Karte des Tages von Novorossija

Die wohl bemerkenswerteste Karte des gestrigen Dienstags hat das „Informations- und Analyse-Center des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine“ veröffentlicht.

Hier ist die Karte des Tages:

Etwas größer gibt es sie hier:

https://pbs.twimg.com/media/Bv9KZqhIAAA8HMg.jpg:large

Man beachte dabei den blauen Pfeil, der von den russischen Ortschaften Marfinka und Shramko grob in Richtung Amvrosiivka und Donezk in Novorossija zeigt. Bei LiveUAmap hatte dazu vorgestern eine Karte veröffentlicht, die die Situation in der Region dort etwas detaillierter zeigt:

Mit anderen Worten, die Kräfte von Novorossija haben einen Korridor von Donezk nach Süden zur russischen Grenze geschaffen. Für die rund 7000 Mann starken ukrainischen Kräfte östlich dieses neuen novorossijanischen Korridors Donezk-Marfinka sieht die Lage damit etwa so aus:

Wer aus der Geschichte nicht lernt, der ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Aus der Perspektive Novorossijas sieht die Lage gegenwärtig etwa so aus:

Bei RIA Novosti spiegelt sich die Lage in Novorossija in folgender Meldung wieder:

Vier ukrainische Brigaden vor Donezk eingekesselt: Volkswehr fordert Kapitulation

Die Volkswehr der nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“ (DVR) im Osten der Ukraine hat bei einer groß angelegten Offensive südöstlich von Donezk laut übereinstimmenden Angaben von beiden Konfliktparteien eine große Truppengruppe der Regierungsarmee in einen Kessel getrieben. Die DVR-Führung forderte die eingeschlossenen Einheiten zur Kapitulation und Waffenabgabe auf und bot ihnen im Gegenzug Sicherheitsgarantien an.

Nach Angaben der Volksmilizen sind der Stab des 8. ukrainischen Armeekorpses, drei mechanisierte Brigaden, eine luftbewegliche Brigade sowie die Freiwilligenbataillone Ajdar, Donbass, Schachtjorsk, Asow und Dnjepr in einen Kessel geraten. …

Der Chef der Kiewer Nazi-Junta Poroschenko ist unterdessen in Minsk zu einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Putin zusammengekommen, nachdem seinem Handlanger Jazenjuk kürzlich überraschend aufgefallen war, dass der Ukraine für den nächsten Winter noch rund fünf Milliarden Kubikmeter Gas fehlen, aber in Kiew keine ausreichenden Mittel für Schuldentilgung und Gaskauf vorhanden sind. In der Sprache von Fitch sagt man dazu, es sieht danach aus, dass Kiew vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft Pleite sein wird. Folgetermine für die nun in Minsk begonnenen Gespräche sollen am Freitag in Moskau vereinbart werden.

Das Treffen der Nord-Atlantischen Terror-Organisation NATO nächste Woche in Wales dürfte damit recht spannend werden. Alles wird sich da um die Frage drehen, ob die NATO nochmal militärisch eskaliert, um dadurch zu versuchen, ihre durch die sich langsam abzeichnende Niederlage ihrer Nazi- und Al-Kaida-Schützlinge zu erwartende Pleite globalen Ausmaßes noch irgendwie abzuwenden.

Nachtrag 17:00h: Die deutsche Ausgabe von Ria Novosti hat zu der Kesselsituation in Novorossija nun auch zwei Karten veröffentlicht.

Nachtrag 20:00h: Der Anführer des Nazi-Bataillons Donbass jammert im ukrainischen TV darüber, dass seine Leute bei Ilovaisk eingekesselt sind, sie viele Schwerverletzte haben, von Poroshenko versprochene Hilfe nicht gekommen ist und seine Mannschaft langsam verzweifelt:

Anschließend jammerte er auf dem nächsten ukranischen TV-Kanal gleich weiter. So langsam bekommt die ukrainische Bevölkerung die dramatische Kesselsituation damit wohl auch allmählich mit. Vom heroischen Siegesgebrüll ist beim „Donbass-Bataillon“ schon nicht mehr viel übrig.

28. August 2014 21:00h: Der Stab des Verteidigungsministeriums der DVR informiert, dass die Armee von Novorossija weiter auf dem Vormarsch ist und einen Kessel um Mariupol gebildet hat, der schon fast gänzlich geschlossen ist.

13 Gedanken zu “Karte des Tages von Novorossija

  1. kosh

    Die Artikel in Foreign Affairs geben, anders als von Roman Baudzus suggeriert, nicht die Meinung des CFR, sondern „lediglich“ die Meinung des Autors wieder. Bemerkenswert ist es allerdings, dass Foreign Affairs den Artikel von John Mearsheimer überhaupt veröffentlicht hat. John Mearsheimers wichtigstes Argument dafür, dass die US-Politik gegen Russland in Bezug auf die Ukraine falsch ist, ist, dass diese Politik Russland China in die Arme treibt, die USA Russland jedoch demnächst noch brauchen werden, um China „einzudämmen.“ Damit sticht John Mearsheimer in eine bereits laufende Debatte, die die Klugheit beziehungsweise Unklugheit der Strategie von Victoria Nuland betrifft. Auch da spielt das Argument, dass die USA Russland im Konkurrenzkampf gegen China brauchen, aber mit ihrer Politik, Russland in die Arme von China treiben, eine zentrale Rolle.

    http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:KrSasj5bJvgJ:www.ft.com/cms/s/0/a4f13052-18ca-11e4-80da-00144feabdc0.html

    Interessant ist übrigens auch, dass Foreign Affairs überhaupt noch irgendwas von John Mearsheimer veröffentlicht. Nachdem John Mearsheimer vor ein paar Jahren beim London Review of Book zusammen mit Stephen Walt den inzwischen weltbekannten Aufsatz „The Israel Lobby“ veröffentlicht hatte, war die Kritik derart scharf, dass man fast annehmen konnte, John Mearsheimer und Stephen Walt hätten sich damit für alle Ewigkeit zu Unpersonen gemacht. Das ist jetzt also offenbar vorbei. Der CFR veröffentlicht wieder Aufsätze von John Mearsheimer.

    1. Danke für die Extrainfos

      Ich bin nicht davon ausgegangen, dass der CFR nunmehr geläutert durchs Universum zieht. Hätten die Neo©ons erfolgreich intrigiert, hätte sich der CFR wohl kaum verlauten lassen. Dass die EUSraEliten nur mit Russland im Bund gegen China anfahren können – wenn’s denn sein soll – das hat mich schon vor Jahren gewundert, dass solche Aussagen zwar beinah unwidersprochen stehen gelassen, aber de facto auf breiter Front ignoriert werden. Das klingt wie “ja klar, aber wir machen’s trotzdem anders”.

      Nuland ist nur eine weitere in einer langen Reihe selbstverliebter EUSraEliten-Globalstrategen, deren Vernunft bis zur Oberkant Unterlippe reicht. Seit die Neo©ons die Aussenpolitik bestimmen, ist es lediglich haarsträubender geworden, aber haarsträubend war es vorher schon. Auf der Strasse der Sieger kann man auch schlecht unangekündigt abbiegen und die mit dem Fall der Mauer gereichte Friedenspfeife rauchen – voll die Autobahn.

      Nun da ein Putinversteher mit dem CFR-Zaunpfahl wedeln darf, dürfte zumindest das Argumentarium bez. Ukraine-Krise leichter zu pflegen sein. Obwohl nicht Meinung des CFR ist die Veröffentlichung dennoch heikel, weil russisch-chinesische PRopaganda nahtlos ohne Verrenkungen auskommt und hierbei wohl kaum zwischen Mearsheimer und dem CFR differenziert. Insofern wird so einiges am CRF hängen bleiben. Drum möchte ich fast sagen, so ein Steilpass zum Fressfeind kann unmöglich ohne fundamentale Ein- oder Absichten gespielt worden sein.
      Analog SpOnner-Mätzchen erkenne ich darin auch eine Art ideologische Rückversicherung für den Fall zukünftiger Kritik am CFR.

      Ich jedenfalls werde genüsslich auf den CFR verweisen und die Gehirne rotieren lassen, wenn die “Stoppt Putin jetzt”-Mitläufer an ihrer Hysterie verzweifeln.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

      1. Kosh

        Ja, da stime ich dir absolut zu. Der Text von Mearsheimer beim CFR ist wichtig, gerade weil damit viel anti-russischer Propaganda der Boden unter den Füßen weggezogen werden kann.

        Der volle Text, ohne das man sich beim CFR registriert, findet sich übrigens z.B. hier:

        http://blog.fdik.org/2014-08/foreign-affairs.txt

  2. Mariupol ist von den Nazis befreit, die Panzer Kolonnen der Nazis flohen, bevor sie ebenso eingekesselt werden. Tschetschenische Kampf Truppen gegen die unerfahrenen Nazi Banden.

  3. Ist bekannt geworden, dass über 60 ukrainische Militärs nach Russland eingedrungen sind, aber dort nicht verhaftet wurden, weil sie um Asyl gebeten hatten! Davon berichtet der Ukrainische Staatsfunk leider garnuix.

  4. navy

    Schön wär’s. Soweit ist’s leider noch nicht ganz. Erstmal ist Novoazovsk mit der Befreiung dran. Und dann kommt Mariupol.

    Was wohl stimmt, ist, dass die Kiewer Nazis der Welle der Befreiung der Küste nicht mehr viel entgegenzusetzen haben, weil sie praktisch all ihre Truppen in den Donezker Kessel geworfen haben.

    Aber bis Mariupol wirklich befreit ist, wird’s wohl noch etwas dauern.

    1. navy

      Wie ich gerade sehe, scheint Novoazovsk nun befreit zu sein:

      http://reportage24.ru/news/47439

      Mal schauen. Wenn es stimmt, dass diese kleine Küstenstadt nun unter Kontrolle der DNR ist, müsste es dazu bald Meldungen auch in westlichen Medien geben.

      In Mariupol ein paar Kilometer weiter versuchen sich die Nazis allerdings einzugraben, sodass die Befreiung dieser mit viel Industrie ausgestatteten Großstadt wohl nicht so einfach werden wird.

  5. Genauso wie ihre Vorläufer, als Handlanger, der City und der Wall Street, werden sie Eingekesselt, Aufgerieben und verbluten in den Kesseln, so folgen sie ihren Vorläufern, der SS Division Galizien: Im gleichen Tritt und Schritt. Da sage noch einer Geschichte, würde sich nicht wiederholen, sie wiederholt sich solange, bis es alle begriffen haben.

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