der Befreiung des Flughafens fertig sein.

Nachtrag Samstag Morgen: Die Armee von Novorossiya ist im Flughafen, die Ukrowehrmacht will aber immer noch nicht aufgeben. Die Verhandlungen über einen Rückzug der Ukrowehrmacht vom Flughafen gehen weiter – hier noch ein paar Bilder von den noch nicht erfolgreichen Rückzugsverhandlungen am vergangenen Dienstag.

Gegenwärtig schießt die Ukrowehrmacht von Peski aus, ein paar Meter südwestlich des Flughafens, mit Artillerie auf die Stellungen der Armee von Novorossiya im Flughafen und auf das Stadtgebiet von Donezk.

9 Gedanken zu “Ernsthafte Operation zur Befreiung des Donezker Flughafens

  1. Wir werden erleben, wie der SPIECHEL auch in diesem Fall NATO-Positionen verteidigt!

    Dann wird also ganz bald die Türkei – mit Einverständnis der NATO-Partner – syrisch Kurdistan besetzen und so eindeutig die staatliche Souveränität Syriens verletzen. (Russland darf das natürlich nicht; obwohl es in der Ukraine eigene Menschen unterstützt) Damit hätte Erdolf Erdowahn diesen Landstrich an seiner Südgrenze bis kurz vor Aleppo unter Kontrolle. Eine Infrastruktur wird es im Kurdengebiet kaum noch geben, die wird nämlich gerade erfolgreich und nachhaltig von den Koalitionären zerbombt …. ach so, ja, ein Geschütz der IS-Milizen und einen Pick Up haben sie in den letzten 24 Stunden im Umland von Kobane auch geschrottet … Nichts unterschlagen!

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-islamischer-staat-miliz-nimmt-325-doerfer-nahe-kobane-ein-a-994719.html

    Es wird noch eine ganze Weile noch schlimmer werden und ob wir erleben werden, dass die Abwärtsentwicklung sich umkehrt … WER LEBT WIRD SEHEN!

  2. http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-bataillone-101.html

    Unglaublich die Tagesschau erwähnt die Nazibataillione:

    „Dabei handeln die Freiwilligen-Bataillone aber offenbar weitgehend auf eigene Faust und nach eigenen Regeln. Besonders berüchtigt ist das Bataillon Aidar, zu dem rechtsgerichtete ukrainische Nationalisten gehören, von denen sich einige mit Hakenkreuzen und anderen Nazi-Symbolen schmücken – als Abzeichen auf der Tarnkleidung oder als Tätowierung auf dem Körper. Die Anführer und viele Mitglieder sind bekennende Neonazis und Mitglieder von rechtsextremen Gruppen.“

  3. Es wird zunehmend klar, daß die mediale „ISIS“-Kampagne mit darauf folgenden Luftbombardements von NATO-Staaten den Sinn hatte die Befreiung von sowohl Aleppo-Stadt als auch Aleppo-Provinz (gefolgt von Raqqa) durch die SAA zu stoppen. Nebenbei ist wieder eine NATO-geführte Kommandostruktur im Terrorkrieg gegen Syrien und im Irak implementiert worden. Es mögen sich einzelne Warlords am Boden in der Vergangenheit verselbständigt haben, die „Aufräumarbeiten“ dazu fanden allerdings schon zu Beginn des Jahres statt, als die Terroristen sich gegenseitig bekriegten, und korrespondierten mit der Einnahme des Industrieviertels rund um Aleppo-Stadt durch die SAA. Ich widerspreche hiermit entschieden der Meinung des Parteibuchs, dass bei der gegenwärtigen „ISIS“-Kampagne irgendetwas aus dem Ruder gelaufen ist und behaupte die Identität von „ISIS“ und USA. (Dieser Beitrag ist nicht „off-topic“.)

  4. Ich verstehe leider kein russisch, allerdings scheint es als seien die Donezker Volksverteidigungseinheiten inzwischen auf den Flughafen vorgedrungen:

    Derweil wird die Stadt vom Flughafen aus weiter beschossen:

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