Die mörderische Ideologie von ISIS kommt aus Saudi Arabien

Fouad al-Ibrahim erklärt in einem langen, aber ausgesprochen lesenswerten Artikel auf Al Akhbar, dass die Ideologie der Terrorgruppe ISIS von Sheikh Mohammed bin Abdel Wahhab stammt, dem Stifter der wahhabitischen Staatsidentität Saudi Arabiens.

Fouad al-Ibrahim klärt auf, dass die Ideologie von ISIS eine direkte Eins-zu-Eins-Kopie der vom Beginn der suadischen Dynastie bis heute gepflegten Staatsideologie des Wahhabismis ist. Wenn man bedenkt, dass die saudische Monarchie ISIS zur Ausweitung ihres Machtbereiches geschaffen hat, dann ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Ideologie von ISIS bis in kleinste Details mit der saudischen Staatsideologie genauestens übereinstimmt, genauso wie sie vom spirituellen Vater der saudischen Dynastie ursprünglich formuliert wurde und bis heute Gütligkeit hat. Lediglich in einem Punkt unterscheidet sich ISIS von der saudischen Staatsideologie. Während die saudische Dynastie ihren Anhängern zwar die Errichtung eines auf den Lehren von Wahhab errichteten Kalifats seit Jahrhunderten verspricht, dieses Versprechen jedoch mit Rücksicht auf die Befindlichkeiten des US-Empires immer wieder auf unbestimmte Zeit verschoben hat, obwohl solch ein unterwürfiges Verhalten gegenüber ungläubigen Kolonialisten den Lehren von Wahhab fundamental widerspricht, hat ISIS tatsächlich ein Kalifat errichtet und offiziell ausgerufen. ISIS nimmt damit der saudischen Dynastie die globale Führungsrolle bei der Durchsetzung des Wahhabismus ab und lässt die saudische Dynastie als das dastehen was sie wirklich ist: ein Haufen korrpter Lakaien westlicher Imperialisten.

ISIS zieht mit der Erfüllung des von der saudischen Dynastie unerfüllten Versprechens der Wiedererrichtung des Kalifats Unterstützung von Anhängern der saudischen Staatsideologie des Wahhabismus vom saudischen Staat ab und lenkt sie auf sich um, sowohl innerhalb Saudi Arabiens als auch lokal und global, von den GCC-Staaten über die wahhabitischen Kommunen in Jemen, Pakistan und Afghanistan, Ägypten und Nordafrika, der Sahelzone, Nigeria, Bangladesh, den Philippinen und so weiter und so fort bis hin zu den in westlichen Staaten von saudischen Einrichtungen wie der König Fahad Akademie in Bonn aufgebauten wahhabitischen Kommunen. Für die saudische Dynastie ist die Errichtung des Kalifats durch ISIS ein Ereignis, das aufgrund des vom saudischen Klerus seit Jahrhunderten geförderten Wunsches in der saudischen Bevölkerung nach einem wahhabitischen Kalifat leicht mit dem Sturz der korrupten saudischen Dynastie enden kann. Zudem besteht die Möglichkeit, dass im Zuge der Ächtung von ISIS als terroristisch von westlichen Staaten auch die zugrundeliegende Takfiri-Ideologie des Wahhabismus als terroristisch geächtet wird, und damit auch die saudische Staatsdoktrin, aus der die saudische Dynastie ihre innere Akzeptanz und Macht bezieht, als terroristisch geächtet wird, wodurch die saudische Dynastie diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch unter enormen Druck kommen könnte. Eine solche Diskussion scheint sich gerade in der New York Times zu entwickeln.

6 Gedanken zu “Die mörderische Ideologie von ISIS kommt aus Saudi Arabien

  1. Verdreckte Kriegsführung –
    Pipelinezombies auf totem Terrorpferd

    Nur mit der massenlenkungserleichternden Angstmache läuft es noch schlechter als mit der Kriegsbegeisterung für die Profitmaximierung. Dabei hatte Smog Hassrussen sich doch so ins Zeug gelegt und vielleicht sogar ein Flugzeug abschießen lassen. Also verkündet Washington jetzt schon einmal, für welch Selbstgemachtes die freien Mitarbeiter denn demnächt beschuldigt werden sollen: „Anschläge im Westen“. Wer derzeit über die falsche Seite der Geschichte spricht, macht seinen Standpunkt deutlich.

    Pepe Escobar „Die Rückkehr der lebenden (neo-con) Toten“

    http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=12553

    „ISIS zieht mit der Erfüllung des von der saudischen Dynastie unerfüllten Versprechens der Wiedererrichtung des Kalifats Unterstützung von Anhängern der saudischen Staatsideologie des Wahhabismus vom saudischen Staat ab und lenkt sie auf sich um,…“

    „…hat ISIS tatsächlich ein Kalifat errichtet und offiziell ausgerufen.“

    Ein Kalifat, ausgerufen mit einer zahlenmäßig zum Staat aufgeblasenen Dorffestbelegschaft? Wurde Saudi-Terrorboss Bandar Bush abgesetzt, nach der kompletten Pleite in Syrien? Damit könnte das Interesse der nun zusehens wieder bestimmend in der Vordergrund tretenden Neocons am Saud-Regime stark abgenommen sowie die Akzentverschiebung Richtung Selbstlenken zu tun haben.

    http://tinyurl.com/k73tcap

    Exkurs Neocons:

    „Man macht einfach, was man für richtig hält und überlegt sich dann, wie man es erklärt.

    Diesbezüglich zu empfehlen ist das Werk von Strauss “The City of Man” aus dem Jahre 1964. Wie dieses Werk bereits in den 60er Jahren geistig den Weg bereitete, für die Neokonservativen und das historische Attentat, kann sich denken, wer dazu die Äusserungen und “Visionen” des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson aus demselben Jahr iest, in “The Great Society” wird “The City of Man” explizit erwähnt.
    Darin eingegangen wird auf die “Bevölkerungsexplosion”, den Angstfetisch herrschender Kreise weltweit:

    Zu viele Menschen, die zuviel miteinander reden, zuviel wissen, alle wählen können, unnötig Ressourcen verbrauchen und die man einfach nicht mehr kontrollieren kann.

    Das und nichts anderes ist das Ideal der Neokonservativen:
    Die perfekte Lüge und das Abschirmen des blöden, verdummten, fleißigen Volkes von der Wahrheit, auf dass es weiter mit seiner Arbeit die ehrenwerten Herrschaften ernähre und reich mache, und sich fürchten solle vor dem Schwarzen Mann, auf dass es von seinen gütigen Herrschern vor diesem beschützt werde.

    Religion oder Mystizismus dienen den Neokonservativen dabei ausschließlich dazu, einerseits das Volk ruhig und gefügig zu halten oder ggf. gegeneinander zu hetzen, einen weiteren Wert haben sie für diese nicht, so wenig wie der Mensch selbst.

    Jetzt wird ein neues Phantom aufgebaut und wieder soll Angst und Schrecken die Menschen dazu verleiten, sich für Dinge einzusetzen, die sie sonst ablehnen würden: Irakkrieg, Krieg überhaupt, Waffenexporte für die Rüstungsindustrie und Abbau der Bürgerrechte im eigenen Land sowie die Etablierung eines totalitären Überwachungs- und Polizeistaates.“

    Quelle: Internetz Zeitung

    500 000 Soldaten der noch immer bestens bewaffneten irakischen Armee, doch kein Angriffsbefehl kommt von der durch Washington frisch ausgewechselten irakischen Regierung, 100 000 der mit erbeutetem Kriegsgerät im Wert von 4 Milliarden US-Dollar bereits überbewaffneten irakisch-kurdischen Peschmerga, doch kein Angriffsbefehl kommt vom mit Tel Aviv und Washington eng verbandelten Barzani-Clan:

    „Iraqi Kurdistan–Israel relations“

    https://en.wikipedia.org/wiki/Iraqi_Kurdistan%E2%80%93Israel_relations

    „Kurdische Juden waren auch in der zionistischen Bewegung aktiv. So gehörte Moses Barzani, der mit seiner Familie in den 1920ern nach Jerusalem auswanderte, zu den Führern der Untergrundorganisation Lechi.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kurdische_Juden

    Bild: http://yooying.com/p/778654529324458271_1059227183

    Bild: http://yooying.com/p/783427742796396491_789361068

    Und das gegen höchstens 10 000 wie auch immer ausgerüstete und über tausende Quadratkilometer verstreute Terroristen der DAESH und momentaner Dienstbezeichnung ISIS oder IS, mit einer erkennbar global agierenden Propaganda- und Rekrutierungsmaschine, die wohl nicht nur so aussieht, als würde sie eher von einer Armee Medienprofis im Auftrag der NATO-Geheimdienste betrieben werden, als von fanatisiert menschen- bildungs- und technikfeindlichen IS-Hinterwäldlern mit religiösen Wahnvorstellungen und $ $ in den Augen, von der Kette gelassen in den als Gefangenen- getarnten Trainingslagern der US-Armee. Oder sollte man doch besser gleich sagen: CIASIS?

    „LIEBE CHAOS-STRATEGEN: HÖRT ENDLICH AUF, WAFFEN IN KRISENGEBIETE ZU SCHICKEN!“

    http://tinyurl.com/lvaaogq

    Bild: „DOCUMENTED! The Muslim Terrorist Apparatus was Created by US Intelligence as a Geopolitical Weapon“

    http://jhaines6.wordpress.com/2013/04/24/the-cias-founding-of-al-qaeda-documented

    Obama tönt ja seit Jahren, „Europa“ müsse „mehr tun“. Also woher hat Al CIAda alias CIASIS das viele Geld? U. a. aus der langfristig betriebenen westlichen „Terrorbekämpfung“:

    22. Mai 2013
    „EU kauft syrisches Öl aus den Händen von Al-Qaida“

    https://www.wsws.org/de/articles/2013/05/22/oel-m22.html

    Anscheinend hat er mit seinen Fußtruppen noch einiges vor, doch der Präsident muss sich beeilen, denn die Befreiung von Al Raqqa könnte bevorstehen und das würde es dann wohl im Großen und Ganzen gewesen sein mit US (IS) in Syrien.

    23.08.2014
    „Willkommene Gelegenheit. USA wollen IS-Terror für Krieg gegen Syrien nutzen.“

    http://www.jungewelt.de/2014/08-23/053.php

    Bild: https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xap1/t1.0-9/10502234_507097022754513_1563963753048102742_n.png

    „…die saudische Dynastie diplomatisch, wirtschaftlich und militärisch unter enormen Druck kommen könnte.“

    Nach zumindest einigen der wahrscheinlichen Gründe für diesen Druck muss nicht lange gesucht werden:

    14. Juli 2014
    „Russland und Saudi-Arabien planen Kooperation in Atomenergie“

    http://de.ria.ru/business/20140714/269002013.html

    26. November 2013
    „Moskau verhandelt einen Vertrag von 12 Milliarden Dollar mit Saudi Arabien“

    http://www.voltairenet.org/article181190.html

  2. cleary
    Nicht Washington, sondern Teheran war die wesentliche ausländische Kraft hinter dem Austausch der Regierung in Bagdad. Im Unterschied zu Teheran verfügt Washington in Bagdad – und erst recht in Kerbala, wo Ayatollah Sistani Maliki die Order zum Abdanken gegeben hat – über nur sehr begrenzten politischen Einfluss.

    1. Nach hier nicht näher angeführten Quellen, aus denen die meisten der zurückliegende Meldungen sich als zutreffend erwiesen haben, kann Ayatollah Sistani durchaus als im Irak politisch richtungweisend angesehen werden. Dies jedoch vor dem Hintergrund der von westlichen Oligarchien und deren regionalen Bütteln vorangetriebenen Spaltung, als Bürger des Irak – anders als in Syrien, wo sich eine Person zuerst als Mensch und dann als der Nation angehörig definiert – die Religionszugehörigkeit in den Vordergrund zu stellen, während – der Propaganda kapitalistisch-imperialistischer Spaltungsinteressen entsprechend – bezüglich US-Barzanis kurdischer Iraker wiederum der nationalistische Aspekt betont wird, und den immer wieder anders bezeichneten CIA-Söldnern als Spaltkeil in Washingtons geopolitischer Chaosstrategie zur Zerstörung von Sicherungs- und Versorgungsstrukturen selbstbestimmter Völker, u. a. indem von Washington direkt oder über regionale Zwischenstationen gelenkte Söldner als „sunnitische Muslime“ verkauft werden, obwohl Terrorismus bekanntlich gar keine Religion hat. Denn wie die historische Erfahrung lehrt, ist „westliche Demokratie“, wenn oligarchische Konzerne- und Bankenbesitzer samt korrupt-opportunistischem Umfeld, vollkommen straffrei und positiv dargestellt, überall auf der Welt verbrechen können was immer sie wollen.

      Bild: http://tinyurl.com/pmb8npo

      Vermutlich wegen der Religion als stärkster gesellschaftlicher Inegrationsklammer zum Schutz vor Korruption, militärischer- und ökonomischer Belagerung, als „Revolutionen getarnten Putschversuchen und militärischen Aggressionen der NATO-bewaffneten Öldiebe sowie klarer schiitisch-islamischer Mehrheitsverhältnisse im Iran, sind Versuche des Imperialismus dort an tatsächlichen oder erfundenen religiösen Bruchlinien zu spalten, eher selten zu beobachten. Im Irak dagegen erscheint dies als wirksames Mittel der Wahl, neben der als Hebel bei den irakischen Kurden eingesetzten Volkszugehörigheit, auch dieses Land zur leichten Ausbeutung in kleine, untereinander in tiefem Hass verfeindete Bruchstücke mit abhängig an der Macht gehaltenen Kompradorenbourgeoisien zu zerteilen.

      In diesem Rahmen imperialistischer Spaltungs- und Herrschaftsbemühungen dürfte nicht unerheblich sein, dass der im Irak auch politisch einflussreiche Ayatollah Sistani ein schiitisch-islamischer Kleriker ist. Sicherlich könnte darin eine starke Verbindung zum schiitisch dominierten Iran gesehen werden, jedoch hat Sistani wiederholt nicht nur Kritik an der religiös-politischen Führung von Ali Chamene’i geäußert, sondern sogar „das iranische Modell“ für „gescheitert“ erklärt. Bezüglich religiöser Amtsträger lehnt Sistani direkte politische Führungspositionen ab. Zudem sprach sich sich Sistani, entgegen der iranischen Haltung, im Irak für eine Zusammenarbeit mit Washingtons Aggressionstruppen aus.

      „Einflussnahme über Fatwas“

      http://de.wikipedia.org/wiki/Sistani#Einflussnahme_.C3.BCber_Fatwas

      Der 1930 geborene Ayatollah Sistani ist jetzt 84 Jahre alt und offenbar gesund von einer Herzoperation zurückgekehrt, die in London ausgeführt wurde, einem Zentrum bekannter Feinde des souverän agierenden Iran. Würde ein solcher Eingriff bei einem 84-Jährigen Vermittler iranischer Interessen im Irak einen solch glücklichen Verlauf genommen haben?

  3. Clearly
    Ayatollah Sistani ist eine sehr komplexe Persönlichkeit. Ganz sicher ist er niemandes Lakai, weder Lakai des Westens, noch ist er Lakai der Kapitalisten, noch ist er Irans Lakai. Er steht ein für das Wohlergehen seiner Gemeinde, und hat sich damit den größten Respekt von vielen Millionen Menschen verdient.

    Von dem, was in der Wikipedia in Bezug auf Ali Sistani steht, würde ich mindestens 95% als typische Zerrbilder deutscher, westlicher und israelischer Orientalisten direkt in die Tonne treten. Die Amerikaner, Briten und so sofort, haben noch nie begriffen, wie schiitische Gesellschaften funktionieren.

    Was die Besatzung angeht, so hat Ali Sistani ganz sicher einen großen Anteil an ihrer Beendigung, auch wenn er nicht, wie Muqtada Al-Sadr einfach zum Widerstand aufgerufen hat, sondern indirekt und subtil vorgegangen ist, etwa durch religiöse Kollaboration mit Sadr. Was die sektiererische Spaltung des Irak angeht, so ist es insbesondere Ali Sistanis Verdienst, dass der Plan von Zionisten und Wahhabiten, Israelis und Saudis zur Teilung des Irak mittels sektiererischer Propaganda, Terror und False-Flag-Terror gescheitert ist. Ali Sistani hat es fertig gebracht, die Schiiten trotz der Besatzung und des massiven wahhabitischen Terrors weitgehend von Rache abzuhalten, und damit den Fortbestand des Irak ermöglicht.

    Mit der iranischen Geistlichkeit kooperiert Sistani in engem religiösen Austausch. Dabei werden selbtsverständlich auch politische Positionen abgestimmt.

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