Nachrichten aus dem Irak vom 10. Juli 2014 – und etwas Hintergrund

Die in Deutschland und im Westen verbreiteten Nachrichten zum Geschehen im Irak sind ausgesprochen lückenhaft und zeichnen so ein stark verfälschtes Bild. Das Parteibuch gibt deshalb nachfolgend einige Schlagzeilen von „Iraqi News“ vom 10. Juli 2014 in deutscher Sprache übersetzt wieder.

Die Nachrichten aus dem Irak werden hier im Parteibuch mit Links zu Ortsbeschreibungen und Links auf die englischsprachigen Originalmeldungen versehen, welche aber möglicherweise nicht erreichbar sind, denn wie so viele Webseiten, die die permanenten Lügen des gleichgeschalteten westlichen Propaganda-Apparates durch alternative Nachrichten entlarven, scheint auch Iraqi News unter Cyber-Attacken zu leiden.

Zunächst gibt es nun Nachrichten vom 10. Juli 2014 zum Terrorismus und Anti-Terror-Kampf im Irak.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass die irakische Luftwaffe in der Stadt Mossul im Bezirk Najjar in der Nähe des Nineveh International Hotels eine Ansammlung von ISIS-Terroristen mit vier Raketen beschossen hat, wodurch Dutzende der Terroristen getötet und verletzt wurden.

Mosul Eye meldet, dass es in Mossul einen Kleinkrieg zwischen der aufgelösten Baath-Partei gegenüber loyalen früheren irakischen Armee-Offizieren und ISIS-Terroristen gibt.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass 500 Einwohner von Samara den irakischen Sicherheitskräften als Freiwillige im Kampf gegen ISIS beigetreten sind.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass Ingenieureinheiten der irakischen Sicherheitskräfte in Tikrit 300 Sprengsätze entschärft haben, die ISIS-Terroristen platziert hatten, um damit Sicherheitskräfte zu treffen.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat teilte Iraqi News zufolge mit, dass die irakische Luftwaffe Unterschlüpfe von ISIS-Terroristen in Touz und Suleiman Bak östlich von Tikrit bombardiert hat, wodurch viele Terroristen getötet worden seien.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass ISIS-Terroristen die Residenz des früheren Abgeordneten Mishaan al-Juburi in Shurqat im Norden der Provinz Saladin gesprengt und damit zerstört haben.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat in der Provinz Saladin informierte Iraqi News, dass ISIS-Terroristen in der Ortschaft Azwiya nördlich von Baiji 200 Wohnhäuser geplündert und gesprengt haben, nachdem sie die Bewohner zuvor vertrieben hatten, und die vertriebenen Bewohner sich nun in einer schwierigen humanitären Lage befinden.

Qasim Atta, der Sprecher des Generalkommandeurs der irakischen Streitkräfte, gab Iraqi News zufolge bekannt, dass Sicherheitskräfte der achten Division der irakischen Armee in der Provinz Anbar 46 ISIS-Terroristen getötet und Dutzende Fahrzeuge der Terroristen zerstört haben.

Qasim Atta gab Iraqi News zufolge bekannt, dass irakische Sicherheitskräfte in der Gegend Jurf al-Sakhar im Norden der Provinz Babil 45 ISIS-Terroristen getötet und zehn ihrer Fahrzeuge zerstört haben.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass Freiwillige in der Gegend von Bihairat im Bezirk Iskandariya der Provinz Babil eine Autobombe und vier ISIS-Terroristen fanden, woraufhin sie die Autobombe zur Explosion brachten und die vier ISIS-Terroristen dadurch töteten.

Qasim Atta gab Iraqi News zufolge bekannt, dass irakische Sicherheitskräfte in der Gegend von Sidur in der Provinz Diyala 39 ISIS-Terroristen getötet und sieben ihrer Sprengfallen detoniert sowie 11 weitere entschärft haben.

Eine Quelle im Sicherheitsapparat informierte Iraqi News, dass in der Provinz Diyala nordöstlich von Baquba das Dorf Tibaikh im Bezirk Saadiya mit einer Granate beschossen wurde, wodurch zwei Zivilisten getötet und drei weitere Zivilisten verletzt wurden, und der Bezirk Khanaqeen nördlich von Baquba mit einer weiteren Granate beschossen wurde, wodurch ein Zivilist getötet wurde und fünf weitere Zivilisten verletzt wurden.

Soweit zu den Nachrichten des 10. Juli 2014 zum Terrorismus und Anti-Terror-Kampf im Irak.

Nachfolgend gibt es noch eine Meldung zur Politik des Irak vom 9. Juli 2014, über eine Begebenheit, die zwar auch in einigen der gegen den irakischen Regierungschef Maliki agierenden westlichen Propaganda-Schleudern mitgeteilt wurde, die aber mangels Hintergrundwissen dem westlichen Publikum kaum verständlich sein kann. Wer den Hintergrund dieser Nachricht kennt, kann dadurch jedoch viel besser verstehen, was im Irak gerade vor sich geht. Und zwar teilte Iraqi News am 9. Juli mit, dass Massoud Barzani, der zur Demokratischen Partei Kurdistans (DPK) gehörende Präsident der irakischen Region Kurdistan, die kurdischen Minister aus Bagdad zurückzieht. Iraqi News meldet dazu, Arafat Karam, ein Abgeordneter der DPK, habe dazu Iraqi News gegenüber weiter ausgeführt, die Präsidentschaft der kurdischen Regionalregierung habe beschlossen, die kurdischen Minister aus Bagdad zurückzuziehen, als Antwort auf die Drohungen von Maliki, der behauptet habe, die Region Kurdistan sei zu einem Hauptquartier von ISIS und Terroristen geworden. Karam betrachte den Zeitpunkt der Drohungen von Maliki gegen die Region Kurdistan als einen Fehler, und führte aus, die Drohungen seien zu einer Zeit gekommen, wo alle Parteien versuchen, Probleme zu lösen und nicht das irakische Haus zu zerbrechen, berichtet Iraqi News dazu weiter.

Der iranische Sender Press TV berichtete am Mittwoch, der irakische Regierungschef Nouri Al-Maliki habe der kurdischen Autonomieregion in seiner wöchentlichen Fernsehansprache vorgeworfen, ein sicherer Hafen für Terroristen geworden zu sein, die gegen die Zentralregierung in Bagdad kämpfen. Weiter habe Maliki in seiner Ansprache gesagt, seine Regierung könne nicht dazu schweigen, dass Erbil (die „Hauptstadt“ der irakischen Region Kurdistan) sich in ein Operationszentrum für mit Al Kaida verbunde Terroristen, Takfiri-Milzen und Baath-Terroristen verwandelt habe. Außerdem habe Maliki gesagt, Kurden würden einen Vorteil aus den Umständen ziehen und ihre Herrschaft über irakisches Land ausweiten. Des Weiteren habe Maliki die kurdische Regionalregierung vor einer Entscheidung gewarnt, eine Abstimmung über das Schicksal von Kirkuk abzuhalten. Maliki sagte, die kurdische Regionalregierung verbrenne die Brücken mit Bagdad, was einen Rückstoßeffekt auslösen würde, bei dem sowohl die Milizionäre als auch die kurdische Führung letzten Endes verlieren würden. Und weiter meldete Press TV am Donnerstag, Adnan Al-Saraj, ein führendes Mitglied von Malikis Koalition „Staat des Rechts,“ beschuldige den Präsidenten der Region Kurdistan, Massoud Barzani, der Verwicklung in eine Verschwörung, die zum Ziel hat, den Irak zu fragmentieren und zur Implementierung dieses Ziels mit dem Teufel zu kooperieren.

Wie im folgenden im Detail nachgewiesen wird, zeigen öffentlich zugängliche Informationen sehr eindeutig, dass die Vorwürfe von Maliki und der Koalition „Staat des Rechts“ an die kurdische Autonomieregierung im Allgemeinen und Massoud Barzani im Besonderen im Großen und Ganzen zutreffend sind.

Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass Anschuldigungen von Barzani und seiner DPK, der irakische Regierungschef Maliki würde die Spaltung des Iraks betreiben, an Verlogenheit kaum zu überbieten sind. Während Maliki nicht müde wird, zu betonen, er kämpfe für die Integrität des irakischen Staatsgebietes, ist es „Kurdenpräsident“ und DPK-Chef Massoud Barzani, der nicht müde wird, öffentlich zu betonen, „das Ziel von Kurdistan ist Unabhängigkeit.“ Und Massoud Barzani hat auch schon die Einheit des Irak für nicht mehr existent erklärt und angekündigt, dass er über die Unabhängigkeit der kurdischen Autonomieregion in den nächsten Monaten abstimmen lassen will, um sein Ziel, einen unabhängigen kurdischen Staat aus dem Irak herauszubrechen, was gleichzeitig das Zerbrechen des irakischen Staates bedeutet, zu verwirklichen. Es ist eindeutig nicht Maliki, der die Spaltung des Irak betreibt, sondern es sind eindeutig „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani und die ihm unterstehende kurdische Autonomieregierung, die das Zerbrechen des Irak bedeutet, weil ihr Ziel der Gründung eines souveränen kurdischen Staates zwangsläufig das Zerbrechen des Irak bedeutet.

Auch die Behauptung von Maliki, dass Kurden einen Vorteil aus den Umständen zu ziehen versuchen und ihre Herrschaft über irakisches Land ausweiten, ist unzweifelhaft zutreffend. Wie zahlreiche Medien in Zusammenhang mit der Eroberung von Mossul durch ISIS meldeten, haben „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani unterstellte kurdische Peshmerga-Milizen den Zusammenbruch der irakischen Armee im Norden des Irak dazu ausgenutzt, um die vollständige Kontrolle über das umstrittene ölreiche Gebiet Kirkuk zu erlangen. Massoud Barzani erklärte dazu knapp zwei Wochen später, das kurdische Ziel der Vereinnahmung von Kirkuk in das kurdische Autonomiegebiet sei nun erreicht und die kurdischen Peshmerga würden die Kontrolle über Kirkuk nun „für immer“ behalten. Einen Tag später meldete Press TV, ein hochrangiger Offizier der irakischen Armee habe mitgeteilt, dass kurdische Peshmerga Basen der irakische Armee in der Provinz Kirkuk angegriffen und erobert haben. Die Milizen der kurdischen Autonomieregierung haben also den Vormarsch von ISIS eindeutig dazu ausgenutzt, das von der kurdischen Autonomieregierung beherrschte Territorium in der Absicht dauerhafter Herrschaftsausübung auf Kirkuk auszuweiten, und sie haben dabei Angaben der irakischen Armee zufolge auch nicht davor zurückgeschreckt, Basen der irakischen Armee anzugreifen.

Und dann ist da noch der Vorwurf von Maliki, die kurdische Autonomieregion würde Terroristen beherbergen, die gegen die Zentralregierung in Bagdad kämpfen, so etwa mit Al Kaida verbunde Terroristen, Takfiri-Milzen und Baath-Terroristen. Dieser Vorwurf hat die kurdische Autonomieregierung angeblich besonders empört, doch auch für diesen Vorwurf ist die Beweislage sehr eindeutig.

Der TV-Sender Skynews berichtete Ende Juni aus der „Hauptstadt“ der kurdischen Autonomieregion Erbil, der Sender habe gerade ein Interview mit Sheikh Ali Hatem Suleiman geführt, der Chef der Organisation „Military Council for the Revolutionary Tribes“ sei. Foreign Policy vom Januar 2014 zufolge gehören zu dieser Organisation unter anderem die 1920 Revolution Brigades, die Armee der Männer des Naqshibandi-Ordens, die Islamic Army, die Rashidin Army, Iraqi Hamas und Abdullah al-Janabis Mujahidin Shura Council. All diese Organisationen eint, dass sie mit Waffengewalt die Regierung in Bagdad stürzen wollen, mehrere dieser Organisationen, wie etwa der „Mujahidin Shura Council„, folgen dabei einer sektiererischen Takfiri-Ideologie, andere, etwa die Naqshbandi-Armee, werden hingegen als Terroristen der aufgelösten Baath-Partei eingestuft, mehrere davon werden von verschiedenen Ländern als Terroristen eingestuft und alle sind sie berüchtigt für Morde und Bombenanschläge gegen irakische Sicherheitskräfte und zum Teil auch gegen Zivilisten, deren Religion ihnen nicht passt. Dazu muss zwar gesagt werden, dass Suleiman Foreign Policy zufolge im Januar noch Chef einer anderen bewaffneten Organisation, nämlich dem „Anbar Tribes Revolutionary Council,“ war, diese jedoch schon damals gemeinsam mit dem „Military Council for the Revolutionary Tribes“ am Ziel eines bewaffneten Regierungsumsturzes in Bagdad arbeitete. Es mag dahingestellt bleiben, ob Sheikh Ali Hatem Suleiman gegenwärtig Anführer der einen oder anderen namensähnlichen bewaffneten Organisation ist oder ob sich inzwischen beide Organisationen vereinigt haben, und Sheikh Ali Hatem Suleiman gemeinsamer Anführer all dieser Organisationen ist. Jedenfalls berichtet Skynews zu dem Interview, Sheikh Ali Hatem Suleiman befehlige Tausende von Kämpfern, die an der Seite von ISIS gegen die irakische Regierung kämpfen. Und obwohl Sheikh Ali Hatem Suleiman demnach ein mit ISIS gemeinsame Sache machender Terroristenführer ist, kann er sich offenbar ohne weiteres in Erbil bewegen und Journalisten Interviews geben. Außerdem jammert Sheikh Suleiman Skynews zufolge, dass die US-amerikanischen Besatzungstruppen zu früh aus dem Irak abgezogen seien, weil sie die ihm und seinen Kumpanen gegebenen Versprechen noch nicht erfüllt hätten.

Noch deutlicher wird Sheikh Raad Ali Suleiman in einer kürzlich gehaltenen Pressekonferenz, die bei Youtube auf Video zu sehen ist.

Sheikh Raad Ali Suleiman erklärt da, alle sunnitischen Gebiete würden sich nun unter „unserer“ Kontrolle befinden. Aber es reiche „uns“ nicht, in Rutba, Falluja und Karmah zu sitzen, „wir“ wollen die Schlacht um Bagdad schlagen und Bagdad erobern, um Bagdad von Iran und Safawiden zu befreien. Der Begriff Safawiden wird im Arabischen seit einigen Jahren als rassistisches Schimpfwort für Schiiten und Perser gebraucht. Und für das Ziel der „Befreiung“ Bagdads von „Iran“ und „Safawiden“ würden er und seine Kumpane gemeinsam mit ISIS kämpfen, erklärte Sheikh Raad Ali Suleiman auf der gut besuchten Pressekonferenz also unter Anderem. Dass schiitische Regierungschef Maliki gerade als Führer der mit großem Abstand stärksten Partei aus den gerade abgehaltenen irakischen Parlamentswahlen hervorgegangen ist, dass Regierungschef Maliki in Bagdad besonders populär ist und dass iran-freundliche Parteien bei den Wahlen die Mehrheit der Parlamentssitze und Stimmen bekommen haben, was auch kein Wunder ist, weil die Bevölkerung des Irak mehrheitlich aus iran-freundlichen Schiiten besteht, und die multikonfessionelle Bevölkerung von Bagdad zwar in vielem gespaltener Meinung ist, aber in ihrer ganz großen Mehrheit nicht will, dass Bagdad von ISIS und Sheikh Suleimans Terrorbanden „befreit“ wird, ficht Sheikh Raad Ali Suleiman nicht an. Sheikh Suleiman erklärte auf der Pressekonferenz ganz offen, er und die von ihm geführte Koalition von Milizionären kämpfen gegenwärtig gemeinsam mit den Terroristen von ISIS eine Schlacht zur Eroberung von Bagdad, um Bagdad von Persern und Schiiten zu säubern, weil es ihm und seinen Kumpanen „nicht genug“ ist, in stark sunnitisch geprägten Gebieten wie Rutba, Falluja und Karmah zu sitzen.

Die dem saudischen Königshaus gehörende Zeitung Al-Hayat meldet passend dazu, Raad Suleiman sei „Generalsekretär“ des „Tribes‘ Rebels Council,“ das vor einigen Tagen in Erbil ausgerufen worden sei. In einem Telefongespräch mit Al-Hayat beschuldigte er Maliki dem Blatt zufolge, eine „Teilung des Irak in Blut zu suchen, und sagte Maliki habe in den vergangenen Jahren Verbrechen und Ungerechtigkeiten begangen, um Sunniten dazu zu bringen, beim „Islamischen Staat“ Schutz vor einem garantierten Genozid zu suchen.“ Er habe hinzugefügt, „alle irakischen Sunniten wüssten, dass der „Islamische Staat“ nicht mehr sei als eine bewaffnete Fraktion, die aus nicht mehr als 3.000 Kämpfern bestehe, gegen Hunderttausende von wütenden Kämpfern, die gewillt sind, mit dem Teufel Geschäfte zu machen, um Irans Angriff abzuwehren,“ berichtet Al Hayat weiter. Wie Al Khabaar berichtet, fand das Treffen der mit dem Al-Kaida-Ableger ISIS kooperierenden Terroristenführer, auf dem Sheikh Raad Suleiman zu ihrem Anführer bestimmt wurde, und wo Sheikh Raad Suleiman die bei Youtube in Ausschnitten verfügbare Pressekonferenz abhielt, nicht irgendwo versteckt in einem Hinterzimmer, sondern ganz offen im von Peshmerga-Milizen unter dem Kommando des „Kurdenpräsidenten“ Barzani gut bewachten Luxushotel Jouhayna mitten in Erbil, der „Hauptstadt“ der kurdischen Autonomieregion, statt.

Schon diese Tatsache lässt keinen Zweifel daran zu, dass die kurdische Autonomieregion, wie von Maliki behauptet, sich in ein Operationszentrum für mit Al Kaida verbunde Terroristen, Takfiri-Milzen und Baath-Terroristen verwandelt hat. Das ist aber noch nicht Alles, was das indirekte, aber kooperative Verhältnis der kurdischen Autonomieregion mit der Terrorgruppe ISIS betrifft. Wie das Magazin Quartz unter Berufung auf eine Untersuchung von Iraq Oil Report soeben berichtet, hat ISIS unter Anderem in der Nähe von Kirkuk ein kleines Ölfeld unter Kontrolle gebracht, welches Erdöl im lokalen Verkaufswert von rund einer Million Dollar täglich produziert. Quartz berichtet weiter, dass das von ISIS geförderte Erdöl von Raffinerien in der Stadt Sulaimaniya, die seit vielen Jahren fest zum Territorium der kurdischen Autonomieregierung gehört, angekauft werde. Das bedeutet nichts Anderes, dass die Terrorgruppe ISIS zu einem erheblichen Teil von der Autonomieregion Kurdistan aus finanziert wird, und die kurdische Autonomieregierung unter Führung von „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani nichts Entscheidendes unternimmt, um das zu unterbinden. Sie ist mithin für die Finanzierung der Terrorgruppe ISIS mitverantwortlich.

Und dann ist da noch die Sache mit der „Kooperation mit dem Teufel“. Terroristenführer Sheikh Raad Suleiman sagte Al Hayat zufolge, seine Leute seien gewillt, „mit dem Teufel Geschäfte zu machen,“ um gegen den iranischen Einfluss im Irak zu kämpfen. Da könnte man meinen, er bezeichne ISIS als Teufel. Das könnte so sein. Es könnte aber auch anders gemeint sein. Wenn Adnan Al-Saraj, ein führendes Mitglied von Malikis Koalition Staat des Rechts, „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani beschuldigt, zur Verwirklichung des Ziels der Fragmentierung des Irak mit dem Teufel zu kooperieren, dann drängt sich zumindest der Verdacht auf, er meine mit dem Teufel nicht nur ISIS, sondern vielmehr noch Israel. Nachdem Massoud Barzani bekanntgegeben hat, demnächst ein Referendum zur Abspaltung der kurdischen Autonomieregion und Kirkuk vom Irak abhalten zu wollen, da war Israel, in Person von Zionistenboss Benjamin Netanjahu höchstpersönlich, der einzige „Staat“ der Welt, der das Vorhaben ohne wenn und aber unterstützte. Mehrere Abgeordnete der von „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani geführten Partei DPK hießen die israelische Unterstützung für die Abspaltung Kurdistans vom Irak willkommen. DPK-Boss und „Kurdenpräsident“ Massoud Barzani pfiff diese Abgeordneten nicht öffentlich zurück, was annehmen lässt, dass er mit ihrer Willkommenserklärung für Israel einverstanden ist. Außerdem traten in den letzten Wochen offenbar israelische Unternehmen als Käufer von nach Ansicht der Zentralregierung in Bagdad – und der Meinung der USA – illegal via Türkei exportierten Erdöls aus der kurdischen Autonomieregion auf, was ebenfalls auf israelische Unterstützung für die Zerschlagung des Irak durch Abspaltung des von der kurdischen Autonomieregierung beherrschten Territoriums schließen lässt. Das Motiv für die israelische Unterstützung der Gründung eines selbständigen Staates „Kurdistan“ sehen Analysten sehr klar: Israel hofft, einen von Israel unterstützten Staat Kurdistan als Instrument nutzen zu können, um nach Belieben die mit Israel über Kreuz liegenenden Nachbarstaaten Iran, Syrien, Irak und Türkei destabilisieren zu können.

Bekanntlich ist Israel, wie man unter Anderem am israelischen Anzetteln der „grünen Krawalle“ im Iran 2009 und an der Ermordung iranischer Wissenschaftlicher durch israelische Agenten sehen kann, insbesondere an einer Schwächung des Iran interessiert, und mit dem Iran würde der von Israel unterstützte Kurdenstaat eine mehrere Hundert Kilometer lange Grenze verbinden, was für Israel eine nahezu optimale Gelegenheit zur Destabilisierung des Iran sein könnte. So ist es kein Wunder, dass Teheran dem Ansinnen von Massoud Barzani, an der westlichen Grenze des Iran einen vom zionistischen Apartheidregime, im Iran als kleiner Teufel bekannt, unterstützten kurdischen Staat zu gründen, vehement widerspricht. Ebenso ist es deshalb kein Wunder, warum die von der zioistischen Lobby dominierte westliche Propaganda-Maschine die Ereignisse im Irak grob verfälscht darstellt. Schließlich ist das Motto der „staatlichen“ israelischen Terrororganisation Mossad, dass Krieg durch Täuschung geführt werden soll. Auch ist es kein Wunder, dass der CIA-nahe zionistische Propagandist David Ignatius frohlockt, Iran werde durch die mit dem Vormarsch von ISIS im Irak verbundene Entwicklung vermutlich geschwächt.

Da könnte die die Rechnung allerdings ohne den Wirt gemacht sein, denn wenn die iran-freundlichen Kräfte im Irak Bagdad erfolgreich gegen den Terroransturm verteidigen, und danach sieht es gegenwärtig aus, dann könnte es leicht passieren, dass auch dieses gegen gute Beziehungen zum Iran gerichtete Terrorprojekt für seine Unterstützer nach hinten los geht, der Iran und die irakisch-iranischen Beziehungen hingegen auch aus diesem Krieg hervorgehen. Anders als die von ihren Massenmedien systematisch getäuschte westliche Öffentlichkeit verstehen die von der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ geschmähten Führungen in Bagdad und Teheran nämlich offenbar sehr genau, was es mit dem im Irak von Israel und seinen Partnern, also etwa der „Westen“ sowie Saudi Arabien und Katar, mutwillig angefachten massenmörderischen Terrorkrieg auf sich hat.

Nachtrag: Am Freitag, den 11. Juli 2014 haben bewaffnete Peshmerga-Milizen von Barzani Ölfelder und -einrichtungen in der nordwestlich von Kirkuk gelegenen Gegend Bai Hassan völlig unprovoziert unter Kontrolle der kurdischen Regionalregierung gebracht, die westlichen Angaben zufolge etwa 400.000 bis 450.000 Fass Öl am Tag erzeugen. Barzanis Leute versuchten den gewaltsamen Griff der Peshmerga nach dem Öl als Vorbeugemaßnahme gegen mögliche Sabotageakte der irakischen Regierung darzustellen, erklärten dabei jedoch gleichzeitig, dass die kurdische Regionalregierung die Kontrolle über die besetzten Anlagen behalten werde, sodass selbst die westliche Propaganda nicht umhinkam, die Besetzung der Ölanlagen als kurdischen Griff nach bislang arabisch kontrolliertem Öl und Land darzustellen. Bei den an diesem Freitag von Peshmerga besetzten Feldern und Anlagen geht es um den wesentlichen Teil des im Raum Kirkuk produzierten Erdöls. Das dort produzierte Öl hat einen Wert von rund 15 Mrd US-Dollar jährlich. Das ist der ökonomische Hauptpreis, um den es der kurdischen Regionalregierung beim Griff nach Kirkuk vor Allem geht. Nun darf man abwarten, ob sich die arabisch und sunnitisch geprägten Takfiri-Jihadis und Baathisten den kurdischen Griff nach arabischen Land und Öl gefallen lassen werden. Dieses Öl ist so etwas wie die ökonomische Sollbruchstelle in der gegenwärtigen Terrorallianz zwischen Takfiri-Jihadis, Baathisten und kurdischen Separatisten.

8 Gedanken zu “Nachrichten aus dem Irak vom 10. Juli 2014 – und etwas Hintergrund

  1. Interessanter Artikel in einer amerikanischen Zeitung:

    “These radical Islamists are hijacking the revolution,” Graham explained.
    In fact, radical Islamists have been the core of the opposition to the Assad regime from the very beginning, decades ago.

    In addition, there are 7,500 foreign fighters from neighboring countries. The strongest groups are all radical Islamist

    I met with some of its leaders in Istanbul in 2012. They were genuinely liberal and democratic people. Unfortunately these people barely had contact with, let alone influence over, the actual groups fighting in Syria.

    But now, Washington is going to “vet” this vast, dispersed opposition of 1,500 groups and find moderates. Good luck. The complexity of Washington’s task can be seen in the American attitude toward the Islamic State. When the group battles the Maliki government in Iraq, it is a deadly foe and must be ruthlessly attacked. But when it crosses the (now-nonexistent) border between Iraq and Syria and battles the Assad regime, it is aligned with America’s stated goal of regime change in Damascus. No other country has this strategic incoherence.

    http://www.washingtonpost.com/opinions/fareed-zakaria-obama-caves-to-conventional-wisdom-on-syria/2014/07/10/6a60ad74-085c-11e4-a0dd-f2b22a257353_story.html

  2. bei 1.28 sieht man das es auch einen der faschistischen Sniper in der ukraine erwischt hat (Ghilli-suit):

  3. 1984

    Der interessante Teil des Artikels ist meiner Meinung nach der hier:

    By Fareed Zakaria

    The strongest groups are all radical Islamist — the Islamic State, Ahrar al-Sham and Jabhat al-Nusra.

    can anyone now believe that a modest American intervention is going to find genuine democrats in the maelstrom, help them win against Assad and also the radicals, and stabilize Syria? Or is Washington’s new activism more likely to throw fuel onto a raging fire?

    Wenn Fareed Zakaria nicht ein Propaganda-Asset der CIA ist, wer dann? Obama ist Top-Boss der CIA.

    Fareed Zakaria legt nun das offen, was hier im Parteibuch seit langem bekannt ist, nämlich dass die extremistischen islamischen Terrorgruppen ISIS, Nusra und Ahrar Al Sham die stärksten Gruppen von Regierungsgegnern in Syrien sind. Und er legt und auch offen, dass ihm (und ganz sicher nicht nur ihm) das seit langem bekannt ist, und praktisch alle westlichen Medien ihre Leser seit drei Jahren belogen haben, indem sie das verschwiegen haben. Was Fareed Zakaria immer noch verschweigt, ist dass diese drei Gruppen, ISIS, Nusra und Ahrar Al Sham, alle engstens mit Al Kaida verflochten sind.

    Fareed Zakaria spricht sich in der zionistischen Hetzpostille WaPo klar gegen die von Obama beim Kongress beantragten 500 Mio Dollar zur Unterstützung „moderater“ syrischer Terroristen aus. Das gibt der These Nahrung, dass Obama das Geld nur beantragt hat, um Israel und der zionistischen Lobby eins auszuwischen.

    Israel und die zionistische Lobby wollen unbedingt, dass Assad gestürzt wird. Die Lobby will unbedingt Terroristen gegen die syrische Regierung stärken, auch wenn diese Terroristen zu Al Kaida gehören. Die Lobby wird deshalb ihre Lakaien im Kongress unter Druck setzen wollen, Obamas Budgetanforderung zur Unterstützung syrischer Terroristen durchzuwinken oder besser noch aufzustocken.

    Das Problem dabei ist, dass das Geld, wieviel es ist, trotzdem nicht reichen wird, damit die Terroristen gegen die syrische Armee gewinnen. Und „moderate“ Terroristen, für die das Geld sein soll, in nennenswerter Anzahl gibt es in Syrien ohnehin nicht. Andererseits wird das Durchwinken der 500 Mio für Terroristen in Syrien die Abgeordneten, die das tun, bei den Wählern unbeliebt machen.

    Die Lobby steckt damit in der Zwickmühle: befiehlt sie ihren Abgeordneten, das Geld durchzuwinken oder aufzustocken, laufen sie Gefahr, bei den anstehenden Wahlen abgestraft zu werden, lässt sie ihre Abgeordneten Obamas Budgetanforderung zurückweisen, kann Obama das von der Lobby unbedingt gewollte Projekt Regime Change in Syrien offiziell verloren geben, und das damit begründen, dass der Kongress das nicht finanzieren will. Für die Lobby ist das eine Situation, wo sie nur verlieren kann, gerade weil, selbst wenn sie die Budgetanforderung durchbringt, die Terroristen den Krieg auch nicht gewinnen werden.

    Dabei ist die Lobby AIPAC ohnehin schon schwer damit beschäftigt, das bei den Wählern sicher auch unbeliebte Projekt „Sabotage des P5+1-Nukleardeals mit dem Iran“ voranzutreiben. 79% der Abgeordneten des Repräsentantenhauses haben da gerade auf dem Spuckzettel der zionistischen Lobby zur Verhinderung von Frieden und Entspannung unterschrieben.

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2014/07/congress-iran-deal-deadline-demands.html

    Schon das könnte dazu führen, dass der eine oder andere Top-Mann von AIPAC bei den anstehenden Wahlen aus dem Parlament gekegelt wird, und das, wo der republikanische Top-AIPAC-Mann Eric Cantor schon bei den Vorwahlen aus dem Kongress rausgekegelt wurde.

    Aus Syrien sind selbst unterdessen gerade diese beiden – auf Seiten von Terroristenunterstützern veröffentlichten – Nachrichten sehr interessant:

    https://zamanalwsl.net/news/51485.html

    http://alkhabarpress.com/%D8%AC%D9%8A%D8%B4-%D8%B9%D9%84%D9%88%D8%B4-%D8%AE%D8%A7%D8%B1%D8%AC-%D8%A7%D9%84%D9%85%D9%84%D9%8A%D8%AD%D8%A9-%D9%88%D8%AC%D8%A8%D9%87%D8%A9-%D8%A7%D9%84%D9%86%D8%B5%D8%B1%D8%A9/

    Was da drin steht, kurz zusammengefasst:

    1. Die Terrorgruppe Tawheed-Brigaden hat ihre schweren Waffen von der Infanterieschule nördlich von Aleppo an den syrisch-türkischen Grenzübergang Bab Salam gebracht, um die teuren Waffen in Sicherheit vor der syrischen Armee zu bringen.

    2. Die Terrorgruppe Nusra Front hat daraufhin ihre Kämpfer aus der Stadt Aleppo abgezogen, um sie in Sicherheit vor der ansonsten wahrscheinlich anstehenden Umzingelung und Eleminierung durch die syrischen Armee zu bringen.

    3. Die Terrorgruppe Ahrar Al Sham hat daraufhin ihre Kämpfer von der Front in Khan Tuman südlich von Aleppo abgezogen, um sie vor der Eleminierung durch die syrische Armee zu schützen.

    4. Allen Terroristen in und um Aleppo ist klar, dass der Krieg verloren ist, weshalb sich nun immer mehr Terroristen praktisch ausschließlich damit beschäftigen, möglichst viel zu plündern, um sich so vor der fälligen Niederlage wenigstens noch selbst zu bereichern.

    5. Die Terroristen im Raum Aleppo sind ob dieses Trends zur Plünderung und plötzlichen Aufgabe von finanziell unattraktiven Fronten, die dann Terrorkameraden unerwartet übernehmen müssen, völlig zerstritten.

    6. Bei den Terroristen in und um Aleppo herrscht absolute Endzeitstimmung. Es geht immer mehr in „Rette sich, wer kann!“ über, ganz gleich, ob da noch US-Unterstützung zu erwarten ist oder nicht.

    Außerdem ist ISIS gerade dabei, die von US-Lakaien gehaltene Ortschaft Akhtareen nördlich von Aleppo einzukreisen, und hat da heute auch wieder Fortschritte gemacht. ISIS-Anhänger freuen sich bereits jetzt auf die Abrechnung mit den westlichen Lakaien in der Gegend, die im Januar reihenweise ISIS-Mitgliedern überraschend in den Rücken gefallen sind und ihre ISIS-Kameraden heimtückisch ermordet haben. Bei den westlichen Lakaien wird die Stimmung dadurch nicht besser.

      1. clearly
        Was Syrien angeht, ist die Sache ganz klar: US-Lakaien (FSA/Islam Front (IF)/Jabhat Al-Nusra (JN) gegen außer Kontrolle geratene US-Lakaien (ISIS).

        Nördlich von Aleppo bei Akhtareen kämpft ISIS gegen das US-Projekt FSA-Tawheed. Die Tawheed bekennen sich zwar inzwischen zur IF, sind aber immer noch SMC- und damit US-geführt. Profiteur davon ist die syrische Armee, die deshalb bei der Befreiung von Aleppo deutlich besser vorankommt.

        In Deir Ezzor wiederum hat ISIS das katarisch-israleische Haustierchen JN vernichtet.

        In Ghouta gehen die heftigen Kämpfe von Alloush’s IF-Banden gegen ISIS weiter – obwohl sowohl Alloush als auch ISIS wurde von den Saudis hochgezogen wurden. In Ghouta sieht es derzeit so aus, dass Alloush’s Leute da zwar die Oberhand gegen ISIS behalten, aber zu dem Preis, dass die syrische Armee da gute Fortschritte macht.

        http://news.xinhuanet.com/english/world/2014-07/12/c_133478882.htm

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