Terroristen im Aleppiner Industriegebiet Sheikh Najar praktisch eingekreist

Auch wenn die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA mit großen Erfolgsmeldungen noch zurückhält, so gibt es bei der Befreiung des nordöstlich von Aleppo gelegenen Industriegebietes Sheikh Najar offenbar wichtige Fortschritte, die darauf hinauslaufen, dass die sich dort noch aufhaltenden Terroristen so gut wie eingekesselt sind.

Seit rund einem halben Jahr tobt die Schlacht um das nordöstlich der Stadt Aleppo gelegene Industriegebiet Sheikh Najar. Es ist die bislang vermutlich heftigste Schlacht des Krieges in Syrien. Beiden Seiten gilt die Schlacht als Schlüssel zur Herrschaft über die Millionenstadt Aleppo. Das rund acht mal fünf Kilometer große Gebiet besteht aus drei Sektoren. Die syrische Armee kommt von Süden, die Terroristen beherrscht die Gegend nördlich des Industriegietes. Für die syrische Armee geht es bei dem Kampf darum, das Industriegebiet zu einem wesentlichen Teil eines breiten Ringes um Aleppo zu machen, für die Terroristen darum, die Einkreisung, und den damit unausweichlich einhergehenden Verlust der von Aufständischen beherrschten Gebiete im Süden und Osten der Millionenstadt, zu verhindern. Die Terroristen haben unter dem Gebiet zahlreiche Tunnel als Bunker und für Bewegungen zwischen den Gebäuden angelegt, und sie haben offenbar alle Gebäude so vermint, dass sie im Falle einer Eroberung durch die syrische Armee vollständig zur Explosion gebracht werden können. Wo genau gegenwärtig die Frontlinien innerhalb des Industriegebietes verlaufen, ist der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Wirklich klar ist lediglich, dass die syrische Armee die Dörfer Sheikh Najar und Sheikh Zayat südlich des Industriegebietes beherrscht, während die Terroristen das unmittelbar nördlich des Industriegebietes liegende Dorf Kafr Saghir beherrschen. Ansonsten scheint es so zu sein, dass die syrische Armee inzwischen Sektor 1 im Südwesten kontrolliert, während sich in den Sektoren 2 und 3 verschanzt halten. Schwere Waffen aller Art kommen in dem unbewohnten Gebiet zum Einsatz, aber die syrische Armee kommt in dem Industriegebiet aufgrund der unzähligen Sprengfallen trotzdem nur sehr langsam und unter Inkaufnahme hoher Verluste voran. Sowohl die Terroristen als auch die Armee kämpfen mit hohem Personalaufwand und haben in dem erbittert geführten Kampf um das Industriegebiet bereits schwere Verluste erlitten. Jetzt scheint es so, dass die syrische Armee die Schlacht um das Industriegebiet Sheikh Najar so gut wie gewonnen hat.

SANA meldete am Freitag lediglich, die syrische Armee habe die Kontrolle über die Elektrizitätsstation des dritten Sektors sowie die Schottergrube Beit Jneid erlangt und diese Orte vollständig von Terroristen befreit, ohne weiter auszuführen, wo sich diese Örtlichkeiten befinden oder was ihre Sicherung für den Kampf um Aleppo bedeutet. Deutlich wurde die tatsächliche Bedeutung dieser kleinen Siege der Armee erst, als der iranische TV-Sender Al Alam am Folgetag twitterte, die syrische Armee habe nach heftigen Kämpfen mit Al-Kaida-Terroristen nun auch das Dorf Maqbalah befreien können. Zusätzlich dazu meldeten syrische Aktivisten, dss auch das nahegelegene Fleckchen Rahmaniyah befreit werden konnte.

Das ergibt nun ein sehr klares Bild: die syrische Armee hat es in den vergangenen Tagen geschafft, die östliche Umgebung des Industriegebietes Sheikh Najar vom Süden her bis ganz in den Norden vollständig zu sichern und nordöstlich des Industriegebietes sogar in den Rücken der im dritten Sektor verschanzten Terroristen zu kommen.

In Verbidung mit der vor einen Monat über Breij und Haylan vom Dorf Sheikh Najar aus erfolgten Wiederherstellung der Verbindung zum nordwestlich des Industriegebietes gelegenen Zentralgefängnis von Aleppo bedeutet das, dass die Terroristen, die sich im Industriegebiet Sheikh Najar verschanzt haben, dort nun von drei Seiten, nämlich von Westen, Süden und Osten, umzingelt sind und ihnen im Norden lediglich ein Versorgungspfad durch die Ortschaft Kafr Saghir bleibt. Wie der für Al Alam tätige Journalist Hosein Mortada am Dienstag Morgen meldete, rückt die syrische Armee nun von Maqbalah aus in Richtung Kafr Saghir vor, mit dem klaren Ziel, die letzte Versorgungslinie der Terroristen in das Industriegebiet Sheikh Najar abzuschneiden. Die Terroristen im Industriegebiet stehen damit vor der Situation, sich entweder im Industriegebiet Sheikh Najar völlig umzingeln zu lassen, mit der Perspektive, dort abgeschnitten von jeder Versorgungslinie ihrer Eleminierung zu harren, oder das Industriegebiet vollständig zu räumen und so wenigstens noch ihre Kräfte für Einsätze an anderen Orten zu sichern. Beide Varianten bedeuten einen nahen vollständigen Sieg der syrischen Armee im Industriegebiet Sheikh Najar, mit dem Hosein Mortada noch während des gerade begonnenen Fastenmonats Ramadan rechnet.

Mit den nach der Beendigung des Kampfes um Sheikh Najar freiwerdenden Brigaden kann die syrische Armee dann weiter vorrücken in Gebiete im Umland von Aleppo, um so den Ring um Aleppo breiter und fester zu machen. Da es dabei weitgehend durch von nur wenigen kleinen Ortschaften durchsetztes offenes Gelände geht und die Terroristen der Region ihre kampfstärksten Kräfte zum Halten des Industriegebietes Sheikh Najar aufgeboten hatten, ist dabei mit weniger Widerstand gegen die syrische Armee zu rechnen. Was Aleppo selbst angeht, so berichtete die staatliche syrische Zeitung Al Watan vor einigen Tagen, dass dort in verschiedenen Vierteln Verhandlungen mit den Aufständischen über eine Versöhnung laufen, was im Erfolgsfall das Ende des Aufstandes und einen kampflosen Sieg der syrischen Armee gleichkommen würde. Dass es Barack Obama mit der Beantragung von 500 Millionen Dollar zur Terrorunterstützung in Syrien gelingen wird, seine Terroristen in Aleppo zum Weiterkämpfen zu bewegen, erscheint angesichts der für die Aufständischen in Aleppo ausweglos erscheinenden Lage zweifelhaft.

19 Gedanken zu “Terroristen im Aleppiner Industriegebiet Sheikh Najar praktisch eingekreist

  1. Danke für die „guten“ Nachrichten aus Syrien. Möge der Krieg dort schnell ein Ende finden. Frieden den syrischen Völker, auf das sie sich nach dem Sieg, wie eins fühlen.

    1. d

      Die SZ scheint nun auch zum Kalifat übergelaufen zu sein. Was die SZ da verbreitet, liegt voll auf Linie mit den Wünschen des Islamischen Staates, Der Islamische Staat sagt, er freut sich schon auf Obamas Hilfe für die moderaten Rebellen, weil’s am Ende doch alles beim Islamischen Staat landet:

  2. Russische Propaganda? Schön wär´s

    Der verlogene Imperialismus beschuldigt die Angegriffenen seiner eigenen Verbrechen und lässt auch im Donbass ohne Skrupel morden:

    https://www.facebook.com/pages/B%C3%BCrgerinitiative-f%C3%BCr-Frieden-in-der-Ukraine/220982371426073?fref=photo

    “Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren…”

    Thomas Joseph Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961

  3. Parade der Beutewaffen in Al-Raqqa/Syrien, der ‚Hauptstadt’ des Kalifats: Zu sehen sind diverse gepanzerte Fahrzeuge, Panzer, Hummer und ein Tieflader der eine Scud-Rakete transportiert.

    Ein Sprecher dieser Muffkutten verkündete stolz, dass man diese Raketen zum `Id-ul-Fitr am Ende des Ramadans – zu einem besonderen Fest – gegen Israel einsetzen will; sagt er!

    Es kann noch alles geschehen; erwarten wir das Schlimmste!

  4. Allah beantwortet existentielle Fragen:

    Obama ruft voller Zweifel Allah an und fragt, wann die USA wieder in der Welt geachtet sein werden.

    Allah antwortet ohne lange zu überlegen: 20 Jahre!
    Da meint Obama: OK! Dann bin ich nicht mehr an der Macht!

    Putin treiben ähnliche Zweifel um und er ruft Allah an und fragt, wann Russland wieder Weltgeltung haben könnte.

    Allah antwortet kurz und bündig: In 50 Jahren!
    OK!, sagt Putin; aber dann bin ich nicht mehr an der Macht!

    König Abdullah plagen arge Zweifel anlässlich der aktuellen Ereignisse in seiner Nachbarschaft und er fragt bei Allah an:
    Allah Hochgepriesener, wann werden die Araber sich endlich einig sein?

    Lange überlegt Allah und sagt dann kleinlaut:

    Weißt Du, das ist mir egal, ich bin dann sowieso nicht mehr an der Macht!

    Das ist ein Witz, den der 1981 von Islamisten ermordete ägyptische Präsident Anwar al-Sadat gerne in illustrer Runde zum Besten gab. Er, der ‚den islamischen Tiger reiten’ wollte, wurde wohl doch von einigen Zweifel umgetrieben.

    Die Namen habe ich nur der aktuellen Situation angepasst.

  5. NEP gehört zu meinen Lieblingsblogs neben Schlereth, Sascha313, Voltairenet, ASR.
    Aber ich begreife Syrien militärisch nicht. Wenn es beispielsweise in westlich beherrschten Staaten Widerstandsgruppen gibt, sperren die Wessifansganz locker und enspannt in dem Wiederstandsgebiet ein paar Zufahrtsstrasse, schneiden den Ort von Wasser, Strom, Medizin und Lebensmittel ab und schmeißen ein paar Bomben. Und nach 4 Wochen werden dann die verhungernden, kranken Widerständler einfach eingesammelt.
    Frage : sind so Länder wie Venezuela, Libyen, Syrien oder Ukraine (Winter 20013 / 20014) zu doof ? Oder ist dies alles vorher mit der USA / Nato abgesprochen gewesen und die Staatsführer verraten ihr eigenes Volk ? Hugo Chavez kriecht ja z.B. schon seit Monaten dem rechten Grosskapital samt Medienkartell in den A.sch. Assad scheint in seinen Interviews Begriffe wie faschistischen USA / Natoimperialismus überhaupt nicht zu kennen. Auch Ghadaafi war ja Freund des Westen und Janokowitsch ein Antikommunist.
    Traurig; Aber dann sollten diese pro westlichen Führer ihr Land (denn dem Volk scheint es ja nicht zu gehören) lieber mit weniger Verlusten und massakrierten MENSCHEN direkt dem Westen schenken.

    1. blacky white

      Hugo Chavez ist am 5. März 2013 verstorben.

      Bashar Al Assad organisiert den WIderstand gegen den Terrorkrieg des Westens in Syrien schon recht geschickt. Nicht heiße Rhetorik punkten, sondern Erfolge auf dem Boden.

      Der Westen ist mit seinen extremistischen Kriegsstrategien nach dem Prinzip Shock and Awe in den letzten Jahren grandios gescheitert, siehe Afghanistan und Irak. Zwar konnte der Westen mit solchen Strategien kurzfristig Gebiete erobern, aber langfristig verlor der Westen aufgrund des Rückstoßeffektes der Shock and Awe Strategie die Kontrolle wieder.

      Assad geht viel langsamer und behutsamer vor, aber genau deswegen behält er die Kontrolle, obwohl ihn die westliche Welt schon vor drei Jahren totgesagt hatte.

      Gleiches gilt für einige andere Staatsführer der Staaten des Widerstandes gegen den US-geführten Imperialismus.

      1. Entschuldigung,
        1) ich meinte Venezuelas Maduro.
        2) Das Prinzip Shock and Awe bezog sich darauf, wie westliche und / oder faschistische Regime auf EIGENEM Gebiet erfolgreich gegen Widerstand reagieren.

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