Überraschende Lösung für den Irak zeichnet sich ab

Für die schweren Probleme des Irak, die durch einen von Saudi Arabien, Katar, der Türkei und Israel angeheizten und mit maximalem Terror vorangetriebenen anti-schiitischen Aufstand im überwiegend sunnitisch bevölkerten Norden und Westen verursacht wurden, zeichnet sich anscheinend eine überraschende Lösung ab.

Zunächst einmal berichteten gerade sowohl iranische und russische als auch US-amerikanische Medien im Großen und Ganzen übereinstimmend, dass es der irakischen Armee gelungen ist, die nördlich von Bagdad am Tigris gelegene Großstadt Tikrit weitgehend vom Terrorismus zu befreien und die Bemühungen der Armee sich deshalb nun darauf konzentrieren können, die etwas nördlich davon gelegene Stadt Baiji mit ihrer großen Ölraffinerie vor dem Terror zu sichern. Der heilige schiitische Schrein in der südlich von Tikrit gelegenen Stadt Samarra ist damit vor dem von Saudi Arabien unterstützten Terror sicher, und auch die irakische Hauptstadt Bagdad ist nicht mehr in Gefahr, von Terroristen erobert zu werden.

In Bezug auf die Politik wird aus dem Irak gemeldet, dass die irakische Nationalallianz sich vom von Nuri Al-Maliki geführten Block Rechtsstaat losgesagt hat, und nun einen eigenen Block bildet, der, da dieser nun der größte Block im frisch gewählten irakischen Parlament ist, für sich der irkaischen Verfassung entsprechend das Recht in Anspruch nimmt, das erste Vorschlagsrecht für den Posten des Regierungschefs zu haben. Wie die saudische Gazette Asharq Al-Awsat dazu berichtet, wurde ihr von Jawad Al-Jubouri, dem Sprecher des von der dem gerade frisch im Iran ausgebildeten schiitischen Theologen Moqtada Al Sadr nahestehenden Ahrar-Blocks mitgeteilt, die neu formierte irakische Nationalallianz werden dem Parlament einen Auswahlvorschlag aus zwei Politikern unterbreiten: nämlich Adel Abdul Mahdi und Ahmed Chalabi.

Sowohl Adel Abdul Mahdi als auch Ahmed Chalabi verfügen über umfangreiche Lebenserfahrung im Westen und wurden in der Vergangenheit von den USA auch schon in hohen politischen Ämtern des Irak akzeptiert, gelten aber gleichzeitig den iran-freundlichen schiitisch geprägten Parteien als vertrauenswürdig. Die kurdischen und sunnitischen Politiker des nördlichen und westlichen Irak bekommen damit die Chance, Maliki durch ihre Stimmabgabe für einen Gegenkandidaten zu abzuwählen und so eines der plakativen Ziele des Aufstandes im nordwestlichen Irak zu verwirklichen, nämlich die Entmachtung von Maliki. Sollte das irakische Parlament wider Erwarten beide Vorschläge der irakischen Nationalallianz ablehnen, dann bleibt Nuri Al-Malaki übergangsweise solange Regierungschef, bis jemand anders von der parlamentarischen Mehrheit auf den Posten des Regierungschefs gewählt wird. Da iran-freundliche schiitisch geprägte Parteien im neuen irakischen Parlament über die absolute Mehrheit der Sitze verfügen, ist nicht zu erwarten, dass die Interessen von iran-freundlichen Schiiten bei der Wahl eines neuen Regierungschef übergangen werden können.

Die in den nächsten Tagen zu erwartenden Ergebnisse der Diskussion der politischen Inhalte im Irak erläuterte soeben General Ali al-Saidi in einem Interview mit dem zionistischen deutschen Springerblättchen „Die Welt“. General Saidi leitet den Krisenstab der irakischen Streitkräfte und ist als solcher verantwortlich für die Verteidigung von Bagdad. Nach eigener Aussage ist er über die aktuellen politischen Prozesse im Irak bestens informiert, weil er mit seinem Team in die Verhandlungen involviert ist.

In dem Interview erklärt General Saidi zunächst, Bagdad sei sicher vor den Terroristen, denn Bagdad werde mit einem aus 60.000 Spezialtruppen und einer Vielzahl von Freiwilligen bestehenden Gürtel gegen die terroristischen Aufständischen verteidigt. Dass die nominell starke irakische Armee in Mossul angesichts einiger weniger Terroristen in Mossul zerfallen sei, erklärt General Saidi insbesondere damit, dass der dortige Kommandeur, ein Kurde, davongelaufen sei, und die einfachen Soldaten Befehle erhalten haben, ebenfalls davonzulaufen, und diese das dann verständlicherweise auch getan hätten. unter solchen Umständen sei es von einfachen Soldaten kaum zu erwarten, dass sie kämpfen. In Bagdad werde das aber nicht passieren, meint General Saidi. General Saidi gibt damit indirekt Gerüchten Nahrung, dass die überraschende Machtübernahme von ISIS und sunnitischen Aufständischen in Mossul ein kurdisch-sunnitisches Komplott gegen Bagdad gewesen sei, das auf eine Dreiteilung des Irak in eine kurdische, eine sunnitische und eine schiitische Zone abzielt.

Des Weiteren erklärt General Saidi, der Großteil der Aufständischen bestehe nicht aus ISIS-Terroristen, sondern aus sunnitsichen Stämmen, die genau wie die Kurden regionale Autonomie und Selbstverwaltung wollen. General Saidi erklärt, diese Autonomie und Selbstverwaltung wird Sunniten ebenso wie Kurden in den nächsten Tagen gewährt werden. Und wenn Sunniten und Kurden die Autonomie bekommen, werden natürlich auch die schiitischen geprägten Gebiete Autonomie und Selbstverwaltung bekommen. Praktisch ist die Dreiteilung des Irak damit beschlossen, wie General Saidi positiv zustimmend bestätigt. Es wird im Irak ein kurdisches Autonomiegebiet geben, ein sunnitisches Autonomiegebiet und der Rest – einschließlich Bagdads – wird das schiitische Autonomiegebiet. Jede der drei irakischen Regionen wird für ihre Angelegenheiten dann selbst verantwortlich sein.

Die Frage danach, was denn bei einem Zerfall des Irak in drei Teile aus Gebieten mit gemischter Bevölkerung wie etwa Kirkuk werde, beantwortet General Saidi sinngemäß damit, dass Kirkuk Bagdad und die schiitische Autonomiezone nach der Dreiteilung des Iraks nichts mehr angehen werde. Die Region Kirkuk werde sowohl von Sunniten als auch von Kurden beansprucht. Schiiten erheben hingegen keinen Anspruch auf die Herrschaft über Kirkuk. Die Region Kirkuk habe reiche Ölquellen und werde sich wohl zum nächsten Konfliktherd entwickeln. General Saidi sagt voraus, dass die Sunniten die kurdische Verwaltung nicht dulden werden, und erklärt dazu, dass das diese beiden Gruppen unter sich ausmachen müssen.

Und genau da offenbart sich die Milchmädchenrechnung der sunnitischen Aufständischen und ihrer kurdischen Partner. Der schiitische Süden des Irak fördert weit über zwei Millionen Fass Öl am Tag, das kurdischen Autonomiegebiet bringt es ohne Kirkuk auf kaum 200.000 Fass am Tag, die Region Kirkuk fördert schätzungsweise 200.000 Fass am Tag und im sunnitischen Aufstandsgebiet gibt es praktisch keine Ölförderung. Die kurdische Regionalregierung steht auf dem Standpunkt, dass es jeder Autonomieregion selbst zusteht, ihr Öl zu fördern und zu verkaufen, und sie handelt auch so. Die kurdische Regionalregierung hat für den von Bagdad bis jetzt der irakischen Verfassung entsprechend als illegal betrachteten sogar eine Pipeline von Kirkuk und den Kurdengebieten aus in die Türkei gebaut, um illegal Öl an Bagdad vorbei exportieren zu können. Erklären die Schiiten im Süden des Irak das schiitische Gebiet auch zu einer selbstverwalteten Autonomieregion, die ihr Öl selbst auf eigene Rechnung verkaufen darf, dann sitzen die sunnitischen Aufständischen im Norden und Westen des Irak, die kein Öl haben, auf dem Trockenen.

Doch das ist nicht nur ein Problem für die von den anti-schiitischen Aufständischen angedachte sunnitische Autonomieregion. Um wenigstens ein bisschen Geld zum Laben zu haben, müssen die Sunniten im Fall des Zerfalls des Irak in drei ihre Ölreichtümer selbstverwaltenden Autonomieregionen Ölquellen erobern. Da die dann in die schiitische Autonomieregion übergehende irakische Armee stark ist, von zahlreichen schiitischen Freiwilligen verstärkt wird und wahhabitische Schiitenhasser, wie es die sunnitischen Aufständischen im Westen und Norden des irak in ihrer Mehrzahl sind, in den ölreichen schiitischen Gegenden aufgrund ihrer Ablehnung durch die Bevölkerung nicht existieren können, bleibt ISIS und den sunnitischen Aufständischen nur der Weg, gegenwärtig von Kurden beherrschte Ölquellen in der Region Kirkuk und angrenzenden kurdisch kontrollierten Gebieten zu erobern.

Das Problem dabei ist, dass die Kurden es sich gleichzeitig finanziell kaum leisten können, Kirkuk zu verlieren. Die kurdischen Peshmerga, die die gleichen anti-schiitischen und anti-iranischen internationalen Kräfte als Sponsoren wie die sunnitischen Aufständischen haben, müssen sich also gegen ISIS und die sunnitischen Aufständischen in Kirkuk durchsetzen, damit die kurdische Autonomieregion finanziell tragfähig ist, während die sunnitischen Aufständischen sich gegen die Peshmerga durchsetzen müssen, damit die von ihnen angestrebte sunnitische Autonomieregion finanziell tragfähig ist. Dabei ist es sehr zweifelhaft, dass die Peshmerga in Kirkuk stark genug sein werden, um sich gegen ISIS und Partner durchzusetzen. Die Schiiten und Bagdad gewinnen finanziell dagegen bei einer Dreiteilung des Irak, weil sie die im Süden des Irak erzielten Öleinnahmen dann nicht mehr mit den Kurden und den Sunniten im Norden und Westen teilen müssen. Bagdad und die Schiiten im Süden müssen sich in der Konstellation einer Dreiteilung des Irak auf Basis der gegenwärtigen Frontlinien zwar gegen anstürmende Sunniten und ISIS verteidigen, aber dazu ahben sie die Mittel. Ansonsten kann Bagdad abwarten, bis Peshmerga und ISIS und Partner sich im Kampf um das Öl von Kirkuk heruntergekämpft haben, und anschließend beide Seiten mit der Bitte an Bagdad herantreten, ihre Autonomieregionen wieder in einen zentralistischen Staat Irak aufzunehmen, und mag er auch schiitisch und iran-freundlich geführt werden.

Wenn es dazu kommt, würde das innenpolitisch einen strategischen Sieg der iran-freundlichen Regierung des Irak bedeuten, weil sie damit sowohl das kurdische als auch das sunnitische Separatismusproblem gelöst hätte, und geopolitisch würde das einen Sieg des Iran bedeuten, weil damit der Weg für den Irak als einigen und starken Staat in die Achse des Widerstandes frei wäre. Die von Saudis, den USA, Israel, Katar, der Türkei und anderen Staaten angewandte Strategie, durch das Anzetteln gewalttätiger separatistischer Strömungen im Norden und Westen des Irak den Iran zu schwächen wäre damit nicht nur gescheitert, sondern hätte, genau wie schon der US-Angriffskrieg gegen den Irak 2003 es hatte, eine geopolitische Stärkung des Iran zur Folge.

20 Gedanken zu “Überraschende Lösung für den Irak zeichnet sich ab

  1. Schade – ich habe nicht die Zeit mich in solche Details einzulesen und kann auch nicht bezrteilen ob das der Wahrheit entsprechen könnte. Aber die Aufteilung des Iraq und neuer Grenzziehungen im gesamten Raum dort, waren ja schon seit vielen Jahren von den USA geplant und dies hier scheint ggf. die Realisierung dieses Plans zu sein:

    http://counterpsyops.com/2014/06/27/the-chaos-in-iraq-is-by-design/

    http://ugghani.blogspot.de/2008/12/project-for-new-american-century-pnac.html

    The PNAC Plan to Destabilize the Middle East (and the world?) https://www.youtube.com/watch?v=SzX3DfZR_1c

    Wenn jemand eine kurze (ich habe nur Zeit für Grobeinschätzungen) Einschätzung des Artikels und dessen Verhältnis zu den Infos in den drei o.g. Links hier posten könnte wäre super.

  2. Also, werden sich die Sunniten wiederum gegen Damaskus wenden um sich dort die Nasen blutig zu holen. Der Reichtum der Saudis hat sich mit deren Kriegseroberungen bald erschöpft und die Armut der Bevölkerung nimmt zu. Die Rüstungsausgaben der Saudis als auch deren Spenden an die Sunnitischen Terroristen sind unwiederbringlich verloren, wenn man an die Erfolge der SAA denkt, so fallen dort Unmengen an Rüstung an, auch eine Steigerung der Rüstung wird daran nichts ändern.

  3. Etwas durcheinander geschrieben – nur der letzte Absatz ist wirklich schlüssig. Mit LOGIK kann man im Mittleren Osten nichts analysieren, man muss auf die überraschensten Kehrtwendungen gefasst sein. Zur Stunde bekommen die irakischen Soldaten wohl wieder das Weglaufen beigebogen. Für uns ist das eine Frage des Glaubens, des Glaubens an den Wert der Informationen von ‚dort‘. Mir helfen selbst meine Arabischen Quellen nichts. Die lügen, so schnell läuft kein Kamel! In Aleppo wütet ISIS genauso weiter wie bisher – z.B.

  4. Wer tritt bei wem aus und wer darauf warum am Montag den Premierminister vorschlagen? Ich werde aus den gelieferten Informationen und Links nicht schlau.

    1. Ist eigentlich ganz einfach.
      Der iran hat nach einmarsch der amis im irak einen auf großen Bruder getan und wirklich massiv geld in den irak gepumpt. Die amis haben gebombt und die iraner haben schulen gebaut ( natürlich Mosche style Schulen ) ganze Häuser Blocks – und das aufgrund des glaubens natürlich nur in schiitischen gebieten. Und mit den Jahren haben sie immer mehr Einfluss im Parlament erhalten und irgendwann soviel geld in maliki gepumpt so das dieser wirklich offiziell Chef über alles geworden ist was es im Irak so gibt. Das hat jetzt mehrere jahre angehalten und der iran hat sich in der gesamten politischen Infrastruktur durch seine eigenen leute im irak sehr gut vernetzt. Das haben die kurdeb und Sunniten ziemlich spät bemerkt. Und seitdem sie es bemerkt haben versuchten sie diesem entgegen zu wirken. Die bequeme Position die der iran hat ist. Behalten die Schiiten die oberhand dann ist es für sie super. Bekommen die sunnis etwas mehr ab vom kuchen gilt der dank an die iraner die sich neutral verhalten haben. Bekommen die Kurden mehr haben sie es auch wieder der Zurückhaltung der iraner zu verdanken.
      Die analyse ist komplett richtig und das einzige was die amis mit isis wollten und erreicht haben ist ZEIT. Es geht überall im Westen nur noch um zeit. Diese ganze stinkende und verfaulte üble Bollwerk was der westen angerichtet hat kommt im boomerang Effekt zurück wenn da unten erst mal die Verhältnisse geklärt sind und alle zur ruhe kommen. Genau diese ruhe muss vermieden werden.
      Man kann es glaub ich insgesamt so sagen:
      Die amis haben sooooviel geld da unten rein gepumpt und sich sooooo sehr bemüht alles einigermaßen zu beherrschen. Temporär immer wieder geschafft. Aber langfristig wirds nix werden bzw. ist es nie etwas geworden.
      Man muss sich mal vorstellen vor 10 jahren hatte der iran nix im irak zu melden. Aktuell stellt der iran den irakischen präsi und mehr als die Hälfte des parlaments. Shit happens😉

  5. Ist das Thema möglicherweise widersprüchlicher und vielleicht sogar noch anderes zu betrachten? Was sagst Du zu der Einlassung von Jürgen Todenhöfer?

    AL QAIDA, ISIS UND DER IRAKISCHE WIDERSTAND

    – Mit einem exklusiven Protokoll eines Führers des irakischen Widerstands über die aktuelle Lage in Mosul als post scriptum–

    Liebe Freunde, kaum ein arabisches Land hat unter dem Westen so gelitten wie der Irak. Ich habe das Zweistromland vor, während und nach dem letzten Irak-Krieg mehrfach besucht. Seine Not, sein Leid und seine Tränen miterlebt.

    Vor allem eine Reise werde ich nie vergessen. Bei brüllender Hitze waren wir im August 2007 eine Woche lang beim irakischen Widerstand im umkämpften Ramadi. Im Tiefflug überflogen US-Hubschrauber immer wieder unsere Unterkunft.

    Nur verkleidet konnten wir abends das Haus verlassen, um andere Widerstandskämpfer zu treffen. Unser Gastgeber stand als früherer irakischer Offizier ganz oben auf der US- Fahndungsliste. Die Lage war bedrückend und gespenstisch.
    Ein Al Qaida-Mitglied bot meinem Gastgeber 1Millon Dollar für mich. Er glaubte, mich für 5 Mio weiterverkaufen zu können.

    Seit dem amerikanischen Überfall 2003 kämpfte der nationale irakische Widerstand FNPI (Front National Panarabic Islamic) gegen die gigantische militärische Übermacht der US-Besatzer. Der Widerstand repräsentierte einen Querschnitt der Bevölkerung. Er bestand aus Schiiten, Sunniten, Christen, Arabern und Kurden. Es war ein breiter Volksaufstand gegen die USA.

    Mit den Jahren kämpfte der FNPI parallel auch gegen die irakischen Marionetten-Regierungen. Sie waren erst von den USA und dann vom Iran eingesetzt worden und hatten das Land in künstliche konfessionelle und ethnische Sektoren zerschnitten.

    Vor allem kämpfte der FNPI auch gegen die Regierung Maliki. Sie galt als brutal, korrupt, erfolglos, aggressiv antisunnitisch und als vom Ausland gesteuert.

    Unter Maliki hatten nur noch die Schiiten etwas zu sagen. Über ein Drittel der nicht schiitischen Bevölkerung war von jeder politischen Beteiligung ausgeschlossen und zu Bürgern dritter Klasse gemacht worden. Vor allem die Sunniten waren weitgehend rechtlos. Premierminister Maliki lehnte jede Aussöhnung ab.

    Auch Schiiten, die Mitglieder der Baathpartei gewesen waren, wurden von Maliki verfolgt. Doch wer in früheren Zeiten in der Verwaltung oder in der Armee Karriere machen wollte, war gar nicht an der einzigen Partei des Landes, der sozialistischen Baathpartei, vorbei gekommen. Die Hälfte der rund zwei Milionen Parteimitglieder waren Schiiten.

    Zurück zu den schweren Kämpfen 2007 in Ramadi und Falludscha gegen die US- Besatzer: 95 Prozent dieser Kämpfe wurden vom
    FNPI bestritten. Weniger als 5 Prozent von Al Qaida.

    Trotzdem behaupteten die USA stets, sie kämpften im Irak eigentlich nur gegen Al Qaida. Sie gaben nie zu, dass es einen machtvollen legitimen, nationalen Volksaufstand gab. Der die Amerikaner loswerden und eine nationale Aussöhnung aller Gruppen wollte. Kämpfe gegen die terroristische Al Qaida ließen sich in den USA viel leichter verkaufen.

    Auch nach 2007 blieb ich in engem Kontakt mit dem irakischen Widerstand. Zwei Jahre später überbrachte ich auf seine Bitte der US-Administration in Washington einen weitreichenden
    Verhandlungsvorschlag.

    Die USA lehnten ihn kühl ab. Für sie gab es ja gar keinen nationalen irakischen Widerstand.

    Doch es gab ihn und er wurde immer stärker. Er zermürbte die USA mit seiner Guerillataktik so sehr, dass sie sich 2011 demoralisiert aus dem zerstörten Irak zurückzogen. Und nicht nur, wie Obama behauptete, weil die irakische Regierung den GI’s keine Straffreiheit für künftige Straftaten gewähren wollte. Sondern, weil die USA ausgespielt hatten. Wie in Afghanistan.

    Dennoch erklärten die USA auch nach ihrem Abzug, sie hätten den Krieg gewonnen. Obwohl sie sich seit Ende 2007 wie die Maulwürfe in ihren Militärbasen eingegraben hatten und nicht mehr auf die Straßen wagten. Hunderte von Millionen hatten sie an die Chefs der sunnitischen Stämme gezahlt, um sich wenigstens etwas Ruhe zu erkaufen. Die nahmen das Geld dankbar an. Doch der Widerstand kämpfte weiter. Bis heute. Obwohl es ihn angeblich nie gab.

    Nach dem Abzug der USA 2011 konzentrierte sich der Kampf des FNPI völlig auf das Regime Maliki. Weil es immer barbarischer , sektiererischer auftrat und weil sich die wirtschaftliche und soziale Lage dramatisch verschlechterte. Und weil Maliki als Vertreter des Iran galt. Noch immer wurde der FNPI von mindestens der Hälfte der Bevölkerung getragen. Auch von einem Teil der Schiiten, denen Malikis Apartheidsstaat missfällt.

    Während des ‘arabischen Frühlings’ gab es auch im Irak Großdemonstrationen. Wie fast überall in der arabischen Welt wurden sie brutal niedergeschlagen. Die Medien berichteten jedoch kaum darüber. Widerstand im Irak gab es ja nicht.

    2014 jedoch war das Maß voll. In Ramadi, Falludscha und Mossul traten der nationale Widerstand FNPI und die Stämme zum ersten Mal mit unübersehbaren Großaktionen ins Scheinwerfer-Licht der Weltöffentlichkeit. 20.000-30.000 der Kämpfer, die Mosul im Sturm nahmen, stellte der FNPI. Nur etwa 2.000 weitere Kämpfer gehörten ISIS an. Manche sagen es seien nur 1000, manche meinen, es seien 3.000.

    Der starke Mann in Mosul allerdings ist der Chef des FNPI, Izzat Al Duri. Früherer Stellvertreter Saddam Husseins und hochdekorierter Soldat. 10 Millionen Dollar haben die USA auf den Kopf des alten Generals ausgesetzt. Es ist nicht ISIS, die in Mosul die Macht hat.

    Doch selbst die Baathisten im FNPI wollen keine Wiederherstellung der Verhältnisse von einst. Sie haben aus ihren schweren Fehlern der Vergangenheit gelernt. Sie haben sich geöffnet und wollen eine moderne, gemäßigt islamische Demokratie. Endlich!

    Sie sind viel mächtiger als ISIS, die militärisch und auch im Stadtbild von Mosul keine Rolle mehr spielt. Die Wirkung von ISIS besteht vor allem darin, dass sie durch ihr barbarisches Vorgehen Furcht, Schrecken und Panik verbreitet. Und dass sie Medien-Profis sind. Sie verbreiten jeden ihrer ‘Erfolge’ viral, um ihre Macht viel größer erscheinen zu lassen, als sie in Wirklichkeit ist.

    Anders als der FNPI, der von der sunnitischen Bevölkerung getragen, ja geradezu gefeiert wird. Mosul ist überwiegend sunnitisch. Hier leben 100.000 von den USA fristlos entlassene Soldaten der alten Armee. Aber auch Schiiten sehen im Widerstand gegen Maliki langfristig eine Chance für den Irak.

    Seit der FNPI und die Stämme Mosul kontrollieren, ist die Lage in der Stadt relativ ruhig. Frauen gehen ganz normal einkaufen. Es gibt keine sogenannten Schariagerichte wie in syrischen Gebieten, die ISIS kontrolliert. Niemandem werden die Hände abgehackt. Nur einige Alkoholläden hat ISIS zerstört. Der FNPI ist erkennbar Herr der Lage.

    Trotzdem sprechen die USA und viele westliche Medien nur von der terroristischen Splittergruppe ISIS. So wie sie damals nur von Al Qaida sprachen. Weil man dadurch militärische Interventionen
    leichter rechtfertigen kann? Falls sie ‘notwendig’ werden sollten?

    Einige US-Hardliner jedenfalls wollen die Irakkrise erneut durch Militärschläge, Drohnenangriffe und angebliche Militärberater lösen. Aus ‘humanitären Gründen’. Als hätte der Irak nicht schon genug unter den bisherigen ‘humanitären’ Befreiungsaktionen der USA gelitten. 500.000 Tote, vielleicht sogar 1.5 Millionen, sind genug.

    Eine vernünftige, menschlich gerechte Lösung wird es nur durch Verhandlungen geben. Zwischen den irakischen Machthabern und dem FNPI, der auch die Stämme vertritt. Unter Beteiligung des Iran, der großen Einfluss auf die jetzige irakische Regierung hat. US-Militärschläge würden wie immer die Falschen treffen.

    Ziel der Verhandlungen muss eine Aussöhnung sein, die alle politischen Gruppen des Irak gleichberechtigt am politischen Leben und am Wiederaufbau des Landes teilnehmen lässt. Sunniten und selbst frühere Mitglieder der Baathpartei müssen voll integriert werden. Auch Christen. Jeder, der keine Verbrechen begangen hat.
    Die Verhandlungen sollten unter internationaler Kontrolle stattfinden.

    Der FNPI wird, wenn er glaubwürdig bleiben will, seine militärische Zusammenarbeit mit ISIS beenden müssen. So wie damals 2007, als er Al Qaida nach Hause schickte. Der nationale FNPI und die internationale ISIS sind ohnehin wie Feuer und Wasser. Der FNPI will Demokratie, ISIS einen ‘Gottesstaat’.

    Der Sprecher der FNPI, Abu Mohammed, den ich gut kenne, hat sich vor wenigen Tagen bereits ausdrücklich vom ISIS-Terrorismus distanziert. Das militärische Zweckbündnis zwischen FNPI und ISIS wird nicht mehr lange halten.

    Der Irak braucht nicht nur
    Frieden und Aussöhnung im eigenen Land, sondern auch mit dem Iran. Es ist an der Zeit, die uralte Fehde zwischen dem Irak und dem Iran zu beenden. Im Interesse der Menschen beider Länder und der gesamten Region.

    Und auch im Interesse der Aussöhnung der islamischen Konfessionen. Nur als Einheit werden die Muslime in dieser Welt eine Chance haben.

    Euer JT

    PS: Und hier der angekündigte aktuelle exklusive Lagebericht von einem führenden Mitglied des irakischen Widerstands FNPI:

    ” Main developments in Iraq till the 21st of June 2014:

    1 – On the military front, no big changes in the situation. The resistance advance relented, and a kind of (tranches war) is taking place in the front line. The General Military Council for Iraqi Revolutionaries, which is the unified leadership of regional military councils coordinating attacks against the Governments forces issues daily statements on its activities. The latest statement says that Qa’im, the frontalian city and border check – point west of Anbar cleared from Maliki army, Maliki forces collapsed in Balad district in Salah-il-deen, and Violent clashes between resistance and government forces fortified in Beiji Refinery in Salah-il-deen governorate continue.

    2 –On the political front, consultations continue among concerned Capitals to find political solutions. Rumors talk about two schemes. The radical one, which calls for inclusive national reconciliation conference (Erbil is suggested come venue) which will nominate a government representing all Iraqis (including Party Baath) without any exclusion. Major regional and International concerned players should oversee the conference. The other proposal has limited scope. It calls for the resignation of Maliki and the formation of new government with better representation to Sunnites. This proposal is similar to what has been agreed in Erbil in 2010 but not implemented by Maliki.

    3 – The situation in Mosul is generally calm. It seems that Isis has handed over control of the city to the resistance groups while it fights for control of other cities and the crucial nearby oil refinery at Baiji.The only thing Isis did in the city was to storm alcohol stores, while cigarettes are still available and people smoke out in the streets normally, and women walk around streets, as well.
    Nevertheless, since June 10 all courts in Mosul have ceased working. Most judges have left Mosul, but no special religious courts established (as in Isis controlled parts in Syria) , and no limbs cut.
    While personal freedoms remain mostly intact, the mood in the once freewheeling commercial hub is subdued.
    Food is available and prices have not increased in part because resistance has forbidden price gouging.
    The biggest problem in the city is the fuel shortages that in effect stifled movement in the city and caused power cuts that sometimes stretch to half the day. Internet services were also cut off.
    Mosul residents hoping that the resistance can capture the Baiji refinery as a way to solve the energy shortage.
    Many of those who fled Mosul are heading back,
    In spite of these difficulties, residents say the situation is now at its best since 2011 : No blasts, no assassinations, no humiliation by sectarian army. People now feel the freedom.

    4- The situation in Baghdad is tense. Pro-Government Militias together with Maliki special operations command forces spread at Sunni neighborhoods kidnapping citizens . Dr Osama al Rawi, faculty member of Physics Department in Mustansyria University was found dead today . His body was found after 24 hours from kidnapping him and his two sons by an official security forces from his home.
    5 –The overall situation in the country is deteriorating. Many construction companies, including oil companies, are leaving the country. Even the British company which is responsible for training of Maliki’s army and his security forces has left , granting its Iraqi employees open leaves. the sectarian campaign for recruiting volunteers in south and center cities continues. Maliki, and the Shiite Clergy (including Sistani) intend to turn the actual political crisis into sectarian one.
    6 – I end by quoting an Iraqi woman who lives in Canada and visited her family in Iraq these days, She said (Many of the Iraqis who did not become refugees are illiterate, and religion is eating their brains. Religious people are ruling the country, and they are dragging it back to the old ages when women were oppressed and had no say).”

    1. Es ist schlimm, aber noch schlimmer ist die Tatsache, welche von denw estlichen Medien
      verschwiegen wird, dass nicht nur die ISIS im Irak mit brutalem Terror Schrecken verbeiten, sondern noch viele andere sunnitsiche Terrororganisationen wie z.B. „Majlis Thuwar al Anbar“, „Jaish al-Mujahideen“ und „Jaish Ansar al-Sunnah“ ,
      welche ebenfalls von die Saudis finanziert und untersützt werden.

      Bereits vor 2 Jahren kam von einigen pakistansichen Bloggern, die über den syrischen Krieg berichteten, die Meldung, dass die sunniten ein weltweites islamsiches Khalifat errichten wollen.Dabei kübndigten die Takfiristen und andere extremsistsiche sunnitsiche Terror-organisationen an, dass sie zuerst alle Schiiten, Alawiten udn Drusen vernichten wollen. Danach käme Israel udn die Juden an die Reihe. Und die Christen würden sie anschließend versklaven oder mit Gewalt zwangskonvertieren!
      Es ist daher kein Wunder, warum in Indonesien udn Pakistan gewaltsame Zewangskonvertierungen zum sunnitischen Islam schon per Gesetz erlaubt wurden.
      Und in den Philipinnen sowie in Thailand sind die Al-Qaida Verbündeten udn sunnitisch extremistsischen Separatisten ebenfalls schon seit Jahrzehnten aktiv!
      Egal wohin die Sunniten emigrieren, es sind überall separatistsch terroristsichen Tendenzen zu beobachten. Ja selbst in Philipinnen udn Thailand, sind die sunniten aktiv und fordern alle Muslime dazu auf gegen die Ungläubigen zu kämpfen um sich „ihr“ Staatsgebiet zu holen, das angeblich nur ihnen gehört !

  6. Habe ich heute von einem bekommen, der ziemlich durchblickt; na sagen wir: ein wenig mehr! Anders ausgedrückt: Wir sind beide „Mittel-Ost-Ekschperten“ vom Studium und von jahrzehntelanger Praxis vor Ort her!

    >>Und Blut überflutete die Straßen von Kerbela<> Leserbrief zum Artikel Und Blut überflutete die Straßen von Kerbela“ von Tim Neshitov vom 18. 6. S. 11, erschienen in der Wochenendausgabe der SZ vom 28./29. 6. 2014, S. 23:
    Die gelb markierten Stellen hat die SZ rausgekürzt und leider ist ein Zitat nicht mehr als solches zu erkennen, aber immerhin!<<

    Zwar konzediert Tim Neshitov, dass „westliche Strategen mit primärem Interesse an Sachen wie Öl, Häfen und Bahnlinien gewiss ihre Verantwortung für die irakische Tragödie [tragen]“, diese Erkenntnis bleibt aber leider folgenlos für seinen Artikel. Abgesehen davon, dass die SZ selbst beispielsweise am 21. 6. („Thema des Tages“) aufmerksam macht auf die verhängnisvolle Rolle der USA bei der jüngeren Entwicklung im Irak – die nur zu verstehen ist vor dem Hintergrund des in den 1990er Jahren entwickelten Projekts „Amerikas neues Jahrhundert“ und dessen Herzstück, die Schaffung des „Greater Middle East“ -, bleibt in dem Artikel auch unberücksichtigt, was schon zumindest seit Beginn des letzten Jahrhunderts (im Grunde aber, seit es den europäischen Kolonialismus gibt) Richtschnur europäisch-westlicher Politik gegenüber dem Rest der Welt ist. Herrn Neshitov wäre zu empfehlen, sich einmal die „Studie zur Situation in der Levante“ – also im Nahen Osten – näher anzuschauen, die der britische Premierminister Campbell-Bannerman bereits im Jahre 1907 in Auftrag gab. Dieser von einer hochkarätig besetzten Kommission verfaßte sog. „Campbell-Bannerman-Report” wies – „in Sorge um die Aufrechterhaltung des britischen Imperiums“- auf die angeblich große Gefahr hin, die von der – damals noch unter osmanischer Herrschaft stehenden – arabisch-muslimischen Region ausging. Es war seinerzeit ja schon bekannt, dass sich dort – wo sich die internationalen Handelsrouten kreuzen – auch noch gewaltige Öl- und Gas-Ressourcen befinden. So warnt die Studie: „Keine natürlichen Grenzen trennen die Araber voneinander. Falls sie sich jemals vereinigen sollten, dann würde das Schicksal der Welt in ihren Händen liegen und Europa würde vom Rest der Welt abgekoppelt.“ Um dieser Gefahr zu begegnen empfahl die Studie – nach dem absehbaren Ende des osmanischen Reiches – gemäß der Devise „teile und herrsche“ die Aufspaltung der arabischen Nation in viele kleine Einheiten, und zwar „unter der Autorität der westlichen Staaten“. Um die strategischen Interessen der europäischen Mächte durchzusetzen, müsse „ein Fremdkörper – an anderer Stelle heißt es deutlicher „ein Pufferstaat“ – in das Herz dieser Nation gepflanzt werden, um ihre Vereinigung zu verhindern und zwar auf eine solche Weise, dass ihre Kräfte sich in niemals endenden Kriegen erschöpfen [!]. Dieser seinen Nachbarn feindlich gegenüberstehende Fremdkörper könnte dem Westen als Sprungbrett für die Erlangung seiner Ziele dienen.“ Hier wird unmißverständlich die Motivation der britischen Kolonialmacht, des damaligen Imperiums, ausgesprochen, die nicht nur die willkürlichen Grenzziehungen, die Zerstückelung der arabischen Nation sondern auch die Unterstützung der zionistischen Bestrebungen nach einem jüdischen Staat in einem durch und durch arabischen Umfeld zur Folge hatte.

    Also schon 10 Jahre bevor die britische „Balfour-Erklärung“ den Juden feierlich eine Heimstatt in Palästina in Aussicht stellte, sind hier – praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit – ideologisch bereits die Wurzeln gelegt für das „Tollhaus“ (Erich Fromm) Naher Osten, das die Welt bis heute in Atem hält. Die Empfehlungen dieser Studie der britischen Regierung aus dem Jahre 1907 wurden offensichtlich skrupellos in die Praxis umgesetzt, insbesondere wurde für die „niemals endenden Kriege“ gesorgt, wobei man um einen Vorwand für Interventionen („Demokratie“, „Menschenrechte“…..) nie verlegen ist.

    Jürgen Jung, Pfaffenhofen

    Nicht vergessen: Auch Napoleon empfahl – noch auf dem Rückzug von Jaffa – dass man durch gezielte Umsiedlung der Juden aus Europa nach Palästina ein Gegengewicht zum osmanisch/britischen Einfluss schaffen müsste! Wa.Bo.

  7. URL: http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-isis-extremisten-rufen-islamisches-kalifat-aus-a-978202.html

    Mehr auf SPIEGEL ONLINE:

    • Kämpfe um Tikrit: ISIS-Kämpfer drängen irakische Armee zurück (29.06.2014)
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/tikrit-isis-kaempfer-draengen-irakische-armee-zurueck-a-978172.html

    Mein Kommentar dazu:
    Die letzten Kalifen im Zweistromland; Syrien; al-Andalus und Nordafrika sind schon länger Geschichte!

    Für den Job haben sich immer wieder irgendwelche Desperados und wie im Fall dieses Baghdadi auch 8-Groschenjungen der jeweiligen Kolonialmacht oder ‚interessierter Kreise’ im Hintergrund gewinnen lassen.
    Wetten, dass diese Gotteskrieger spätesten an den Grenzen Palästinas Halt machen und die versprochene ‚Befreiung Jerusalems’ ** – wie seit über 60 Jahren – nur noch verbal betreiben. Wenn im Rahmen der Befreiungsversuche zufällig die PLO, die Fatah und natürlich die Hamas von der Zionsbrut eliminiert werden, haben diese Schwanzlutscher des Westens schon ihre Aufgabe erfüllt … Wetten!?

    Hier ein Grund für meine Wettbereitschaft:

    Ein Salafi-Sheikh spricht im Namen der syrischen „Rebellen“ und Terroristen im israelischen Fernsehen

    „Israel ist nicht unser Feind, wir hatten nie ein Problem mit Israel.
    Unser gemeinsamer Feind ist Bashar Al-Assad !“

    Das wahre Gesicht der Islamischen Todesschwadronen in Syrien und seit Juni 2014 auch im Irak

    Finanziert, betreut und ausgerüstet von `Affen und Schweinen`.
    Das bedeutet, dass sie alle nur 8-Groschenjungen des Westens sind, Verräter und Mörder, die ihre eigenen Nachbarn massakrieren!

    1. Walter Bornholdt

      Dass ISIS gerade jetzt ein islamisches Kalifat ausgerufen hat, ist sehr clever von ISIS. Sowohl Douris Naqshbandis als auch Suleimans IAI-Stammeskrieger haben erklärt, sie wollen den Krieg gegen ISIS nicht jetzt, sondern später führen.

      Somit kann ISIS sich nun – ohne auf Widerstand von ihren wesentlichen Terrorpartnern zu treffen – zum alleinigen Herrscher über das aufständische Gebiet im Irak ausrufen und dann auch sogleich damit anfangen, den Herrschaftsanspruch gegen ihre Terrorpartner durchzusetzen.

      Die Erklärung über die Ausrufung des Kalifats ist geschickt formuliert.

      http://myreader.toile-libre.org/uploads/My_53b039f00cb03.pdf

      Sie könnte wohl von nicht wenigen bislang ISIS negativ gegenüber eingestellten Jihadisten und Muslimen positiv aufgenommen werden. Und, dass nun gerade der beginn des heiligen Ramadan ist, macht den Zeitpunkt erst recht günstig.

      Beste Glückwünsche an die Muslime zum Beginn des heiligen Ramadan von Seiten des Parteibuches.

  8. cw

    „Was sagst Du zu der Einlassung von Jürgen Todenhöfer?“

    Jürgen Todenhöfer übernimmt praktisch vollständig die Ansichten der baathistischen Naqshibandi-Armee. Jürgen Todenhöfer nennt die Naqshbandis zwar FNPI (Front National Panarabic Islamic), aber das ist im Grunde nur ein anderer Name für dieselben Leute unter Führung von Izzat Ibrahim al-Douri. Und Jürgen Todenhöfer macht, eben weil er sich die beschränkte Sicht seiner Naqshbandi-Freunde zu Eigen macht, prompt die gleichen katastrophalen Fehler in der Lageanalyse wie die Naqshibandis.

    Einige der Fehler in der Lageanalyse der Naqshibandis und von Todenhöfer seien hier aufgezeigt. Todenhöfer und die Naqshibandis glauben, es gebe – insbesondere seit dem Ausbruch des sogenannten arabischen Frühlings – im Irak einen von von Izzat Ibrahim al-Douri angeführten Volksaufstand gegen das von Maliki angeführte amerikanisch-iranische schiitische Marionettenregime/Besatzungsregime, der siegreich sein wird. Fehler darin:

    – der „arabische Frühling“ wurde von Obama im August 2010 in seiner „Presidential Study Directive 11“ angeordnet. Er ist kein spontaner arabischer Zornausbruch gegen Diktatoren und imperiale Marionetten, sondern ein US-geführtes Projekt mit dem Ziel der Vergrößerung des US-Einflusses in der Region. Der im Rahmen des arabischen Frühling von den USA und ihren internationalen Lakaien unterstützte Naqshibandi-Aufstand im Irak dient den USA dazu, iranischen Einfluss im Irak zu schwächen, um so US-Einfluss im Irak wieder zu stärken und die Souveränität des Irak zu untergraben. Maliki ist keine amerikanische Marionette, im Gegenteil, er ist ein wertvoller Partner von Iran, Assads Syrien und Hisbollah, gerade, was die Abwehr der Terrorkriegsbemühungen von USA und Partnern gegen Syrien angeht. Die Naqshibandis kämpfen damit seit 2011 – freilich aus blanker Ignoranz, ohne es wirklich zu wollen – defacto an der Seite der USA und Israels gegen die vom Iran geführte und von Russland unterstützte Achse des WIderstandes.

    – der Aufstand im Irak ist (seit etwa 2011) kein irakischer Volksaufstand (mehr), sondern nur (noch) ein regionaler Aufstand, denn in den schiitisch geprägten Gebieten des Irak, wo die Mehrheit der irakischen Bevölkerung lebt, genießen die Aufständischen absolut keine Sympathien. Die iran-freundliche Regierung im Irak ist kein Okkupationsregime (mehr), sondern sie wird von der Mehrheit der Bevölkerung des Irak getragen.

    – Izzat Ibrahim al-Douri und seine Naqshibandis sind, anders als Todenhöfer und die Naqshibandis es glauben, nicht die Führung und auch nicht die stärkste Kraft im irakischen Aufstand. Der regionale Aufstand im Westen und Norden des Irak wird von mindestens vier innerirakischen Kräften getragen, die zwar gegenwärtig zusammenarbeiten, aber völlig unterschiedliche Ziele haben:

    1. Kraft: Kurden, Peshmerga, KRG, Barzani, kämpfen für kurdische Separation, unterstützt von Israel, USA, Türkei
    2. Kraft: Stammeskämpfer und Jihadis von Sheikh Ali Hatem Suleiman, auch bekannt als Islamic Army of Iraq (IAI), kämpfen für Machtübernahme in Bagdad, Autonomie sunnitischer Gebiete, Vertreibung von schiitischen und iranfreundlichen Kräften von der Macht im Irak, werden unterstützt unter anderem von Saudi Arabien, Katar und Türkei
    3. Kraft: die Naqshibandis und andere Baathisten von Izzat Ibrahim al-Douri, kämpfen für Wiederherstellung des anti-iranischen Baath-Regimes über den Irak, werden vermutlich unterstützt von der Türkei und Saudi Arabien
    4. Kraft: ISIS. Wahhabi-Jihadis mit dem Ziel: Herstellung eines pan-arabischen/pan-islamischen Kalifats nach dem Vorbild von Al Kaida/den Taliban, wurden in der Vergangenheit unterstützt unter anderem von Saudi Arabien, sind den Saudis aber entglitten.

    Während Todenhöfer, Sheikh Ali Hatem Suleiman und die Naqshibandis ihre Allianz mit ISIS nur als temporär betrachten, und sie davon ausgehen, ISIS nach gewonnenem Kampf leicht besiegen zu können, geht das Parteibuch davon aus, dass ISIS die mit ihnen verpartnerten Aufständischen im Irak mit Haut und Haaren auffressen wird. ISIS wird das mit den irakischen Aufständischen genauso machen wie ISIS das mit den mit ihnen verpartnerten Aufständischen in Syrien gemacht hat, die ISIS vor einem Jahr auch noch als kleine und nützliche Hilfskraft betrachtet haben, mit deren Bekämpfung sie sich später beschäftigen werden.

    https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/06/23/blutige-kampfe-zwischen-isis-und-der-naqshbandi-armee/

    Regelrecht grotesk wird es, wenn Töderhöfer fordert, die „Verhandlungen sollten unter internationaler Kontrolle stattfinden.“ Was soll das sein? Verhandlungen der irakischen Bevölkerung unter Kontrolle der es mit der Bevölkerung des Irak stets selbstlos wohlmeinenden USA? Und, wenn die Ergebnisse der Verhandlungen nicht den Wünschen zugunsten der Aufständischen und der die sie unterstützenden „einzigen Weltmacht“ USA, ihrer internationalen GCC-Terrorpartner und ihrer zionistischen Lobby entsprechen, dann geben die USA den Einsatzbefehl für eine Staffel Bomber und Truppen zur Eroberung von Bagdad und Basrah? Die Forderung nach internationaler Kontrolle“ entlarvt die Naqashibandi als das, was sie inzwischen sind: Lakaien des Empires, deren Wunsch nach einem souveränen Irak nur eine verlogene Finte ist.

    Izzat al-Douri: Long Live the Kingdom

    http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?fromval=1&cid=23&frid=23&eid=157672

    Prominentester Unterstützer der Aufständischen im Irak ist Israels kriegslüsterner Senator John McCain, der völlig im Einklang mit den Naqshibandis fordert:

    „Maliki ist das Problem. Obama muss ihm klarmachen, dass seine Zeit abgelaufen ist“

    1. Ich muss hier widersprechen. Der arabische Frühling wurde nicht im August 2010 von Obama angeordnet, sondern der arabsiche Frühling wurde ebreits unter G.W. Bush schon lange in Planung. In diesem Artikel aus dem Jahre 2005 steht alles, was schon lange geplant war:
      http://www.heise.de/tp/artikel/19/19379/1.html

      Auch empfehle ich Ihnen sich einige Bücher von William R. Clark zu Gemüte zu führen. Das ganze Projekt wie arabsiche Frühling war schon vor vielen Jahren in Planung!

      1. Henrik Hansson

        Das MEPI-Programm hat die als „arabischer Frühling“ bekannte Serie von Regime Changes in der arabischen Welt vorbereitet, etwa mit Schulungen von Propagandisten, Netzwerkaufbau und ähnlichen Dingen. Es ist nicht, wie Telepolis schreibt, aus dem Jahr 2003, sondern von 2002:

        http://en.wikipedia.org/wiki/Middle_East_Partnership_Initiative

        Mit seinem Befehl „Presidential Study Directive 11“ hat Barack Obama im August 2010 die gegenwärtige, als „arabischer Frühling“ bekannte und auf dem MEPI-Programm basierende Welle von Regime Changes in der arabischen Welt angeordnet.

        Zeitlinie ist also:

        Dezember 2002: Startschuss für das Ausrollen des Trainingsprogrammes MEPI zur Vorbereitung
        August 2010: Startschuss für die auf MEPI basierende Serie von Regime Changes

    1. mundderwahrheit

      Der Irak ist defacto schon seit den 90er Jahren geteilt, als die USA mit ihrer Luftwaffe einen von kurdischen Peshmerga beherrschten kurdischen Landesteil vom Restirak abgespalten haben.

      Mit der Besatzung 2003 haben die USA den Irak in drei Teile geteilt, einen schiitischen Teil, der die Regierung in Bagdad stellt, einen sunnitischen Teil und den kurdischen Teil. Versuche der USA, den sunnitschen Teil mit Bewaffnung von Sahwat und anderer Hilfe an die Macht in Bagdad zu bringen, um damit die überwiegend iran-freundlichen Schiiten und somit Iran auszubooten, sind zwar gescheitert, aber die durch die US-Besatzung erzwungene Teilung blieb. Die Regierung von Maliki hatte nie Kontrolle über die Provinzen Anbar und Nineveh oder die kurdischen Provinzen.

      Das spitzt sich nun zu, mit einem klaren Versuch von Freunden Israels, Saudis, Türken, Qatar, den Irak mit Waffengewalt endgültig in drei Teile zu teilen. Aber, wie hier dargelegt, könnte der Versuch durchaus nach hinten losgehen, wenn der sunnitische Teil anfängt mit den Kurden Krieg um das Öl von Kirkuk zu führen, dass beide Teile für die Selbstständigkeit brauchen. Die Schiiten hingegen brauchen das Öl von Kirkuk nicht, denn sie haben sowieso viel mehr Öl im Süden. Nach einer Weile könnte das zur Einsicht von Sunniten und Kurden führen, dass ein einiger Irak, in dem Alles Öl an Alle vereilt wird, für sie auch besser ist.

      Kommt es hingegen zu einer Dreiteilung, weil Kurden und Sunniten partout nicht mit Schiiten zusammenleben wollen, dann ist das auch kein Beinbruch. Teheran, Bagdad und Damaskus sind so starke Nachbarn, dass die dann unabhängigen sunnitischen und kurdischen Teilstaaten zwangsläufig ihre Politik dann über kurz oder lang in Einklang mit Teheran, Bagdad und Damaskus bringen müssen. Und da Bagdad dann nach wie vor über das Öl im Süden verfügt, und sich aufgrund fehlender Opposition durch Sunniten und Kurden erst recht eng an Teheran anbinden wird, ist das auch keine schlechte Lösung.

      Überhaupt ist der Teilungsplan des Nahen Ostens nach sektiererischen Gründen zwar aus moralischen Gründen abzulehnen, aber nichts, wovor die Achse des Widerstandes Angst haben muss. Kommt es zu einer von USA und Israel vorangetriebenen völligen Zersplitterung des nahen Osten nach Sekten wie pro-amerikanischen Sunniten und pro-iranischen Schiiten, stehen die pro-iranischen Kräfte am Ende mit dem meisten Öl da, denn das allermeiste Öl des nahen Ostens liegt in von Schiiten bewohnten Gebieten.

      Wenn die von Israle und den USA gegen Schiiten aufgehetzten Sunniten das begreifen, und dann verstehen, dass sie sich von Israel und seinen Partnern wie Saudi Arabien dazu aufhetzen lassen, für ihre eigene Armut zum Vorteile Israels zu kämpfen, dann werden sich da vielleicht noch überraschende Sinneswandel ergeben. Hinzu kommt, dass sich die Dominanz der USA immer mehr zu Ende neigt, weil China immer stärker wird, und China nicht von der Israel-Lobby regiert wird.

  9. Jain…Fakten schaffen kann immer gefährlich sein. Schauen Sie was in Palästina geschehen ist.
    Wir wissen, dass England Entscheidung mit dem Segen den UN an die Juden zu schenken Unrecht ist, weil man nur schenkt, was selbst gehört. Die Zusammenhänge von diesem Unrecht werden in „Zionism“ der Wahre Feind des Juden von Alan Hart erklärt, inklusiv Truman Mogelei gegenüber der UN, genau erklärt.
    Bei alle Rechtsverletzungen, die Juden sitzen noch fest im Sattel, und das nach 65 Jahren und ist kein Ende zu sehen.
    Libanon war Teil Syrien…die Franzosen haben das Stückchen Land geschnappt und jetzt kann man die Konsequenzen sehen …schauen Sie was in Süd Sudan geschieht…daher wehrt die Anfänge.
    mundderwahrheit

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