Riskante Wette

Kurz nachdem das Parteibuch die Einschätzung abgab, die Absicht hinter der Bombardierung von ISIS, Nusra Front und anderen Al-Kaida-Gruppen in Syrien durch die USA, Saudi Arabien, Jordanien, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate bestehe darin, die Welt zunächst an US-geführte Bombenangriffe in Syrien zu gewöhnen und dann nach einer Weile zur Bombardierung der syrischen Armee mit Ziel Regime Change in Syrien überzugehen, hat das zionistische Hetzblättchen „Wall Street Journal“ einen Hintergrundbericht veröffentlicht, in dem diese Analyse detailreich bestätigt wird.

Der Hintergrundbericht erklärt, dass das Ziel der saudisch-wahhabitischen Diktatur natürlich nach wie vor darin besteht, zur Schwächung des Iran die syrische Regierung zu stürzen und der saudische Herrscher hat beschlossen, zu tun, was immer dazu nötig ist. Die Saudis meinen, dazu unbedingt Luftangriffe und andere direkte militärische Maßnahmen der USA gegen Syrien zu brauchen. Die Saudis waren sehr unzufrieden, nachdem der von ihrem Lakaien Zahran Alloush im letzten Jahr durchgeführte False-Flag-Anschlag mit Chemiewaffen in Damaskus nicht zu dem erhofften Ergebnis einer US-geführten Bombardierung Syriens geführt hat. Nachdem nun im Sommer Pläne für eine offizielle Bewaffnung von Anti-Regierungskämpfern in Syrien durch die USA und für ein direktes militärisches Eingreifen der USA in Syrien auf der Tagesordnung standen, wollten die Saudis und ihre Kumpane aus den Vereinigten Arabischen Emirate unbedingt, dass es dazu auch wirklich kommt und US-Präsident Barack Obama keinen Anlass bieten, von diesen US-Aggressionsplänen gegen Syrien doch noch Abstand zu nehmen.

Das Wall Street Journal schreibt dazu:

Eine Wiederholung von Obamas früheren Richtungsänderungen befürchtend, entschieden sich die Saudis und die Vereinigten Arabischen Emirate für eine Strategie, die darauf abzielt, einen Kurswechsel schwieriger für Obama zu machen. „Um was auch immer sie (die Amerikaner) bitten, sagen Sie ‚Ja'“, sagte ein Berater des Golf-Blocks zu der Strategie. „Das Ziel war es, ihnen keinen Grund für Verzögerungen oder Nichthandeln zu geben.“ (Übersetzung durch das Parteibuch)

Wie aus dem Artikel weiter hervorgeht, bauen die Saudis und ihre Partner darauf, dass die USA, so wie es offzielle US-Politik ist, weiter das Ziel Regime Change in Syrien verfolgen, und nehmen es als Zeichen der US-amerikanischen Ernsthaftigkeit dieses Zieles, dass US-Herrscher Obama 500 Millionen US-Dollar beim US-Kongress für die Ausbildung und Bewaffnung von syrischen Anti-Regierungskämpfern beantragt hat und der von der Israel-Lobby beherrschte US-Kongress das Geld auch bewilligt hat. Dass die Summe 500 Millionen Dollar klein ist, stört die Saudis nicht. Die Saudis haben dem Bericht zufolge deshalb umgehend angeboten, die Summe defacto zu vervielfachen, in dem sie viele Kosten des US-Programmes zur Ausbildung und Bewaffnung von syrischen Anti-Regierungskämpfern übernehmen. Den Saudis geht es darum, dass die USA die Bemühungen zum Regime Change in Syrien führen, weil die USA, wenn sie einmal irgendwo dabei sind, immer gewinnen wollen. Sollten die von den USA ausgebildeten syrischen Anti-Regierungskämpfer wie erwartet kurz nach dem Ende ihrer Ausbildung vor einer Niederlage gegen die syrische Armee stehen, so gehen die Saudis davon aus, dass ihnen dann die US-Luftwaffe den Weg zum Sieg freibomben wird, obwohl das US-Regime gegenwärtig offiziell versichert, dass die USA nicht vorhaben, die syrische Armee zu bombardieren.

Das Wall Street Journal beschreibt die saudische Kriegsstrategie als eine Art Wette:

Saudische Führer und Mitglieder der gemäßigten syrischen Opposition wetten darauf, dass die USA schließlich in Richtung von die moderaten Rebellen unterstützenden Angriffen gegen Assad, zusätzlich zu denen gegen den islamischen Staat gezogen werden können. US-Offizielle sagen, die Administration hat nicht die Absicht, Assads Truppen zu bombardieren. (Übersetzung durch das Parteibuch)

Die saudische Führung und ihre Partner wetten also darauf, dass es ihnen gelingen wird, die USA dazu zu bringen, irgendwann in der Zukunft ihre Politik dahingehend zu ändern, dass sie die syrische Armee bombardieren wird und so von den USA unterstützte Anti-Regierungskämpfer zur Macht in Damaskus verhelfen wird. Sicherlich können die Saudis sich dabei voll und ganz darauf verlassen, dass Israel und die Israel-Lobby die Saudis in diesem Ansinnen mit all ihren Fähigkeiten in Bezug auf Lobbyismus und Propaganda unterstützen werden, denn schließlich will auch Israel unbedingt einen Regime Change zum Nachteil Irans in Syrien. Selbstverständlich ist auch zu erwarten, dass Israel und Saudi Arabien auch False-Flag-Operationen einsetzen, um Druck auf die USA zu machen, die syrische Armee zu bombardieren. Und spätestens bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 wird die Israel-Lobby all ihre Macht einsetzen, um jemanden wie John McCain oder Hillary Clinton auf den Stuhl des US-Präsidenten zu setzen, der die syrische Regierung bombardiert. Es mag auch sein, dass die Saudis schon so etwas wie eine inoffizielle US-Absichtserklärung zur Bombardierung der syrischen Armee in der Tasche haben und es mag sogar sein, dass das US-Regime wirklich beabsichtigt, bald mit der Bombardierung syrischer Regierungskräfte zu beginnen.

Trotzdem könnte es passieren, dass die Saudis ihre Wette verlieren und die USA nicht einmal versuchen werden, einen Regime Change in Syrien herbeizubomben. Dafür kann es eine ganze Reihe von Gründen geben. Ein Grund könnte etwa sein, dass die US-Bevölkerung sich durch die US-geführte Bombardierung von ISIS und der Nusra Front in Syrien nicht wie erhofft an die Bombardierung Syriens durch die USA gewöhnt, sondern eine noch stärkere Abneigung gegen die Bombardierung Syriens entwickelt. Ein anderer Grund könnte sein, dass die von den USA unterstützte Rebellentruppe in Syrien so schnell von der syrischen Armee oder ISIS besiegt wird, dass die USA niemanden mehr vorfinden, den sie mit einer Bombardierung der syrischen Armee zur Macht in Damaskus verhelfen könnten. Denkbar ist auch, dass die syrische Bevölkerung in den „Rebellengebieten“ und nicht mit den USA kooperiende syrische Regierungsgegner so wütend über die US-geführte Bombardierung von ISIS und der Nusra Front werden, dass sie die Mitglieder der von den USA unterstützten Rebellentruppe in Syrien gleich als Kollaborateure mit den USA an den nächsten Bäumen aufhängen, wenn sie von der Ausbildung in Saudi Arabien zurück nach Syrien kommen. Auch könnte es passieren, dass mit Syrien befreundete Staaten militärische Maßnahmen zum Schutz Syriens ergreifen oder mit ihnen drohen, wenn die USA die Absicht erkennen lassen, die syrische Armee zu bombardieren. Russland könnte etwa im Westen Syriens kurzfristig mit Hilfe seiner Marine eine starke Flugabwehr und einen effektiven Küstenschutz organisieren. Der Iran könnte beispielsweise seinen Verteidgungsvertrag auf Gegenseitigkeit mit Syrien aktivieren und Dinge tun, wie US-Kriegsschiffe im persischen Golf zu versenken, Positionen der anti-syrischen Kriegskoalition an der Küste des persischen Golfes attackieren oder den Ölfluss durch die Straße von Hormuz einschränken. Der Irak könnte der US-Armee die Nutzung seines Territoriums verbieten. China und Nordkorea könnten in Ostasien für eine Spannungssituation sorgen, die beim US-Militär den dringenden Wunsch auslöst, einen großteil der US-Kapazitäten aus Westasien nach Ostasien zu verlegen. Und natürlich kann es passieren, dass die gegenwärtigen US-geführten Bombenangriffe auf ISIS nicht zu einer Schwächung von ISIS führen, sondern aufgrund des Status als Widerstandsorganisation gegen die USA zu steigendem Zulauf und damit zur Stärkung von ISIS, die USA einen Regime Change in Syrien jedoch erst nach der Vernichtung von ISIS wollen, die Bedingung aber nicht eintritt, weil ISIS anstatt schwächer zu werden, durch die US-geführte Bombardierung immer stärker wird. Kurzum, es gibt einen Haufen von Gründen, warum die Saudis ihre Wette auf die zum Regime Change in Syrien führende US-Bombardierung der syrischen Armee verlieren könnten, und natürlich werden sie praktisch als Mischung all der oben genannten Gründe und noich weiterer Gründe daherkommen.

Wenig betrachtet wurden bislang die Konsequenzen dessen, was passieren könnte, wenn die Saudis und die „moderate syrische Opposition“ des Istanbul-Rates ihre Wette verlieren. Innerhalb von Syrien sieht es gegenwärtig so aus, dass sich so ziemlich die ganze Bevölkerung Syriens zum ersten Mal seit über drei Jahren in einer wesentlichen außenpolitischen Frage einig ist. Praktisch die gesamte Bevölkerung Syriens, von Säkularen Kommunisten über moderate Demokraten bis hin zu wahhabitischen Jihadisten lehnt die US-Bomben ab und ist vereint im Zorn gegen die USA. Auf dieser Basis könnte demnächst eine Menge an innersyrischer Versöhnung möglich sein, was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien. Durch die Bomben drücken die USA die syrische Bevölkerung im Allgemeinen und syrische Regierungsgegner im Spezillen geopolitisch regelrecht ins anti-amerikanische Lager.

Beinahe noch interessanter ist, was außerhalb von Syrien als Folge des Krieges gegen ISIS passieren könnte. Das russische Außenministerium hat zu Beginn der US-geführten Bombardierung in Syrien die Meinung geäußert, dass die US-geführte Bombardierung von Syrien in den daran beteiligten Staaten zu Blowback führen wird. Es ist eine freundliche Umschreibung dafür, dass es in Saudi Arabien und den anderen an der Bombardierung des IS-Kalifats beteiligten Staaten von Wahhabiten getragene Revolutionen geben könnte, die damit unzufrieden sind, dass ihre Herrscher „die ungläubigen US-Amerikaner“ militärisch dabei unterstützen, andere Wahhabiten zu bombardieren. Je länger die Beteiligung der wahhabitischen GCC-Staaten und Jordaniens an der US-geführten Bombardierung von ISIS in Syrien andauert, umso größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesen Staaten zu blutigen Aufständen gegen die eigneen Herrscher kommt. Es ist keineswegs ausgeschlossen, dass die saudische Beteiligung am Krieg gegen ISIS anstelle der Zerstörung von ISIS die Eroberung von Mekka durch ISIS zur Folge hat. Klar ist auch, was nach einer Stärkung durch die Erlangung der Kontrolle über saudische Waffen und saudisches Öl als nächstes auf der Speisekarte von ISIS stünde: die Befreiung von Al Quds.

Einige Zionisten, die sich seit Jahren für die Bombardierung Syriens einsetzen, scheinen den Braten inzwischen zwar zu riechen, aber zu groß ist die Kriegslust von Zionisten und Saudis, als dass sie der Versuchung der US-geführten Bombardierung Syriens unter den gegebenen Umständen widerstehen könnten. Wenn die saudischen Herrscher und ihre zionistischen Kumpane irgendwann mitbekommen, dass der Krieg gegen ISIS in Syrien für sie ganz gewaltig nach hinten losgehen kann, und die USA mit dem Krieg gegen ISIS eine Falle für die Saudis gebaut haben, dann könnte es schon zu spät sein, als das sie daran noch etwas ändern könnten.

Nachtrag 27.09.2014: Auf geht’s. Press TV: Saudischer Ex-Offizier gründet Bewegung zur Befreiung der arabischen Halbinsel vom korrupten saudischen Regime.

11 Gedanken zu “Riskante Wette

  1. Danke Parteibuch für die unermüdliche Arbeit und die Denkanstösse. Alle beschriebenen Szenarien sind momentan noch im Bereich des Möglichen. Sehr interessant der Gedanke, dass ja in Syrien Wahhabiten ihre Glaubensbrüder bombardieren. Das kommt bestimmt bei vielen in Saudi-Arabien und Golfstaaten nicht gut an. Sollte sich die Lage zu Ungunsten dieser unsäglichen Koalition entwickeln, werden sie einen teuflischen false flag Plan in der Tasche haben. Nur die Giftgasgeschichte glaubt nun niemand mehr (sie haben es in Adra wieder versucht). Es bleibt abzuwarten, wie schnell und wie entschlossen die syrische Armee sich durchsetzt. Der Zeitfaktor ist entscheidend. Es scheint fast, als habe die syrische Armee einen Energieschub erfahren, denn es können einige Erfolge vermeldet werden. Es müssen so schnell wie möglich Tatsachen am Boden geschaffen werden. Es gibt dann keinen Grund mehr, Gebiete die befreit sind und wo es den Menschen endlich wieder möglich wird, in ihre Dörfer und Städte zurückzukehren noch zu bombardieren. Die Argumentation wird dann schwierig. Die Syrer in den Flüchtlingslagern in Libanon, Türkei und Jordanien wollen lieber heute als morgen zurückkehren.

  2. Hürriyet 22. September, Behandlung eines verwundeten IS-Kämpfers in einem grenznahen türkischen Krankenhaus.

    Muhalefet.biz 20. September, kurdische YPG nimmt drei IS-Rekruten fest, zwei belgische Staatsbürger, ein Mann mit französischem Pass.

    Tageszeitung Radikal 13. September, Reportage mit Bildern vom Erdölschmuggel der IS-Terrorgruppe aus syrischen Gebieten in die Türkei.

    Firatnews.com 25. September, junger Islamist aus Deutschland beim Versuch sich dem IS anzuschließen von kurdischen Milizen aufgegriffen und seiner Familie übergeben.

    Das war die Kurzfassung einiger Angaben aus der NYT in einem längeren Artikel auf Telepolis vom 27. September 2014.

    http://www.heise.de/tp/artikel/42/42894/1.html

    Fazit: NATO-Boss Washington bombardiert angeblich Schützlinge des – da Washingtons Geheimdienste, Truppen und Waffen im Land – de facto NATO-Untertanen Türkei.

    Um einiges deutlicher wird ALALAM, in dem Artikel „Video: Wahhabitischer Prediger lehrt ‚vergnügliches Enthaupten'“ vom 10. August 2014:

    „Eine solche Werbekampagne der Grausamkeit und Gewalt, die fälschlicherweise mit den göttlichen und menschlichen Lehren des Islam vernüpft wird, lässt wenig Zweifel daran, dass diese Anstrengungen, Unmenschlichkeit unter den Muslimen zu verbreiten, Teil der in Mossad- und CIA-Befehlszentren entwickelten Pläne sind, mit dem Ziel den Islam zu verteufeln und weltweit Islamfeindlichkeit zu fördern, unter Benutzung extremistischer Muftis und Prediger aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern als Schachfiguren.“
    (Eigene Übersetzung)

    Artikel in englischer Sprache auf http://en.alalam.ir/video/1621887

    Abgesehen davon, dass wir bezüglich Personen, die öffentlich und mit Vernügen massenmorden, einzig und allein über Therapie mit anschließender Sicherungsverwahrung reden und bei Scheinheiligen, die sich mit notorischen Ermöglichern, Erschaffern und Unterstützern solcher Massenmörder verbünden, wegen akuter Gefährdung von Menschenleben, nach der Festnahme zuerst einmal eine Untersuchung ihres Geisteszustandes stattzufinden hat, bevor jemand denen auch nur eine Sekunde lang ernsthaft zuhören könnte: Wenn informierte Menschen seit Jahren wissen, was mit den Berichten der besten Journalisten wie Seymour M. Hersh jederzeit nachzuweisen ist, dass u. a. in der Region der Erde, die „Mittlerer Osten“ genannt wird, massiv propagandagestützt eine US-geführte NATO-Geheimdienstinszenierung verdeckter Aggressionskriegsführung veranstaltet wird, dessen an den Fingern einer Hand abzählbaren Ziele der Profitmaximierung und des größenwahnsinnigen Weltherrschaftsstrebens, sich schon durch unvoreingenommenes Beobachten der Vorgehensweisen vollständig erschleßen, wie soll mit diesem jederzeit belegbaren Wissen auch nur eine Szene der Inszenierung erfundener oder realer Handlungen eingesetzter Akteure, als möglicherweise außerhalb des befolgten und höchstens in Einzelheiten angepassten Drehbuches stehend, diskutiert werden?

    Daech* « Allah ne nous a pas ordonné de combattre Israël »

    Daech: „Gott gab uns keinen Befehl gegen Israel zu kämpfen“

    http://www.algerie1.com/actualite/daech-allah-ne-nous-a-pas-ordonne-de-combattre-israel/

    *Daech, eine sich offenbar unter Muslimen verbreitende Spottbezeichnung für die gefälschte Dschihad-Bewegung von Söldnerbanden wie Al Kaida, Al Nusra oder ISIS, weil sie den Kampf der Paläsinenser für die Freiheit von der Besatzung verraten haben und zu Tausenden unschuldige Menschen ermorden, die auch noch fast alle Muslime sind.

    „Sie kämpfen für Geld und ihr Gott heißt NATO“, sagen die schmerzlich erfahrenen Menschen in Syrien.

    „Muslime glauben an Propheten,
    Islamisten glauben an Profite.“

    „Was gezeigt wird, gaukelt das Gegenteil von dem vor, was es ist.“

    Aus „Verbrecher und Tatwerkzeug“ auf http://www.superbiene.de/2014/09/26/verbrecher-und-tatwerkzeug/

    Das Gegenteil der Guten sind die Gutmeiner.

  3. http://www.taz.de/Debatte-US-Luftangriffe-in-Syrien/!146701/

    http://www.electronicresistance.net/2014/09/erdogan-calls-for-syria-no-fly-zone/

    http://www.almasdarnews.com/article/erdogan-turkish-troops-used-syria/

    Es scheint so als ob das Scheitern der Luftangriffe von Anfang an Teil der strategie war und es letztendlich alles auf bodentruppen hinausläuft die dann in erster Linie dazu dienen endlich die Puppen die Washington genehm sind an die Macht zu bomben. Nebenbei was macht eigentlich die Demokratisierung Lybiens, dort hat doch alles so funktioniert wie sich die Franzosen, Engländer und Obomba es gewünscht haben!

  4. Wird sich doch nicht China und Russland unter dem Banner des Antiislam-Kampf von den USA/Israel, vor den Karren spannen lassen! Die spielen jetzt das alte Spiel vom Hase und vom Igel!

  5. So sehr ich geneigt bin, solche Denkanstöße und möglichen Szenarien in Betracht zu ziehen und sogar ausdrücklich zu unterstützen, und mich zudem für die tagtägliche Mühe mit dem Verfassen dieser Beiträge herzlich bedanke, finde ich es ganz und gar nicht ainn- und zweckführend, wie inflationär in den ansonsten wohl durchdachten Beiträgen mit manchen Begriffen umgegangen wird. Diesmal mit „Wahhabiten“. Wahhabitische GCC-Staaten? Ich will jetzt nicht fragen, was das sein soll, denn das ist mir schon klar. Ebenso was es mit der (nicht-wahhabitisch-)saudisch-wahhabitischen Doppeldiktatur auf sich hat. Nur wirkt das gerade so, als ob sich Ulema auf der Arabischen Halbinsel mit Blick nach Westen mit der allgemein dekadenten weißen Herrenrasse befassen würden, was mir ebenso wenig gefallen würde. Mit der Realität hat es leider nicht so sehr viel zu tun, woran auch nichts ändern, dass alle diese Länder und vor allem ihre Fürsten (genannt „fette Katzen“ – qitat simaan) im Schnelldurchlauf von zutiefst mittelalterlich geprägten Beduinen zu quasi-modernen Monarchien (was immer man darunter verstehen mag) geworden sind. Das macht nämlich weder ihre Herrscher noch ihre Bevölkerungen automatisch zu Wahhabiten – weder ideologisch noch gar ethnisch).

    1. Zardoscht
      Der von ISIS propagierte Wahhabismus ist im saudisch beherrschten Arabien Staatsdoktrin. Genau das macht das ISIS-Kalifat für die saudischen Lakaien Israels so gefährlich.

      http://english.al-akhbar.com/node/21234

      In den anderen Satellitenstaaten der saudisch-zionistischen Achse des Terrors, die an der Bombardierung von Wahhabi-Jihadis in Syrien teilnehmen, ist Wahhabismus nicht unbedingt Staatsdoktrin, doch hat der Wahhabismus auch dort viele Anhänger.

      Katar beispielsweise hat kürzlich erst in Doha eine über zehntausend Menschen fassende Moschee zur Huldigung Wahhabs gebaut. Siehe etwa hier:

      http://www.middle-east-online.com/english/?id=49555

      1. Das ist mir durchaus bewusst, um nicht zu sagen: aus einem ganz bestimmten Grund bestens bekannt, wie ich es ja auch in meinem Kommentar angedeutet habe. Aber widerspricht das denn meiner Grundaussage? Warum der puritanische hanbalitische Islam in Saudi-Arabien „Staatsdokrin“ (ich weiß, das Wort kommt in der Wikipedia vor) ist, hat ganz sicher nichts damit zu tun, dass die Familie As-Saud zu irgendeinem Zeitpunkt Sympathien dafür hegte, auch nicht Abdel Aziz ibn Saud, der Gründer des modernen Saudi-Arabiens. Eher etwas mit einem Zweckbündnis zur Legitimation vor fast 100 Jahren. Immerhin ging es damals um nicht weniger als darum, die Beni Haschim (die Sippe des Propheten) zu beerben und die Macht über die heiligen Stätten Mekka und Medina an sich zu reißen. Das erforderte gewisse Kompromisse, das ist alles. Anders wäre auch die große Affinität zwischen den As-Saud zu den Zionisten im Nahen Osten und vor allem in den USA nur schwer zu erklären. Und den meisten anderen Herrschersippen auf der Arabischen Halbinsel Sympathien zum Wahhabismus unterstellen zu wollen (besonders den Al Nuhayyan in Abu Dhabi, den Al Maktoum in Dubai, oder den Al Sa’id in Oman – bei den Al Thani in Katar mag es etwas anders sein, ist aber ebenfalls nicht derartig vordergründige Parteinahme), ist aus gleich mehreren Gründen gänzlich abwegig. Tut mir leid, ich kann das an dieser Stelle so in Kürze leider nicht genauer auftröseln und erklären. Deswegen kann ich hier nur wieder auf meine ursprüngliche Kritik zurückkommen. Nämlich der für meinen Geschmack doch ein bisschen sehr inflationäre Gebrauch von Schlagwörtern wie „wahhabitisch“ u.a. Was mir bei der Antisemitismuskeule nicht recht ist, soll mir mit anderem Vorzeichen nicht billig sein, nur weil ich vielleicht oder ganz bestimmt grundsätzlich die gleiche Meinung vertrete.

      2. Zardoscht

        Hanbalitisch? Grotesk, Alter, zahlen diie Wahhabis Dir denn wenigstens anständig dafür, dass Du hier so einen groben Unsinn verbreitest?

        Du weist genau wie ich es weiß, dass die Staatsdoktrin der Golfdiktaturen ihre Basis im Wahhabismus hat. Du kritisierst den Begriff Wahabismus im Namen deiner wahhabitschen Kumpane? Da habe ich kein Problem mit.

        Lass uns die wahhabitischen Lakaien Israels im GCC ruhig Takfiris nennen. Die Drecksäcke bleiben dieselben. Sag mir nur, was die Drecksäcke dir dafür zahlen, dass du hier ihre Propaganda zur Unterstützung des Apartheidregimes von Tel Aviv betreibst.

  6. Kurz mal off-topic bzgl. MH-17:

    „Analyse der Gründe für den Absturz des Fluges МH-17

    Für die Analyse der Situation wurde ein Expertenausschuss aus dem Verband der Ingenieure Russlands gebildet, unter den Experten waren Reserveoffiziere mit professioneller Erfahrung mit Flugabwehrraketen sowie Luftwaffenpiloten mit beruflicher Erfahrung mit Luft-Luft-Waffen. Das vorliegende Problem wurde auch während einer Sitzung der Akademie für geopolitische Probleme diskutiert, wobei viele Theorien getestet und wiederholt diskutiert wurden. Bei der Analyse verwendeten die Experten Daten aus öffentlichen Quellen und Medien. Darüber hinaus wurde die Lage unter Verwendung der Computersimulation der Su-25 analysiert.

    Als Ergebnis dieser Arbeit liegt das folgende Analysematerial vor:“

    http://www.voltairenet.org/article185485.html
    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/26/mh17-russland-verlangt-offenlegung-der-fluege-von-ukrainischen-kampf-jets/

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