Tagesschau weiß nichts, beschuldigt aber Schiiten

Bei dem jüngsten Massaker in der Nähe des Hamrin Sees in der irakischen Provinz Diyala hat die staatliche deutsche Märchenschau keine Ahnung, was da warum passiert ist, beschuldigt aber Schiiten – und stützt sich dabei auf den einem Mitglied der saudischen Königsfamilie gehörenden TV Sender Al Arabiya, der regelmäßig so absurde und mörderische Hasspropaganda gegen Schiiten versprüht, dass man annehmen kann, er würde Schiiten selbst schlechtes Wetter ohne zu zögern in die Schuhe schieben.

In der Artikelübersicht auf der Startseite der Tagesschau behauptet die staatliche deutsche Märchenschau (Urs1798 hat einen Screenshot davon):

Lage im Irak
Dutzende Tote bei Anschlag auf Moschee
Bei einem Anschlag auf eine sunnitische Moschee in der Provinz Dijala sind Dutzende Menschen getötet worden. Bewaffnete Kämpfer einer schiitischen Miliz griffen während des Freitagsgebets an. | mehr

Um es vorab zu sagen, das Parteibuch weiß nicht, was da im Dorf Imam Wais passiert ist, aber wenn man sich die Meldung (Archiv), die die staatliche deutsche Märchenschau gerade verteilt, genauer anschaut, sind sofort logische Brüche zu erkennen.

Dutzende Tote bei Anschlag auf Moschee

Stand: 22.08.2014 16:08 Uhr

Bei einer Attacke auf eine sunnitische Moschee sind im Irak mindestens 68 Menschen getötet worden. Nach einem Selbstmordanschlag während des Freitagsgebets in dem Dorf Imam Wais, rund 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bagdad hätten Bewaffnete das Feuer auf Gläubige eröffnet, berichteten irakische Beamte. Als Sicherheitskräfte und schiitische Milizionäre herbeieilten, seien weitere Bomben explodiert, so dass die Täter die Flucht ergreifen konnten.
Anschlag als Rache?

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al Arabija waren die Täter Kämpfer einer schiitischen Miliz. Sie hätten sich für einen Autobombenanschlag rächen wollen. Nach dem Angriff habe es außerhalb der Moschee Zusammenstöße gegeben, meldete der Sender weiter.

Imam Wais ist weiterhin unter Kontrolle der Regierungstruppen, während Gebiete in der Nähe von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen wurden. …

Und bei so einer Meldung, wer auch immer die in der Tagesschau zusammengestöpselt hat, fällt der Redaktion der Märchenschau nichts auf?

Also, der Märchenschau sich auf Al Arabiya berufend zufolge soll es in Imam Wais einen mit einer Schusswaffenattacke kombinierten Selbstmordanschlag einer schiitischen Miliz auf eine sunnitische Moschee gegeben haben. Schon seit Jahren hat es keinen schiitischer Selbstmordanschlag gegeben hat, weil die schiitischen religiösen Autoritäten das verboten haben. Selbstmordattentate sind eine typische Technik von Takfiris, Wahhabis Al Kaida und ähnlichen vorgeblich sunnitischen Schiitenhassern wie ISIS. Und ihren Rückzug, fliehend vor irakischen Sicherheitskräften und anderen schiitischen Milizionären, sollen die angeblich schiitischen Milizionäre dann mit Sprengfallen abgesichert haben? Wohin sollten diese schiitischen Milizionäre geflüchtet sein können? Ins Regierungsgebiet können die Täter, wenn sie Schiiten waren, kaum geflüchtet sein, denn da werden sie eher schnell gefunden und können sich die Deckung des Rückzugs mit Sprengfallen sparen. Sollen sie nach dem Blutbad an Sunniten ins Aufstandsgebiet zu den Schiittenhassern von Al Kaida und Co geflüchtet sein? Das ist absurd. Wenn die Täter aber zu ISIS und den Takfiri-Aufständischen gehörten, dann macht so ein gedeckter Rückzug Sinn.

Die US-Nachrichtenagentur AP berichtet (Archiv), dass ISIS kräftig Ärger hatte mit den Sunniten in dem Dorf, weil sie sich ISIS nicht anschließen wollten. Zu ISIS passt so ein Vorgehen, wie es die Märchenschau beschreibt, Selbstmordattentat mit kombinierter Schusswaffenattacke und anschließend von Sprengfallen gedecktem Rückzug. Zu schiitischen Milizen passt das nicht.

Dass außer Al Arabiya auch Reuters, AFP und der Guardian im Prinzip die gleiche Geschichte wie die Märchenschau verbreiten, und das teilweise noch etwas glaubwürdiger ausgeschmückt, entlastet die Tagesschau keineswegs von ihrer Verantwortung, für das, was sie publiziert.

Was die Tagesschau da gemacht hat, ist Hass gegen die Religionsgruppe der Schiiten zu schüren, indem sie Schiiten eines schweren Verbrechens beschuldigt, ohne dass sie weiß, wie es wirklich war. Das ist der propagandistische Stoff, von dem Takfiri-Terrorgruppen wie ISIS ihre Stärke beziehen. Und natürlich verstößt solch eine Berichterstattung gegen journalistische Professionalität, gegen jegliche Moral und gegen den deutschen Pressekodex. Die Wirklichkeit ist, es kann sein, dass es ein Racheakt von lokalen „Schiiten“ für einen Bombenanschlag von „Sunniten“ war, es kann aber auch ganz anders gewesen sein. Die von der Märchenschau berichteten Details zum Massaker passen jedenfalls ganz schlecht zur These von Schiiten als Tätern. Wenn man als Journalist nicht weiß, wer für ein Verbrechen verantwortlich ist, dann darf man keine Angehörigen einer Religionsgruppe beschuldigen, denn damit schürt man die Gefahr von Racheanschlägen. Es sei denn, das ist genau das, was beabsichtigt ist: ISIS zu stärken und den Krieg im Irak weiter anzuheizen.

Die irakische Nachrichtenagentur NINA macht es übrigens besser als die deutsche Märchenschau, Reuters, AFP, der Guardian und Al Arabiya: sie berichtet von dem Massaker, aber nichts davon welcher Konfessionalität die Täter angehörten. Und auch in der Folgemeldung macht NINA das nicht, wo die Anzahl der Opfer nun mit 30 Toten und mehr als 15 Verletzten, deutlich weniger übrigens, als bei der Märchenschau, angegeben wird.

Nachtrag 23.08.2014 07:00h: Die staatliche deutsche Märchenschau ist um 20:49h bei einem Artikelupdate leicht zurückgerudert. Im Artikelanreißer auf der Tagesschau-Startseite fehlt nun die Behauptung, dass die Täter Schiiten waren. Und im Artikel selbst hat die Märchenschau nun das Wort „vermutlich“ ihrer Behauptung vorangestellt, dass die Täter Schiiten waren, womit die Tagesschau zugibt, dass sie nicht die Spur einer Ahnung hat. So richtig konfus ist nun die Beschreibung der Geschehnisse selbst. Das Massaker in der Moschee wurde von der Märchenschau nun in die Bezirksstadt Al-Mikdadija verlegt. Und direkt darunter behauptet die Tagesschau, das mit Selbstmordattentäter und Schusswaffen durchgeführte Massaker habe im Dorf Imam Wais stattgefunden. Aber vielleicht will die Tagesschau dem Publikum nun auch weiß machen, es habe da gerade zwei Massaker in Moscheen in Diyala gegeben? Schwer zu sagen. Aber „vermutlich“ sind Schiiten die Täter, und bei dem Massaker in der Moschee, in welcher auch immer, handelt es sich möglicherweise um Rache, dabei bleibt die Tagesschau, obwohl sie offensichtlich nicht die Spur einer Ahnung hat. Bei der Tagesschau findet sich keine Spur davon, dass auch ISIS und mit ISIS verbündete Terroristen als Täter in Betracht kommen. Der Anfang der um 20:49h aktualisierten Tagesschau-Meldung lautet nun:

Mehr als 70 Tote bei Anschlag im Irak Sunniten wollen Verhandlungsboykott

Stand: 22.08.2014 20:49 Uhr

Nach dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak gibt es neue Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Land. Bei einem Angriff von vermutlich schiitischen Bewaffneten auf eine sunnitische Moschee nordöstlich von Bagdad kamen mindestens 70 Menschen ums Leben, wie Krankenhausmitarbeiter berichteten. Augenzeugen sagten, die Angreifer hätten das Gebetshaus in der Stadt Al-Mikdadija gestürmt und um sich geschossen.
Anschlag als Rache?

Irakische Beamte berichteten, nach einem Selbstmordanschlag während des Freitagsgebets in dem Dorf Imam Wais hätten Bewaffnete das Feuer auf Gläubige eröffnet. Als Sicherheitskräfte herbeieilten, seien weitere Bomben explodiert, so dass die Täter die Flucht ergreifen konnten. Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al Arabija waren die Täter Kämpfer einer schiitischen Miliz. Sie hätten sich für einen Autobombenanschlag rächen wollen.
Sunniten wollen Regierungsgespräche verweigern

Die sunnitischen Abgeordneten im irakischen Parlament kündigten aus Protest gegen den Angriff auf die Moschee an, sich aus Gesprächen über eine neue Regierung zurückzuziehen.

Die Tagesschau-Meldung ist nun regelrecht abstrus, aber obwohl die Märchenschau nichts zu erzählen hat, was auch nur annähernd wie eine plausible Geschichte des Massakers klingt, bliebt sie dabei, dass die Täter „vermutlich“ Schiiten waren, und beruft sich auch weiterhin auf den saudischen anti-schiitischen Propagandasender Al Arabiya dabei.

Die irakische Nachrichtenagentur NINA berichtet unterdessen, dass Innenministerium eine hochrangige Untersuchungskommission eingerichtet hat, um den Vorfall zu untersuchen. Der Sprecher des Innenministeriums, Brigadegeneral Saad Maan informierte bei der Ankündigung der Untersuchung, dass sich das Ereignis in der Ortschaft Elzerkosh zugetragen habe. Bei Wikimapia findet sich unter dem Stichwort Zerkosh genau eine Ortschaft Zerkosh Wa Bani Wais, die am Hamrin See in der Provinz Diyala liegt, also genau da, wo hier im Parteibuch verlinkte frühere irakische Berichte das Massaker verortet haben. Behauptungen, dass das Massaker im rund acht Kilometer von Zerkosh entfernten Dorf Imam Wais geschehen ist, sind demnach allesamt eine Falschinformation. Die nahezu überall verbreitete Falschbehauptung zeugt von der massiven Unkenntnis der Medien, was die tatsächlichen Fakten über das Massaker angeht. Die westlichen Medien, die Märchenschau als Leuchtturm der Desinformation voran, wussten nicht mal, wo das Massaker stattgefunden hat, beschuldigten aber schon Schiiten. Völlig unverständlich bleibt, wie die Märchenschau auf die Idee kommt, das Blutbad sei in der Bezirksstadt Al-Mikdadija geschehen. Anders als die Märchenschau hatte die deutsche Propaganda-Agentur DPA, die ansonsten die gleiche anti-schiitische Propaganda basierend auf Al Arabiya wie die Märchenschau verbreitet, in ihrer Meldung vom 22.08. um 17:13h immerhin schon mal herausbekommen, dass in der Bezirksstadt Al-Mikdadija das Krankenhaus ist, wo die überlebenden Opfer des Massakers eingeliefert wurden und Al Arabiya zufolge die Geschichte erzählten, sie seien im Dorf Imam Wais Opfer eines Blutbades geworden.

Doch die Beschuldigung gegen schiitische Milizen wird diesmal, anders als bei den Massaker-Marketing-Strategien in Syrien, nicht von allen westlichen Medien kolportiert. Nach AP ist es ausgerechnet die ansonsten zionistische New York Times, die unter Berufung auf irakische Sicherheitsdienste eine halbwegs plausible Geschichte zu dem Massaker erzählt. Demnach seien am Freitag zunächst drei Straßenbomben explodiert, die anscheinend darauf abzielten, den lokalen schiitischen Milizen- und Stammesführer Sheikh Abdel-Samad al-Zarkoushi zu ermorden. Sheikh Zarkoushi (auch Zerkushi – also als „aus Zerkoush stammend – zu transskribieren, wie der vom irakischen Innenministerium angegebene Ort des Massakers heißt) hat überlebt, aber andere Leute in seiner Gruppe sind dabei gestorben. Kurz darauf seien zwei maskierte Männer in die Moschee des sunnitischen Dorfes Bani Wais eingedrungen, hätten dort mit automatischen Waffen das Feuer auf die Gläubigen eröffnet und seien dann auf Motorrädern geflüchtet. Am Telefon erreicht habe Sheikh Zarkoushi anschließend gesagt, er sei Teil einer Sicherheitspatrouille gewesen, als die ersten Bomben explodierten, und die Bomben hätten vier Männer seines Stammes getötet sowie zwei irakische Soldaten, er habe später von der Attacke auf die Moschee gehört, verneinte jedoch, darin involviert gewesen zu sein, schrieb die NYT. Von einem Selbstmordattentäter schrieb die NYT übrigens nichts. In der Gegend lebe eine Miniderheit schiitischer Kurden mit einer Mehrheit sunnitischer Araber zusammen. Die Schiiten und die irakische Armee kooperieren im Kampf gegen den Terror, schreibt die NYT weiter, und die Sunniten beschuldigen die Armee, Schiiten zu bevorzugen, und für jeden getöteten Soldaten oder Schiiten zehn Sunniten zu töten. Die Stämme der Gegend haben seit langem spannungsgeladene Beziehungen, und gewalttätige Auseinandersetzungen untereinander gehen Jahre zurück, schreibt die NYT weiter. Die chineische Agentur Xinhua berichtete im Prinzip die gleiche Geschichte wie die NYT basierend auf Polizeiquellen, nur deutlich kürzer. Von der unaufgeregten und neutralen Berichterstattung von Xinhua könnten sich die viele falsche, unbestätigte oder aufhetzende Gerüchte kolportierenden westlichen Medien mal wieder eine dicke Scheibe abschneiden.

Die Behauptung, dass in der Gegend um den Hamrin See seit langem massive Gewalt aller Art gibt, stimmt Informationen des Parteibuches zufolge. Schon zu den Zeiten, als die US-Armee das Gebiet noch besetzt hielt, galt die Gegend den US-Soldaten, die auf dem in der Gegend gelegenen FOB Normandy stationiert waren, als unberechenbar, gewaltgeladen und sehr gefährlich. Seit Mitte Juni, wo sunnitische Stammeskämpfer zusammen mit ISIS den Versuch zur Eroberung Bagdads gestartet haben, gab es in der Gegend des Hamrin Sees den Berichten irakischer Nachrichtenagenturen zufolge laufend schwere Gefechte und Attentate gegen die Zivilbevölkerung. Die Stadt Jawlala, die rund 20 Kilometer östlich des Massakers an der von der Bezirksstadt Muqdadiyah durch den Dorfkomplex „Zarkush und Bani Wais“ führenden Hauptstartaße nach Sulaymaniyah liegt, wurde von ISIS-Terroristen erobert. Inzwischen sind die ISIS-Terroristen und die mit ihnen kooperierenden sunnitischen Aufständischen in Jawlala jedoch von der irakischen Armee, kurdischen Peshmerga und überwiegend schiitischen Freiwilligenverbänden umzingelt.

Nachtrag 15:00h: Mit Uhrzeit 13:01h berichtet Martin Zagatta vom ARD-Hörfunkstudio Kairo auf der Seite der staatlichen deutschen Tagesschau, dass der jüngste Überfall auf eine Moschee „ein herber Rückschlag für die Bemühungen um eine Einheitsregierung“ sei und wiederholt nochmals unter Verweis auf die vorherige absurde Berichterstattung der Märchenschau, dass schiitische Milizen hinter dem Massaker in der Moschee in Diyala stecken:

Hinter dem Verbrechen stecken, so heißt es, schiitische Milizen, auf die zuvor ein Bombenanschlag verübt worden sein soll. Sie hätten dann zur Vergeltung die Moschee gestürmt und wahllos um sich geschossen. Diese Milizen, so jedenfalls Beschuldigungen, sollen enge Verbindungen zu dem noch amtierenden Ministerpräsidenten Nuri al Maliki haben – und schon wird spekuliert, ob der etwas mit dem Blutbad zu tun haben könnte, aus Ärger über seine Absetzung und um die Bildung einer neuen Regierung zu hintertreiben.

Diesmal kolportiert die Tagesschau obendrein auch noch ohne den Hauch eines Beweises oder auch nur einer Quellenangabe, der noch amtierende Regierungschef Nuri Maliki hinter dem Massaker stecken. Und wieder sagt die Märchenschau kein Wort dazu, dass auch ISIS oder eine der mit ISIS verbündeteten sunnitischen Rebellengruppen, etwa die, die die tödlichen Sprengfallen in der Gegend gegen die schiitischen Milizen und die mit ihnen zusammenarbeitenden irakischen Sicherheitskräfte gelegt hatten, auch als Täter für das Massaker in der Moschee in Bani Wais in Frage kommen. Dabei werden die von der Märchenschau verwendeten Quellen immer dubioser: „so heißt es,“ „so jedenfalls Beschuldigungen,“ und „schon wird spekuliert.“ Diese Quellen sind eine völlige Bankrotterklärung für jeden Verdacht von seriösem Journalismus. Die Märchenschau erweckt damit den Eindruck, sie wolle durch das Kolportieren von quellenlosen Gerüchten vorsätzlich dazu beitragen, die Regierungsbildung im Irak zu sabotieren, ISIS zu stärken und im Irak einen Konfessionskrieg anfachen.

Das Verhalten der Märchenschau-Redaktion im äygptischen Kairo ist umso befremdlicher, als dass AP unterdessen nochmal mit einer weiteren Geschichte nachlegte, in der AP schreibt, es sei nach wie vor unklar ob es sich um einen Racheakt schiitischer Milizen für einen vorhergehenden Bombenanschlag oder um ein Verbrechen von ISIS handele. Weiter berichtet AP, Salim Al-Jabouri, der sunnitische irakische Parlamentspräsident aus der nahegelegenen Bezirksstadt Muqdadiyah, habe bei einer Pressekonferenz nicht gesagt, wer seiner Meinung nach hinter dem Massaker in der Moschee stecke, aber gesagt, solche Gewalt werde „von denselben Händen ausgeführt, die danach trachteten, die Regierungsbildung im Irak zu vereiteln.“ Die Tagesschau hat daraus offenbar ein Gerücht gemacht, dass damit Maliki gewesen sei, obwohl gegenwärtig sunnitische Fraktionen, unter anderem die, der Salim Al-Jabouri vorsteht, das Massaker in der Moschee zum Anlass nehmen, die Verhandlungen über die Regierungsbildung auszusetzen. Und weiter berichtet AP nochmal, es habe im Zuge des Angriffes auf die Moschee offenbar ein Selbstmordattentat gegeben. Dies hätten sowohl lokale Sicherheitskräfte als auch der aus der Provinz Diyala stammende Abgeordnete Firat al-Tamimi erklärt.

11 Gedanken zu “Tagesschau weiß nichts, beschuldigt aber Schiiten

  1. Also, warum sollten uns Deutsche solche Details überhaupt interessieren? Da hauen die Einen den Anderen eine über die Rübe und weiter? Sollen sie doch machen, was immer ihnen gefällt. Wir Ungläubige sollten unsere Grenzen sichern und dies mit allen Mitteln!

    1. Hast schon recht

      Wenn sie Dir die Rübe einschlagen, warum sollte mich das interessieren? Ich Ungläubiger werde meine …

      – … Grenzen sichern und dies mit allen Mitteln!

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  2. Für die Nachwelt, um erahnen zu können, wes Geistes Kind in unseren Redaktionsoberstübchen hockte:

    aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-usa-koennten-im-kampf-gegen-is-mit-assad-zusammenarbeiten-a-987506.html
    – Wird Syriens Baschar al-Assad vom Paria zum Partner? Die USA könnten im Kampf gegen die IS-Terrormiliz auf den Massenmörder in Damaskus setzen.
    … Könnte jetzt plötzlich Baschar al-Assad Bündnispartner des Westens werden, der Mann, der Hunderttausende Menschenleben auf dem Gewissen hat?
    … Assad lässt die IS-Kämpfer gegen die gemäßigte Opposition von der Kette.

    Die SpOnner erwecken nicht den Eindruck, dass sie noch einen einzigen klaren Gedanken fassen können.

    Schlimmstenfalls könnte man behaupten, Assad spiele das Spiel der EUSraEliten, nur besser. V.a. in Anbetracht seiner Möglichkeiten.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

    1. Ich hab bei der Sache mit Syrien irgendwie ein komisches Gefühl. Seit kurzem geht die verlogene Anti-Assad-Propaganda-Hetze wieder los und es heißt neuerdings ständig, man müsse auch auf Syrischem Territorium gegen IS operieren. Will man bald Nägel mit Köpfen machen und gleichzeitig Assads Truppen attackieren um Assad doch noch aus dem Weg zu räumen? Eine false-flag Aktion würde doch schon reichen um endlich losschlagen zu können. Klar ist IS ein Problem auch in Syrien. Aber die USA als Retter vor ISIS ohne irgendwelche Hintergedanken im Bezug auf ihre Interessen? Naja..

      Vgl.

      „Der Konflikt beschränkt sich längst nicht nur auf die Jesiden und den Irak. Der IS macht vor Grenzen nicht halt, der Kampf gegen ihn darf es auch nicht. Denn die wichtigste Ursache für den Vormarsch der Terrormiliz bleibt das internationale Versagen in Syrien, wo derzeit die Reste eines mutigen Aufstands gegen Diktator Baschar al-Assad zwischen IS und syrischer Armee zerrieben werden.“
      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-08/deutschland-bundestag-waffen-irak-kommentar

      „Die Syrer werden sich dennoch fragen, warum die Kampfjets den irakischen Jesiden im Sindschar-Gebirge beistehen, während auf das eingeschlossene, nahezu zerstörte Aleppo täglich Fassbomben der Regime-Luftwaffe niedergehen. Und während IS in Deir ez-Zor im Osten Syriens eine exemplarische Strafexpedition gegen die aufbegehrende Bevölkerung ausführt und Jugendliche kreuzigt, erschießt und erdrosselt.“
      http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/syrien-islamisten-libyen

      „Die USA haben für den Kampf gegen den IS einen neuen Kurs ausgegeben. Die Islamisten müssten auch in Syrien gestoppt werden. Klar ist: Luftangriffe wirken begrenzt.“
      http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-08/islamischer-staat-irak-syrien

      „Der Giftgasangriff von Damaskus jährt sich an diesem Donnerstag zum ersten Mal. Ein trauriger Anlass um festzustellen: Der Massenmord an 1400 Zivilisten hat sich für Syriens Diktator Baschar al-Assad gelohnt.“
      http://www.spiegel.de/politik/ausland/is-in-syrien-und-irak-assads-gift-wirkt-kommentar-a-987186.html

      usw. usf.

  3. Die Reaktion des Kommentators „Felix Kaul“ ist leider typisch. Wenn Christen und Yeziden verfolgt und getötet werden, ist es schrecklich. Wenn aber Muslime sich (angeblich) gegenseitig umbringen, reagiert man mit Gleichgültigkeit und sogar mit einer gewissen Häme und Genugtuung.
    Man will mit aller Gewalt (buchstäblich) einen Krieg zwischen Sunniten und Schiiten herbeiphantasieren.

    1. Hallo Fatima,

      Deine Worte in meinem Ohr. Ich lese sowas wie Felix schon seit Jahren, nicht nur in der dt. Medienwelt. Auch in englischspr. Blogs und Foren geht das so.

      Alles weit weg, sollen die doch machen. Aber diese Konflikte kommen irgendwann zu uns. Dann ist die Verwunderung groß. Das Leid Anderer ist vielen Menschen egal. Entsolidarisiert und verblödet durch MSM.

      Die Krisen, die die westl. Wertemeinschaft, die schon bald gar keine Werte mehr vorweisen kann, in die Welt gesetzt hat, erfasst immer mehr Staaten und zerstört alles Leben. Wozu? Warum dieser Hass und diese Kriege?

  4. Das ist mir auch direkt eingefallen. Die Medien meinen schnell die Täter identifiziert zu haben, zur Ihren Gunsten natürlich. Das ist doch nichts neues. Sie hetzen schon seit Jahren.

  5. Quantum
    Natürlich wäre Solidarität wünschenswert. Aber, in Anbetracht der tatsächlichen Lage wäre es in meinen Augen schon ein Fortschritt, wenn der Westen die Gegenden der Welt, von der der Westen nicht den Schimmer einer Ahnung hat, einfach ignorieren würde. Bedauerlicherweise passiert das Gegenteil, wie diese Tagesschau-Meldung zum Anfachen eines Konfessionskrieges im Irak wieder mal auf’s neue zeigt: die „westliche Wertegemeinschaft“ bemüht sich intensiv darum, die Gegenden der Welt, von deren Kultur er nicht den Schimmer einer Ahnung hat, mit Kriegseinsätzen, Lügenpropaganda und Waffenlieferungen in ein blutiges Chaos zu stürzen.

    PS: Kommentator „Felix Kaul“ (Nickname wie ein bekannter verstorbener deutscher Jurist) ist mit ziemlicher Sicherheit ein zionistischer oder sonstwie rechtsextremer Troll, der versucht, DIskussionen zu kapern und mit Ignoranz zu füllen, ala HamBaconEggs oder JIDF.

    http://www.commondreams.org/hambaconeggs

    http://niqnaq.wordpress.com/2011/01/08/amateur-or-professional/

    Ich habe gerade drei weitere Kommentare dieses Kommentators „Felix Kaul“ in die Spamtonne befördert, in den Kommentaren befanden sich Ausdrücke wie „God Bless America“ und „diese Rückständigen auf heutiges Niveau zu hieven.“

    Das zionistische Apartheidregime hat ein Interesse daran, mit Hetze gegen Schiiten (stellvertretend für Iran) einen Konfessionskrieg in Irak zu anzufachen, um so von israelischen Verbrechen abzulenken. Zionismus dürfte auch der Hintergrund dieser hier nachgewiesenen, gemeinsam mit der saudischen Monarchie, durchgeführten, Propaganda-Aktion der Tagesschau gegen Schiiten sein.

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