Anmerkung zur Waffenruhe im Donbass

Da keine politische Einigung erzielt wurde, der Donbass unabhängig sein will und Kiew das verhindern will, ist es nicht zu erwarten, dass die am heutigen Freitag vereinbarte Waffenruhe im Donbass lange halten wird.

Was die Feuerpause offen legen wird, ist, wo die Kommandoketten funktionieren und wo nicht. Zu erwarten ist beispielsweise, dass einige Freiwilligenverbände der ukrainischen Nazigarden, etwa die Bataillone Azov, Donbass, Aydar, Befehle aus Kiew zur Feuereinstellung vermutlich schlicht ignorieren werden. Da, wo die Befehle zur Feuereinstellung ignoriert werden, werden die Kämpfe natürlich weitergehen.

Die Selbstverteidigungskräfte des Donbass berichten, dass Kiewer Kräfte das Feuer und den Artilleriebeschuss in folgenden Gegenden der Donezker Volksrepublik bislang nicht eingestellt haben, so etwa in Dzerzhinsk, Gorlovka und Makeevka, und außerdem in Yasinovka, Chervono-Gvardeika sowie dass verschiedene Bezirke von Donezk von sich in der Gegend von Volnovakha verstärkenden Nazibanden mit Raketen beschossen werden. In Mariupol graben sich die als Azov-Bataillon bekannten Nazi-Banden tiefer ein und aus der Lugansker Volksrepublik liegen bisher keine Berichte über Verstößte gegen die Feuerpause vor.

Den Menschen im Donbass kommt die Waffenruhe trotzdem in vielen Gegenden zu Gute. Humanitäre Hilfe kann geliefert werden, kleinere Reparaturarbeiten an Strom-, Wasser- und Telefonleitungen können durchgeführt werden, und geflüchtete Zivilisten können heimkehren, Sachen von zu Hause holen oder aus Gegenden flüchten, wo sie kein Vertrauen in die Sicherheit haben. Hält die Feuerpause etwas länger, dann kann mehr repariert und vorgesorgt werden. Auch ein Gefangenenaustausch der rund 200 gefangenen Donbass-Kräfte gegen rund 1000 gefangene ukrainische Soldaten kann durchaus funktionieren, selbst wenn die Feuerpause im Donbass Mängel hat.

Das alles kann funktionieren und den Menschen Erleichterung bringen, auch wenn in ein paar Tagen festgestellt werden sollte, dass es keine politische Basis für einen dauerhaften Bestand der Waffenruhe gibt. Die Selbstverteidigungskräfte des Donbass wollen, dass alle Kiewer Besatzungskräfte für immer aus dem gesamten Donbass verschwinden und die Kiewer Junta will die Okkupation des gesamten Donbass fortsetzen. Diese unterschiedlichen Zielvorstellungen werden sich kaum lösen lassen, ohne dass eine Seite de facto kapituliert.

Ein weiterer Nebeneffekt der Waffenruhe ist dabei wichtig: Neben den vorübergehenden Erleichterungen für die Menschen im Donbass kann offenkundig werden, dass Kiew über einzelne Bataillone keine Kontrolle hat. Sollte, wie zu erwarten ist, offenkundig werden, dass die Kiewer Junta die Kontrolle über Teile ihrer bewaffneten Nazi-Formationen verloren hat und diese trotz einer von Kiew befohlenen Waffenruhe weiterkämpfen, geraten die Kiewer Junta und ihrer internationalen Unterstützer politisch in eine sehr unangenehme Lage. Die Selbstverteidigungskräfte des Donbass kommen dadurch in eine günstige Position, sie können den Kampf mit voller Berechtigung jederzeit wieder aufnehmen wo und wann sie wollen, wenn Kiew sich an die Waffenruhe insgesamt nicht hält oder nicht halten kann. Und dann können sie weiter für ein Novorossiya von Kharkov bis Tiraspol kämpfen, wenn der Kampf nicht überflüssig wird, etwa weil aufgrund der Kiewer Niederlagen die Junta in Kiew vorher zusammenbricht und die westukrainischen Nazi-Banden in die EU flüchten.

Und wenn die Waffenruhe wider erwarten doch halten sollte, dann gibt es zwar nur ein kleines Novorossisya im Donbass, aber dafür Frieden. Das wäre sicherlich auch nicht verkehrt.

PS: Der Stab der Armee von Novorossiya weist basierend auf Informationen seines militärischen Aufklärungsdienstes darauf hin, dass er, weil die Terrorbanden der Kiewer Junta nicht die Absicht haben, sich an die Waffenruhe zu halten, damit rechnet, dass die im Donbass anwesenden Nazi-Banden in den nächsten Tagen reihenweise Attacken ohne erkennbaren Urheber oder False-Flag-Angriffe ausführen, was beispielsweise durch eine Batterie von Raketenwerfern des Typs Smerch erfolgen könnte, die ständig ihre Position wechselt und zwischendurch immer wieder tödliche Salven abfeuert.

PPS: 7.9. Die OSZE hat mittlerweile das Protokoll der Vereinbarung über die Waffenruhe veröffentlicht.

PPPS: Der Bericht der 1. Interbrigade über die Geschehnisse vom 6. September ist sehr interessant und aufschlussreich. Da wird berichtet, dass die Kiewer Junta bei den Scharmützeln, die ihre Truppen am ersten Tag der Waffenruhe angefangen haben, in Zhdanovka unter anderem einen mobilen Artillerieaufklärungsradar vom Typ „Zoopark 1M“ verloren haben. Wenn der Waffenstillstand bricht, dann dürfte dieser Verlust die Junta sehr schmerzen. Von diesen modernen Geräten dürfte die Junta nicht viele haben, und auch Ersatz besorgen, könnte schwierig sein.

15 Gedanken zu “Anmerkung zur Waffenruhe im Donbass

  1. Die Geschichte zeigt. Gut für eine Selbstständige Region Ost Ukraine, denn die Ukrainische Faschisten Armee ist von den USA und von Deutschen ausgebildet und damit Schrott

  2. Egal wer die Waffenruhe bricht, unsere Medien werden Putin und den bösen Russen dafür verantwortlich machen. Und die Feuerpause nutzen den Kiewer Faschisten neue NATO-Waffen zukommen zu lassen um dann neu formiert erneut zuzuschlagen.

    Krieg ist Frieden…..

  3. Woher wisst Ihr was 15 Stunden später passieren wird ? 🙂
    Eure Vermutung hat sich gerade erfüllt:

    15:24 [Itar-Tass]
    Donetsk source: Ukrainian troops continue attacks
    http://en.itar-tass.com/world/748439

    The high-ranking source said: “Kiev’s statements about a ceasefire were only statements. These are statements only on paper and in the air. In reality, it does not seem to be truth”

  4. Das die Waffenruhe seitens Kiew nicht eingehalten wird, oder durch Kolomojskyj´s Truppen nicht eingehalten werden kann, war von Anfang an klar. Da sie eh zunehmend unter Druck geraten waren werden sie die Zeit wohl nutzen sich neu zu formieren und auszurüsten um dann vlt. nochmal ne Offensive zu starten. Schuld ist selbstverst. Putin bzw. die Aufständischen, ist doch klar. Neue Sanktionen werden am Montag in Gang gesetzt. Läuft also alles soweit nach Plan würde ich mal sagen. 200 gegen 1000 Gefangene? Auch kein schlechter Deal, was?!

    1. Alberich
      Der Austausch der Gefangenen nach der Formel „alle gegen alle“ war einer Forderung des Donbass. Kiew hat sich dagegen lange gesträubt, musste dem aber nun zustimmen, um den Waffenstillstand zu bekommen. Das Zahlenverhältnis von ca 1000 gegen 200 hat nun übrigens, mit etwas Verspätzng, aber immerhin, auch die Märchenschau wiedergegeben:

      http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-656.html

      Natürlich war das Zahlenverhältnis dem Donbass vorher bekannnt. Warum also fordert der Donbass so etwas, wo doch das von kaufmännischen Krämerseelen errechnete Verhältnis 1000 gegen 200 so schlecht ist?

      Man denke mal nach, was im Donbass passiert, wenn der Donbass alle 200 seiner von der Junta gefangenen Leute frei hat: Parties werden steigen, auf den Sieg angestoßen und Lieder der Freude gesungen. Andere potenzielle Aktivisten in anderen Gegenden der früheren Ukraine werden ermutigt, beim Projekt Novorossiya mitzumachen, und keine allzu große Angst vor Verhaftung durch die Kiewer Junta zu haben, denn un ist klar: Novorossiya holt seine Leute raus – Alle.

      Und was passiert wohl in Kiew und der Westukraine, wenn da die in Novorossiya festgenommenen Kämpfer zurückkehren? Natürlich wird es Freude und Erleichterung bei den Freunden und Angehörigen geben. Politisch aber wird es sicher heikel für Kiew werden. Viele freigelassene werden ihren Kameraden, Freunden und in sozialen Medien erzählen, dass im Donbass alles ganz anders ist, als Kiew ihnen das erzählt hat. Die Bevölkerung des Donbass unterstützt Novorossiya und die Donbass-Milizen waren nicht zuletzt deshalb nicht zu besiegen, weil sie akzeptierter Teil der dortigen Bevölkerung sind. Kiew hat gelogen und viele seiner Leute in einen sinnlosen Tod geschickt. Dass die Freigelassenen trotzdem noch leben, verdanken sie nicht Poroschenko und Co, sondern der Gnade der Donbass-Milizen, und sie wissen es. Die wenigsten werden in den Donbass zurückkehren und nochmal kämpfen. Die schmähliche Niederlage der Freigelassenen ist auch potentiellen Nachahmern Abschreckung. Und was es da vor Allem geben wird, ist Zorn und Wut auf Kiew. Das kann noch sehr wichtig werden, falls es in Kiew in den nächsten Monaten zu neuen Massenprotesten kommen sollte.

      Insgesamt bekommen die Donbass-Leute also 200 mit ihnen kämpfende Kameraden, und Kiew bekommt dafür im Gegenzug 1000 potentielle Unruhestifter. Kein schlechter Deal für den Donbass. Für Poroschenko schon, aber ablehnen kann er auch nicht.

      Und die Donbass-Leute legen deshalb sogar noch einen drauf: zunächst werden die Donbass-Leute alle 1000 Gefangenen freilassen, und Kiew ist dann einen Tag später dran. Lässt Kiew dann die gefangenen Donbass-Leute nicht frei, hat Kiew die Waffenstillstandsvereinbarung mutwillig gebrochen, die Kämpfe werden umgehend wieder aufgenommen und Kiew ist schuld.

      1. Der Logik „Alle gegen Alle“ folgend dürften nicht nur die durch die Junta in Kiew gefangen genommenen bewaffneten Kämpfer im Donbass unter den vereinbarten Austausch fallen, sondern auch die in anderen Landesteilen unter dem Vorwand Aktivisten für die Sache Novorussias zu sein Festgesetzen gemeint sein. Ich nehme das auffallende betonen der Zahl ‚200‘ durch die westliche Medienmaschine als Indiz dafür. Der Wortlaut der Vereinbarung ist ja öffentlich nicht bekannt.

  5. Diese gesamte Eu muss zugrunde gehen, vorher wird keine Demokratie sein. Ukraine ist eine Tyrannei und Europa nähert sich mit der EU ebenso dieser Eigenheit an.
    Wenn die Schotten klug sind, dann verlassen sie dieses sinkende Schiff.

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